Glauben ohne Angst. Ein Interview über „Himmel und Hölle“ mit Prof. Wilhelm Gräb

Religion ohne Angst
Ein Interview mit dem protestatischen Theologen Prof. Wilhelm Gräb,
Humboldt Universität Berlin
Die Fragen stellte Christian Modehn

Im Umfeld des Totensonntags oder Ewigkeitssonntags wird auch vom Ende des Lebens gesprochen, manche christlichen Menschen denken dann an das Endgericht Gottes, an mögliche göttliche Strafen.
Sicher werden auch der Begriff und die Bilder von „Hölle“ wieder hoch kommen. Was ist für eine liberale Theologie, die „es gut meint mit dem Menschen“, wie Sie früher so deutlich sagten, wichtig im Blick auf den Totensonntag?

Im Jahreszyklus ist der Totensonntag – nach kirchlichem Sprachgebrauch, der Ewigkeitssonntag – ein wichtiger Tag. Es ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr und wird gerade von denen, die einen lieben Menschen verloren haben, als Tag des Gedenkens begangen. In vielen gemeindlichen Gottesdiensten werden die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres verlesen; auf den Friedhöfen finden weitere Andachten am Nachmittag statt. Betont der „Totensonntag“ das Totengedenken, so der „Ewigkeitssonntag“ die christliche Auerstehungshoffnung.

Christlicher Glaube ist in seinem Zentrum Auferstehungsglaube. Aus der Gewissheit, dass Jesus, der den Tod am Kreuz hat sterben müssen, von Gott ins ewige Leben gerufen wurde, ist die christliche Religionsbewegung entstanden. Insofern kann man durchaus sagen, dass es ein und dasselbe bedeutet, christlich zu glauben und die Ewigkeitshoffnung zu gewinnen. Das apokalyptische Weltbild des Neuen Testamentes drückte diese Ewigkeitshoffnung dann in Bildern aus. Sie haben die Totenauferweckung mit dem Gerichtsgedanken verbunden. Dem Eingang in die himmlische Seligkeit steht dann ein finsterer Ort entgegen, an dem Heulen und Zähneklappern sein wird.

Der christliche Grundimpuls war jedoch überhaupt nicht von diesem Dualismus „himmlische Seligkeit contra Hölle“ geprägt. Jesus versprach vielmehr allen, die seinen Weg der Gottes- und Nächstenliebe mitgehen, die unendliche Lebensfülle. Deshalb konnten Jesu Anhänger auch seinen Kreuzestod nur als eine Art Durchbruch durch Elend, Sterben und Tod hinein in die ewige Seeligkeit deuten. Denn so hat Jesus von Gott gesprochen, dass in ihm das Leben ist, ein Leben, das gerade nicht mehr nur diese Krankheit zum Tode ist, das nicht im Tod endet, sondern den Tod überwindet und in Gottes Ewigkeit eingeht.

Das Neue Testament lässt keinen Zweifel daran, dass alle Bilder von Gottes ewigem Leben niemals adäquate Vorstellungen sein können. Alle Vorstellungen sind unserer endlichen, irdischen, widersprüchlichen, tödlichen Wirklichkeit entnommen. Wir können nur symbolisch, in uneigentlichen Sinnzeichen, von
der transzendenten göttlichen Wirklichkeit sprechen. Aber dabei ist vom Neuen Testament her ebenso klar, dass Gott die unendliche Fülle des Lebens, der unverlierbare Sinn des Ganzen der Wirklichkeit ist. Wer im Geiste Jesu an Gott glaubt, setzt darauf, dass der Welt im Ganzen ein unverlierbarer Sinn innewohnt. Er besteht auch darauf, dass Gott jeden, der ihm vertraut, jetzt schon an der Fülle ewigen Leben teilhaben lässt. An Gottes Ewigkeit teilzuhaben, schon mitten in der Zeit und unendlich übers Irdische hinaus, geschieht, wo Menschen im Glauben und in der Liebe ihr Leben gestalten.

An Gottes Ewigkeit gewinnt jeder Anteil, der glaubt. Mehr braucht es nicht. Den Glauben aber braucht es, weil ja nur dann, wenn wir selbst uns in Beziehung zu Gott wissen, wir in der Einheit unseres selbstbewussten Daseins an Gottes ewigem Leben teilhaben. Unser Glaube macht es, dass wir uns selbst als zu Gott gehörig verstehen.

Von der Hölle ist im Christentum in keiner Weise zu reden. Gott ist ewiges Leben. Er ist Leben im Licht und in der Fülle und nicht zugleich auch noch das Gegenteil. Es ist keine Leere und keine Finsternis in ihm. Versteht der christliche Glaube sich richtig, dann redet er also nicht von der Hölle und finsteren Teufelsmächten. Es sähe dann außerdem so aus, als wüssten wir von einer jenseitigen Wirklichkeit, die für die einen eine himmlische Glückseligkeit und für die anderen eine schreckliche Todeswirklichkeit bereithält. So ist es aber nicht.

Alle Aussagen über eine jenseitige Wirklichkeit, sei es die des Himmels, sei es die der Hölle, entspringen, sobald sie vom vertrauensvollen Akt des Glaubens absehen, einer halt- und heillosen Spekulation. Die Hölle ist eine Erfindung derer, die meinen, man müsse den Menschen Angst machen, damit sie sich zum Glauben bekehren und ein ordentliches Leben führen. Die angstmachende Rede von der Hölle verfehlt beides, Gott und den Glauben, die Fülle des Lebens und das grundlose Vertrauen darauf, dass die Fülle allen Menschen versprochen ist.

Sind denn die traditionellen Bilder, die aus dem biblischen Buch der Apokalypse stammen, heute noch existentiell berührend und wichtig?

Es gibt so viel Schreckliches in der Welt, Naturkatastrophen, und vor allem die Kriege, all die Grausamkeiten, die Menschen einander antun. Es ist einfach nur furchtbar! So sieht die Hölle auf Erden aus. Da ist es nur zu verständlich, dass wir auch in der Bibel Vorstellungen und eine Sprache finden, die die Blutströme, die die Menschheitsgeschichte durchziehen, in Bilder eines endzeitlichen Dramas übersetzen, in dem Gott den unerbittlichen Kampf gegen die Mächte des Bösen führt. Diese Bilder des endzeitlichen Schreckens, die sich nicht nur im letzten Buch der Bibel (der Apokalypse), aber dort mit besonderer Wucht finden, zeigen, wie zu einer bestimmten Zeit dem Schrecken und unserem Entsetzen Ausdruck gegeben werden kann.

Die Botschaft der Bibel ist dennoch eine durch und durch von der Angst befreiende Botschaft. Jesus ist gekommen zu retten, was verloren ist, nur dazu. Das Christentum ist eine Erlösungsreligion und sonst gar nichts.

Der Fehler, der freilich immer wieder begangen worden ist und auch heute begangen wird, liegt darin, den Glauben, den allein der Gott verlangt, an menschlich kontrollierbare Bedingungen zu knüpfen: die christliche Taufe, den Glauben der Kirche, die Zustimmung zu bestimmten Glaubenssätzen, die Einhaltung bestimmter Moralvorschriften. Nur wer in einem bestimmten Sinn glaubt, sich zu einer bestimmten kirchlichen Gemeinschaft der Erwählten hält, geht in die ewige Seligkeit ein, den anderen droht die ewige Verdammnis.

So aber wird die biblische Botschaft im Kern missverstanden. Sie will, „dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Timotheus 2,4), wer sie auch seien, welcher Konfession oder Religion sie auch angehören, selbst wenn sie keiner Kirche oder Religion verbunden sind. Die Wahrheit ist, dass Gott die Welt trotz der ungeheuren Macht des Bösen in Liebe zusammenhält und auf den Sinn, den sie im Ganzen hat, ausrichtet.

Allmächtig ist Gott nicht, wäre er es, gäbe es die Macht des Bösen, all die Gewalt in Natur und Geschichte überhaupt nicht. Wäre Gott immer schon alles in allem, die Vollendung der Liebe und die Realisierung des Sinns des Ganzen, dann gäbe es aber auch keine natürliche Evolution und keine die Freiheit der Menschen realisierende Menschheitsgeschichte. Als die Macht der Liebe und als der Sinn des Ganzen von Welt und Leben ist Gott für uns, die wir in der Zeit sind und in eine immer noch unvollendete und undurchschaubare Geschichte verstrickt sind, ein werdender Gott. Gottes Sein ist im Werden, so aber, dass er uns an diesem Werden teilhaben lässt. Dies geschieht in unserem vertrauensvollen Glauben, in unserem Tun der Liebe, in der Hoffnung, mit der wir in allem Widerstreit und allem Kampf auf eine Vollendung der Welt im Guten setzen.

So ist die christliche Eschatologie, die Lehre von den letzten Dingen, zu verstehen. Sie setzt keinen Widerspruch, keine Macht des Bösen, nicht einmal eine Zornesmacht in Gott selbst hinein. Sie redet auch keinem Gegengott, keinem Teufel das Wort. Gott ist die Macht einer ohnmächtigen Liebe und damit Weg zur Realisierung des Sinn des Ganzen einer Welt, die von uns als eine solche erfahren wird, in der es ungeheuer viel Leid, Schmerz und Geschrei gibt.

Indem wir Gott denken und an ihn glauben und auf ihn unsere Hoffnung setzen, gehen wir aber davon aus, dass die Liebe das letzte Wort behält und wir auf einen Gott zugehen, der, wie es im letzten Buch der Bibel heißt, „abwischen wird alles Tränen“ (Offenbarung 21,4). So ist Gott der, der überall dort am Werk ist, wo Menschen auch noch in Katastrophen neuen Mut gewinnen, wo sie auch noch in bösen Erfahrungen an den Sieg der Liebe glauben, wo sie im Leiden am trotzigen Dennoch neuen Glücks festhalten, wo sie die Hoffnung nicht aufgeben. Weil es Gott ist, der am Ende Recht behalten wird, deshalb ist es eines jedes Menschen Bestimmung, im unendlichen Ganzen letztlich nicht verloren zu gehen, an der Fülle teilzuhaben, ewig in Gott geborgen zu sein.

Kann es eine religiöse Haltung geben, die ohne Angst auskommt, ohne Angst vor Gott?

In der Religion geht es um nichts anderes, so könnte man geradezu sagen, als eben darum, die Angst, die zu unserem endlichen Dasein gehört (Heidegger hat sie im Anschluss an Kierkegaard ein Existential genannt), zu überwinden. „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16, 33) So sagt es Jesus. In der Welt haben wir Angst, denn wir wissen nicht, was sein wird und es kann und wird so vieles geschehen, was wir nicht verstehen und allen unseren Vorstellungen vom Leben wie es sein sollte zuwiderläuft. Aber der Glaube ist gerade darin Glaube an Gott, dass er den Gedanken einer Vollendung fasst, der den Widerstreit der Welt hinter sich lässt und den Sinn uns zeigt, auf den hin wir schon immer leben. Dann werden wir sein wie Träumenden, die eintauchen in ein Meer voller Wärme und Licht.

Sollten wir uns von der Vorstellung „Gott als strafender Richter“ verabschieden?

Radikal! Die Vorstellung von Gott als strafendem Richter ist zwar eng mit der juridischen Auffassung der paulinischen Rechtfertigungslehre verbunden, aber genauso unhaltbar wie diese jurirdische Gottesauffassung insgesamt. Wenn Gottes Sein im Werden ist, dann erfahren wir ihn nur dort, wo wir die Macht des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung erfahren. Gott ist in den Weltprozess selbst verwickelt, oft so, dass wir ihn nicht verstehen, weil wir ihn und seine Liebe nicht zusammenbringen können mit dem, was geschieht. Im Absurden und Desaströsen spricht die Erfahrung nicht dafür, dass einen Gott gibt. Eigentlich spricht die Erfahrung nie direkt für Gott. Sie kann nicht für ihn sprechen. Dennoch ist Gott so ins Weltgeschehen verwickelt, dass er ihm die Richtung gibt, hin auf einen guten Ausgang aller Dinge. Als der Richtungssinn der Geschichte existiert er. Im Vertrauen auf diesen Sinn ist er der Gegenstand unseres Glaubens und der Grund unserer Hoffnung.

Der Gott, der vertrauenswürdig ist, ist kein richtender Gott. Dann müsste er über dem turbulenten Weltgeschehen thronen, um schließlich den Guten den Himmel zu öffnen und die Bösen in die Hölle zu schicken. Der vertrauenswürdige Gott ist der in die Menschen- und Weltgeschichte verstrickte, aber ihr den Richtungssinn gebende Gott, vielfach ohnmächtig in seiner Liebe, immer wieder bösen Mächten unterliegend. Deshalb steht das Kreuz im Zentrum des Christentums. Aber wenn es diesen Gott unseres Vertrauens nicht gäbe, dann hätte diese komplizierte, ebenso schöne wie schreckliche Welt kein Ziel, keines, an das wir glauben und auf das wir hoffen können.

Welche Interessen haben einige Christen, wenn sie noch am Begriff der Hölle und katholischerseits am Fegefeuer festhalten?

Da Gottes Wesen in der Höllen-Predigt völlig verkannt wird, liegt die Vermutung nahe, dass diese Vorstellung ein machtvolles Instrument in der Hand derjenigen ist, die an einen strafenden Gott bei den Menschen immer noch glauben. Sie wollen die Angst steigern bei denen, die in diesen unglücklichen Gottesvorstellungen vielleicht sogar schon erzogen worden sind. Oft wird zwar gesagt, dass mit der Drohung von Hölle und Fegefeuer die Menschen zur Wahrnehmung ihrer Verantwortung und zum Tun des Guten angehalten würden. Das Gegenteil scheint mir jedoch der Fall. Höllen- und Gerichtsandrohung führen allenfalls zu einer trüben Doppelmoral.
Klerikale Herrschaftsinteressen liegen auf der Hand.
Die Bibel redet eine andere Sprache: „Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns… Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe.“ (1. Johannes Brief, 4, 12 und 18)
copyright: Prof. Wilhelm Gräb und Religionsphilosophischer Salon Berlin.

Die Zukunft des kirchlichen Glaubens in Deutschland. Einige Tatsachen

Über die Zukunft der Kirchen in Deutschland
Einige Tatsachen
Von Christian Modehn

Wollen wir einmal ausnahmsweise eindringlich und sehr deutlich beginnen, zumindest für diejenigen, die immer noch an starke Kirchen in einem christlichen Land (Deutschland) glauben oder davon träumen. Denen möchten wir faktengestützt, wie man so sagt, mitteilen: Das bisherige kirchliche Leben und die bisherige Gestalt und Lehre von Kirche stehen in Deutschland am Ende. Das alles ist bald vorbei, wenn sich nicht die Sache einer weitergehenden Reformation, einer „Reformation der Reformation“, herumspricht und realisiert. Das ist keine Lieblingsidee eines Philosophen, sondern eine Überzeugung, die sich eben aus den Fakten selbst ergibt.
Also:

Oft werden wir im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon gefragt, wie man denn, statisch möglichst präzise, die Bindungen an den Glauben der Kirchen in Deutschland beschreiben kann.
Die Zeitschrift „Herder Korrespondenz“ bietet in ihrem Sonderheft „Glauben lehren“ vom Oktober 2013 u.a. einen Beitrag des Würzburger Katholischen Theologen Hans – Georg Ziebertz. Er berichtet u.a. auch von neuesten Umfragen und religionssoziologischen Studien, vor allem bezogen auf die katholische Kirche in Deutschland.
Damit sich möglichst viele ein realistisches Bild über die Kirchenbindung vor allem junger Menschen machen können und damit auch über die (zahlenmäßige) Zukunft der Katholischen Kirche in Deutschland: Einige Informationen aus dem Beitrag von Hans – Georg Ziebertz, in dem genannten Heft ab Seite 10ff.

Wie viele Eltern in Deutschland halten es für wichtig, den katholischen Glauben an die eigenen Kinder weiterzugeben? Es sind 8 Prozent der befragten Väter und 10 Prozent der befragten Mütter, die das „sehr wichtig“ finden. „Wichtig“ finden es noch einmal 19 % der Väter und 25 % der Mütter. Hingegen sind es 73 % der Väter und 65 % der Mütter, die die Weitergabe des eigenen Glaubens „nicht wichtig“ oder „überhaupt nicht wichtig“ finden. (Seite 11) :
Wie hoch ist der Anteil der religiös erzogenen Menschen in Deutschland?
Bei den 60 Jährigen sind es 70 %, die angeben, religiös erzogen worden zu sein. Bei den 26 bis 35 Jährigen sind es 35 %. Bei den 16 bis 2 5 Jährigen sind es 25 %, die religiös erzogen wurden, in derselben Altersgruppen in Ostdeutschland sind es 13 %.
Nebenbei: Aus diesen Zahlen kann fast „errechnet“ werden, wie die Zukunft der Kirche in den nächsten 25 Jahren aussieht, wenn diese Kirche denn an ihrer jetzigen Gestalt und Lehre (!) festhält.
Die Würzburger Jugendstudie (Seite 12 f) zeigt, dass „die“ Religion im allgemeinen noch von über 50 % der befragten Jugendlichen für wichtig gehalten wird, man meint, sie werde „präsent“ bleiben. Wenn es hingegen um die persönliche Bedeutsamkeit von Religion und Kirche geht, „sinken die Prozentwerte deutlich unter 50 Prozent“ (Ziebertz, S. 11). In der bekannten Shellstudie wird deutlich: Der Glaube an Gott nimmt unter Jugendlichen ab, „von 50 Prozent auf 44 Prozent zwischen 2002 und 2010“, so Ziebertz (S. 12). Gott als personales Du akzeptierten im Jahr 2006 40 Prozent der Katholiken, vier Jahre später (!!) glauben nur noch 32 Prozent der befragten Katholiken an Gott als einem personalen Du. Der katholische Theologe Ziebertz kommentiert diese Tatsache: „Die Gottesvorstellung zeigt deutlich deistische und universalistische Züge. Gott wird nicht durch Attribute oder Merkmale verstanden, wie sie die Religionsgemeinschaften vertreten, sondern sehr viel allgemeiner – und damit konturloser. Gott ist nicht unterwegs in und mit der Geschichte der Menschen, wie es die christliche Religion vertreten würde, sondern allenfalls eine Erstursache. Die Beziehung des Menschen zur Welt und zum Göttlichen ist unpersönlich“, soweit die Einschätzung des katholischen Theologen Ziebertz.
Wir fragen: Helfen Begriffe aus dem 18. Jahrhundert weiter, wie der Begriff des Deismus? Vor allem: Ist der Verzicht auf personale Gottesbilder unmittelbarer Art nicht auch religiös für den einzelnen ein Gewinn, eine Befreiung von infantilen Gottes – Vorstellungen, ein Weg hin zum dem größeren Gott? Ist das nicht das Anliegen der großen Theologen Karl Rahner oder Paul Tillich? Deutlich wird angesichts dieser Tatsachen, die wohl kein Bischof ignorieren darf: Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Menschen vorschreiben ließen durch eine angeblich objektive Lehre, was sie von Gott denn halten sollen. Die Ernstnahme der eigenen subjektiven Religiosität (auch in Richtung eines “nicht mehr so personalen Gottes“ ist ein Gewinn. Darüber sollte diskutiert werden, vielleicht mit Philosophen und Mystikern zusammen, die mehr erfahren haben als Dogmatiker, die ewig religiöse Formeln und Gottesbilder einer ganz bestimmten Zeit (dadurch sind diese angeblich objektiven Lehren ja selbst relativ!) wiederholen. Mit anderen Worten: Es sollten grundlegende Erkenntnisse einer modernen liberalen Theologie in aller Freiheit debattiert werden, um der Zukunft des Religiösen im Menschen willen. Es geht ja einzig um ein tiefes Verständnis des Menschen, nicht um den Erhalt einer bestimmten, hierarchisch geformten Institution. Können Menschen frei ihre eigene Religiosität aussprechen, kann ja auch eine neue, dann reformierte Kirche entstehen. Wann endlich hat liberale Theologie in allen großen Kirchen Deutschlands eine Chance, wann gibt es liberal – theologische Gemeinden, auch freisinnige Gemeinden in Deutschland – mit der gleichen Selbstverständlichkeit, wie es charismatische oder evangelikale Gemeinden gibt?

PS: Nun berichtet Claudia Keller im „Tagesspiegel“ vom 17. 11. 2013 auf Seite 3, dass selbst in den „prekären Milieus“ Deutschlands, also ungeschönt gesagt, unter den Armen, und das sind die arm Gemachten (!), dass dort also die Kirchen – Bindung allmählich gegen Null tendiert. Kirche ist, so schreibt Claudia Keller völlig zurecht, verstanden als Interesse an Gemeinde und Theologie, eine Sache der guten Bürger. Aber auch da lässt das Interesse rapide nach, siehe oben.

Copyright: Christian Modehn

The Silent University, die schweigende Universität – Asylsuchende als Lehrmeister. Eine neue Initiative

The silent University, die schweigende Universität – aber sie schweigt nicht: Flüchtlinge teilen ihr Wissen (mit)
Von Christian Modehn. Informationen in Englisch von den Organisatoren weiter unten.

Es ist das große Verdienst der neuen Leitung des Maxim Gorki Theaters in Berlin, dass am 10. November einige Besucher des dortigen „Herbstsalon“ die Chance hatten, eine der bemerkenswerten Kultur – Initiativen kennen zu lernen: „The silent University“, die Schweigende Universität, eine Akademie, die gar nicht schweigt; aber es sprechen eben Menschen, die von europäischen Asyl Gesetzen zum Schweigen verurteilt sind: Akademiker, Schriftsteller, Wissenschafter aus Afrika z.B. Sie sind hier als Asylsuchende gelandet, dürfen aber ihrer Kompetenz entsprechend nicht arbeiten, von Schweden vielleicht abgesehen.
„The Silent University“ wurde 2012 gegründet, um die Intellektuellen unter den Asylsuchenden zusammenzuführen, um sie zu Vorträgen und Diskussionen für eine breite Öffentlichkeit zu mobilisieren. Und das gelingt. Es ist die Stimme der „anderen“, die da wahrnehmbar wird, es sind Wissenschaftler aus Afrika z.B., die hier ihre Kenntnisse mit uns teilen wollen. Und wir, die so abwehrenden, so Asyl feindlichen Europäer, die lieber unter sich bleiben wollen, die lieber den eigenen Wohlstand absolut verteidigen wollen gegen alle „Eindringliche“, wir können von der Menschlichkeit und dem Wissen dieser silent university durchaus profitieren. Wir nennen nur einige Namen der Professoren: Seida Ndoloma, Mulugeta Fikadu, Geraldine Takundwa, Miguel Teixeira, Dr.NazarPola, Behnam Al-Agzeer

Wann gibt es eine „silent university“ auch in Deutschland, auch in Berlin? Wann geben die finanziell so äußerst üppig ausgestatteten Akademien, etwa kirchliche Akademien, dieser silent university Räume für eigenes, freies Gestalten?
Jetzt gibt es silent Universities in London, Stockholm und Montreuil (bei Paris). Wann in Berlin? Wer hat den Mut, diese Initiative hier zu starten. Die Räume sind ja da, (während der Woche) leer stehende Kirchen, fast nicht genützte Gemeindehäuser, leere Säle in Klöstern und Räume der Vorstände von Banken und Betrieben, leer stehende Bankgebäude usw..

Die Adresse der Silent University in London: Klicken Sie hier:
http://thesilentuniversity.org/cities/london/

coypright: Christian Modehn.
Mit diesem Beitrag eröffnen wir die neue Rubrik „Alternativen für eine humane Zukunft“. Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie, so wie wir sie verstehen, ist primär an einer humanen Zukunft für alle Menschen interessiert und sie steht im Dienst dieser Perspektive. Das ist gute Tradition der Aufklärungsphilosophie.

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Der atheistische Christ – der religiöse Atheist: Wider die klassischen Grenzziehungen. Ein Salonabend

Wir setzen die Gespräche in der Urania vom 21. 11. 2013 fort unter dem Titel:
Der atheistische Christ – der religiöse Atheist: Wider die klassischen Grenzziehungen.
Das Thema verdient weiter unsere intensive Beachtung, wenn uns daran liegt, eine neue Kultur des religiösen und nichtreligiösen Miteinanders (in Berlin und sonst) zu gestalten und aufzubauen.
Der Ort: Die Galerie Fantom in der Hektorstr. 9 in Berlin Wilmersdorf. Beginn: Um 19 Uhr am MITTWOCH 4. Dezember 2013.
Teilnahme gebühr, für Studenten frei, auch sonst Ermäßigung, sonst: 5 Euro.
Bitte um Anmeldung, da die Zahl der Plätze begrenzt ist an: christian.modehn@berlin.de

Zur Veranstaltung in der Urania am 21. 11. 2013 klicken Sie bitte hier.

Luthers religiöses Handeln: Aktueller denn je

Luthers religiöses Handeln: Aktueller denn je
Von Christian Modehn

Es wird – immer häufiger – behauptet: „Was es an der Reformation (Luthers) zu feiern gibt, ist nach wie unklar“. So etwa Wolfgang Thielemann in „Christ und Welt“, der Beilage zur Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 7. November 2013.
Prof. Wilhelm Gräb hat in einem Interview mit dem religionsphilosophischen Salon bereits Wesentliches gesagt, zur Lektüre klicken Sie bitte hier.

Weil Religionsgeschichte auch zu den Themen des Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salons gehört, möchten wir in einigen Thesen noch einmal deutlich machen:

– Martin Luther hat das allgemeine Priestertum aller (!) Gläubigen zu recht als den Kern theologischer, biblisch begründeter Kenntnis wie auch religiöser, kircheninstitutioneller Praxis erkannt. Darüber gibt es unter katholischen und evangelischen Theologen eigentlich keine Debatte mehr. Aber Luthers Hinweis bleibt heute in der Praxis umstritten: Vom Priestertum aller Gläubigen in der Praxis kann in der römischen Kirche nach wie vor keine Rede sein. Die römische Kirche wird in jeder Hinsicht ausschließlich geführt und geleitet vom Amtspriestertum, auch unter Papst Franziskus dürfte das so bleiben. Laien können „helfen“ und dienen, sie haben nichts zu entscheiden in theologischen und moralischen Fragen. Sie werden bestenfalls mal befragt. Also: Über diesen Impuls Luthers könnte man auf Weltebene und auf bundesdeutscher Ebene diskutieren. Oder stört solches Gespräch das angeblich prächtige ökumenische Klima? Meidet man man heute unter Protestanten theologische Themen, um der römischen Kirchenführung nicht zu nahe zu treten? Oder hat sich unter Protestanten selbst eine Art klerikale Hierarchie gebildet?

– Noch mal etwas Theologisches: Luther hat die entscheidende Mitte des Evangeliums, und damit das Kriterium für wichtig und sekundär,in der Lehre von der Rechtfertigung des Sünders durch Gnade erkannt. Nach heutigem modernen theologischen Verständnis sollte man diese Mitte des Evangeliums neu verstehen, etwa in der humanen Praxis des menschlichen Miteinanders, der Solidarität, sowie in dem Respekt vor der spirituellen Haltung des einzelnen religiösen Menschen. Die zentrale Stellung der Theologie der Sünde, auch die verheerende Lehre von der Erbsünde, aber auch die Lehre von der Rettung der Welt durch Christi Blut, der sich seinem erzürnten Vater hingibt, all das lassen wir guten Herzens heute endlich beiseite. Und belasten niemanden mehr damit. Darin werden wir von vielen Theologen und Historikern weltweit unterstützt, die Christen an der Basis glauben etwa an die Erbsünde ohnehin nicht. Die Basis ist bereits häretischer als die Herren in Rom es sich träumen lassen. Darüber könnte man auch im Rahmen der Reformationsgedenken nett diskutieren, sozusagen über theologische Traditionen, die nicht mehr hilfreich, weil nicht mehr verständlich sind. Und die deswegen guten Gewissens beiseite gesetzt werden sollten. Diese Freiheit darf sich ein moderner Christ gern nehmen, das ist für liberale Christen keine Frage.

– Wolfgang Thielemann spricht in dem genannten Beitrag auch davon, dass Luther „ein Kämpfer wider katholischen Aberglauben“ gewesen sei; dass aber diese Haltung heute obsolet, also überflüssig, ist. Genau das Gegenteil ist richtig: Auf den Ablass hat die römische Kirche bis heute nicht verzichtet; dass Heilige im Himmel unsere Gebete hören und uns hilfreich zur Seite stehen, ist Lehre der römischen Kirche heute. Dass es bei einzelnen Super Frommen Stigmata gibt, etwa bei dem heiligen Pater Pio, ist römische Lehre. Dass Gott in seiner Allmacht (und Willkür) Naturgesetze – von ihm selbst geschaffen – auch wieder mal durchbricht etwa in Heilungswundern, ist offizielle Lehre …Ebenso, dass Maria gnadenhaft hilft vom Himmelsthron aus, das wird in jedem zweiten Marienlied heute weltweit gesungen. Dass Jesus den Fischer Petrus zum ersten Papst bestellte, ist offizielle Lehre. Da wird der Spruch Jesu an Petrus „Du bist Petrus, der Fels … usw“ ausnahmsweise mal wörtlich von der Kirchenführung gedeutet. Die Warnung Jesu an die Jünger „Nennt euch nicht Meister“ oder „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher ins Himmelreich“ werden selbstverständlich nicht wörtlich verstanden von der Kirchenführung. Was soll man denn dann mit all dem Milliardenbesitz der Kirche machen, mit allem dem Luxus usw… Dieser absolute Interpretationshoheit der Bibel durch die Kirchenführung entspricht die Verachtung – immer noch – der historisch – kritischen Bibelforschung, die selbst im 2. Vatikanischen Konzil noch festgeschrieben wurde. Also, zu diskutieren gäbe es genug … im Sinne des Reformators Martin Luther.

– Und ist die Vision, der Traum, von der institutionellen Einheit einer Kirche nicht der Traum von Herrschaft? Ist eine und einzige christliche Kirche wirklich ein „Gewinn“ oder wäre das nur ein monolithischer, leichter beherrschbarer Block? Wir brauchen nicht diesen Traum einer institutionellen Einheit weiter zu träumen, es gibt Wichtigeres. Etwa das Elend der hungernden und sterbenden Kinder endlich zu besiegen, um nur eines von vielen Themen erster Dringlichkeit heute zu nennen. Es ist ja auch die christliche Welt Europas und Amerikas, die diese verheerende Armut mit erzeugt…Vielleicht sollte man in dem Zusammenhang von Sünde sprechen…

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon.

Die Reformation geht weiter: Der Theologe Wilhelm Gräb über ein angeblich „schwieriges Fest“ (2017)

Ein Vorwort: Es melden sich immer mehr (auch evangelische) Stimmen, die behaupten, „was es an der Reformation zu feiern gibt, ist immer noch nicht klar“. So Wolfgang Thielmann in der Beilage zur Wochenzeitung DIE ZEIT mit dem Titel „Christ und Welt“, erschienen am 7. November 2013, Seite 1. Wem das wirklich immer noch nicht klar ist, angesichts der Zustände in den christlichen Konfessionen, sollte die Vorschläge zu einem angemessenen, vernünftigen Reformations – Verständnis lesen, wie sie im folgenden der protestantische Theologe Wilhelm Gräb vorträgt. Das Interview wurde am 26. Oktober 2013 unter dem Titel „Die Reformation der Reformation“ auf dieser website veröffentlicht, am 7. November 2013 wurde diese Einleitung vorangesetzt.

Die Reformation der Reformation – Neue Themen für ein wichtiges Ereignis
Der Theologe Prof. Wilhelm Gräb, Berlin, zum Reformationstag 2103
Die Fragen stellte Christian Modehn

Die Erinnerung an die Reformation Martin Luthers hat sehr oft nur den Cha-rakter des kritischen Rückblicks und der Wiederholung alter Standardthemen, wie etwa der Rechtfertigung des Sünders. Sollten nicht neue Gotteserfahrungen besprochen werden, etwa der „Gott in uns“, die Sakralität der Person; das Göttliche, das in der Musik (in jeder Musik?) oder auch in der Erotik erlebt wird? Oder in der Solidarität mit Verarmten und Leidenden?

Die Reformation muss weitergehen, immer weitergehen. Die des 16. Jahrhun-derts zieht ihre Faszination bis heute aus dem Gedanken religiöser Freiheit, den sie im Rückgriff auf das biblisch verstandene Evangelium aufzustellen gewagt hat. Jeder Mensch ist gleich unmittelbar zu Gott und kann sich selbst aus der Hl. Schrift über das richtige Tun belehren. Doch entstanden sind neue so ge-nannte evangelische Kirchentümer und natürlich auch Theologien, die ihre Aufgabe darin sahen und sehen, die Identität der evangelischen Kirche unter Beru-fung auf die reformatorischen Bekenntnisse zu stabilisieren.
Ich sehe die Aufgabe einer gegenwartsorientierten reformatorischen Theologie anders. Sie muss die Augen öffnen für die Gegenwart Gottes in dieser Welt. Hinweisen muss sie darauf, dass Gott die Idee ist, wonach das Ganze unseres Lebens, ja das Ganze der unendlichen Welt sinnvoll ist, obwohl es unsere Fas-sungskraft übersteigt. Weil ein Gott ist, wird das Ganze zusammengehalten, ge-hen wir im Unermesslichen und letztlich Unverfügbaren doch nicht verloren. Wir empfinden Gottes Gegenwart, wo uns die Welt entgegenkommt, in Men-schen, die wir lieben, mit denen wir eins werden, die uns verstehen oder für die wir uns einsetzen; in der Musik, sofern sie uns anspricht; in Werken der Kunst, sofern diese uns unsere merkwürdige Weltstellung sichtbar machen.
In der Sinngewissheit unseres Lebens schattet sich die Präsenz des göttlichen Seinsgrundes ab. Aber wir brauchen auch die Verständigung über unsere Selbstgefühle und Gottesideen. Das ist die Aufgabe einer gegenwartsbezogenen reformatorischen Theologie. Dann nimmt sie den Freiheitsimpuls der Reformation auf. Dann denkt sie Gott in den Erfahrungen unseres heutigen Lebens als den, der es macht, dass der Gedanke von der unverlierbaren Würde und dem unendlichen Wert eines jeden Menschen nicht nur in der Welt ist, sondern in ihr auch nicht mehr verloren gehen kann.
Nebenbei bemerkt, so verstehe ich auch die reformatorische Lehre von der Rechtfertigung des Sünders aus dem 16. Jahrhunderts. Sie wollte damit sagen, dass Gott das Lebensrecht jedes Menschen vorbehaltlos anerkennt, unabhängig von seiner Leistung und seiner sozialen Zugehörigkeiten. Nur hat sie das Evan-gelium noch in Vorstellungen ausgedrückt, die die unseren nicht mehr sind und auch nicht werden müssen.

Wie tief reicht protestantische Selbstkritik? Welche Traditionen belasten die Kirche in Deutschland heute? Ist sie frei genug, Überorganisation und Büro-kratie zu überwinden zugunsten neuer religiöser „Spielräume“, etwa der freie, umfassende religiöse Dialog außerhalb der Kirchenmauern, in Theatern, Kinos, Cafés, Konzerthäusern, in denen dann selbstverständlich auch neue Themen verhandelt werden.

Viel geschieht in dieser Richtung, mit den Citykirchen, auch hier in Berlin, mit den evangelischen Akademien, (auch den katholischen Akademien) und vielen Bemühungen um kulturelle Zeitgenossenschaft. Aber das alles ist dennoch viel zu wenig. Deshalb ist es so wichtig, dass wir an der Idee eines freien Protestan-tismus festhalten, der nicht mit der evangelischen Kirche zu verwechseln ist. Ihn gibt es seit dem späten 19. Jahrhundert. In ihm lebt der Freiheitsimpuls der Reformation am deutlichsten fort. Aber er befindet sich selbstverständlich auch nicht in einem ausschließlichen Gegensatz zur institutionalisierten evangelischen Kirche. Beide sind ein Stück weit auch aufeinander angewiesen. Bedauerlich ist jedoch, dass auch die evangelische Kirche immer noch meint, so etwas wie ein „Wächteramt“ über das Religiöse in Kultur und Gesellschaft ausüben zu müs-sen. Sie sieht sich im Besitz von Normen biblisch-reformatorischer Wahrheit, die sie den religiösen Interessen der Individuen entgegenhält. Wo sie sich aber selbst umstellt, verändert, und nichts anderes zu sein versucht als Kirche für die Religion der Menschen, dort kann viel Freiheitsluft auch in sie selbst, in ihre le-bendigen Gemeinden Einzug halten. Dort hört sie auf, sich – theologisch, wie organisatorisch – vor allem mit sich selbst zu beschäftigen.

Heutiges protestantisches Reformationsgedenken wehrt schamhaft die Kritik an der römischen Kirche ab, um der angeblich so guten Ökumene willen, könn-te man meinen. Sollten Protestanten nicht heute auch die Freiheit haben, Miss-stände in der römischen Kirche oder etwa auch in der orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zu benennen? Welche Kritik wäre dann wichtig?
Die Ökumene kommt mir oft so vor, als sei sie vor allem von einem ökono-misch kalkulierten Kartelldenken bestimmt. Man schließt sich zusammen, um das Christentum, mit dem man sich identifiziert, besser gegen die säkulare Ge-sellschaft verteidigen zu können. Weil die evangelische Kirche dem reformatori-schen Freiheitsimpuls schon viel zu zaghaft folgt, will sie von Kirchenkritik nichts wissen. Wer sie übt, gilt schnell als Feind des Christentums und der Religion. Dass die Reformation in ihrem Kern Kirchenkritik war, davon hat auch die evangelische Kirche heute keine Ahnung mehr. Wie sollte da von ihr Kritik an der katholischen oder orthodoxen Kirche erwartet werden können? Es geht zwischen den Kirchen ähnlich zu wie in der Politik. Die Kritik anderer Kirchen schickt sich genauso wenig wie die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten.
Der andauernde Freiheitsimpuls der Reformation, der ja doch der des Evangeli-ums ist, der Botschaft von der Menschlichkeit Gottes, kann nur wirksam wer-den, wenn unterschieden wird zwischen der Religion des Evangeliums und der institutionalisierten Kirche. Dann ist jede Kirche, wie immer sie sich nennt, zu kritisieren, wenn sie nicht der Menschwerdung des Menschen dient, seinen e-lementaren Lebens- und Freiheitsrechten. Wo sie sich nicht dafür einsetzt, dass die den Geist des Evangeliums für unsere Zeit formulierenden Menschenrechte jedem Menschen zukommen, unabhängig von deren nationalen und kulturellen Zugehörigkeiten, ihren sexuellen und religiös-weltanschaulichen Orientierungen, ist eine Kirche zu kritisieren. Ich erspare mir jetzt, aufzuführen, was da im Blick auf das Verhalten und die Stellungnahmen der Kirchen – die römische und die orthodoxe Kirche besonders betreffend, die evangelische aber nicht ausneh-mend – konkret anzuführen wäre. Ich denke, es steht uns nur zu deutlich vor Augen.

Copyright: Prof.Wilhelm Gräb und Religionsphilosophischer Salon Berlin.

„Die Nonne“: Zu einem neuen Film über einen Roman von Denis Diderot

Die Nonne. Anlässlich der Berlinale 2013 ein Hinweis auf einen Film, inspiriert von einem Roman von Denis Diderot:

Wenn das Leben im Kloster krank macht

Von Christian Modehn, veröffentlicht am 8.2.2013

Inzwischen, Anfang November 2013, läuft der Film „Die Nonne“ in deutschen Kinos. Dabei werden immer noch falsche Behauptungen in die Welt gesetzt. Da wird Diderot (in der Beilage zu „Die Zeit“ mit dem Titel „Christ und Welt“ vom 7. Nov. 2013) einfach gedankenlos und uninformiert „ein Atheist“ genannt, nichts ist falscher als das, um einmal diese sprachlich falsche Formulierung zu benutzen. Er hat Theologie studiert, war später Deist, und das ist bekanntlich kein Atheist! Die „Nonne“ ist auch kein „Witz, keine Satire“ des Philosophen Diderot, wie behauptet wird in dem Blatt, sondern der Roman basiert auf Beobachtungen und Erfahrungen der eigenen Schwester. Der Roman Diderots ist auch keine „schwüle Klosterfrau Fantasie“, so wieder der Autor Raoul Löbbert, sondern ein realistisches Zeugnis damaliger (nur damaliger ????) Klosterwelten. Was haben christliche Journalisten davon, in christlichen Zeitschriften so viel Unsinn zu verbreiten?
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Dieser Text wurde anläßlich der berliner Filmfestspiele 2012 publiziert:

Das Jahr 2013 ist auch ein Diderot – Gedenkjahr. Der französische Philosoph der Aufklärung wurde vor 300 Jahren, am 5. Oktober 1713 in Langres, geboren Er ist weltbekannt geworden vor allem als Begründer und „Leiter“ des großen Projektes der „Enzyklopédie“. Das „Diderot Jahr“ wird jetzt „eingeläutet“ mit einer Neuverfilmung des Romans „La Religieuse“, „Die Nonne“. Der Film wird auf der Berlinale 2013 im Wettbewerbsprogramm gezeigt. In den Kinos soll er ab Ende März zu sehen sein. Regisseur des Films ist Guillaume Nicloux. Er bezieht sich auf den (gar nicht so umfangreichen) Roman von  Diderot, verfasst um 1760, aber erst nach seinem Tod (1784 in Paris) im Jahr 1796 veröffentlicht. Diderot musste sich vor den Repressionen der Zensurbehörden hüten, 1749 wurde er bereits „wegen Atheismus“ in Vincennes inhaftiert, aber aufgrund prominenter intellektueller Fürsprecher freigelassen.

Für den Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon ist es eine Selbstverständlichkeit, anlässlich des Films auf den Roman hinzuweisen als einen Beitrag aufklärerischer Religionskritik. Diderot klagt die Zurückweisung der Selbstbestimmung von Frauen (aber auch von Männern) in der Kirche an, er legt die Scheinheiligkeit, ja Gewalttätigkeit in den Klöstern frei, diese abgeschottete Welt, die er „Gefängnis“ oder gar „Grab“ nennt. Die Religionspolitik der Revolutionäre ab 1789, selbst die Laicité als strikte Trennung von Kirchen und Staat, ist nur aus der Kenntnis der Religionskritik zu verstehen, wie sie sich etwa im Pariser Salon d Holbachs und Diderots (10, Rue des Moulins, Paris 1. Arr.) ausdrückte.

Zum Inhalt des Romans, den Diderot in der Ichform seiner Protagonistin Suzanne Simonin erzählt. Sie lebt einige Jahrzehnte vor der Revolution von 1789, ist  ein außereheliches Kind einer angesehenen Familie: Als junges Mädchen (sechszehneinhalb Jahre alt) wird sie von den Eltern gezwungen, ins Kloster einzutreten. Finanzielle Interessen der Eltern sind dabei ein Hauptmotiv. Der Roman schildert den Leidensweg der Suzanne Simonin in drei verschiedenen Klöstern: Bei den unterschiedlichen, meist leidvoll – schmerzhaften Erfahrungen dort bleibt sie ein frommes, „ein gottesfürchtiges Wesen“, das sich den Sinn für Freiheit und Selbstbestimmung bewahrt, aber aufgrund ihrer schlimmen Erfahrungen in eine tiefe menschliche Krise gerät. Diderot hat also keine Ambitionen, seine Protagonistin als ein „amouröses“ Wesen, der Lust verfallenes Mädchen, darzustellen; was ja einer gewissen Tradition der „Libertins“ entsprechen würde, der auch sexuell „hoch interessierten“ Freigeister der damaligen Zeit. Sie verfassten viele populäre, ans Pornographische grenzende Schriften und Romane. In dieser Tradition steht das Werk „La Religieuse“ von Diderot nicht! Er will die Realität dokumentieren, in einer eher sachlich – nüchtern beschreibenden Sprache.

Im ersten Kloster „Sainte Marie“ weigert sich Suzanne Simonin, die endgültigen, „ewig“ bindenden  Gelübde abzulegen. Sie muss das Kloster verlassen; in Ronchamp erlebt sie dann zuerst eine fromme, freundliche Oberin. Darin wird deutlich, dass Diderot durchaus an einer differenzierten Analyse der Klosterwelten interessiert ist. Nach dem Tod dieser Oberin, Frau von Monc, beherrscht dann eine strenge „Chefin“, Schwester Sainte Christine, das Kloster. Sie ist einer rigiden Glaubenspraxis verpflichtet und terrorisiert förmlich ihre junge Mitschwester. Gezwungenermaßen legt dort Suzanne ihre Gelübde ab. Als „ungehorsame Nonne“ wird sie bestraft, ausgegrenzt, malträtiert, aller Kleider beraubt, mit nackten  Füßen wird sie durch die Gänge gehetzt, in dunklen, unterirdischen Räumen festgehalten, „in welchem man mich auf eine von Feuchtigkeit halb verfaulte Strohmatte warf“ (36). „Meine erste Absicht dort war, mich zu töten. Ich schlug mit dem Kopf gegen die Mauern und zerfleischte mich, bis das Blut floß…Jeden Morgen trat eine meiner Henkerinnen (also Mitschwestern) ein und sagte zu mir: Gehorchen Sie unserer Oberin und sie werden dieses Gefängnis hier im Kloster verlassen“ (37). Als seelisch gebrochene junge Frau bittet Suzanne schließlich sogar um Verzeihung für Vergehen, die sie gar nicht begangen hat. Das Gesetz der Folter hat Diderot hier klar erkannt…. Angesichts ihres unsäglichen Leidens findet sie Unterstützung bei einem Anwalt: Ihm gelingt es, Suzanne aus diesem Kloster zu befreien: Aber wieder landet sie in einem Kloster: Dort, in St. Eutrope, findet Suzanne überhaupt keine Ruhe: Sie ist den lesbischen Ambitionen und Aufdringlichkeiten der Oberin ausgesetzt. „Ich liebe Sie bis zum Wahnsinn“, gesteht ihr die Oberin gleich nach ihrem Eintritt (S. 70). Diderot schildert aus sachlicher Distanz, wie die Oberin mit ihren lesbischen Ambitionen die 20 jährige Suzanne förmlich verfolgt und bedrängt, wie sie nachts  gar in das Bett der jungen Nonne steigt, voller Entschuldigungen, ihr, der Oberin, ginge es körperlich so schlecht. Diese Berichte erinnern fast wörtlich an die vielen Ausreden mit denen der pädophile Ordensgründer Pater Marcial Maciel (gestorben 2008) junge Novizen seines Ordens (Legionäre Christi) ins Bett lockte. All das ist von den Betroffenen genau dokumentiert…. Ausdrücklich verbietet diese Oberin ihrer Geliebten Suzanne, diese „Bettgeschichte“ zu beichten: Denn dann  wüßte der Beichtvater, der allen Nonnen im Kloster die Beichte abnimmt (auch ein interessantes Nebenthema: Beichte als Kontrolle),  genau Bescheid über die lustvollen Nächte dort. Vor allem die „fromme Oberin“ wäre enttarnt. Suzanne ist noch so fromm und selbstbewußt, dass sie doch die Ereignisse beichtet… und dies auch der Oberin gesteht. Diesem Bekenntnis folgt der geistige Zusammenbruch, schließlich der Tod der Oberin…Nach all diesen seelischen Verwirrungen gelingt der jetzt 20 jährigen Suzanne  die Befreiung aus diesem Kloster Gefängnis mit Hilfe eines jungen Priesters, Dom Morel. Auch er gesteht der jungen Nonne, dass er gegen seinen Willen ins Kloster gesteckt wurde. (S. 100). War Diderot gegen die lesbische Liebe im allgemeinen eingestellt? Sicher nicht, er war nur gegen die Ausnutzung eines Herrschaftsverhältnisses mit sexuellen Interessen!

Suzanne landet in Paris als gebrochene Frau, sie schlägt sich, auch körperlich am Ende, als Wäscherin durch. Ihr Leben ist  von Ängsten bestimmt, die Klöster haben sie kaputt gemacht. „Ich habe mir niemals den im Kloster herrschenden Geist zueigen machen können… Dennoch habe ich mich gewisse Gebräuche gewöhnt, die ich menchanisch wiederhole, zum Beispiel, wenn eine Glocke läutet, so mache ich entweder das Zeichen des Kreuzes oder kniee nieder. Klopft man an meine Tür, sage ich „Ave“, wie im Kloster…Meine Gefährtinnen jetzt fangen an zu lachen und zu glauben, ich wollte die Nonnen kopieren. Doch ihr Irrtum kann unmöglich lange dauern, meine Unbesonnenheit wird mich verraten. Und ich werde verloren sein“. Dies sind die letzten Worte, die Diderot von der jungen Frau Suzanne übermittelt (s. 108f.) (Zitiert nach Denis Diderot, Die Nonne, Contumax Verlag, 2010, nach einer anonym erschienen Übersetzung in Zürich aus dem Jahr 1797 (sic), also ein Jahr nach dem Erstdruck in Paris).

Der Roman, so wurde betont, erinnert an die Gestalt eines barocken Märtyrerdramas. Darin will der Philosoph seine Erkenntnis verbreiten: “Der Mensch ist für die Gesellschaft geboren. Trennt man ihn von der Gesellschaft (d.h. steckt man ihn in ein Kloster außerhalb der Gesellschaft), werden tausend Begierden in seinem Herzen erwachen, überspannte Gedanken werden in seinem Geist keimen…“. Diderot greift sozusagen die neuzeitliche, reformatorisch geprägte Klosterkritik auf. Luther und Calvin haben das klösterliche Leben entschieden zurückgewiesen: Aber Diderots Kritik gründet nicht so sehr in der Bibel, sondern in der Vernunft. Die klösterlichen Gelübde führten zu einer Verkümmerung, wenn nicht Entartung menschlichen, gemeinschaftlichen Lebens. Klosterleben sei identisch mit Selbstentfremdung.

Mit dieser Überzeugung steht Diderot nicht allein; darin ist er eins mit den aufgeklärten Geistern seit dem 17. Jahrhundert in Frankreich. Die zwangsweise Einweisung von jungen Frauen in Klöster war damals üblich, wobei die Adligen ihre Klöster für Adlige hatten, die bürgerlichen eben ihre bürgerlichen Klöster. Vielfach wurde dokumentiert, dass auch junge Männer in Klöster eintraten, weil sie dort ein bequemes Leben erwarten durften. Man lese nur einmal die entsprechenden Kapitel des Journalisten Louis Sebastién Mercier: „Mein Bild von Paris“ (publiziert in Paris seit 1781): „In Paris wimmelt es von Abbés, tonsurierten Pfäfflein, die weder der Kirche noch dem Staat dienen, ausschließlich dem Müßiggang leben und den Kopf voller Frivolitäten haben“ (Zit. S. 75 in der deutschen Ausgabe des Insel Verlages 1979). Die geistliche Dimension, die “Berufung“, war eher selten. Insofern ist der Roman „La Religieuse“ alles andere als ein Bericht von einer Ausnahmesituation. Diderot kannte die katholische Kirche sozusagen selbst von innen: In einer frommen Familie aufgewachsen, von Jesuiten ausgebildet, befand er sich sogar auf dem Weg zum Priestertum: Die entsprechende Tonsur hatte er bereits erhalten. Später schreibt Diderot: „Können diese Gelübde, Armut, Gehorsam, Keuschheit, die dem Wesen der Natur zuwiderlaufen, jemals eingehalten werden? Es sei denn nur von einigen missgebildeten Geschöpfen, in denen die Keime der Leidenschaften verwelkt sind“, fragt Diderot.

Das Kloster wird für ihn und seine philosophischen Freunde zum Symbol für ein Leben ohne Perspektiven und Hoffnungen. Im Jahr 1758 wurde in den Pariser Salons der Bericht von Marguerite Delamarre viel diskutiert: Sie hatte als Nonne im Kloster Longchamp die Öffentlichkeit alarmiert über ihre zwangsweise Einweisung in das „geistliche Haus“. Zudem hatte Denis Diderot erlebt, wie seine Schwester Angélique als Nonne im Ursulinenorden seelisch erkrankte, weil sie meinte, den Gelübden unbedingt folgen zu können. Angélique starb „als Wahnsinnige“ (so der Diderot – Spezialist Yvon Belaval) im Alter von 28 Jahren im Kloster…Diesen Schock hat Denis Diderot nie vergessen…

Persönlicher Hintergrund des Romans ist Diderots explizite Zuneigung und Liebe zu Frauen; er kritisierte, wie sie in der patriarchalen Gesellschaft „beschränkt werden und vernachlässigt werden, wie sie als Erwachsene zum Schweigen verdammt sind“ („Sur les femmes“ von 1772).

Der Roman „La religieuse“ ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Freiheit des einzelnen; manche Interpreten sprechen gar von „Hymne auf die Wahlfreiheit“. „La religieuse“ wurde nach der Veröffentlichung im Jahr 1796 verboten; auch die Filmversion durch Jacques  Rivette unterlag noch 1966 der Zensur; ein Jahr später war der Film ein großer Erfolg.

Man darf gespannt sein, wie die Klöster in Deutschland und Frankreich, wie die römische Kirche insgesamt,  angesichts des neuen Films reagieren: Werden sie den Film tolerant / oder ignorant /  übersehen? Wird es heißen: Ja, so ähnlich war einmal das Klosterleben einst an einigen Orten. Aber heute ist das alles ganz anders, besser, heute sind Klöster Orte der Freiheit und persönlichen Entfaltung ohne jegliche Neurose: Werden die Klöster das sagen? auch angesichts der Mißbrauchsfälle, auch angesichts der Verbrechen (die selbst Benedikt XVI. öffentlich so eingesteht) vom Ordensgründer Pater Marcial Maciel?

Der Berliner Kardinal Rainer M. Woelki macht Mut, dass angesichts des Films „Die Nonne“  die Diskussion über die Gründe und Abgründe des Klosterlebens nun beginnen kann: „Jesus wäre bestimmt auch gern ins Kino gegangen“, scheibt Woelki in der sogen. Boulevard – und Springer Zeitung B.Z., (eigentlich oft durch Fast – Nackt – Fotos von Frauen bekannt)…Und Woleki fährt dann in diesem Presseerzeugnis fort, so berichtet die seriöse „Berliner Zeitung“ (8. Februar 2013, Seite 26), „die Filmfestspiele seien eine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit realen (Sic!) Themen“. Jesus habe mit seinen Gleichnissen auch nichts anderes gemacht als die Spilefilme heute leisten…Also: Was würde Jesus sagen, wenn er „Die Nonne“ im Kino sieht?  Würde er Luther und Calvin in deren prinzipieller Skepsis gegenüber dem Klosterleben zustimmen?

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