Notre Dame de Paris wird als ein interreligiöser „Tempel“ neu erbaut.

Ein Vorschlag: Die Kathedrale Notre Dame de Paris sollte nicht als römisch-katholische Kathedrale (wie üblich, alten Stils) restauriert werden. Die Kathedrale sollte ein interreligiöser Tempel werden: Als Zeichen einer neuen Ökumene einer versöhnten Menschheit
Ein Hinweis von Christian Modehn am 17.4.2019

Ist es gewagt zu behaupten: Mit dem verheerenden Brand von Notre Dame de Paris ist auch die alte, immer noch bestimmende mittelalterliche Kirchenwelt in Flammen aufgegangen? Und welchen Sinn macht es, dieses Symbol der mittelalterlichen Kirchenwelt so ohne weiteres wieder aufzubauen? Restauration nennt man diesen Vorgang.

Könnte nicht eine neue Zeit beginnen? Man könnte doch die Fassade als Ausdruck gotischer Bauweise beibehalten; innen aber ganz Neues wagen: Die geretteten Objekte von einst sind in einem Museum separat aufgehoben: Könnte nicht im Innern ein neuer vielgestaltiger Raum entstehen, als ökumenischer Tempel der Menschheit und der Menschenrechte? Respektvoll offen für alle Christen, für Muslime und Juden und Buddhisten und Atheisten?
Dies ist ein Traum.Eine Forderung, die dem Niveau heutiger Theologie entspricht. Sie wird die Herren der Planung, also der Restauration, vielleicht nur ein Schmunzeln wert sein. Vielleicht aber haben sie dann doch an einer bloßen Restauration des Gewesenen kein Interesse mehr? Werden sich die eher konservativ gesinnten Millionen-Spender für den Wiederaufbauch auch noch gegen „all zu viel Neues“ wehren? Freilich: Mut zum radikalen Neubeginn, genannt Reformation, war noch nie Sache der katholischen Kirche. Sonst könnte sie ja, für die Inneneinrichtung der Kathedrale per Gesetz zuständig, sagen: Wir wollen jetzt über unseren eigenen dogmatischen Schatten springen und einen Tempel der Menschheit und der Menschenrechte errichten. Wir wollen als Katholiken die Überwindung der konfessionellen Absonderungen sichtbar an vornehmer Stelle jetzt mitten in Paris ausdrücken. Damit könnte eine Erfolgsgeschichte eingeleitet werden, die dem vielfachen Zuspruch des benachbarten Centre Pompidou ähnlich wäre. Ein interreligiöses Tempel mit vielen entsprechenden Räumen und Angeboten. Das würde die Menschen neugierig machen und begeistern und zum Nachahmen inspirieren… Nebenbei: Explizit katholische Kirchen in der unmittelbaren Nachbarschaft von Notre Dame gibt es ja in ausreichender Zahl: St. Severin, St. Merri, St. Gervais, St. Paul, St. Germain de l Auxerrois etc…

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon

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