Post-faktische Untaten: Ein philosophischer SALON über das Lügen.

Am Freitag, den 21. April 2017  um 19 Uhr, laden wir wieder zu einem Salonabend ein. Treffpunkt ist die Kunst-Galerie Fantom, Hektorstr.9 in Wilmersdorf. Wir wollen Elemente einer Kultur der Wahrhaftigkeit zusammentragen bzw. zusammen-denken, in einer Zeit, in der wir von Lügen auch in der Politik überschwemmt werden. Die meisten Lügen verbreiten jene, die „die“ Lügenpresse attackieren. Aber auch Despoten und Herrscher, die sich auch als Herren der Fakten verstehen und nach eigener Machtgier Wahrheiten erzeugen wollen. Ohne eine aufmerksame kritische Presse wären wir diesen diabolischen Menschen hilflos ausgesetzt…Nebenbei: In der Bibel wird der Teufel „Herr der Lüge“ genannt. Diese Metapher vom Teufel finden wir  treffend…

So viel ist klar, und das ist keine Lüge: Ohne Wahrhaftigkeit, also den Verzicht aufs Lügen, wird unser eigenes Leben wie das Leben der Gesellschaft zerrüttet. Wollen das jene, die Lügen als Fakten hinstellen, also eine zerrüttete Gesellschaft? Welche begrenzte Bedeutung haben Not-Lügen? Ist das Verschweigen der Wahrheit eine Lüge? Hat Kants radikale Ablehnung jeglicher Lüge ein gutes Recht?

Wir werden über Jonathan Swifts Überlegungen, der Aufklärung verpflichtet, über „Politische Lügen“ sprechen und über die bisher wenig beachteten Hinweise des Philosophen Max Scheler zur „Organischen Verlogenheit“, also der schon gar nicht mehr bewussten Verlogenheit der Ressentiment-geladenen Leute und Politiker.

Die Zahl der Lügen, die Mister Trump in den ersten Wochen seiner Herrschaft verbreitet hat, sind alle bestens dokumentiert und gezählt, mehr als 100 sind es bestimmt. „Ihr seid Fake-News“, dieses Gift verbreitete Trump gegenüber dem Sender CNN. Allmählich ist er selbst eine Art personifizierte Fake-News  geworden, freilich nicht er allein, Herr Putin und Co. steht ihm da sehr nahe!  Wie soll man solchen passionierten Lügner glauben? Muss man ja wohl als Bürger… Politische Lügner mit solcher Bedeutung zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In dem Falle lohnt es sich, die Leute zu untersuchen, die unter „organischer Verlogenheit“ (Max Scheler) leiden.

Uns freut besonders, dass unser Salon am Vorabend des Wissenschaftstages mit den entsprechenden Demonstrationen, also am 22.4. 2017, stattfindet.

Die Einladung zu diesem Salonabend ist herzlich gemeint, und dies ist keine Lüge. Aber die Bitte: Anmelden bei: christian.modehn@berlin.de

Themen der Salonabende von März 2017 bis Mai 2014.

Themen unserer Salon Abende von März 2017 bis Mai 2014.

Wir werden oft gefragt, welche Themen unser Religionsphilosophische Salon in den letzten Jahren diskutiert hat, mit entsprechenden Publikationen auf der website www.religionsphilosophischer-salon. de

Unser Salon wurde bekanntlich als Privatinitiative 2007 gegründet. Seitdem veranstalten wir (als non-profit-Basis-Initaive) monatliche Salonabende sowie auch Ausflüge im Sommer, kleine Weihnachtsfeiern usw. Nach jedem Salongespräch treffen sich etliche TeilnehmerInnen immer zu einem weiteren Austausch in einem Café. Wenn nicht eigens Namen von Referenten genannt werden, wurden die einleitenden Vorträge von Christian Modehn gehalten.

Eine knappe Themen Übersicht: Sie beginnt im März 2017 und führt zurück bis Mai 2014:

Im März 2017 sprachen wir über „Glauben und Wissen, getrennt und verbunden“.

Im Februar 2017 sprachen wir über:  „Bei Verstand bleiben“: Philosophie als Lebenshilfe in Zeiten politischer Verwirrung.

Im Januar 2017 sprachen wir über „Ein Leben des Weltbürgers in der Bindung an eine Heimat“.

Im Dezember 2016 sprachen wir über das Thema: Was ist mir, was ist uns, noch heilig?

Im November 2016 hatten wir einen Abend über Leibniz (anläßlich seines 300. Todestages)

Im Oktober 2016 sprachen wir über: „Gott ist gut und der Mensch ist böse“.

Im September 2016 hatten wir als Thema: „Erfindet euch neu“. Ein Abend über Michel Serres. Mit Hans Blersch.

Im August 2016 machten wir unseren (schon etwas traditionsreichen) Sommer-Ausflug nach Karlshorst mit einem Vortrag von Pfarrer Edgar Dusdal, mit einer Kirchen/Orgelbesichtigung und einem Besuch im Deutsch-Russischen Museum Karlshorst und einem gemeinsamen Essen.

Im Juli 2016 sprachen wir anläßlich der großen Ausstellung in Berlin über „El siglo de oro“.

Beim religionsphilosophischen Salon vom Freitag, den 24. Juni 2016 in der Weinhandlung SINNESFREUDE in Neukölln, waren 20 TeilnehmerInnen dabei. Ein  Abend auch anläßlich des Festivals „48 Stunden Neukölln“ zum Thema „Übersättigung, Sattsein, Hungern“. Ein zentrales politisches, aber auch philosophisches Thema, von der gastronomischen Seite einmal ganz abgesehen… Für weitere Informationen zu dem Abend klicken Sie bitte hier.

Zum Salon am 20.5. 2016 trafen sich 22 TeilnehmerInnen zum Thema: „Der Skeptiker ist ein verfehlter Mystiker“. Ein Zugang zum Denken des ungewöhnlichen Philosophen Emil Cioran. Ein Salonabend in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9. mit dem Berliner Philosophen und Autor Dr. Jürgen Große.

Am Salonabend am 29.4. 2016 nahmen 18 Personen teil. Unser Thema: „Der Mensch ist ein Grenzgänger“. Philosophische, theologische und politische Überlegungen zur aktuellen und uralten (immer aber falschen) Tendenz, sich selbst und andere in Grenzziehungen einzumauern. Zur Lektüre einiger Thesen klicken Sie bitte hier.

Am Salonabend am 18. März 2016  mit dem Thema Für eine Philosophie der Auferstehungbeteiligten sich 25 Personen, etliche Interessierte mussten leider wegen des begrenzten Platzes und wegen der immer erforderlichen, aber nicht immer gelingenden Übersichtlichkeit und Konzentriertheit der Gespräche (eben in kleinerem Kreis) abgewiesen werden. Wir freuen uns, dass auf diese Weise die Salonkultur, typisch für Berlin einst, lebendig ist. Deutlich wurde in dem kontroversen Gespräch am 18. März 2016: Das Thema Auferstehung Jesu von den Toten und die Möglichkeit „unserer“ Auferstehung darf nicht den dogmatischen Kreisen überlassen bleiben; das Thema ist ein philosophisches, kritisch-theologisches, poetisches und künsterisches Thema, das jeder und jede selbstverständlich auf seine, ihre eigene Art selbstkritisch beantwortet…

Auch der Salon am 26. Februar 2016 fand ebenfalls ein sehr großes Interesse, zum Thema „Privateigentum und Gemeinwohl“, zugleich eine Kritik des unkontrollierten und politisch gewollten exzessiven Reichtums vieler Millionäre und Milliardäre. Für einige kritische Hinweise zum Thema klicken Sie hier:  Für die Lektüre des Beitrags von Elisabeth Hoffmann (Berlin) über die Commons klicken Sie bitte hier.

Der Philosophische Salon am Freitag, den 22. Januar 2016, hatte das Thema: „Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit?“ 18 TeilnehmerInnen beteiligten sich an dem Gespräch. Für einen Hinweis zum Thema klicken Sie bitte hier. Den Vortrag von Edgar Dusdal zum Thema „Sicherheit contra Freiheit ?“, vorgetragen in unserem Salon am 22.1. 2016, können Sie nachlesen, bitte hier klicken.

Am Salon rund um das Thema der „Authentizität“ im eigenen Leben, der Wahrhaftigkeit, des „Echten“ und der „Reinheit“ des Weines am 11.12.2015 beteiligten sich 17 Personen, in der schönen Weinhandlung „Sinnesfreude“ von Wolfgang Baumeister in der Jonasstr. 32 in Neukölln.

Am Religionsphilosophischen Salon im November 2015 (am 27. 11.) beteiligten sich 26 TeilnehmerInnen. Gesprächspartner war diesmal der Theologe und Prof. em. Johan Goud aus Den Haag, Niederlande. Das Thema Autobiografie und Theologie“. Wir näherten uns der Frage: Wie kann ich in meinem eigenen Leben, dann in der Reflexion auf mein Leben, möglicherweise auch in der schriftlichen Form meiner „Autobiografie“, Spuren des Göttlichen, des Gründend- Sinnstiftenden, wahrnehmen? Wir danken Prof. Johan Goud, dass er uns auf diese Spur des Fragens gebracht hat! Danach erschien in der Zeitschrift PUBLIK FORUM ein Interview mit Prof. Goud. Für die Vertiefung weiterer Fragen zu dem Abend und dem Thema klicken Sie bitte hier.

Zu unserem Gespräch im Salon am 30. Oktober  2015 waren 20 TeilnehmerInnen gekommen. Angesichts der Diskussionen über Flüchtlinge in Europa (vor allem in Deutschland) wollten wir uns mit dem grundlegenden ethischen und damit philosophischen Thema der ANERKENNUNG des anderen/der anderen, des Fremden usw. auseinandersetzen. Grundlage dafür ist ein fundamentaler Text von Hegel („Herr und Knecht“). Mit uns diskutierte Frau Dr. Dorothee Hasskamp, Historikerin, Journalistin und Mitarbeiterin beim Jesuiten Flüchtlingsdienst Berlin. Nochmals besten Dank, dass Frau Hasskamp bei uns war. Meinen kleinen einleitenden Vortrag zu Hegel können Sie nachlesen, klicken bitte hier.

Beim Salonabend am 25. September 2015 waren 15 TeilnehmerInnen dabei. Wir diskutierten ziemlich kontrovers, also richtig, weil auf der Suche nach besserer Erkenntnis, über das allseits gelobte, aber selten kritisierte Buch von Navid Kermani „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“.

Beim Salonabend am 28.8. 2015 waren 26 TeilnehmerInnen dabei. Das große Interesse, die Vielfalt der Standpunkte, die „Betroffenheit“ der Teilnehmer zeigen, dass das Thema „Ethik ist wichtiger als Religion“ (so eine neue Publikation des Dalai Lama) von größter Bedeutung ist. Einige Thesen zum weiteren Diskutieren lesen Sie bitte hier. Die Diskussion darüber muss weiter gehen und gerade religiöse Kreise erreichen. Wir wundern uns, dass christliche und muslimische und jüdische Akademien/Gemeinden/Bildungszentren usw. diese Thesen des Dalai Lama nicht längst diskutieren! Haben sie Angst vor der Auseinandersetzung?

Am Donnerstag, den 20. August 2015, machten wir wieder einen philosophisch-theologischen Sommer-Ausflug, diesmal nach Jüterbog. 10 Teilnehmer waren dabei, durch fachkundige Führungen in den Kirchen Liebfrauen und St. Nicolai sowie im Kulturzentrum Mönchenkloster konnten wir u.a. auch über den Reformator Thomas Müntzer und den Ablasshandel sprechen sowie über die Umwidmung ehemaliger religiöser Gebäude.

Der Salon am 24. Juli 2015 (14 TeilnehmerInnen) hatte das Thema: Über die Tugend des Ungehorsams.

Der Salon am 26. Juni 2015 (13 Teilnehmer) hatte das Thema: „Glück oder Sinn?“ Worauf kommt es im Leben an?

Am 29. Mai 2015 hatten wir ein eher ungewöhnliches Thema: „Philosophie des Weines“. Von Hölderlin angeregt war das Motto: „Der Wein – eine Gabe der Götter“. 20 TeilnehmerInnen trafen sich in der großzügigen, fein gestalteten Weinhandlung „Sinnesfreude“, unter der kompetenten Leitung von Wolfgang Baumeister.

Im Religionsphilosophischen Salon im April 2015  (Thema: Die Beziehung von Esoterik und Exoterik) waren 14 Teilnehmerinnen dabei, mit einem wichtigen einleitenden Vortrag von Hartmut Caemmerer.

Im März 2015 sprachen wir über „Gott anklagen angesichts des Leidens“: Erfahrungen des islamischen Mystikers ATTAR (Autor “Das Buch vom Leiden”) in Konfrontation mit Hiob und Nietzsche.

Auch unser Salon am 27. Februar 2015 fand reges Interesse, 22 TeilnehmerInnen waren dabei. „Einige Aspekte zur Aktualität der islamischen Philosophie“ .

Beim Salon am 16. Januar 2015 waren 12 TeilnehmerInnen dabei. Das Thema war: “ICH BIN DER ANDERE”.

Am „Welttag der Philosophie“, am 20. November 2014, trafen wir uns   im Kulturzentrum „Afrika-Haus“ in der Bochumer Str. 25 in Berlin Tiergarten. Wir hatten ein inspirierendes Gespräch mit der Philosophin und Autorin Dr. Barbara Muraca, Uni Jena, über Gut leben angesichts des Endes der Wachstumsgesellschaft“.

Auch der religionsphilosophische Salon am 31.10. 2014 fand ein ungewöhnlich starkes Interesse mit 24 TeilnehmerInnen. Das Thema war: “Glücklich sterben? Zur Frage des ärztlichen Beistandes bei Suizidwünschen schwerkranker Patienten“.

Zum Religionsphilosophischen Salon am Freitag, den 26. September 2014, kamen 15 TeilnehmerInnen. Das Thema war: „Sprache der Musik-Sprache der Transzendenz?“ mit dem Musiker, Komponisten und Saxophonisten Joachim Gies (Berlin).

Bei unserem Salonabend am 29.8. 2014 waren 20 TeilnehmerInnen dabei. Zum Thema „Zen-Buddhismus- eine Religion ohne Gott“ hielt der vielfach geschätzte Buddhalehrer Michael Peterssen, Berlin, einen einleitenden Vortrag; er wurde von allen Teilnehmern als sehr erhellend, sehr inspirierend wahrgenommen.

Der Salon zum Thema Wie ist religiöses Leben ohne Gott möglich?“ anlässlich des neuen Buches von Ronald Dworkin: „Religion ohne Gott“ (Suhrkamp 2014) am 25. Juli 2014 hat sehr viel Interesse gefunden, mit 22 TeilnehmerInnen.

In unserem Salonabend am 27. Juni 2014 mit 15 TeilnehmerInnen sprachen wir über das Thema: Spielerisch leben – spielerisch glauben?“

Im Mai 2014 hatten wir das Thema im Anschluss an Meister Eckart: „Gott um Gottes willen lassen“.

Hinweise zu früheren Themen folgen…..

Christian Modehn, Initiator des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“

 

Religionsphilosophischer Salon nun auch in Bremen

Religionsphilosophischer Salon in Bremen gegründet.

Wie uns Prof.Wilhelm Gräb, Humboldt Universität, mitteilt, wurde vor kurzem auch in Bremen ein philosophischer Club gegründet, der auch den in Berlin nun schon seit 7 Jahren bekannten Titel „Religionsphilosophischer Salon“ trägt. Wir haben in Berlin ca. 70 Salonabende bisher gestaltet.
Prof. Gräb schreibt uns, dass unser Saon in Berlin dabei für die Bremer inspirierend gewirkt hat. Das freut uns natürlich, dass es da eine gewisse Anregung gibt. Der neue religionsphilosophische Salon ist in der protestantischen Gemeinde Remberti in Bremen zuhause; diese Gemeinde folgt als eine der wenigen Gemeinden ausdrücklich der theologisch – liberalen Position. Wir haben in Berlin immer wert darauf gelegt, einen philosophischen Salon außerhalb kirchlicher oder religiöser Gebäude zu plazieren. Philosophie ist nicht nur öffentlich und „für alle“, sie ist auch als Religionsphilosophie an „weltlichen Orten“ am besten plaziert. Wir verweisen im link auf einen Beitrag des Weser Kurier zur Gründung des Salons in Bremen.

Das überforderte Selbst. Zur Krise der Selbstbestimmung

Das überforderte Selbst. Zur Krise der Selbstbestimmung

Eine philosophische Meditation zum Salon am 15.2. 2013, inspiriert von Michael Theunissen

Von Christian Modehn

Selbstbestimmung ist ein unaufgebbares Ziel personalen Lebens im Miteinander in Staat und Gesellschaft. Autonom zu leben ist förmlich ein Menschenrecht, was ja nicht heißt, dass autonomes Leben gesetzloses oder gar verantwortungsloses Dasein bedeutet. Nur sollen eben Gesetze als Ausdruck allgemeiner Vernunft gestaltet sein. An der allgemeinen Vernunft hat der einzelne Anteil. Fremdbestimmung verweist auf Verhältnisse, an denen sich der „Kampf“ um Selbstbestimmung abzuarbeiten hat.

Nun gibt es offenbar unüberwindbare Fremdbestimmungen, die unaufgebbar zur Struktur des Daseins gehören: Ich bin in die Welt ohne meine vorherige Zustimmung „geworfen“, wie Heidegger in „Sein und Zeit“ betonte; ich bin unveränderbar sterblich; ich bin immer leiblich geprägt usw… Selbstbestimmung muss also von jeglichem euphorischen Optimismus befreit werden, so, als wäre das vielfache Bestimmtsein des Daseins prinzipiell zu überwinden und „aufzugeben“.

Für den Berliner Philosophen Michael Theunissen ist vor allem das Hineingestelltsein des Menschen in die Zeit eine unüberwindbare Fremdbestimmung. Wir sind in die stetig fließende Zeit hineingestellt, können sie nicht stoppen, können aus ihr nicht aussteigen, können ihr nicht entkommen. Darauf bezieht sich Theunissen in seinem Aufsatz „Können wir in der Zeit glücklich sein?“. Er wurde in dem Buch „Negative Theologie der Zeit“ veröffentlicht (Suhrkamp Verlag, 1991).

Theunissen nennt seine Hympthese: „Die Zeit herrscht über uns, über uns Menschen wie über die Dinge. Und zwar richtet sie eine entfremdende, keine befreiende Herrschaft über uns auf“ (S. 41).

Das heißt aber nicht, dass menschliche Freiheit sich zu der Zeit nicht individuell verhalten kann, also diese Fremdbestimmung formen und gestalten kann. Andererseits wird in Theunissens Überlegungen deutlich, wie in den unterschiedlichen Formen der Bezogenheit auf Zeit die Überforderungen des Selbst, gerade auch krankhafter Art, etwa in Psychosen, Neurosen und Depressionen, entstehen. Die (objektive) Zeit gestalten oder vor der Allmacht der Zeit erstarren – in dieser Spannung gestalten wir unser Dasein. Alle Menschen sind der Zeit unterworfen, „in Psychosen aber werden Kranke der Zeit (sogar) ausgeliefert“ (S. 49).

Grundsätzlich aber können Menschen inmitten dieser, nennen wir sie „objektiven“, also stetig dahin fließenden Zeit, auch „ihre“ persönliche (Lebens) Zeit gestalten und ihre eigene Lebenszeit formen. Wir sind auf Zukunft ausgerichtet, planen immer schon selbst unsere noch so bescheidene Zukunft; wir schauen aber auch stets zurück, erinnern uns an die von uns erlebte Vergangenheit, etwa an ihre Höhe – oder Tiefpunkte und sammeln dann diese Erfahrungen in der erlebten Gegenwart. Dabei vergegenwärtigen wir dann unsere Zukunft und unsere Vergangenheit in einer langen Dauer, einer dauernden Gegenwart. Sie ist also mehr als das punktuelle Jetzt, das schon ganz schnell wieder Vergangenheit wird. Die auch durch Martin Heidegger angestoßene Zeit – Verbundenheit und immer schon geschehende Zeit – Gestaltung des Menschen führt, so Theunissen, dazu, dass heutige Menschen Zeit immer zuerst als ihre zu gestaltende Lebenszeit sehen.

Jedenfalls meint Theunissen, durchaus im Anschluss an Kant „Kritik der reinen Vernunft“: Der Raum beherrscht uns a priori, aber die Zeit beherrscht uns apiori noch viel mehr (S. 41), weil die Zeit auch unsere geistigen Vorstellungen beherrscht. Wir können an dem ewigen, „objektiven“ Zeitfluss leiden, Theunissen nennt auch Langeweile in seiner Sicht ein Leiden an der Zeit. Und er betont weiter: Psychosen entstehen aus der Überforderung an der Zeit. Denn in den Psychosen haben Patienten die Gewissheit, der Zeit ausweglos ausgeliefert zu sein. Das Krankmachende ist für diese Menschen die Zeit selbst, sie erleben sich, wie in einer Niederlage, der objektiven Zeit hilflos preisgegeben. Das Subjekt hat dann keine Kraft mehr, dem allgemeinen Unterworfensein unter die Zeit kreativ Eigenes entgegen zu halten. D. h. diese Menschen können nicht mehr die Zukunft als ihre ureigene Zukunft gestalten, sie sind außerstande, die eigene Vergangenheit aus dem Meer des Vergangenen zu formen. Dieses Ausgeliefertsein verändert das Zeitgefühl: Ein Tag erscheint dann dem Depressiven wie der andere. Diese Situation wird wie eine ewige Wiederkehr des gleichen erlebt. „Das Leben zieht an einem vorbei“, sagt ein Patient, so berichtet Theunissen. Und das Ich schaut sozusagen dem Zeitfluss nur noch zu. Man erstarrt als Beobachter und kommt letztlich existentiell zum Stillstand. Theunissen weist darauf hin: Depressive Menschen erleben sich als Zurückbleibende im Zeitstrom, Lebensstrom, der an ihnen vorüber fließt. Dadurch entstehen tiefe Hemmungen in der Vitalität. Theunissen erinnert an den Philosophen Walter Benjamin, der sagte: „Die Katastrophe ist, dass es so weitergeht“. Wie die Vitalität wieder gefunden werden kann, wie sich wieder eine ureigene personale Zukunft eröffnet, ist eine Frage, die Philosophen nicht beantworten können. Sie können lediglich darauf verweisen, dass in dem unabwendbaren Hineingestelltsein in die Zeit die Ursachen für seelische Krankheiten zu suchen sind. Sie können weiter daran erinnern, dass wir in einer Gesellschaft leben, die zur Monotonie neigt und Zukunft verstellt, also krankmacht und gerade Selbstfindung eher verhindert.

Entscheidend ist: Für Theunissen gelingt menschliches Leben immer nur TROTZ der Zeit. (S. 56). Also müssen Menschen ihre Herrschaft über die objektive Zeit gewinnen. Und das gelingt im Verweilen in einer langen Weile, verstanden als dauernde Gegenwart, in der das personale Leben gesammelt ist und die Aufgaben der Zukunft und die Last der Vergangenheit aus dem Blick treten: So wird die dauernde Gegenwart als Glücksmoment intensiven Lebens erlebt und gedeutet.

Entscheidend ist auch eine zweite Beobachtung Theunissens: Er weist zu diesem eben beschrieben Geschehen darauf hin, dass die Zeit in sich selbst die Potentialität hat und uns bietet, also doch aus dem ewig währenden und ewig fließenden Zeitfluss auszusteigen. „Im Verweilen leiste ich gerade nichts! Das Glück des Verweilens ist gerade, dass ich mich von der Anstrengung , die mich das Zusammenhalten von Zukunft und Vergangenheit in jedem Augenblick kostet, ausruhe“ (S. 60).

In der gedehnten, verweilenden Gegenwart erlebt ich: Die Zeit ist mehr also mehr als  „Zeit“. Wir können uns gegen diese objektive Zeit wenden, weil in der Zeit selbst etwas ist, das über sie hinausreicht. Und das ist die verweilende Gegenwart. Dieses andere der Zeit kann man Ewigkeit nennen, Ewigkeit verstanden als die dauernde Gegenwart. Ewigkeit – in diesem neuen Verständnis – kann ja selbst nicht noch einmal die Zeitstruktur haben!

Dahin führt also die Frage nach der Selbstbestimmung – trotz des Hineingestelltseins in die Zeit: Die tiefe Gegenwart als das andere der Zeit erschließt – ein neues Verständnis von – Ewigkeit. Philosophieren führt in Dimensionen eines tieferen Selbstverständnisses. Führt Philosophieren in  existentielles Erleben hinein?

Michael Theunissen betont zurecht: „Ein Philosoph darf am Ende, wo er den Boden der schlechten Empirie verlässt, die Spitze seines Gedankens nicht abbrechen“ (S. 63)

Copyright: Christian Modehn

 

Jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Ein Salonabend

Wir freuen, dass diesmal eine Freund unseres Salons auch ein einleitendes Statement hält mit dem Titel: „Vernunft und Religion aus Sicht eines praktizierenden Muselmanen“. Der Begriff „Muselmane“ ist bezogen auf die damalige Sprachwelt.

Willkommen im Religionsphilosophischen Salon Berlin

Der Religionsphilosophische Salon ist – seit 2007 – eine Initiative von Christian Modehn in Berlin. Ich bin Journalist, Philosoph und Theologe.  Kontakt: christian.modehn@berlin.de

Aus traurigem und furchtbarem Anlass: Über den Islam in Spanien heute. Mein Hinweis auf ein aktuelles Buch!

Der nächste religionsphilosophische Salon findet am Freitag, den 15. September 2017 um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr.9, statt. Unser Thema: „Was tun? Über den MUT, diese schwierige Tugend in düsteren politischen Zeiten!“ Anmeldungen sehr erwünscht angesichts der geringen Anzahl von Plätzen, an: christian.modehn@berlin.de

Am Freitag, den 4. August 2017, machten wir wieder einen Sommerausflug in den Norden der Stadt, nach Frohnau, mit einem bewusst kleinen Kreis von 9 TeilnehmerInnen. Wir besuchten und sprachen in Berlin Frohnau mit der Pfarrerin Doris Gräb, mit dem Künstler Rüdiger Moegelin, mit Mönchen im Buddhistischen Haus, dem ersten buddhistischen Haus (und Kloster) in Berlin, wahrscheinlich in Deutschland. Wir besuchten danach einen kleinen Marien-Wallfahrstort und eine, von der Architektur interessante Wohnsiedlung, die sogen. „Invalidensiedlung“. Diese Exkursionen sind ein Versuch, Menschen unterschiedlicher Religionen und Philosophien,  sozusagen auch „laufend“ und wandernd, ins reflektierende Gespräch einzuladen. Als Beitrag für eine philosophische Gesprächs-Kultur in der Stadt.

Der  religionsphilosophische Salon  am Freitag, den 14. Juli 2017, hatte als Thema: Einige Aspekte im Denken Walter Benjamins. Mit 19 TeilnehmerInnen sprachen wir vor allem über die Geschichtsphilosophischen Thesen Benjamins von 1940. ich habe einige Informationen, auch zur Interpretation des manchmal schwierigen Textes, zusammengestellt.

Zum nächsten Salonabend Mitte September 2017  folgen bald nähere Informationen.

Wir haben ein weiteres Projekt, zugleich eine Einladung zum Mitdenken und Mit-Schreiben: Am 31. 10. 2017 wird an den Thesenanschlag Martin Luthers erinnert. Damit „begann“ die Reformation. Luther schrieb 95 Thesen.

Wir schlagen vor: Jeder und jede sollte seine „9 komma 5 Thesen“ schreiben. Darin werden die zweifellos subjektiven wichtigsten Forderungen zum Überleben der Menschheit in Gerechtigkeit und zur grundlegenden Reform und Vereinfachung des christlichen Glaubens und der Kirchen dargestellt und zur Diskussion gestellt.

Wir veröffentlichen gern diese knapp gehaltenen „9 komma 5 Thesen“: Bitte senden Sie diese an christian.modehn@berlin.de       Ich habe schon vor einigen Wochen einen entsprechenden Vorschlag publiziert. Meine 9 komma 5 Thesen können Sie hier lesen.

Aktuell und bleibend ist für einige noch die Frage: Kann „man“ sich (vor allem als Katholik) von überlieferten Dogmen lösen? Kann „man“,  heißt die einfache Antwort. Etwa am Beispiel der katastrophalen Erbsündenlehre wird dies von mir gezeigt.

Zum Religionsphilosophischen Salon am Freitag, den 26. Mai 2017, um 19 Uhr, kamen in der GalerieFantom 16 TeilnehmerInnen – trotz oder wegen des gleichzeitigen Kirchentages –  zusammen. Wir diskutierten das beim Kirchentag übersehene Thema im Anschluss an Karl Marx: „Ist Religion Opium? Wann ist sie kein Opium?“ Zur Vertiefung lesen Sie die Hinweise „Wie kann man trotz Marx noch von Gott sprechen?

Im Umfeld des Kirchentages in Berlin und des Reformations/Luther Gedenkens 2017 bieten wir u.a. einige Beiträge zur Vertiefung und Diskussion:

Das neueste Interview (veröffentlicht am 13.5.2017) mit Prof. Wilhelm Gräb, Berlin, das sicher wieder viel Beachtung findet, hat den Titel:“Sollten nicht alle Menschen, also auch Christen, zuerst Humanisten sein? Prof.Gräb, Berlin,  ist ja einer der wenigen Theologen, die sich ständig von den Impulsen einer liberalen Theologie inspirieren lassen. Die „liberale Theologie“ spielt beim Kirchentag explizit keine Rolle, sie gilt offenbar als zu wenig „dogmatisch“… Die Fragen im Interview beziehen sich auf die Tatsache, dass beim Kirchentag in Berlin (24. bis 27. Mai) der explizite Dialog mit Atheisten, Agnostikern, Skeptikern und „Humanisten“ fast gar nicht vorgesehen ist. Klicken Sie zur Lektüre hier. Das Interview könnte den TeilnehmerInnen als eine gute Einstimmung zum Kirchentag dienen!

Wilhelm Gräb hat sich kürzlich schon zur Aktualität des „protestantischen Prinzips“ geäußert; als Plädoyer für einen „anderen Kirchentag“, klicken Sie hier.

Ein Hinweis auf ein neues Buch des liberalen Theologen Prof. Jörg Lauster, München, „Der ewige Protest“, klicken Sie hier.

Eine provizierende Neufassung der 95 Thesen Luthers, reduziert auf neun komma fünf (9,5) Thesen und Vorschläge, bitte hier klicken.

Zum 13. Mai: 100 Jahre Wunderglaube in Fatima: Trotz aller ökumenischen Beteuerungen hält die katholische Kirche auch jetzt am Wunderglauben und an den Erscheinungen Marias, etwa in Fatima vor 100 Jahren!, fest. Klicken Sie hier.

Zur Präsidentschaftswahl in Frankreich:

Emmanuel Macron: Seine Spiritualität, sein Glaube, seine Philosophie: Klicken Sie hier.

Katholiken bleiben auch im 2. Wahlgang am 7.5.2017 sehr rechtslastig: Klicken Sie hier.

Am 21. April 2017 diskutierten wir (14 TeilnehmerInnen) über die offensichtlich zunehmende Macht der Lüge in der Politik, der Werbung, im gesellschaftlichen Zusammenhang, im so genannten persönlichen Bereich. Ohne Lügen leben – geht das?, war eine Fragen, die wir diskutierten.  Die „Washington Post“ hat für die ersten 100 Tage seiner Amtsführung dem Mister Trump 130 (!) Lügen nachgewiesen. Die USA werden also von einem Lügner regiert. Politik und Lüge waren schon immer eng verbunden, aber so offensichtlich war der Zusammenhang von Lügner-Präsident und Politik noch nie.

Wenn Sie sich in das Thema unseres Salongesprächs im März 2017 (16 Teilnehmer) vertiefen wollen zum Thema „Glauben und Wissen, getrennt und doch verbunden“, dann klicken Sie hier.

Im Religionsphilosophischen Salon am 24.Februar 2017 sprachen 13 TeilnehmerInnen über die Frage „Inwiefern kann Philosophieren unser Leben orientieren?“ Ein Versuch, die „Lebenshilfe“ durch Philosophieren zu entdecken, inspiriert von den Studien der Philosophen Michel Hadot, Ludwig Wittgenstein und Friedrich Schiller. Zur Lektüre einiger Hinweise, klicken Sie hier.

Eine Übersicht zu unseren vielfältigen philosophischen Themen von März 2017 zurück bis Mai 2014: Klicken Sie hier.

Christen im Dialog mit Buddhisten“: Das Interview mit Prof. Wilhelm Gräb bezieht sich auf ein Thema, das offenbar beim Kirchentag in Berlin im Mai keine Rolle spielt, dabei finden buddhistische Traditionen in Deutschland und Europa immer mehr Interesse. Prof. Gräb weist darauf hin, dass der Dialog protestantischer Theologen mit dem Buddhismus ohnehin hierzulande recht schwach entwickelt ist. Zur Lektüre des Interviews klicken Sie hier.

WEITERDENKEN heißt eine Rubrik auf unserer Website, darin bieten wir Interviews („Drei Fragen“) mit dem protestantischen Theologen Prof. Wilhelm Gräb in Berlin. Diesmal zu der auf Weihnachten bezogenen Frage: „Warum ist es gut, Schönes zu pflegen?“ Zur Lektüre klicken Sie bitte hier.

Der theologische Kampf gegen den Klerikalismus war ein Schwerpunkt nicht nur Luthers, sondern früher schon von Jan Hus, Franziskus von Assisi und anderen. Dieser Klerikalismus als Herrschaft von Priestern, Bischöfen und Päpsten über das so genannte „Volk Gottes“ erweist sich heute einmal mehr als verheerend für die Gemeinden. Über diesen Klerikalismus sollten Religionsphilosophen, Soziologen und Theologen viel mehr forschen und die Irrwege dieses Kirchen-Modells dokumentieren. Lesen Sie meinen aktuellen Beitrag bezogen auf FRANKREICH und klicken Sie hier.

Zu unserem kritischen theologischen Interesse: Wir sind vor allem an einer modernen liberalen Theologe interessiert, also einer solchen, die niemals auf die kritische Prüfung religiöser Aussagen durch die Vernunft verzichtet. Interviews mit Prof. Wilhem Gräb zu Themen aus dem weiten Umfeld einer neuen „liberalen Theologie aus Berlin“ finden Sie in der Rubrik „Weiter denken“ sowie auch im Archiv dieser website.

Wir beziehen uns auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig. Nebenbei: Über die Bedeutung der SALONS – vor 300 Jahren „gegründet“ – hat kürzlich Dorothee Nolte vom Tagesspiegel einen recht interessanten, allgemeinen Beitrag geschrieben, zur Lektüre dieses Beitrags vom 22. 11. 2015 im Tagesspiegel klicken Sie bitte hier.

Wir leben immer schon kritisch – nachdenkend, philosophierend. Insofern gilt: Jeder und jede ist „immer schon“ PhilosophIN. Wir wollen, um weiterzudenken und besser zu leben, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) nicht scheuen. Wir vermuten, dass sich im Denken und reflektierten Fühlen „immer schon“ Spuren des Göttlichen, Transzendenten, „Umgreifenden“ zeigen. Diesen Spuren kritisch nachzugehen ist unsere Aufgabe, immer im Zusammenhang auch mit der Kritik an den Religionen als Institutionen.

Wir sind, seit der Gründung im Frühjahr 2007, eine kulturelle, speziell philosophische Basisinitiative, ohne jegliche finanzielle Unterstützung von irgendeiner Seite. Wir sind unabhängig.

Das Thema Religion und Religionen, auch philosophisch-kritisch zu bearbeiten, ist heute von größter (auch politischer) Aktualität. Um so mehr wissen es viele Menschen zu schätzen, dass es unsere Initiative gibt, in der Offenheit und Respekt vor dem Suchen, Fragen und Projekten eines jeden selbstverständlich sind. Die großen christlichen Konfessionen bieten vielfach auch heute nur Dogmen und Lehren an, die man übernehmen muss. Ein religionsphilosophischer Salon respektiert das dauernde Suchen nach dem eigenen Weg. Falsche Sicherheiten werden nicht vorgegaukelt. Es sollte möglich sein, Religionsphilosophie als „meine persönliche Religionsphilosophie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen und Ermüdungserscheinungen der alten Konfessionen.

Insofern ist der Religionsphilosophische Salon ein Ort des gemeinsamen Fragens und Suchens. Das heißt nicht, dass es nicht auch philosophische Evidenzen gibt, also gültige Einsichten der allgemeinen, also allen gemeinsamen Vernunft.

Gründer und Initiator des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“ ist Christian Modehn. 1948 in Berlin-Friedrichshagen geboren, habe ich nach dem Abitur in West-Berlin Theologie (Staatsexamen über Heidegger) und Philosophie (M.A. über Hegel) studiert: In Berlin (F.U.), St. Augustin, Bonn und München. Ich arbeite seit vielen Jahren, immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM. Zu einigen meiner Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen klicken Sie bitte hier.

Philosophieren ist nicht auf den europäischen Raum begrenzt. Philosophie muss heute interkulturelle Philosophie werden. Wir laden ausdrücklich junge PhilosophInnen ein, sich an unseren Debatten zu beteiligen. Unser Interesse gilt vor allem den Entwicklungen in Lateinamerika, auch der Befreiungstheologie und Befreiungsphilosophie.