Die Kirche als eine philosophische Schule

Die Kirche als eine philosophische Schule
Hinweise zur Situation des frühen Christentums
Von Christian Modehn

Im Rahmen unserer Forschungsprojekte innerhalb des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“ stellen wir heute ein Thema vor, das nicht nur von philosophiehistorischem oder kirchengeschichtlichem Interesse ist: Die frühen christlichen Gemeinden verstanden sich selbst und wurden auch von ihrer Umwelt so wahrgenommen: als eine philosophische „Schule“; dabei bedeutet dieser Begriff: Gemeinschaft, Gruppe, „Sekte“, diese in einem nicht negativ gefärbten Sinne.

Der Philosoph und Theologe Prof. Maurice Sachot (Straßburg) hat sich in seinem Buch „L Invention du Christ“ (Paris 2011) mit der Tatsache auseinander gesetzt, dass der Apostel Paulus nach einem Bericht der Apostelgeschichte (19,8 -10) in Ephesus in der Synagoge predigte, dort aber auf viel Unverständnis stieß. Er fand dann Zuflucht in der scholè, der Schule, des Philosophen Tyrannus. Dort, also im Haus des Philosophen, konnte Paulus zwei Jahre lang seine vom Judentum verschiedene Lehre verbreiten. Allein schon diese Toleranz des „heidnischen“ Philosophen scheint bemerkenswert zu sein: Wenn sich Vertreter unterschiedlicher religiöser Auffassungen streiten, kann die Philosophie eine Art neutrale Plattform sein, die es den bedrängten religiösen Menschen ermöglicht, weiterhin ihre Thesen zu vertreten. Bezogen auf Paulus schreibt Maurice Sachot: „Dieses Ereignis kann als Ursprung gedeutet werden, dass sich das Christentum als philosophische Lehre, als eine wahrhaftige Schule, etablierte, die nicht nur eine bestimmte Auswahl an Wahrheiten hat (hairesis), die nicht nur eine intellektuelle Strömung ist, die auch spirituell und kulturell strukturiert ist. Sondern die auch eine Schule ist, und in der Lage, mit anderen „Schulen“ im Wettstreit zu stehen“ (S. 134, auch S. 128).
Später werden die frühen christlichen Denker wie Justin oder Clemens von Alexandrien „Didaskaleias,“ also Schulen, gründen, wo sie die christliche Lehre, nach dem üblichen philosophischen Begriff didaskalia, verbreiten. So entstehen neue Orte philosophischer Debatten: Die christlichen „Schulen“ sind neben den anderen philosophischen Schulen (etwa der Stoa oder Epikurs) eben eine von vielen, aber sie haben Teil an der Kultur der Zeit, die längst an die Vielfalt von philosophischen Schulen gewöhnt ist.
Maurice Sachot weist auf eine Studie von Henri-Irénée Marrou hin, die zeigt, dass der gebildete Mensch sich damals zu einer philosophischen Schule, so wörtlich, „bekehrte“; diese entschiedene Hinwendung zu einer Schule findet sich dann auch in der Bekehrung zum Christentum wieder, als einer bestimmten Hinwendung zu einer (von vielen) „Schulen“ (S. 127; Fn. 16).
Maurice Sachot legt Wert darauf zu betonen, dass die christliche Religion als (eine von vielen) Schule(n) sich wie bei den anderen Schulen üblich als HAIRESIS zeigte, also als Auswahl bestimmter Lehrsätze. Es gibt eine Form der Konversion (im griechischen Kontext), wo bestimmte Begriffe und Vorstellungen des christlichen Glaubens „in den philosophischen Rahmen integriert werden, und dieser philosophische Rahmen bleibt dann doch der erste“… Selbst wenn ein Philosoph sich gläubig und christlich fühlte, sein Weg bleibt eher philosophisch als theologisch. „Darin wird die Tatsache des Christlichen integriert und neu interpretiert“ (S. 131).
Mit dem eindeutigen Phänomen, dass sich die ersten christlichen Gemeinden als philosophische „Schulen“ verstanden haben, hat sich auch der bekannte Philosoph Pierre Hadot in mehreren seiner Werke befasst. Grundlegend ist für ihn dabei, dass für die „antike Philosophie“ Griechenlands und Roms Philosophie stets als Lebensform und nicht nur als abstrakte Lehre verstanden wurde. Philosophieren hieß damals, darauf weist Hadot unermüdlich hin, im gemeinsamen Leben sich die Lehre des Meisters anzueignen und ihr dann im praktischen Alltag zu folgen. „Wenn Philosophieren bedeutet“, so schreibt Hadot (in „Qu est-ce que la philosophie antique“, Paris 1995, S. 358) im Anschluss und als Zitat des Kirchenlehrers Justin, „wenn Philosophieren also bedeutet, der Vernunft (Raison) gegenüber konform zu leben, dann sind die Christen Philosophen, weil sie konform zum göttlichen Logos (d.h. der vollkommenen Vernunft) leben“. Dann fährt der erste Spezialist für diese Fragen, eben Pierre Hadot, fort: “Diese Verwandlung des Christentums in eine Philosophie wird sich noch weiter akzentuieren mit Clemens von Alexandrien im 3. Jahrhundert. Für ihn ist das Christentum die vollständige Offenbarung des Logos und deswegen auch die wahre Philosophie“. Wenn sich das Christentum nicht nur als Lebensform, sondern auch als Diskurs, als Lehre, zeigte, etwa im 1. und 2. Jahrhundert, so weiß Hadot, dann ging es dabei um die Exegese von Bibeltexten. „Diese Schulen der Exegese boten einen Typus von Bildung, durchaus analog zu den zeitgenössischen philosophischen Schulen“ (359). Es darf auch nicht vergessen werden, dass die verschiedenen philosophischen Schulen „spirituelle Exerzitien“ (so Hadot S. 276 ff.) boten, als Übungen, Askese könnte man sagen, die das Erkannte und Gelehrte mit dem Geist und der Seele vertraut machten. Diese geistlichen Übungen der Philosophen und ihrer Schulen sind die inspirierende Basis auch für die späteren geistlichen Übungen der Christen und ihrer Kirchen! Die Frage des Kultus wäre weiter zu erforschen. War die Zeremonie, die Liturgie, nur eine Eigenheit der Schule der Christen? Die Mitglieder der philosophischen Schulen nahmen aller Wahrscheinlichkeit an den religiösen Zeremonien ihrer angestammten (heidnischen) Religion teil. Wie stand es mit der sozialen Verantwortung, haben da die philosophischen Schulen etwas vorzuweisen oder ist da ein Spezifikum der christlichen Schule zu sehen? Diese Frage ist beinahe rhetorisch, wenn man bedenkt, dass etwa Sokrates sich darstellt als ein Mensch, der sozusagen die “Mission empfangen hat, sich um andere zu kümmern”” (so Pierre Hadot, in: La philosophie comme manière de vivre”, Paris 2001, Seite 173). In der Schule der Epikuräer wurde etwa die Freundschaft über alles geschätzt. “Freundschaft ist für Epikuräer ein Vergnügen (“plaisir”). Sie begehren die Freundschaft, weil sie ein reines Vergnügen, eine Lust, ist” (S. 174). Noch deutlicher wird Seneca im Brief 48:”Lebe für andere, wenn du für dich leben willst”.Mit anderen Worten: Man kann nicht glücklich sein, wenn man nur an sich denkt. Die philosophischen Schulen waren am ethischen Wandel des Ich stark interessiert, ja, sie forderten ihn für einen wahren Philosophen.
Aber schon im 2. Jahrhundert bildet sich unter den Christen die Überzeugung, dass ihre Philosophie „die wahre und wirkliche“ (S. 152 bei Sachot) ist. Philosophische Einsicht wird nun umgewandelt in eine Form des Glaubens. Kenntnis wird nicht mehr wie üblich philosophisch verstanden als Aktivität der menschlichen Intelligenz, die niemals an ein definitives Ende kommen kann, weil sie Suchbewegung ist; „sondern Kenntnis wird als Gabe Gottes verstanden, die man nur in einem Akt des Glaubens annehmen muss“ (S. 153). Die Wahrheit zeigt sich nicht am Ende einer Denkbewegung, sondern sie „steht schon am Anfang fest“ (153), „sie ist nicht von einem gewissen Zweifel, sondern von einer absoluten Gewíssheit bestimmt“ (ebd). Das Christentum verbreitet nun Dogmen und Dekrete, philosophische Meinungen haben der festen vorgegebenen Wahrheit zu weichen. Dadurch befinden sich die philosophischen Schulen, die die christlichen Gemeinden darstellen, nicht mehr auf der selben Ebene wie die sonstigen philosophischen Schulen. „Unsere Lehre ist höher als alle menschliche Philosophie“, erklärt schon der Theologe Justin in seiner Apologie (zitiert von Maurice Sachot, S. 153). In der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts wird der „heidnische“ Philosoph Kelsus die erste große gründliche Widerlegung dieser christlichen Philosophie“ machen.
Aber später als Staatsreligion setzt sich mit aller Gewalt dieser ausschließliche Wahrheitsanspruch durch, es entsteht eine eigene kirchliche Ideologie, also Theologie, die sich zwar philosophischer Begriffe noch bedient, aber diese im eigenen Sinne eigener Wahrheit umdeutet. Später wird gar im Mittelalter Philosophie offiziell zur „Dienerin der Theologie“ (und damit der Kirche) degradiert; sie hat vorbereitenden, relativen Charakter gegenüber dem Eigentlichen, der theologischen Lehre. Diese Rolle der Philosophie als Dienstmagd (ancilla) der Theologie hat das philosophische Selbstverständnis bis in die Neuzeit bestimmt, mit der Konsequenz, dass sich Philosophie, dann selbstbewusst geworden, oft von jeglichem Denken des Göttlichen entschieden absetzte (etwa bei bestimmten Denkern der französischen Aufklärung).
Wichtig bleibt die Anregung, die christlichen Gemeinden als „philosophische Schulen“ zu verstehen. Der Philosoph Alain de Botton nennt heute seine philosophischen Zentren in London „schools of life“. Gäbe es für christliche Gemeinden einen besseren Titel? Man muss ja heute mit dem Begriff Schule nicht immer gleich das Strapazierend – Indoktrinäre mithören. „Orte des Lebens“ könnte man auch sagen, wenn damit immer gemeint ist: Es gibt viele solcher Lebensorte und die christlichen Orte sind nur einige von vielen, aber solche mit einer eigenen „Hairesis“, siehe oben, also Häresie, eben mit einer eigenen Botschaft und Lehre.

Copyright: Christian Modehn Religionsphilosophischer Salon Berlin.

LOGOS – eine philosophische Weihnachtsfeier

LOGOS – eine philosophische Weihnachtsfeier
Von Christian Modehn

Am 27. 12. 2013 trafen sich 17 Freundinnen und Freunde des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“ zu einer Besinnung, einem Gespräch, besonderer Art im „Kulturraum Mainzer7“ in Neukölln: Wir wollten uns den Prolog des Johannes Evangeliums philosophisch erschließen, d.h. fragend und kritisch suchend den (schwierigen) Text verstehen und eine mögliche Aktualität für uns prüfen. Dabei sollte auch die musikalische Besinnung eine Rolle spielen … und natürlich das gemeinsame Essen und Trinken. Kurze Vorträge, als Impuls fürs Gespräch, hielten Christian Modehn und Michael Braun, praktischer Philosoph in Berlin.

Einige Perspektiven:

Unsere Bilder vom Weihnachtsfest sind stark geprägt von den Erzählungen der Weihnachtsgeschichten, wie sie die Evangelisten Matthäus und Lukas berichten. Diese Bilder von der Geburt im Stall, von Maria und Josef und dem Kind in der Krippe, von den Hirten usw. sind immer noch vielen Menschen in Europa präsent. Sie wissen, dass diese Geschichten unterschiedlich von den beiden Evangelisten gestaltet sind, dass sich da Dichtung und historische Wahrheit stark mischen. Und immer kommt da gleich ein moralischer Anspruch in der Deutung hinzu: Wie etwa: Herberge geben; Werden wie die aufmerksamen Hirten; sanft wie die Tiere, fürsorglich wie Josef usw. Diese Weihnachtsgeschichten haben sich gegenüber einer anderen, viel tieferen und anspruchsvolleren Weihnachtsgeschichte in den Mittelpunkt gedrängt, der Weihnachtsgeschichte des Johannes Evangeliums, wie sie uns der Prolog im ersten Kapitel vorschlägt. Dieser Text, so abstrakt er auch erscheinen mag, ist verwurzelt im spirituellen Leben der ersten Christen. Sie fragten angesichts der Geburt dieses Jesus von Nazareth, wer er denn eigentlich ist, woher er kommt, was seine Bedeutung ist. Darum weisen Exegeten zurecht darauf hin, dass dieser Texte auch hymnische Strukturen hat. Er hat seinen konkreten Platz im Leben der Gemeinde. Auf die historische Textkritik usw. können wir hier nicht eingehen.
Das ist unsere, auch liberal-theologisch gestützte Überzeugung: Dieser biblische Text ist Menschenwort. Fromme Menschen schätzen ihn über alle Maßen hoch ein und erklärten ihn zum „Gotteswort“. Philosophisch gesehen ist der Prolog also ein wichtiger menschlicher Weisheitstext. Er spielt zudem im „interreligiösen Dialog“ eine große Rolle.
Dieser Text hat immer wieder auch Philosophen angesprochen, um 1800 gab es einen wahrlichen Boom an Prolog- und Johannes-Deutungen durch Philosophen. Etwa Hegels Notizen in Frankfurt, Fichtes Schrift „Anweisung zum seligen Leben“, vorher schon Lessing, dann Hölderlin usw.

Damit stehen wir vor der Frage: Was ist eigentlich eine philosophische Besinnung auf Weihnachten? Es ist der Versuch, diese Erzählung auf einen allgemeinen menschlichen Inhalt hin zu hören und zu lesen, zu suchen, was sich da an existentiellen Vollzügen zeigt, in der Hoffnung, in dieser Entdeckung Inspirierendes für das eigene Leben zu finden, sich herausrufen zu lassen von vielleicht provozierenden, unsere „Moderne“ störenden Formulierungen.
Philosophische Weihnachten heißt also: Sich die Freiheit nehmen, sich dem Text auf die je eigene nachdenkliche Weise zu nähern.
Unterstützt wird dieses philosophische Vorhaben vom Prolog selbst. Denn neuere Übersetzungen, etwa die „Bibel in gerechter Sprache“ schlagen vor, den Logos Begriff mit „Weisheit“ zu übersetzen, also mit Sophia, dann passt es gut, mit dem Medium der Philo-Sophia diese Sophia zu verstehen.

Was sind entscheidende Impulse? Der Prolog ist ein Text, der unser Denken weitet, Neues zu denken gibt. Und das ist schon viel! Wenn Neues passiert, geschieht das niemals ohne das Denken.

Der zentrale LOGOS Begriff im Text macht die meisten Schwierigkeiten, weil LOGOS im Griechischen eine weite Bedeutungsebene hat: Wort, Sprache, Vernunft, Sinn….
Diese verschiedenen Bedeutungen müssen, zusammen mit Weisheit, immer mitgehört werden, wenn man den PROLOG liest. Dadurch wird auch ein Raum der Freiheit des Denkens eröffnet.

Gesprochen wird von „Im Anfang war der Logos“…. Damit ist nicht ein Datum eines Weltbeginns gemeint, sondern das Unvordenkliche in ewigen Zeiten beschworen, als Gott sozusagen vor der Schöpfung „nur“ Gott war mit seinem Logos. Das hier das Mysterium berührt wird, ist deutlich… Zurecht wurde darauf verwiesen: Der Prolog ist auch ein „mystischer Text“, der sich der stillen Meditation erschließt.

Die späteren Verse zeigen, dass dieser Logos bei Gott kein anderer ist als Jesus Christus. Er ist nicht nur der Offenbarer, er nimmt alle, die sich seiner Existenzdeutung anschließen, also „glauben“, vor allem aber „lieben“ als praktische Lebensform, in das ewige Leben Gottes hinein. Insofern wird hier von einer doppelten menschlichen Existenz gesprochen: Der Glaubende ist nach dem PROLOG nicht nur irdisches, weltliches Wesen, sondern auch Wesen des göttlichen Lebens. Dieser Gedanke ist offenbar heute schwer mit zu vollziehen, aber er sollte gedacht und gefühlt werden. Das „Ewige im Menschen“ ist ja längst eine wichtige philosophische Einsicht, die nur von Naturalisten aus Unkenntnis und Abwehr oft belächelt wird.

Interessant und provozierend ist die Aussage des Prologs: Das Wort ist Fleisch geworden“. Da steht auf Griechisch SARX, Fleisch, nicht etwa das neutralere Wesen „Mensch“. Fleisch heißt hier: Ganz Mensch in Leiblichkeit, Eros, Sexualität, Begierde, Liebe, Vereinigung. Offenbar war für die frühen und späteren Christen dieser Gedanke so ungeheuerlich, dass sie lieber das hier angesprochene göttliche Fleisch (als Begriff für den Menschen) verurteilt haben und es vernachlässigten und zähmten und unterdrückten. Darin waren sie wohl abhängig von ihrem kulturellen Umfeld, neuplatonisch geprägt…Dadurch wurden aber langfristig Neurosen gefördert, Kirche als krankmachende Institution hat in der „Fleisch“- Verachtung eine Bedingung.
Man sieht also, welche „Ungeheuerlichkeiten“ sich auftun, in einer achtsamen und kritischen Lektüre des Prologs.
Es wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass die ganze Wirklichkeit der Welt LOGOS- geprägt erlebt wird. Da muss man wieder LOGOS in der ganzen Breite der Bedeutungen hören. Die Welt, so der ungeheuerliche Vorschlag des Autors aus dem Jahr 100, ist grundsätzlich und nicht mehr revidierbar eben Logos-Welt. Das heißt: Die Sinnlosigkeit hat für den Text nicht das letzte Worte; auch nicht die heute so allerorten spürbare Unvernunft: Dieser Text ist sozusagen ein radikales Nein zu jedem Nihilismus. Der Logos ist der ganzen Wirklichkeit eingestiftet, dies ist für den Autor keine Willkür eines einzelnen frommen Spinners; es ist von Gott, dem Unendlichen, selbst in diese Welt gelegt. Hier eröffnen sich Perspektiven, die bis zu Theorien der Evolution reichen, etwa Teilhard de Chardin… Tatsächlich ist es ja wohl so, dass auch heute unabhängig von dieser theo-logischen Deutung wir Sinnlosigkeit und Widerwärtiges immer nur im Horizont von Sinn und Vernunft wahrnehmen können. Wir stehen offenbar auch bei aller erfahrbaren Sinnlosigkeit im Horizont eines offensichtlich unabwerfbaren Sinns. Das Nein ist also immer nur möglich durch das größere Ja, auch wenn es faktisch oft so schwach und zerbrechlich erscheint. Mit anderen Worten: So fern ist uns der Text des Prologs für uns Modernen nicht, selbst für Menschen, die sich nicht so religiös explizit verstehen wollen.

Zu Vers 4: Da wird Gott als Lebendigkeit beschrieben; und diese (göttliche) Lebendigkeit ist in den Menschen. Welche Bedeutung hat dieser Vorschlag für das Verstehen von menschlicher Kreativität, die ja auch als Geschenk erlebt wird? Das ist kaum auszumessen. Diese Lebendigkeit wird im Prolog als Licht beschrieben. Da gibt es eine weite Linie auch in die Philosophie-Geschichte: Licht spielt immer eine zentrale Bedeutung, nicht nur die geschenkten Geistesblitze wären zu erwähnen. Lumières, Licht, ist auf Französisch Aufklärung, Helligkeit und Klarheit. Die Aufklärung auch als göttliches Geschehen – warum nicht? Wichtiger vielleicht noch:
Wir Menschen stehen immer im (göttlichen) Licht und suchen die Quelle des Lichts. Zu Vers 5: Aber es gibt Finsternis. Aber die Finsternis ist nicht total. Es gibt ein Licht. Es scheint in der Finsternis. Aber es gibt so etwas wie Verfestigung der Finsternis durch die freie Entscheidung des Menschen.
Aber diese (nur von Menschen gemachte Finsternis ?) kann das schöpferische göttliche Licht nicht ergreifen, d. h. nicht auslöschen, nicht zerstören. Die Finsternis ist nicht Herr des Lichts.
Darin eine ungeheuere Hoffnungsaussage: In den Dunkelheiten unseres Lebens ist das Licht stärker. Wir stehen immer im Licht, wir erinnern uns an das Licht, es gíbt keine totale Dunkelheit. Keine totale Gottesfinsternis.
Jetzt geht es im Vers 9 explizit um die Weihnachtgeschichte:
Dieser Logos als Licht ist bereits bei den Menschen, es erleuchtet bereits alle Menschen, die in diese Welt kommen.
Vers 10: ER war in der Welt, also der logos, als Gott. Dahinter steht eine Überzeugung: Gott (Vater) bleibt sozusagen im Himmel, aber der Logos ist unter uns.
Zum Schluss des Prologs die Warnung, nun zu meinen, allzu viel von Gott zu wissen. „Niemand hat Gott gesehen“ heißt es da. Im Logos Jesus Christus, so der Autor, wird Gott verkündet, und zwar als Menschenliebhaber. Er ist der, der Mensch wird, der als göttlicher Logos das Leben, das fleischliche Leben des Menschen lebt. Der Gott als Mensch: Das ist eine Revolution des Denkens über Gott. Weihnachten ist also eigentlich ein Fest, das fix und fertige, vor allem schlicht – naive Gottesbilder durcheinander wirbelt und zerstört zugunsten eines authentischen auch vor der Vernunft Bestand habenden Gottes-Bezugs.

Der Johannes Prolog beschreibt, wenn man so will, „das Wesen“ der Menschen, er sagt, was Menschen sind (bzw. sein könnten, wenn sie sich dem Vorschlag des Textes anschließen). Der Prolog spricht vom Sein, noch bevor irgendwelche moralischen Appelle des Sollens formuliert werden. Das macht ihn so fundamental wichtig.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

Papst Franziskus: “Ich bin nicht beleidigt, wenn man mich einen Marxisten nennt”

Papst Franziskus ist nicht beleidigt, wenn man ihn einen Marxisten nennt.
Von Christian Modehn
Nach Informationen der Amsterdamer Tages-Zeitung Trouw am 15. 12. 2013, gelesen um 15.20 Uhr.

Papst Franziskus fühlt sich nicht beleidigt, wenn man ihn einen Marxisten nennt. Allerdings sei der Marxismus als politische und ökonomische Philosophie verkehrt, sagte er. Aber er habe doch während seines Leben etliche Marxisten getroffen, die, so wörtlich, „gute Menschen seien“. Darum „fühle ich mich nicht beleidigt, wenn man mich selbst einen Marxisten nennt“.

Mit diesem typisch us-amerikanischen Vorwurf hatte der us- amerikanische Kommentator Rush Limbaugh den Papst kritisiert und vor allem auch das jüngste päpstliche Schreiben „Evangelii Gaudium“ zurückgewiesen. Darin hatte Papst Franziskus den Kapitalismus heftig attackiert. Der Kapitalismus führe u.a. aufgrund der übertriebenen Liebe zum Geld zu einer neuen Tyrannei. Der Papst betonte an diesem Wochenende in einem Interview mit „La Stampa“, dass in seinem Schreiben nichts geschrieben stehe, das nicht auch aus der Soziallehre der Kirche hergeleitet werden könne. Also gute katholische Tradition sei.

Unser Hinweis: Man stelle sich einmal vor, so viel Weite des Denkens hätte ein Johannes Paul II. gehabt und mit ihm ein Joseph Ratzinger als Chef der Glaubensbehörde, als beide auf die angeblich oder manchmal tatsächlich marxistisch gepräge Theologie der Befreiung (in diesem Kampf in enger Verbundenheit mit US Präsident Reagan) einschlugen, Theologen diffamierten, mundtot machten, ja alle “Kommunisten Hasser” der Militärdiktaturen förmlich oder indirekt ermunterten, diese “marxistischen” Priester und Nonnen umzubringen. Siehe etwa die Vorgänge in El Salvador rund um die Ermordung Erzbischof Romeros usw… Theologisch war die offizielle Diskriminierung der Befreiungstheologien auch eine Katastrophe, weil der Gedanke, Erlösung und Heil seien auch materiell und gesellschaftlich erfahrbar, ins Abseits gerieten und bis heute kaum gedacht werden im Rahmen einer totalen Spiritualisierung der römischen Theologie.

copyright: Christian Modehn

Tag der Menschenrechte: Jeder Mensch ist heilig

Für den “Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin” ist es selbstverständlich, an den heutigen “Tag der Menschenrechte” (10. Dezember 2013) zu erinnern und ohne alles Pathos zu betonen: Es gibt wohl kein dringenderes Thema, auch philosophisch kein dringenderes Thema, als die Menschenrechte und den Kampf, dass alle Menschen endlich als Menschen respektiert werden, dass also die Menschenrechte für alle gelten und nicht nur für eine Minderheit, die sich als “Elite” fühlt und Sonderrechte beansprucht.
Wir haben im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon schon oft dieses Thema besprochen und diskutiert.
Heute nur zwei wichtige Hinweise:
ERSTENS: Professor Wilhelm Gräb, Humboldt Universität Berlin,hat in einem Interview kürzlich auf die uns besonders interessierenden Verbindungen von Menscherechten und Religiosität hingewiesen. Wir bieten noch einmal einen Auszug.
ZWEITENS: Es haben sich einige NGOs zusammengeschlossen und eine Studie publiziert, die Menschen­rechts­ver­letz­ungen durch große eruopäische/amerikanische Konzerne und Banken dokumentiert. Unser Philosophischer Salon ist den Traditionen der philosophischen Aufklärung verpfichtet. Deswegen ist auch Kritik am herrschenden System eine Selbstverständlichkeit.
DRITTENS bieten wir ein Zitat des Befreiungstheologen, Kardinal Evaristo Arns, Sao Paulo, Brasilien.

ERSTENS: Aus einem Interview mit dem Theologen Prof. Wilhelm Gräb:
Die Erklärung der Menschenrechte ist aus keiner der konkreten Religionen hervorgegangen, auch aus dem Christentum und seinen Kirchen nicht. Ihr Ausgangspunkt waren Erfahrungen von Verletzung und Leid, die Erfahrung ihrer brutalen Nichtanerkennung, „Akte der Barbarei“, wie es in der Präambel der UN-Charta von 1948 heißt. Hervorgegangen sind die Menschenrechte aus dem Aufschrei derer, denen durch totalitäre Regime ihr Lebensrecht verweigert wurde, die aus rassischen, völkischen, politischen und religiösen Gründen gequält, gefoltert und ermordet wurden. Die Erfahrung der humanitären Katastrophe des Holocaust und 2. Weltkriegs, die darin lag, erkennen zu müssen, dass Menschen die Bedingungen verletzen oder gar zerstören können, ohne die der Mensch als Mensch nicht zu existieren vermag, war der entscheidende Auslöser. Die Menschenrechte sind auch heute die wichtigste Appelationsinstanz, wenn der Schrei von Menschen über ihre eklatante Verletzung in den Blick der Öffentlichkeit rückt

Frage: Gibt es denn wie sonst bei den konkreten Religionen auch eine Spiritualität der Menschenrechte?

Viele Menschen rund um den Globus verstehen sich nicht mehr als Gläubige im Sinne der konkreten Religionen. Sehr wohl aber verstehen sie sich als spirituell, genau in dem Sinne, dass sie den unendlichen Wert eines jeden Menschenlebens achten wollen. Oft geht ihre heilige Ehrfurcht vor dem Leben noch über das menschliche Leben hinaus und erstreckt sich auf alles Lebendige. Das hat vielfältige spirituelle Praktiken zur Folge, bis hin zur Umstellung von Ernährungsgewohnheiten und anderen Fragen des Lebensstils. Ja, es gibt weltweit eine Spiritualität der Menschenrechte, eine universale Religion der Humanität und der Ehrfurcht vor dem Leben. Zur weiteren Lektüre klicken Sie bitte HIER.
Der Beitrag von Wilhelm Gräb gehört zu einer Reihe von Interviews, die unter dem Motto “Fundamental vernünftig” auf dieser website publiziert werden. Sie bieten Impulse, für eine Spiritualität und Religiosität einzutreten, (selbstverständlich auch innerhalb der Kirchen), die die freie Einsicht, die kritische Frage und das individuelle religiöse Erleben des einzelnen voll respektiert.

ZWEITENS:
Es gibt „dirty profits“ von 26 Unternehmen unterschiedlicher Branchen und 19 Finanzinstitute, die wegen heftiger Verstöße gegen die Menschenrechte (und den Umweltschutz) sehr übel auffallen. Wenn diese Unternehmen Milliardengewinne machen, dann beruhen diese immer auch auf Menschen­rechts­ver­letz­ungen, Korruption, Ausbeutung und Umweltzerstörung. Mehrere NGOs haben am Montag, 9.12. 2013, eine Studie vorgestellt, in der sie diese Verbrechen dokmentieren: „Dirty profits 2“ ist der Titel. Zur Lektüre klicken Sie hier.
Zur allgemeinen Information über die NGOs, die die Studie erstellt haben, klicken Sie bitte hier.

DRITTENS:
Kardinal Evaristo Arns aus dem Franziskaner Orden ist einer der mutigen Verteidiger der Menschenrechte in Brasilien. Er hat auch den Befreiungstheologen Leonardo Boff unterstützt. Kardinal Arns wurde von Papst Johannes Paul II. immer wieder in seinen Aktivitäten eingeschränkt und bestraft, weil er zusammen mit Kardinal Ratzinger meinte, Befreiungstheologie sei ein Schaden für die angeblich ewige, erstarrte und dogmatisch verfestigte römische Kirchenlehre…
Hier also das Zitat von Kardinal Arns aus einem Interview mit Christian Modehn(der Originalton liegt vor).

Die Menschenrechte sind der Kern des Evangeliums. Also sie kommen aus dem Herzen des Evangeliums heraus. Gott ist Mensch geworden, um den Menschen zu retten, also dass er Mensch werde, dass er Mensch bleiben kann, dass er wirklich alle seine Möglichkeiten als Mensch verwirklichen kann für die anderen. Und wenn er das nicht kann, dann ist Christus umsonst auf die Welt gekommen und Gott hat den Menschen umsonst geschaffen”.

copyright:Christian Modehn

Edvard Munch: Der Angst ins Gesicht sehen. Eine Ausstellung in Berlin.

Edvard Munch: Seine Ängste, seine Sehnsucht, seine Spiritualität.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 16.9.2023.
1.
Die „Berlinische Galerie“ (Alte Jakob Str. 124 in Kreuzberg) bietet jetzt eine umfassende und herausragende Ausstellung über die Berliner Jahre des norwegischen Künstlers Edvard Munch (1863-1944). Die Ausstellung ist bis zum 22.1.2024 zu sehen. Sie hat den Titel „Edvard Munch. Zauber des Nordens“. Ob die Betrachter der Kunst von Edvard Munch „verzaubert“ und in den Norden entrückt werden, ist sehr die Frage. Munchs Kunst ist für viele seiner Betrachter alles andere als vom „Zauber“ im Sinne des Zauberhaften und Wunderbaren bestimmt. Munch zeigt uns in seiner Malerei sich selbst, seine seelischen Leiden, sein Gefühl des Ausgegrenztseins, und diese Darstellungen sind eine anspruchsvolle Kunst, die in das tiefe seelische Leiden „der“ Menschen im allgemeinen hineinführt und keinerlei Zaubersprüche bereit hält.

2.
Munch stellte 1892 zum ersten Mal in Berlin seine Arbeiten aus, sie wurden von maßgeblichen Kreisen in Berlin als Skandal empfunden, die Ausstellung wurde nach wenigen Tagen abgebrochen. So wurde immerhin Öffentlichkeit erzeugt, über die Munch sich durchaus freute. Der Berliner Künstler Walter Leistikow setzte sich, wenn auch unter einem Pseudonym, für Munch ein.
Munch blieb in Berlin, er arbeitete in der Lützowstr. 82. Im Jahr 1893 kann er in Berlin dann doch einige seiner – in heutiger Sicht – Hauptwerke ausstellen, wie „Schrei“ , „Madonna“, „Die Stimme“. 1909 kehrte Munch nach Norwegen zurück, er war von einer ungeheuerlichen Schaffenskraft, rastlos tätig, alle seine Werke vermachte er der Stadt Oslo.

3.
Uns interessieren hier besonders (religions-)philosophische Aspekte im Leben und Werk Edvard Munchs. Traumatische Erfahrungen schon in der Jugend waren prägend, er spricht von seelischer Krankheit, Tendenz zum Wahnsinn, es gibt heftige Problem mit Alkoholismus, und in jungen Jahren ein Leben „à la bohème, wie man damals sagte, heute würde man eher von einer Sucht sich zu vergnügen sprechen. „Krankheit, Wahnsinn und Tod waren die Engel, die meine Wiege umgeben haben und die mich mein ganzes Leben begleitet haben“.

4.
Edvard Munch wurde in einer streng religiösen, evangelischen Familie groß, das neu geborenenKind wurde, wie man sagte, „notgetauft“, aus Angst, es könne sterben, ohne rituell durch die Taufe von der Erbsünde befreit zu sein. Ohne durch die Taufe droht selbst den Neugeborenen nach ihrem plötzlichen Tod eine Art Hölle, das behauptet die Angst machende Dogmatik der Kirche. Die Mutter stirbt früh an Tuberkulose, sie hat einen Abschiedsbrief geschrieben, aus dem immer wieder den Kindern vorgelesen wird mit den schauerlichen Kommentaren: „Mutti hört im Himmel zu und beobachtet uns“.
Edvard Munch wächst in einem Christentum auf, in dem das ganze Leben von Angst zerfressen ist. Er selbst bleibt sein Leben lang davon seelisch belastet. Das entscheidende Mittel, die Angst zu bearbeiten, ist für ihn die Kunst. “Ebenso musste er den Tod malen, um persönliche böse Erinnerungen loszuwerden”, schreibt Ragna Stang in ihrem großen Buch “Edvard Munch – der Mensch und der Künstler” (1979, Königstein im Taunus, S. 121). Andererseits: Wer einen krankmachenden christlichen Glauben studieren und kritisieren möchte, wende sich bitte an Edvard Munch.

5.
Aber wieder einmal ist es auch die Krankheit, die sehend macht, die Dinge spürt, die angeblich Immer-Gesunde in ihrem Fitness – Wahn gar nicht entdecken. „Ich ging die Straße hinunter, als die Sonne unterging. Und sich der Himmel plötzlich blutrot färbte. Ich blieb stehen, lehnte mich todmüde an das Geländer… und ich fühlte, dass ein unendlicher Schrei durch die Natur ging.“ Der Freund Munchs, der Dichter August Strindberg, meint: Der Maler hörte den Schrei der Natur, „und des Entsetzens vor der Natur, die vor Zorn errötet und sich anschickt durch Sturm und Donner zu den törichten kleinen Wesen zu sprechen, die sich einbilden, Götter zu sein, ohne ihnen zu gleichen“.
Den Schrei als akustische Äußerung malen, das ist wohl (nur?) Munch gelungen!
Viermal hat Munch das Motiv „Der Schrei“ gemalt, inzwischen längst eine Ikone, weltweit verbreitet, wie ein Kultbild verehrt und als Massenware jetzt missbraucht. Ein ziemlich verrückt-kapitalistischer letzter Schrei ist die Tatsache, dass ein „Schrei“ von Edvard Munch im Mai 2012 für 120 Millionen Dollar von einem Milliardär ersteigert wurde. Dieser „Schrei“ schreit jetzt einsam in einem gepanzerten Keller einer Villa, oder?

6.
Bekannt sind die fünf um 1894 entstandenen Gemälde, die unter dem Titel „Madonna“ beachtet werden. Diese Madonna, wenn sie denn auch auf Maria, die Mutter Jesu, bezogen werden kann, könnte dann auch als eine Pietà interpretiert werden; sie ist vom Leiden, vom Tod, gezeichnet, hat dabei aber auch eine extrem erotische Ausstrahlung bewahrt. Auch die Madonna der Renaissance hat in ihrer blühenden Leiblichkeit erotische Züge. „Liebendes Weib“ nannte Munch diese Madonna, vielleicht ein Titel, der die Spannung zwischen Hingabe bis zum Tod andeuten will. Manche deuteten die“Madonna“ als Prostituierte, nackt und mit roter Baskenmütze, dem Erkennungszeichen der Prostituierten von Paris, wo Munch 1890 und danach eine Zeit lebte.

7.
Die Arbeiten, die rund um den „Schrei“ geschaffen wurden, zeigen auch einsame Menschen, in tiefster Not der Verzweiflung, im Geworfensein in eine völlig fremde, bedrohliche Welt. Gibt es Gemälde, die treffender die seelische Situation moderner Menschen deutlich machen? Man denke etwa auch an das Gemälde „Der Tod im Krankenzimmer“ von 1893.

8.
Munchs seelisches eigenes Erleben und Erschaudern und deren Darstellung in seiner Kunst bleibt inspirierend bis heute, es darf angesichts der vielen Reproduktionen nicht banalisiert werden. Sein Freund Janes Thiis hielt Munch für einen metaphysisch begabten Menschen: “Er gab in seiner Kunst Ausdruck vom Wunder des Lebens“. Munch selbst bekannte: „Gott ist in uns und wir leben innerhalb von Gott, einem ursprünglichen und originalen Licht von überall her“. Und Munch betonte: “Aus allen (meinen) Reden wird man sehen, dass ich ein Zweifler bin, aber niemals die Religion verleugne oder verspotte” (S, 123 in dem genannten Buch von Ranga Stang).
Diese alle Dogmen des Christlichen bzw. Kirchlichen überwindende, sagen wir: mystische oder „pantheistische“ Spiritualität zeigt sich in Munchs Werken. Sie ist ein kleiner Hoffnungsschimmer, auch in den Bildern der Verzweiflung.

Copyright: Religionsphilosophischer Salon Berlin.

Vorhof der Völker, Gespräche mit Atheisten in Berlin

In der religiösen Wüste Berlins
Die katholische Kirche suchte das Gespräch mit Atheisten. Doch so richtig erfolgreich war das Unternehmen nicht
Von Christian Modehn
Veröffentlicht in PUBLIK FORUM am 6. 12.2013

Ihre Bücher wurden wie Gift hinter dicken Schranktüren verschlossen, die Autoren verfolgt, gequält, verbrannt: Atheisten hatten in den vergangenen Jahrhunderten keine Chancen in einer katholisch dominierten Kultur. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts begnügt sich die römische Kirche damit, die Gottlosen mit den Waffen der Polemik zu bekämpfen.

»Nun aber ist der Kalte Krieg zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen vorbei«, sagt jetzt Berlins Kardinal Rainer Woelki. Er darf das sagen, weil der Vatikan selbst seit drei Jahren offiziell Atheisten zum Gespräch einlädt – »auf Augenhöhe«, wie der zuständige Kardinal Gianfranco Ravasi betont. Er ist der »Kulturminister« des päpstlichen Staates. Unter Benedikt XVI. wurde diese anspruchsvolle Dialog-Initiative ins Leben gerufen. »Vorhof der Völker« wird sie genannt. In Paris, Palermo, Stockholm und Tirana fanden diese Dialoge bisher statt.

In Berlin wurden kürzlich erneut einige »Vorhöfe« eröffnet: der Festsaal des Roten Rathauses, das Deutsche Theater, das Bode-Museum oder ein Hörsaal der Klinik Charité. Dort trafen sich Christen mit Menschen, die sich als Ungläubige verstehen.

Einst baten fromme Juden ihre heidnischen Mitbürger auf den Tempelvorplatz zum Disput. Das Heiligtum selbst blieb ihnen verschlossen. Ob die Erinnerung daran heute hilfreich ist, bleibt fraglich. Schließlich lädt man verfeindete Nachbarn, mit denen man wieder ins Gespräch kommen möchte, direkt ins eigene Haus ein und speist sie nicht auf der Terrasse ab. Auf einem »Vorhof« fühlen sich Gäste doch eher brüskiert.

So war das Interesse der Berliner Atheisten an den Veranstaltungen auch eher gering. Wer outet sich schon gerne als Ungläubiger? In Berlin nennen sich mehr als sechzig Prozent der Bewohner konfessionslos. Unter ihnen sind sicher viele Atheisten. Daran wohl hat Kardinal Ravasi gedacht, als er zu Beginn betonte: »In religiösen Dingen ist Berlin eine Wüste.« Will er die Wüste nun zum Blühen bringen, fragen sich nicht wenige Atheisten. Und sollen wir die neuen Oasen kirchlichen Glaubens etwa begründen helfen?
Irritationen gab es also von Anfang an. So meldete sich auf dem »Vorhof« kein einstiger DDR-Bürger atheistischen Bekenntnisses zu Wort und auch kein an Gott verzweifelnder Hartz-IV-Empfänger aus Neukölln. Auch der Humanistische Verband Deutschlands, der mehr als 16 000 atheistische Mitglieder hat, oder die entschieden kirchenkritische Giordano Bruno Stiftung waren auf den Podien nicht vertreten. Haben Kirchenvertreter Angst vor diesen Kreisen?

Auf einem der Podien sprach der bekennende »fromme Atheist« Herbert Schnädelbach, ein Philosoph. Er fand sehr persönliche Worte angesichts tiefer existenzieller Verunsicherungen: »Ich kann mir vorstellen, dass man unglaublich dankbar ist, wenn etwas gut gegangen ist. Man möchte sich bei jemandem bedanken. Aber man weiß nicht, bei wem. Oder man möchte sich beklagen. Aber da ist für mich niemand. Das ist der Punkt, der mich zu dem macht, was ich einen frommen Atheisten genannt habe.« Wichtiger war ihm allerdings, entschieden an die inzwischen allgemein akzeptierte Erkenntnis Immanuel Kants zu erinnern: »Eine allen gemeinsame Moral kann sich nur aus der Vernunft entwickeln und nicht aus religiösen Traditionen.« Bei dem bekannten katholischen Religionssoziologen Hans Joas fand er dafür volle Zustimmung: »Die Kirche ist keine Agentur für Moral.«

Insgesamt erinnerten die Dispute an Veranstaltungen katholischer Akademien. Debattiert wurde über Fragen der Anthropotechnik oder über die künstlerische Freiheit im Blick auf Gotteslästerungen. Nette Themen, aber nichts Neues. Traurig vor allem, dass das Publikum nicht in das Gespräch einbezogen wurde. Die Gäste auf dem »Vorhof« hatten zu schweigen. Überhaupt nicht klar ist, wie solche »hochkarätigen« Themen eine Verständigung, gar die »Versöhnung« von Glaubenden und NichtGlaubenden bewirken sollen.

Schon die Fixierung des Vorhabens auf »den« Glaubenden und »den« Atheisten ist problematisch. Es gibt ja auch den sich gelegentlich gottlos fühlenden Glaubenden. Und es gibt auch den spirituellen Atheisten, der das Erhaben-Transzendente in der Kunst erlebt, ohne an einen persönlichen Gott zu glauben. Wäre diese Erkenntnis die Ausgangsbasis des Gesprächs, dann könnten Christen wie Atheisten erkennen: Wir sind Verwandte, deuten nur unser Leben unterschiedlich. Uns verbindet das Humanum, die Sorge um uns selbst und das bedrohte Menschsein. Diese gemeinsame Basis gilt es zu pflegen. Dogmen und Philosophien, seien sie theistisch oder nicht, sind dann zweitrangig.

Zu einer solchen Haltung ist die katholische Kirche von ihrer eigenen Lehre allerdings (noch) nicht in der Lage. Sie schwankt unentschieden hin und her zwischen höflich-diplomatischer Toleranz und der alten missionarisch-rechthaberischen Position.

Traurig auch, dass der »Vorhof der Völker« in Berlin ohne die protestantische Kirche meinte auskommen zu können. Wenn ein Atheist die Taufe »begehrt«, dann bitte doch die katholische! So lautet wohl insgeheim die Parole. Dabei könnte doch angesichts atheistischer Glaubenshaltungen eine einzige christliche, also überkonfessionelle Theologie entstehen. Eine Theologie, die von altem dogmatischem Schrott befreit ist und vor allem fragt: Was ist menschliches Leben und Lieben?

Jedoch zu solchen Fragen fehlt es dem »Vorhof der Völker« am erforderlichen Mut. Er ist, mit Verlaub, zu klerikal, was angesichts seiner vatikanischen Herkunft kein Wunder ist. Das ließe sich aber, Impulsen des neuen Apostolischen Schreibens von Papst Franziskus folgend, ändern: Nur eine auch theologisch arme, auf Grundfragen konzentrierte Theologie hat Chancen, bei Atheisten, Agnostikern, Konfessionslosen gehört zu werden. Dann geht es um Fragen wie: Verhindert unsere auf Konsum und Wachstum ausgerichtete Kultur nicht jede Form von Spiritualität? Drängt diese Kultur oder eher Unkultur uns nicht den neuen Gott, das Geld, förmlich auf? Ist der gemeinsame Glaube von religiösen und nichtreligiösen Menschen nicht längst der »Glaube« an die absolute Macht des Geldes und des Kapitals?

Über solche Fragen aber lässt sich besser in kleinen Gruppen sprechen, in den (Nebenzimmern von) Bars und Restaurants, in Galerien und privaten Salons. Für eine solche Basis-Kultur interessieren sich die Menschen, gerade auch jüngere. Dabei sollte man sich in der Tat ein Bonmot von Oscar Wilde zu Herzen nehmen, das immerhin Kardinal Gianfranco Ravasi zitierte: »Die richtigen Antworten geben, das können viele. Aber um die richtigen Fragen zu stellen, muss man ein Genie sein.«

Die Hoffnung von Weihnachten. Ein Interview mit dem Publizisten Frank Kürschner–Pelkmann, Hamburg

Die Hoffnung von Weihnachten
Brücken bauen zwischen “naivem” Kinderglauben und existenziellen religiösen Fragen
Ein Interview mit dem Publizisten Frank Kürschner – Pelkmann, Hamburg
Die Fragen stellte Christian Modehn

Herr Kürschner-Pelkmann, Sie haben eines der umfangreichsten und gründlichsten Bücher über Weihnachten publiziert. Wie sind Sie denn auf dieses Projekt gekommen? Gibt es bei Ihnen auch biographisch eine Art Begeisterung für Weihnachten?

Meine Beschäftigung mit Weihnachten entstand nicht nur aus Begeisterung, aber doch einem großen Bedürfnis, meine sehr widersprüchlichen Weihnachtserfahrungen zu reflektieren. Gern erinnere ich mich an die Weihnachtsgottesdienste in einer festlich mit Kerzen erleuchteten Schlosskirche und an die friedliche Stimmung des Weihnachtsfestes in meiner Kindheit in den 1950er Jahren. Aber spätestens nach der Konfirmation kamen die Zweifel, ob die Weihnachtsgeschichte nur ein – wenn auch sehr schönes – Märchen ist. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich dann versucht, die schönen Geschichten der Bibel und die Vernunft in einem persönlichen Glauben zu verbinden. Dabei habe ich gemerkt, welche zentrale Rolle hierfür die Weihnachtsgeschichte hat.

In meiner Beschäftigung mit diesem Thema habe ich vor allem gelernt, dass ich die tiefere Wahrheit der biblischen Überlieferung nur dann erkennen kann, wenn ich sie als Glaubensgeschichten und nicht als die Darstellung historischer Ereignisse verstehe. Abstrakt wissen das die meisten Pastorinnen und Pastoren, aber häufig predigen sie – und das gerade am Heiligen Abend – so, als hätte sich eine Geschichte in Bethlehem genau so zugetragen, wie sie aufgeschrieben wurde. Aber gerade wenn ich mich nicht daran klammere, dass das Jesuskind im Jahre 0 in einem Stall in Bethlehem geboren wurde und bald darauf Hirten und Könige vorbeikamen, sondern versuche zu verstehen, was uns die Evangelisten mit diesen Geschichten über Jesus und seine Botschaft sagen wollten, wird für mich die Weihnachtsbotschaft zu einer Botschaft der Freude, des Friedens und der Gerechtigkeit. Inzwischen kann ich mich wieder uneingeschränkt auf dieses Fest freuen.

Haben Sie eine intensive Erinnerung an ein bestimmtes Weihnachtsfest? Sie sind ja als Journalist auch in der Welt viel unterwegs gewesen.

Da fällt mir spontan ein Weihnachtsfest auf der Insel Madeira ein. Meine Frau und ich machten einen Wanderurlaub, und unsere Gruppe wohnte in einem kleinen Hotel, in dem außer uns nur noch wenige Gäste übernachteten. Am Weihnachtsabend genossen wir alle im Restaurant ein köstliches Festessen. Es war noch nicht beendet, da stimmte eine Gesangslehrerin in unserer Gruppe gefühlvoll ein Weihnachtslied an, und unsere ganze Gruppe stimmte ein. Ein deutsches Ehepaar, das offenbar vor Weihnachten hatte flüchten wollen, sprang mit allen Anzeichen des Entsetzens auf und lief aus dem Restaurant.

Weihnachten zu entkommen ist eben gar nicht so einfach. Und eigentlich ist es das gerade auf Madeira nicht, wo zur Weihnachtszeit überall Krippen und Weihnachtsschmuck zu sehen sind. Die bunten Krippen werden von Touristen oft als Folklore “abgebucht”, aber wenn man genauer hinschaut, merkt man, dass er zeigt, wie der Glaube im Alltag der Menschen zu Hause ist. Dass die Krippendarstellungen durch Landschaften, Gebäude und Kleidung Madeiras abbilden, macht deutlich, dass die 2.000 Jahre alte Geschichte von der Geburt des Kindes von den Einheimischen immer neu als Ereignis mitten in ihrem eigenen Leben erfahren wird. Und ebenso ist es in vielen Ländern der Welt. Es freut mich immer wieder, wenn solche lokalen Weihnachtstraditionen gegen die weltweiten Eroberungszüge des Weihnachtsmanns verteidigt werden, denn dieser Mann mit rotem Mantel und Rauschebart ist zum Symbol der globalen Expansion eines total kommerzialisierten Weihnachten verkommen.

Können Sie, können wir eher kritisch nachdenkliche Menschen in Westeuropa, heute überhaupt hier noch Weihnachten als religiöses Fest feiern? Hat der Kommerz, der Rummel, nicht alles längst verdeckt?

Es gibt eine Welt jenseits der totalen Kommerzialisierung – und es gibt auch ein Weihnachtsfest jenseits des Kommerzes. Vielleicht können sich kleinere Kinder und ältere Erwachsene noch am stärksten der Vermarktung des Festes entziehen. Viele Kinder lassen sich noch unbefangen anrühren von der Geschichte von dem neugeborenen Kind, das in einer kalten Nacht in einer Krippe liegt, umsorgt von seinen Eltern und bald schon verfolgt von einem bösen König. Und viele ältere Menschen wenden sich von einem totalen Verkaufsrummel ab, schon weil er ihnen zu laut ist. Schade ist, dass in vielen Weihnachtsgottesdiensten keine Brücken gebaut werden zwischen “naivem” Kinderglauben und den existenziellen religiösen Fragen vieler Erwachsener und gerade älterer Menschen. Recht verstanden – und das heißt, nicht wortwörtlich verstanden – kann die biblische Weihnachtsgeschichte uns einen neuen Zugang zum Glauben eröffnen, zu dem woher, wofür und wohin des menschlichen Lebens.

Sehr viele Menschen nehmen gerade und oft sogar ausschließlich zu Weihnachten an Gottesdiensten teil. Äußert sich da vielleicht eine tiefe Sehnsucht nach einem Abtauchen ins Kindliche, ins Naive, ins Heile und Friedliche? Das wäre ja auch prinzipiell ein respektables Verhalten?

Ich bin gegen eine Zertrümmerung der sehnsuchts- und hoffnungsvollen Weihnachtsstimmung. Da habe ich viel von dem brasilianischen Befreiungstheologen Leonardo Boff gelernt. Zum christlichen Glauben gehört für ihn die tief empfundene Hoffnung auf eine andere friedlichere und heilere Welt. Wo “alternativlos” zu einem zentralen Begriff im politischen Diskurs geworden ist, hat diese Hoffnung etwas geradezu Subversives. Das hat zum Beispiel auch die Schriftstellerin Astrid Lindgren in ihren Geschichten beeindruckend dargestellt. Die Weihnachtsfeste in Bullerbü sind keine verkitschte Idylle, sondern gerade auf dem Hintergrund des oft problembeladenen Lebens der Schriftstellerin die Verteidigung der Hoffnung auf ein ganz anderes Zusammenleben der Menschen. Astrid Lindgren hat die soziale Realität in ihren Geschichten und auch in ihrem vielfältigen Engagement in der schwedischen Gesellschaft nicht ausgeklammert, aber sie hat eben auch die Hoffnung auf eine andere Welt wach gehalten, eine wirklich weihnachtliche Hoffnung.

Weihnachten wird auch von nichtreligiösen Menschen gefeiert, sogar in Japan feiern Menschen Weihnachten, dabei wissen sie oft gar nicht, was das Fest bedeutet. Was wäre dringende Aufgabe der Kirchen, neu und einfach und klar den Menschen zu erklären: Mit diesem Jesus von Nazareth ist etwas Besonderes geschehen, ein Grund zur Freude. Was wäre in Ihrer Sicht dieses Besondere, dieser Grund zur Freude?

Es stimmt, dass die Kirchen die besondere Bedeutung von Weihnachten neu erklären sollten. Aber die Probleme beginnen schon damit, dass viele Theologen und besonders Theologieprofessoren ein ambivalentes Verhältnis zum Weihnachtsfest haben. Dabei geht es nicht nur um die Kommerzialisierung, sondern auch darum, dass Weihnachten ein fröhliches Fest ist. Das macht Weihnachten für “ernsthafte” Theologen zu einem Fest zweiter Ordnung. Das Kreuz und damit Ostern stehen im Zentrum, nicht die Krippe. Als die frühere Hamburger Bischöfin Maria Jepsen anregte, die Krippe stärker in den Mittelpunkt des christlichen Glaubens zu stellen, erntete sie wütende und böswillige Reaktionen in konservativen Theologenkreisen. Ich hoffe auf eine Kirche, die die Freude des Neuanfangs und die Verheißung von Frieden und Wohlergehen für alle stärker in den Mittelpunkt ihrer Verkündigung und ihrer Darstellungen des Weihnachtsfestes stellt. Bei Lukas verkünden die Engel den Hirten eine große Freude. Es ist die Freude darüber, dass mit Jesus mitten in einer Zeit der Gewalt und Ausbeutung ein Mensch auf die Welt gekommen ist, der den Menschen neue Hoffnung und Orientierung für ein geschwisterliches und gottgefälliges Leben gibt. Und diese umfassende Freude, hoffe ich, wird das Weihnachtsfest wieder stärker prägen. Dann wird es auch zu einem einladenden Fest für nichtreligiöse Menschen.

Copyright: Frank Kürschner-Pelkmann

Der Abdruck des Interviews ist erlaubt, wenn die Quellenangabe erfolgt: Religionsphilosophischer Salon Berlin mit den Hinweisen auf das Buch.

Frank Kürschner-Pelkmann: Von Herodes bis Hoppenstedt. Auf den Spuren der Weihnachtsgeschichte. Verlag Tredition, 2012, 696 Seiten; 36,80 Euro.