Rechtsextreme und Identitäre in der katholischen Kirche Frankreichs heute

Wenn die „Identitären“ das Evangelium verfälschen und die Kirche beherrschen
Ein Hinweis am 16.9.2026 von Christian Modehn auf ein neues Buch.

Ein Vorwort:
Wir bieten hier ein Beispiel dafür, wie Rechtsextreme in Frankreich auch das Leben der katholischen Kirche bestimmen; mit ihrer Ideologie das kirchliche Leben vergiften und die Gläubigen beeinflussen, d.h. zu einer gesellschaftlichen und politischen Praxis verführen, die mit den Weisungen Jesu von Nazareth UND der humanen Vernunft nichts mehr zu tun hat. Und die Kirchenführung in Frankreich ist wie üblich hilflos. Und hat nichts Dringenderes zu tun, als die massenhaften Massenkundgebungen (anders kann man das Spektakel nicht bezeichnen) mit Papst Leo zu organisieren: Welch ein Wahn, dass der Papst allen Ernstes eine Messe, Eucharistie genannt, mit 600.000 Frommen auf der Place de la Concorde „feiern“ will. Nebenbei: Wenn alle diese 600.000 Leute sich dann die Kommunion (Hostie) in den Mund stecken wollen, werden Stunden des Austeilen vergehen. Und die Place de la Concorde? Absolut kein heiliger Ort, sondern ein Ort des Mordens und Abschlachtens, etwa in der Französischen Revolution… Von den Straßenschlachten dort zwischen Rechtsextremem und der Polizei 1934 ganz zu schweigen.. Ein sehe feiner Platz halt, voller Charme und göttlichen Friedens… Hat die katholische Kirche angesichts des auch in Frankreich drohenden Faschismus (Wahl 2027, Sieg des Rassemblement National…) nichts Dringenderes? Aber die in Frankreich stets schrumpfende Anzahl der Frommen sucht Halt bei Ihrem Führer, dem Papst. Die Huldigung für einen Führer ist also nicht zu überwinden…Und: Diese Vier-Tages-Reise des Papstes als Chef des „Heiligen also Stuhls“ und PAPA aller Katholiken kostet mindestens 25 Millionen Euro…

Ein weiterer Hinweis des Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin zu „Rechtsextreme Katholiken“ in Frankreich: LINK 

1.
Pünktlich zum Besuch Papst Leos in Lourdes, Paris und Metz (25. – 28. September 2026) erscheint ein Buch über den Zustand der katholischen Kirche in Frankreich. Der Essay von 155 Seiten erinnert manchmal an eine theologische Meditation voller Empörung über die rechtsextremen Tendenzen in der Kirche… Der Autor ist ein kenntnisreicher Insider, kein „Kritiker von außen“, kein „Religionssoziologe… sondern ein Priester, der die gefährliche Entwicklung in der französischen Kirche freilegt. De Sinety (Jahrgang 1968) ist ein Kleriker mit einer beachtlichen Karriere: Er war Sekretär des konservativen Kardinals Lustiger in Paris (2004), Pfarrer in sehr bürgerlichen, reichen Vierteln in Paris; jetzt hat er eine führende Stellung im Bistum Lille: Da kommt kein Verdacht einer linken häretischen Abweichung auf.

2.
Der Titel des Buches: „La Cause du Christ“, „Die Sache Christi“. Sicher ist „cause“ auch im juristischen Sinn als „Causa“ gemeint, es geht dem Autor letztlich um das Urteil, dass sich katholisch nennende Gruppen die Sache Christi verfälschen: Der Untertitel ist präzise: „L` évangile contra l` identité chrétienne“: „Das Evangelium gegen die `christliche Identität`“. Das Buch ist eine dringende Warnung vor den sich katholisch nennenden rechtsextremen Kreisen, die politisch auf der „christlichen Identität“ Frankreichs (und Europas) insistieren: Diese Kreise wollen ein strenges, intolerantes Europa bauen, das sich als christliches Bollwerk gegen den Islam versteht, ein christliches Bollwerk ohne Menschenrechte gegen alle Fremden, gegen alle, die sich gegen den Wahn eines abgeschotteten Abendland wehren. De Sinety betont: Da wird das Christentum missbraucht, da wird das Evangelium Jesu Christi verfälscht und zerstört. Auf entsprechende Tendenzen im us- amerikanischen Katholizismus weist de Sinety hin; wir stellen Frankreich in den Mittelpunkt.

3.
Das Evangelium ist für den Autor eine Botschaft der Gerechtigkeit, der Nächstenliebe, der Gastfreundschaft für Fremde, der universellen Liebe eines Gottes, der als „Vater“ aller Menschen geehrt wird. Es geht also nicht nur um humanistische Werte, diese sind Gebote Gottes, für Katholiken unverzichtbar für ein humanes Zusammenleben.

4.
Diese Feinde des Evangeliums, die sich als Freunde des abendländischen Christentums tarnen, gewinnen immer mehr Macht, urteilt de Sidney: Es gibt etwa die Gemeinden der mit Rom versöhnten Traditionalisten, wie das reaktionäre „Institut du bon Pasteur“ in Bordeaux, dort ist Abbé Matthieu Raffray für die rechtsextreme Sache heftig in den social Medien engagiert…
Es gibt die katholischen „Columbus- Ritter“ mit ihrer radikalen Forderung: Es muss wieder richtig männliche Männer geben, also die Kämpfer und Krieger so wie dann auch als Beschützer ihrer sorgenden Frauen zu Hause. „Virilität“ heißt die neue Tugend (S. 26 ff.). Zu den Columbus Rittern n Frankreich: https://www.chevaliers-de-colomb.fr/index.php/les-enjeux-de-la-masculinite/
Auch die berüchtigte rechtsextreme katholische „academia christiana“ erwähnt de Sinety, selbstverständlich ist von den vielen tausend Freunden der „alten Messe“ im Sinne der Traditionalisten die Rede: Und er weist darauf hin, dass diese alte Messe mit dem Priester im absoluten Zentrum, von den Gläubigen abgewandt zelebriert er die Messe; die Gläubigen werden zur schweigenden Masse der Ehrfürchtigen in einem für sie sprachlich unverständlichen „Mysterium“. Diese Messen sind Ausdruck der alten feudalen Ordnung, der (Un)Ordnung der Hierarchie. Dass de Sinety die neue Messe des Konzils als demokratische Form versteht, ist freilich sehr fragwürdig, gerade wenn man an den Ausschluss der Frauen vom Priesteramt denkt.

5.
Im Mittelpunkt der Ideologie, Glaube genannt, der Identitären steht: Christus ist ein Meister und Lehrer der Stärke und Macht. Christus ist ein Kämpfer für „die“ Wahrheit. Christus wurde in einem bestimmten Volk geboren, deswegen gilt: Gott liebt – nun – das christliche Volk Frankreich. Bezeichnenderweise interessiert in diesen Kreisen die Gestalt Jesu von Nazareth nicht, weder seine Gleichnis Reden noch seine Bergpredigt. Die Rede von Christus kommt – wie so oft- ohne einen Bezug zu Jesus von Nazareth aus.
Dieser Katholizismus der moralischen Strenge und politischen Macht findet immer mehr Anklang in den Kreisen, die man einst „normale, bürgerliche Gläubige“ nannte. Über die verbliebenen Mitglieder der französischen Kirche beschreibt der Autor: „Der französische Katholizismus ist jetzt soziologisch gesehen, was er niemals exklusiv sein dürfte: Bürgerlich, bourgeois, ´konsumorientiert…“
Linke, kritische Katholiken haben sich längst aus der Kirche verabschiedet. Auf Seite 64 heißt es: „En moins de vingt ans, tout a basculé“: „In weniger als 20 Jahren ist alles gekippt, befindet sich die französische Kirche also am Kipppunkt:“ Zahlreiche wissenschaftliche Umfrage zeigen bekanntlich seit Jahren: Nur noch eine Minderheit (30 %) der Franzosen nennt sich katholisch, eine verschwindende Minderheit (etwa 4 Prozent) nimmt noch an der Sonntagsmesse gelegentlich teil, die Zahl der Priester sinkt ständig, immer wieder werden neue Missbrauchsfälle im Klerus freigelegt … LINK

Angesichts des Niedergangs dieser Kirche „trösten“ auch die 20.000 Taufen von Erwachsenen und Jungendlichen im Jahr 2026 nicht.

6.
Militante rechtsextreme Kreise im französischen Katholizismus wollen diese am Boden liegende Kirche retten und als politisch machtvolle Organisation zugunsten des „christlichen Abendlandes“ aufbauen. Sie streben eine Kirche ohne Christus an, eine machtvolle Kirche, vom Evangelium entkernt. Diese Ideologie hat eine lange Tradition in Frankreich: Das Vorbild der heutigen katholischen Rechtsradikalen ist die „Action Francaise“ um 1920, sie war auch antisemitisch fixiert. Auf den Antisemitismus verzichtet jetzt die rechtsradikale Le Pen Nachfolge -Partei „Rassemblement National“ aus taktischen Gründen… Ein anderer Rechtsextremer und „Identitärer“ ist der Jude Eric Zemmour, er ist ein expliziter Feind des Islams und explizit auch ein Verteidiger der „Rückführung“, also des Rausschmeissens von störenden (muslimischen) Fremden…

7.
Benoist de Sinety, der wie gesagt, kein Religionssoziologe ist, bewertet die rechtsextremen Kreise Im französischen Katholizismus als Kräfte der Zerstörung. Diese Leute bauen Mauern aus Hass, Schlösser der Paranoia.

8.
Es ist paradox: Das Buch von Benoit de Sinety ist im Verlag Grasset in Paris erschienen. Dieser Verlag gehört dem rechtsextremen katholischen Medien- Mogul und Milliardär Vincent Bolloré, er ist ein Freund der Identitärer Politiker: LINK

De Sinety erwähnt in seinem Buch sehr vorsichtig sogar Bolloré (S. 94f.), nennt aber keine Fakten zu dessen Imperium, sondern beschränkt sich sehr schlicht (ängstlich?) darauf, an einige Lehren Jesu Christi zum Reichtum und zum Leben im Staat zu erinnern. Auch den anderen prominenten katholischen Milliardär Pierre Stérin erwähnt de Sinety: Da wird er schon etwas konkreter, wenn er daran erinnert, dass dieser Milliardär – Wohltäter leider keine Projekte unterstützt, die sich auf die Unterbringungen von Migranten, also Flüchtlingen, beziehen (S. 96).
Das Buch des Priesters de Sinety gegen die Identitäten Katholiken ist am 13. Mai 2026 erschienen: Offenbar konnte Bolloré den Druck dieses Buches und den Vertrieb nicht mehr stoppen, so landete es in den Buchhandlungen am 13. Mai. Einen Monat zuvor (am 14.4.2026) hat Bolloré den weithin geschätzten verantwortlichen Hauptlektor des Grasset – Verlages, Olivier Nora, fristlos entlassen: war es die Wut, weil Nora das Buch von de Sinety publizierte?

9.
So wertvoll auch die heftige Warnung de Sinetys vor der Umgestaltung der französischen Kirche durch die katholischen Rechtsradikalen und Identitätren in Frankreich ist: Die Argumente des Autors wirken manchmal merkwürdig schwach, etwa wenn er die bestehende Trennung von Kirchen und Staat in Frankreich, die laicité, nur als einen formalen Rahmen versteht, den die Kirche mit (ihrem) Inhalt füllen sollte: Dabei hat doch die laicité selbst ihre eigene humanistische Philosophie: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, letztlich auch die Menschenrechte als das Ideal der Republik. Mit den klassischen theologischen Argumenten des sehr frommen Autors de Sinety wird man die Rechtsradikalen und Identitären, selbst wenn sie sich katholisch geben, nicht von ihrem falschen Denken und falschen Handeln abbringen. Anders gesagt: Ohne philosophische Argumente wird man rechtsextremen Ideologien – auch katholisch rechtsextremen Ideologien – nicht begegnen können.

10.
Man muss freilich auch daran erinnern, dass auch schon 2016 der Journalist Jean-Claude Guillebaud in der Pariser Wochenzeitschrift „La Vie“ an jene Rechtsextreme erinnerte, die er «Les catholiques athées“, also die atheistischen Katholiken nannte, in Erinnerung an die genannte „Action franciase“ und ihres Gründers Charles Maurras. Auch ihm ging es um die Verteidigung der Institution Kirche als Garantie der konservativen Ordnung. Auch Mussolini war ein Anhänger dieser – vom Papst verbotenen, aber bis heute lebendigen – Ideologie. Der Schriftsteller Georges Bernannos hat der Action Francaise heftig widersprochen, in seinem Text “Scandale de la verité“, Skandal der Wahrheit, schieb er 1939 über diese „falschen Christen“, die katholischen Rechtsextremen: «Ils croiraient volontiers que le Christ est mort uniquement pour la sécurité des propriétaires, le prestige de tous les hauts fonctionnaires et la stabilité des gouvernements-: „Sie glauben ohne weiteres, dass Christus einzig für die Sicherheit der Eigentümer gestorben ist, für das Prestige der hohen Beamten und die Stabilität der Regierungen. (Der französische Text von Bernanos: LINK.  https://fr.wikisource.org/wiki/Scandale_de_la_v%C3%A9rit%C3%A9)

11. ERGÄNZUNG:

Der Essay von Benoit de Sinety „La Cause du Christ“ nennt nur wenige Gruppen, Gemeinschaften und Orden, die zu der sehr rechten, stets stärker werdenden Dimension im französischen Katholizismus gehören: Ich nenne ergänzend einige Beispiele dieser einflussreichen Kreise, sie werden unter Religionssoziologen als „intransigent“ bezeichnet, das heißt:. Sie sind „kompromisslos“, „unerbittlich“, „unnachgiebig“ hinsichtlich ihrer Treue zu ihren extrem konservativen Überzeugungen.
In einer Studie in dem Buch „Jean Paul II – la fin d` un règne“ (Edition Golias 2003) werden viele der neuen geistlichen Gemeinschaften genannt, etwa Emmanuel oder die Gemeinschaft „St. Jean“ und so weiter, alle snd seit Jahren nun bekannt auch als Orte sexuellen Missbrauchs und spirituellen Missbrauchs. Auf S. 184 wird auf die „Intransigenten Medien“ verwiesen, etwa auf „La Nef“, „L Homme nouveau“, „Familie chrétienne“, „France catholique“. oder auch auf die machtvolle Organisation „Associations familiales catholiques“ (AFC). Das Opus Dei hat auch in Frankreich einen eigenen Verlag, „Editions du Laurier“…. Diese reaktionären Kreise bestimmen weithin das Leben der katholischen Kirche in Frankreich. Aus diesen Kreisen werden die vielen tausend Papst – Bewunderer stammen anläßlich der Reise Papst Leos nach Lourdes, Paris und Metz…

Benoist de Sinety, „La Cause du Christ. `L Evangile contre l`identité chrétienne“. Paris 2026, Editions Grasset, 160 Seiten, 16 €.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

Warum Rechtsradikale noch für Meinungsfreiheit eintreten

Die große Lüge der Rechtsradikalen und Faschisten

Ein Hinweis von Christian Modehn am 26.Mai 2024

1.
Rechtsextreme Politiker, auch rechtsextreme Katholiken, streben mit aller Gewalt nach der Herrschaft über die Medien (aller Art). Auf den äußerst rechtslastigen französischen Katholiken und Milliardär und Medienmogul Vincent Bolloré haben wir im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin schon vor einiger Zeit hingewiesen. Bolloré wird in Deutschland bislang kaum wahr – genommen. LINK:

2.
Solange diese Rechtsextremen, die von Politologen und Kulturwissenschaftlern auch heute Faschisten genannt werden, nicht die Herrschaft übernommen haben: So lange plädieren und werben diese Rechtsextremen, wie jetzt die AFD, ungeniert, mit Parolen im Wahlkampf (Mai 2024) „Meinungsfreiheit schützen“. Ja, diese rechtsextremen Führer leben von der demokratischen Meinungsfreiheit, solange, bis sie die Macht übernommen haben. Diese Leute sind nichts als Lügner, und alle, die diese Lügner wählen und unterstützen, kann man wegen ihrer geringen Urteilskraft bedauern oder besser noch gesprächsweise zur Vernunft bringen? Für die Philosophin Hannah Arendt ist das Fehlen von kritischer Urteilskraft (etwa der Nazi – Anhänger) Hinweis auf irregeleitetes, nur noch banales Denken und banales Leben. Zu diesem Urteil kam Hannah Arendt beim Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem.

3.
Der Wiener Kulturwissenschaftler Andreas Gerlach veröffentlicht in „Geschichte der Gegenwart“ vom 26. Mai 2024 eine Studie (von Umberto Eco angeregt) über heutigen Faschismus. Wir zitieren aus den Ausführungen Gerlachs zur Kampf der rechtsextremen um die totale Medien – Herrschaft:

„So lange für Meinungsfreiheit sorgen, bis sie sie abschaffen können. Bis zur Übernahme der Medien ist ein scheinbares Eintreten für Meinungsfreiheit das wichtigste Mittel der Faschisten zur Erzwingung, in den Medien aufzutauchen. Sie wollen als Meinung wie alle anderen auch wahrgenommen werden. Sobald dann irgendwelche rechten Milliardäre oder Parteien ein Medium wie Twitter, eine Zeitung wie die NZZ oder öffentlich-rechtliche Sender gekauft haben oder die Gremien besetzen können, bricht diese scheinbare Begeisterung für den freien Markt der Meinungen, wie am Beispiel Polens, an der Übernahme eines ganzen Medienimperiums in Frankreich oder an Elon Musks Übernahme von Twitter gesehen werden kann. Die modernen rechten, reaktionären und oftmals völlig offen faschistischen Bewegungen haben viele Eigenschaften, aber eine wichtige, die Umberto Ecos Liste als fünfzehntes Element hinzugefügt werden kann, ist die ewige Fixierung des Faschismus auf seine mediale Repräsentation. Deswegen ist dort gerade das wichtigste Kampffeld gegen die Faschismen des 21. Jahrhunderts. Man darf den Faschisten nicht die Medien überlassen.“ (Quelle: LINK ) 

Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de

 

Vincent Bolloré: Katholischer Milliardär – im Dienst der Rechtsextremen

Über Vincent Bolloré, Frankreich,
Ein Hinweis von Christian Modehn, am 25.1.2024.

Ergänzung am 17.4.2026:  Der Eigentümer des angesehenen Verlagshauses Grasset in Paris ist Vincent Bolloré, er hat den Verlag in eine tiefe Krise gestürzt. Mehr als 100 bekannte AutorInnen bei Grasset haben den Verlag deswegen verlassen. Und das ist nicht nur ein „kulturelles“ Ereignis, sondern es handelt sich um weiteres Beispiel für den kulturpolitischen Rutsch ins Rechtsextreme, der ja bekanntlich nicht nur in Frankreich zu beobachten ist… Der Medienmogul Vincent Bolloré ist politisch offen rechtsextrem und offen katholisch und ebenso extrem, nämlich katholoisch – reaktionär engagiert.. . Leider wird in vielen Presseberichten in Deutschland zu den Ereignissen im Verlagshaus Grasset auf die religiöse Bindung Bollorés nicht hingewiesen.

Am 20.12.2025 ergänzt: Der Medienexperte Prof. Patrick Eveno sagte dem „Tagesspiegel“ (6.12.2025, S. 9): „Der dem Milliardär Vincent Bolloré gehörende Fernsehsender CNews „ist ein Sprachrohr der extremen Rechten geworden.“!

Am 4.2.2025 ergänzt: Die Sonntags – Zeitung „Le Journal du Dimanche“ ist Vinvent Bollorés Eigentum, CNews ebenso, beides Stimmen der Rechtsextremen in Frankreich: „Das Medienimperium von Bolloré umfasst auch die Fernsehsender der Gruppe Canal+, die Radiosender Europe1, und RFM sowie zahlreiche Magazine, die bekannte Werbeagentur Havas und die Verlagshäuser Editis und Fayard“ (Tagesspiegel, 4.2.2025, Seite 7). Vincent Bolloré, Milliardär und ganz offen reaktionär-katholisch, setzt auf Stimmungsmache, vergleichbar dem reaktionären Sender FOX News in den USA. Bolloré weiß: Wenn die Rechtsetxreme Marine Le Pen demnächst Präsidentin wird, kann Bolloré die dann von ihr – wie angekündigt – zerschlagenen öffentlich – rechtlichen Sender kaufen und zu Stimmen der Reaktion, vielleicht auch der in Frankreich immer stärkeren katholischen Reaktion machen. Siehe Tagesspiegel vom 4.2.2025, Seite 7.

Am 5.8.2024:

Dem extrem konservativen katholischen Milliardär Vincent Bolloré gehören das Bezahlfernsehen Canal+, dessen Sendergruppe und Streaminsgplattformen, der Nachrichtensender CNews, die Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“, das Magazin „Paris Match“ und der Radiosender Europe 1. (vgl.SZ, 29.7.2024, Seite 19).  Nun verliert der Sender Bollorés C8 seine öffentliche Sendelizenz für das terrestrische Fernsehen, und zwar erst ab Ende Februar 2025: Der Bolloré Sender C8 habe über Monate eine faire und pluralistische Berichterstattung missachtet, heißt es bei der Aufsichtsbehörde ARCOM. C8 ist in Frankreich wegen seiner heftigen krawalligen Sendung bekannt, schreibt die SZ, der Titel „Touche pas à mon poste“, „Rühr mein Fernsehgerät nicht an“. Zwei bis drei Millionen Zuschauer sehen das tägliche Programm, es ist sehr extrem rechtslastig unter Führung von Cyril Hanouna, er entstammt einer jüdischen Familie tunesischer Herkunft. Marine Le Pen hat sich bedauernd zur Schließung von C8 geäußert. Wikipedia France über Hanouna erwähnt, dass auch Macrons Leute öfter in Hanounas Sendung aufgetreten sind…. „Hanouna entgleist oft in der Sendung, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo nannte er eine „Vollidiotin“, so die SZ. Leute aus der rechtsextremen Szene gehören zu den Stammgästen seiner Sendung. Aber der Katholik Bolloré will Hanouna mit weiteren Aufträgen in seinem Medienimperium betrauen. Wer es noch nicht weiß: Auch in Frankreich erobern die Rechtsextremen die Medien…

….

Unten ein Beitrag von Jean-Louis Schlegel, Religionssoziologe, in der angesehenen Zeitschrift ESPRIT, Paris, März 2024.

Ergänzung am 16.6.2024: Nach den Europawahlen 2024 und den Parlamentswahlen am 30. 6 und am 6.7.2024 hat sich der Medien – Mogul und praktizierende Katholik, der Milliardär Vincent Bolloré für eine Zusammenarbeit aller Rechten und Rechtsextremen Parteien ausgesprochen … und damit erneut bewiesen, wo wer politisch steht. (Quelle: https://www.liberation.fr/economie/medias/les-medias-bollore-plateforme-de-lunion-des-droites-20240615_ROPJPEBMLBBMFLX36YHV5OEETY/)

Siehe auch den Beitrag von Christian Modehn zur kirchlichen Situation in Frankreich von Februar 2026:  „Rechtsextrem und katholisch“: LINK 

Siehe auch den Beitrag von Christian Modehn (vom 13.8.2025): „Wenn Rechtsextreme das kirchliche Leben in Frankeich bestimmen“: LINK

Der BEITRAG von Christian Modehn, am 25.1.2024

Ein Vorwort:

Dies ist ein Hinweis auf einen der vielen politisch sehr rechten und rechtsextremen Katholiken in ihrem „Stammland“, in Frankreich.
Diese rechten und rechtsextremen KatholikInnen von heute sind, meist seit ihrer Kindheit, mit der traditionellen katholischen Glaubenspraxis und Dogmatik aufs engste verbunden. Ihnen wurde die offizielle Lehre eingeschärft: Die katholische Kirche ist in ihrer Regierungsform und Lebensform undemokratisch. Und die Herren der Kirche sind stolz darauf, ihre Kirche ganz offiziell als undemokratisch zu qualifizieren.
Oder Weil nun diese Kirche von Gott in dieser undemokratischen Form gewollt ist, darum ist es nur eine Art logischer Schluss zu verkünden: Also ist die Demokratie als Staatsform und Lebensform nicht gottgewollt. Also können dann auch diese KatholikInnen sagen: Wir brauchen keine Demokratie, sondern eine autoritäre Regierung, mit entsprechenden Parteien, die dem System zum Durchbruch verhelfen.
Mit anderen Worten: Diese Katholiken zerstören die Demokratie und vernichten die universell geltenden Menschenrechte. Diese Zusammenhänge wurden bislang kaum dokumentiert. Es sind also nicht allein die fundamentalistisch glaubenden Evangelikalen, als verrückt gewordene Trump-Fans, die die Demokratie zerstören, es sind auch bestimmte sehr rechtslastige Katholiken, die für die Demokratie gefährlich sind.

1.
Ihre Herrschaft wollen Rechtsextreme auch in Frankreich in einem „combat culturell“, einem Kulturkampf, erringen. Die Strategie: Über möglichst viele „klassische Medien“ (Radio, Fernsehen, Zeitungen) wollen sie nicht nur als ihr Eigentum verfügen, sie wollen selbstverständlich auch mit ihrer eigenen Ideologie die Bürger (bei den Wahlen) beeinflussen.

2.
So etwa Vincent Bolloré: Er wird üblicherweise als ein Magnat oder Medienmogul bewertet, unter den französischen Milliardären nimmt er Platz 14 ein (6,8 Milliarden Euro beträgt sein Vermögen, LINK
Bolloré gilt als „gefürchteter Investor“, er wird „Corporate Rider“ genannt, also als „Unternehmensplünderer“, der börsennotierte Unternehmen kauft, um sie dann mit Gewinn weiterzuverkaufen. Die Tageszeitung „Welt“ nennt ihn„skrupellos“: In der Presse wird er oft „Parrain“, Pate, genannt.
Uns interessiert hier besonders:
Zu seinem breit gestreuten Eigentum gehören die Fernsehsendern „CNEWS“ und „C8“, ihm gehört auch der Radiosender Europe 1 und die Illustrierte „Paris Match“ sowie die Zeitung „Journal du Dimanche“ (JDD), auch die katholisch-traditionalistische Wochenzeitung „La France Catholique“ hat er gekauft. Sie liegt ihm wohl sehr am „Herzen“, denn er ist ein sehr traditionell fühlender Katholik. Vincent Beaufils nennt ihn in seinem Buch einen „ultra-tradionell katholischen Patron“. (siehe Fußnote 1, dort s. 20). „Ich bediene mich meiner Medien, um einen Kampf um die Zivilisation zu führen“, zitiert Vincent Beaufils den Medienmogul (S. 68). Gemeint ist immer die christliche Zivilisation, wobei „christlich“ in einem sehr konservativen, reaktionären Sinn verstanden wird.

3.
„Etwas hat sich in der französischen Gesellschaft beschleunigt: Die Durchdringung der Ideen der extremen Rechten hinein ins Herz der französischen Gesellschaft“, schreibt die Chefredakteurin der angesehenen Kulturzeitschrift ESPRIT (Paris), Anne – Lorraine Bujon, in ihrem Leitartikel zu Jahresbeginn 2024: „Die Schwierigkeit der linken Kräfte ist vorhanden, sich dem wirksam entgegenzustellen. Das Ganze wird erleichtert durch die Konsolidierung eines ultrakonservativen Medien-Imperiums in den Händen eines Unternehmers, es ist Vincent Bollore, dessen politische Absichten immer deutlicher zur Schau gestellt werden“.

4.
Vincent Vollere stammt aus einer alteingesessenen Unternehmerfamilie in der Bretagne, die Väter und Großväter waren eher noch politisch – religiös liberal und sozial etwas aufgeschlossener gestimmt. Vincent Bolloré wurde am 1. April 1952 in Boulogne – Billancourt bei Paris geboren. Er entwickelt den Familienbetrieb zu einem international agierenden Groß – Unternehmen, auch mit sehr zweifelhaften Aktivitäten in Afrika…Weitere Details auch zur Karriere des Milliardärs:LINK

5. Remigration: Auch in Frankreich das Thema der Rechtsextremen
Vincent Bolloré hat jetzt konkrete politische Ambitionen. Er will, berichtet die Tageszeitung „Le Monde“ (22. Dez. 2023, S 10), eine ganz enge Zusammenarbeit der noch demokratischen, aber sehr rechten Konservativen Partei (LR) mit den rechtsextremen Parteien von Martine Le Pen (RN) und „Reconquete“ herbeiführen. Mit dem noch weiter extrem rechts stehenden Gründer der Partei „Reconquete“ (d.h. „Wiedereroberung“), dem jüdischen Journalisten Eric Zemmour, ist Bolloré eng verbunden. Im Parteiprogramm der „Reconquete“ von 2021 wird ausdrücklich Remigration von Ausländern gefordert.  Das ist ja auch der Sinn des Titels Reconquete: „Rückeroberung“ des chrstlichen Abendlandes aus den Händen der Muslime, wie damals schon im 15. Jahrhundert inSpanien.

Es wird nicht ausgeschlossen, so „Le Monde“, dass Bolloré zu den Europa-Wahlen die rechtsextreme Katholikin Marion Maréchal (von der Reconquete – Partei) unterstützen wird, Maréchal ist die Nichte der rechtsextremen Führerin Marine Le Pen (einst Front National, jetzt Rassemblement National, RN).

6.
Den Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin interessiert besonders die Verbindung des sich explizit streng traditionell – katholisch nennenden Vincent Bolloré mit der katholischen Kirche und dem katholischen „Wählervolk“. Angesichts der Europa – Wahlen (aber auch schon im Blick auf die kommenden Präsidentschaftswahlen im Jahr 2027) will Bolloré unter den katholischen Wählern die Bereitschaft, rechts und rechtsextrem zu wählen noch weiter stärken. Denn beim ersten Wahlgang zur Präsidentschaftswahl 2022 stimmten schon 40 Prozent der praktizierenden Katholiken für die extreme Rechte, der nationale Durchschnitt war 32 % für die Rechtsradikalen.
So schwach die enge Verbundenheit der Franzosen mit der katholischen Kirche heute auch ist (nicht zuletzt aufgrund der zahllosen Sex-Skandale der Priester ist die Kirche moralisch diskreditiert), so deutlich hat sich doch eine Art militanter katholischer Rest gebildet: Es sind die so genannten „Tradis“, also die eher milde gestimmten traditionalistischen Gläubigen, oft sind es jüngere, wohlhabende Leute (aus Versailles, den westlichen Arrondissements von Paris…). Sie haben den Bruch mit Rom nicht vollzogen, wie die extrem traditionalistischen Pius Brüder. Aber sie sind Fans der alten lateinischen Messe und heftige Kritiker von Papst Franziskus … und der „Ehe für alle“ oder dem Recht auf Abtreibung.

7.
Der Bolloré – Fernsehsender CNEWS (Abkürzung für Canal News) gilt als französischer „Fox-News“ (USA, Mr. Trump überaus zugeneigt). Pluralität der Meinungen ist im TV Sender CNEWS eine Rarität, die meisten Autoren und Kommentatoren stehen rechtsextremen Parteien nahe. Auch der Chef der rechtsextremen Partei „Reconquete“ Eric Zemmour ist mit dem Sender eng verbunden. Nicht alle Journalisten von CNEWS sind kirchlich engagiert oder gar katholisch – gläubig, aber sie sind, wie Bolloré, überzeugt: Frankreich muss seine christlichen Wurzeln wieder herausstellen. Das Christentum (und das heißt hier: der traditionelle Katholizismus) wird zum wesentlichen Element der Identität Frankreichs deklariert. Darum sind auch Sendungen über kirchliches Leben, etwa Wallfahrten, wichtiger Programmschwerpunkt von CNEWS.
Am 12. Januar 2024 wurde ein Beitrag „Bienvenue au Monastère (Willkommen im Kloster) in Bollorés Sender C8 ausgestrahlt: Das Kloster gehört einer Gemeinschaft in Corbara, Korsika: In dem Kloster spielen die Mitglieder der hoch umstrittenen „neuen geistlichen Gemeinschaften“ die zentrale Rolle, es sind Mitglieder aus der Gemeinschaft St. Jean und „Béatitudes“. In beiden Gemeinschaften wurde sexueller Missbrauch nachgewiesen. Aber davon war in dem Film keine Rede! Der Film „Bienvenue au Monastère“ könnte ein Zeichen dafür sein, dass mächtige katholische Kreise unter Druck stehen, den Skandal des sexuellen Missbrauchs in Klöstern beiseite zu tun“, schreibt Bernadette Sauvaget in der Zeitschrift Témoignage Chrétien am 25.1.2024.

8.
Pap Ndiaye, der Historiker und kurzzeitige „Minister für Bildung und Jugend“ im Kabinett der Premierministerin Borne (Mai 2022 – Juli 2023), ist ein deutlicher Kritiker des TV Senders CNEWS. Ndiaye hatte die „Black Studies“ in Frankreich bekannt gemacht, er versuchte bei den Unruhen in Frankreichs Banlieus auch Verständnis für die dort lebenden maginalisierten Jugendlichen auszudrücken. Als er das Ministeramt aufgeben musste (sicher auf Druck rechtsextremer Kreise) sagte er: „Wenn man sich „CNEWS“ anschaut und auch das hört, was im Radiosender Bollorés „Europe 1“ gesendet wird, wenn man das zusammenfasst, gibt es nur eine Schlussfolgerung: Das spricht klar die extreme Rechte (…) die Sender verletzen die Demokratie, es besteht daran kein Zweifel.“ (https://www.lemonde.fr/idees/article/2023/07/17/apres-les-propos-de-pap-ndiaye-sur-cnews-face-a-la-culture-de-haine-que-diffuse-l-extreme-droite-il-faut-defendre-avec-energie-les-valeurs-humanistes-et-democratiques_6182341_3232.html).
Einige Politiker und Intellektuelle (wie der ehem. Minister Jack Lang) bedauerten öffentlich, wie wenig Unterstützung Pap Ndiaye mit seiner Kritik an CNEWS vonseiten aktueller demokratischer Politiker erhalten habe.

9.
Bolloré hat auch die im ganzen Land verbreitete Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ (JDD) gekauft (Auflage etwa 136.000) und sogleich mit dem Abbau der Meinungsvielfalt begonnen. Etliche Journalisten verließen wegen der Übernahme des Blattes durch Bolloré das Blatt, Bolloré setzte den rechtsradikalen Journalisten Geoffroy Lejeune als Chefredakteur ein: Er arbeitete zuvor für die explizit rechtsradikal einzuordnende Wochenzeitschrift „Valeurs Actuelles“ (115.000 Auflage). Dieses Blatt wurde gegründet von Raymond Bourgine, einem Journalisten und Freund zahlreicher konservativer Politiker, er war Vorsitzender des „Vereins zur Verteidigung der Erinnerung an Marschall Pétain“… Geoffroy Lejeune, der von Bolloré geförderte neue Chefredakteur der Sonntagszeitung JDD, ist ein enger Freund von Marion Maréchal, der Nichte von Marine Le Pen (Chefin der rechtsextremen Partei RN). Marion Maréchal wiederum ist eng verbunden mit dem sehr rechtsextremen Politiker Eric Zemmour. Beide bilden förmlich eine neuen Ökumene von traditionalistisch – katholisch und jüdisch.
Nebenbei: Geoffroy Lejeune wurde in einem katholischen Collège ausgebildelt, das der traditionalistischen Piusbruderschaft nahesteht. (Quelle: Wiki France)

10.
Auch die traditionsreiche Illustrierte „Paris Match“ (Auflage 525.00) steht unter der Herrschaft Bollorés: Das Titelbild der Ausgabe zu Weihnachten 2023 zeigte eine klassische, aber wie so oft kitschige Krippe: Sie gehört zum frommen Mobiliar des von Bolloré geschaffenen katholischen Studentenwohnheimes Don Bosco in Paris: Aus einem Kloster der „Kleinen Schwestern der Armen“ ließ der Milliardär, um seine (als Milliardär gar nicht so üppige) Großzügigkeit zu dokumentieren, dieses Wohnheim errichten.

11.
Jeder Mensch, auch jeder Unternehmer, kann selbstverständlich seine Spiritualität und Konfession pflegen. Bei Bolloré aber ist diese Situation eine ungewöhnliche, besondere: Er will über seine Medien seine private katholische Meinung der Öffentlichkeit aufdrängen, das zeigt sich schon in der Auswahl der Programme seiner Sender und der Auswahl seiner maßgeblichen Journalisten. Zudem leistet ercsich den Luxus eines eigenen Haus-Kaplans, so wie einst die Fürsten und Könige ihre Seelsorger und Beichtväter am Hofe hatten. Der Hofkaplan ist Abbé Gabriel Grimaud, zum Priester geweiht 1977, er war in verschiedenen Pariser Pfarreien tätig und ist jetzt am rechten Rand theologisch zu Hause. Grimaud wohnt in Nähe des Domizils von Bolloré im 16.Arrondissement (Villa Montmorency), Grimaud ist Bollorés Beichtvater.
Die Tageszeitung „Le Monde“ berichtet: Bolloré hält die katholische Religion geradewegs für wunderbar: „Wenn ich sündige, ich beichte, und ich kann wieder beginnen“. Der Hofkaplan Grimaud wird auch im letzten Buch „(La France n a pas dit son dernier mot“) des rechtsextremen Parteichefs Eric Zemmour erwähnt: „Der Priester fürchtet nicht den Kommunismus, sondern den Islam, dies ist eine Komplitzenhaftigkeit zwischen uns beiden, die spontan im gemeinsamen Kampf entsteht. Wir beide sind engagiert im Kampf für das Überleben jenes Frankreich, so, wie wir es kennen“.

12.
Bolloré zeigt sich auch gern etwas als Wohltäter: Er har das alte Kloster der „Kleinen Schwestern der Armen“ gekauft und zu einem Studentenwohnheim nach seinem katholischen Geschmack (mit Hauskapelle!) ausgebaut, das Foyer ist dem heiligen Don Bosco geweiht: Ihm zu Ehren ließ Bolloré sogar Reliquien des italienischen Heiligen herbeischaffen und ausstellen. Eine Lourdes – Madonna soll sich in seinem Büro befinden und mit Bischof Dominique Rey (von Toulon – Fréjus) verbindet ihn vieles: Nicht nur, weil Bolloré in St. Tropez (im Bistum von Bischof Rey) ein Haus besitzt: Rey liebt alles katholisch Traditionelle.Er hat auch die rechtsextreme Politikerin Maréchal in seinem Bistum zu Wort kommen lassen. Der Bischof ist allmählich auch theologisch so weit rechtsaußen gelandet innerhalb der französischen Bischofskonferenz, dass ihm Papst Franziskus jetzt einen Koadjutor zur Seite stellte.

13,

Die Ideologie der Rechtsextremen in Frankreich und Europa wurde und wird seit Jahren gefördert von der Ideologie der „Invasion der Araber ins heutige Europa“, eine Wahnidee, die vor allem von der jüdischen Autorin Bat Ye Or verbreitet wurde und wird. LINK.

Fußnote 1:
Vincent Beaufils, „Bolloré. L Homme qui inquiète“. Editions de l Observatoire, Paris, Sept. 2023. 247 Seiten.
Das Buch enthält Informationen vor allem zur Familie und zum Wirtschaftsimperium der Bollorés. Auf 14 Seiten (S. 229 fff.) wird in einem eigenen kleinen Kapitel auch der „Catho“ Bolloré etwas analysiert … in seiner eher kindlichen Verbundenheit mit dem traditionellen Volkskatholizismus.

Copyright: Christian Modehn Religionsphilosophischer Salon Berlin


Le catholicisme enchanté de la France d’autrefois
par
Jean-Louis Schlegel
mars 2024 esprit

#Médias #France #Religion
Dans « En quête d’esprit » sur CNews, le catholicisme enchanté d’autrefois, avec ses anges luttant contre les démons, est pris au premier degré et mis au service du traditionalisme politique de Vincent Bolloré.
Le 3 mars 2024, le spectateur de CNews désireux de prendre de la hauteur pouvait s’élever pendant son déjeuner dominical en regardant l’émission « En quête d’esprit ». Autour d’une table et de l’animateur Aymeric Pourbaix, directeur de l’hebdomadaire traditionnaliste La France catholique, au titre si évocateur, propriété (comme CNews) de Vincent Bolloré depuis 2018, on discutait ce jour-là des « mystères de la messe » en compagnie de Véronique Jacquier, journaliste à la même France catholique, d’un grand abbé ensoutané (d’une soutane à trente-trois boutons, en souvenir de l’âge du Christ lors de sa mort ?), d’une religieuse membre des franciscaines réparatrices de Jésus-Hostie et d’une dame, convertie du protestantisme, qui venait d’organiser quarante heures d’adoration eucharistique « dans une situation périlleuse pour la France et l’Église ». Dans sa présentation, Aymeric Pourbaix a rappelé l’importance de la messe pour les catholiques, les polémiques « féroces » qu’elle a suscitées par le passé, la force procurée par le sacrifice du Christ, renouvelé lors de chaque messe, « pour lutter contre le mal et s’engager au service des autres ». Même si « les mystères » du titre sacrifiaient plutôt à la mode actuelle de la curiosité pour les secrets et les arrière-mondes, il n’y avait pas là de quoi sauter en l’air et encore moins tomber de sa chaise. On a eu droit à une présentation sans doute un peu traditionnelle, mais surtout pieuse, avec quelques rappels historiques, du sens de la messe.
Le dimanche précédent, une déclaration d’Aymeric Pourbaix avait provoqué un tollé : à propos de l’inscription dans la Constitution du droit à l’interruption volontaire de grossesse, il avait affirmé que l’avortement était, avec 73 millions de décès annuels, la première cause de mortalité dans le monde (affirmation comparée, dans une infographie, aux 10 millions de morts dues au cancer et aux 6, 2 millions par le tabac). Laurence Ferrari, une des journalistes vedettes de la chaîne, ayant très vite fait savoir son désaccord avec cette déclaration (et son soutien à l’inscription de la liberté d’avorter dans la Constitution), CNews a fait ensuite bloc derrière elle en plaidant l’erreur. Mais la réputation d’« En quête d’esprit » était faite – grâce au scandale.
Un esprit pieux
En réalité, l’émission existe depuis 2020, même si elle est restée quelque peu dans l’ombre par rapport aux talk shows politiques dont CNews entretient en permanence les controverses et où il arrive qu’on se crie dessus copieusement. Elle a fait l’objet de plusieurs enquêtes dans les médias qui se sont intéressés à la religion de Vincent Bolloré. Lors de sa création, les invités (souvent un religieux en habit et une personne laïque traditionnaliste) étaient censés « aborder l’actualité d’un point de vue spirituel et philosophique » – autrement dit, si l’on comprend bien, éclairer les événements politiques et sociaux à la lumière de la foi chrétienne.
Or la réalité est très différente : il s’agit d’une émission proprement religieuse, sans disputes, qui promeut le retour à la piété catholique de jadis, ses dévotions pour lutter contre les forces du mal, ses saints et ses anges (luttant contre le Diable et ses démons), sa vénération de Marie et ses pèlerinages, sa lecture miraculeuse de l’histoire de France et de son « blanc manteau d’églises ». Pour retrouver de la « spiritualité », ce mot-fétiche qui a remplacé la « foi au Christ », on préfère le retour à la vieille chrétienté (bretonne), aux racines chrétiennes de la France, dont Vincent Bolloré est apparemment nostalgique. Cela implique aussi, très naturellement, la résistance à l’islam conquérant, et l’adhésion aux idées politiques d’Éric Zemmour.
Dans « En quête d’esprit », il est donc question d’histoires devenues étrangères, folkloriques, inconnues de la plupart de nos contemporains, même quand elles sont dans la Bible. Ainsi, dans une émission sur l’archange saint Michel, Pourbaix a fait rire en évoquant une « guerre civile » entre les anges : Satan/Lucifer, que son orgueil et sa tentative de se rendre l’égal de Dieu, a été précipité par saint Michel et l’armée des bons anges dans les profondeurs de l’Enfer, en compagnie des démons qui le suivaient. Cette histoire est évoquée par les prophètes Isaïe en 14, 12-15, et Ezéchiel en 28, 12-19, ainsi qu’au chapitre 20 du livre de l’Apocalypse. En parler comme d’une « guerre civile entre les anges fidèles et anges rebelles » pour l’actualiser était peut-être suggestif, mais surtout non crédible voire cocasse dès lors qu’on la présentait comme ayant réellement eu lieu. Dans cette émission pieuse, le catholicisme enchanté d’autrefois est pris au premier degré.
Bolloré à la manœuvre
L’émission aurait été décidée par Vincent Bolloré lui-même, « Bolloré le catholique », selon une excellente enquête réalisée par La Croix dès 20211. Il voulait qu’on « parle de Dieu » après la crise sanitaire, où l’on n’avait parlé « que de souffrance et de mort ». Dans le portrait nuancé que les journalistes dressent de lui, Bolloré apparaît « pétri de convictions, de contradictions et d’intérêts multiples », et comme un catholique à la foi « un peu enfantine » : « Il aime les reliques. Les images de saints qui épaississent son portefeuille (son préféré serait Antoine de Padoue). Les médailles miraculeuses – celle qu’il porte au cou, celles qu’il peut offrir à des collaborateurs en marge d’un conseil d’administration. » Comment l’intelligence de la foi qu’aime à prôner l’Église actuelle serait-elle sa tasse de thé ?
Pour autant, ce n’est pas un niais, et il ne manque ni de flair ni d’opportunisme, ni de faire savoir qu’il est le patron qui décide et ne plaisante pas. L’enquête de La Croix rapporte qu’il a répondu en 2021 au préfet des Yvelines, qui se plaignait de ce qu’animateurs et participants aux débats ne parlent qu’insécurité et péril islamiste, en diffusant sur CNews la messe de la nuit de Noël à Trappes. La réputation (d’ailleurs contestable) d’emprise islamiste de cette ville n’est plus à faire, mais la réputation du curé de la commune, « rassembleur des communautés », faisait aussi l’objet de grands éloges. CNews a aussi diffusé en direct la messe de l’Assomption, depuis Lourdes en 2021 et depuis Marseille en 2023 : on rappelle désormais chaque année, à cette occasion, la consécration de la France à la Vierge par Louis XIII pour la remercier de la naissance d’un fils.
Pour diffuser ses préférences en matière religieuse, Bolloré dispose en fait de plusieurs médias, et la question se pose : où est vraiment Bolloré le catholique ? Du côté de la spiritualité pieuse ou de celui du traditionalisme politique ? Début juillet 2022, quand il a imposé pour la couverture de Paris-Match la photo du cardinal guinéen Robert Sarah, connu pour ses positions conservatrices et adversaire notoire du pape François, il était difficile de ne pas y voir une prise de position politique. La rédaction du magazine s’en est indignée, et le rédacteur en chef, Bruno Jeudy, qui avait mené la fronde, a été licencié. Vincent Bolloré n’était pas encore officiellement propriétaire de l’hebdomadaire, mais il ne fait guère de doute qu’il tirait déjà les ficelles. Et on ne peut manquer de replacer cette initiative dans ses choix politiques d’ensemble : sa complicité avec Éric Zemmour, dont il avait favorisé l’ascension sur CNews ; son inébranlable soutien à Cyril Hanouna, animateur d’émissions populistes sur la chaîne C8 (« Touche pas à mon poste » et « Balance ton post ») ; sa décision inflexible de placer à la tête du Journal du Dimanche le journaliste d’extrême droite Geoffroy Lejeune, ancien directeur de la rédaction de Valeurs actuelles (qui l’avait licencié pour extrémisme !) ; le renvoi sanctionnant toute prise de distance d’un journaliste par rapport au propriétaire.
Le centriste chrétien-démocrate qui’l était s’est fortement raidi sur l’immigration et l’identité française, Éric Zemmour est devenu un de ses proches, il en veut beaucoup à Macron qui aurait limité ses ambitions de rachat (et de contrôle) des médias, et pour des raisons éditoriales, semble-t-il, s’est récemment rapproché de Jordan Bardella.
Trouvera-t-il aussi le complément philosophique d’« En quête d’esprit » auprès d’une nouvelle recrue de CNews ? Le samedi 2 mars 2024, à 12 heures, c’était en effet la première d’une nouvelle émission, « Face à Michel Onfray », destinée, selon son animatrice, Laurence Ferrari, à « prendre de la hauteur » dans l’analyse des « mouvements qui traversent la société, en France et dans le monde ». Durant ce premier face-à-face, les propos d’Onfray – que Ferrari présente avec déférence comme un perdreau de l’année quasi inconnu, qu’elle serait la première à inviter sur un plateau (« docteur en philosophie », « libre penseur parmi les plus lus à l’étranger » et « issu d’un milieu modeste ») – ont été prometteurs : demandant qu’on « arrête de faire du commentaire idéologique », Onfray aimerait qu’on cesse de classer Marine Le Pen à l’extrême droite et qu’on prenne enfin conscience que Macron a pour projet d’« euthanasier la paysannerie française ».
Ainsi vont les émissions censées donner de la hauteur spirituelle et de la profondeur philosophique sur les chaînes de M. Bolloré, avec les talk-shows politiques virulents, artificiellement mis en scène par Pascal Praud et consorts ou l’émission de divertissement de Cyril Hanouna, d’une vulgarité sans nom. Mais, comme pour le Journal du Dimanche, force est de convenir que se prêtent et s’empressent désormais à ces émissions toutes sortes d’honorables et distinguées personnalités politiques, intellectuelles, littéraires, artistiques, religieuses, emportés par le vertige des plateaux – ou malades de ne pas en être assez.
***
Lors de son audition par les députés, le 13 mars, par la commission d’enquête sur l’attribution, le contenu et le contrôle des autorisations de services de télévision numérique terrestre, Vincent Bolloré, la fleur au fusil, n’a pas eu de mal à envoyer fâcheux et grincheux se faire voir ailleurs. Il n’intervient sur rien, il n’est au courant de rien. Le succès de CNews ? « Elle dit la vérité et c’est un espace de liberté […] ce n’est pas une chaîne d’opinion, mais d’information. » Ses convictions ? « Je suis démocrate-chrétien, pour la démocratie et la vie de la nation. “Chrétien”, ce n’est pas un vilain mot, cela fait référence à la charité et l’espérance, cela coule dans mes veines. ». Et d’ailleurs, n’est-ce pas, « les plus grands saints pèchent sept fois par jour ». À propos de l’« erreur technique » sur l’IVG, saint Vincent Bolloré se permet même une réflexion profonde : « Se heurtent dans cette affaire deux libertés : il y a la liberté des gens à disposer d’eux-mêmes et la liberté des enfants à vivre. » Où l’on voit surtout que ces auditions, où les questions et les réponses sont connues d’avance, ne remplaceront jamais une enquête précise sur ce qui se dit et se pratique réellement dans l’univers des grandes entreprises, médiatiques et autres.

1. Héloïse de Neuville et Mikael Corre, « Vincent Bolloré, un industriel que rien n’arrête », La Croix, 12 novembre 2021.


Médias LIBERATION, Paris.

Extrême droite : les moines soldats cathodiques de Bolloré

Dans ses émissions «En quête d’esprit» et «Face à Philippe de Villiers», CNews voit défiler des intervenants radicaux issus des mouvances identitaire et catholique. Bien loin du mea culpa de la chaîne sur l’IVG.  par Maxime Macé et Pierre Plottu

publié le 6 mars 2024 à 7h46

Sur CNews, on a le droit aux deux faces de la médaille de baptême. Côté pile, la chaîne d’info de Bolloré s’est répandue en excuses après que l’avortement a été présenté, le 25 février dans l’émission religieuse En quête d’esprit, comme «la première cause de mortalité dans le monde». Côté face, vendredi 1er mars dans l’émission Face à Philippe de Villiers, ce dernier a pu dire tout le mal qu’il pensait de la constitutionnalisation de l’IVG, qualifié de «fin du serment d’Hippocrate» et de «course à l’abîme d’une civilisation en perdition». Avant de se lancer dans une tirade délirante sur le rôle prétendu de l’avortement dans… la chute de l’empire romain face aux armées barbares. Mariage osé de deux obsessions : l’opposition à l’avortement et le prétendu «grand remplacement» des Français blancs.

L’émission dédiée à l’ancien secrétaire d’Etat à la Culture illustre la croisade lancée par les médias du groupe Bolloré. Retiré de la politique, le héraut du Puy-du-Fou a repris du service pour la chaîne du milliardaire ultraconservateur. Dans son émission, il commente chaque semaine l’actualité, devant parfois plus de 700 000 téléspectateurs selon Médiamétrie, complaisamment relancé par Eliot Deval et Geoffroy Lejeune – patron du JDD nouvelle formule. L’occasion de diverses considérations sur l’islam «conquérant» et son «entrisme par le voile et la nourriture hallal», opposés à la France «des cathédrales». Un prêche hebdomadaire déclamé, logiquement, sur le ton d’un curé en chaire.

La place de ce catholicisme réactionnaire et identitaire, sur la chaîne d’opinion, reflète son revival des dernières années dans l’extrême droite en général. Le référent religieux est central pour la génération de militants forgée dans les «manifs pour tous» de 2012-2013, puis sur les bancs des séminaires identitaires. Conjuguant un catholicisme de combat avec un logiciel radical, ces nouveaux croisés pullulent dans les médias bollorisés.

Aymeric Pourbaix, vieux routier du journalisme religieux

L’exemple le plus parlant est sans doute celui d’Aymeric Pourbaix, «le visage de l’évangélisation active sur le CNews de Bolloré», selon les mots d’une observatrice attentive du milieu. Ce quinquagénaire, qui n’a pas donné suite à nos sollicitations, anime l’émission En quête d’esprit, à l’origine de la récente polémique sur l’IVG. Celle-ci a suscité le rétropédalage de la chaîne et de plusieurs de ses stars… mais pas de l’intéressé. «Il est droit dans ses bottes et a toujours été sur cette ligne, poursuit notre source. Son objectif est d’œuvrer au rayonnement de l’Eglise… Il refusait par exemple de traiter les sujets de violences sexuelles au sein de l’institution, considérant que c’était l’attaquer.»

Dans son émission, racontait déjà Libé en octobre 2022, les invités dissertent sur «l’influence des forces du mal» ou s’interrogent sur la possibilité d’une «guerre civile au paradis», thèmes qui semblent tirés d’une parodie de catéchisme new age. Ce qui pourrait prêter à sourire si les intervenants n’étaient pas d’un sérieux à toute épreuve. Il y aurait presque tromperie sur la marchandise, le concept officiel de l’émission étant ainsi formulé : «Aymeric Pourbaix et ses invités abordent l’actualité d’un point de vue spirituel et philosophique.» En pratique l’ensemble des débats tournent autour du catholicisme.

Pourbaix ? Un vieux routier du journalisme religieux, passé par l’agence de presse vaticane I.Média et toujours directeur de la publication du canard catho-réac France catholique. Mais aussi un habitué des cercles d’extrême droite. Il fréquente sans soucis l’antenne de Radio courtoisie, la «radio de toutes les droites» (surtout extrêmes). Tout comme le plateau de TV Libertés, une web-télé animée par d’anciennes figures du FN et des milieux identitaires, où, en 2019, il venait promouvoir son journal France catholique. En 2013, il intervenait à l’université d’été du mouvement Renaissance catholique, un rendez-vous prisé des sphères radicales qui a vu passer aussi bien Bruno Gollnisch, figure du FN pré-mariniste, que les antisémites Pierre Hillard et Henry de Lesquen.

L’Algérie n’était «rien du tout» avant la colonisation

Une certaine idée du catholicisme, donc, qui se reflète dans la composition de l’équipe d’En quête d’esprit. Clothilde Payet, une jeune journaliste passée par l’Issep, l’école lyonnaise de Marion Maréchal, et qui fricote avec les militants radicaux lyonnais. Eloi Roche-Bruyn, un jeune journaliste qui a fait ses armes chez Valeurs actuelles. Une chroniqueuse, Véronique Jacquier, qui multiplie les dérapages quand elle est «prêtée» au programme-phare l’Heure des pros, par exemple lorsqu’elle appelle à ne pas trop «s’émouvoir» du bombardement de la maternité de Marioupol par l’armée russe en mars 2022. Ou lorsqu’elle assure, en juillet 2020, que l’Algérie n’était «rien du tout» avant la colonisation, déclenchant un incident diplomatique…

En quête d’esprit est coproduite avec France catholique, dont Pourbaix est donc le patron et où écrit aussi sa femme. Un petit journal de tendance radicale, foncièrement anti-IVG et où sévit toujours le maurrassien Gérard Leclerc. Un satellite du système Bolloré, aussi, puisqu’il a été racheté en 2018 par le magnat et installé dans les locaux de son foyer Jean-Bosco, centre d’accueil pour étudiants dans le XVIe arrondissement de Paris, où se mêlent les valeurs de travail, de partage et de «spiritualité» avec «des moments de prière régulièrement organisés». Concomitamment à l’opération d’acquisition de France catholique, Pourbaix a été propulsé président de deux sociétés d’édition visiblement créées pour l’occasion, la Société des éditions du point du jour et 2eme Regard, dont Bolloré SA est actionnaire majoritaire. C’était avant son apparition sur CNews. Et si à l’origine, à la tête de la seconde, lui avait été accolé un «comité stratégique» où siégeaient son père, Marc Pourbaix, et un fidèle lieutenant du milliardaire breton, Jean-Christophe Thiery de Bercegol du Moulin, Aymeric Pourbaix est désormais seul à la barre.

L’homme ne sévit pas que dans En quête d’esprit. Depuis février 2021, il anime aussi une case dédiée à l’histoire, les Belles Figures de l’histoire. Pas les «grandes», mais bien les «belles». Sous l’influence du quinquagénaire, ce rendez-vous tourne presque exclusivement autour de saints chrétiens ou de personnages rattachés à l’Eglise, religieux ou laïcs.

Christine Kelly, Charlotte d’Ornellas…

A Aymeric Pourbaix et Philippe de Villiers, il faut encore ajouter Christine Kelly : l’animatrice-vedette de la chaîne est aussi une star dans les milieux chrétiens évangéliques, habituée des envolées mystiques. Mais aussi Gabrielle Cluzel, chroniqueuse régulière de la chaîne, qui dirige en parallèle le site d’extrême droite Boulevard Voltaire. Encore une anti-IVG obsédée par l’immigration et l’islam, par ailleurs proche des intégristes de la Fraternité Saint-Pie-X. Ou encore Charlotte d’Ornellas, amie de Marion Maréchal, qui a fait ses débuts dans le journalisme religieux. La tendance gagne aussi le JDD, où la nouvelle spécialiste de la religion, Elisabeth Caillemer, se fendait par exemple en octobre d’un article-brûlot contre ce qu’elle qualifie ironiquement de «cours d’éducation à la pudeur». Des séances où serait selon elle enseigné aux enfants de primaire «comment se masturber, l’éjaculation, les rapports sexuels par l’anus et le vagin».

La croisade des bollorisés prend aussi des atours plus lisses. Par exemple avec l’émission Bienvenue au monastère sur C8, télé-réalité mettant en scène une poignée de people dans le couvent corse de Corbara, en occultant le lourd passé de dérives sectaires et de violences sexuelles des deux communautés catholiques mises en avant. L’émission est produite par Chantal Barry, «amie de trente ans» du milliardaire breton. Une évangélique qui a fait fortune dans l’audiovisuel et se trouve à la tête de ZeWatchers, fondation qui veut répandre la parole de l’Evangile dans les médias français. Dans l’orbite de celle-ci gravitent aussi l’importateur français du film complotiste américain Sound of Freedom, ou Progressif Média, une agence de communication tenue par des entrepreneurs chrétiens, proches des milieux identitaires. Une certaine idée de la passion du Christ.