Erinnerung an die spanische Philosophin Maria Zambrano

Datum: 6. Februar 2019

Gedenktag

Spanische Philosophen und Philosophinnen sind in Deutschland einem „breiteren“, interessierten Publikum leider fast unbekannt, zumal jene, die eigenständige Wege im Denken suchten, also abseits der Universitäts-Philosophien mit ihren ziemlich rigiden Themen der „Philosophie für Philosophen“.  Am 6. Februar 1991 ist die große spanische Philosophin Maria Zambrano gestorben, geboren wurde sie am 22.4. 1904.

Maria Zambrano wurde doppelt marginalisiert: „Einfach“ schon deswegen, weil sie als Frau eine bedeutende Philosophin war. Und: Weil sie einen anderen Stil, eine andere Gestalt der Philosophie lebte und in einem umfassenden Werk publizierte: Ein lebendiges Philosophieren in Verbindung von Literatur, Kunst, Mystik. Sie wehrte sich gegen die herrschende „schulphilosophische Kultur“ (S. 273 in Fornet-Betancourt).

Einer ihrer entscheidenden Lehrer war José Ortega y Gasset (1883-1955). „Mit dem Sieg der Faschisten in Spanien musste Maria Zambrano emigrieren“(S.277), sie ist ständig unterwegs, lebt in Mexiko, Kuba, Puero Ricos, Schweiz, Frankreich…

Philosophisch wehrt sie sich gegen die Engführungen einer rationalistischen Moderne. Sie plädiert für eine „poetische Vernunft“ (S. 289), ein Thema, das nach wie vor aktuell ist.

Diese poetische Vernunft stellt sich den Abgründen des Daseins, die ein rationalistisches Denken eher überspielt. Diese Gedanken entwickelt Zambrano in ihrem Buch „Der Mensch und das Göttliche“, auf Deutsch leider nicht mehr erreichbar.

Empfehlenswert ist die Einführung in ihr Denken (und zu ihrem sehr bewegten Leben) von Raúl Fornet-Betancourt, in seinem Buch „Modelle befreiender Theorie in der europäischen Philosophiegeschichte“, IKO Verlag, Frankfurt Main – London, 2002, dort Seite 269 bis 304.