Das Ende von Auschwitz vor 75 Jahren: Erinnerung an das Grauen. Und Mobilisierung heute für Demokratie und Rechtsstaat.

Datum: 27. Januar 2020
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Montag, 27. Januar 2020 - um 0:00 Uhr am Montag, 27. Januar 2020
Gedenktag | Jahrestag

Wie oft haben Deutsche in Ost und West aufgrund offizieller Aufforderung der Befreiung von Auschwitz gedacht? Durch die russische Armee, übrigens. Wie stark sind die Wirkungen dieses jahrzehntelangen Gedenkens, der Erinnerung, der offiziellen Reden? Man könnte verzweifeln, wenn man den heutigen Faschismus und Antisemitismus in Deutschland denkt. Haben diese Leute trotz aller Erinnerungen nichts gelernt, haben nicht in ihre Seele und ihre Vernunft aufgenommen, was das systematische Töten dieser Menschen, der anderen, der Juden, dort bedeutet?
Erst wenn man beginnt zu fragen, was denn eine wirksame, eine seelisch wirksame Erinnerung bedeutet, kommt Deutschland aus dem Neofaschismus wieder heraus. Dieser verdirbt die Kultur, die Demokratie, die Menschen. Vielleicht sollten Demokraten das Auschwitz-Gedenken täglich begehen und dabei immer sagen: Wer sich an Auschwitz erinnert, verteidigt die Demokratie heute. LINK

Erinnerung an Giambattista VICO, den Philosophen emotionalen Verstehens

Datum: 23. Januar 2020
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Donnerstag, 23. Januar 2020 - um 0:00 Uhr am Donnerstag, 23. Januar 2020
Gedenktag

Am 23. Januar 1744 ist der italienische Philosoph Giambattista Vico in Neapel gestorben. Er ist einer der großen Philosophen der Hermeneutik und ein Kritiker des Rationalismus von Descartes.Vico zeigt, dass wir Menschen und Kulturen auch aus der Vergangenheit verstehen können: Weil wir in einer umfassend geistvollen Menschheit leben, die niemanden als "barbarisch" und "unverständlich" ausschließt.

Der Salon ist ausgebucht: „Das kalte Herz“: Nicht nur ein Märchen. Ein philosophischer Salon über die „imperiale Lebensweise“!

Datum: 14. Februar 2020
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Freitag, 14. Februar 2020 - um 0:00 Uhr am Freitag, 14. Februar 2020
Ort: Galerie Fantom, Hektorstr.9, Berlin Wilmersdorf
Salons

Der Salonabend am Freitag, 14.2.2020 ist ausgebucht. Die bisherigen Anmeldungen werden berücksichtigt. CM.

Das alte Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff ist alles andere als „veraltet“: Wir wollen es auf den "Zustand" der menschlichen Seele in der Gegenwart beziehen, also auf die Form unseres Lebens im offenbar kaum noch korrigierbaren und universal gewordenen Kapitalismus. Soziologen nennen dieses Leben „imperiale Lebensweise“. Wir werden diesen Begriff erläutern und fragen, wie sehr die Religionen, auch die Kirchen, Teil dieser imperialen Lebensweise sind. Natürlich geht es auch um kritische Selbsterkenntnis und um die gemeinsame Suche nach Auswegen. Das Imperium wird vorläufig niemand überwinden. Wir als einzelne können nur am Imperium etwas kratzen und wenigstens eines Tages, am Ende ?, sagen: „Wir wollten unserer moralischen Erkenntnis, also dem Gewissen, folgen und nicht den Sprüchen des Imperiums“.

Herzliche Einladung! Und die übliche, aber notwendige Bitte um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de

Wer teilnehmen will, sollte bitte das Märchen „Das kalte Herz“ (erneut) gelesen haben. Eine preiswerte Augabe des Textes hat der Holzinger Verlag veröffentlicht.
Interessant ist die Lektüre des Buches „Imperiale Lebensweise“ der Politologen Ulrich Brand und Markus Wissen, das Buch erschien 2017 im Oekom Verlag München.
Ebenso inspirierend das neue Buch der bekannten Historikerin Ute Frevert, „Kapitalismus, Märkte und Moral“, erschienen 2019 im Residenz-Verlag Salzburg.
„Gibt es einen moralischen Kapitalismus ?“ heißt eine Hauptfrage der Autorin. Eine Antwort am Ende des Buches bezieht sich auf das wieder lebendigere Protestieren gegen die Irrwege des Kapitalismus: „Solange diese moralische Kommunikation über den Kapitalismus nicht abebbt und von immer neuen Akteuren weiter getragen wird, ist Pessimismus nicht die einzige Option“ .
Eine nicht gerade rundum optimistische Einschätzung zur möglichen umfassenden Einschränkung des Kapitalismus...

CHRISTIAN MODEHN

Weihnachten entdecken mit Philosophen: Meister Eckart, Hegel, Sartre

Startdatum: 24. Dezember 2019
Enddatum: 27. Dezember 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Dienstag, 24. Dezember 2019 - um 0:00 Uhr am Freitag, 27. Dezember 2019
Ort: der eigene Geist eines jeden
Feiertag

Weihnachten ist auch ein Thema für Philosophen. Denn Philosophieren bezieht sich auch auf religiöse Texte. Auch diese Texte sind ernstzunehmende und wichtige Zeugnisse des menschlichen Geistes bzw. Selbstverständnisses.
Wer also etwas innehalten und Weihnachten einmal anders sehen will als nur im Zusammenhang von Konsum und Lametta, der kann sich ja die sinnvolle Mühe machen und mit Philosophen Weihnachten entdecken oder vertiefen. Hier werden drei Beispiele genannt.

Ressentiments – eine Vortragsreihe in Karlshorst mit dem Philosophen Jürgen Große

Datum: 29. Januar 2020
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Mittwoch, 29. Januar 2020 - um 0:00 Uhr am Mittwoch, 29. Januar 2020
Ort: Evangelische Kirche "Zur frohen Botschaft", Weseler Str. 6, Berlin-Karlshorst
Salons

Der Religionsphilosophische Salon Berlin weist gern und empfehlend auf eine Vortragsreihe zum Thema Ressentiments in Berlin - Karlshorst hin. In der dortigen evangelischen Kirchengemeinde hält am 29. Januar 2020 der Berliner Philosoph Dr. Jürgen Große einen Vortrag über Ressentiments, dies ist der erste von drei Vorträgen, der erste Beitrag ist auf Nietzsche bezogen. Die Einladung kommt von der Gemeinde mit Pfarrer Edgar Dusdal, der auch mehrfach an unseren philosophischen Gesprächen teilgenommen hat und den etliche Besucher unseres philosophischen Salons schätzen.
Vom S-Bahnhof Karlshorst ist es - zu Fuß - nicht weit zum Veranstaltungsort! P.S.: Auch Jürgen Große war schon einmal Referent in unserem religionsphilosophischen Salon.

Lesen Sie bitte den ausführlichen Hinweis zum Thema der Vortragsreihe:

Das Ressentiment – seine Stellung in Religion und Philosophie
Unter den sieben Todsünden gilt der Neid als die schlimmste. Nicht weit von ihm entfernt befindet sich in säkularer Form das Ressentiment. Ein Begriff, der im 16. Jahrhundert erstmals im Französischen nachweisbar ist und den wir als Lehnwort übernommen haben. "Ressentiment" meint den heimlichen Groll und die daraus erwachsene Rachsucht. Niemand lässt sich gern Ressentiments nachsagen. Der schlechte Ruf des Ressentiments wurde hauptsächlich durch Friedrich Nietzsches "Genealogie der Moral" (1887) verfestigt. Nietzsche versteht unter "Ressentiment" keine bloße Gefühlsaufwallung, sondern eine negative Lebensstimmung. Sie sei typisch für die Schwachen, welche die Übergriffe der Starken ohnmächtig erdulden müssten, ihre Ohnmacht aber zur moralischen Tugend umgewertet hätten. Eine "Lüge von Jahrtausenden", die Nietzsche zufolge in der christlichen Religion kulminiert! Einsprüche gegen diese Deutung des Ressentiments erhob Max Scheler, der "katholische Nietzsche", aber auch Ludwig Klages, ein neuheidnischer Denker. Allein schon um der Auseinandersetzung mit dem Gedankengut Nietzsches willen, lohnt es sich die Abende zu besuchen.
Ich lade Sie herzlich zu drei Vortragsabenden über das Thema Ressentiment bei Friedrich Nietzsche, Max Scheler und Ludwig Klages ein. Halten wird die Vorträge der Berliner Philosophiehistoriker und Autor Dr. Jürgen Große.
Im Anschluss an Vortrag und Gespräch haben Sie die Möglichkeit, bei einem Glas Wein und Gespräch im kleineren Kreis ihre restlichen Ressentiments hinunterzuspülen, damit Sie nach dem Nachhauseweg gut schlafen können.
Die Vorträge finden in Karlshorst im Vorraum der Kirche "Zur frohen Botschaft", Weseler Str. 6 statt, und zwar am 29. Januar, 19. Februar und 18. März, jeweils Mittwoch 19:30 Uhr.
Ich wünsche uns drei anregende Abende.
Edgard Dusdal, Pfarrer

Ob Edward Schillebeeckx noch lebt? Hinweise zum 10. Todestag des großen modernen Theologen!

Datum: 23. Dezember 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Montag, 23. Dezember 2019 - um 0:00 Uhr am Montag, 23. Dezember 2019
Gedenktag

Der in Flandern geborene katholische Theologe EDWARD SCHILLEBEECKX aus dem Dominikanerorden verdient auch in philosophisch interessierten Kreisen Aufmerksamkeit, nicht nur wegen seiner Analysen der allgemein menschlichen "Kontrasterfahrungen". Er war eine Ausnahmegestalt, dies ist interessant für die Religionskritik: Schillebeeckx hatte den Mut, etliche reaktionäre Kirchenführer des Katholizismus als solche öffentlich heftig zu kritisieren. Und er war ein hoch gebildeter Theologe, der einen modernen Katholizismus gestalten wollte. Der Beitrag zeigt einige Aspeke seines Denkens und geht der Frage nach: Inwiefern ist Schillebeeckx als Theologe eigentlich gescheitert? Am 23. Dezember 2009, vor 10 Jahren, ist er in Nijmegen gestorben.

Theodor Fontane – seine (und unsere) Dorfkirchen: Alles andere als eine “provinzielle Frage”

Datum: 30. Dezember 2019
Uhrzeit: um 0:00 Uhr am Montag, 30. Dezember 2019 - um 0:00 Uhr am Montag, 30. Dezember 2019
Gedenktag

Vor 200 Jahren, am 30. Dezember 1819, wurde der Dichter, Journalist und Schriftsteller Theodor Fontane in Neuruppin geboren. Sein Name ist so noch einmal berühmt geworden, über Berlin und die Mark Brandeburg hinaus. Zurecht! Tausend Artikel und viele Bücher sind aus diesem Anlaß publiziert worden.
Ich will fragen: Wie aktuell ist eigentlich die zentrale Beschäftigung Fontanes mit den Dorfkirchen in der Mark Brandenburg. Dieses Thema ist alles andere als provinziell, schon gar nicht "angestaubt". Und mich bewegt die Frage: Wie haben diese vielfach schon aufwendig und schön restaurierten Dorf-Kirchen in der Mark eine Chance, Orte der Gemeinschaft, des religiösen Fragens und Suchens zu sein?