Buchmesse in Leipzig 2019: Tschechien ist das “Gastland”. Ein philosophischer Hinweis

Startdatum: 21. März 2019
Enddatum: 24. März 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Donnerstag, 21. März 2019 - um 0:00 Uhr am Sonntag, 24. März 2019
Kongress

Ein guter Anlass, sich mit einer "ziemlich einmalige" Gestalt zu befassen, einem Philosophen, der Staatspräsident war! Tomas Garrigue Masaryk war von 1918 bis 1935 Staatspräsident der 1. Tschechoslowakischen Republik. Ein ungewöhnlicher Denker, ein freier Geist, auch in religiöser Hinsicht.

Wie viel Geheimnis brauchen wir, ertragen wir? Ein philosophischer Salon

Datum: 15. März 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Freitag, 15. März 2019 - um 0:00 Uhr am Freitag, 15. März 2019
Salons

In unserem Salonabend am Freitag, den 15. März 2019, wollen wir uns mit der alltäglichen Realität des Geheimnisses auseinandersetzen: Vieles verschweigen wir! Wir wollen unsere Identität schützen; die Wahlen sind geheim; die Anonymität (also auch das Sichverbergen im Geheimnisvollen) ist gerade heute beliebt und manchmal notwendig; jeder und jede hat sein ganz einmaliges "Lebensgeheimnis". Aber, so fragen die Philosophen, ist das Leben als solches nicht immer schon etwas Nie- Zuklärendes, also nie etwas total Transparentes: Also ein bleibendes Geheimnis? Wenn man schon an Gott denkt: Ist Gott nicht nur als ewiges Geheimnis überhaupt denkbar, trotz aller kirchlichen Besserwisserei?
Geheimnis ist etwas, das nie total transparent werden kann: Warum bin ich hier, warum bin ich in die Welt gesetzt worden? Ist denn Liebe restlos erklärbar? Gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Geheimnis und (wissenschaftlichem) Rätsel?
Herzliche Einladung zu einem intensiven Austausch: In der Kunstgalerie FANTOM, Hektorstr.9,in Wilmersdorf. Beginn um 19 Uhr.
Bitte um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de

Das Fiasko in Rom heute: Die Predigt des Papstes am Ende der Konferenz zum sexuellen Missbrauch durch Kleriker

Startdatum: 24. Februar 2019
Enddatum: 25. Februar 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Sonntag, 24. Februar 2019 - um 0:00 Uhr am Montag, 25. Februar 2019
Kongress

Ein Kommentar von Christian Modehn am 24.2. 2019

Es kam so, wie es kritische Beobachter erwarteten: Die Rede des Papstes am Ende des „Gipfels“ über den sexuellen Missbrauch durch Priester und Bischöfe ist eher eine allgemein gehaltene kulturkritische Predigt über das furchtbare Geschehen des Missbrauchs von Kindern im allgemeinen, mit dem unverbindlich und unkonkret gegebenen Versprechen, dass sich die Kirche in dieser Sache „reinigen“ will. Im ganzen also: Diese in finanzieller Hinsicht aufwändige, in medialer Hinsicht von Erwartungen überladene, in einigen Statements (besonders der Opfer und von Frauen) zwar manchmal noch denkwürdige Konferenz ist insgesamt ein Fiasko. Denn das letzte Wort hat nun einmal der Papst in den Strukturen der Kirche. Und der denkt gar nicht daran, etwa den Pflicht-Zölibat abzuschaffen oder Frauen ins Priesteramt zu lassen...Alles wie gehabt, also. Was sollte nur dieser ganze Aufwand? Nach außen wollte die Klerus-Kirche agil und etwas schuldbewusst auftreten! Das ist alles.
Und das für mich erstaunlich: Dieser „Gipfel“, manche sprachen gar von „Synode“, wird nun im Titel der Papst-Predigt zum allgemeinen „Kinderschutz-Gipfel“ umbenannt wurde: Diese allgemein kulturelle Öffnung des Themas erlaubt es dem Papst, möglichst wenig vom kirchlichen Missbrauch und den nötigen Veränderungen IN der Kirche zu sprechen.
Diese frommen Worte des Papstes Franziskus (manche nannten ihn ja einst progressiv) zeigen ihn befangen in der klerikalen Sonderwelt, dieser Papst, das zeigt sich immer mehr, ist den Konservativen verpflichtet. Er will, kann und darf aus der Welt der Privilegien der Kleriker nicht heraustreten. Man bedenke: Der Klerus glaubt bis heute allen ernstes „in der Person Christi des Hauptes der Kirche zu handeln“ (Katechismus, § 1549). Der katholische Priester ist förmlich der zweite Christus. Und in diesem all-verbindlichen Katechismus von 1993 ist sogar „der Bischof Abbild des Vaters (Gott-Vaters)“. Wer so in der Nähe Gottes lebt, kommt da nicht mehr raus. Maßlose Ansprüche, die keine Reform, sondern nur eine neue Reformation abwenden könnte.
Im ganzen gesehen haben sich angesichts dieser frommen – im letzten belanglosen Worte des Papstes die reaktionären Kräfte im Vatikan durchgesetzt, jene machtvollen Kleriker, die sich ständig gegen Aufklärung, Vernunft und tief greifende Reformen aussprechen.
Nach diesen frommen Worten des Papstes bleibt die katholische Kirche also in der Sackgasse.
Siehe LINK:

Cpyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

Sonder”gipfel” des Klerus über sexuellen Missbrauch durch den Klerus im Vatikan

Startdatum: 21. Februar 2019
Enddatum: 24. Februar 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Donnerstag, 21. Februar 2019 - um 0:00 Uhr am Sonntag, 24. Februar 2019
Ort: Vatikan
Kongress

Vom 21. bis 24. Februar 2019 werden vor allem Bischöfe aus aller Welt über den sexuellen Missbrauch durch Priester beraten. Der Papst will die Täter bestrafen. Jetzt hat er den emerit. Erzbischof von Washington McCarrick als Strafe in den Laienstand versetzt. Ist das wirklich eine Strafe? Ist es denn eine Strafe, gar eine Schande, Laie in der katholischen Kirche zu sein? Vielleicht! Aber viel härtere Strafen verfügt der Papst, wenn Kleriker das Kirchenrecht missachten, die Macht des Papstes ignorieren und etwa eigenmächtig Bischöfe weihen.
Darum merke: Vergehen gegen das Kirchenrecht und die Macht des Papstes werden schärfer vom Vatikan bestraft als Vergehen gegen die Menschlichkeit, wie etwa den sexuellen Missbrauch von Kindern.
Copyright: Christian Modehn
Zum Umfeld Sexualität und Vatikan: Kürzlich veröffentlichte einen Hinweis:Papst Franziskus schafft einen § 175 für den Klerus, LINK.
Zwei Beiträge, sozusagen als background, zeigen, dass der §175 für den Klerus immer noch besteht; mein Hinweis vom 23.1.2017 zeigt zudem, wie stark im Klerus immer schon Homosexuelle vertreten waren und sind. Das ist an sich normal und gut! Schlimm ist es, dass diese Herren im Klerus (aber auch die Nonnen) ihre eigene Homosexualität auch öffentlich verleugneten (man denke daran, dass Papst Paul VI. öffentlich zu der Aussage hinreißen ließ, er sei NICHT homosexuell), und vor allem: dass diese Priester als Homosexuelle NICHTS taten, um anderen Homosexuellen beizustehen und für eine rechtliche Gleichstellung der Homosexuellen zu sorgen! Diese vielen homosexuellen Priester waren also mindestens "Feiglinge", und sie schädigten sich (seelisch) selbst mit ihrem Doppelleben!
Der erste Beitrag: Klicken Sie hier. Der zweite Beitrag: Klicken Sie bitte hier.

Der russische Philosoph Nikolaj Berdjajew, gestorben am 23. März 1948

Datum: 23. März 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Samstag, 23. März 2019 - um 0:00 Uhr am Samstag, 23. März 2019
Gedenktag

Es ist sicher nicht unzutreffend: Gebildete West-Europäer wissen zu wenig über russische Philosophen, die sich nach dem Sieg der Bolschewisten in Russland ins westliche Exil begegen haben bzw. begeben mussten. Nikolaj Berdjajew verdient Aufmerksamkeit, weil er eben nicht wie viele russische Exilanten zu reraktionären Positionen neigte, also pauschal jeden Gedanken an die Notwendigkeit einer Revolution ablehnte. Am 23. März 1948 ist Berdjajew in Paris gestorben.

Thomas Bernhard als Kirchenkritiker: Anlässlich seines 30. Todestages am 12.2.2019

Datum: 12. Februar 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Dienstag, 12. Februar 2019 - um 0:00 Uhr am Dienstag, 12. Februar 2019
Gedenktag

Am 12.2.1989 ist der große Schriftsteller Thomas Bernhard in Gmunden, Österreich, gestorben, geboren wurde er am 9.2.1931. An ihn kann man in vielfacher Hinsicht erinnern. Auch die Auseinandersetzung mit der Religion, speziell mit der katholischen Kirche in Österreich, ist für ihn ein zentrales Thema. Und dies ist nicht Vergangenheit, wenn man an den sexuellen Mißbrauch von Kindern durch zahlreiche Priester denkt. Entsprechende Informationen "Bernhard und die Kirche" finden Sie hier.

Thomas Bernard scheibt in seinem Roman: „Auslöschung“:

Wir sind katholisch erzogen worden, hat geheißen, wir sind von Grund auf zerstört worden, Gambetti. Der Katholizismus ist der große Angsteinjager, der große Charaktervernichter des Kindes...Die katholische Kirche hat den zerstörten Menschen auf dem Gewissen, den chaotisierten, den letzten Endes durch und durch unglücklichen, das ist die Wahrheit...Die katholische Kirche duldet nur den katholischen Menschen, keinen anderen... Sie macht aus Menschen stumpfsinnige Kreaturen, die das selbständige Denken vergessen... Die Katholiken lassen die katholische Kirche für sich denken und dadurch auch für sich handeln, weil es ihnen bequemer ist, weil es ihnen anders nicht möglich ist“. (Auslöschung, Suhrkamp Verlag, 1. Aufl., 1986, S. 141 f.).

Das ist für Bernard der Skandal: Die Kirche macht aus Menschen nur noch „Gläubige“, ideologisch indoktrinierte Wesen, denen die Ganzheit des Lebendigen abhanden kommt. „Gläubige sind keine freien Geister“; für Bernhard besteht das Ziel des Lebens, wenn man das überhaupt bei ihm so sagen darf, „ein freier Geist“ zu werden.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

suhrkamp

Am 2. März vor 80 Jahren wurde Eugenio Pacelli zum Papst (Pius XII.) gewählt.

Datum: 2. März 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Samstag, 2. März 2019 - um 0:00 Uhr am Samstag, 2. März 2019
Gedenktag

Am 2. März 2019 sind es 80 Jahre her, dass Kardinal Eugenio Pacelli zum Papst gewählt wurde. Er nannte sich Pius XII. Es ist klar, dass anlässlich dieses halbwegs „runden Gedenktages“ wieder viele offiziell – katholische apologetische Statements vom Vatikan aus verbreitet werden, Statements und Bücher, die seit 1945 schon dem Motto folgen: „Pius XII. hat es doch so gut gemeint“. Und wieder ist zu erwarten, dass das Theaterstück „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth (1963) verantwortlich gemacht wird für diese in vatikanischer Sicht böse Einstellung einer kritischen Öffentlichkeit gegenüber einem Papst, der schon seit 1965 „selig gesprochen“ werden soll. Aber es klappt nicht so recht, diese heilig mäßige Vorbildlichkeit Pius XII. wirklich zu erweisen. Pius XII. wollte einzig und allein die Kirche retten. Der Faschismus war ihm ein kleineres Übel gegenüber dem Sozialismus und Kommunismus.