Ohne Müntzer gäbe es keinen Luther? Ein Hinweis auf den heute (fast) vergessenen Reformator Thomas Müntzer

Ohne Müntzer gäbe es keinen Luther?

Ein Hinweis auf den heute (fast) vergessenen Reformator

Thomas Müntzer (1489 bis 27.5.1525)

Von Christian Modehn am 14.8.2015

Bei aller aktuellen Gedenkfeier-Begeisterung im Blick auf das „große“ Jahr 2017, also auf den öffentlichen Start der Reformationsbewegung vor 500 Jahren durch Martin Luther, fehlt immer ein Name: Thomas Müntzer. Selbst an Jan Hus wird jetzt zu recht in dem Zusammenhang manchmal (!) erinnert und es wird gefordert, den Reformator aus Böhmen, bei lebendigem Leibe als angeblicher Ketzer verbrannt zu Konstanz 1415, doch bitte etwas ins Gedenken 2017 einzubeziehen. Aber einer fehlt immer: Thomas Müntzer. Er hat am Ende seines kurzen, bewegten Lebens in aller Deutlichkeit gesehen: Die Reformation wird einseitig, wenn man nur eine evangeliums-gemäße, also reformierte Kirche anpeilt, und nicht auch für Gerechtigkeit, für sozialen Ausgleich und möglichst auch Herrschaftsfreiheit in der Welt (!) eintritt.

Offensichtlich sind in der jetzigen Gesellschaft die Vorurteile gegen Müntzer (wieder) auch in den Kirchen so dominant, dass zu einem unbefangenen und selbstverständlich auch kritischen Müntzer-Reformationsgedenken kein Wille zu spüren ist. Die Vereinnahmung Müntzers durch die DDR hat dem radikalen, auch die soziale Gerechtigkeit mit-bedenkenden und für die Armen kämpfenden Reformators („Beteiligung am Bauernkrieg“) sicher nicht gut getan, auch wenn nur so etwa bestimmte großartige Kunstwerke, wie das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen (geschaffen durch Werner Tübke) zustande kamen. In den neuen Bundesländern gibt es immer noch Thomas Müntzer Straßen, in Bad Frankenhausen trägt eine Neubausiedlung seinen Namen, wie lange diese Namensgebungen bleiben, weiß wohl keiner genau… Zutreffend ist sicher die Meinung, Müntzer sei sozusagen der Repräsentant des „linken Flügels der Reformation“, unzutreffend ist die Propaganda Behauptung der DDR, er hätte sich als (früher) „Sozialist“ der ausgebeuteten (Bauern-) Klasse als „Führer“ zur Verfügung gestellt.

Es wäre also jetzt Zeit, mit Vorurteilen aufzuräumen und den originellen Müntzer – bei aller Kritik, die ja auch für Luther gilt – herauszustellen.

Eine evangelische oder gar ökumenische Kirche ist nach ihm nicht (mehr) benannt. Und das Wissen über die vielen Verdienste Müntzers, etwa für die deutsche Liturgie, die er als erster feierte, seine Übersetzungen von Liedern usw., ist praktisch kaum verbreitet.Dabei hat Müntzer in Allstedt 1523 die erste deutschsprachige Messe gefeiert, sie rituell gereinigt und zu einem Erlebnis der verständlichen (!) Gottesbegegnung gemacht.

An dieser Stelle wäre die Verbundenheit Müntzers mit mystischen Traditionen aufzuarbeiten. Sein Insistieren auf die Unmittelbarkeit Gottes in der Seele des glaubenden Menschen, diese Erfahrung aber verlangt nach gesellschaftlichem, politischen  Ausdruck.

Das alles wird nicht gesehen, weil im Reformationsgedenken Luther so sehr im Mittelpunkt steht. Dabei hat der Luther-Spezialist, Prof. Bernhard Lohse, in seinem kompakten Lutherbuch (1982, München, Beck-Verlag) kurz und bündig (Seite 67 bis 69) daran erinnert: „Ist Müntzer im entscheidenden auch nicht von Luther geprägt, so hat doch die Kritik an Luther stärker als andere Faktoren zur Profilierung von Müntzers eigener Theologie beigetragen. Auch das Umgekehrte gilt, dass nämlich Luther an Müntzer exemplarisch zu sehen meinte, wohin das „Schwärmertum“ (also die spirituelle Haltung Müntzers in der Bewertung Luthers, CM) zwangsläufig führt, nämlich zur Verfälschung des Evangeliums, zur Aufhebung der reformatorischen Unterscheidung von Gesetz und Evangelium, zu Aufruhr und Verleugnung des Auftrags der Obrigkeit und insofern zur Gefährdung jeglicher weltlicher Ordnung und damit auch des öffentlichen Friedens“… Damit beschreibt Lohse, wie durch Luther sozusagen eine biedere, jegliche Ordnung eher bejahende Theologie sich durchsetzte. Etwas später schreibt Lohse zusammenfassend: „Insofern hat Luthers Konflikt mit Müntzer zu einer Verfestigung und auch Verengung bei Luther geführt“ (S. 68). Das Recht auf Widerstand konnte es für Luther nur gegen den Papst geben, so Lohse auf Seite 197 und dann wörtlich: “Eine Revolution käme nach Luther nur dann in Frage, wenn ein Herrscher wahnsinnig ist. Die Pervertierung staatlicher Macht ist im ganzen außerhalb seines Gesichtskreises“ (S. 197). Eher als Entschuldigung für die brave und biedere und gehorsame Einschätzung des Politischen und deren fürstlichen Führer durch Luther wird immer wieder die großartige Gestalt Friedrichs des Weisen angeführt, dabei wird aber vergessen, dass diese eine mögliche Lichtgestalt keinen Anlass gibt, die Korrumpierung sonstiger vieler Fürsten usw. damals wie heute theologisch zu ignorieren. Es ist interessant, dass der ursprünglich katholische Lutherforscher und Lutherfreund Prof. Otto Hermann Pesch auch die offensichtliche „Staatsnähe“ Luthers durch die positive Erfahrung mit Friedrich dem Weisen begründet sieht. Pesch deutet denn auch die sozialpolitische Radikalität Müntzers in „den schlimmen Erfahrungen begründet“, die dieser mit der Obrigkeit machte, so Pesch in seinem Buch „Hinführung zu Luther“, Mainz 1982, Seite 238, dies ist übrigens die einzige ultrakurze Erwähnung Müntzers durch Pesch in seinem Buch von 358 Seiten!

Und wenn man schon im Bereich des Spekulativen gelandet ist: Wie wäre die Reformation verlaufen, hätte sich Luther wie sein Kollege Thomas Müntzer auch explizit der sozialen Frage auch praktisch geöffnet? Dass das Luthertum (im Unterschied manchmal zu den Calvinisten) eigentlich fast immer zu den staatstragenden und von Staaten (siehe die extremen Kirche-Staat-Beziehungen einst in Schweden, Dänemark usw.) getragenen Kirchen gehörte,  ist allseits bekannt. Der lutherische Bischof und Befreiungstheologe Dr. Ernesto Medardo Gómez Soto in El Salvador ist wohl eine absolute Ausnahme. Es ist wohl bezeichnend, dass Gómez ursprünglich katholisch war, ehe er in Mexiko zum lutherischen Theologen ausgebildet wurde und als Freund des 1980 von katholischen Militärs ermordeten Erzbischof Oscar Romero gilt.

Thomas Müntzer wird heute in der Forschung eindeutig als selbständiger Theologe (nicht etwa bloß als Radikalinski, als „Führer im Bauernkrieg“) wahrgenommen. Das Profil Müntzers ist komplex, nur wenige Hinweise für das weitere Studium: Er hält sich an eine wort-wörtliche Interpretation der Bibel, auch die Weisungen des Alten Testaments versteht er im Wortsinne, als unmittelbare Ansprache und Aufforderung. Dabei wäre zu untersuchen, wie dieses unmittelbare Sich-Verpflichtetfühlen durch einzelne Bibelsprüche auch bei anderen Reformatoren, etwa auch Luther, üblich und fraglos war. Ohne jetzt moderne Begrifflichkeit diesen doch oft noch mittelalterlich denkenden Theologen überzustülpen: Kann man doch deren Bibel-Betroffenheit und dann Bibelinterpretation fundamentalistisch nennen! Um bei Müntzer zu bleiben: Wer etwa seine Fürstenpredigt zu Allstedt liest, wird sich heute wundern, wie diese Predigt voller ständiger Bibelzitate sozusagen gespickt ist, besonders solcher, die auf das Ende der Welt hindeuten, die Opferbereitschaft, den Endkampf, die Berufung der Auserwählten usw. Davon ist ja in der Bibel, AT und NT, so furchtbar oft die Rede. Auch vom Endkampf der Erwählten gegen die „Übeltäter“. In der Bibellektüre fand Müntzer – leider – einen Aufruf zu tötender Gewalt. Und die Überzeugung, dass er der Gerechte und Erwählte ist, der töten darf. Solcher Glaube ist selbstverständlich widerwärtig. Auch die sich christlichen nennenden Fürsten und die Päpste als Landesherren haben oft eine solche gewalttätige Bibelinterpretation respektiert…und praktisch umgesetzt. Also: Nicht Müntzer allein ist der große „Übeltäter“. Die allgemeine biblische Begründung von Gewalt und Mord und Totschlag ist eines der dunkelsten Kapitel der Christentums-Geschichte; der späte Müntzer (im Bauernkrieg) ist nur ein (!) Beispiel für viele andere irregeleitete Bibelinterpreten. Eines ist uns heute klar: In der Bibel, AT wie NT, sind äußerste Verwirrung stiftende Texte enthalten, die niemals ohne einen umfangreichen kritischen Kommentar gelesen werden sollten, wenn sie denn heute überhaupt noch spirituell Beachtung finden sollen. Warum kann eine Kirche solche Texte nicht beiseite legen? Und sich wichtigeren Aufgaben der Lebensdeutung zuwenden? Darüber könnte man doch „2017“ debattieren.

Es wäre also eine wichtige Aufgabe im Reformationsgedenken, den Fundamentalismus und die entsprechende Bibelinterpretation bei Luther und Müntzer und den zeitgenössischen Katholiken usw. zu untersuchen. Damit nicht im populären Verständnis nicht allein bestimmte Leser des Koran als Fundamentalisten allein da stehen. Und die Frage wäre dann zu stellen: Wer hat eigentlich direkt oder indirekt für den Unfrieden gesorgt: Müntzer, am Ende seines kurzen Lebens aufseiten der Bauern? Oder sogar auch – indirekt – Luther in seinem Vertrauen, die „guten Fürsten“ werden schon politisch alles recht machen? Tatsächlich aber konnten sie als protestantische Fürsten Kriege und Gewalt auch nicht verhindern, um es einmal moderat auszusagen. Luthers später so genannte Zwei Reiche Lehre überlässt zu schnell das Weltliche den „Herren“ und deren machtpolitischen(Un)-Vernunft…Luther glaubt an eine Art unverändliche Ordnung der Welt mit einer ziemlich unbeschränkten fürstlichen Gewalt. An dieser Stelle könnte heute der Dialog mit Müntzer neu aufgenommen und auch zu einer Kritik Luthers führen.

Noch einmal: Problematisch bzw. unerträglich bleibt bei Müntzer am Ende seines Lebens die Überzeugung, sozusagen Handlanger Gottes zu sein und um des Evangeliums willen die leidende Menschheit von den gewalttätigen Fürsten eben gewalttätig zu befreien, siehe etwa die letzten Verse der Fürstenpredigt. Aber der zentrale Gedanke Müntzers, dass zur Reformation eben auch eine grundlegende Veränderung der sozialen Verhältnisse gehört, ist nach wie vor gültig … und längst nicht eingelöst.

In jedem Fall ist das Ausblenden der umfassenden Gerechtigkeit, der christlichen Brüderlichkeit im Politischen durch Luther und durch Lutheraner später ein enormes Manko der Religionsgeschichte. Menschenrechte haben sich außerhalb der Kirchen durchgesetzt. Innerhalb der römischen Kirche sind sie bis heute ohne Geltung.

Die Erinnerung an Müntzer heute macht aus ihm selbstverständlich keinen Heiligen! Aber er ist und bleibt einer der ersten, die den reformierten Glauben nur im Zusammenhang sozialer Gerechtigkeit denken und leben wollten. Er ist an der Starrheit Luthers, an dem völligen Mangel an kompetenten Bündnispartnern, an seiner eigenen Fixierung auf seine besondere Erwählung gescheitert. Aber Müntzer hat eine Verbindung von Glauben und Gerechtigkeit gesucht in einer Radikalität, wie niemand vor ihm.

Müntzers Thema, seine Sache, bleibt grundsätzlich aktuell. Sie muss nur aus der fundamentalistischen Bibellektüre befreit werden. Gerechtigkeit ist jedenfalls auch dann eine Grundlinie der christlichen Botschaft! Und das sollte heute in einer Welt zunehmender Ungerechtigkeit diskutiert werden! In Lateinamerika war man da einmal weiter, etwa, als die katholischen Bischöfe in der Bischofsversammlung von Medellin 1968 von der „strukturellen Ungerechtigkeit“ sprachen (später war die Rede auch von struktureller Sünde) und der selbstverständlichen Überwindung dieses himmelschreienden Skandals! Später wurde dieses Projekt durch Leute rund um das Opus Dei, wie Erzbischof Lopez Trujillo, Medellin, zurückgefahren und neutralisiert (als angeblich kommunistisch). Joseph Ratzinger bzw. Benedikt XVI. hat diesen Kurs fortgesetzt, so dass heute sozialkritisch und katholisch sich in Lateinamerika nicht mehr reimt. Dabei ist der Name Müntzers unter Lateinamerikas Befreiungstheologen nicht unbekannt. Ob ihn auch Camilo Torres kannte?

Ist die Erwartung illusorisch, dass im Rahmen der „Reformationsfeierlichkeiten“ 2017 auch wenigstens ein Tag Thomas Müntzers und seiner Nachfahren (in Lateinamerika) gedacht wird? Wann werden Katholische und Evangelische Akademien Müntzer Tagungen gestalten?

Es gibt in eine sehr anregende Thomas Müntzer Gesellschaft, klicken Sie hier.  Sie veröffentlicht interessante Publikationen!!

Kürzlich erschien noch einmal, überarbeitet,  das Müntzerbuch von Hans Jürgen Goertz, klicken Sie zu weiteren Informationen hier.

Copyright: Christian Modehn Religionsphilosophischer Salon

 

Einladung zum Denken: Ein Buch von Vittorio Hösle

Einladung zum Denken

Das Buch von Vittorio Hösle „Eine kurze Geschichte der deutschen Philosophie“

Eine Empfehlung von Christian Modehn

Ein Buch für freie Stunden und Tage, zum Beispiel im Urlaub, und nicht nur für philosophisch schon stark vor gebildete LeserInnen geeignet: Vittorio Hösle, weltweit geschätzter Philosoph, hat ein wichtiges Buch veröffentlicht: Er ist in Italien geboren, deswegen „Deutsch als Fremdsprache zuerst erlebt“ (S. 19), aber über den lutherischen Religionsunterricht mit Deutsch vertraut gemacht, lebt seit mehr als 10 Jahren in den USA. Er ist jetzt Professor an der University of Notre Dame. Nun präsentiert er die, neben der griechischen wichtige Tradition der Philosophie, eben die deutsche bzw. Deutsch sprechende Philosophie. Ein vielleicht gewagtes Unternehmen und ein gewagter Titel, beides wird aber von Hösle ausführlich und treffend erläutert.

Wer sich für zentrale Einsichten der Großen unter den deutschen Philosophen von Meister Eckart, 14. Jh. bis Hans Jonas 20. Jh. interessiert, wird hier nicht etwa schulbuchmäßig informiert und mit befremdlichen Fakten konfrontiert, sondern selbst zum Mitdenken eingeladen. Und das eigene Nachdenken wird inspiriert durch die Interpretationen und Kritiken, die Hösle jeweils vorschlägt. Er verschweigt nicht, dass er die Höhepunkte deutscher Philosophie bei Kant, Fichte, Schelling und Hegel findet, auch heute noch. Hösle bedauert, dass das Bemühen um eine aktuelle Weiterführung des Denkens dieser „Klassiker“ heute eher ausbleibt. Immer wieder wird der Leser mit der sehr berechtigten zentralen Einsicht des Autors konfrontiert, dass alles darauf ankommt, die apriorische GELTUNG eines Arguments zu erweisen. Auf diese Weise will er das Denken auf sicheren, unumstößlichen Boden stellen. Philosophie hat für ihn mit einigen Wahrheiten zu tun, bei aller Vielfalt der Perspektiven. Philosophie vermittelt also auch klare und umstößliche Erkenntnis, Kant ist dabei immer wieder Vorbild, siehe die Formen des Kategorischen Imperativs. Deutlich ist auch, dass Hösle starkes Interesse hat an einer vernünftig argumentierenden Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie. „Aber die philosophische Form von Religiosität, die Deutschland so stark etwa von den USA unterschied, ist verflogen…“(S. 311). Stimmt das so ohne weiteres ? Vielleicht ist eine neue liberale Theologie, die dicht an eine rationale Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie anschießt, ein möglicher Neubeginn, aber davon spricht Hösle leider nicht. Ansätze für eine zeitgemäße, aber doch der Tradition verbundene Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie bietet Hösle in unterschiedlichen Kapiteln, wenn er immer wieder daran erinnert, dass der „Gott in uns“ von Meister Eckart über Nicolaus von Cues bis hin zu Fichte und Hegel und Schelling, ja in anderer Weise auch bei Feuerbach, eine „andere“, nicht autoritäre und insofern auch nicht institutionell-kirchlich vermittelte Gotteserfahrung des einzelnen/des Individuums darstellt. Diese Linie des „Gott in uns“ in der Philosophie (und nicht etwa nur in der Mystik) ist ein zentrales Thema – auch für die Zukunft- des Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salons in Berlin. Hösle ist nicht nur der Philosoph, der Positionen anderer Denker kurz skizzieren kann und damit Interesse weckt, diese Autoren selbst zu lesen. Er hält mit seiner eigenen Meinung nicht zurück, etwa in einem durchaus polemisch zugespitzten Kapitel über bzw. gegen Nietzsche. Gerade in dem Beitrag wünscht sich der Leser Quellenangaben und Hinweise auf andere Nietzsche Interpretationen, Eugen Fink oder Günter Figal wären nur zwei Beispiele anderer Interpretationen. Auch Heidegger wird von Hösle kritisiert, weil die Ethik z. B. bei ihm völlig ausfällt, auch die Unklarheit der Sprache wird zurückgewiesen. ( 263). „Vermutlich hat es kaum einen bedeutenden Geist gegeben, der so wenig zur Selbstkritik fähig war wie Heidegger – er produzierte Bedeutendes und Wirres nebeneinander und war selbst nicht in der Lage, zwischen beidem zu unterscheiden“ (S. 269). Zur Bindung Heideggers an die NSDAP und die Naziideologie bemerkt Hösle: “Moralische Feigheit, ja Niedertracht und selbst partielle intellektuelle Verblendung sind mit großen Leistungen kompatibel“ (S. 260), dies schreibt Hösle vor der Veröffentlichung der „Schwarzen Hefte“ Heideggers.

Im ganzen ist Vittorio Hösle nicht sehr optimistisch zum Fortbestehen der Philosophie in Deutschland bzw. expliziter der deutschen Philosophie, er spricht gar von einem „Niedergang der deutsche Philosophie“ (S. 309). Er hält die Bedeutung von Habermas eher für sehr begrenzt, Peter Solterdijk erwähnt er mit keinem Wort, Gadamer schätzt er auch mit Vorbehalten, dessen Ablehnung transzendentaler Geltungsreflexionen kritisiert er (S. 285). Das heute neu auflebende „populäre“ Interesse an Philosophie (etwa auch bei philosophisch „Suchenden“, Fragenden, „Laien“ meinetwegen), findet bei Hösle keine wirkliche Beachtung. Seine Einschätzung wirkt sehr apodiktisch und wird auch nicht begründet, wenn er die Hoffnung der Aufklärung für überholt findet, „die Philosophen würden Licht und Einigkeit dort bringen, wo die Religionen Finsternis und Zwist hinterlassen hatten“ (S. 308). Welchen Ausweg aus dem Niedergang der Religionen (Gewalt, Dogmatismus, Fundamentalismus usw.) haben denn die Menschen, wenn nicht in kritischen philosophischen Überlegungen. Da hätte eine Erinnerung an die Griechen,Platon, die Stoa usw. gut getan, die ja Philosophieren als Lebensform betrachteten, siehe etwa die großartigen Bücher von Pierre Hadot. Philosophie ist doch niemals nur Wissenschaft, niemals nur Universitätssache von gut bezahlten Beamten. Philosophie ist nie Spielerei, nie akademischer Schlagabtausch usw. Philosophie ist immer, wie der Name sagt, eine Liebe zur (Lebens) Weisheit, also eine kritische Hilfe, die Welt, die Menschen (und darin mitgemeint auch Gott) zu verstehen, um als Mensch leben zu können! Diese Leidenschaft für eine „praktische“ (Lebens)-Philosophie vermisse ich in dem kompakten Werk Hösles. Das Buch aber ist, davon abgesehen, durchaus wichtig, inspirierend, neue Fragen weckend, es verdient die Mühe der Lektüre, um dann selbst wieder weiter zu forschen, zu denken. Etwas Besseres kann man von einem philosophischen Buch kaum sagen.

copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vittorio Hösle, Eine kurze Geschichte der deutschen Philosophie. C.H. Beck Verlag, München 2013, 320 Seiten.

Weiterdenken mit dem „Philosophie Magazin“.

Weiterdenken mit dem PHILOSOPHIE MAGAZIN

Ein Hinweis von Christian Modehn

Seit vier Jahren arbeiten auch JournalistInnen daran, Philosophie aus den kleinen Zirkeln der Universitäten zu befreien. Einige haben in Berlin, unterstützt von französischen philosophischen Journalisten, vor 4 Jahren das „PHILOSOPHIE Magazin“ gegründet. Es begleitet, inspiriert und provoziert eine bisher noch gar nicht umfassend wahrgenommene kulturelle Bewegung: Sie würde es verdienen, dass Kulturpolitiker sich auch mal darum kümmern. Zur förderungswürdigen Kultur gehören Menschen, die nichts anderes wollen, als sich in ruhigen Räumen mit guten Bibliotheken bei Tee oder Wein zu treffen – zum Nachdenken eben, zum Philosophieren, warum nicht auch mit einer guten philosophischen Zeitschrift. Nebenbei: Dass es  – wenigstens in Berlin – nicht ein „Haus der Philosophie“ gibt _ angesichts so vieler anderer Kultur-Literatur-Kunsthäuser, finde ich skandalös.

Das alle zwei Monate erscheinende „PHILOSOPHIE Magazin“ ist eine Denkhilfe für einzelne, vielleicht auch eine Orientierungshilfe (wir wollen uns ja hoffentlich denkend im Leben orientieren) sowie auch eine Inspiration für die lebendigen philosophischen Gesprächskreise. Philosophie lebt vom Philosophieren in der Gruppe.

Das neue Heft (August/September 2015) ist in Buchhandlungen, aber auch in größeren Zeitungsläden, etwa in Hauptbahnhöfen, erhältlich zum Preis von 6,90 EURO bei einem Umfang von 100 Seiten wahrlich sehr erschwinglich. Zumal, wenn man bedenkt, dass in dem Heft jede Seite lesenswert ist … und man am besten die Hefte sammelt, um später noch einmal nachzulesen…zum Weiterdenken.

Es ist keine Frage: Philosophieren wird auch im „Philosophie Magazin“ nicht immer als leichte Kost präsentiert. Vielleicht ist es auch Ausdruck einer allgemeinen philosophischen Entwöhnung –Philosophie ist ja leider kein relevantes Unterrichtsfach in den Schulen in Deutschland- dass wir etwa Technik und hoch komplizierte Gebrauchsanweisungen offenbar zugänglicher finden als grundsätzliche Reflexionen über Grundfragen des Daseins. Etwa die Frage: Was ist eigentlich ANERKENNUNG? Ein Thema, das viele Philosophen bewegt, nicht weil sie es zuerst für ein philosophisches Problem halten, sondern weil Anerkennung ein Thema mitten im Leben ist. Wenigstens vom Namen her bekannt ist die Anerkennungsproblematik, wie sie Hegel unter dem Stichwort „Herr und Knecht“ in seiner „Phänomenologie des Geistes“ entwickelt. Das neue Heft „Philosophie Magazin“ bietet in einer Beilage nicht nur den Text Hegels in der (sprachlich etwas antiquierten, aber sicher authentischen Fassung der Meiner Ausgabe von 2015), dazu auch ein einführendes Vorwort des Philosophen Martin Gessmann: „Womöglich hat das wahre Herr-und-Knecht-Kapitel in der Geschichte erst begonnen“, schreibt er mit Blick wohl nicht nur auf die ökonomische Ungleichheit/Ungerechigkeit innerhalb der Weltbevölkerung heute, sondern auch, wie denn die anderen bislang eher ignorierten Knechte, also die Automaten, Maschinen und Roboter als unsere „Assistenzsysteme“ eines Tages vielleicht die Rolle des bestimmenden „Herren“ übernehmen und möglicherweise die Menschen zu Knechten machen.

Der bekannte Frankfurter Philosoph Axel Honneth (er gilt als einer der brillanten Vertreter der „Frankfurter Schule“) bietet einen längeren Essay über „Hegel und die Anerkennung“, der Beitrag ist dem Thema gemäß höchst anspruchsvoll. Es ist wohl diese Melange aus sehr anspruchsvollen fachphilosophischen Beiträgen (wie diesem) und eher allgemein zugänglichen Texten und Interviews, die das Heft auszeichnet. Ob man die Herren Fachphilosophen bitten dürfte, immer die Nachvollziehbarkeit der „Bildungsbürger“ im Blick zu haben, wäre eine interessante journalistische Frage.

Weil Philosophieren eben vorwiegend auch Dialog ist oder sein sollte, sind die Interviews, die manchmal auch Dialoge sind, im Heft besonders interessant. Francois Jullien, Experte in Paris für (alte) chinesisches Denken in Beziehung zum europäischen Denken/zur Philosophie,  zeigt im Interview, wie westliche Menschen von ihrer (begrenzenden) Fixierung auf Ziele befreit werden könnten – wenn sie denn wie die (alten) Chinesen „nicht nach dem Glück streben, sondern nach dem Im-Fluss-Sein“. „Das Wesentliche ist die Bewegung“… Auch der von vielen geschätzte Bestsellerautor und Lebenskunst-Philosoph Wilhelm Schmid (Berlin) kommt ausführlich zu Wort, auch mit Antworten zu seinem eigenen biographisch-philosophischen Weg. Wilhelm Schmid ist ein Mittler und Vermittler philosophischer Traditionen, ein Übersetzer, der durchaus den Mut hat, Philosophieren als kritische Form der Lebensbegleitung und Lebenshilfe darzustellen. Der Erfolg seiner Bücher, vor allem zur Gelassenheit, zeigen, dass Philosophen sich ins Gespräch der Öffentlichkeit nachvollziehbar für die meisten einschalten können bei der Diskussion zentraler Lebensfragen. Wahrscheinlich hat in dem Falle die Philosophie sogar die „Seelsorge“ übernommen und tritt ein in die guten Traditionen, wie sie Pierre Hadot herausgearbeitet hat. Wilhelm Schmid ist ein freier Philosoph und Schriftsteller, er hat andere Verbindungen zur Alltagswelt als ein Professor für Philosophie an der Universität. Insofern erinnert er uns an den freien französischen Philosophen und Schriftsteller André Comte-Sponville. In Frankreich gibt es ohnehin die Tradition der „Populär-Philosophen“, man muss nicht gleich an Alain denken, aber selbst Albert Camus lebte und dachte bekanntlich außerhalb der Universitäten, und Emil Cioran arbeitete auch nicht an einer Universität usw.

In Deutschland werden wir es uns meines Erachtens abgewöhnen müssen, den Begriff und die Personen der Populärphilosophen gering zu schätzen. Waren die Stoiker und Epikuräer nicht etwa auch Populärphilosophen? Wahrscheinlich haben ja die Universitätsphilosophen ohnehin erst dann eine gewisse, über die engen Zirkel hinausgehende Wirkung, wenn sie selbst die Dimension des Populären pflegen und vor allem bitte endlich auch sprachlich darauf achten, auch schön zu schreiben, also lesbar für den gebildeten Bürger, ohne die fachspezifische Esoterik und Hermetik. Ich empfehle in dem Zusammenhang immer sehr gern die vorbildlichen Arbeiten von Prof. Martin Seel, Frankfurt am Main. Ein Beispiel: Sein Buch „111 Tugenden-111 Laster“ (Fischer Verlag)  sollte endlich als Taschenbuch zu einem erschwinglichen Preis erscheinen, damit es in Schulen, Volkshochschulen, Gesprächskreisen verbreitet und diskutiert wird.

Der Leser des neuesten Heftes des Philosophie Magazin wird sich besonders freuen, in einem Interview der Philosophin Chantal Mouffe zu begegnen, die als Denkerin des Politischen für eine neue Gestalt radikaler Politik eintritt. Der philosophische Einfluß etwa auf „Podemos“ in Spanien wird unterstrichen.

Insgesamt möchten wir die Reihe „Philosophie Magazin“ dringend empfehlen, vor allem., weil dieses Blatt das Potential hat, noch besser zu werden, noch deutlicher zu zeigen, wie Philosophieren immer und ständig stattfindet, auch in der Musik, der Literatur, dee Poesie, den Künsten, dem Alltag, den Religionen usw. usw. Und selbstredend eben in den immer neu zu entdeckenden Texten von PhilosophInnen.

Copyright: Christian Modehn Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

Wenn der Atheist den Christen liebt. Zu einer aktuellen Novelle von Honoré de Balzac

Wenn der Atheist den frommen Christen liebt:

Zu einer kleinen, aber großen Novelle von Honoré de Balzac

Von Christian Modehn

„La Messe de l athée“ („Die Messe des Atheisten“) ist eine der kürzesten Erzählungen von Honoré de Balzac. Aber der Text, leider eher selten noch beachtet, kann auch heute, 180 Jahre nach seiner Veröffentlichung (1836), viele übliche ideologisch-religiöse Grenzziehungen fragwürdig werden lassen. Es ist ein Text, der die LeserInnen berührt, bewegt… und verunsichert. Etwa hinsichtlich des wohl noch nicht ganz verschwundenen Vorurteils, dass Atheisten nicht in der Lage seien, religiöse Menschen, selbst solche, denen „man“ einen naiven (Köhler-)Glauben zugesteht, zu schätzen, zu achten, zu verehren, ja, auch dies: zu lieben. Natürlich ist ein literarischer Text als solcher ein Kunstwerk, das in sich selbst lebt. Aber Balzacs Romane und Erzählungen sind ja niemals „l art pour l art“, sind niemals schöngeistige Spielerei aus Freude am Nur-Ästhetischen. Von daher die Aktualität des Textes!

Ein Hinweis zum Inhalt: Doktor Desplein ist ein angesehener, berühmter Chirurg im Paris zu Beginn des 19. Jahrhunderts; er ist zudem bekannt für seine radikale atheistische Überzeugung. Eines Tages entdeckt sein junger Kollege, Horace Bianchon, dass Doktor Desplein die Kirche St. Sulpice (im 6. Pariser Arrondissement) morgens um 9, zur Zeit der Messe, von einem Seiteneingang aus betritt. Beobachtungen und Nachforschungen führen den neugierigen Bianchon, zur Gewissheit: Der berühmte atheistische Arzt nimmt regelmäßig, viermal im Jahr, an einer Messe teil; er kniet beim Beten, wie es sich gehört, er gibt Spenden in die Kollekte, er führt sich auf wie ein Frommer. Der Sakristan verrät dem jungen Arzt, dass der berühmte Desplein, „der unerschrockene Spötter“, schon seit 20 Jahren, immer im Rhythmus von drei Monaten, an der Messe teilnimmt. Von Bianchon angesprochen, erklärt der berühmte Atheist: Er selbst habe diese Messen als Totengedenken bestellt, also auch den Messe lesenden Priester bezahlt. Und das alles nur, um einen der wertvollsten Menschen zu ehren, die er je gekannt hab: Den frommen, ja naiv-frommen Wasserträger de Bourgeat. Er stammt vom Land, aus der Auvergne; die beiden haben sich in Paris kennen gelernt, als Desplein in höchster Not war: Als Student konnte er sich kaum noch ernähren, fürs Studium fehlte ihm das Geld. Da hat ihm der arme Fromme de Bourgeat geholfen, das Ersparte dem Studenten gegeben, in der Überzeugung, dass der junge Mann einmal ein berühmter Arzt werde. „Ohne ihn hätte mich das Elend getötet“, gesteht Desplein. Von seinem Gehalt kauft der Arzt dann später dem armen Wasserträger ein Pferd und eine Tonne fürs Wasser; bei schwerer Krankheit kann ihn der junge Arzt (de Desplein) noch retten, wenig später stirbt der Freund, der Wohltäter, der fromme Wasserträger. Um der verstorbenen guten Seele schnell den Zugang in den Himmel zu ermöglichen, bezahlt Desplein alle drei Monate die Toten-Gedenk-Messe. „Er war mein zweiter Vater“, berichtet Desplein dem jungen Arzt Bianchon, „de Bougeat starb in meinen Armen, er hat mir in einem Testament alles hinterlassen, was er besaß. Er liebte die Jungfrau Maria wie er wohl seine Frau geliebt hätte. Aber er fürchtete noch, nicht heilig genug gelebt zu haben. Nach seinem Tod merkte ich, dass er niemand hatte. Aber er hatte eine religiöse Überzeugung. Habe ich das Recht, darüber zu diskutieren?“ Aus tiefer Zuneigung und Dankbarkeit lässt der Atheist die Messe lesen. „Und ich sage in dem guten Glauben des Zweiflers: Mein Gott, wenn es eine Sphäre gibt, wo du nach dem Tod diejenigen bewahrst, die vollkommen gelebt haben, dann denke auch an den guten Bourgeat. Und wenn er noch leiden muss (gemeint ist wohl die Läuterungszeit im Jenseits, CM), dann übergib du mir dessen Leiden, damit er schnell eintreten kann in das, was man Paradies nennt“.

Die Geschichte von Balzac ist alles andere als eine kitschige Erbauungsstory für fromme Gemüter. Sie ist sachlich, kühl geschrieben. Sie kann als Plädoyer verstanden werden, dass sich Atheisten und fromme Christen so fern eigentlich nicht sind, wenn sie sich zuerst als Menschen und nicht zuerst als Mitglieder/Vertreter einer Religion oder Ideologie betrachten. Dann kann der extrem fromme Katholik einem jungen Atheisten helfen; und der Atheist kann an Gottesdiensten und Messfeiern teilnehmen, ja diese sogar bestellen und bezahlen, weil er, gemäß der Glaubenswelt seines Freundes, diesem noch post mortem Gutes tun will.

Diese Vorstellungen im engeren Sinne haben heute sicher keine große Relevanz mehr. Wichtig aber bleibt der Kern der Aussage von Balzac: Menschlichkeit ist wichtiger als Religiosität. Und aus der noch so schlichten Frömmigkeit kann viel Menschlichkeit erweckt werden. Und Atheisten haben keine Grund arrogant zu sein und sich als etwas Besseres zu fühlen.

Man übersetze diese Geschichte ins Heute: Ein katholischer Priester etwa finanziert einem atheistischen Studenten das Studium. Oder ein Atheist unterstützt das spirituelle Wohlergehen eines frommen Christen…Gibt es solche Beispiele, etwa in Deutschland?

„La Messe de l Athée“ ist kürzlich als kleiner separater Druck (zum Preis von 5,10 EURO) in den Editions Manucius, 40, Rue de Montmorency, 75003 Paris, erschienen (im Jahr 2013). Das Heft umfasst 75 Seiten, incl. einer Einleitung und eines Kommentars und Hinweise auf die wenigen Studien zum Text. Wir empfehlen diese preiswerte, gute Ausgabe auch für Schulen und Volkshochschule und kirchliche Akademien…

Wichtig dürfte besonders die Studie von John H. Mahazeri sein: „Un Atheismus particulier: Une lecture de La Messe de l Athée“. In: Essais sur la religiosité d Honoré de Balzac. New York 2008.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Probleme mit der Vernunft: Ein Sonderheft über den Koran des Philosophie-Magazin

Probleme mit der Vernunft:

Das Sonderheft „Der Koran“ des „Philosophie Magazin“.

Von Christian Modehn

Der Koran und die Philosophen/die Philosophien: Anders gesagt: Der Koran und die Bedeutung des kritischen, systematischen Denkens und des menschlichen Verstehens: Ein Thema, das immer schon Bedeutung hatte, umstritten war und jetzt neu entdeckt wird, etwa auch in Veranstaltungen des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“ kürzlich. Das „Philosophie Magazin“ (Berlin/Paris) hat nun ein stattliches, 100 Seiten umfassendes Sonderheft zum Koran publiziert mit ca. 40 verschiedenen Beiträgen. Auf diese „bunte Mischung“ können wir nur partiell, aber wohl Wesentliches treffend, hier eingehen. Catherine Newmark ist die verantwortliche Redakteurin dieser Sonderausgabe. Sie bietet zahlreiche Informationen zum Thema, darunter auch Zitate aus Interpretationen des Korans von prominenten deutschen Philosophen, wie Herder, Lessing, Hegel, Nietzsche… Unter den zahlreichen Interviews ist interessant der Beitrag von Angelika Neuwirth, Professorin für Arabistik an der FU Berlin. Sie deutet das heute weit verbreitete Lektüreverhalten gegenüber dem Koran als „Nachschlagewerk für (aktuelle) Probleme“ als „Missbrauch“. Angelika Neuwirth folgend ist der Koran vielmehr in erster Linie „ein Inventar von Texten, die man im Gottesdienst braucht“ (S. 15.) Die Professorin für Arabistik erinnert auch daran, dass für die Muslime „Gott der alleinige Autor (des Koran) ist“. Kurz darauf schreibt Angelika Neuwirth: “Obwohl man die transzendente Herkunft (des Korans) nicht wissenschaftlich beweisen kann, hat man (!, CM) den muslimischen Geltungsanspruch, den der Koran ja auch selbst transportiert, zu respektieren“. Warum „man“, also auch Literaturwissenschaftler oder Philosophen, diesen von den Vertretern der Religion erhobenen „transzendenten Geltungsanspruch“ respektieren müssen, wird hier leider nur behauptet, aber nicht begründet. Kann „man“ unter Zustimmung zu dieser religiösen Weisung überhaupt Wissenschaft betreiben? ..Deutlich in dieser Sache wird der emeritierte Islamwissenschaftler Stefan Wild (Bonn). Er antwortet auf die Frage nach einer historisch-kritischen Lektüre des Korans, so, wie sich auch seit ca. 150 Jahren die historisch-kritische Bibelforschung durchgesetzt hat: „Generell kann man sagen, dass eine solche Lektüre im traditionellen Islam sehr wenig ausgeprägt ist“ (S. 45). Das wissen wir allmählich. Irritierend ist hingegen die weitere Einschätzung Von Herrn Wild: „Die meisten heutigen islamischen Theologen sehen, was in Mitteleuropa mit den offiziellen Religionen des Katholizismus und Protestantismus passiert ist. Sie sehen, oder glauben zu sehen, dass bestimmte Tendenzen der Exegese – etwa die Entmythologisierung – im Grund den Status dieser Religionen unterminieren. Und sie sagen: Das wollen wir nicht“.

Ich finde es als bedauerlich, nein: mangelhaft, dass solche Aussagen eines Professors ohne Widerspruch stehen bleiben und so den Eindruck erwecken, diese Aussagen seien richtig. Entmythologisierung der Bibel hat tatsächlich wie eine Befreiung gewirkt, hat Raum geschaffen für ein Verstehen der Bibel, bei dem der Leser nicht mehr auf seinen Verstand verzichten muss. Hat man denn noch nie gehört, dass Entmythologisierung im Sinne Rudolf Bultmanns nicht Vernichtung des Mythos, sondern dessen VERSTEHEN bedeutet! Vernunft hat im Christentum den Glauben gereinigt von Wahnvorstellungen usw. Vernunft im Christentum ist ein Gewinn! Wann wird man sagen können: Die menschliche Vernunft hat den Islam gereinigt?

Auch mit dem Kölner Islamwissenschaftler Stefan Weidner wird ein Interview geboten. Er erinnert – wie der Literaturwissenschaftler Nivid Kermani „Gott ist schön“, München 1999 – an die Schönheit, Heiligkeit und Unveränderlichkeit des Wortlautes des arabisch geschriebenen Koran. Die Schönheit, so wird immer wieder behauptet, erschließe sich eben nur in der arabischen Sprache….Diese Glaubensüberzeugung führt aber zu Problemen der Koran Übersetzungen in andere Sprachen. Stefan Weidner plädiert für Übersetzungen, weil er den Koran als Buch der allgemeinen Dichtung und Poesie versteht, weil er also den Koran ins „Menschliche“ hineinzieht und gern diesen poetischen Text (aus dem 7./ 8. Jahrhundert) den LeserInnen auch in europäischen Sprachen etwa zugänglich machen will. Stefan Weidner arbeitet selbst an einer „ersten poetischen Übersetzung des Korans seit Friedirch Rückert“, schreibt die Zeitschrift Philosophie Magazin, S. 25).

Der Kauf des Heftes lohnt sich auch wegen des leider knappen Interviews mit Souleymane Bachir Diagne, Professor an der Columbia University of New York (S. 61 f.) Zum Vers der Sure 2: 256 „Kein Zwang ist in der Religion“, sagt er: „Erst wenn (im Islam, CM) alle Zwänge, von den offensichtlichen (körperlichen, gesetzlichen, staatlichen) bis hin zu den hinterlistigsten, dem Konformismus geschuldeten Zwänge aufgehoben sind, wird die Wahl des Gottes (also mein Glaube, CM) ein authentisches Einwilligen in Gott sein“ (S. 62). Souleymane Bachir Diagne (er wurde in Senegal geboren) folgt den Sufis, für die es keine einzelne, absolut wahre Religion gibt: „In der Dichtung der Sufis besagen zahlreiche Verse, dass es zwischen Tempel, Synagoge, Moschee, Kirche und selbst den Götzenbildern letzten Endes keinen Unterschied gibt….“

Sehr lesenswert ist auch das Interview mit dem Journalisten und Islamwissenschaftler Thorsten Schneiders, er äußert sich zum Islamismus, der für ihn „ein politisches, kein religiöses Phänomen“ ist (S. 88 ff).

Ein weiterer Hinweis: In unserer philosophischen Sicht ist es außerordentlich betrüblich, wenn ein islamkritischer muslimischer Denker unter Pseudonym (Ibn Warraq) schreibt: „Das liberale (kritische) arabische Denken ist fragmentiert ..und es werden dessen Argumente nur von einem Bruchteil der arabischen Bevölkerung vernommen“ (S. 93).

Er soll das Schlusswort haben: “Ich glaube wirklich, dass in der islamischen Welt eine Aufklärung (etwa Trennung von Religion und Staat) nur mit einer kritischen Prüfung des Korans zustande kommen kann…“ Ob sich daran auch die muslimischen Islamwissenschaftler an deutschen Universitäten, auf ihren neu eingerichteten wissenschaftlichen Lehrstühlen, halten, wäre eine eigene Überprüfung wert.

Copyright: Religionsphilosophischer Salon Berlin.

Jan Hus vor Jahren 600 auf dem Scheiterhaufen verbrannt: Erinnerungen an einen radikalen Reformator

Jan Hus vor 600 Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt: Erinnerungen an einen radikalen Reformator

Ein Hinweis von Christan Modehn

Jan Hus, der tschechische Reformator, wurde am 6. Juli 1415, vor 600 Jahren,  während des Konzils von Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sein Verbrechen: Er forderte eine grundlegende Reform der katholischen Kirche.

ARTE sendet am Mittwoch, den 1. Juli, einen wichtigen Film des tschechischen Fernsehen über Jan Hus, als Zweiteiler: Der erste Film beginnt um 20.15, der zweite um 22.15 Uhr.

Wir haben schon vor einigen Monaten auf das empfehlenswerte neue Buch des tschechischen Historikers Pavel Soukoup „Jan Hus“, hingewiesen, erschienen ist es als Kohlhammer-Taschenbuch 2015.

Einen grundlegenden Eindruck vom Anliegen des Reformator HUS vermittelt Pavel Soukup in einem Interview für den NDR (Info-Programm, Reihe Blickpunkt Diesseits).

Jan Hus – Die Urkirche als Vorbild: Der Reformator aus Prag

Eine Ra­dio­sen­dung von Christian Modehn

Vor 600 Jahren fand in Konstanz, auf deutschem Boden, ein Konzil statt. Die Zusammenkunft am Bodensee sollte nicht nur die Krise des Papsttums beenden, tatsächlich gab es zu dem Zeitpunkt drei Päpste, die um Anerkennung kämpften. Vor allem aber sollte auch ein radikaler Kirchenreformer zur Raison gebracht werden, ein böhmischer Theologe, den viele für einen Vorläufer Martin Luthers halten. Jan Hus.

Der Historiker Pavel Soukoup betont: „Ganz allgemein gesagt, wollte Hus die Kirche so haben, wie sie zur Zeit der Apostel war, also die Urkirche. Was das praktisch bedeutete: Also der Lebenswandel der Kleriker sollte besser sein; sie sollten sich auf die Predigt konzentrieren, und arm leben.“

Pavel Soukoup von der „Prager Akademie der Wissenschaften“ befasst sich seit Jahren mit dem Reformator Jan Hus, weil er weiß: Die Vorschläge von Hus zur Kirchenreform sind bis heute von Bedeutung! Im Jahr 1400 wurde Hus, kaum dreißigjährig, zum Priester geweiht. Schon bald verehrten ihn die Gläubigen, war er doch der führende Intellektuelle und populäre Prediger an der Prager „Bethlehems Kapelle“. Er wagte es nicht nur, in tschechischer Sprache anstelle des üblichen Latein die Bibel auszulegen. Er forderte radikal eine bessere, eine reformierte Kirche. Pavel Soukoup: Wenn Hus die Kirche und die Priester beobachtete, verlor er allmählich sein Vertrauen in die Kirche als Institution. Und er wollte eine Kirche haben, die sich auf das Evangelium orientiert und die nicht so stark als Institution hervortritt und sich auch machtpolitisch durchsetzt.

Unter Kirche verstand Jan Hus vor allem als eine geistige Gemeinschaft, die ohne Macht und Herrschaft auskommt. Wie sein Zeitgenosse John Wyclif, ein englischer Reformator, wollte der Böhme Jan Hus einen einfachen, elementaren Glauben fördern, betont Pavel Soukoup: „Hus und die meisten Hussiten haben die kirchliche Tradition nicht als ganze verworfen. Von daher wollten sie diejenigen Teile der kirchlichen Tradition anerkennen, die nach ihrer Interpretation mit dem Gesetz Christi übereinstimmen. Wenn dann etwas im Gegensatz zu Christi Gebot steht, sei es ein päpstlicher Erlass, dann muss das verboten werden“.

Aber die Bischöfe hatten die Macht. Sie sprachen das Verbot aus und untersagten dem beliebten Theologen Jan Hus die pastorale Arbeit. Er aber ließ sich nicht einschüchtern; als Wanderprediger kämpfte er für die Kirchenreform. Seine Sache wollte er beim Konzil in Konstanz verteidigen, freies Geleit wurde ihm offiziell zugesichert. Aber schließlich wurde er genötigt, seine Reformvorschläge zu widerrufen. Hus ließ sich nicht beirren, er folgte seinem Gewissen, beharrte auf seiner Lehre. Am 6. Juli 1415 wurde er in Konstanz verbrannt. Seit der Zeit ist er eine Art Nationalheld des Tschechischen Volkes. Als 1919 die Republik ausgerufen wurde, gründeten römisch – katholische Theologen eine unabhängige tschechische Nationalkirche, eine Art katholische Reformkirche mit der Messe in der Landessprache, auch die Priesterehe wurde zugelassen. Diese Kirche führt bis heute Jan Hus in ihrem Namen, berichtet der Münchner Historiker Martin Zückert: „Hervorgegangen aus einer Reform orientierten Bewegung der katholischen Kirche, konnte die Tschechoslowakische Kirche bis kurz vor dem 2. Weltkrieg auf knapp eine Million Mitglieder kommen. Allerdings immer begrenzt auf die böhmischen Länder, also das heutige Tschechien. Heute zählt die Tschechoslowakisch Hussitische Kirche nur noch knapp 100.000 Mitglieder, spielt also keine Rolle mehr“.

Aber diese Kirche kann, wie die anderen protestantischen Kirchen Böhmens, die Erinnerung an die böhmische Reformation immerhin wach halten: Und dies ist um so dringender, angesichts des bevorstehenden Gedenkens an die Hinrichtung von Jan Hus vor 600 Jahren. Denn die Kommunisten haben das Bild des Kirchenreformators für ihre Zwecke missbraucht und damit den guten Ruf von Jan Hus beschädigt, betont der Historiker Pavel Soukoup:

„Dann wurden die Hussiten als Vorkämpfer der kommunistischen Revolution angesehen, in der allgemeinen Meinung kann man vielleicht eine Reaktion beobachten: Weil Hussitismus von den Kommunisten so positiv angesehen wurde, dann neigt man heutzutage dazu, ignorieren oder sogar negativ anzusehen“.

Copyright: Christian Modehn

 

 

 

Fromm und rechtsextrem in Deutschand: Eine Buchempfehlung

Fromm und rechtsextrem: Eine Herausforderung für Philosophie und Theologie

Eine Buchempfehlung von Christian Modehn

Wer an den Gott der Bibel glaubt, ist gleichsam immun gegen rassistische Hetze und menschenfeindliche Propaganda; denn Brüderlichkeit und Gleichheit aller Menschen gehören zum Kernbestand des Bekenntnisses. Diese Überzeugung wird immer wieder verbreitet, aber hatte auch früher schon, etwa in der Nazi-Zeit, keine umfassende Gültigkeit. Tatsache ist: Auch heute folgen selbst praktizierende Christen rechtsextremen Parolen. Darauf weisen jetzt 21 Soziologen, Politologen und Theologen hin. Sie legen unter dem Titel „Rechtsextremismus – eine Herausforderung für die Theologie“ ein Buch vor, das eindeutig zeigt: Rechtsextreme tummeln sich nicht nur am Rande der Gesellschaft in militanten Gruppen oder in rechtslastigen, populistischen Parteien. Die Feinde von Demokratie und Menschenrechten sind auch in der Mitte der Gesellschaft, auch in Kirchen und Gemeinden zu finden.

Das Wort rechtsextrem beschreibt keineswegs nur die mörderischen Aktivitäten der kleinen Clique der NSU-Verbrecher. Rechtsextremismus ist überall anzutreffen, wo man von Rassen spricht und eine Rasse für minderwertiger als die andere hält und dabei die prinzipielle Gleichwertigkeit aller Menschen bekämpft. Mit dieser Ideologie soll der demokratische Verfassungsstaat überwunden werden. Diese Propaganda wird auf europäischer Ebene in weiten Kreisen der Partei „Front National“ in Frankreich verbreitet oder in der Freiheitspartei „PVV“ in den Niederlanden. Beide Organisationen rühmen sich, dass praktizierende Katholiken zu den Stammwählern gehören: Bei den französischen Départementswahlen 2015 war etwa jeder fünfte Wähler des Front National ein engagierter Katholik. In Deutschland sind rechtsextreme Tendenzen unter frommen Christen eher in gut vernetzten kirchlichen Vereinigungen zu beobachten: Darauf weisen die 21 Autorinnen und Autoren der Studie zum Rechtsextremismus hin. Die Soziologin Elke Pieck zeigt, dass der evangelikale Dachverband „Deutsche Evangelische Allianz“ immer wieder in seinen Medien Berichte aus äußerst rechtslastigen Medien übernimmt, wie der Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Auch mit islamfeindlichen Weblogs arbeitet diese konservativen Christen zusammen. So behauptet die „Deutsche Evangelische Allianz“, Muslime bemühten sich, die staatlichen Organe in Deutschland zu unterwandern. Die Soziologin Elke Pieck kommentiert: Angesichts dieser irrationalen Thesen könnten „Christen ins rechte und rechtsextreme Lager rutschen, das dann als Fortsetzung der eigenen christlichen Bindung erscheint“. Die Deutsche Evangelische Allianz ist in mehr als 1000 Gruppen organisiert und mit 350 Organisationen verbunden.

Für den katholischen Bereich berichtet der Theologie Professor Rainer Bucher aus Graz, dass nicht nur im österreichischen Katholizismus rechtsextremes Denken, etwa in der Partei FPÖ, weit verbreitet ist. Es gebe in ganz Europa einen spezifisch rechten katholischen Sektor, der, so wörtlich, „mit politisch reaktionären bis autoritären Positionen flirtet“. Ausdrücklich wird auf den Dachverband konservativer Gläubiger hingewiesen, der als „Forum Deutscher Katholiken“ immer wieder internationale Konferenzen organisiert. Hauptfocus ist dabei der Kampf gegen die rechtliche Gleichstellung homosexueller Menschen. Eine der Chefideologinnen des konservativen Katholikenforum ist die Soziologin Gabriele Kuby: Sie nimmt an internationalen Konferenzen teil, wie kürzlich in Moskau, wo sich Rechstextreme aller Couleur treffen, um ihren Hass auf die Homoehe gemeinsam zu artikulieren. Weitere extrem rechtslastige Positionen formulieren Christen aller Konfessionen heute mit der Parole „Gegen die Islamisierung des Abendlandes“.

Die Soziologen Oliver Decker und Johannes Kiess betonen, wie der Hass auf „den“ Islam sich machtvoll als eine eigene Form des „Religionsersatzes“ artikuliert.

Die Kirchen, ihre Gemeinden und die Theologen, so das Resumée, müssen sich vermehrt politischer und religionswissenschaftlicher Aufklärung widmen. Sie sollten die Empathie, das Mitfühlen lehren, um den anderen, den fremden und vielleicht auch befremdlichen Menschen schätzen und lieben zu können. Der einstige DDR Bürgerrechtler und heutige Leipziger Pfarrer Stephan Bickhardt betont: „Ich habe Angst vor einem Rechtsruck der Bundesrepublik. Ein Erosionsprozess der Demokratie hat begonnen“.

Mit besonderer Empfehlung weisen wir auf den Beitrag von Yasemin Shooman (Berlin) hin über „Das Zusammenspiel von Kultur, Religion, Ethnizität und Geschlecht im antimuslimischen Rassismus“ (Seite 196-222) sowie auf den wichtigen Beitrag: „Homophobie und gruppenbezogener Menschenhass“ (S. 223-244), dort wird deutlich, wie fundemantalistische Kirchen (aus den USA) etwa die Menschen in Afrika aufhetzen, „missionierend“, gegen homosexuelle Menschen. Der Hass auf Homosexuelle in etlichen Staaten Ostafrikas ist auch ein Produkt europäisch-amerikanischen Missionierungs-Wahns.

Sonja Angelika Strube (Hg.), Rechtsextremismus als Herausforderung für die Theologie. Herder Verlag Freiburg, 2014, 317 Seiten, 24,99 Euro.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin