An welchen Gott können wir, sollten wir, heute glauben? Ein religionsphilosophischer Salon anlässlich des “The­sen­an­schlags” vor 500 Jahren.

Der The­sen­an­schlag Martin Luthers vor 500 Jahren kann naturgemäß vom Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin nicht einfach übersehen werden. Das weiß nun jede(r): Am 31.10.1517 wurde eine Wende in der Geschichte nicht nur der Religionen eingeleitet… Wir stellen uns also in unserer Sitzung am Freitag, den 20. Oktober 2017, um 19 Uhr, dieser aktuellen (!) Reformations – Frage, die ein heutiger Luther stellen müsste:

An welchen Gott (Göttin) können wir, sollten wir, wollen wir heute glauben und … diesen Gott (be)denken.

Dabei stellen wir uns auch philosophisch die Frage: Selbst wer sagt, an keinen Gott zu glauben, der also das Glaubens – Bekenntnis des Atheisten ausspricht, hat doch irgendeinen anderen Gott, verstanden als absoluten Mittelpunkt in seinem Leben? Der Salon am 20. Oktober könnte auch zu einem mehr persönlich “gefärbten” Gespräch werden, um einmal den üblichen, richtigen “Abstand” vom eigenen Meinen und Fühlen im philosophischen Reden ein wenig abzuschwächen.

Herzliche Einladung also zu einem Gespräch, das auch der Reformation eigenen Denkens und Handelns dienen kann.

Wir treffen uns in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf. Zur Einstimmung gibt es viele Bücher und Texte. Eine Möglichkeit ist etwa: Die “neun komma fünf Thesen” (anstelle der 95 von Luther), die ich hoffentlich als  Provokation auf diese website vor längerer Zeit schon gestellt habe.

Anmeldung also wegen der begrenzten Anzahl der Plätze erbeten an: christian.modehn@berlin.de

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach. ARTE zeigt einen Film von Roy Andersson.

Religionsphilosophische Hinweise zu Roy Anderssons neuestem Film

Von Christian Modehn

Der Film wird auf ARTE am Mittwoch, den 23. August 2017 um 20.15 gesendet.

Manchmal müssen religionsphilosophisch Interessierte auf ihrer Vermutung beharren und „Religiöses“, vielleicht Christliches, sicher aber allgemein Spirituelles auch in Filmen suchen, die in den Kritiken kaum mit diesem religiösen Hinblick gewürdigt werden.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, aus Kunstwerken – und das sind oft Filme, selbstverständlich die von Roy Andersson – religiöse Kunstwerke zu „machen“ oder sie gar in einen christlichen Rahmen zu stellen. Es geht nur darum, dass, oft übersehen, tatsächlich religiöse Elemente im Kunstwerk Film anwesend sind, versteckt, indirekt, in Anspielungen.

Diese religiösen und sogar spezieller christlichen Strukturen sind auch in dem Film „ Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ sichtbar. Diesen Film „eine schwarzhumorige Komödie“ zu nennen, wie in der Werbung geschehen, ist eine schon fast freche Banalisierung des Films, auch das Klischee „Tragikomödie“ ist unzutreffend. Es ist ein ins Nachdenken führender Film über das existentielle Leiden des Menschen. Andersson ist ein philosophischer Filmemacher!

Es sind die apathischen Menschen, existentiell am Ende, die beim Zuschauer den Wunsch und die Hoffnung wecken, es sollte ihnen besser geht. Das gilt insbesondere für die beiden Protagonisten, die Scherzartikel verkaufen wollen, aber dabei keine Erfolg haben. Sie wollen den Menschen helfen, zu lachen und Spaß zu haben, aber das gelingt nicht. Sie sind ja selbst verzweifelt. Traurig die Leute, die immer anderen am Telefon zurufen: “Ich freue mich zu hören, dass es euch gut geht“. Ihnen selbst aber geht es schlecht. Christlich im ethischen Sinne ist auch die Hilfsbereitschaft, etwa in der Kneipe, wie einem uralten, aber fast tauben Stammgast von allen anderen Gästen umständlich geholfen wird. Man brüllt ihm nach „Gute Nacht“. Oder die Liebe der Mutter zu ihrem Baby. Oder die Großzügigkeit der Kneipenbesitzerin „Humpel Lotte“ in ihrem Lokal in Göteborg: Sie ist über die liebevolle Umarmung der Soldaten so sehr erfreut, dass sie alle mit einem Schnaps belohnt. Auch die Vorstellung von einem göttlichen Gericht nach dem Tod fehlt nicht: Jonathan, einer der Scherzartikel Verkäufer, freut sich beim Hören von Kirchenliedern gar nicht, seine Eltern dort im Himmel wieder zu sehen… Er erlebt später einen schrecklichen Traum: Wie Kolonialherren die schwarzen Einwohner Afrikas, Sklaven, aneinander ketten und dann in einer riesigen Trommel verbrennen. Eine Art KZ im 19. Jahrhundert. Jonathan stellt am Schluss die entscheidende Frage: „Ist es denn richtig, andere Menschen nur zum eigenen Vergnügen zu benutzen?“ Eine Frage, die treffend von Mitbewohnern als philosophische Frage bewertet wird… Aber für eine Debatte sei es am Abend doch zu spät. „Na dann gute Nacht“, sagt Jonathan.

Dieser Film ist eine wunderbar gelungene Sammlung von Tableaus, von Bildern, die man als Standbilder bezeichnen könnte. Walter Benjamin hat „Denkbilder“ verfasst. Der Film enthält auch Denk – Bilder, die ins Religiöse weisen. Zwei Zitate aus einem Interview mit Roy Andersson, das Susanne Burg von DeutschlandRadioKultur am 27.12.2015 führte, sind hier wichtig. Andersson bezieht sich dabei ausdrücklich auf die Bibel, er sagt: „Ich liebe diese Figuren in dem Film, auch wenn ich nicht immer verstehe, was sie tun. In der Bibel, im Neuen Testament, gibt es ja diesen interessanten Satz: Gott, vergib ihnen, auch wenn sie nicht wissen, was sie tun. Und Jesus liebt solche Menschen, und er versucht seinem Vater zu sagen, dass er ihnen vergeben solle“.

Seinen ethischen Anspruch als Künstler beschreibt Andersson in dem Interview so: „Wir leben zurzeit wirklich auf der Welt in schweren Zeiten, Apathie ist eine Konsequenz. „Ich würde ganz gerne das Gegenteil von Apathie verstärken, nämlich Empathie. Ich möchte mit dem Film helfen, dass man wieder mehr Empathie empfindet. Das halte ich für sehr, sehr wichtig in der Kunst, und ich finde, man hat als Künstler Dienst an der Menschheit zu leisten und vielleicht etwas zu tun, dass die Welt weniger apathisch wird“.

Aus der Bibel-Kenntnis von Roy Andersson sollte man nicht den Schluss ziehen, er sei ein hundertprozentig frommer Lutheraner, als der er geboren wurde. Er sieht die Kirche als Organisation und die offiziellen dogmatischen Titel für Jesus Christus als viel zu eng. In „Village Voice“ (New York) schrieb Jessica Winter am 2. Juli 2002: „Born in Gothenburg (Göteborg) to a Lutheran family in 1943, Andersson never found much use for organized religion: “All the church ever told us was to obey, work hard, be loyal to the king, and don’t enjoy anything too much.” More than once in Songs, a character remarks that Christ “wasn’t the son of God—he was just a nice guy,” while an overstock of hideous plastic crucifixes provides a recurring sight gag. “Jesus represents love and generosity, but we use him as a materialistic symbol—the church is a business like any other,” Andersson maintains. “So I’m teasing a little.”

Der Film von Roy Andresson „Das jüngste Gewitter“ (2008) sollte auch auf ARTE oder im Ersten gezeigt werden. Auch dieser Film enthält viele religionsphilosophische und ethische Aspekte: Der Verfall der Menschlichkeit, die Gehässigkeit in den Beziehungen der Menschen untereinander, auch der oberflächliche Umgang mit dem Tod sind dort Themen, die angstvolle Bedrohung durch Bomber, die kein jüngstes Gericht, sondern (bloß?) ein “jüngstes Gewitter” ankündigen. Traurig die Szene, wie aus einer Kirche eine leidenschaftlich betende und bittende Frau vertrieben wird: Sie bittet als einzige lautstark Gott um Verzeihung für all die Sünden der kapitalistischen Gesellschaft, Gier, Geiz, Brutalität usw…Aber der Pfarrer will die berechtigte Klage nicht länger hören, er muss die Kirche schließen und, so wörtlich, “das Licht ausmachen”.

Roy Anderssons erster, schon damals preisgekrönter Film war „A swedish love story“ 1970. Einzigartig ist der Raum, in dem Andersson seine Filme schafft: In seinem „Studio 24“ im Zentrum von Stockholm wird alles gedreht, 200 Meter vom Königlichen Theater entfernt.

Eine Buchempfehlung: Culture, Health and Religion in the Millenium: Sweden Unparadised. Hg. von M. Demker, Y. Leffler und O. Sigurdson, Palgrave. 2014-

copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

 

Neues zur Erbsünde: Muss der christliche Glaube Angst machen?

Einige weiter führende Thesen von Christian Modehn am 20.7. 2017

Meinen zuerst veröffentlichten Beitrag, in der empfehlenswerten Zeitschrift Publik Forum, Heft 11/2017, lesen Sie hier mit einem weiteren Thesenpapier, das aus einer Diskussion hervor gegangen ist. Dass selbst Mitglieder des Augustinerordens heute wenigstens leise, aber deutliche Kritik an Augustins Erbsündenlehre äußern, lesen Sie bitte am Ende dieses Beitrags! Und sogar der treu-katholische Theologe und Historiker der frühen Kirche und der so genannten Kirchenväter, Pater Joseph Barbel, kritisiert den “kaum begreiflichen Eifer Augustins zur Widerlegung seines theologischen, die Freiheit verteidigenden Gegners, des Bischofs Julian von Eclanum”. Auch dazu mehr, siehe am Ende dieses Beitrags.

Die Diskussion über Sinn und Unsinn der christlichen Erbsünden-Lehre geht weiter, das zeigen die vielen Weiterlesen ⇘

Rechtsextreme Ideen werden vom Straßburger Erzbischof Luc Ravel propagiert

Ein Hinweis von Christian Modehn am 19.7. 2017

Luc Ravel (geb. 1957) ist seit einigen Wochen der neue Erzbischof von Straßburg im Elsass. Dort gelten – im Unterschied zum übrigen Frankreich – die Bestimmungen des Konkordates aus napoleonischen Zeiten; dementsprechend hat noch Staatspräsident Hollande entscheidend zu Ravels Anstellung beigetragen.

Ravel war zuvor Militärbischof. Er ist seit der Zeit als äußerst konservativer Theologe bekannt. Nun hat er vor einigen Tagen in der Tageszeitung „Dernières Nouvelles d Alsace“ erklärt: Frankreichs Bevölkerung (d.h. die weiße und irgendwie noch christliche) werde wohl bald von der kinderreichen muslimischen Bevölkerung ERSETZT. Das Wort „remplacement“ ist dabei entscheidend: Es finde also ein Austausch, ein „Ersetztwerden“, der Bevölkerung durch eine andere, ja man muss wohl sagen, Rasse, statt. Die diffusen Ängste von Michel Houellebecq (Roman „Unterwerfung“) und die Ideologie rechtsextremer Parteien hat sich also der Erzbischof zu eigen gemacht.

Zum Hintergrund:

„Frankreich verschwindet bald, weil die muslimischen Familien immer mehr Kinder bekommen“: Der rechtsextreme Ideologe Renaud Camus verbreitet diese Behauptung ziemlich erfolgreich. Bei der rechtsextremen Partei Front National finden seine Ideen Zustimmung sowie bei anderen entsprechenden Bewegungen, wie den „Identitären“. Aber selbst Nicolas Sarkozy hat sich am 5. August 2016 der populären Behauptung angeschlossen, als er sagte: „l’axe du monde étant clairement passé vers l’Afrique et l’Asie …Il nous faut réagir, ou on disparaîtra“. D.h.: Die Achse der Demographie dreht sich klar Richtung Afrika und Asien, wir Franzosen müssen reagieren oder wir werden verschwinden“. Mit dem „Wir“ sind die gebürtigen Franzosen gemeint, jene weißen Herrschaften, die allerdings oft vergessen, selbst ungarische (wie Sarkozy), italienische, spanische, polnische, russische, deutsche Großeltern zu haben. „Reinrassige Vollblut Franzosen, Gallier? “ gibt es “leider” nicht! Nun aber haben diese weißen (katholischen) Herrschaften Angst zu verschwinden. Warum? Weil die muslimischen Familien, also die Leute aus Nordafrika oder aus den südlicheren afrikanischen Staaten, so kinderreich sind in Frankreich.

Es geht also ganz klar um einen Kampf der Rassen: Hier die ansässigen guten Franzosen (obwohl sie auch alle Mischlinge sind aufgrund der Einwanderungen seit 1800) und dort, auf der anderen Seite, die bedrohlichen Typen, die „wie wild“ Kinder zeugen und dadurch faktisch Frankreich erobern. Diese rassistische Idee wird in Frankreich viel diskutiert, auch in literarischen Kreisen. Sie wurde einerseits empirisch widerlegt und auf der anderen Seite klar gestellt: Dass in Frankreich immer schon „Mischungen“ von Menschen unterschiedlicher Herkunft besteht und dass es doch falsch sei zu behaupten, alle Muslime in Frankreich wollten sozusagen die Macht übernehmen und die Republik abschaffen.

Erzbischof Ravel jedenfalls übernimmt jetzt öffentlich (!) die rechtsextreme Ideologie und lobt sich deswegen selbst als mutigen Franzosen, „weil ich Frankreich liebe“. Er liebt aber nur das katholische, das alte Frankreich, nicht das offene, das dialogbereite republikanische Frankreich.

Das hat Erzbischof Luc Ravel schon beweisen, als er noch Bischof des Militär-Bistums war, auch dies gibt es in Frankreich, es sei all denen gesagt, die ewig und ungebildet von der totalen Trennung von Kirchen und Staat in Frankreich plaudern und diese laicité dann als Deutsche bedauern…

Also, Bischof Ravel hat als Militärbischof nach den Terroranschlägen in Paris behauptet: Man solle die 17 Opfer dieser Terroranschläge mit den 200.000 Opfern vergleichen, die durch die Abtreibung in Frankreich nicht geboren werden. Diese Abtreibungs – „Morde“ seien wohl schlimmer als die 17 Opfer der Terroranschläge. Die Behörden des Verteidigungsministeriums haben gegen diese Aussagen protestiert.

Trotzdem wurde dieser absolute pro-life-Fan noch auf den Posten des Erzbischofs von Straßburg gesetzt, weil seine Tätigkeit als Militärbischof nicht verlängert wurde. Das ist die vatikanische Personalpolitik: Irgendwo muss man einen Kleriker, einen Bischof, eben unterbringen. So viele geeignete Kleriker fürs Bischofsamt gibt es ja ohnehin nicht mehr. Und zu allem Unglück war Ravel auch noch Mitglied der Glaubenskommission der französischen Bischofskonferenz. Die Politiker im Elsass haben den neuen Bischof voller Überschwang willkommen geheißen, selbst der sozialistische Bürgermeister war wohl begeistert.

Für den neuen Erzbischof von Strassburg, der Stadt Europas und der Menschenrechte, ist jedenfalls der französische Laizismus, wie er sagt, also die Trennung der Kirchen vom Staat. genauso gefährlich wie der Islamismus. das betont er deutlich mit Unschuldsmiene des Naiven, der er nicht ist. Und er ist felsenfest als Fundamentalist überzeugt: Dass “Jesus Christus der Meister des Kosmos und der Geschichte ist”, das heißt: Jesus Christus soll alles bestimmend sein in der Gesellschaft und im Staat. Was ist da der Unterschied zum alles bestimmenden Koran?

copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

 

Ohne Erbsünde glauben!

Warum sich das Christentum von dieser verhängnisvollen Lehre befreien sollte.

Hinweise von Christian Modehn. Zu meinem Beitrag, dem auch historisch argumentierenden Plädoyer für die Befreiung von diesem Lehr-Konstrukt Erbsünde, hat Eugen Drewermann in Publik Forum ebenfalls eine Entgegnung geschrieben, mit dem verstörenden Titel, der eher an philosophische Naturalisten denn an Psychotherapeuten erinnert: “Der Mensch ist nicht frei”. Weil dieser Beitrag zum Schluss sogar polemisch auf mich Bezug nimmt, ist Drewermanns Beitrag unten abgedruckt.

…..

Meine Perspektive orientiert sich auch an der Philosophie Immanuel Kants in dem Zusammenhang. Der französische Philosoph André Comte-Sponville fasste diese Position, die ich teile, in dem knappen Satz zusammen: “Nach Kant ist die Eigenliebe die Quelle alles Bösen” (in: Ermutigung zum unzeitgemäßen Leben, Rowohlt Verlag, 2001, S. 62). Indem das Böse in dieser Welt als Objektivierung von Eigenliebe(n) verstanden wird im Laufe der Geschichte, bleibt das Böse eben auch korrigierbar und letztlich auch einschränkbar und überwindbar! Eben indem man die einseitige Eigenliebe erkennt und mutig schrittweise überwindet. Und diese praktische Überwindung deuten Christen als Gnade, als Gabe des heiligen Geistes. Christen brauchen überhaupt nicht die Lehre von der furchtbaren unüberwindbaren (!) Erbsünde aus den Zeiten des Augustinus. Diese Lehre, auch als Dogma, ist mitgeschleppte Ideologie einer  Angst machenden Theologie.

Die Menschen mit ihren Fehlern sollten also nur an ihrem eigenen Egoismus arbeiten. Das wäre ein hübsches gemeinschaftliches Kirchenprojekt: Anstelle der Gottesdienste sonntags etwa psychologische Hilfen bieten zur Einübung in ein Leben jenseits des Egoismus! Das wäre vielleicht so etwas wie erlebte “Erlösung”, von der die orthoxoxen, dogmatischen Kirchen ständig plaudern und eine Messe nach der anderen feiern.

Diese neue Praxis aber ist schwerer zu realisieren als über die Last der Erbsünde zu jammern und tausend Bücher über die Mythen im Buch Genesis hin und her zu wälzen, wie es Eugen Drewermann tut und der dabei nur die veraltete Theologie/Ideologie in psychologischen Formulierungen wiederholt.

Für alle, die Kant in dem Punkt mißverstehen, weil sie mal schnell irgendwas vom “Hang zum Bösen” bei Kant aufgeschnappt haben: Der Hang zum Guten gehört für Kant NOTWENDIG zur Möglichkeit des menschlichen Wesens! Während der “Hang zum Bösen” nicht wesentlich ist für den Menschen. Das sollte man auch bei allen Leserbriefen beachten.

………..

Warum sich das Christentum von dieser verhängnisvollen Lehre befreien sollte. Von Christian Modehn. (Inzwischen fanden auch Gespräche und Dispute zum Thema “Abschied von der Erbsünde” statt: Dazu weitere Informationen.

Der Beitrag vom 11.7. 2017:

Ein Hinweis vorweg: Dieser Beitrag ist das, leider vom Zeitschriftenformat her bedingte viel zu kurze Plädoyer, an einem “Punkt”  theologisch “aufzuräumen”! Mit der Bereitschaft Weiterlesen ⇘

Kardinal Meisner gestorben: Ein Kirchenfürst ist tot!

Einige wenige Hinweise von Christian Modehn am 5. Juli 2017. Siehe auch den aktuellen Beitrag vom 18.3.2021: LINK

Zum Tod eines Kirchenfürsten passt sehr gut ein lateinisches Zitat: „De mortuis nil nisi bene“ (Über Verstorbene darf nur gut gesprochen werden).

Aber bei diesem verstorbenen Kardinal Joachim Meisner kann dieser Grundsatz nicht gelten, wenn denn auch nur im Ansatz historische Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit eine Geltung haben sollen in einer demokratischen Öffentlichkeit.

Meisner war – milde gesagt – ein Kirchenfürst, der Weiterlesen ⇘

„Ohne Erbsünde glauben“. 10 Fragen und Antworten anlässlich einer theologischen Diskussion

Ein Hinweis von Christian Modehn,  am 8. Juni 2017.

Aus aktuellem Anlaß noch einmal am 11.11.2024 publiziert: Weil nicht (nur) Strukturreformen heute als dringende Reformen in der katholischen Kirche gelten sollten, sondern vor allem Reformen der nicht mehr vermittelbaren Dogmen. Zum Beispiel das sinnlose Dogma der Erbsünde. CM.

Siehe auch  “Muss der christliche Glaube Angst machen?” LINK sowie Weiteres zum Thema “Gegen die Erbsünde”:  LINK

1.Frage

Die Lehre von der Erbsünde ist, etwa in der katholischen Kirche, ein Dogma, also eine definierte Glaubenslehre. Kann man sich denn heute von einem Dogma mit dieser umfassenden Lehre befreien?

Ja, kann man und sollte man. Das kann nicht nur der einzelne, aufgeklärt denkende Glaubende, indem er dieses Dogma in dieser Form eben für sich beiseite lässt. Und das tun sehr viele. Die Befreiung von diesem Dogma kann aber prinzipiell auch das katholische Lehramt heute vollziehen. Wenn es denn so viel Vernunft walten lässt und erkennt: Dieses Dogma zur Erbsünde ist nicht Weiterlesen ⇘