Die Wahrheit sagen: Der Schriftsteller Michael Köhlmeier legt die Ideologie der FPÖ frei: Ein Vorbild im Umgang mit der AFD

Ein Hinweis von Christian Modehn

Beim Katholikentag in Münster (10. bis 13. Mai 2018) wird heftig über die AFD debattiert werden. Werden da auch öffentlich die tatsächlich verstörenden Erkenntnisse formuliert über die Ideologie der AFD, ihre Vernetzung mit rechtsextremen Parteien, etwa mit Österreichs FPÖ und Frankreichs Front National?

Es gibt ein Vorbild, mit welcher Kompetenz, auch das muss man in diesen rechtslastigen Zeiten schon sagen: mit welchem Mut in Wien der bekannte, international geschätzte Schriftsteller Michael Köhlmeier eine Rede gehalten hat, anläßlich des Holocaust Gedenkens am 5. Mai 2018: Köhlmeier hat präzise und schonungslos, mit großer Kraft, die Ideologie der dort mit – regierenden FPÖ freigelegt. Er geißelte die Partei, „deren Mitglieder den Nationalsozialismus verharmlosen“.

Wird man solche Worte auch in Münster beim Katholikentag in der Auseinandersetzung mit der AFD vernehmen?

Die Rede Köhlmeiers dauerte nur 6 Minuten. Sie sollte hier nachgelesen werden.

Die SZ hat mehrfach über diese durchaus historisch bedeutende Rede Köhlmeiers berichtet.

Über die widerwärtigen Formen des Umgangs sehr vieler Österreicher mit Verbrechern aus der Nazi -Zeit ist wieder einmal eine Studie über den „Schlächter von Wilna“ erschienen, sein Name: Franz Murer. 1955 nach Unterzeichnung des Staatsvertrages wieder freigelassen, wurde er in seiner Heimat Gaishorn begeistert begrüßt. Ebenso 1963, als er in einem erneuten Prozess freigesprochen wurde: Die Zeugen wurden von Murers Verteidiger der Lüge bezichtigt; man glaubte dem Täter, nicht denwenigen überlebenden Opfern. Wie ein Held konnte Murer den Gerichtssaal verlassen…(Johannes Sachlehner, Rosen für den Mörder. Die zwei Leben des SS Mannes Franz Murer. Molden Verlag, Wien 2017, 288 Seiten). In der Steiermark, der Heimat von Murer, wurde die FPÖ (nach der ÖVP) die zweistärkste Partei mit fast 28 % der Stimmen.

 

copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon, Berlin.