Ein Jahr Papst Leo XIV: Theologisch konservativ, kein Reformer, Stillstand in der katholischen Kirche

Ein unvollständiger Rückblick auf ein Jahr der PAPST-Herrschaft seit dem 8. Mai 2025.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 24.4.2026

1.
Wir haben am 19.9.2025 auf dieser website begonnen, einige wichtige Entscheidungen und Äußerungen Papst Leos vor allem im Bereich der Theologie zu sammeln und selbstverständlich, wie es sich für Journalisten gehört, kritisch zu kommentieren. LINK

2. Unsere Liste wurde seit dem 24.4. 2026 weitergeführt, insgesamt ist unser Rückblick unvollständig, aber sehr deutlich ist: Niemand sollte ernsthaft behaupten, Papst Leo XIV. sei irgendwie ein Papst der Reformer und Reformen, die den Namen verdienen. Er ist theologisch konservativ, auch theologisch schüchtern und ängstlich und .. politisch manchmal etwas mutig, ein Mut, den er dann aber im Falle seiner TRUMP/USA Kritik wieder relativiert.

3.
Wie weit dieses konservative Verhalten mit der absoluten Vorliebe des Papstes für (das poetische fromme Frühwerk des heiligen) Augustinus („Confessiones“) zu tun hat, darauf haben wir aufmerksam gemacht. Der späte sture, verbissene, Gegner vernichtende, kurz der unsympathische Augustin, vor allem dessen Ideologie der Erbsünde, wird von Leo verschwiegen.

4.
Unsere Aufstellung anläßlich „ein Jahr Papst Leo“ konzentriert sich auf theologische Aussagen, wobei man theologische Überzeugungen und politische/ökonomische Präferenzen auch bei Päpsten niemals trennen darf.

5.
Man müßte eine lange Liste des prinzipiellen theologischen Stillstands unter Papst Leo anführen: Nur einige Beispiele für diesen üblichen, von Angst bestimmten und von Klerus-Herrschaft bestimmten Stillstand im Katholizismus:
– Nichts Neues, Erforderliches, Richtiges,  in der Ökumene mit Protestanten
– Nichts Neues zur Aufhebung des Zwangszölibates
– Absolut nichts Neues zur Zulassung von Frauen zum DiakonInnen und Priesteramt, auf diese Weise begibt sich die Papstkirche in eine Art Verachtung von gebildeten Frauen und Männern weltweit.

– Kann ein Papst in seiner Allmacht machen, nur führt er damit die Kirche weiter ins Getto…Selbst wenn noch Millionen Katholiken in Afrikas Diktaturen ihm als Führer zujubeln…
– Nichts Neues zur veralteten Theologie etwa der Bittgebete, des Wunderglaubens, des Glaubens an heilige Knochen (Reliquien)…
– Keine Relativierung der Klerus-Macht: „Die Messe, Eucharistie, darf nur von männlichen Priester allein gefeiert werden“: Eucharistie durch Priester gefeiert gilt nach wie vor als absoluter Mittelpunkt des katholischen Glaubens, und niemand protestiert dagegen… UND SO WEITER:

6.
Man könnte ja auch mal lange die berechtigte Frage stellen: Kann ein einzelner alter Mann, Papst genannt ,spiritueller und politischer Chef (Vatikanstadt!) für 1,4 Millionen Katholiken, diese riesig große und sehr differenzierte Gemeinschaft leiten?? Eigentlich nein!
Mit anderen Worten: Wären nicht wenigstens 5 Päpste, je ein Papst (Päpstin) auf einem Kontinent, eine Lösung? Aber das wird offiziell natürlich alles als Quatsch abgetan. Sollen diese Katholiken in Europa halt zur Sekte werden…

7.
Hier einige neue (Stand 29.4.2026) von uns dokumentierte (!) Fakten:

Am 29.April 2026 veröffentlicht: Weitere Opfer der linken Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg werden von Papst Leo selig gesprochen:

Papst Leo XIV. hat jetzt 49 Ordensbrüder und einen Priester als zu verehrende Selige ausgezeichnet, diese Ordensleute wurden Opfer der Republikaner im spanischen Bürgerkrieg. Das offizielle Datum der Seligsprechungen ist noch nicht bekannt. Diese Seligen können nun an Gottes Thron Fürsprache einlegen für die Frommen…, so die immer noch gültige, milde gesagt esoterische, offizielle katholische Theologie.

Wichtiger ist: Die nun auch von Papst Leo seliggesprochenen Märtyrer gehören zu den bereits 2.100 selig gesprochenen spanischen Priestern als Märtyrer der Republikaner im Bürgerkrieg! Diese Seligsprechungen waren immer schon ein politisches Votum der Päpste: Gegen die Linken! Es gibt eine extreme Vorliebe für die von linken Republikanern getöteten Geistlichen durch die Päpste, vor allem durch den exzessiv anti-linken polnischen Papst Johannes Paul II, ist offensichtlich.   Im LINK, besonders die Nr. 10.

Der Historiker Benoit Pellistarndi weist darauf hin, dass diese erneute Seligsprechung von Opfern der linken, demokratischen Republikaner im Krieg des Faschisten Franco heute politisch sehr problematisch ist: Die regierende Linke und die anderen Demokraten haben in Spanien gegen die Rechten und die Attacken der Rechtsextremen („VOX-Partei“) zu kämpfen. Diese Vox – Partei sieht sich als Erbe des Faschisten Franco, sie ist glücklich sein über die neuen seligen Opfer der „bösen Republikaner“: „Die politische Situation macht die Seligsprechung durch Papst Leo besonders schwierig.“ (zit. in „La Croix“, Paris, 29.4.2026.) Proteste gegen Leos Entscheidung wird es hoffentlich geben, aber sie werden aussichtslos bleiben, angesichts des Einflusses des Vatikans und der Kirche im heutigen Spanien noch…

Am 23. April 2026 sagte Post Leo auf dem Rückflug aus Afrika nach Rom auf eine Frage der Journalistin Verena Schälter, dass der Heilige Stuhl nicht einverstanden sei mit einer ritualisierten Segnung homosexueller Paare, die über das hinausgehe, „was Papst Franziskus erlaubt hat“.

Im Klartext: Segnungen ja, aber möglichst ohne viel würdevolle Feierlichkeit, möglichst in einer Seiten- Kapelle, und bitte nur schlichte Zeremonien, die auch nur entfernt an eine Hetero-Ehe-Schließung erinnern. Das heißt: Homosexuelle Paare werden als Katholiken und als Menschen zweiter Klasse behandelt. Lieber segnet der Klerus bekanntlich ja Autos, Yachten, Motorräder, Tiere, Handys, sogar Walrosse, wir haben seit Jahren diesen Blödsinn (aber er bringt der Kirche etwas Renommée beim Volk und viele Spenden…) dokumentiert. Zum Wahn des Klerus, alle möglichen Dinge zu segnen, bloß NICHT diese Menschen „zweiter Klasse“ in päpstlicher Sicht, also , die Homosexuellen, siehe unseren leicht satirischen Beitrag, den wir seit 2010 immer wieder mal aktualisiert haben: LINK:

Am 16.4.2026: Papst Leo in Algerien: „Über Augustinus nur die halbe Wahrheit“. LINK

Am 9. April 2026 hat die kluge ZEIT Autorin Elisabeth von Thadden einen wichtigen Vorschlag in DIE ZEIT, Seite 40, veröffentlicht: Papst Leo sollte überlegen, on nicht katholische Spitzenpolitiker und einflußreiche Milliardäre als Berater des Trump Regimes EXKOMMUNIZIERT werden sollten. Diese Leute denken und handeln absolut und ständig gegen die katholische Moral. Einst hatte ja auch im Jahr 2014 Papst Franziskus katholische Mafia – Bosse in Italien exkommuniziert. Natürlich war diese Verurteilung direkt nicht wirkungsvoll, aber ein wichtiges Symbol.

Am 28.3. 2026: Papst Leo besucht das Nest der Superreichen: Monaco. LINK. https://religionsphilosophischer-salon.de/21590_papst-leo-besucht-im-maerz-2026-monaco-das-nest-der-superreichen_befreiung

Weitere Belege für das theologisch konservative Denken Papüst leos unter: LINK

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