Ist ein böser Gott heute in den USA allmächtig?

Die 28. der „unerhörten Fragen“ des “Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin”

Von Christian Modehn am 14.1. 2026

Unerhörte Fragen haben eine provokative Kraft. Aber sie werden von den Herrschenden nie „erhört“, d.h. sie haben nur selten eine verwandelnde Kraft. Weil die unverschämt Handelnden unbeirrt unverschämt bleiben. Aber: Unerhörte Fragen müssen erläutert werden. Dies ist Ausdruck von Hoffnung.

Auch diese unerhörte Frage weiß genau: Ohne Sinn für die Verirrungen der Theologie und der christlichen Religion ist Mister Trump nicht zu verstehen. Und wir müssen diesen Mister verstehen, um ihm noch einen letzten Widerspruch entgegen zu werfen!  Ohne theologische Begriffe und Kategorien kann man die Allmacht des nihilistischen Herrschers und “Gottes” Donald Trump nicht verstehen. 

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„Böse Götter“ leben unter uns. Aber es sind Menschen, die sich in ihrem Wahn für Gott halten und von anderen Verblendeten („Frommen“) auf den Thron Gottes gesetzt werden.

Diese böse Götter gelten als böse, weil sie die menschenfreundlichen Eigenschaften des guten, des transzendenten Gottes völlig verdrehen. Sie sind pervers: Die bösen Götter reden sich ein, allmächtig wie Gott zu sein. Aber ihre gewaltige Macht dient einzig ihrem Ego.

Die bösen Götter verachten das göttliche Gebot und die Moral der Nächstenliebe. Für sie gilt nur die Macht des Stärkeren. Und sie bauen sich als die Stärksten auf.

Die bösen Götter hassen alles Mitleid. Alle Versöhnung, selbst die Kompromisse. Nur ihr „Deal“ zu ihren Gunsten „zählt“.

Die bösen Götter sind heute Autokraten, Plutokraten, Diktatoren. Sie toben sich in allen Kontinenten aus.

Mister Donald Trump verbreitete als Video auf „truth social“. Er zeigt sich als dabei als intimer Kenner des wahren Gottes: „Gott sagte mir: Ich brauche einen Verwalter. Ich brauche jemanden, der eine Axt formen ein Schwert schwingen kann.“ Quelle: LINK

Und Trump schwingt sein Schwert, ständig: gegen die Demokratie, gegen die eigenen Bürger, wenn sie zur Opposition, gehören. Diese betrachtet er explizit als Feinde und … auf die er in seinem offiziellen Video Scheiße von oben wirft. Tiefer kann ein so genannter Präsident nicht sinken…Quelle: LINK

Trump schwingt sein Schwert gegen Flüchtlinge, gegen Staaten und Regierungen, die sich seiner Allmacht widersetzen.

Als ein böser Gott tobt er sich aus: Und hinterlässt bei allen Vernünftigen, die mit ihm notgedrungen zu tun haben (auch bei hilflosen PolitikerInnen Europas) die Gewissheit: Bei dem „lieben Gott im Himmel“ wissen wir nie genau, ob er unsere Bitten erhört. Bei Trump im Capitol wissen wir noch nicht einmal, ob er uns zuhört, geschweige denn dass er unsere Anliegen erhört…

Der böse Gott kann permanent Lügen verbreiten und jegliches Gefühl für Wahrheit und humane Werte zerstören. Den bösen Gott zeichnet eine Ignoranz gegenüber der ökologischen Zukunft der Menschheit aus.

Der böse Gott ist der Gott, der systematischen Zerstörung der Demokratie, der Pressefreiheit, der Unabhängigkeit der Gerichte usw.

Der böse Gott kann sich nur deswegen austoben und sein „Schwert schwingen“, weil sehr viele Verblendete an ihn wie an einen Gott und Erlöser und Heilsbringer glauben, mag er selbst unmoralisch und verkommen sein, also alles andere als „göttlich“ sein. Aber vielleicht gibt es eine perverse Lust der „Trump-Frommen, einem perversen Gott zu folgen?

Diese Trumpgläubigen sind lautstark evangelikale oder katholische Christen, stolz katholisch, wie der Trump Nachfolger und schon jetzt als Halbgott auftretende JD Vance. Diese Leute, die nie hätten Politiker werden dürfen, haben das Erste Gebot der „Zehn-Gebote“ vergessen. Der gute, der transzendente Gott der Bibel lehrt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“

Wie kann sich die Welt von einem bösen Gott befreien? Kennzeichen des bösen Gottes ist und bleibt die eigene Endlichkeit, die Sterblichkeit. Das ist der letzte, niemals erlöschende Trost der vielen, die unter diesem bösen Gott leiden. Aber, wie gesagt, der böse Gott hat längst für entsprechende Nachfolger gesorgt.

Wie lange können Demokraten (und deren Politiker) nach außen hin den bösen Gott verehren, aber “im Innern“ verachten?

Wird der Gedanke ernsthaft gedacht: Wie kann sich die kleine verbliebene demokratische Welt von dem bösen Gott und seinen schon bereit stehenden Nachfolgern befreien?

Auf die oft besprochene „internationale moralischen Autorität“ des Papstes sollte niemand vertrauen: Der us-amerikanische (!) Bürger, Papst Leo XIV. , ist alles andere als ein entschiedener, ein kritischer und kämpferischer Prophet, einer, der falsche Götter vom Thron stürzen kann und dies auch will.
Päpste können offenbar nur hilflos mahnen und zum Bittgebet aufrufen oder kluge Worte vor der UN sagen. „Mehr“ ist politisch nicht „drin“. Aber: Warum dann noch der ganze Kult um den „heiligen Vater“, den Monarchen, im explizit nicht – demokratischen Staat „Vatikan-Stadt“? Im Vatikan wird doch stets die prächtige barocke Show zelebriert, im Petersdom mit bunt gewandeten greisen Kardinälen? Viele der Teilnehmerinnen dort sehen in diesem und anderem liturgischenSpektakel nicht mehr als vatikanische Folklore.

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Diese unerhörte Frage wurde vom Dokumentar-Film der ARD am 12.1.2026 angeregt: „Trump & us“. Die drei Teile dieses ins Denken führenden Films sind bis 10.1.2028 in der Mediathek verfügbar. LINK

Wir haben schon 2025 ein viel beachtetes Gebet formuliert, das die Trump-Gläubigen jeden Tag sprechen, eine Neufassung des Songs „Ich bete an die Macht der Liebe“… : LINK:

PS: Unsere unerhörte Frage zum „bösen Gott“ hätte sich auch anderen Regionen zuwenden können,, etwa Russland oder dem Iran oder oder …Wir haben uns zunächst für die „sehr christlichen“ USA entschieden…

Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de