Zu einigen Filmen und Radiofeatures für die ARD von Christian Modehn. Sowie zu einigen Buchpublikationen und Aufsätzen…

PHILOSOPHISCHE und THEOLOGISCHE RADIO SALONS von Christian Modehn (zwischen 2005 und 2014)

(Länge : 24 Min.)  im RBB Kulturradio (Redakteurin Anne Winter).

Eine unvollständige Übersicht:

Ein Radio – Salon über Montaigne

Über Kant

Über Hegel

Über Heidegger

Über Bultmann

Über Tillich

Über Schleiermacher

Über Melanchthon

Außerdem im RBB Kulturradio Features über

Wunderglauben

Fegefeuer

Gottesbeweise

Karl Rahner

Die Jungfrau Maria

Apokryphe Evangelien

Jesus am Kreuz

Anders Trauern

Patchworkreligion

Kreuz oder GLÜCK?

In der Reihe von NDR Kultur „Gaubenssachen“ (Sonntags um 8.40 Uhr, Redakteure waren u.a. Bernward Kalbhenn, Florian Breitmeier):

21.7.2002
Coca-Cola zum Abendmahl?
Kirche und Religion als kultureller Mix

20.7.2008
Der philosophische Glaube
Karl Jaspers Angebot ist von bleibender Aktualität

14.6.2009
„Weil so vieles zum Himmel schreit“
Warum der Philosoph Jürgen Habermas auf religiöses Bindungen setzt.

21.3.2010
Eine Frau mit tausend Namen
Wer ist Maria, die Mutter Jesu von Nazareth?

25. 7.2010
Wegweiser in ein glückliches Leben
Über die „Goldene Regel“

2.1.2011. (Wdh. am 19.2.2017)
Einfach glauben. Wenn Menschen wieder Wesentliches spüren wollen.

17.4.2011
Leise winken, weitergehen
Leben ist Abschiednehmen

10.7.2011
Muße muss sein
Vom zweckfreien Genießen des Daseins

30.10.2011
Die Götter müssen verschwinden
Warum Atheisten den Glauben fördern können

12.2.2012
Weder zu heiß noch zu kalt
Lob der Lauheit

12.8.2012.
Welcher Geist regiert den Staat
Über das Prinzip der Laizität

9.6.2013
Lässt sich Gott beleidigen?
Sinn und Unsinn der Blasphemie

20.10.2013
„Das Leben ist ein Geheimnis“
Albert Camus – ein frommer Ungläubiger

2.3.2014
Wenn die Lust zur Vernunft kommt
Die Aktualität des Hedonismus

21.9.2014
Von der Frömmigkeit des Denkens
Zum Miteinander von Religion und Philosophie

11.1.2015
Fromme Sprüche reichen nicht
Wer glaubt, will auch verstehen

10.5.2015
„Halten wir uns an das Lichtvolle“
Zum 100. Geburtstag von Frère Roger Schutz (Taizé)

8.11.2015
Zur Vernunft kommen
Unterwegs zu umfassender Menschlichkeit

22.5.2016
Vergiss dich selbst und finde dich
Wege aus dem Egoismus

2.10.2016
Stille und Spiritualität
Erfahrungen in leeren Kirchen

17.4.2017
Befreit von der Macht des Todes
Ostern für Aufgeklärte

10.9.2017
Das umstrittene Kreuz
Christlicher Glaube in der Öffentlichkeit

1.7.2018
Wo ist die heile Welt?
Über die Sehnsucht

20.1.2019
Wenn immer mehr unsicher wird
Über das Haltfinden

Im WDR Hörfunk /3. Programm/ arbeitete ich vor allem mit den Redakteuren Ulrich Teiner, Monika Kringels, Theo Dierkes. Im HR (2.Programm) vor allem mit dem Redakteur Klaus Hofmeister, im Saarländischen Rundfunk vor allem mit den Redakteuren Norbert Sommer und Dietrich Haubold. Im RIAS vor allem mit dem Redakteur Frank Pauli, im Bayerischen Rundfunk mit dem Redakteur Adalbert Deris und Leonhard Reinisch (Nachtstudio, Fragen unserer Zeit)….

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Einige ARD-FILME ( 30 Min. Features) von Christian Modehn: Eine unvollständige Übersicht. Die vielen Magazin – Beiträge Christian Modehns, Länge 4 bis 8 Minuten, werden nur in Auswahl genannt. 

Die im SFB/ARD gesendeten Filme hatten als verantwortlichen Redakteur Johannes Huthmann. Für den Schnitt war im SFB/RBB in den allermeisten Filmen Matthias Spranger verantwortlich.

“Wir haben von Luther gelernt” (mit Beiträgen von Otto-Hermann Pesch, mit Augustinern in  Würzburg)
Katholiken und der Reformator 1984. SFB. (Kommentar von Christian Modehn 2026: Einen solchen Titel würde ich heute nicht mehr wählen, die theologische Erkenntnis geht weiter…)

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„Außenseiter im katholischen Milieu. Die Friedensgruppe Pax Christi“ 1987, SFB

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„Vom Virus nicht berührt“. AIDS, die Kirche und die Moral“. Im Ersten/WDR. Red. Friedhelm Lange, Sendung am 18.4. 1986. Peter Kurath schrieb in der „Funk-Korrespondenz“ (am 25.4.1986):“Die Sendung steht für die Hoffnung, dass journalistische Arbeit auch immer Lebenshilfe sein kann,indem sie Anteilnahme am Schicksal anderer fördert, auch wenn das nicht ohne Kratzer geht“. Mit „Kratzern“ ist die Empörung über den Film gemeint, der in den biederen katholischen Kreisen entstand, bis hin zu Polemiken in der katholischen Presse.

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„Meine Freunde, die Ungläubigen, Tomas Halik in Prag“
1999, (MDR und SFB).

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„Momente des Glücks
. Wie alte Menschen würdig miteinander leben“ (etwa die Initiative „Les petits frères des pauvres“, Paris)
, SR 2000 (Red. Norbert Sommer)

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„Der Reformator mit dem Schwert. Über Thomas Müntzer.“ WDR 1989, kurz vor der Wende. Red. Friedhelm Lange WDR

…
.
„Machtlos und frei“
Über den einzigen  progressiven katholischen Bischof Europas: Jacques Gaillot (Evreux)
1989 (SR, Red. Norbert Sommer)

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„Die Räuberbanden bekehren“ (SR)
Die problematische “Neue Evangelisierung Europas” (mit Bildern und Interviews mit den Legionären Christi, Rom)
1992

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„Verfolgt, vernichtet, lebendig. Jüdische Gemeinden in Osteuropa heute“ 1992, SFB

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„Auf den Spurenm des Erleuchteten.Buddhisten in Europa“, 1993. SFB

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„Menschlich leben ohne Gott. Die Humanisten“. 1993, SFB

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„Fromme Besserwessis“. Ordensleute im Osten Deutschlands,  auch in verschiedenen 3. Programmen, SFB, 6.2.1994.

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„Die Berlin-Amsterdam-Connection“:  Begegnungen in europäischen Metropolen (u.a. mit den Ordensfrauen Michaela Bank und Angelika Kollacks, Berlin-Marzahn) SFB, 27.8. 1994.

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„Manchmal hilft nur noch beten“ (u.a. mit dem Theologen Klaus Kliesch)
Menschen, die zu Gott sprechen
1995 SFB
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„In die Wüste geschickt“
Bischof Jacques Gaillot wurde vor einem Jahr abgesetzt. Bischof Gaillot lebt in besetztem Haus in Paris, Partenia,
1995 WDR, Red. Friedhelm Lange (siehe den ersten Beitrag von 1989)

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„Stadt ohne Gott: Wenn die Kirche in Berlin zur Minderheit wird“. 1996. SFB.
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„Fitness für die Seele“
Wege in die Meditation
1997 SFB
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„Da bin ich aber skeptisch“
Junge Theologen in Berlin
1997 SFB
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„Paläste für die Armen“
Beobachtungen in Berlin und New York (u.a. über das weltweite Nehemia-Projekt)
1998 SFB
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„Schwache sind stärker“
Kirchentag in Leipzig
1997 SFB
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„Ritter, Mönche, Abenteurer“
Das Mittelalter lebt
1997 SFB
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„Neugierig auf Got“t
Wenn Atheisten Christen werden
1997 SFB
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„Unter dem Himmel von Amsterdam“, WDR
Fromme Huren, neue Mönche, falsche Kirchen    (Kirchenabriß und Neubeginn, Ricus Dullaert Pastor, Oude Kerk usw)
1998
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„Gesund durch Glauben?“
Möglichkeiten ganzheitlicher Heilung
1998 SFB
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Himmlisch speisen
Ein Menu für Leib und Seele
1998 SFB
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„Der Griff der Krake nach dem Kreuz“
Kirche und Stasi (WDR, 1992)
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„Kraft und Herrlichkeit“
Ein Berliner Vater Unser
1999 SFB
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„Unter dem Himmel von Paris“
Von Göttern, Zweiflern und frommen Tieren
1999 WDR (Red. Friedhelm Lange)
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„Beichten beim Frisör „(Ein Versuch, der „weltlichen“ Spiritualität auf die Spur zu kommen)
2001 SFB
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„Der gute Gott von Mainhattan“
Evangelischer Kirchentag in Frankfurt/M.
2000, SFB
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„Landungsbrücken“
Der Katholikentag in Hamburg
2001, SFB
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„Von der Lust zu feiern“
Alternative Jugendweihe in Erfurt
2001 SFB
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„Auf Ihr Wohl“
Vom Geist edler Getränke
2003, SFB
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„Die Nacht wandeln“
Begegnungen mit Menschen, die das Licht lieben
2002 SFB (Zum ersten Mal ein Beitrag, der die Spiritualität der Nacht darstellt, u.a im Karmel Kloster und mit dem Theologen Hans Peter Hauschild)
Ein weiteres Feature, ebenfalls mit einem Beitrag von Hans Peter Hauschild und Pater Klaus Mertes SJ in einem der ersten Filme, die sich mit AIDS und den Kirchen auseinandersetzten:
“Vom Virus nicht berührt“. AIDS, die Kirche und die Moral (WDR 1. Progr., Red. Friedhelm Lange) 1986
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„Laufen, laufen, nichts als Laufen“
Die Spiritualität des Marathon
2003 SFB
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„Wenn die Kirche kein Geld hat“
Christen in der Vorstadt von Paris (Ivry) ein Porträt einer Gemeinde, die von der progressiven katholischen Gemeinschaft „Mission de France“ geleitet wird.
2005 SR (Red. Norbert Sommer)
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„In letzter Minute
“, Über die Zukunft der Kirche in Burgund (AUXERRE)
, 2000 SR
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„Engel unter uns“
(u.a. auch Engeldarstellungen auf Friedhöfen und einem Interview mit P. Anselm Grün)
2006 RBB, Red. Harald Quist)
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„San Lazaro tanzt Salsa und Merengue“
Karibik in Berlin
2003 SFB
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„Karriere nach unten“
Franziskanerinnen in Berlin – Kreuzberg (u.a. mit Schwester Ingrid)
2003, SFB
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Von der Lust zu denken
Philosophie als Lebenshilfe (über den praktischen Philosophen Prof. Lutz von Werder)
2003, SFB
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„100 gemeinsame Stunden“
Der Ökumenische Kirchentag in Berlin (zus. mit Margarethe Steinhausen) u.a. mit Bildern zu Prof. Gotthold Hasenhüttl)
2003 SFB, Red. Friederike Sittler
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„Jeder ist Weltmeister“
Brasilien in Berlin, anläßlich der Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland
2006 RBB, Red. Harald Quist
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Weitere Halbstunden-Features von Christian Modehn im Sender Freies Berlin SFB, ARD:

„Außenseiter im katholischen Milieu. Die Friedensgruppen „Pax Christi“
1.2.1987
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„Verfolgt, vernichtet, lebendig. Jüdische Gemeinden im Osten Europas heute“.
3.7.1992
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„Auf den Spuren des Erleuchteten. Buddhisten in Europa.“
2.1.1993. Und eine Neubearbeitung Sendung am 8.4.1995
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„Menschlich leben ohne Gott. Humanisten entdecken ihre „Mission“ für den Osten Deutschlands.“
4.9.1993
….
„Schwache sind stärker. Vom Kirchentag in Leipzig. Sendung am 21.6.1997.
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„Glauben ohne Gott“
Porträt einer Humanistin Ein Film über die vielseitige Tätigkeit von Gita Neumann vom HVD
RBB 2007, Red.Friederike Sittler
Dies war mein (aber nur zeitlich gesehen) “letzter” Halbstundenfilm für ERSTE.
PS:
Das werde ich manchmal gefragt:
Mein erster Halbstundenfilm fürs ERSTE (SFB 1976) hatte den Titel:
Gott in der Kneipe.
Und:
Mein erster Film für die ARD überhaupt  war ein 10 Minuten dauernder Magazinbeitrag fürs ERSTE, WDR, Reihe Blickfeld, 1975, über die ökumenische und unabhängige, einst röm. katholische Gemeinde DOMINIKUS in Amsterdam. Red. Dietrich P. Winterberg.
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Abgesehen von den 30 Minuten-Features für die ARD: Ich habe zahlreiche Magazin-Beiträge (Länge zwischen 4 und 8 Minuten, manchmal 12 Minuten realisiert für die ARD.
Hier nur einige Beispiele der Beiträge für den SFB, die Magazin Beiträge für den WDR lasse ich hier aus…
Ungehorsam aus Glauben. Praktische Ökumene in Holland. Sendung: 9.1.1985.

Ist das Boot wieder voll? Schweizer Christen kämpfen für die Flüchtlinge. Sendung: 4.4.1987

Raus dem Ghetto: 10 Jahre „Homosexuelle und Kirche“ Sendung 5.12.1987.

Religiöses im Werk von Joseph Beuys in Berliner Ausstellung, Sendung 5.3.1988.

Euthanasie-Diskussion unter Christen in Holland, Sendung am 6.8.1988.

Wo Atheisten die Bibel lesen: Beobachtungen in Amsterdam. Sendung 7.5.1988.

Pfarrer Klaus Kliesch muss Berlin-Kreuzberg verlassen (Auf Befehl von Kardinal Meisner) Sendung am 3.9.1988.

Tamilische Gemeinden in Berlin Sendung am 6.1.1989.

Dein Name lebt weiter: Trauern angesichts von Aids: Sendung am 3.2.1989.
…damit die Toten leben: das neue jüdische Museum in Amsterdam, Sendung am 1.9.1989.

Eine katholische Gemeinde in Leipzig: St. Laurentius: 5.1. 1990.

Der brasilianische Theologe Leonardo Boff in Berlin 2.3.1990.

Der 3.Oktober 1990 in Genthin: Sendung am 5.10.1990.

Gläubige Sowjets? Beobachtungen bei der „Roten Armee“ in Brandenburg, Sendung 9.11.1990.

Ukrainische Kirche in Lemberg: Sendung am 13.1.1991.

Neubau und Umbau der Kirche in Halle. Sendung am 12.5.1991

„Ich habe der Kirche geschadet“. Bekenntnisse einer Stasi – Mitarbeiterin. Sendung am 15.3. 1992

Ein Mensch – ein Wort : Rupert Neudeck und die Bibel, Sendung am 27..3.1992.

Ein Mensch – ein Wort – Wolfgang Thierse und die Bibel. Sendung 1.5.1992.

Der eine Gott in vielen Religionen: Der Benediktiner Abt Tholens in Amsterdam. Sendung 21.7.1991

Mystik für Anfänger: Sendung am 29.12.1991.

Die Neokatechumenalen, Sendung am 12.9.1992.

Die Armen im Abseits. Konferenz lateinamerikanischer Bischöfe in Santo Domingo. Sendung am 24.10.1992

Russische Gemeinden und Kirchen in Berlin: Sendung 2.9.1995

Papstbesuch in Berlin, Sendung im 1.Progr. am 23.6.1996.

Kirche in Paris: Sendung am 10.8.1996

Meditieren in Auschwitz: Sendung am 14.12.1996

Die Bibel im Theater: Ein Experiment der Schaubühne. Sendung am 19.4.1997

Zwischen Gospel und HipHop. Freikirchen in Berlin, Sendung am 24.1.1998.

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Die meisten Essays und Beiträge habe ich seit 1975 für verschiedene Rundfunksender verfasst, für die Sender der ARD, aber auch für RIAS Berlin sowie gelegentlich auch für den Deutschlandfunk.

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Beiträge  für etliche Sammelbände: Sie sind auf theologische Fragen bezogen. Sie haben sich aber niemals als „Werbung“ für die bestehende römische Kirche verstanden.

Eine Auswahl:

1.
„Apokalypse jetzt?“ Ein Beitrag über die Vorstellungen vom Ende vor allem in Pfingst-Kirchen. In dem Buch „Mythos Jahrtausendwechsel“ Hg. von Norbert Sommer, Berlin 1998 .Dort S. 54 bis 66.
2.
„Joseph Cardijn und die lateinamerikanische Befreiungstheologie“. In: „Zur Arbeiterschaft, zur Arbeiterbewegung entschieden“, hg. von B. Anthony, Mainz 1982, dort S. 113 bis 126. Der Beitrag geht den Spuren nach, die das Denken und Handeln Cardijns bestimmten und die in Richtung Befreiungstheologie weisen. Auf Seite 125 f. schreibe ich bezogen auf kirchliches Leben in Deutschland: „Von der Kirche aus Arbeitern, aus Unterprivilegierten, Subproletariern usw. sind wir hierzulande noch meilenweit entfernt. Arbeiterinteressen stehen im großen und ganzen NICHT im Mittelpunlt kirchlicher Interessen… Ein Militärgeistlicher ist dann wichtiger als ein Arbeiterpriester; ein ruhiges, weltfernes Kloster wichtiger als eine Kommunität von Arbeiternonnen in Neubausiedlungen…“ usw.
3.
„Christen sind Götzendiener. Perspektiven zum Thema Geld und Gold aus Lateinamerika“ in: „Vom Geld und seiner Seligkeit“, hg. von Norbert Sommer, Berlin 2005. S. 97 bis 101. Der Beitrag bezieht sich auf Studien von Bartolomé de Las Casas, Gustavo Gutierrez sowie auf den „indianischen“ Schriftsteller Felipe Guamán Poma de Ayla.
4.
„ Die Gettos überwinden. Der christlich-moslemische Dialog in Frankreich“, in: „Fremde Nachbarn“, E. B. Verlag, Hamburg,1997, hg. von Michael Göpfert, dort S. 187 bis 198.
5.
„Die Kirchen schließen und die Religion lebt auf. Beobachtungen in Amsterdam“. In: „Götter auf der Durchreise“, hg. von Hans W. Dannowski, Michael Göpfer u.a., E.B. Verlag 1993, dort Seite 40 bis 54. Dieser Beitrag, zu Beginn der neunziger Jahre verfasst, weist u.a. auf den Benediktinerabt Kees Tholens hin im Begijnhof; auf die freie ökumenische, einst katholische Gemeinde „de Duif“; die „Studentenecclesia“ mit Huub Oosterhuis; auf die interessante Initiative am Sonntagmorgen „Atheisten deuten die Bibel“ im Kulturzentrum Paradiso (einer ehem. Kirche) sowie auf den unvergessenen Jesuiten Pater Jan van Kilsdonk… Ein Theologe, der nur in der Freiheit einer freien Stadt Amsterdam auch wirklich leben konnte. Und ganz offen zeigte, wie seine besondere Sympathie den Homosexuellen galt, später dann auch in der Begleitung von Menschen mit AIDS.

6.
„Zwischen Gott und der Revolution. Zur Situation christlicher Literatur in Lateinamerika“. In der Zeitschrift „Am Tisch des Wortes, Nr. 146“. KBW Verlag Stuttgart, 1974, S. 95 bis 100.

7.
„Der Traum ist vorbei…Erinnerungen an den Mai 68. In: „Zwischen Medellin und Paris. 1968 und die Theologie“, hg. von Kuno Füssel und Michael Ramminger. Edition Exodus, 2009. Dort S. 11-24.

8.
„Nicht länger bereit, sich zu verstecken. David und Jonathan. Eine Vereinigung homosexueller Christen in Frankreich“. In: „Die Welt ist voller Hoffnung“, hg. von Michael Albus. Mainz 1984, dort S. 109 – 116.

9.
„Im Dienste der Ärmsten der Vierten Welt. Die Bewegung ATD“. ebd., S. 91 – 99.

10.
„Christen und Atheisten. Werden aus Feinden jetzt Partner?“ in: „Zugänge und Herwege“, KBW Verlag, Stuttgart, 1977, S. 223 -239.

11.
„Jesus war der erste Sansculotte. Religiöse Tendenzen während der französischen Revolution“. Zeitschrift Refommatio, Schweiz, Juni 1989. S. 192 – 200.

12.
„Katholiken für Luther. Ein Jubiläum, um zu lernen“. In: „Martin Luther“, Goldmann Verlag 1983, Dort S. 102 – 123.(Nebenbei: Dieser Beitrag sollte eine Ergänzung sein zu meinem Film im Ersten/SFB am 26.3.1983 „Wir haben von Luther gelernt“.)

Der heilige Geist wird noch skeptischer angesichts der „Vatileaks“. Ein Brief aus Rom

Der heilige Geist wird noch skeptischer angesichts der „Vatileaks“: Ein Brief aus Rom

Von Christian Modehn

Unser kleiner Hinweis auf dieser website kürzlich auf den heiligen Geist, der als Geist eben auch skeptisch ist, prüfend und immer fragend, hat selbst in Rom, der Papststadt,  Aufmerksamkeit gefunden.

Wir freuen uns, dass ein Leser – angesichts der ersten bescheidenen Freilegungen etlicher älterer und jüngerer Skandale – uns aus Rom schreibt: „Der heilige Geist wird wohl noch skeptischer“.

In dem Text heißt es, und das ist neu in der Debatte: Es werde immer fraglicher, wie von diesem Staat aus, dem so genannten Heiligen Stuhl, die absolute Bestimmung zufallen kann, für alle Katholiken weltweit zu definieren, was zu glauben ist und wie „man“ moralisch zu leben hat.  Kurz: Ein offenbar korruptes, absolutistisches System, das an die „Glanzzeiten“ der Renaissance erinnert,  maßt sich an, zu definieren, was Evangelium ist, was Jesus von Nazareth tatsächlich wollte, was die große humanistisch- universale Vision Reich Gottes bedeutet.

Die Freilegung struktureller Korruptheit des römischen Systems heute ist vielleicht eine noch größere Erschütterung als die Freilegung des sexuellen Missbrauchs durch Priester weltweit über viele Jahre.

Da ist, so wird von unserem Leser betont, eine absolute Monarchie, so versteht sich der Vatikan auf seiner offiziellen Website selbst.

(„Die Regierungsform ist die absolute Monarchie. Staatsoberhaupt ist der Papst, der die absolute gesetzgebende, ausführende und richterliche Gewalt inne hat“.

Gewaltenteilung gibt es also nicht, siehe: http://www.vaticanstate.va/DE/Staat_und_Regierung/Geschichte/Die_Vatikanstadt_heute.htm

Und diese absolute Monarchie, wo alles in den Händen – eines (nun 85 jährigen) Papstes liegt – kennt keine Gewaltentrennung, also keine demokratische Kontrolle und vom Wesen her keine Transparenz. Indem Benedikt XVI. jetzt beteuert, trotz allem weiterhin auf dem Felsen Petri zu stehen, betont er auch die Unveränderlichkeit des absolutistischen Regimes, also des Fehlens jeglicher Transparenz. „Man sollte für die Freilegung einer Dokumente sehr dankbar sein“, schreibt unser römischer Leser. Das römische System, bestehend aus älteren Herren und Höflingen (Curia ist ja der „Hof“) maßt sich an, in göttlichem Auftrag, Werte und Tugenden, Glauben, Lieben, Hoffen verbindlich für alle Katholiken zu lehren. Der Widerspruch zu einem demokratischen Leben heute könnte – einmal mehr jetzt  – dokumentiert, kaum größer sein.

Der Brief des Lesers aus Rom fragt weiter: Hat dann noch die These der heutigen  kritischen Reformer recht, man könne von Innen her dieses Renaissance – System reformieren? Unter welchen Bedingungen sind Renaissance – Systeme verschwunden, wird diese Frage diskutiert?, fragt der Leser.

Werden da nicht von Reformern Illusionen geweckt und gutwillige Leute in die Irre geführt, wird ihnen in DIESEM Engagement für Reformen kostbare Lebenszeit geraubt?

Wir geben die Fragen aus Rom gern weiter zur Diskussion.

Weiter schreibt der Leser aus Rom: Warum schweigen zu dem Thema die einst etwas mutigeren Ordensgemeinschaften?

Warum schweigen die protestantischen Kirchen zu den aktuellen „Freilegungen“ im Vatikan?

Wir erlauben uns, unabhängig  von dem „Brief aus Rom“, ein Zitat aus dem neuen Buch des international geschätzten katholischen Theologen und Philosophen Prof. Dr. Tomás Halik (Prag),  „Nachtgedanken eines Beichtvaters“ (geschrieben 2005, auf Deutsch 2012, Herder) , wieder zu geben. Auf Seite 293 schreibt Tomás Halik:

„Unsere Zeit ist eine Zeit der Erschütterungen…So ist eines der großen Paradoxa, die wir derzeit durchleben … wohl darin begründet, dass gerade derjenige Bereich der (römischen) Kirche, der diese weiterhin für eine =feste Burg= hält, meiner Meinung nach wie ein auf Sand errichtetes Gebäude zusammenstürzen wird“.

Copyright: religionsphilosophischer-salon.de

 

Tomas Halik: Nachtgedanken eines Beichtvaters

Die Nacktheit des Glaubens: Tomas Halik und die Nachtgedanken eines Beichtvaters

Er sagt, dass junge Menschen heute in einer postoptimistischen Zeit leben. Und hofft, dass aus Glaubenden Suchende werden. Fragen an den Prager Theologen, Philosophen, Soziologen … und Skeptiker Tomás Halík

Von Christian Modehn

Aus aktuellem Anlass wurde am 4.8. 2015 ein weiterer Beitrag über Tomas Halik hier publiziert über sein Nein zu Veranstaltungen anläßlich der „Gay Pride“ in seiner Prager St. Salvator Kirche. Lesen Sie den aktuellen Beitrag und klicken Sie hier.

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Hier das Interview von 2012:

Herr Halík, Ihr neuestes Buch heißt »Nachtgedanken eines Beichtvaters«. Hat ein Beichtvater besondere Erkenntnisse?

Tomás Halík: Einmal in der Woche, meist mehrere Stunden lang, kommen Menschen zu mir zum Beichtgespräch oder zur geistlichen Beratung. Wenn ich dann spätabends zu Hause bin, bedenke ich noch einmal, was diese Menschen spüren. Dabei zeigt sich eine Art Trend: Vor allem junge Menschen haben nur sehr wenig Vertrauen in das Leben, auch wenig Vertrauen in Institutionen wie die Kirchen. Die meisten leben in einer »postoptimistischen Zeit«. Die großen Versprechen der Moderne, etwa »immer mehr Fortschritt«, gelten für sie nicht mehr. Sie können sich nicht mehr auf einen Fundus von Vertrauen beziehen. Es herrscht eine tiefe geistige Krise. Die Unterhaltungsindustrie bestimmt und verändert fast alle Lebensbereiche, selbst die Politik und die Religion. Kommerzielle Unterhaltung ist eine Droge! Diese Welt habe ich in meiner Perspektive als Beichtvater vor Augen, der die Seele der Menschen kennenlernt. Mein neues Buch ist also alles andere als ein dogmatischer Traktat übers Beichten.

Wenn der Optimismus vorbei ist – wofür treten Sie persönlich dann ein?

Halík:Ich wehre mich gegen den religiösen Optimismus, der da meint: Der liebe Gott wird schon alles zum Guten wenden; wir müssen nur fleißig beten, dann gibt es das, was wir bei Gott »bestellen«. Das ist Magie! In Tschechien gibt es den Satz: »Optimistisch ist nur ein Mensch, dem die Informationen fehlen.« Für mich ist entscheidend, die Krise, etwa den Mangel an authentischem Glauben, wirklich auszuhalten und nicht in Illusionen zu fliehen. Wir sollten das biblische Paradox annehmen: Nur durch das Kreuz und den Tod ergibt sich Neues, ein Sieg der Hoffnung.

Auch im Blick auf die Entwicklung der katholischen Kirche und der Theologie gibt es wenig Grund, optimistisch zu sein?

Halík: Meines Erachtens liegt das Christentum in Europa auf dem Sterbebett. Ich frage Pfarrer in meiner Heimat manchmal: »Welche Kirche haben wir in fünfzig Jahren?« Höre ich die Antworten, dann habe ich oft das Gefühl, dass ich mich in der Familie eines Schwerkranken befinde, wo eine stille Übereinkunft gilt, dass über diese Krankheit nicht gesprochen werden darf. In diversen kirchlichen Milieus hatte ich sogar das Gefühl, als sei ich in das Theaterstück »Geschlossene Gesellschaft« von Jean-Paul Sartre geraten. Im Theater versteht der Zuschauer ja nach einer gewissen Zeit, dass alle Akteure tot sind, obwohl sie so tun, als ob nichts geschehen sei. Ein tschechischer Priester hat die katholische Kirche einmal mit einer Mühle verglichen, die zwar noch klappert, jedoch nicht mehr mahlt.

Gilt das auch über Tschechien hinaus?

Halík: Es gibt in Europa eine große Müdigkeit unter den Christen, ich spreche gern von der »Müdigkeit am Mittag«: Der Morgen – im Bild gesprochen: die frühe Geschichte des Christentums – liegt hinter uns; die »Zeit der Reife«, also der Nachmittag, wie der Psychiater Carl Gustav Jung einmal sagte, steht bevor. Jetzt aber herrscht die Müdigkeit des Mittags. Diese Krisenzeit gilt es anzunehmen. Nur so kann die neue Zeit religiöser, mystischer Tiefe kommen.

Was bedeutet für Sie der Glaube?

Halík: Der Glaube ist keine Ideologie, keine billige Lehre, durch die wir irgendwie Sicherheit finden. Glauben ist das Ausgesetztsein dem Geheimnis Gottes gegenüber, ist – anspruchsvoll – Teilhabe am Leben Gottes. Mit dem Geheimnis zu leben, das schlage ich zum Beispiel auch »Atheisten« als Lebensmaxime vor.

Welche praktischen Konsequenzen ergeben sich daraus?

Halík: Für mich gibt es heute nicht mehr die alte Grenzziehung zwischen den Glaubenden und den Nichtglaubenden. Beide können sehr selbstzufrieden in ihrer Position erstarren. Wichtiger ist, dass Gläubige wie Atheisten ihre Selbstzufriedenheit aufgeben und Suchende werden. Und mit den Suchenden Geduld haben! Ich selbst bin ein Suchender, ein geborener Skeptiker. Zum Glauben fand ich, weil ich konsequent skeptisch sein wollte und eben auch an meinem Zweifeln zweifelte. Ich will immer mehr die Tiefe des Glaubens erfahren, sozusagen »zum Grunde gehen«, und dann meine Erfahrungen mit anderen teilen – im gemeinsamen Suchen. Für mich ist entscheidend der von Paulus stammende Begriff der »Kenosis«, der Entäußerung und des Leerwerdens. Das ist das Gegenteil von Hochmut, Macht und Gewalt.

Hat diese Entäußerung auch eine aktuelle Bedeutung?

Halík: Ja. Gerade fand die Wallfahrt zum Heiligen Rock nach Trier statt. Dort habe ich kürzlich gesagt: Kann denn der Heilige Rock, bei aller Hochachtung vor dieser Reliquie, heute noch ein Symbol der Kirche sein? Der Rock blieb doch in den Händen der Soldaten. Jesus ist nackt gestorben. Ist also nicht die Nacktheit Christi als Bild der Kirche viel treffender? Der nackte Christus – das ist Ausdruck der Entäußerung. Manchmal scheint es mir, dass Gott die katholische Kirche – angesichts der Missbrauchsfälle etwa – der Schmach vor den Augen der Welt preisgegeben hat auch als Strafe für all ihren Triumphalismus in der vergangenen wie jüngsten Geschichte. Es ist die Strafe für den Mangel an Bereitwilligkeit oder auch für die Unfähigkeit, mit allen Konsequenzen demütig zuzugeben, dass die Kirche eine »Gemeinschaft von Pilgern« ist, dass sie unterwegs ist und nicht am Ziel und sie keine »triumphierende Kirche« spielen darf.

Sie sprechen in Ihrem Buch von dem »bescheidenen, dem kleinen Glauben«. Gibt es von hier eine Verbindung zu den Atheisten?

Halík: Durchaus, denn wenn jemand praktisch zeigt, dass er die anderen als Brüder und Schwestern behandelt, dann folgt er – unbewusst – der Überzeugung, dass alle Menschen Kinder eines göttlichen »Vaters« sind. Wer die Lebensqualität dieser Erde bewahren will, der nimmt indirekt auch den Schöpfer an. Im Handeln zeigt sich also ein verschwiegener Glaube. Er ist schon in der Person verwurzelt, er ist nur noch nicht auf der bewussten Ebene formuliert. Darum verstehe ich mich mit diesen »Ungläubigen« gut und weniger gut mit einigen Christen, die nur viele Worte machen. Es gibt also eine neue Grenze zwischen Suchenden und Festgefahrenen. Eine bestimmte Art atheistischer Kritik kann eine Verbündete des Glaubens sein. Sie kann den Glauben von infantilen religiösen Vorstellungen befreien.

In Ihrem Buch kritisieren Sie ausdrücklich den enthusiastischen Glauben charismatischer Kreise.

Halík:Der Glaube sollte nicht zu einer schlichten Emotion werden. Glauben ist ein ernsthaftes Ringen mit dem Geheimnis, vor dem man oft sprachlos bleibt. Gott wohnt im unzugänglichen Licht! Wir sind immer mit dem Schweigen Gottes konfrontiert. Diese »Nacht des Glaubens« möchte ich respektieren. In unserer Universitätskirche in Prag versuchen wir dem zu entsprechen. Hier kommen sehr unterschiedliche Menschen zusammen. Mein Motto ist: »Alle sind eingeladen, niemand wird gezwungen.« Wir freuen uns, dass in den zwanzig Jahren meiner Tätigkeit dort rund tausend Menschen getauft wurden. Diese offene Gemeinde ist für viele eine Art Zuhause, weil wir auch anspruchsvolle Meditationen oder Kunstausstellungen anbieten.

Wie dringend sind Reformen in der katholischen Kirche?

Halík: Die katholische Kirche muss sich immer reformieren. Sie sollte zudem Pluralität in den eigenen Reihen zulassen. Die frühe Kirche war ja in ihrer Organisationsstruktur, Theologie und Liturgie weit bunter als das heutige Christentum. Eine völlige Einheit der Kirche war niemals und wird wohl nie eine historische Tatsache sein. Über all die Themen, die die Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche vorbringt, sollte ruhig und sachlich diskutiert werden. Das schreibe ich auch in meinem Buch. Ich denke, dass diese Gruppen in mancherlei Hinsicht schließlich doch recht haben. Aber ich wende mich entschieden gegen die Vorstellung, die ich allerdings nicht allen Vertretern dieser Bewegung unterstelle, dass sich durch eine Demokratisierung und Liberalisierung der Strukturen, der Disziplin und etlicher Punkte der Moraldoktrin der katholischen Kirche ein neuer Frühling des Christentums einstellen könnte. Aber auch den Traditionalisten gegenüber habe ich meine Vorbehalte: Sie wollen in eine vormoderne Zeit zurück und suchen sich aus dem Ganzen des Glaubens aus, was ihnen gefällt. Damit sind sie häretisch. Glauben aber ist keine bequeme Gewissheit.

Sind das Perspektiven, die aus Ihrer Sicht angesichts des 50. Jahrestages des Zweiten Vatikanischen Konzils im Herbst bedeutsam sein können?

Halík: Durchaus, man denke an die festlichen Worte, mit denen das Konzilsdokument »Über die Kirche in der Welt von heute« beginnt: dass eben »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen unserer Zeit auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Kirche« sind. Diese Worte klingen fast wie ein Ehe-Gelöbnis: Die katholische Kirche gelobt dem modernen Menschen Liebe, Achtung und Treue in guten wie in schlechten Zeiten. Ist sie ihrem Versprechen jedoch treu geblieben? Kann sie heute mit gutem Gewissen eine »Goldene Hochzeit« mit der modernen Gesellschaft feiern? Auf der anderen Seite muss man allerdings auch nüchtern fragen: War für den modernen Menschen eine solche »Ehe« überhaupt je begehrenswert? COPYRIGHT: PUBLIK – FORUM. Wir weisen ausdrücklich empfehlend auf diese Zeitschrift hin. www.publik-forum.de

Lesetipp: Tomás Halík: Nachtgedanken eines Beichtvaters – Glaube in Zeiten der Ungewissheit. Herder Verlag. 320 Seiten. 16,99 €

PS. am 6.6.2012:  Wir erlauben uns, aus aktuellem Anlaß im Vatikan,  ein Zitat aus dem neuen Buch von  Prof. Dr. Tomás Halik (Prag),  „Nachtgedanken eines Beichtvaters“ (geschrieben 2005, auf Deutsch 2012, Herder) , wieder zu geben. Auf Seite 293 schreibt Tomás Halik:  „Unsere Zeit ist eine Zeit der Erschütterungen…So ist eines der großen Paradoxa, die wir derzeit durchleben … wohl darin begründet, dass gerade derjenige Bereich der (römischen) Kirche, der diese weiterhin für eine =feste Burg= hält, meiner Meinung nach wie ein auf Sand errichtetes Gebäude zusammenstürzen wird“.

Die Götter müssen verschwinden. Warum die neuen Atheisten den Glauben fördern

Der folgende Text ist die ungekürzte Fassung eines Beitrags für den NDR (Kultur) am 30.10.2011, die Form entspricht der für Hörfunk – Produktionen üblichen Gestaltung.

NDR  Glaubenssachen

Die Götter müssen verschwinden

Warum die „neuen Atheisten“ den Glauben fördern

Von Christian Modehn

 

1. SPR.: Berichterstatter

2. SPR.: Zitator

SPRECHERIN

1.SPR.:

In Europa und Amerika machen Missionare der besonderen Art von sich reden. Sie gehen nicht werbend von Tür zu Tür und sie stehen auch nicht mit ihren Druckschriften geduldig wartend auf der Straße. Kanzeln werden sie wohl niemals betreten. Sie werben im Internet, organisieren Konferenzen, treten in Talkshows auf. Aber wie alle Prediger haben sie ein festes Ziel vor Augen: Sie wollen bekehren. Dabei ist ihre Botschaft alles andere als religiös. Sie propagieren, wie sie sagen, eine „Alternative“ zu den bestehenden Religionen. Im „Manifest des evolutiven Humanismus“ heißt es:

2. SPR.:

Es geht um die Entlarvung des realen Unsinns, der sich hinter den religiösen Sinnstrukturen verbirgt. Wir gehen davon aus, dass es im Universum mit rechten Dingen zugeht, dass also weder Götter noch Geister noch Kobolde oder Dämonen in die Naturgesetze eingreifen.

1.SPR.:

Mit diesen Worten formuliert die religionskritische „Giordano Bruno Stiftung“ ihr Grunddogma: Die Natur mit ihren Gesetzen sei „die“ Wirklichkeit. Philosophen nennen diese Überzeugung „Naturalismus“. Das heißt: Auf die Naturgesetze kommt es entscheidend an. Deswegen können auch nur die Naturwissenschaften erklären, was die Welt „letztlich“ bedeutet. Weil sich Gott mit naturwissenschaftlich – empirischen Methoden nicht wahrnehmen lässt, gibt es ihn auch nicht. So einfach ist das. Wer auf der Höhe der Zeit leben will, sollte darum eine Art Bekehrung vollziehen und dem religiösen Glauben abschwören. Die Attacken gegen den Glauben sind heftig und radikal; sie treffen das Herz der Religionen:

2. SPR.:

Es ist unverzichtbar, dass wir die lebensfeindlichen, kindlichen Mythen über Bord werfen. Wer dabei auf verletzbare religiöse Gefühle Rücksicht nimmt, zementiert nur die weltanschauliche Borniertheit.

1. SPR.:

So formuliert Michael Schmidt – Salomon, der Vorstandssprecher die Überzeugung der religionskritischen „Giordano Bruno Stiftung“. Unentwegt, immer unterwegs, versucht der promovierte Erziehungswissenschaftler diese Botschaft zu verbreiten. Die „Giordano Bruno Stiftung“, im Jahr 2004 gegründet, versteht sich als „Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung“. Inzwischen ist sie fest im kulturellen Leben verankert, nicht nur in Deutschland. Die Giordano Bruno Stiftung hat mehrere Regionalgruppen eingerichtet. Der internationale Förderkreis zählt mehr als 2000 Mitglieder aus 25 Ländern. Zum wissenschaftlichen Beirat gehören 54 zum Teil prominente Forscher und Universitätsprofessoren.

Die Zentrale der „Denkfabrik“ befindet sich in Mastershausen im Hunsrück, genauer gesagt auf dem Grundstück des Unternehmers Herbert Steffen. Nach seinem Austritt aus der katholischen Kirche stellt er schon seit vielen Jahren sein gesamtes Vermögen der Werbung für den Atheismus zur Verfügung. Seine Stiftung bezieht sich in ihrem Titel auf den Dominikaner Mönch Giordano Bruno. Er war zwar kein Atheist, dafür aber dachte er naturwissenschaftlich modern und, das ist wichtig: Er war ein unnachgiebiger Kritiker des kirchlichen Glaubens. Deswegen wurde er im Jahr 1600  auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Von dieser Leidenschaft für die kirchenkritische Vernunft ist der Vorstandssprechers Schmidt Salomon erfasst:

2. SPR.:

Heute kommt es vor allem auf Eines an: Kämpferischen Einsatz und öffentlich Farbe zu bekennen.  Gefordert ist eine globale Konversion, also Bekehrung, von der religiösen Überheblichkeit zum schlichten Menschsein.

1. SPR:

Bis vor etwa 10 Jahren war der dezidierte Atheismus in Deutschland eher in kleinen philosophischen Zirkeln beheimatet. Wenn sich Philosophieprofessoren wie Herbert Schnädelbach und Hans Blumenberg zum Atheismus bekannten, dann waren ihre Stellungnahmen differenzierte, sachlich abwägende Essays über den Unglauben, ohne jeden propagandistischen Ton.

Nun aber gibt es einen neuen Trend: Die Zahl der erklärten Atheisten nimmt weltweit zu, 700 Millionen sind es weltweit. Sie beziehen ihre Kraft vor allem aus dem Kampf gegen die Glaubenseiferer von der anderen Seite: den radikal Frommen, den islamistischen und christlich – evangelikalen Kreisen mit ihren fundamentalistischen Überzeugungen. Diese interpretieren ihre heiligen Texte im wortwörtlichen Verständnis. Ultra – konservative Christen in den USA glauben daran,  dass Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat. Sie fordern auch, dass dieser Glauben in den Schulen gelehrt wird. Wie in einem dialektischen Gegenschlag starten nun die neuen Atheisten ihre Propaganda.  Mit besonderer polemischer Schärfe wirbt der englische Biologe Richard Dawkins für den Atheismus. Sein Buch „Der Gotteswahn“  kam vor 5 Jahren auf den Markt, es wurde weltweit mehr als 3 Millionen Exemplaren mal verkauft, allein 300.000 in Deutschland. Dawkins formuliert sein Credo kurz und bündig:

2. SPR.:

Der Glaube an Gott ist eine entsetzliche Krankheit, die ausgerottet werden muss.

1. SPR.:

Diese Behauptung wird  von den amerikanischen Philosophen Sam Harris und Daniel Dennett – wiederum in Bestsellern – unterstützt. In Italien wettert der Mathematiker Professor Pieregiorgio Odifreddi gegen das Christentum. Er hält den religiösen Glauben für eine Form des Schwachsinns, der nur geistigen Zwergen zusteht. In Frankreich polemisiert der Philosoph Michel Onfray in zahlreichen Büchern gegen die Religionen. Auch Onfray steht dem so genannten „Meister Atheisten Richard Dawkins“ nahe. Im „Humanistischen Verband Deutschlands“, der Vertretung konfessionsfreier Menschen in Deutschland, grenzt man sich von diesen polemisch auftretenden Herren ab. Man spricht dort von „Krawall – Atheisten“.  Andere, weltweit geachtete Philosophen hingegen, wie Peter Sloterdijk, haben sich von der neuen atheistischen Welle distanziert:

2. SPR.:

Für mich ist Dawkins Buch ein Ausdruck von Seichtheit, deswegen lege ich es beiseite. Das Feld der Transzendenz ist das Feld dessen, was für uns Geheimnis bleibt, was wir nicht ganz durchdringen,. Transzendenz ist ja auch eine Metapher für das, was wir noch werden können.

1. SPR.:

Die am Potsdamer „Einstein Forum“ lehrende Philosophin Susan Neiman  verteidigt ausdrücklich die Überzeugungen religiöser Menschen:

SPRECHERIN:

Ich finde, Religion nicht ernst zu nehmen ist eine Verachtung der Welt, in der die meisten Menschen heute leben und denken. Die Ansicht Dawkins’, religiöse Menschen seien allesamt irrationale Idioten, ist einfach selber Ausdruck reiner Ignoranz.

1. SPR.:

Zu einem ähnlichen Urteil kommt auch der sich ausdrücklich atheistisch nennende Philosoph Joachim Kahl aus Marburg. Er wirft dem von Dawkins inspirierten Buch „Manifest des evolutionären Humanismus“ gedankliche Dürftigkeit vor.

2. SPR.:

Dieser bilderstürmerische Atheismus ergeht sich in einer eifernden Antithese zur Religion, und er erschöpft sich darin. Die ganze Welt soll als „religionsfreie Zone“ erlöst werden, wo nur die wahre Lehre der vermeintlich Aufgeklärten gelten soll. Dawkins hat von den Ambivalenzen der Religion keine Ahnung, sie hat menschenverachtende und menschenfreundliche Züge, sie enthält Sinn und Unsinn, Vernunft und Unvernunft.

1. SPR.:

Die christlichen Kirchen, vor allem die Theologen, können und wollen die Thesen der neuen Atheisten nicht einfach ignorieren. Denn deren einprägsamen Sprüche und griffigen Formeln prägen das Bewusstsein vieler Menschen. Es ist vielfach chic, sich als Atheist zu outen; in manchen großstädtischen Milieus ist man sich des Beifalls sicher.

Viele Theologen wollen ohne Polemik und seriös argumentierend auf die Herausforderung der „neuen Atheisten“  reagieren.  Sie sind überzeugt: Trotz aller Polemik weisen die atheistischen Eiferer auf Schwachstellen der christlichen Lehre hin. Ein Beispiel für die beginnende Auseinandersetzung ist die Internationale Zeitschrift für Theologie CONCILIUM. Sie hat vor einem Jahr in einem Heft vierzehn Autoren aus verschiedenen Kirchen zu Wort kommen lassen. Die Auseinandersetzung mit dem „Neuer Atheismus“ sei zumindest in den USA en vogue, meint Philip Clayton, protestantischer Theologe aus Kalifornien:

2. SPR.:

Die Zahl der aktuellen Bücher, die die Argumente der neuen Atheisten erschüttern, ist inzwischen Legion.

1. SPR.:

Theologen und Philosophen leisten zunächst elementare Aufklärungsarbeit: Und die beginnt damit, an die Grenzen naturwissenschaftlicher Forschung zu erinnern. Darin sind sich die Autoren der Zeitschrift Concilium einig:

2. SPR.:

Naturwissenschaft hat nichts mit Gott zu tun. Sie kann mit ihren Methoden Gott nicht erreichen und auch Gott nicht erkennen. Deswegen lässt sich naturwissenschaftlich weder der Theismus noch der Atheismus beweisen. Naturwissenschaft fragt nicht nach dem Sinn des Lebens, sie kann von daher keine Antwort geben auf religiöse oder metaphysische Fragen. Der Versuch, den Atheismus, naturwissenschaftlich zu begründen, muss scheitern. Auch der Atheismus ist eine Glaubenshaltung mit dem Bekenntnis: Ich bin überzeugt, es gibt keinen Gott.

1.SPR.:

Atheismus wie Theismus haben also eins gemeinsam: Sie sind Glaubenshaltungen und naturwissenschaftlich nicht begründbar. Auf dieser Basis können Philosophen und Theologen die neuen Atheisten ernst nehmen. Sie können sogar dankbar sein, dass die neue Bewegung der Ungläubigen für die nötige Unruhe der Selbstkritik in den Kreisen der Gläubigen sorgt, wie der protestantische Philosoph Paul Ricoeur betont:

2. SPR.:

Der Atheismus ist der Boden für einen neuen Glauben, für einen Glauben des nachreligiösen Zeitalters.

1. SPR.:

Dawkins und seine Mitstreiter haben eindringlich gezeigt, dass es populäre und manchmal infantile Vorstellungen unter den Gläubigen gibt. Theologen können dies nicht gutheißen und müssen sich dagegen wehren. So wird es zur dringenden Aufgabe, zeitgemäß und in der Sprache von heute die wichtigen Grundlagen der christlichen Religion zu erläutern, meint der Theologe Philip Clayton:

2. SPR.:

Ich sage nicht, dass alle theologischen Aussagen über Gott überflüssig geworden sind. Doch die traditionellen Kategorien und Begriffe, mit denen Gott beschrieben wurde, verlieren an Halt. Darum müssen neue Formulierungen gefunden werden.

1. SPR.:

Der amerikanische Theologe Clayton weist etwa den traditionsreichen Begriff „übernatürlich“ zurück. Früher war er selbstverständlich, die besondere, die himmlische, also nicht – irdische  Existenzform Gottes mit dem Wort übernatürlich zu beschreiben:

2. SPR.:

Aber diese Trennung von natürlich und übernatürlich, von weltlich und göttlich, ist theologisch gesehen ein komplettes Desaster. Gott wird in weite Ferne gerückt, ein solcher ferner himmlischer Gott kann die Welt nur durch sein Eingreifen in die Natur beeinflussen, indem er z.B. in Wundern die Naturgesetzte durchbricht. Aber für diese Eingriffe Gottes gibt es im modernen Bewusstsein keinen Platz mehr.

1. SPR.:

Ähnliche Probleme gibt es, wenn die Frommen ihren Gott als eine Person ansprechen, und dabei so tun, als wäre Gott sozusagen der gute Kumpel von nebenan, eine Person wie wir. Theologen revidieren darum missverständlich personale Beschreibungen Gottes. Sie werden vorsichtiger in der allzu menschlich gefärbten Anrede Gottes und nennen Gott nicht mehr so selbstverständlich wie in Kirchenliedern gerecht und gütig, barmherzig und strafend. Wie kann ein gerechter Gott auch gütig sein, und ein barmherziger Gott auch strafend? Es macht sich heute eine neue Scheu bemerkbar, von dem Unbedingten, dem Absoluten und dem ewigen göttlichen Geist allzu menschlich zu sprechen. Theologen bekennen, wie leichtfertig sie von Gott bisher gesprochen haben. Der Protestant Paul Tillich warnte schon vor 50 Jahren, dass der allzu vertraute und allzu bekannte Gott zu einem Götzen wird, einem Objekt, das in die Verfügbarkeit der Menschen gerät. An diese Warnung halten sich heutige Theologen. Sie nehmen Gott als das Unendliche wahr, als das Geheimnis, das wir nicht umfassen und deswegen auch nicht definieren können. Wir können es im Denken lediglich „berühren“, ahnend ertasten. Darin beziehen sich die Theologen auf die Einsichten des Mystikers Meister Eckart oder die Erkenntnisse des Philosophen Karl Jaspers:

2. SPR.:

„An den Grenzen der Vernunft steht das Unbegreifliche und das Geheimnis. Das Geheimnis erfahren wir als Grenze unserer Vernunft, aber wir nehmen es in das Licht unserer Vernunft auf“.

1.SPR::

Die Berliner Philosophin Petra von Morstein führt Jaspers Gedanken weiter:

Sprecherin

Das Göttliche entzieht sich unserer objektiven Erkenntnis. Aber doch erleben wir etwas über die Grenzen des objektivierenden Verstandes hinaus. Wir wollen das artikulieren. Aber wie tun wir das? Natürlich auch in Begriffen. Aber wir drücken diese Erfahrung symbolisch aus. Und in diesem Sinne wäre „Gott der Vater“ ein Symbol, aber es ist nicht wörtlich zu nehmen.

1. SPR.:

Vor allem über das Beten und Bitten muss angesichts eines „reiferen“ Gottesbild neu nachgedacht werden. Kann Gott, der das alles gründende, das ewige Geheimnis ist, unsere egoistischen Wünsche erhören und befriedigen?  Der spanische Theologieprofessor Andrés Torres Queiruga fragt in der Zeitschrift Concilium:
2. SPR.:

Schon der Kirchenlehrer Augustinus und der mittelalterliche Theologe Thomas von Aquin lehrten, dass wir im Gebet nicht etwa bitten sollen, um Gott zu unseren Gunsten zu verändern und umzustimmen, sondern vielmehr sollen wir beten und bitten, dass wir selbst uns ändern. Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard hat diesen Gedanken weitergeführt: Das Gebet ändert nicht Gott, aber es verändert den Betenden. Wenn wir beten: Gottes Reich möge kommen, dann wollen wir dieses Reich des Friedens nicht herbeizwingen. Dann bestärken wir lediglich unsere eigene Sehnsucht nach diesem Reich des Friedens und der Gerechtigkeit.

1. SPR.:

Im Gebet wollen sich die Betenden also selbst ändern, ihr Denken und ihr Verhalten. So gesehen führt die theologische Auseinandersetzung mit den neuen Atheisten zur Überprüfung bisheriger kirchlicher Überzeugungen. Etliche Beobachter haben den Eindruck, als seien die neuen Atheisten –trotz ihrer Polemik – provozierende, prophetische Stimmen. Für diese von außen, aus der kritischen Distanz, formulierte Kritik kennt die kirchliche Tradition den Begriff der „Fremdprophetie“: Sie sollte ernst genommen werden, weil sie auf „wunde Punkte“ der traditionellen Lehre hinweist.

So macht sich angesichts der Provokationen der „neuen Atheisten“ eine neue theologische Bescheidenheit breit. Diese Haltung wird nachdrücklich unterstützt von Christen, die im ständigen Austausch mit Atheisten, Agnostikern und Skeptikern stehen, z.B. von dem katholischen Priester Tomas Halik. Er leitet in Prag die „Christliche Akademie“ und arbeitet als Professor für Soziologie an der Karls Universität. Sein besonderes Interesse gilt der Studentengemeinde, in der ausdrücklich atheistische und skeptische Menschen willkommen sind. Wenn Tomas Halik von Gott spricht, dann nie in der Position des Wissenden, schon gar nicht des „Besserwissenden“. Seine theologisch – spirituellen Überzeugungen hat er kürzlich in seinem Buch „Geduld mit Gott“ veröffentlicht. Darin heißt es:

2. SPR.:

Auch Glaubende erfahren, dass Gott mehr abwesend als greifbar nahe ist. Ein reifer Glaube ist ein geduldiges Ausharren in der Nacht des Geheimnisses. Der suchende Glaube kann im schmerzlichen, leidenschaftlichen, protestierenden Atheismus seinen Bruder erkennen. Auch wir Christen bleiben manchmal im Schmerz unbeantworteter Fragen vor dem Geheimnis des Bösen stehen. Auch unser Glaube erlaubt uns nicht, im Frieden endgültiger Antworten zu ruhen, sollte die Antwort der billige Trost des ‚religiösen Opiums‘ oder das stoische Akzeptieren der Sinnlosigkeit der Welt sein. Diesen Atheismus – den leidenschaftlichen Protest-Atheismus – können Christen nicht anders „besiegen, als dass wir ihn umarmen.

1. SPR.:

Diese „Umarmung“ von Glaubenden und Nichtglaubenden hat nur Sinn, wenn sie sich über alle Debatten hinaus auch gemeinsamen Aufgabe zuwenden: Und entdecken, dass sie z.B. vereint für die Menschenrechte eintreten können, für den Schutz der Umwelt, die Überwindung der Armut. In diesem Sinne haben sich z.B. in Frankreich Gruppen gebildet, in denen Glaubende und Nichtglaube alle ideologischen Differenzen hinter sich lassen. Dieses gemeinsame Engagement ist für den atheistischen Philosophen und Publizisten André Comte Sponville aus Paris genauso dringlich wie die religiösen Debatten:

2.SPR.:

Für mich geht die Grenze nicht zwischen den Glaubenden und den Nichtglaubenden. Sie verläuft vielmehr zwischen den freien, offenen, toleranten Geistern auf der einen Seite, ob man nun an Gott glaubt oder nicht. Und auf der anderen Seite sind die dogmatischen, die fanatischen Geister, die gibt es unter Glaubenden wie Nichtglaubenden. Wir kämpfen gegen die Fanatiker und gegen die Nihilisten. Das sind die Leute, die an nichts glauben, die nichts respektieren, die keine Werte haben, keine Prinzipien, keine Ideale. Darum will ich allen den anderen, Glaubenden wie Nichtglaubenden,  ein Bündnis vorschlagen: Wir sollen die gemeinsamen Werte der Menschheit verteidigen, vor allem die Menschenrechte.

1. SPR.:

Ob es zu einer praktischen Zusammenarbeit von Christen und Mitgliedern der Giordano Bruno Stiftung kommen wird, ist offen. Auszuschließen sind Formen der praktischen Kooperation allerdings nicht, zumal Theisten wie Atheisten entdecken: Es gibt längst die neuen Götter oder besser: die Götzen, die da heißen: Wirtschaftswachstum, Geld, Profit, Herrschaft der Reichen. Diesen Göttern opfern sich die meisten Menschen auf. Der Dichter Christoph Hein hat sich mit diesen neuen Göttern auseinandergesetzt, er hat kürzlich erklärt:

2. SPR.:

Alle Regierungen haben entschieden, es sei wichtiger das Kapital zu schützen als das Klima, deswegen sie kümmern sich verstärkt um funktionierende Banken und Autofabriken.

1. SPR.:

Darüber hinaus ist es auffällig, dass die Atheisten aus dem Umfeld der Giordano Bruno Stiftung nun differenzierter über die Kirchen denken. Haben sie die von den theologischen Repliken gelernt? So wird endlich zugegeben, dass es vernünftig argumentierende Christen gibt. Noch wichtiger ist, dass die neuen Atheisten in ihren neuesten Publikationen anerkennen:

2. SPR.:

Es gibt einen „poetischen Überschuss des Lebens“.

1.SPR.:

Und der zeigt sich, wenn Menschen nach dem Sinn des Lebens fragen, dann werde die Alltagswelt überschritten zugunsten dieses poetischen Überschusses In der Kunst findet er seinen Ausdruck. Beschreibt dieser poetische Überschuss eine Art Transzendenzerfahrung? Wird die Kunst zur Plattform für Gespräche zwischen Christen und Atheisten? Vielleicht könnte die Einsicht Goethes hilfreich sein:

2. SPR.:

Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, der hat auch Religion. Wer jene beiden nicht besitzt, der habe Religion.

 

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