Widerspruch. Proteste zum Papstbesuch in Berlin

Widerspruch
Proteste zum Papstbesuch in Berlin: „Relativismus ist demokratisch“
Von Christian Modehn
Dieser Text geht auf eine Ra­dio­sen­dung in WDR 5 am 18.9.2011 zurück.

Berlin wird eine „atheistische Stadt“ genannt. Das ist übertrieben, immerhin sind noch 28 Prozent der Einwohner Mitglieder der großen christlichen Kirchen. Aber wer weiß schon so genau, ob die Konfessionslosen nicht doch auch ihren privaten „lieben Gott“ verehren. Eins ist aber sicher: Wenn der Papst am Donnerstag die Hauptstadt besucht, wird er nicht nur voller Jubel empfangen: Seit einigen Monaten macht das kirchenkritische „Bündnis Der Papst kommt“ in der Stadt von sich reden. Jörg Steinert vom „Lesben – und Schwulenverband Berlin“ gehört zu den Initiatoren des Bündnisses „Der Papst Kommt“.

„Das Bündnis ist ein Spiegelbild de Gesellschaft, über 60 Organisationen sind mittlerweile in unserem Bündnis vereint und die Vielfalt der Gesellschaft wird am Tag des Besuches des Papstes demonstrieren gehen, denn aus unserer Sicht ist die Sexual – und Geschlechterpolitik des Papstes menschenfeindlich, und dagegen demonstrieren wir“.

Das vom Veranstalter gewünschte „Brandenburger Tor“ kommt als zentraler Ort für die Kundgebung nicht in Frage , „aus Sicherheitsgründen“, wie es offiziell heißt. Nun beginnt die Demo am Potsdamer Platz und endet vor den Toren der Sankt Hedwigskathedrale am Bebelplatz. Jörg Steinert mit mindestens 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern:
„Wir werden eine lustige Veranstaltung sein, z.T. provokant sein.
Ganz sicher werden wir keine Gewalttaten und Straftaten zulassen. Wir haben im Bündnis explizit beschlossen, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Jeder der Straftaten begeht, fliegt runter von der Demonstration, der hat nichts mit uns zu tun“.
Auch wenn etliche Katholiken sowie die ökumenische Arbeitsgemeinschaft „Homosexuelle und Kirche“ ihre Teilnahme zugesagt haben: Die breite Unterstützung für die Proteste kommt aus der „konfessionslosen Mehrheit“ der Berliner Bevölkerung, betont Werner Schultz vom „Humanistischen Verband Deutschland“:
„Wir werden den Papst kritisieren, aber wir werden natürlich versuchen, nicht die Gläubigen zu beleidigen in ihrem Selbstverständnis. Es werden mehrere Reden stattfinden, auch zu Fragen der Trennung von Staat und Kirche, zu Menschenrechten. Es wird ein Brief an Frau Merkel verlesen werden, wo kritisiert wird, dass der Papst im Bundestag redet und dort in einer ungewöhnlichen Art privilegiert wird, die nicht nachvollziehbar ist“.
In zahlreichen Konferenzen im Vorfeld wurden theologische und politische Fragen debattiert. Auch ein Fachmann fürs Staats- kirchenrecht, der emeritierte Professor Horst Herrmann, war dabei; er hat sich in Berlin aus rechtlichen Bedenken gegen eine Rede des Papstes im Bundestag ausgesprochen:
„Ich meine, das ist ein Präzedenzfall, den man sich nicht hätte erlauben sollen. Wenn nächstens der Dalai Lama kommt, dann kann der auch im Bundestag reden usw. Beide, der Dalai Lama, eure „Heiligkeit“ betitelt und Ratzinger, ebenso eure Heiligkeit, sind zutiefst vordemokratische Monarchen. Und von denen müsste sich ein Bundestag nicht sagen lassen, was Recht und Moral ist“.
Denn der Papst wird in Berlin – so viel ist heute schon deutlich – wie überall die Ehe von Mann und Frau als einzige Lebensform verteidigen. Sein Kampf gilt dabei der von ihm so genannten „Diktatur des moralischen Relativismus“, betont der Publizist und Buchautor Alan Posener:
„Ich bin der Meinung, dass der Papst nicht einfach ein alter Mann mit gestrigen Ideen ist, sondern auch jemand, der eine geschlossene Weltanschauung hat. Er kritisiert unsere demokratische Gesellschaft als Diktatur des Relativismus. Und ich sage, diesen Relativismus wollen wir uns bewahren. Was wäre Gegenstück, das wäre die Diktatur der Wahrheit. Diese Diktatur lässt keine Opposition zu.
Der Papst repräsentiert eine Weltmacht. Wenn man nach Afrika schaut, etwa Angola, dort sind die meisten katholisch, und die richten sich meist nach den moralischen Geboten der Kirche, etwa im Verbot der Kondome. Deswegen darf man nicht sagen, was hat der Papst schon zu sagen. Man muss sehen, was er weltweit immer noch zu sagen hat.
Wenn er also unsere Gesellschaft als Diktatur des Relativismus kritisiert, dann kritisiert er unsere Gesetzgebung in Sachen Abtreibung, in Sachen Homo Ehe usw. Und wenn er solches und anderes sagt, dann darf im Bundestag kein Abgeordneter widersprechen, weil es sich um ein Staatsoberhaupt handelt, dem man nicht widersprechen darf. Das finde ich problematisch“. Dieser Einsicht schließt sich der Philosoph, Medienwissenschaftler und Autor Umberto Eco an. Er schreibt in der Berliner Zeitung vom 19.9.2011, Seite 10:
„Die Polemiken Benedikt XVI. gegen den so genannten Relativismus sind, wie ich finde, einfach nur sehr grob. Nicht mal ein Grundschullehrr würde es so formulieren wie er. Seine (d.h. Benedikts) philosophische Ausbildung ist sehr schwach. Man könnte also sagen, ich betrachte Papst Benedikt als guten Kollegen.Frage: Sie lachen. Aber Sie haben Benedikt scharf für seine These kritisiert, der Atheismus sei für einige der schlimmsten Verbrechen der Menschheit verantwortlich. Antwort von Eco: Das zielte genau auf den Kampf gegen den Relativismus ab. Geben Sie mir sechs Monate, dann organisiere ich Ihnen ein Seminar zum Thema Relativismus. Und Sie können sicher sein: Am Ende werde ich Ihnen mindestens 20 verschiedene philosophische Positionen vorlegen. Sie alle in einen Topf zu werfen, wie Papst Benedikt das macht, als gäbe es eine einheitliche Meinung dazu, das finde ich schlichtweg naiv“.
Zurück zur Auseinandersetzung mit dem Papst in Berlin:
Auch einzelne evangelische Gemeinden haben den Mut, sich kritisch mit dem Papstbesuch zu befassen. Zwei Veranstaltungen wirdmen sich z.B. über die Zukunft der Ökumene. In der evangelischen St. Thomas Gemeinde in Kreuzberg werden am Vorabend des Papstbesuches, also am Mittwoch, 21. September, zwei offen schwule Priester –aus Köln – eine katholische Messfeier zelebrieren. Der zuständige Superintendent Bertold Höcker vom Kirchenkreis Berlin Mitte unterstützt dieses Vorhaben:
„Welchen kirchenrechtlichen Status die Priester haben, das wissen wir auch nur in der Hinsicht, dass sie gültig geweihte Priester sind. Ob sie suspendiert sind, ob die Messe gütig aber nicht erlaubt ist, das müssen die Priester nun mit ihrer Kirche selbst klären und in welcher Lebensform sie leben, das sind für uns keine Fragen. Wir sind gefragt worden, ob wir Gastfreundschaft gewähren, und da wir eine gastfreundliche Kirche sind, tun wir das“.
Wird man auf die Gastfreundschaft wieder verzichten, wenn die katholische Kirchenführung darum bittet? „Wir haben eine Zusage gegeben. Und wenn ein Christ sein Wort gibt, gilt das“.

Die Piusbrüder sind politisch sehr rechtslastig. Erinnerung an Fakten

Die Piusbrüder sind politisch rechtslastig. Erinnerungen an Fakten.
Wieder muss der Religionsphilosophische Salon sich mit aktueller Religionskritik befassen, man hat manchmal den Eindruck, als lebten wir in einer Phase der Aufklärung rund um Voltaire, der das ancien régime überwinden wollte …
Wir möchten jene zur Vorsicht und intellektuellen Auseinandersetzung einladen, nicht länger die tatsächlich nachweisbare und indiskutable Rechtslastigkeit der Pius Brüder herunterzuspielen, wie das auch deutsche Bischöfe gern tun Sie wollen den Eindruck vermitteln, die Piusbrüder seien bloß einbesonders frommer Club. Die Tatsachen sind anders. Und insofern hat Volker Beck mit seiner Kritik auch recht.
Nur kurz diese Hinweise, die wir schon öfter publizierten und die sich auf Fakten allein beziehen:
Der Gründer der Piusbrüder, der Priester und spätere Erzbischof Marcel Lefèbvre, war schon in jungen Jahren mit der „action francaise“ verbunden, diese „intellektuelle“ Bewegung war bekanntermaßen antidemokratisch und antisemitisch. Das weiß jeder Historiiker.
Der Gründer der Piusbrüder, Marcel Lefèbvre, ist nach wie vor so etwas wie „das heilige Vorbild“ dieser Herren, er lobte bekanntlich mehrfach den Faschisten Franco und die faschistischen Diktatoren in Chile und Argentinien Ende der 1970 Jahre. Diese Diktatoren wurden zwar von Johannes Paul II. gern bei sogenannten „Pastoralreisen“ besucht, sie haben viele engagierte Katholiken erschossen und die Befreiungstheologie kaputt machen wollen.
Die französischen Piusbrüder in ihrem Zentrum St. Nicolas du Chardonnet in Paris 5. Arrondissement, haben mehrfach Messen für die äußerst rechtslastige Partei Front National Le Pens zelebriert. Das weiß jeder, der sich nicht nur im Osservatore Romano informiert. Diese Piusbrüder hatten diese Kirche übrigens der Gemeinde entrissen und halten sie bis heute besetzt. Es stände den deutschen Verteidigern der Piusbrüder gut an, sich endlich mal im Ursprungsland der Piusbrüder, das ist Frankreich, kundig zu machen und erhebliche Wissens – Lücken zu überwinden.
Nur so viel:
Kardinal Ratzinger, damals Chef der Glaubenskongregation, versöhnte sich z.B. mit dem Le Pen freundlichen (und Lefèbvre freundlichen) Kloster Le Barroux bei Avignon, dort gingen Le Pens Ideologen ein und aus. Ratzinger holte diese Herren wieder in die römische Kirche.
Einzige Bedingung für die sogen.“Versöhnungmit Rom“: den Papst anerkennen….
Diese und viele andere Fakten zur äußerst rechtslastigen Tradition der Piusbrüder und zur alten Liebe Joseph Ratzingers für diese sehr rechtslastigen Herren ist nachzulesen in dieser website unter dem Titel: Benedikt XVI. ist politisch rechtslastig.
copyright: Christian Modehn.

Mit Erzbischof Woelki ins Getto?

Mit Erzbischof Woelki ins Getto ?
Religionskritik, also kritisches Beobachten faktischer Religionen, ist immer ein Element der Philosophie.
Darum einige neue Hinweise, publiziert am 9.9.2011:

Es ist ein feines Zusammentreffen: Rainer Maria Woelki ist seit einigen Wochen offiziell Erzbischof von Berlin, da wird am 9.9. 2011 im Tagesspiegel publiziert, dass das Oberverwaltungsgericht Berlin – Brandenburg die Einrichtung einer nur für Jungen reservierten Schulen des Opus Dei in Potsdam definitiv gestattet hat. Bisher hatten Gerichte in Brandenburg diesen sonderbaren Schultyp zurückgewiesen. So hat der an einer Opus Dei Universität in Rom (Santa Croce) promovierte Berliner Erzbischof eine gute pädogogische Adresse in seiner Nachbarschaft. Damit wird der Anteil der Opus Dei Mitglieder und Opus Dei Freunde in Berlin und Potsdam noch einmal steigen, zur Freude des Erzbischofs. Aufgrund dieser Tatsachen wurden wir gebeten, weitere Korrespondenten Berichte über Rainer Maria Woelki – auch aufgrund der starken Nachfrage auf dieser website – neu und erweitert zugänglich zu machen. Wir weisen zudem auf den eigenen Beitrag „Ein Freund des Opus Dei zu Gast in Berlin“ auf dieser website hin.

Die theologische Doktorarbeit Rainer M. Woelkis hat zwei Professoren der Opus Dei Universität Santa Croce in Rom als „Betreuer“: Prof. Antonio Miralles, ein spanischer Opus Dei Priester, und Prof. Klaus Limburg, ein deutscher Opus Dei Priester; Miralles wird vom Fach her, auf diversen Websites, manchmal als systematischer Theologe vorgestellt, manchmal als Liturgiespezialist. Der Zweitgutachter Prof. Klaus Limburg ist Spezialist für Altes Testament. Die Doktorarbeit Woelkis über die „Pfarrei“ gehört zweifelsfrei in den Bereich praktischer Theologie oder der systematischen Theologie. Was hat da ein Alttestamentler als Zweitgutachter zu suchen? Einige wenige Seiten in der Doktorarbeit Woelkis sollen die Gemeinden im „alten Israel“ behandeln, ein ausreichender Grund, einen Alttestamentler hinzuziehen? Sicher nicht. Woelki brauchte den Deutschen Prof. Klaus Limburg, weil sein Erstgutachter, der Spanier Prof. Antonio Miralles, gar nicht oder ganz wenig Deutsch spricht. So wurde eine Doktorarbeit auf Deutsch bei einem nicht oder kaum deutsch sprechenden Professor eingereicht und angenommen. Ein bißchen ungewöhnlich, meine Beobachter. Dass Miralles wenig oder kein Deutsch spricht, bezeugen Aussagen des emeritierten Theologen Prof. Anton Ziegenaus aus Augsburg, der selbst in den neunziger Jahren an der Opus Dei Universität Santa Croce lehrte und dem Opus Dei nahesteht; in einem Telefongespräch am 25.7. 2011 wurde von Ziegenaus bestätigt, dass Prof. Miralles nicht oder ganz wenig deutsch spricht. Prof. Klaus Limburg, jetzt Aachen, bestätigt in einem Telefongespräch am 9.9.2011 ebenso, dass Miralles nicht oder wenig Deutsch spricht. Wer die Publikationen des Erstgutachters Prof. Miralles durchschaut, findet in den Literaturlisten, etwa zur „penitenzia“, Buße, keine deutschen Literaturhinweise, obwohl gerade die Bußgeschichte in der deutschsprachigen Theologie gründlichst erforscht wurde und sozusagen erwähnt werden muss, will man auf der Höhe der Forschung sein. Das heißt abermals: Prof. Miralles kann offenbar auch nur sehr begrenzt Deutsch lesen. Summa summarum: Die Doktorarbeit Woelkis über die Pfarrei wurde letztlich von einem Alttestamentler, also einem Fachfremden Theologen, „betreut“. Es kam, so die Vermutung unserer Korrespondenten, offenbar nur darauf an, möglichst schnell und einfach einen Doktortitel zu haben.

Die folgenden Informationen gehen auf Anfang Juli 2011 zurück, wurden zu dem Zeitpunkt auch publiziert, sind immer noch bedenkenswert:
Am Dienstag, 5.7.2011, fand eine Art Fragestunde statt, zu der Bischof Rainer Maria Woelki, der neu ernannte Erzbischof von Berlin, eingeladen hatte. Nicht nur die eigentlich Betroffenen, zahlreiche Journalisten, waren dabei, sondern auch etliche Priester und Mitglieder der Gemeinden. So wurde kreuz und quer gefragt, nach der Bindung an Köln und der Einschätzung des Gesellenvaters Adolph Kolping…

Information am 7.7.2011: Der religionsphilosophische Salon erfährt, dass eine Zusammenfassung der Doktorarbeit Rainer M. Woelkis in der Kölner Dombibliothek plötzlich wieder aufgetaucht ist, sie ist dort lesbar, aber nicht zu entleihen. Es ist aber nicht die Doktorarbeit selbst, sondern eine art Kurzfassung.

Am 6. 7. wurde mitgeteilt:
– Uns irritiert zunächst: DER TAGESSPIEGEL meldet am 6. 7. die beiden Exemplare der Doktorarbeit Woelkis seien verschwunden, das Exemplar aus der römischen Uni und das Exemplar aus der Dom Bibliothek in Köln. Als Buch liegt die Doktorarbeit Woelkis nicht vor. Das Verschwinden der öffentlich einsehbaren Doktorarbeit ist sehr bedauerlich. Will man die Arbeiten entfernen, um etwas zu vertuschen? Woelki wurde bekanntermaßen im Jahr 2000 an der OPUS DEI Universität in Rom zum Dr. theol. promoviert. Dieses Detail wird in manchen kirchenoffiziellen biographischen Notizen bereits verschwiegen, wie : http://www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/weihbischoefe/woelki.html. Gelesen am 5. 7. 2011 um 21.00.

Es ist auch nach der Pressekonferenz völlig unklar:
– Warum hat der damals in Bonn wohnende Woelki eine theologische Promotion nicht an der katholisch – theologischen Fakultät in Bonn selbst angestrebt? Da hätte er sich die weiten Wege nach Rom sparen können, denn ein Doktorand muss sich doch wohl ab und zu mal an seiner Uni blicken lassen. Das gilt doch wohl auch für die Opus Dei Universität?

– Ist die Arbeit eines Leiters eines Priesterseminars so wenig auslastend, dass man nebenbei promovieren kann?
– Warum wollte Woelki an einer Opus Dei promovieren? Die Entscheidung für „Santa Croce“ ist doch kein Zufallsergebnis. Diese Uni rühmt sich auf Ihrer website heute, (siehe die Startseite der Opus Dei Uni: http://www.pusc.it/ gelesen am 5. 7. Um 21. 15 Uhr )
dass einer der „ihren“ Erzbischof von Berlin wurde. Woelki gehört in der Sicht der Uni einfach dazu, er ist sozusagen bis heute Teil der Opus Dei Uni. Kann man das angesichts dieser Meldung im ernst leugnen?
Man muss nicht Mitglied im Opus Dei sein, um in den Kategorien dieser Vereinigung zu denken. Es gibt ja auch die Vereinigung der „Priester vom Heiligen Kreuz“, die mit dem Opus eng verbunden ist, mit 4.000 Mitgliedern. Wer mag da wohl alles Mitglied sein?
Das Bekenntnis, nicht zum Opus Dei zu gehören, sagte gar nichts. Was sind die theologischen Opus Dei Kennzeichen: Absoluter Gehorsam gegenüber dem Papst, Treue zum Katechismus, Treue zur vorgegebenen Lehre, an der nichts „gerüttelt“ werden darf; „meine Hände sind gebunden“, dieses Wort fiel oft in der Pressekonferenz; also Eigeständnis, nicht eigenständig handeln zu können usw. usw.

– Warum also ausgerechnet eine Promotion bei der Opus Dei Universität Santa Croce? Ging es dort besonders schnell? War es dort aufgrund von Beziehungen besonders einfach?

Die Antwort könnte heißen: Weil dort sein Freund und Förderer Kardinal Meisner auch ein Freund des Hauses ist. 1997 z.B. hielt Meisner an dieser Opus Dei Universität einen Vortrag. Das ist keine Frage: Dort gehen nur Leute hin, die mindestens mit dem Opus Dei sympathisieren. Die anderen, denen grundlegende Reformen der römischen Kirche vorschweben, denen die „ecclesia semper reformanda“ heilig ist“, würden sich vielleicht dort eher nicht so wohl fühlen…

– Dass die Doktorarbeit Woelkis verschwunden ist, stimmt nachdenklich: Jetzt ist sie offenbar plötzlich wieder da. Trotzdem beibt die Frage: Wer ist der Doktorvater und der Zweitgutachter? Dr. theol. Woelki wird das sicher alsbald mitteilen. Nebenbei: In der Entstehungszeit der Doktorarbeit Woelkis war Dr. Georg Gänswein, heute Sekretär des Papstes, an dieser Opus Dei Universität in Rom Dozent!

Aber abgesehen von diesen kirchenpolitischen Fakten, die zeigen, wie schwer es ist, die Wahrheit zu finden, wenn man es mit der Macht einer Geheimorganisation, dem opus dei, zu tun hat. Da müssen alle Bekenntnisse Mitglied oder Nichtmitglied zu sein notwendigerweise im Nebulösen verbleiben. Die Frage ist: Will die Kircheführung vielleicht bewusst das Nebulöse, das Unklare, das Mysteriöse? Beispiele im Umgang mit der eigenen Vatikan – Bank usw. gibt es in Hülle und Fülle …
Woelki bemühte sich am 5. 7. 2011 als aufgeschlossener Seelsorger zu erscheinen; er konnte aber nicht verbergen: Er will „die“ Lehre der römischen Kirche durchsetzen und umsetzen. Das Wort Katechismus nannte er oft, dort steht die Glaubenssubstanz sozusagen fest verankert drin. Wie ein goldener Schatz muss er gehütet werden. Goldene Schätze ändert man ja bekanntlich nicht. Aber goldene Schätze sind immer etwas Totes.
So viel wurde klar: Ein Bischof „hat“ die Wahrheit, er muss sie nur durchsetzen. Miteinander und Dialog gibt es da nicht mehr. Der Bischof als ausführendes Organ der vatikanischen Bürokratie und Dogmatik, das ist der Gesamteindruck.
Diese Überzeugungen kann man als Katholik ja gerne glauben, man muss nur die Konsequenzen sehen: Dieses Verständnis des Bischofsamtes entspricht nicht mehr im entferntesten der heutigen theologischen Forschung. Dadurch stellt man sich ins theologische Abseits. Können es sich Bischöfe und Päpste leisten, die theologische Arbeit zu ignorieren? Die Antwort lautet: Faktisch wird das mit Macht durchgesetzt. So funktioniert Hierarchie.
Wer in einer Stadt wie Berlin „die“ Wahrheit einfach anwenden will, führt seine Kirche ins intellektuelle Getto. Da darf dann nur noch nachgebetet und gehorcht werden. Nur wenige, vielleicht die letzten verbliebenen Senioren, werden sich zu einer solchen Haltung noch aufraffen. So ist abzusehen: Die römische Kirche wird in absehbarer Zeit zur „Sekte“ (wir scheuen eher dieses Wort, hier aber ist es mal angebracht): Die kleine Schar kümmert sich dann nur noch um den eigenen rechten Glauben.
Alle freie Diskussionen unter gleichwertigen Partnern sind dann verschwunden, alle Kreativität, alles Experimentieren und Wagen, alle ökumenische Zusammenarbeit etwa in Form von gemeinsamem Abendmahl sind auf den Sankt Nimmerleins Tag verschoben. Muss man noch betonen: Nur wer sich wandelt und ändert und reformiert, ist lebendig?
Beginnt mit Bischof Woelki der Weg zur katholischen Sekte? Die „kleine Herde der Hundertfünfzigprozentigen“ haben sich ja viele Bischöfe immer gewünscht. Sie wissen natürlich auch, dass sie dann über unendlich weniger Finanzmittel verfügen…Nebenbei: Spirituell Interessierte verlieren dadurch bestimmte Treffpunkte des Austausches. Ein moderner, demokratischer Katholizismus, das haben wäre eine Kirche, die viele Berliner interessieren könnte. Aber: moderner Katholizismus – das ist nur noch ein Traum…

Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de

Ein Freund des Opus Dei zu Gast in Berlin

Ein Freund des Opus Dei zu Gast in Berlin
— dieser Beitrag gehört zu unserer Rubrik „Religionskritik“ —

Von unseren Mitarbeitern in Venezuela erreichen uns einige Informationen zu einem Bischof, der am Gottesdienst anlässlich der offiziellen Einführung des neuen Berliner Erzbischofs Rainer Maria Woelki (27. August) teilnahm. Er wird auf der offiziellen Teilnehmer Liste erwähnt. Auffällig ist die theologisch wie politisch extrem konservative Mentalität des Bischofs aus Venezuela.
Erzbischof Ovido Perez Morales (geb 1932) ist seit 7 Jahren emeritiert. Er war für das Erzbistum Maracaibo von 1992 bis 1999 verantwortlich, danach bis 2004 (Ruhestand) war er Bischof von Los Teques bei Caracas, immer mit dem Titel Erzbischof. Er hatte zahlreiche Leitungsfunktionen in der venezolanischen Kirche inne.
Über die Jahre in Maracaibo hat der Journalist Gaston Guisandes Lopez eine reich dokumentierte Studie verfasst mit dem Titel „El Arzobispo“. Der Autor ist Herausgeber der Zeitung „Que pasa“ in Maracaibo. In dem Buch wird die äußerst rigide „Herrschaft“ von Perez Morales in Maracaibo dokumentiert . Wir bieten ein Zitat aus einer Buchbesprechung auf Spanisch: „Sustentado sólidamente por documentos debidamente confirmados en su autenticidad e información cierta e irrebatible, Guisandes López recoge de manera pormenorizada hechos, situaciones y personajes que, como lo califica el autor, “fraguaron y protagonizaron el peor escándalo vivido por la Iglesia Católica venezolana” durante la gestión de monseñor Ovidio Pérez Morales como jefe de la Arquidiócesis de Maracaibo“.
Weiter wird berichtet, wie der Bischof auf eine Kirche traf, die zuvor durchaus harmonisch lebte, kulturell sehr lebendig durch den Priester Gustavo Ocando Yamarte, „er versuchte, mit Musik, Thetaer und Bildender Kunst das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen aus armen Verhältnissen zu verbessern“, so der Jesuit Jose del Rey Fajardo. Berichtet wird, wie der neue Bischof einige Verwandte auf hohe Posten setzte; wie es zur Spaltung im Klerus kam, wie der Rektor des Priesterseminars zurücktrat, wie die Kirche „in gute und böse“ geteilt wurde. Siehe auch: http://www.vive.gob.ve/imprimir.php?id_not=4684

Die Situation muss für alle Beteiligten so unerträglich gewesen sein, dass Bischof Perez Morales 1999 in ein anderes Bistum wechselte, wechseln musste. Ein nicht gerade häufiger Vorgang in der katholischen Hierarchie.

Interessant ist, dass der Gast aus Venezuela bei der Bischofsweihe von Herrn Woelki mehrfach dokumentierte Verbindungen zum Opus Dei in Venezuela hatte. Zum Beispiel: Im Jahr 2007 (also schon als emeritierter Bischof und damit ohne offizielle Repräsentationsverpflichtungen eines aktiven Bischofs, sondern offenbar aus purer Sympathie) nahm er einer Feier anlässlich des 25. Gründungstages der „Personalprälatur Opus Dei“ in Caracas teil, schon 1992 war er bei Opus Dei Feier zur Seligsprechung des Opus Dei Gründers J. Escrivá in Caracas dabei. Dass Erzbischof Perez Morales seit Jahren ein heftiger Gegner von Staatspräsident Chavez ist, wundert nicht.
Beobachter meinen, Bischof Perez Morales sei sozusagen der halboffizielle Opus Dei Vertreter bei der Amtseinführung Woelkis gewesen.

Heiliger Stuhl, Vatikanstaat, Papst: Was Sie schon immer wissen wollten…

Was Sie schon immer vom “Heiligen Stuhl” wissen wollten…
Eine Neufassung des Beitrags vom 21. Juli 2011.
Immer wieder erreichen uns Fragen, auch anlässlich des Papstbesuches in Deutschland, die wir gern weitergeben …mit einer knappen Antwort vor allem aus Originaldokumenten. Wir verstehen unsere Hinweise lediglich als Beitrag zu einer Philosophie der Aufklärung.

– Ist der Papst Staatschef des Vatikanstaates?
Antwort:
Eigentlich nicht. Denn der Papst repräsentiert als Person den Heiligen Stuhl. Der „Heilige Stuhl“, auch „apostolischer Stuhl“ genannt, bezeichnet den Sitz (Stuhl, „cathedra“, von daher „Kathedrale“) des römischen Bischofs.
Seit Papst Damasus I. (366- 384) verbreiten römische Bischöfe die Idee, nur (!) der Bischof von Rom habe den Anspruch, sich „Heiliger Stuhl“ zu nennen. Unter Papst Siricius (384) setzt sich der Titel „Papa“ (Papst) als Monopol – Begriff für den römischen Bischof durch. Unter Papst Leo I. ( 440-461) wird der Titel „vicarius Christi“, also „Erbe aller Vollmachten Christi“, auf das Papstamt bezogen, Unter Leo I. wird das Papstamt gleichwertig neben das römische Kaisertum gestellt.
Die politischen Machtansprüche des Heiligen Stuhls wachsen: Im 8. Jahrhundert wird das zweifelsfrei gefälschte Dokument verbreitet, die sogen. „Konstantinische Schenkung“, wonach Kaiser Konstantin dem Papst Silvester I. ( 314 – 335) als dem Heiligen Stuhl den absoluten Anspruch auf weltliche Macht“ übergeben hätte, (so der katholische Theologie Professor Josef Imbach in seinem empfehlenswerten seinem Buch „Der Glaube an die Macht und die Macht des Glaubens, Düsseldorf 2005, Seite 107).
Wer an der Echtheit dieses „ominösen Schriebs zweifelte“, so Josef Imbach, wie ein gewisser Johannes Drändorf in Heidelberg, der wurde 1425 noch, als Ketzter (!) verbrannt. Heute sprechen Historiker nur von der „Konstantinischen Fälschung“.
Die Macht des Heiligen Stuhls beruht also auf höchst zweifelhaften Dokumenten und man distranziert sich zumindest nicht offiziell bis heute nicht von diesen merkwürdigen Traditionen.
Denn weiter ging der Ausbau der politischen Macht des „Heiligen Stuhls“, also des Papstamtes, in der sogen. Pippinischen Schenkung“ (754- 756), wonach der zuvor vom Papst zum König gekrönte Pippin dem Papst nicht nur Rom, sondern weite Teile Mittelitaliens – nach der Verdrängung der Langobarden) – „schenkt“. Somit ist der heilige Stuhl auch politischer Herrscher (Vatikanstaat).

In dieser Doppelfunktion handelt der Papst bis heute. Am wichtigsten ist ihm, als Inhaber des Heiligen Stuhls“ zu gelten, als solcher IST der Papst „Völkerrechts – Subjekt“. Dies ist eine einmalige völkerrechtliche Erscheinung. Der Heilige Stuhl (der Papst) ist die höchste Institution der katholischen Kirche, er steht über allen Bischöfen und Konzilien. Man kann seine Macht absolut nennen, von niemandem kontrolliert.
Das Papsttum will aber seine Souveränität auch politisch international sichtbar und wirksam machen, eben durch einen Staat, dies ist heute der heute winzige Vatikanstaat, der mit den Lateranverträgen (mit Benito Mussolini) am 11. 2. 1929 geschaffen wurde.
Der Heilige Stuhl ist also mehr als der faktische Vatikanstaat, er geht nicht in diesem Staat auf. Entscheidend ist, dass der Heilige Stuhl auch heute mit aller Machtfülle ausgestattet sein will. Darum ist er Mitglied in zahlreichen Internationalen Organisationen.
Die Menschenrechtserklärung des Europarats hat er nicht unterzeichnet.

– Sind die „Nuntiaturen“ diplomatische Vertretungen des Vatikanstaates?
Antwort:
Trotz einer immer wiederkehrenden Behauptung auch in journalistischen Kreisen heißt die Antwort: Nein. Die päpstlichen Nuntien sind diplomatische Vertretungen des Heiligen Stuhls. D.h. Der Papst als die höchste Institution der katholischen Kirche meint Botschafter in möglichst allen Ländern, zur Zeit 174, zu brauchen, um das Wohl „der“ Kirche zu sichern, auf die Staaten und Gesellschaften einwirken zu können, möglichst auch durch Konkordate. Diese Nuntien üben auch Kontrollfunktion aus über die Kirche ihres jeweiligen Landes und melden „Missbräuche“ dem Papst und seiner Administration. Man könnte Nuntius also auch mit „Kontrolleur“ und „Geheimdienst“ übersetzen. Innerhalb des diplomatischen Corps hat der Nuntius immer eine Vorrangstellung.

– Welche Regierungsform besteht im Vatikanstaat?
Antwort:
Die klare Antwort gibt der Katechismus selbst:
„Die Regierungsform ist die absolute Monarchie. Staatsoberhaupt ist der Papst, der die absolute gesetzgebende, ausführende und richterliche Gewalt inne hat“.
Gewaltenteilung gibt es also nicht.
Quelle: http://www.vaticanstate.va/DE/Staat_und_Regierung/Geschichte/Die_Vatikanstadt_heute.htm

– Will der Papst auf die Politiker Einfluss nehmen?
Antwort:
Wieder gibt der Katechismus eine klare Antwort: „Einzig die göttlich geoffenbarte Religion (also das Christentum und dort die katholische Kirche unter päpstlicher Leitung, CM) hat in Gott, dem Schöpfer und Erlöser, klar den Ursprung und das Ziel des Menschen erkannt. Die Kirche lädt die politischen Verantwortungsträger ein, sich in ihren Urteilen und Entscheidungen nach dieser geoffenbarten Wahrheit über Gott und den Menschen zu richten“. Quelle: Katechismus der Katholischen Kirche, 1993, Nr. 2244.
Man lese parallel das mittelalterliche „dictatus Papae“ von Papst Gregor VII. (1073 – 1085), dort steht der ähnlich klingende Satz: „Der Papst darf von niemandem gerichtet werden“. (Nr 19 des Dictatus).

– Spielt diese Lehre von der politischen Führung des Heiligen Stuhls heute noch eine Rolle?
Antwort:
Selbstverständlich, nur ein Beispiel für viele andere: .
Man lese eine Stellungnahme von Erzbischof Rino Fisichella, (am 30. Juni 2010 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Präsidenten des neu errichteten Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung). „Aufgrund seiner demokratischen Verfassung muss der Staat die Auseinandersetzung mit der Kirche nicht nur akzeptieren, sondern er muss etwaige Einmischungen der Kirche auch aufgreifen und erst in einem zweiten Moment zu temperieren wissen…. Die Kirche hingegen, die sich auf Prinzipien beruft, die einen höheren als den menschlichen Ursprung haben (sic), könnte niemals eine irgendwie geartete Einmischung des Staates in ihre Inhalte akzeptieren“.
Quelle. R. Fisichella, Identita dissolta, zit in C. Augias, Die Gehimnisse des Vatikan, 2011, S. 443.)

– Ist der Papst tatsächlich die letztlich alles entscheidende Person im Katholizismus?
Die Antwort bezieht sich auf eine wortwörtliche Interpretation des Neuen Testaments: „Der Herr (also Jesus Christus, CM) hat einzig (!) Simon, dem er den Namen Petrus gab, zum Felsen seiner Kirche gemacht“.
Quelle: Katechismus der katholischen Kirche: (Nr. 881) ….
„Der Römische Bischof (also der Papst, CM) hat kraft seines Amtes, nämlich des Stellvertreters Christi und des Hirten der ganzen Kirche, die volle, höchste und allgemeine Vollmacht über die Kirche, die er immer frei ausüben kann“ .
Quelle: Das Dokument Lumen Gentium vom 2. Vatikanischen Konzil, im Katechismus zitiert als unter Nr. 882).

– Sind die beiden „Rollen“ des Papstes als geistliches Oberhaupt UND als politisch agierender Chef des Heiligen Stuhl bzw. auch eines Staates klar getrennt?
Antwort:
Nein. „Wenn der Papst das Wort ergreift, ist es fast nie ganz eindeutig, ob er dies als Oberhaupt einer großen Religion oder als Oberhaupt eines souveränen Staates tut, als Monarch, der in seiner Person alle Gewalten,vereint“.
Quelle: C. Augias, Die Geheimnisse des Vatikan, München 2011, S. 8.

– Wie wird im Römischen / päpstlichen Katechismus der Begriff Demokratie behandelt?
Antwort:
Der Begriff Demokratie kommt im Römischen Katechismus nicht vor!
Lediglich Anklänge an das, was die moderne Demokratie meint, gibt es im § 1901. Dort heißt es: „Während die Autorität als solche auf eine von Gott vorgebildete Ordnung verweist (damit wird auf „die“ menschliche Natur verwiesen, CM), muss die Bestimmung der Regierungsform und die Auswahl der Regierenden dem freien Willen der Staatsbürger überlassen bleiben“.
Interessant ist, dass der Katechismus ausdrücklich dann auch „unterschiedliche Regierungsformen als sittlich zulässig beurteilt“, um welche dann offenbar nicht mehr demokratische Regierungsformen es sich im einzelnen handelt, wird nicht gesagt. Monarchien, Autokratien, Plutakratien, Anarchien?? Offenbar will man sich im Katechismus einen Weg freihalten, um Verständnis zu wecken, dass der Vatikan Staat eben eine „absolute Monarchie ohne Gewaltenteilung“ ist (siehe oben). Allerdings wird im Katechismus zugegeben, das Regierungen, deren Wesen den Grundrechten der Personen widersprechen, “nicht das Gemeinwohl verwirklichen können“ (also aus päpstlicher Sicht abzulehnen sind, CM). An welche Regierungen, etwa absolute Monarchien, dabei gedacht wird, bleibt im Text völlig unklar.

Auch in den Dokumenten des 2. Vatikanischen Konzils kommt – laut Register im “Kleinen Konzilskompendium”, Herder Verlag – der Begriff Demokratie nicht vor.

—Wir weisen auf einen Text hin, in dem sozusagen “typischerweise” deutlich wird, wie der Heilige Stuhl, also der Papst, schwere Menschen­rechts­ver­letz­ungen, etwa in Uganda, ignoriert bzw. aus diplomatisch – taktischen Gründen im Gespräch mit Diplomaten nicht erwähnt!
Pope Benedict commends Uganda
Sunday, 20th December, 2009

By Steven Candia, Quelle: http://www.newvision.co.ug/D/8/13/704876, gelesen am 10.8.2011

POPE Benedict XVI has commended Uganda for the freedom and respect extended to the Catholic Church, enabling it fulfill its goals.

Speaking at the Vatican at a function in which Ugandas Ambassador to the Holy See, Canon Francis Butagira, presented his credentials, the Pope said the cordial relations between the Holy See and Uganda had borne tangible fruits.

The climate of freedom and respect in your nation towards the Catholic Church has allowed her to be faithful to her proper mission.

The fruits of cooperation between the Church and the State, especially in areas related to development, education and healthcare, are widely recognised, the Pope said.

He added that such a solid foundation should promote personal integrity, justice and fairness in local communities and hope for the whole nation, an important factor in stability and growth.

The Pope, however, noted that despite the sound economic growth Uganda has enjoyed lately, there was still need to promote more productive forms of agriculture, the proper use of the countrys resources and the implementation of concrete policies of regional cooperation.

The Pope singled out Northern Uganda, which he said had been devastated by the LRA insurgency and hoped that lasting peace would soon return to the region.

The Pope assured Butagira of the Vaticans continued support.

Wikipedia schreibt:
For its part, the Holy See has maintained excellent relations with Uganda, with Pope Benedict XVI receiving the Ugandan ambassador in December 2009 and commending the climate of freedom and respect in the country towards the Catholic Church. During this meeting, there was no mention of the anti-homosexuality bill.
Quelle:

http://www.google.de/search?q=catholic+church+in+uganda+against+gays&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

copyright: christian modehn.

gelesen am 10.8. 2011
Tags: Benedikt XVI. Staatschef oder religiöser Führer, Corrado Augias, Demokratie und katholische Kirche, Heiliger Stuhl und Vatikan, Homosexualität und katholische Kirche, Nuntius, päpstlicher Nuntius, politische Macht der katholischen Kirche

Kommentar wurde abgehakt.

Die „ewige“ Mauer des Vatikan. Überlegungen anläßlich des 13. August

Die „ewige“ Mauer des Vatikan
Anlässlich des Gedenktages Berliner Mauer

Am 13. August wurde in Berlin der Menschen gedacht, die sich mit der Beraubung ihrer elementaren Freiheit durch die DDR nicht abfinden wollten und eine Flucht trotz Mauer versuchten … und dabei von DDR „Grenzern“ erschossen wurden oder ertranken.
Bei der Gelegenheit wurde eher beiläufig auch in einigen Medien daran erinnert, dass es auch heute, im August 2011, in einigen Ländern Mauern gibt, die freie Kommunikation und Reisefreiheit unmöglich machen. Erwähnt wurde die Mauer, die von den USA an der Grenze zu Mexiko errichtet wurde, aus Stahldrahtverhauen und einem elektronischen Überwachungssystem. Dadurch soll Menschen aus Lateinamerika die Einreise in die USA erschwert werden. Wir erinnern uns an eine Messfeier, bei der die eine Hälfte des Altares auf USA Terroitorium, die andere Hälfte auf mexikanischem Boden stand. Die Mauer war dazwischen. Die Gläubigen beteten auf beiden Seiten und brüllten sich sozusagen über die Mauer hinweg ihre gemeinsamen Gebete zu. Ein absurdes Bild, das die politische Bedeutungslosigkeit engagierter Christen in den so christlichen USA deutlich macht. Sie können eben keine Mauern verhindern oder wenigstens überspringen. Christlich ist in den USA bei der Mehrheit der evangelikal kämpferischen Christen vor allem der Kampf ums ungeborene Leben.
Mauern und Stacheldraht trennen Nord – und Südkorea. In dem völlig vergessenen Land Westsahara errichtete Marokko einen 2.500 Kilometer langen Sandwall mit Minenfeldern, um die Aktivitäten der Befreiungsbewegung zusammen mit Algerien einzuschränken. Auf den Golanhöhen gibt es einen Stacheldraht Zaun usw…In Rio de Janeiro trennen Mauern die Slums von der Welt der Reichen, in vielen südamerikanischen Städten haben sich die Reichen aus Angst in ihren Villen – Gettos eingemauert usw… Mauern allerorten, und es werden immer mehr.
Einem Freund verdanken wir den Hinweis, dass der älteste Mauer – Staat die Vatikanstadt ist. Die Päpste und ihre Mitarbeiter wohnen und arbeiten seit Jahrhunderten eingemauert. Auch heute wird der Papst beschützt von einer 3.420 Meter langen Festungsmauer, sie umgibt den ganzen Papststaat und wirkt wie eine Art Wall gegen die säkularisierte Welt. An einer Stelle ist die Vatikanmauer fast 20 Meter hoch, das sind etwa 6 Etagen eines Hochhauses, selbst Schießscharten sind noch zu erkennen.
Die erste Vatikan Mauer wurde von Papst Leo IV. (er regierte von 847 – 855) errichtet, die so genannte Leoninische Mauer. Der Vatikan ist also der älteste Mauer Staat der Welt. Erich Honnecker wurde ja noch die Ehre zuteil, am 24. April 1985 von Papst Johannes Paul II. empfangen worden zu sein, ob die beiden sich über Mauererfahrungen austauschten, ist allerdings nicht bekannt.
Zurück zur Mauergründungszeit: Trotz dieser Schutzmaßnahme schon zu Zeiten Leo IV. muss sich der „Feind“ von Innen eingeschlichen haben. Denn Leos Nachfolger soll, so berichten bereits im Mittelalter einige Legenden, eine Frau, die Päpstin Johanna, gewesen sein. Wie dem auch sei: In jedem Fall bildete sich schon sehr früh bei den Päpsten eine Mentalität heraus, die der große Historiker Jean Delumeau mit der cité assiégée, der belagerten Stadt, beschrieb. Die römische Kirchenführung fühlte sich von Feinden, politischen wie religiösen, umlagert, da konnten nur starke Mauern, reale und geistige, die Macht stützen. Später musste die reale Vatikan Mauer weiter befestigt, Teile wurden abgerissen, Antonio de Sangallo d.J. entwarf einen Festungsplan, der Journalist Alexander Smoltczyk nennt ihn in seinem Buch „Vatikanistan“ den „Albert Speer von Paul Paul III. (S. 18). Später gestaltete Michelangelo Buonarotti den Festungswall zu einer eher prachtvollen Mauer um. Der letzte Teil der Mauer wurde übrigens erst nach dem Konkordat Papsz Pius XI. mit Mussolini 1929 fertig gestellt.
Der Eintritt in die Mauerstadt ist nicht ganz leicht: Heute gibt es 16 Türen innerhalb der Mauer, die den Staat des Papst umschließen. „Es gibt vier, fünf Schlupflöcher, durch die auch der an sich Unbefugte diese civitas Dei betreten kann“, schreibt Alexander Smlotczyk (S. 22).
Der Vatikan: Ein Mauer – Staat, er prägt wohl auch das Denken der Menschen dort, selbst wenn sie heute ständig ins benachbarte Ausland, ins italienische Rom, sich zurückziehen können. Eine Mentalitätsstudie über den Zusammenhang von Vatikan – Mauern und Theologie muss erst noch geschrieben werden, Jean Delumeau bietet erste Ansätze etwa in seinem Buch „Angst im Abendland“. Mauern und Angst wäre für ihn sicher ein Kapitel einer Studie „Der Vatikan als päpstlicher Mauerstaat“.
Interessant finden wir die Hinweise des Theologen Fabian Conrad, Steyler Missionar in St. Wendel (Saarland) und Missionssekretär seines Ordens, er sagte am 9.8.2011 in einem Interview mit einem Pressedienst seines Ordens anlässlich des Gedenkens an den Berliner Mauerbau:
„Wenn ich beispielsweise unsere katholische Kirche sehe: Wir haben ja auch Mauern um uns rum aufgebaut. Wir wären sicherlich näher an den Menschen dran, wenn wir diese Mauern nicht hätten.
Frage: Welche wären das?
Zum Beispiel Richtlinien, die im Kirchenrecht verankert sind, dass wir bestimmte Gruppen von Menschen von Sakramenten ausschließen. Beispielsweise diejenigen, die nach einer zivilen Scheidung wieder geheiratet haben. Das sind auch Mauern. Und genau da muss man sich den Psalmbeter wieder vor Augen führen, der sagt: „Mit meinem Gott spring ich über Mauern.“… Wir müssen uns als Kirchenvertreter hinterfragen. Die Dinge, die uns lieb geworden sind, halten vielleicht auch viele Menschen von uns ab. Ich denke da an unsere Liturgien. Die sind für viele ältere Menschen etwas Gewohntes, ja sogar Liebgewordenes. Bei vielen jungen Menschen ist das sicherlich oft anders. Teilweise ist die Liturgie, wie wir sie heute feiern, vielen Menschen völlig unverständlich. Dadurch entsteht eine Barriere. Wir Steyler Missionare können andere Wege gehen. Natürlich immer in dem Rahmen, der uns vorgegeben ist, wo wir wieder bei den Mauern wären, aber da sollte man vielleicht etwas mehr Mut aufbringen, die eine oder andere Mauern zu den Menschen zu überspringen“.

Copyright: Christian Modehn

Bat Ye Or, Islamkritikerin und „Quelle“ Breiviks, sprach auf katholischem Kongreß

Bat Ye´0r, heftige Islamkritikerin und eine Quelle für das Pamphlet des Massenmörders Breivik, verteidigte ihre Thesen auf katholischem Kongress von „Kirche in Not“ 2010

Bat Ye Or, alias Gisèle Littman, ist heftige Kritikerin des Islam, 1955 in Ägypten geborene Jüdin, Autorin zahlreicher eher polemischer Bücher und Aufsätze über den Dschihad, zudem voller wohlwollenden Verständnisses für den holländischen Rechtspopulisten Geert Wilders. Ihr Denken ist eine der inspirierenden Quellen, auf die sich der norwegische Massenmörder Anders Breivik in seinem mehr als 1.500 Seiten umfassenden Pamphlet beruft.

Interessanterweise hielt Bat Ye Or im Jahr 2010 auf dem Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ (Augsburg), veranstaltet von dem römisch – katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (gegründet als „Ostpriesterhilfe“ von Pater Werenfried van Straaten, einem engen Freund Papst Johannes Paul II. ) einen Vortrag. Dort wurde sie von Volker Niggewöhner, Mitarbeiter von „Kirche in Not“, als bedeutende Analytikerin der Gesellschaft und Kultur vorgestellt, als eine Wissenschaftlerin, die sich um die Wurzeln Europas Sorge mache und die davor warne, dass Europa angesichts der „Islamisierung“, so wörtlich,“ geistigen Selbstmord begehe…“. Niggewöhners einführenden Worte waren eine Art Lobeshymne auf Bat Ye Or und auf die von ihr beschworene drohende Gefahr durch islamische Überfremdung in Europa. Diese ungeheuerlichen Aussagen kann man noch heute erleben (gehört am Donnerstag 4.8. 2011 um 11.15. http://www.youtube.com/watch?v=SBnvsLd9ngA).
Wir bieten nur einige zentrale Aussagen aus dem eher wirren Vortrag Bat Ye Ors in Augsburg vor dem Kongress „Kirche in Not“ ,2010; dieser Vortrag ist eine Art Melange aus historischen Erinnerungen, religiösen Analysen, leidenschaftlicher Verteidigung Israels und apokalyptischen Visionen:

– „Wir leben heute in einer Zeit des weltweiten Dschihad, das ist das religiöse Streben, die Dominanz des Islam auf die ganze Welt auszubreiten“.

– „Die gesamte Eurasia Politik konzentriert sich darauf, Europa mit der muslimisch – arabischen Welt zu vereinen.“

„Wir leben in einer Zeit des globalen Dschihad, woraus sich morgen ein nuklearer Dschihad entwickeln kann. Und wir wissen es nicht“.

Auch der Topos wird von Bat Ye Or formuliert:
– „Die europäischen Politiker haben Angst vor den Muslims, sie leugnen den Dschihad“….

– „Die Zukunft Europas liegt in ihren Händen.
Sie müssen agieren, um das zu retten, was das Christentum aufgebaut hat.
Wenn sie aber tatenlos bleiben, dann werden sie erfolglos sein.
Die Zeit ist schon mehr als reif“.

Bezeichnenderweise nennt Bat Ye or auch die von Breivik und anderen gern benutzte Idee, heute herrsche in Europa gegenüber „den“ Muslims die „appeasement“ Politik. C.M.

In einem Interview mit dem ZDF, gesendet am 3. 8. um 22.45 Uhr („Der eiskalte Mörder…“) , sagte Bat Ye Or exklusiv für das ZDF, sie möchte mit der Tat in Norwegen nicht in Verbindung gebracht werden. Ihrer Meinung nach sei Breivik ein Psychopath.
Wir wollen hier nicht die Debatte eröffnen, ob Autoren ihrerseits mit ihren Äußerungen auf Verbrecher und deren Pamphlete Einfluss haben können.
Wir finden es nur erstaunlich, um nicht zu sagen, eine Schande, dass ein großes internationales katholisches Hilfswerk, das seit 60 Jahren viele Millionen Spenden sammelt zugunsten der katholischen Kirche weltweit, dass solch ein Hilfswerk Autoren wie Frau Bat Ye Or einlädt und eine Dreiviertelstunde sprechen lässt. Wir haben auf der website von „Kirche in Not“ keine Form der kritischen Stellungnahme zu diesen Äußerungen gefunden, und auch keine Entschuldigung, eine Art „geistige Brandtsifterin“ eingeladen zu haben. Im September 2011 soll ein Buch mit den Vorträgen des Kongresses von 2010 erscheinen, man darf abwarten, in welcher Weise der Vortrag von Bat Ye Or abgedruckt wird und mit welchem Kommentar dazu. Wir vermuten, der Vortrag wird darin nicht mehr erscheinen, das schreiben wir am 4. August 2011.
Noch interessanter ist: Der so häufig geäußerte Wille der katholischen Kirche zum interreligiösen Dialog wird durch solche Einladungen eines hoch offiziellen katholischen Hilfswerks eher unglaubwürdig. Pauschalisierende polemische Äußerungen über „den militanten Islam“ sind unhaltbar und liefern verrückten Massenmördern wie Breivik ideologische Verstärkung für ihr „Kreuzrittertum“ .
copyright: religionsphilosophischer-salon berlin am 4. August 2011 um 13. 30

Literaturhinweise zu Büchern von Bat Ye Or:
Europe, Globalization, and the Coming of the Universal Caliphate, to be published September 16, 2011, Fairleigh Dickinson University Press, ISBN 1611474450
Eurabia: The Euro-Arab Axis, 2005, Fairleigh Dickinson University Press, ISBN 0-8386-4077-X
# Islam and Dhimmitude: Where Civilizations Collide, 2001, Fairleigh Dickinson University Press, ISBN 0-8386-3942-9; ISBN 0-8386-3943-7 (with David Littman, translated by Miriam Kochan)
The Decline of Eastern Christianity: From Jihad to Dhimmitude;seventh-twentieth century, 1996, Fairleigh Dickinson University Press, ISBN 0-8386-3678-0; ISBN 0-8386-3688-8 (paperback).

Kritische Stimmen:
– Craig R. Smith in a New York Times article referred to her as one of the „most extreme voices on the new Jewish right.“[36] -Johann Hari, a British journalist, argues that „There are intellectuals on the British right who are propagating a conspiracy theory about Muslims that teeters very close to being a 21st century Protocols of the Elders of Mecca“ and that Bat Ye’or is a „scholar“ who argues that Europe is on the brink of being transformed into a conquered continent called „Eurabia“.[37]

– Israeli peace activist Adam Keller—a founder of Gush Shalom— in a letter of protest sent on June 2, 2008 to the Israeli publisher of Eurabia: The Euro-Arab Axis, wrote:

In 1886 the French antisemite Edouard Drumont published ‚La France Juive‘ (Jewish France), creating the false nightmarish image of a France dominated by Jews, and sowing the poisonous seeds which came to fruit when Vichy French officials collaborated in the mass murder of French Jewry. […] ‚Bat Ye’or‘ follows in notorious footsteps indeed by creating the false nightmarish image of a Europe dominated by Arabs and Muslims.[38]

– According to David Aaronovitch:

[Eurabia] is a concept created by a writer called Bat Ye’or who, according to the publicity for her most recent book, „chronicles Arab determination to subdue Europe as a cultural appendage to the Muslim world — and Europe’s willingness to be so subjugated“. This, as students of conspiracy theories will recognise, is the addition of the Sad Dupes thesis to the Enemy Within idea.[39] Diese Zitate stammen aus der englischen Wikipedia Information zu Bat Ye Or. C.M.