Erzbischof Oscar Romero vor 40 Jahren ermordet

24. März 2020

Gedenktag | Jahrestag

Auch in diesen Zeiten der Pandemie gilt, "anderes" zu denken und sich z.B. an Menschen zu erinnern, die vorbildlich ihr Leben für andere einsetzten: Etwa: Erzbischof Oscar Romero von San Salvador, Zentralamerika. Ein "heiliges Vorbild". Er wurde vor 40 Jahren, am 24, März 1980, während eines Gottesdienstes am Altar erschossen, von sich katholisch nennenden rechtsextremen Militärs, die mit der Regierung zusammenarbeiteten. Lesen Sie den Beitrag: Wer erschoss Erzbischof Romero?

Von der Frömmigkeit des Denkens: Eine Ra­dio­sen­dung auf NDR Kultur

15. März 2020

Time: 08.40 - 09.00

Ra­dio­sen­dung

Zum Miteinander von Religion und Philosophie: Eine Ra­dio­sen­dung von Christian Modehn am SONNTAG, den 15.März 2020, um 8.40 Uhr (bis 9.00) auf NDR Kultur

Philosophisches Denken ist in den Kirchen nicht gerade beliebt. Martin Luther nannte die Philosophie des "Teufels Hure". Nur als Dienerin der Theologie wurde Philosophie respektiert. Philosophen wurden verachtet, weil sie selbst den Sinn des Lebens suchten und eigenständig nach Gott fragten. Allmählich wird die Degradierung der Philosophie überwunden. Denn kritisches Denken und besinnliches Fragen ist viel mehr als ein Jonglieren mit abstrakten Begriffen. Es führt in die Tiefen des Daseins und weist Wege in die Transzendenz.

zum "Nachhören" der Sendung oder zum Lesen des Manuskripts: LINK

Hölderlins Geburtstag

20. März 2020

Gedenktag | Jahrestag

Eine der großen Anregungen des Dichters Friedrich Hölderlin (geb. am 20.3.1770, gest. 7.6.1843) ist die Verbindung von griechischer Mythen - und Götterwelt mit dem christlichen Glauben. Hölderlin erwartete auf diese Weise, dass der christliche Glaube freundlich, liebevoll, lebendig wird. Ich sehe in Hölderlin einen Vorläufer eines weiten bzw. erweiterten Glaubens, also einer Verbindung von Christlichem und "Nicht-Christlichem". Ob er dabei gescheitert ist, bleibt eine Frage. Aber heute suchen Menschen weltweit Verbindungen von Christentum und Buddhismus, von Christentum und Aymara-Kultur, von Christentum und afrikanischen Kulturen, von Christentum und moderner demokratischer Lebensform etc. Deswegen ist die Erinnerung an Hölderlin wichtig...link

FÄLLT AUS: Salon über Hegels Philosophie: Der „absolute Geist“. Provozierendes über den Menschen, die Geschichte und die Religion

27. März 2020

Location: Kunstgalerie Fantom, Hektorstr.9, Wilmersdorf

Salons

Leider, leider, muss ich mitteilen, dass der geplante Salon über HEGEL am Fr. 27.3. aus bekannten Gründen (Corona) ausfällt. Damit Sie/Ihr in der Zeit bis zum hoffentlich alsbaldigen realen Termin nicht ganz ohne HEGEL auskommen müsst, veröffentliche ich bald meine Hinweise, die ich am 27.3. 2020 eigentlich zum Gespräch mitteilen wollte. Christian Modehn

An Hegel denken heißt zunächst mit Hegel denken. Wir wollen in diesem Salonabend versuchen, von Hegels Ansatz her zu verstehen, was er vom Menschen und der Vernunft zu sagen hat sowie, damit zusammenhängend, auch zentrale Aussagen Hegels zur Philosophie der Geschichte und der (christlichen) Religion diskutieren. Es wird Hegels Anspruch geprüft, im ganzen eine "Philosophie der Freiheit" zu entwickeln.
Ist seine (Religions)-Philosophie wirklich so maßlos, wie oft behauptet wird? Was lehrt Hegel etwa über die christliche Mystik? Warum ist für ihn z.B. allen Ernstes der römische Katholizismus „aufgehoben“, auch im Sinne von „überholt“, also geistig „vorbei“?
Diese Veranstaltung kann für viele ein Impuls sein, sich darüber hinaus weiterhin kritisch mit Hegels Denken auseinanderzusetzen. Sozusagen als unser Geschenk zu Hegels 250. Geburtstag am 27. August 2020.
Ohne Hegels Philosophie ist die politische Entwicklung seit Marx, auch er in gewisser Hinsicht ein Hegelianer, kaum zu verstehen.
Herzliche Einladung, aber bitte anmelden: christian.modehn@berlin.de

Hegel – 250. Geburtstag

27. August 2020

Gedenktag | Jahrestag

Ich weise auf meine längeren, einführenden Beitrag zu Hegels Deutung des Menschen.

Am 27.August vor 250 Jahren wurde der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich HEGEL geboren. Ich behaupte: Ein Philosoph, den jeder/jede wenigstens "ansatzweise" kennen sollte. Kaum ein anderer Philosoph hat nicht nur das Denken, sondern die Weltgeschichte so sehr bestimmt: Man denke an die Wirkungsgeschichte durch Karl Marx. Aber auch durch die eigenen Werke, etwa die Phänomenologie des Geistes oder die Religions- und auch Geschichtsphilosophie. In den kommenden Wochen folgen weitere Beiträge. Zunächst eine kleine Rezension des umfangreichen Buches "Hegel - eine Biographie" von Klaus Vieweg. LINK
Auperdem auf meine Essay über Hegel und der Katholizismus: (LINK: https://religionsphilosophischer-salon.de/7474_der-katholizismus-ist-veraeusserlicht-aus-aktuellem-anlass-ein-hinweis-zur-religionskritik-georg-w-f-hegels_denken-und-glauben)

Sexueller Missbrauch im Berliner Canisius Kolleg wird vor 10 Jahren öffentlich zugegeben!

28. Januar 2020

Gedenktag | Jahrestag

Am 28. Januar 2010 veröffentlichte die "Berliner Morgenpost" einen Beitrag von besonderer Bedeutung: Der Rektor des Gymnasiums "Canisius Kollegs" in Berlin-Tiergarten, der Jesuitenpater Klaus Mertes, hat offen zugegeben: Es gab sexuellen Missbrauch durch Jesuitenpatres an dieser Schule. Diese Meldung hat sofort eine tiefe Erschütterung, eine Art Beben, in der Kirche verursacht. Bis heute wid darum gerungen, wie die Institution Kirche mit den vielen Opfern umgeht, wie Entschädigungen für das seelische wie körperliche Leiden möglich werden. Seitdem wird in der katholischen Kirche - aber auch in anderen Organisationen, auch in den Familien - sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erforscht, es gilt: Ab sofort Missbrauch zu verhindern.
Dieser 28. Januar 2010 ist also in gewisser Hinsicht ein Gedenktag! Seitdem ist das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche zutiefst erschüttert! Laut Forsa-Umfragen 2019 haben nur noch 14 Prozent der repräsentativ Befragten "Vertrauen in die Katholische Kirche in Deutschland". (Vertrauen in die evangelsiche Kirche haben hingegen 36 Prozent).
Einer, der als Betroffener trotz aller Verletzungen, aller Scham, endlich auf eine Freilegung der schlimmen Tatsachen drängte, der also auch Pater Mertes zu seinem vorbildlichen Handeln drängte, ist Matthias Katsch. Abiturient im Canisius-Kolleg 1981. Matthias Katsch ist heute ein international geachteter Sprecher der Betroffenen und auch deren "Organisation" in Deutschland, dem "Eckigen Tisch".
Matthias Katsch hat jetzt ein wichtiges, sehr lesenwertes Buch veröffentlicht: "Damit es aufhört. Vom befreienden Kampf der Opfer sexueller Gewalt in der Kirche" (Nicolai Verlag Berlin, 2020, 18 EURO). Lesen Sie diese Buchbesprechung. LINK

Das Ende von Auschwitz vor 75 Jahren: Erinnerung an das Grauen. Und Mobilisierung heute für Demokratie und Rechtsstaat.

27. Januar 2020

Gedenktag | Jahrestag

Wie oft haben Deutsche in Ost und West aufgrund offizieller Aufforderung der Befreiung von Auschwitz gedacht? Durch die russische Armee, übrigens. Wie stark sind die Wirkungen dieses jahrzehntelangen Gedenkens, der Erinnerung, der offiziellen Reden? Man könnte verzweifeln, wenn man den heutigen Faschismus und Antisemitismus in Deutschland denkt. Haben diese Leute trotz aller Erinnerungen nichts gelernt, haben nicht in ihre Seele und ihre Vernunft aufgenommen, was das systematische Töten dieser Menschen, der anderen, der Juden, dort bedeutet?
Erst wenn man beginnt zu fragen, was denn eine wirksame, eine seelisch wirksame Erinnerung bedeutet, kommt Deutschland aus dem Neofaschismus wieder heraus. Dieser verdirbt die Kultur, die Demokratie, die Menschen. Vielleicht sollten Demokraten das Auschwitz-Gedenken täglich begehen und dabei immer sagen: Wer sich an Auschwitz erinnert, verteidigt die Demokratie heute. LINK

Erinnerung an Giambattista VICO, den Philosophen emotionalen Verstehens

23. Januar 2020

Gedenktag

Am 23. Januar 1744 ist der italienische Philosoph Giambattista Vico in Neapel gestorben. Er ist einer der großen Philosophen der Hermeneutik und ein Kritiker des Rationalismus von Descartes.Vico zeigt, dass wir Menschen und Kulturen auch aus der Vergangenheit verstehen können: Weil wir in einer umfassend geistvollen Menschheit leben, die niemanden als "barbarisch" und "unverständlich" ausschließt.

Der Salon ist ausgebucht: „Das kalte Herz“: Nicht nur ein Märchen. Ein philosophischer Salon über die „imperiale Lebensweise“!

14. Februar 2020

Time: 19:00 - 21:00

Location: Galerie Fantom, Hektorstr.9, Berlin Wilmersdorf

Salons

Der Salonabend am Freitag, 14.2.2020 ist ausgebucht. Die bisherigen Anmeldungen werden berücksichtigt. CM.

Das alte Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff ist alles andere als „veraltet“: Wir wollen es auf den "Zustand" der menschlichen Seele in der Gegenwart beziehen, also auf die Form unseres Lebens im offenbar kaum noch korrigierbaren und universal gewordenen Kapitalismus. Soziologen nennen dieses Leben „imperiale Lebensweise“. Wir werden diesen Begriff erläutern und fragen, wie sehr die Religionen, auch die Kirchen, Teil dieser imperialen Lebensweise sind. Natürlich geht es auch um kritische Selbsterkenntnis und um die gemeinsame Suche nach Auswegen. Das Imperium wird vorläufig niemand überwinden. Wir als einzelne können nur am Imperium etwas kratzen und wenigstens eines Tages, am Ende ?, sagen: „Wir wollten unserer moralischen Erkenntnis, also dem Gewissen, folgen und nicht den Sprüchen des Imperiums“.

Herzliche Einladung! Und die übliche, aber notwendige Bitte um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de

Wer teilnehmen will, sollte bitte das Märchen „Das kalte Herz“ (erneut) gelesen haben. Eine preiswerte Augabe des Textes hat der Holzinger Verlag veröffentlicht.
Interessant ist die Lektüre des Buches „Imperiale Lebensweise“ der Politologen Ulrich Brand und Markus Wissen, das Buch erschien 2017 im Oekom Verlag München.
Ebenso inspirierend das neue Buch der bekannten Historikerin Ute Frevert, „Kapitalismus, Märkte und Moral“, erschienen 2019 im Residenz-Verlag Salzburg.
„Gibt es einen moralischen Kapitalismus ?“ heißt eine Hauptfrage der Autorin. Eine Antwort am Ende des Buches bezieht sich auf das wieder lebendigere Protestieren gegen die Irrwege des Kapitalismus: „Solange diese moralische Kommunikation über den Kapitalismus nicht abebbt und von immer neuen Akteuren weiter getragen wird, ist Pessimismus nicht die einzige Option“ .
Eine nicht gerade rundum optimistische Einschätzung zur möglichen umfassenden Einschränkung des Kapitalismus...

CHRISTIAN MODEHN

Weihnachten entdecken mit Philosophen: Meister Eckart, Hegel, Sartre

Start date: 24. Dezember 2019

End date: 27. Dezember 2019

Location: der eigene Geist eines jeden

Feiertag

Weihnachten ist auch ein Thema für Philosophen. Denn Philosophieren bezieht sich auch auf religiöse Texte. Auch diese Texte sind ernstzunehmende und wichtige Zeugnisse des menschlichen Geistes bzw. Selbstverständnisses.
Wer also etwas innehalten und Weihnachten einmal anders sehen will als nur im Zusammenhang von Konsum und Lametta, der kann sich ja die sinnvolle Mühe machen und mit Philosophen Weihnachten entdecken oder vertiefen. Hier werden drei Beispiele genannt.

Ressentiments – eine Vortragsreihe in Karlshorst mit dem Philosophen Jürgen Große

29. Januar 2020

Time: 19:30 - 21:00

Location: Evangelische Kirche "Zur frohen Botschaft", Weseler Str. 6, Berlin-Karlshorst

Salons

Der Religionsphilosophische Salon Berlin weist gern und empfehlend auf eine Vortragsreihe zum Thema Ressentiments in Berlin - Karlshorst hin. In der dortigen evangelischen Kirchengemeinde hält am 29. Januar 2020 der Berliner Philosoph Dr. Jürgen Große einen Vortrag über Ressentiments, dies ist der erste von drei Vorträgen, der erste Beitrag ist auf Nietzsche bezogen. Die Einladung kommt von der Gemeinde mit Pfarrer Edgar Dusdal, der auch mehrfach an unseren philosophischen Gesprächen teilgenommen hat und den etliche Besucher unseres philosophischen Salons schätzen.
Vom S-Bahnhof Karlshorst ist es - zu Fuß - nicht weit zum Veranstaltungsort! P.S.: Auch Jürgen Große war schon einmal Referent in unserem religionsphilosophischen Salon.

Lesen Sie bitte den ausführlichen Hinweis zum Thema der Vortragsreihe:

Das Ressentiment – seine Stellung in Religion und Philosophie
Unter den sieben Todsünden gilt der Neid als die schlimmste. Nicht weit von ihm entfernt befindet sich in säkularer Form das Ressentiment. Ein Begriff, der im 16. Jahrhundert erstmals im Französischen nachweisbar ist und den wir als Lehnwort übernommen haben. "Ressentiment" meint den heimlichen Groll und die daraus erwachsene Rachsucht. Niemand lässt sich gern Ressentiments nachsagen. Der schlechte Ruf des Ressentiments wurde hauptsächlich durch Friedrich Nietzsches "Genealogie der Moral" (1887) verfestigt. Nietzsche versteht unter "Ressentiment" keine bloße Gefühlsaufwallung, sondern eine negative Lebensstimmung. Sie sei typisch für die Schwachen, welche die Übergriffe der Starken ohnmächtig erdulden müssten, ihre Ohnmacht aber zur moralischen Tugend umgewertet hätten. Eine "Lüge von Jahrtausenden", die Nietzsche zufolge in der christlichen Religion kulminiert! Einsprüche gegen diese Deutung des Ressentiments erhob Max Scheler, der "katholische Nietzsche", aber auch Ludwig Klages, ein neuheidnischer Denker. Allein schon um der Auseinandersetzung mit dem Gedankengut Nietzsches willen, lohnt es sich die Abende zu besuchen.
Ich lade Sie herzlich zu drei Vortragsabenden über das Thema Ressentiment bei Friedrich Nietzsche, Max Scheler und Ludwig Klages ein. Halten wird die Vorträge der Berliner Philosophiehistoriker und Autor Dr. Jürgen Große.
Im Anschluss an Vortrag und Gespräch haben Sie die Möglichkeit, bei einem Glas Wein und Gespräch im kleineren Kreis ihre restlichen Ressentiments hinunterzuspülen, damit Sie nach dem Nachhauseweg gut schlafen können.
Die Vorträge finden in Karlshorst im Vorraum der Kirche "Zur frohen Botschaft", Weseler Str. 6 statt, und zwar am 29. Januar, 19. Februar und 18. März, jeweils Mittwoch 19:30 Uhr.
Ich wünsche uns drei anregende Abende.
Edgard Dusdal, Pfarrer

Ob Edward Schillebeeckx noch lebt? Hinweise zum 10. Todestag des großen modernen Theologen!

23. Dezember 2019

Gedenktag

Der in Flandern geborene katholische Theologe EDWARD SCHILLEBEECKX aus dem Dominikanerorden verdient auch in philosophisch interessierten Kreisen Aufmerksamkeit, nicht nur wegen seiner Analysen der allgemein menschlichen "Kontrasterfahrungen". Er war eine Ausnahmegestalt, dies ist interessant für die Religionskritik: Schillebeeckx hatte den Mut, etliche reaktionäre Kirchenführer des Katholizismus als solche öffentlich heftig zu kritisieren. Und er war ein hoch gebildeter Theologe, der einen modernen Katholizismus gestalten wollte. Der Beitrag zeigt einige Aspeke seines Denkens und geht der Frage nach: Inwiefern ist Schillebeeckx als Theologe eigentlich gescheitert? Am 23. Dezember 2009, vor 10 Jahren, ist er in Nijmegen gestorben.

Theodor Fontane – seine (und unsere) Dorfkirchen: Alles andere als eine „provinzielle Frage“

30. Dezember 2019

Gedenktag

Vor 200 Jahren, am 30. Dezember 1819, wurde der Dichter, Journalist und Schriftsteller Theodor Fontane in Neuruppin geboren. Sein Name ist so noch einmal berühmt geworden, über Berlin und die Mark Brandeburg hinaus. Zurecht! Tausend Artikel und viele Bücher sind aus diesem Anlaß publiziert worden.
Ich will fragen: Wie aktuell ist eigentlich die zentrale Beschäftigung Fontanes mit den Dorfkirchen in der Mark Brandenburg. Dieses Thema ist alles andere als provinziell, schon gar nicht "angestaubt". Und mich bewegt die Frage: Wie haben diese vielfach schon aufwendig und schön restaurierten Dorf-Kirchen in der Mark eine Chance, Orte der Gemeinschaft, des religiösen Fragens und Suchens zu sein?