Spanien: Abschied von der „katholischen Nation“ . Zum Papst-Besuch im Juni 2026

Eine „apostolische Reise“ ist immer eine große Papst-Show….
Ein Hinweis vom Christian Modehn am 29.6.2026

Dieser Beitrag hat zwei Teile:

Zuerst wird gezeigt: Heute ist Spanien keine katholische Nation mehr. Das angesehene spanische Nachrichten-Portal „Religion digital“ berichtet am 29.5.2026: Nur 46 Prozent der Spanier nennen sich katholisch, die Mehrheit nennt sich agnostisch, atheistisch.… LINK

Im zweiten Teil ein kurzer Hinweis auf die Wirkungsgeschichte von Papstreisen ins Ausland, vom Vatikan „apostolische Reisen“ genannt: Sie sind meist nicht mehr als katholische Spektakel, gut inszeniert, durchaus mit politisch – kritischem Inhalt in den mahnenden Predigten der Päpste. Aber diese „päpstlichen Pilgerfahrten“ bleiben meist ohne nachweisbare politische Wirkungen und ohne die erhofften „missionarischen“ Resultate. Das Thema „Wirkungen der `apostolischen Reisen`“ der Päpste wurde bisher wissenschaftlich, also soziologisch und religionswissenschaftlich, noch nicht untersucht.

Erster Teil: Katholizismus in Spanien:

1.
Die Bevölkerung Spaniens, des einst erz-katholischen Kernlandes Europas, verabschiedet sich, sozusagen kontinuierlich, aus der katholischen Kirche. Bestenfalls volksreligiöse Bräuche, wie die „semana santa“ oder Wallfahrten und Heiligen – und Reliquienkulte, interessieren noch viele „Nicht – mehr – kirchlich – gebundene“ SpanierInnen … auf der Suche nach der eigenen, subjektiven, dogmen-freien Spiritualität. (Quelle: LINK

Bürgerliche Kreise schicken ihre Kinder noch gern in katholische Privat – Schulen, weil sie dort eine katholische und gut- bürgerliche Bildung erhalten: Es gibt jetzt ca. 1.900 katholische Privatschulen mit ca. 1,5 Millionen SchülerInnen bzw. StudenTinnen. (Quelle: LINK

2.
Der extrem zahlreiche sexuelle Missbrauch durch Priester, oder auch die entsprechenden Verbrechen von Mitgliedern etwa des katholischen Ordens „Legionäre Christi“, haben den Abschied von der katholischen Kirche nur gefördert. Etwa 236.000 Opfer dieser Untaten von Priestern soll es geben, so eine gemeinsame, staatliche – kirchliche Kommission, Quelle: LINK https://www.domradio.de/artikel/spaniens-kirche-wird-missbrauchsopfer-entschaedigen

3.
Demokratische Kreise wissen einiges, welche Rolle die sehr diskrete, politisch – ökonomisch einflußreiche Geheimgesellschaft, das `Opus Dei“, in konservativen „Eliten“ und der Partei PP (der Nachfolgepartei Francos) spielt. In Spanien soll es 33.000 Opus Dei Mitglieder geben, und sicher viel mehr Sympathisanten: Denn bekanntlich müssen Priester und Bischöfe nicht offiziell Mitglieder im Opus Dei sein, um im Sinne dieses „Werkes Gottes“ zu denken und zu handeln. Die offizielle spanische Opus Dei – website zeigt die bedeutende Verbreitung in Spanien: LINK

4.
Es ist also eine Mischung aus vielfältigen Erfahrungen und Einsichten, die Spanierinnen in den letzten 50 Jahren massiv veranlasste, die Bindung an Katholische Kirche aufzugeben.
Dieser Abschied wird sich kaum noch „korrigieren“ lassen, auch nicht durch den intensiv propagierten Besuch Papst Leos in Spanien: vom 6. bis 12. Juni wird er Barcelona besuchen (u.a. die Kirche „Sagrada Familia“ von Antonio Gaudi), sowie Madrid und Teneriffa.

5.
Wie viele die SpanierInnen nennen sich heute noch katholisch? Jetzt sind es nur 46 Prozent, wie „Religion digital“ berichtet. Vor einem Jahr , 2025, wurde noch dokumentiert: „52 bis 55 Prozent nennen sich katholisch.“ Vor 50 Jahren, am Ende des Franco -Regimes, nannten sich noch fast 100 Prozent der SpanierInnen katholisch.
Konfessionslose, eine bunte `Mischung` auch mit Atheisten und Agnostikern, bilden sozusagen die zweitstärkste „weltanschauliche Gemeinschaft“.
Etwa 5 Prozent der Bevölkerung sind Muslime.
Sehr wichtig werden die 1,5 Millionen Protestanten, bei denen es sich ganz überwiegend um neue Pfingstgemeinden handelt, die vor allem in den Armen – Viertel der Latinos einen rasanten Aufschwung erleben und Gast – Prediger aus den USA bzw. dem Umfeld von Trump empfangen…Es gibt 23.000 katholische Kirchen als Pfarreien und schon 4.700 evangelische bzw. pfingstlerische „Tempel“…
Etwa 50.000 Juden leben heute in Spanien.

6.
Atheisten haben in Spanien, zumal in Katalonien, eine einflußreiche Organisation. Sie sehen in der staatlichen finanziellen Förderung der Papst – Reise jetzt einen Widerspruch zur – von ihnen behaupteten – religiösen Neutralität des Staates und sie wehren sich insgesamt gegen eine privilegierte Behandlung der Kirche durch den Staat, mit Verweis auf die aktuelle Konfessionsstatistik. Quelle: LINK

Zweiter Teil:

Die meisten der so genannten „Apostolische Reisen“ der Päpste – seit Johannes Paul II. – in alle Welt dürfte man als eine katholisch inszenierte Show zur öffentlichen Stärkung des Papsttums mit politischen Akzenten, Empfängen, Vorträgen, Predigten deuten.
Zu den Kosten: Nur ein Beispiel: Die „Apostolische Reise“ Papst Benedikt XVI. nach Deutschland im Jahr 2012 hat 30 Millionen gekostet, ein Beleg für viele und weiteres: LINK .
Die aufwendigen, teuren Papst – Reisen sind wirkungslose Termine, die den Staaten und der dortigen Kirche viel Geld kosten, vom CO2 – Verbrauch des Hin – und Her – Fliegens ganz abgesehen.

7.
Wird die „apostolische Reise“ Papst Leos nach Spanien die große Wende, die Rückkehr, zumal der jungen Generation, zur katholischen Kirche bringen? Ist seine apostolische Reise ein „Durchbruch“ der päpstlich ständig erwähnten „neuen Missionierung Europas“? Das ist sehr fraglich. Dass sich jetzt – wie in Frankreich – auch in Spanien einige hundert Erwachsene pro Jahr taufen lassen, wird von vielen Bischöfen als kleines Wunder gewertet, dabei aber wird übersehen, wie viele tausend Katholiken aus der Kirche jährlich austreten…

8.
Es ist also sehr treffend zu vermuten: diese Reise des Papstes nach Spanien wird, wie die meisten Reisen früherer Päpste, keinen erhofften „katholischer Aufbruch“ erzeugen. Es wird wie so oft ein Medienspektakel bleiben und viele Bilder in überfüllten Kirchen und Plätzen erzeugen: Jubel, Trubel, fromm eingegrenzte Heiterkeit. Es wird selbstverständlich die üblichen mahnenden Worte an eine linke Regierung geben, also an die sozialistische Regierung, sie möge doch dringend den Lebensschutz respektieren und Sterbehilfe, Abtreibung und Homoehe verbieten…Auf diesem Terrain glauben die Päpste noch etwas weltliche Macht zu haben.
Die Erkenntnis ist: Die apostolischen Reisen der Päpste unterstützten immer die politisch konservativen Parteien, die „Pro Life“ eingestellt sind.
In Spanien wird sich Leo wieder als „Sohn des heiligen Augustinus“ (so das offizielle päpstliche Selbstverständnis) präsentieren und den Besuch eines Augustiner-Klosters einplanen und seine Predigten mit Augustinus – Zitaten verzieren, allerdings immer Zitate des frühen, des noch sympathischen Augustinus. Der dogmatische, herrschsüchtige Augustinus im Alter wird klugerweise vom Augustiner Papst Leo immer verschwiegen: Über die gräßliche Erbsünden-Ideologie des alt gewordenen Augustinus hat Papst Leo bisher nicht gesprochen, geschweige denn sich davon distanziert… Der Augustiner- Papst Leo präsentiert seinen „Vater“ als liebevollen, weisen und aktuellen „Meister“…. dabei ist er ein Philosoph und Theologe aus den nun wirklich fernen Zeiten der Antike, 4. und 5. Jahrhundert.

9.
Für eine katholische „Renaissance“ in Spanien, befördert durch eine apostolische Reise“ wie auch anderswo in Europa, ist es – theologisch betrachtet – ohnehin zu spät: Zu viele Verbrechen, Skandale, politische Machenschaften rechtsextremer Katholiken belasten diese Kirche; zu sehr klebt die katholische Moral und Dogmatik insgesamt fest an überholten religiösen und moralischen Vorstellungen. Kritische, vernünftige Katholiken suchen ihre Spiritualität außerhalb dieser Organisation, die angesichts des nur universell zu nennenden Missbrauchs nicht auf den Gedanken kommt, wenigstens das gesamte betroffene bischöfliche Personal auszutauschen.

10.
Eine Wende (Utopie!) wäre vielleicht doch noch möglich: Wenn der Papst das Zölibatsgesetz von heute auf morgen aufheben würde, das könnte er, rein rechtlich gesehen; wenn er Frauen zu DiakonInnen und PriesterInnen weihen würde; wenn er den dickleibigen offiziellen Katechismus von 800 Selten auf 80 schrumpfen würde, wenn er Demokratie als Form katholischen Lebens insgesamt erlauben würde und damit auch die Allmacht des Papsttums und des Kleriker-Unwesens abschafft: Das alles gehört zur Kategorie „Utopie“.

11.
Hat man jemals wissenschaftlich, empirisch, soziologisch und kritisch – theologisch untersucht, was denn diese vielen „apostolischen Reisen“ der Päpste seit Johannes Paul II. an kirchlicher Erneuerung oder politischer Reform zugunsten der Menschenrechte bewirkt haben? Solche auf Fakten basierten wissenschaftlichen Nachweise gibt es nicht. Lediglich die Reisen des polnischen Papstes in seine kommunistische Heimat haben sichtbare Wirklungen gezeigt: Und das Ende des Kommunismus mit befördert…

Aber: Was hat denn die apostolische Reise, eigentlich eine Ein-Tages-Spritztour im Helikopter, Papst Leos ins Fürstentum Monaco, diese Oase der Milliardäre, bewirkt? Haben diese Herren einige Millionen für die verhungernden Völker in Afrika gespendet?
Oder: Welche Wirkungen hat die Fünf Tage Reise von Papst Franziskus in die Mongolei? Wahrscheinlich hat er jedem der 5000 in der Mongolei lebenden Katholiken persönlich die Hand geschüttelt. Und er hat sein spezielles päpstliches Image poliert und sein Ego gepflegt: „Die Katholiken ganz am Rande bevorzugt zu schätzen.“
Ein anderes Beispiel:
Ließen sich die Deutschen nach den „apostolischen Reisen“ etwa Papst Benedikt XVI. in Deutschland davon abbringen, aus der Kirche auszutreten? Sind etwa die Priesterseminare nach dieser Papst – Show und den vielen frommen Worten wieder mit „Seminaristen“ gut „bestückt“? Nachweislich nicht. Hat der Besuch Johannes Paul II. in den Niederlanden die progressiven Katholiken an die dort als reaktionär empfundene Kirche noch einmal binden können? Absolut nicht. Heute ist die katholische Kirche in den Niederlanden eine stets kleiner werdende Minderheit.
Die vielen Reisen Johannes Paul II. nach Lateinamerika haben die reaktionären Kreise in der Hierarchie und dem Klerus nur bestärkt, in Peru etwa das dort allmächtige Opus Dei oder die heute endlich (!) als verbrecherisch freigelegte katholische Organisation „Sodalicio“. Von der Verfolgung der linken katholischen Befreiungstheologen ganz zu schweigen. Diese „apostolischen Reisen“ waren für die Kirchen Lateinamerika eher eine Katastrophe.
Ein anderes Beispiel aus der langen Liste der „apostolischen Reisen“: Hat sich irgendein – zudem oft katholischer ! – Diktator irgendeines afrikanischen Landes, sagen wir in Kamerun oder in der „Demokratischen Republik Kongo“, einst Zaire, oder auch auf den Philippinen, nach den Papst – Besuchen der Demokratie und den Menschenrechten zugewandt und die privat erbeuteten Millionen – Dollar Konten in der Schweiz aufgelöst? Nachweislich nicht.

12.
Es sind eigentlich die Armen, die sich freuen, dass mal ein gut versorgter und gute genährter, letztlich immer in feinen Gewändern gekleideter europäischer Herrscher, freundlich lächelnd, also der Papst, bei Ihnen im Elend vorbeischaut und aufmunternde, tröstende fromme Worte verbreitet. Ihnen wäre wohl mehr geholfen, wenn wenigstens die Kirche umfassende Gerechtigkeit gegenüber diesen Armen leiblich – materiell spürbar leben würde, also sichtbar auf den eigenen Luxus des katholischen Kirchenlebens in Europa und Nordamerika verzichtet und alles tut, dass endlich diese himmelschreienden Lebensbedingungen der Armen im Sudan, Südsudan, Tschad, Niger, und so weiter und so weiter überwunden werden. Voraussetzung wäre: Der Papst und sein klerikaler Club beteiligt sich selbst an diesem globalen Gerechtigkeitsprogramm, mit der sichtbaren Konsequenz: Papst und Kardinäle ziehen in einfache Verwaltungs- und Wohngebäude um und gestalten den Vatikan definitiv als ein großes Museum…

13.
Darum merke, bis zum Fakten – Nachweis des Gegenteils: Die „apostolischen Reisen“ der Päpste quer durch die Welt dienen zuerst und zunächst dem Ego der Päpste, sie sollen den machtvollen Glanz der allumfassenden katholischen Kirche verbreiten und die traditionell frommen Katholiken bestärken, weiterhin anhänglich – treu zum Nachfolger des Heiligen Petrus bzw. des Stellvertreters Christi auf Erden zu stehen und ihm zu gehorchen …

14.
Angesichts des Kerosin – Mangels für Flugzeuge jetzt, im Mai 2026: Unvorstellbar, dass Papst Leo demnächst auf Teneriffa für ein paar Wochen sozusagen auch „strandet“ – und festsitzt, aber vielleicht würde er dort sein „Castelgandolfo Nr. 2“ eröffnen und die dort in den Fischerbooten aus dem Senegal strandenden Flüchtlinge großzügig bewirten und einige von ihnen zum Wohnen in seinen apostolischen Palast mit nach Rom nehmen….

Zur weiteren Recherche:
Wichtig nach wie vor der ausführliche Hinweis von Christian Modehn: Der faschistische General Franco und die Kirche: LINK

Ausführliche Statistiken zur Katholischen Kirche in Spanien: LINK.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

Hass und Gewalt gegen Christen in Israel: Ein aktueller Hinweis auf ein verdrängtes Thema…

Von Christian Modehn am 20.5.2026

kath.de berichtet am 20.5.2026:

„Übergriffe auf Christen haben in Israel spürbar zugenommen. Geistliche und Kirchenvertreter berichten von Hass, Einschüchterung und Gewalt durch jüdische Extremisten – und werfen der Regierung Netanjahu Untätigkeit vor.

Tatsächlich berichten christliche Geistliche und Kirchenvertreter seit Jahren von Übergriffen: Priester werden bespuckt, Klöster beschmiert, Kirchen angegriffen, Friedhöfe geschändet. Besonders betroffen ist Jerusalem. Der Abt der Dormitio-Abtei, Nikodemus Schnabel, berichtete in den zurückliegenden Jahren immer wieder von Anfeindungen. „Sobald ich als Mönch sichtbar auf die Straße gehe in Jerusalem, kann ich zählen, wie oft ich angepöbelt werde“, erzählte der 47-jährige Benediktiner jetzt im Deutschlandfunk über seine Erfahrungen. Früher seien solche Übergriffe eher versteckt und im Dunkeln geschehen. „Jetzt werde ich am helllichten Tag angespuckt.“

Der ausführliche Text von kath.de

https://katholisch.de/artikel/68661-immer-mehr-hass-und-gewalt-wachsende-sorge-um-christen-in-israel

 

 

Der 17.5.: Ein Aktionstag für die Menschenrechte queerer (homosexueller) Menschen … auch in der katholischen Kirche.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 15.5.2026

Unser Motto: Man glaube nur nicht, dieses Thema sei ein Randthema. Es berührt das veraltete und falsche Selbstverständnis katholischer Moral: Sie behauptet: Kirchenmoral steht über den Menschenrechten.
Also: Wir bieten Hinweise zum Verständnis einer aussichtslosen Debatte, aussichtslos, wegen der offenbar niemals zu begrenzenden klerikalen Macht alter Männer im Vatikan…

1.
Der 17. Mai ist der internationale „Aktionstag gegen Diskriminierung von queeren Menschen“, offiziell: „Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans-phobie“. Dieser Aktionstag ist dringend geboten zugunsten der universell geltenden Menschenrechte selbstverständlich auch für queere Menschen. Selbst in einer eher noch liberal-toleranten Stadt Berlin nehmen die Aggressionen gegen queere Menschen zu, d.h. Pluralität und übliche Vielfalt in einer demokratischen Gesellschaft sollen zurückgedrängt werde. Zur Intoleranz etwa der AfD gegen queere Menschen siehe unter den zahlreichen Studien nur ein Beispiel: LINK

2.
Der 17.5. als politisches Datum bezieht sich auf den in der BRD bis 1994 geltenden „Paragraphen 175“, der schon in der Weimarer Republik die Unmenschlichkeit zementierte. Und der sich dann in der Naziherrschaft ungebrochen fortsetzte und weiter bruchlos bis 1994 in der BRD offiziell galt. Die vollständige Abschaffung des § 175 in der DDR im Jahr 1968.

3.
Unserem religionskritischen Schwerpunkt entsprechend fragen wir:
Was bedeutet dieser internationale Aktionstag für die Katholische Kirche und die Katholiken? Die Frage ist aktuell, weil vom Vatikan in den letzten Wochen wieder einmal und wie immer deutliche Vorbehalte massiv geäußert werden, diesmal selbst gegen die von Papst Franziskus ermöglichte sehr bescheidene und sehr zurückhaltende Segnung von homosexuellen Paaren in katholischen Kirchengebäuden. Papst Leo hat darauf hingewiesen, dass die Diskussion zu Fragen des Friedens dringender wären als dieses „Thema“ zur Sexualität. Aber Papst Leo lenkt dabei von der entscheidende Frage ab, die zum tausendstenmal gestellt werden muss: Sind queere Katholiken mit ihrer Forderung nach Segnung ihrer Lebens-Gemeinschaft und ihrer Ehe zweitrangige, weniger wertvolle Katholiken als die Heteros? Die eindeutige Antwort: Ja, das ist so, und das weiß auch Papst Leo. Er sieht sich als Förderer der alten hetero-normativen Sexualmoral, damit aufs engste verbunden mit anderen fundamentalistischen Moral-Aposteln aller Religionen und christlichen Konfessionen. Trump und die Seinen werden sich freuen, in dem Punkt mit Leo einer Meinung zu sein…Zur üblichen katholischen Segnung von Autos, Handys, Tieren, und Waffen: LINK

4.
Diese offizielle katholische Lehre muss, vom universell geltenden Menschenrechtsstandpunkt aus gesehen, als eine Unverschämtheit betrachtet werden. Sie ist, wie gesagt, eine Ablehnung der Menschenrechte, weil sie völlig falsch eine Vorrangstellung kirchlicher, katholischer Moral ÜBER den Menschenrechten behauptet und mit politischen Freunden von Rechts und Rechtsaußen durchzusetzen wagt. Da mag der offizielle, bis heute gültige „Katechismus der katholischen Kirche“, Vatikanstadt 1993, noch ein bißchen menschenfreundlich schwadronieren: Dort heißt es: Die (heterosexuellen) Katholiken sollten den Homosexuellen, so wörtlich, „mit Achtung, Mitleid und Takt begegnen“ (§ 2358 im Katechismus: Die Heteros sollen wohl denken: O je o je, diese armen schwulen Sünder, haben wir doch mit ihnen ein bißchen taktvolles Mitleid.)
Dann heißt es sogar in diesem Katechismus: “Man hüte sich, Homosexuelle in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“. Klingt ja nett. ABER: In dem Paragraphen zuvor, also wenige Zeilen entfernt, schreiben die Autoren dieses Katechismus, offenbar wie im Zustand der Schizophrenie: „Homosexuelle Handlungen in sich sind nicht in Ordnung, sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, sie sind in keinem Fall zu billigen“. Darum die weitere Ungeheuerlichkeit dann in §2359: „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen…Nur so könne sie sich der christlichen Vollkommenheit annähern“. Das heißt im Klartext: Homosexuelle Liebe, also erotisch und selbstverständlich sexuell geprägte Liebe darf es nicht geben. Die Papst – Kirche maßt sich an, bestimmten Menschen die Liebe zu verbieten. Nebenbei: Offenbar sind diese empörenden Forderungen des Papstes auch an die vielen schwulen Priester adressiert: Zwischen den Zeilen lese man: Die schwulen Priester, Bischöfe und Kardinäle mögen es doch nicht „übertreiben“… In dem Zusammenhang ist auch wichtig: „Masturbation wird als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung gebrandmarkt“ (zit. : § 2352 im Katechismus).

5.
Anläßlich des 17.5. Aktionstages ist wichtig:

Den eigenen Weg der Befreiung als queere Katholiken selbstbewusst weitergehen und den bis heute von Rom propagierten de facto Ausschluss von queeren Menschen von allen Menschenrechten durch die Kirche schlicht und einfach – weiterhin – ignorieren. Sich bitte nicht die Liebe verbieten lassen. Irgendwann gibt es keine queeren Katholiken mehr, die auf die Weisungen des Papstes, des Vatikans, hören.
Angesichts der zunehmenden rechtsradikalen politischen – homophoben – Macht in ganz Europa wäre eigentlich von der katholischen Kirche als Institution Widerstand dagegen zu erwarten.

Die offizielle Ablehnung der umfassenden Gleichberechtigung queerer Katholiken durch den Papst und den Vatikan usw. gleicht, wie schon angedeutet, sehr fundamentalistischen Strömungen im Islam, im (ultra-)orthodoxen Judentum und eben auch in den alten wie neuen Varianten der Nazi – Ideologie. Man sollte den Papst und die seinen öffentlich fragen: Fühlen Sie sich in diesen Kreisen wirklich wohl? Es scheint jedenfalls so, sonst würden sich diese Herren anders äußern…

6.
Warum diese offiziell – katholische Feindlichkeit gegenüber queeren Menschen? Mehrere Gründe müssen genannt werden, hier in gebotener Kürze:
Die katholische Kirche kann vom Vatikan aus wie auch von den einzelnen Bischofskonferenzen nur noch sehr geringen politischen Einfluß in den meisten Staaten ausüben, dabei will sie doch „Mater et Magistra“ sein, „Mutter und Lehrermeisterin“ aller. So flüchtet sich die offizielle Kirche und ihre Theologie etwa in „Pro-Life-Unterstützungs-Aktvitäten“ und versucht, im Zusammenhang mit reaktionären Parteien, katholische Moralprinzipien durchzusetzen. In Frankreich ist diese Koalition von politisch Reaktionären und konservativ – reaktionären Katholiken evident, man denke an die heftigsten Debatten und Demonstrationen gegen die von der Republik dann doch durchgesetzte „Ehe für alle“ zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

7.
Der Vatikan, der Papst, glauben Rücksicht nehmen zu müssen auf die auch politisch bedingte gewalttätige Feindschaft gegenüber Homosexuellen in den meisten afrikanischen Staaten: Dort sind auch die katholischen Bischöfe heftigste Verteidiger der repressiven Homo-Politik. Und weil in vielen Ländern Afrikas sich sehr viele Menschen taufen lassen, will man dieses zahlenmäßige Wachstum nicht stoppen. Die queer-freundlichen Forderungen europäischer Katholiken spielen dann in der Sicht des Papstes rein taktisch, zahlenmäßig betrachtet, keine Rolle. Vielleicht hat der Vatikan manche europäische Länder, katholische „Bastionen“ einst, längst abgeschrieben: Frankreich, Irland, Spanien, Holland, Deutschland sicher auch, obwohl man sich im Vatikan immer noch über großzügige Geldspenden aus Deutschland freut…

8.
Darüber spricht niemand mehr: Sehr viele (vor allem jüngere) Priester in allen Ordensgemeinschaften, in allen Bistümern, auch im Vatikan, sind homosexuell. Das zeigen immer wieder Interviews und vorsichtige Umfragen. Viele schwule Priester wollen mit der Propaganda queer-feindlichen Moral des Vatikans ablenken von der Frage: Wie sieht es denn mit eurem zölibatären Leben aus? Wie ist es mit euren privaten Homo-Freundschaften bestellt usw. Siehe das auch wie aktuelle Buch „Sodom“ des Journalisten und Soziologen Frédéric Martel: LINK

9.
Die Frage ist: Wie lange wird der Vatikan noch dulden, dass es in deutschen Klöstern und Ordensgemeinschaften ganz offiziell einige Mitglieder gibt, die sich mit der Initiative „outinchurch“ auch öffentlich eng verbunden wissen, etwa zwei ? Augustiner in ihrem Kloster in Würzburg, vielleicht sollte sich Papst Leo, selbst Mitglied im Augustinerorden, von denen mal belehren lassen. LINK:

10.
Die aktuellen Debatten über die Ablehnung der Segnung homosexueller Paare durch den Vatikan sollen  die Erinnerung an die kirchlichen Verbrechen an Homosexuellen während vieler Jahrhunderte verschleiern, wenn nicht gar auslöschen. Es sind Verbrechen der Kirche, die historisch gar nicht deutlich dokumentiert sind, weil es einfach der Kirche selbst zu peinlich war, die eigenen Untaten an den zu Sündern und Verbrechen erklärten Menschen, den Homosexuellen, zu dokumentieren.
Immerhin hat der offen homosexuelle Priester Jacques Perotti seinen Leidensweg in der katholischen Kirche beschrieben in seinem Buch „Un pretre parle“, Levallois, 1995. Als Sekretär von Abbé Pierre konnte er dann als Priester arbeiten, etwa für die ökumenische Schwulenbewegung „David et Jonathan“. In einem Interview mit Christian Modehn im Jahr 1996 sagte Perotti: „Ich bin nicht voll in die Strukturen der Kirchen integriert; ich bin Sekretär von Abbé Pierre, und der ist unabhängig von der Kirche und befindet sich selbst eher am Rande der Kirche. Denn die Bewegung Emmaus, die er gegründet hat, ist ja nicht religiös, sondern weltlich, laizistisch. Also wegen Abbé  Pierre, so scheint es mir, lebe ich wie unter einer Art Schirm, der alle Blitze abwehrt aus dem Vatikan, aus Rom und vonseiten der Bischöfe. Abbé Pierre hat es mir erlaubt, dass ich mein Priesteramt leben kann als Vorkämpfer für die Sache der Homosexuellen. Er ist ein Mensch, der gut zuhören kann, er kann alle menschlichen Situationen verstehen. Er hat auch meinen Lebensweg gut verstanden, dass ich einen Kampf führe zur Befreiung der Homosexuellen in der Kirche. Ich habe selbst gehört, wie er mich verteidigt hat bei einer Mahlzeit, als wir mit Bischöfen zusammen an einem Tisch saßen.“ Auch an den niederländischen katholischen Priester, Politiker und Poeten Herman VERBEEK muss hier erinnert werden, auch er war offen homosexuell und kritisierte heftig die reaktionären Bischöfe der Niederlande. LINK.

11.
Die heutige katholische Kirche ist als Nachfolge – Organisation jener katholischen Kirche zu bewerten, die Jahrhunderte lang Verbrechen an Homosexuellen beging, so steht die heutige Kirche auch vor den Herausforderungen einer Wiedergutmachung.
Materielle Wiedergutmachung ist wohl ausgeschlossen, weil es keine überlebenden Opfer der kirchlich zugelassenen Folterungen und Verbrennungen Homosexueller seit Kirchengründung gibt und es gibt wohl keine noch lebenden Angehörigen der Opfer. Das Leiden queerer Jugendlicher in katholischen Familien – damals wie heutev- wäre ein eignes Thema: Welches Unheil, welche Krankheit, richtet die katholische Moral in den Seelen der Menschen an…
Es ist eine Wiedergutmachung der Kirche jetzt erforderlich, die darin besteht: Alles zu tun, dass heute für queere Menschen die uneingeschränkt geltenden Menschenrechten durch die Kirche anerkannt werden; dass die Kirche sich offensiv für die Rechte der Queeren Menschen einsetzt, auch bei katholischen Diktatoren in Afrika. Und es sollte zu den Bildungsprogrammen katholischer Schulen in Afrika gehören, von Anfang die Normalität der Homosexualität als einer normalen Variante der Sexualität zu lehren.

12.
Wir wissen, dass unsere Hinweise, unsere Kritik, unsere Vorschläge zu dem Thema eigentlich sinnlos, weil wirkungslos sind bei den zementierten Verhältnissen im Vatikan und in der klerikalen Hierarchie. Aber ich sehe es als Theologiewissenschaftler über die katholische Kirche (das ist etwas anderes als „katholischer Theologe“) und als Journalist noch als eine lästige Pflicht an, gelegentlich diese Hinweise zur Diskussion zu stellen.

Albert Camus sagte einst: Man muss sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen. Ich denke oft: „Man muss sich die verbliebenen, demokratisch gesinnten Reform- Katholiken als Sisyphus – Gestalten vorstellen.“ Ein gewisser Masochismus gehört schon dazu, heute als Frau, als Queer, in Europa katholisch zu sein. Die Dissidenten im Sowjetimperium hatten immerhin die Hoffnung, dass die Herren der KP-„Eliten“ eines Tages verschwinden, wegen der ökonomischen Übermacht des westlichen Kapitalismus. Die Herren im Vatikan sitzen fest hinter ihren dicken Mauern und Päpste wie auch einige Kardinäle werden als „Führer“ von vielen Gläubigen hoch verehrt, weil in dieser unserer verrückten Welt „Führer“ wieder als ersehnte Leitfiguren so sehr willkommen sind. Siehe den Trend zu rechtsextremen Parteien in allen Ländern Europas und Amerikas  usw.

13.

Die von Papst Leo XIV. stets und ständig beschworene „Einheit“ unter den Katholiken (ein Ausdruck der allmählich etwas einfallslos wirkenden totalen Bindung des Papstes an Augustinus, seinen „Vater“) kann es nur geben: Wenn die katholische Kirche die Menschenrechte über alle ihre angeblichen göttlichen Rechte  und angeblich göttlichen Gebote stellt. Die Menschenrechte sind absolut wichtiger und entscheidender als alle klerikalen Kirchengesetze, auch die moralischen Ideologien dieser Kirche. Ganz nebenbei an alle christlichen Fundamentalisten: Hat Jesus von Nazareth nicht menschliche Haltungen und Tugenden über alle religiösen Gebte gestellt? Warum wird Jesus von Nazareth in dieser Kirche ignoriert? Weil Jesus von Nazareth diesen um sich selbst kreisenden Kirchen – Betrieb nur stört.

PS: Wer sich für die Heftigkeit der Homo-Debatten in der katholischen Kirche jetzt noch interessiert, nur ein Beispiel: Die Position des reaktionären niederländischen Kardinal Eijk in Utrecht LINK

Kurz und bündig, was Papst Leo von Segnungsfeiern für Homosexuelle Paare hält: „Nachdem der Münchner Kardinal Reinhard Marx die Umsetzung der Segensfeiern in seinem Erzbistum empfohlen hatte, erklärte der Papst auf dem Rückflug von seiner Afrikareise im April: „Der Heilige Stuhl hat deutlich gemacht, dass wir mit der formellen Segnung von Paaren – in diesem Fall homosexuellen Paaren oder Paaren in irregulären Lebenssituationen – nicht einverstanden sind.“ (KNA). Quelle: https://katholisch.de/artikel/68605-sautermeister-bischoefe-bei-segnung-homosexueller-auf-linie-mit-rom. 16.5.2026

Copyright: Christian Modehn, religionsphilosophischer-salon.de

 

 

 

 

 

 

 

Wer finanziert den Katholikentag in Würzburg? Fast die Hälfte (44,4 Prozent) trägt die öffentliche Hand!

Ein Hinweis von Christian Modehn am 12.5.2026

Unser bekanntes Motto: Religionskritik und Kirchenkritik sind zentrale Aufgaben der Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie, heute wie damals

1.
Wer am 12.5.2026 im Internet Antwort sucht auf die Frage: Wer finanziert den Katholikentag in Würzburg (13.5. bis 17.5.2026) erhält nur wenige ausführliche Links.

2.
Die „Mainpost“ bietet nur diese ultrakurze kostenfrei zugängliche Information vom 29. März 2026: „Der großzügigste Geldgeber ist der Freistaat Bayern, der den Katholikentag mit drei Millionen Euro fördert. 940.000 Euro gibt der Bund, 500.000 …“

3.
Wirklich umfassend berichtet am 12.5.2026 die Wiener Online -Zeitung „UZ – Unsere Zeitung – die Demokratische“, mit dem Titel „Glaubensevent auf Staatskosten“. Quelle:  LINK

Aus UZ -Unsere Zeitung- Die Demokratische ein zentrales Zitat:
„In Würzburg wird das Glaubensspektakel diesmal mit mindestens 4,44 Millionen Euro von der öffentlichen Hand gefördert. Das Land Bayern gibt drei Millionen Euro, der Bund anstatt wie traditionell 500.000 Euro erstmals 940.000 Euro und die mit über 815 Millionen Euro hoch verschuldete Stadt Würzburg steuert 500.000 Euro inklusive Sachleistungen bei… In Würzburg trägt die öffentliche Hand 44,4 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 10 Millionen Euro – viel Geld in Zeiten klammer Haushaltskassen.“

4.
Und weiter schreibt Unsere Zeitung – Die Demokratische“:
 „Dabei besitzen die deutschen Kirchen genügend Geldreserven, auch das Bistum Würzburg. Es besitzt ein – kaufmännisch schlank gerechnetes – Vermögen von 423,9 Millionen Euro. Allein aus Kirchensteuererträgen fließen in diesem Jahr 178 Millionen Euro in das klerikale Finanzportfolio. Freilich: Nicht alles daranzusetzen, das Millionenvermögen zu vermehren und zu schützen, wäre für die katholische Kirche beinahe ein Sündenfall. Aus diesem Grund schiebt die Kirche einen schlichten Katholikentagsverein als angebliche Laienbewegung vor, ohne eine Abrechnung vorzulegen. Religionsgemeinschaften sind in Deutschlands nicht rechenschaftspflichtig. Landesrechnungshöfe dürfen sie nicht überprüfen. So bleibt intransparent, wofür das staatliche Geld eigentlich eingesetzt wird. Transparenz sieht anders aus. Die Politik sollte endlich umdenken: die Kirchentagssubventionen sind mit einem weltanschaulich neutralen Staat nicht zu vereinbaren.“

5.
Merkwürdig ist, dass die offiziell katholische website kath.de am 31.3.2026 zur Frage: Was kostet der Katholikentag in Würzbug“ u.a. nur sehr wenig, wenn nicht aus heutiger Sicht falsch schreibt: „Das Bundesinnenministerium fördert die meist im jährlichen Wechsel stattfindenden Katholiken- und Kirchentage in Deutschland aufgrund ihrer „gesellschaftspolitischen Bedeutung“ jeweils mit rund 500.000 Euro. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Die Liberalen hatten darin nach den Grundlagen staatlicher Förderungen für Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gefragt.“

6.
Zum Thema Kirche und Staat in Deutschland hat Prof. Horst Dreier, der Würzburger (!) Ordinarius für Rechtsphilosophie, Staatsrecht und Verwaltungsrecht das grundlegende, objektive Buch geschrieben: „Staat ohne Gott. Religion in der säkularen Moderne“, C.H.Beck Verlag, 2018. Siehe die Besprechung des Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin: LINK:

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Über den Egoismus der Bürger und betrügerische Kaufleute in Amerika: Der Philosoph Hegel blickt auf die USA.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 6.5.2026

Was die Menschen in den USA, was deren  politische und religiöse Mentalität prägt und bestimmt, hat der Philosoph Hegel schon 1822 erkannt. Seine Erkenntis gilt bis heute. 

1.
Anläßlich der Feierlichkeiten „250 Jahre Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten“ am 4. Juli 2026 ist es sicher interessant wahrzunehmen, wie schon wenige Jahrzehnte nach der „Unterzeichnung der Unabhängigkeits-Erklärung“ 1776 der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich HEGEL das Wesentliche und Typische dieses Amerika (USA) analysierte und bewertete.
Seine „Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte“ hat Hegel in Berlins Universität seit 1822 insgesamt fünf mal gehalten, posthum wurden die Vorlesungen 1837 veröffentlicht. In dieser seiner Philosophie der Geschichte spricht HEGEL auch von „Nordamerika“, seine Aussagen beziehen sich, wie er sagt, auf die „nordamerikanischen Freistaaten“ (S. 111), also auf das, was wir heute USA nennen.

2.
Hegel hat allen Wert darauf gelegt, die empirischen historischen Fakten mit seinem philosophischen Begriff der Geschichte zu verbinden, also die empirische Geschichte mit der für ihn grundlegenden Einsicht zu harmonisieren: Dass in der Geschichte die Vernunft in eine greifbare, weltliche, politische Existenz tritt. Diese Einsicht kann hier nicht vertieft werden. Hier geht es um einige Erkenntnisse zum „Wesen“ des nordamerikanischen Menschen durch Hegel.
Dazu bieten wir einige Zitate aus Band 12 der „Theorie Werkausgabe“ des Suhrkamp Verlages (1970):

3.
Puritaner und Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften „wanderten nach Nordamerika aus, um die Freiheit der Religion zu suchen“ (S. 111)

Sie bauten dort ein Gemeinwesen auf, „das von den Atomen (isolierten einzelnen) der Individuen ausging, so dass der Staat nur ein Äußerliches zum Schutz des Eigentums war“ (S. 112).
Hegel erwähnt die republikanische Verfassung: „Allgemeiner Schutz des Eigentums und beinahe Abgabenlosigkeit sind Tatsachen, die beständig angepriesen werden“ (ebd.). „Abgabenlosigkeit“, also vergleichsweise geringe Steuern, bestimmen auch heute die USA.
Wichtig auch Hegels Insistieren auf dem ganz zentralen Schutz des Privateigentums in Amerika ..
Der „Grundcharakter der amerikanischen Republik“ besteht für Hegel „in der Richtung (Hauptinteresse) des Privatmannes auf Erwerb und Gewinn, in dem Überwiegen des partikulären Interesses, das sich dem Allgemeinen nur zum Behufe des eignen Genusses zuwendet.“(S. 112).
Also: Egoismus der Privatleute, Unternehmer, wird schon 1822 angesprochen, gilt bis heute
Und, auch das betont Hegel, zum Respekt der Händler und Unternehmer vor den Gesetzen in Nordamerika (USA): Hegel schreibt: „Diese Rechtlichkeit ist eine Rechtlichkeit ohne (persönliche) Rechtschaffenheit, und so stehen denn die amerikanischen Kaufleute in dem üblen Rufe, durch das Recht geschützt zu betrügen.“ (ebd.) Sehr treffend erkannt, bis heute gültig…

4.
Weil für Hegel alle politische Organisation immer auch mit der Religion, bzw. hier mit dem Christentum, zu tun hat, schreibt er: „In Amerika kann jeder seine eigene Kirche haben“… „Das Zerfallen in so viele Sekten, die sich bis zum Extrem der Verrücktheit steigern und deren viele einen Gottesdienst haben, der sich in Verzückungen und mitunter in den sinnlosesten Ausgelassenheiten kundgibt…“ (S. 113). Gültige Erkenntnis bis heute, siehe die Evangelikalen, Pfingstler, die Megachurches usw…

5.

Hegel betont also: Die vielen, nicht von Vernunft bestimmten Kirchen und Sekten in den USA sind auch mitverantwortlich für die allgemeine politische Verwirrung in den USA hinsichtlich einer humanen, vernünftigen, den Menschenrechten verpflichteten Gesellschaft und Rechtsstaatlichkeit..

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

 

 

 

Ein Jahr Papst Leo XIV.: Freundlich-lächelnd, konservativ, ängstlich

Ein Hinweis von Christian Modehn anläßlich der Papstwahl am 8. Mai 2025.

Siehe auch eine Ergänzung am 10. Mai 2026: Siehe die Nr.3 dieses Hinweises.

1.
Vor einem Jahr, am 8.Mai 2025, wurde der us-amerikanische Kardinal mit einem peruanischen Pass Robert Prevost aus dem Augustinerorden (OSA) zum Papst gewählt.
Obwohl wir im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin wissen, dass es sehr viel dringendere Themen gibt für die bedrohte Menschheit heute, als an einen noch relativ frisch im Amt herrschenden Papst zu erinnern: Wir wollen entgegen den meisten offiziellen Trends der Presse und der Kirchenleute, die Papst Leo XIV. als „geistlichen Führer“ oder mutigen Trump – Kritiker hinstellen, doch dringend darauf aufmerksam machen:

Dieser Papst mag für weltpolitische Fragen, sozusagen nach außen, gewisse Sympathien der Nachdenklichen wecken.

Innenpolitisch, also für die innere Gestalt der römisch – katholischen Kirche ist dieser Papst ein Konservativer, er ist überhaupt nicht interessiert, mit dieser Kirche, über die er als unfehlbarer Papst herrscht, alsbald eine grundlegende Reformation (und nicht oberflächlichen Reförmchen) zu gestalten.
Die Liste der Forderungen ist lang und seit mindestens 70 Jahren permanent von sehr reflektierten Theologen vorgebracht, das alles zu wiederholen ermüdet total die kritischen Journalisten: Kurzum, mit diesem Papst ist – bis jetzt – ein weiterer Stillstand in der Kirche zu erwarten: Hinsichtlich der Anerkennung der versöhnten Verschiedenheit der getrennten Kirchen, hinsichtlich der nun auch von katholischen Bischöfen permanent geforderten Aufhebung des Pflichtzölibates für Priester, hinsichtlich der dringend (!) zu realisierenden Zulassung von Frauen zum DiakonInnen – und PriesterInnenamt. Nichts tut sich, d.h. nicht tut der Papst, er lächelt die großen Themen freundlich weg…

Auch dieser Papst denkt mehr an das zahlenmäßige Wachstum der Kirche in Afrika als an die noch verbliebenen nachdenklich – krischen Katholiklen etwa in Europa, die die Moderne und den katholischen Glauben endlich versöhnen wollen. Bei dem Thema wird die Frage dringend: Kann ein einziger Papst von Rom aus die katholische Kirche (1,4 Milliarden Mitglieder) regieren, d.h. beherrschen, oder bräuchte es nicht mehrere „PatriachInnen“, jeweils auf allen Kontinenten präsent. Das Ein – Mann Papsttum würde damit verschwinden… Aber solche Gedanken werden nicht öffentlich diskutiert! Vielleicht weil die klerikalen Fundamentalisten Im Vatikan und anderswo  denken: Christus hat nur den einen Petrus als Papst berufen…Also darf es nur einen Papst geben… so ticken wirklich manche Leute…

Aber wenn das so weitergeht mit dem Papst – Regime: Es wird bald niemanden mehr geben, der sich öffentlich noch für eine Reformation (sic) der römischen Kirche heute und jetzt sofort einsetzt. Vernünftige Katholiken haben diese Kirche längst verlassen… Aber es gilt: Katholisch-Sein und Sisyphus – Sein ist nicht identisch! Denn: Es gibt die Freiheit des Evangeliums des Weisheitslehrers Jesus von Nazareth…

Wir haben keine Erwartungen, dass Leo zum Papst der grundlegenden katholischen Reformation wird: Siehe unseren LINK

Von einer bestimmtem Veränderung der Kirche als Institution spricht Leo hingegen am 5. Mai, ein kleines Zeichen der Reform-Bereitschaft? Sicher nicht, denn von einer entscheidenden Veränderung, Reform, der dogmatischen und moralischen Lehren spricht der Papst nicht, es geht ihm um Strukturen…: LINK 

Siehe auch den Gastbeitrag des Theologen, Journalisten und Publizisten Michael Meier, Zürich LINK

2.
Hingegen wird versucht, Papst Leo in einer populistischen Ecke noch beliebter zu machen:
„Das Modemagazin „Vogue“ hatte Papst Leo XIV.  zu einer der bestgekleideten Persönlichkeiten des Jahres 2025 gewählt. Dabei wurde der „Bruch mit dem bescheidenen Geschmack seines Vorgängers Papst Franziskus“ betont. Filippo Sorcinelli ( der offen homosexuelle italienische Designer, der unter anderem auch die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus einkleidete) erklärte dazu (ausgerechnet der populären englischen Daily Mail), Franziskus habe eine „überraschende Einfachheit, fast schon eine evangeliumsgemäße Provokation“ gewählt. Bei Benedikt XVI. sei es hingegen die Verwurzelung in der Tradition. Doch Leo XIV., so der Designer, verkörpere ein Gleichgewicht zwischen Benedikt und Franziskus.“ Quelle: LINK

Auch aufgrund der Liebe Leo XIV. zu den alten, aber durchaus chicen Papstgewändern und den Gemächern in Castel Gandolfo wird man sagen: Leo XIV. ist gern Papst und er genießt auch die äußeren Privilegien des Stellvertreters Christi auf Erden (bitte beachten: Es heißt nicht: Des Stellvertreters Jesu von Nazareth auf Erden…Denn Christus ist der dogmatisch verkirchlichte Jesus von Nazareth)

3.

Ergänzung am 10.5.2026: Papst Leo ist populär (populistisch): Weitere Hinweise am 10.5.2026

A.  Ergänzung am 11.5.2026: Es ist schon hoch erstaunlich (und für die verbliebenen Katholiken eigentlich peinlich), wie sehr ausführlich der offizielle Pressedienst des Papstes auf diese Begegnung von Augustiner-Papst Leo und den Chefs der Augustiner-Brauerei in München eingeht, und dabei die vermittlende Rolle von Kardinal Marx, Mpünchen, lobt! Quelle: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2026-05/papst-leo-xiv-audienz-augustiner-braeu-muenchen-interview.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Am 10.5.2026: Papst Leo empfängt die Inhaber der Augustiner-Brauerei, München. Der erste Satz der KNA Meldung vom 9.5.2026 heißt: „Vom Augustiner-Biergarten auf den Papstthron“….(Tatsächlich hatte Robert Prevost als General-Prior des Augustinerordens einst den Augustiner-Biergarten in München besucht).
Diese Begegnung von Augustiner-Bräu und Augustiner-Papst bringt sicher viel Werbung, viel Segen, d.h. Gewinn für diese ohnehin beliebte Brauerei in München. Die Konkurrenz wird böse sein: Wann wird denn endlich aus dem Paulaner-Orden jemand Papst, fragt sich die „Paulaner – Brauerei“, genauso wie Franziskaner – Brauerei und so weiter.

Nebenbei: Diesen Orden Paulaner gibt es wirklich, allerdings ist er viel kleiner als der ebenfalls kleine Augustinerorden: Die Paulaner werden offiziell „Minimi“ genannt, die Geringsten, sie haben heute ca.150 Mitglieder…Sie sind zu ständigem Fasten verpflichtet, dürfen aber Bier trinken!

Papst Leo gab der durchaus dem Volke und der Werbung zugewandte Begegnung mit den Chefs der Augustiner- Brauerei noch eine tiefere Bedeutung: „Ich ermutige euch daher, wenn ihr nach Hause zurückkehrt, weiterhin sowohl beruflich als auch persönlich euren Beitrag zur Förderung eines gerechten und wirksamen Ansatzes für die Bewahrung der Schöpfung im Sinne des Gemeinwohls zu leisten“, sehr gut hatte sich Leo XIV. Diese hölzerne Rede aufgeschrieben, „bevor er die Audienz-Teilnehmer aus Süddeutschland segnete“, so die katholische Nachrichten Agentur KNA.
Von der Gefahr des Alkoholismus – auch unter Priestern und Mönchen – sprach der Papst leider nicht, auch keine Rede davon, die Preise für alkoholfreies Bier billiger zu machen.
Es ist hier wie in den folgenden zwei Beispielen immer diese Masche des Augustiner-Papstes: Zuerst sich populär geben, also den Interessen der Leute sehr nahe kommen, dann aber im zweiten Teil etwas moralisch – theologische Weisungen ranhängen. Diese Mahnungen treten aber angesichts der populären Ereignisse, Bilder und Floskeln in den Hintergrund. Also: der Populismus überwiegt…
 
LINK: https://katholisch.de/artikel/68509-augustiner-brauerei-zu-besuch-bei-papst-leo-xiv

B.
Während des Besuches Papst Leos in Neapel geschieht das obskure, durchaus abergläubische Blutwunder des Heiligen Gennaro, diesmal sogar „außerhalb des üblichen Turnus“: Es gibt für dieses Wunder also einen regelmäßigen Turnus, dies passt ja nun gar nicht zur üblichen Wunder-Theologie-Ideologie…

LINK: https://katholisch.de/artikel/68506-waehrend-des-besuchs-von-papst-leo-xiv-blutwunder-in-neapel

C.
Robert Prevost trägt so tolle Speaker von NIKE: So die begeisterte NIKE – Sneaker Gemeinde jetzt: “Kommentare wie „Nike wurde jetzt offiziell gesegnet“ oder „Du kannst den Jungen aus Chicago holen, aber nicht die Nike-Schuhe aus dem Jungen“ verbreiteten sich rasant im Netz“, so KNA…. Nike wird sich freuen und weitere Schuhe in den Apostolischen Papst schicken. Oder um die Segnung der NIKE Schuhe bitten: Solche Sachen, auch Handys, Autos, Tiere werden ja bekanntlich gern vom katholischen Klerus, auch den Bischöfen, gern gesegnet, Homosexuelle oder wiederverheiratet Geschiedene eher nicht so gern, am besten gar nicht, sind ja Sünder. In jedem Fall werden nun alleNIKE – Sneaker – Fans bald regelmäßig an der Messe teilnehmen…

Quelle: https://katholisch.de/artikel/68507-papst-leo-xiv-begeistert-ploetzlich-sneakerfans

Bald wird jemand herausfinden, welche Unterwäsche Papst Leo trägt, sicherlich ist es französische. Auf den Namen des Designers sind wir gespannt, doch wohl nicht HOM? Aber anläßlich seiner Pastoralreise im Herbst 2026 nach Frankreich könnte er seine von der Firma zu Werbezwecken geschenkte französische Unterwäsche am besten bei seinem Aufenthalt in Lourdes segnen (heiliges Wasser ist dort). Und dabei den Frauen dankt, die diese Unterwäsche in Bangladesch liebevoll nähen und nur einen Hungerlohn erhalten., leider, leider, …. diese Lieferketten…

Wie Papst Leo mit den sexuellen Missbrauchstätern umzugehen gedenkt, hatte er schon 2025 angekündigt: „Papst Leo XIV. hatte im vergangenen Jahr die Erwartungen gedämpft, dass sich im Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsvorwürfen grundlegend etwas ändern werde. Der Missbrauch durch Geistliche sei zwar eine »eine echte Krise«, bis zum Nachweis ihrer Schuld gelte jedoch die Unschuldsvermutung, und Beschuldigte sollten entsprechend »geschützt« werden, sagte der Papst in einem Interview. Den Opfern müsse die Kirche mit »großem Respekt« und »Verständnis« begegnen, sagte Leo. Das Thema sexueller Missbrauch solle während seines Pontifikats aber »nicht zum zentralen Thema der Kirche werden«. Quelle: LINK.

D.

Es wird weiter im Vatikan problemlos gesegnet, bei den Homosexuellen ist die Segnung ja höchst umstritten… : Nun werden auch auch Duschmobile in ROM gesegnet: . LINK   

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

Ein Jahr Papst Leo XIV: Theologisch konservativ, kein Reformer, Stillstand in der katholischen Kirche

Ein unvollständiger Rückblick auf ein Jahr der PAPST-Herrschaft seit dem 8. Mai 2025.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 24.4.2026

Siehe auch den wichtigen Gastbeitrag des Theologen, Journalisten und Publizisten Michael Meier, Zürich, LINK

1.
Wir haben am 19.9.2025 auf dieser website begonnen, einige wichtige Entscheidungen und Äußerungen Papst Leos vor allem im Bereich der Theologie zu sammeln und selbstverständlich, wie es sich für Journalisten gehört, kritisch zu kommentieren. LINK

2. Unsere Liste wurde seit dem 24.4. 2026 weitergeführt, insgesamt ist unser Rückblick unvollständig, aber sehr deutlich ist: Niemand sollte ernsthaft behaupten, Papst Leo XIV. sei irgendwie ein Papst der Reformer und Reformen, die den Namen verdienen. Er ist theologisch konservativ, auch theologisch schüchtern und ängstlich und .. politisch manchmal etwas mutig, ein Mut, den er dann aber im Falle seiner TRUMP/USA Kritik wieder relativiert.

3.
Wie weit dieses konservative Verhalten mit der absoluten Vorliebe des Papstes für (das poetische fromme Frühwerk des heiligen) Augustinus („Confessiones“) zu tun hat, darauf haben wir aufmerksam gemacht. Der späte sture, verbissene, Gegner vernichtende, kurz der unsympathische Augustin, vor allem dessen Ideologie der Erbsünde, wird von Leo verschwiegen.

4.
Unsere Aufstellung anläßlich „ein Jahr Papst Leo“ konzentriert sich auf theologische Aussagen, wobei man theologische Überzeugungen und politische/ökonomische Präferenzen auch bei Päpsten niemals trennen darf.

5.
Man müßte eine lange Liste des prinzipiellen theologischen Stillstands unter Papst Leo anführen: Nur einige Beispiele für diesen üblichen, von Angst bestimmten und von Klerus-Herrschaft bestimmten Stillstand im Katholizismus:
– Nichts Neues, Erforderliches, Richtiges,  in der Ökumene mit Protestanten
– Nichts Neues zur Aufhebung des Zwangszölibates
– Absolut nichts Neues zur Zulassung von Frauen zum DiakonInnen und Priesteramt, auf diese Weise begibt sich die Papstkirche in eine Art Verachtung von gebildeten Frauen und Männern weltweit.

– Kann ein Papst in seiner Allmacht machen, nur führt er damit die Kirche weiter ins Getto…Selbst wenn noch Millionen Katholiken in Afrikas Diktaturen ihm als Führer zujubeln…
– Nichts Neues zur veralteten Theologie etwa der Bittgebete, des Wunderglaubens, des Glaubens an heilige Knochen (Reliquien)…
– Keine Relativierung der Klerus-Macht: „Die Messe, Eucharistie, darf nur von männlichen Priester allein gefeiert werden“: Eucharistie durch Priester gefeiert gilt nach wie vor als absoluter Mittelpunkt des katholischen Glaubens, und niemand protestiert dagegen… UND SO WEITER:

6.
Man könnte ja auch mal lange die berechtigte Frage stellen: Kann ein einzelner alter Mann, Papst genannt ,spiritueller und politischer Chef (Vatikanstadt!) für 1,4 Millionen Katholiken, diese riesig große und sehr differenzierte Gemeinschaft leiten?? Eigentlich nein!
Mit anderen Worten: Wären nicht wenigstens 5 Päpste, je ein Papst (Päpstin) auf einem Kontinent, eine Lösung? Aber das wird offiziell natürlich alles als Quatsch abgetan. Sollen diese Katholiken in Europa halt zur Sekte werden…

7.
Hier einige neue (Stand 29.4.2026) von uns dokumentierte (!) Fakten:

Am 29.April 2026 veröffentlicht: Weitere Opfer der linken Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg werden von Papst Leo selig gesprochen:

Papst Leo XIV. hat jetzt 49 Ordensbrüder und einen Priester als zu verehrende Selige ausgezeichnet, diese Ordensleute wurden Opfer der Republikaner im spanischen Bürgerkrieg. Das offizielle Datum der Seligsprechungen ist noch nicht bekannt. Diese Seligen können nun an Gottes Thron Fürsprache einlegen für die Frommen…, so die immer noch gültige, milde gesagt esoterische, offizielle katholische Theologie.

Wichtiger ist: Die nun auch von Papst Leo seliggesprochenen Märtyrer gehören zu den bereits 2.100 selig gesprochenen spanischen Priestern als Märtyrer der Republikaner im Bürgerkrieg! Diese Seligsprechungen waren immer schon ein politisches Votum der Päpste: Gegen die Linken! Es gibt eine extreme Vorliebe für die von linken Republikanern getöteten Geistlichen durch die Päpste, vor allem durch den exzessiv anti-linken polnischen Papst Johannes Paul II, ist offensichtlich.   Im LINK, besonders die Nr. 10.

Der Historiker Benoit Pellistarndi weist darauf hin, dass diese erneute Seligsprechung von Opfern der linken, demokratischen Republikaner im Krieg des Faschisten Franco heute politisch sehr problematisch ist: Die regierende Linke und die anderen Demokraten haben in Spanien gegen die Rechten und die Attacken der Rechtsextremen („VOX-Partei“) zu kämpfen. Diese Vox – Partei sieht sich als Erbe des Faschisten Franco, sie ist glücklich sein über die neuen seligen Opfer der „bösen Republikaner“: „Die politische Situation macht die Seligsprechung durch Papst Leo besonders schwierig.“ (zit. in „La Croix“, Paris, 29.4.2026.) Proteste gegen Leos Entscheidung wird es hoffentlich geben, aber sie werden aussichtslos bleiben, angesichts des Einflusses des Vatikans und der Kirche im heutigen Spanien noch…

Am 23. April 2026 sagte Post Leo auf dem Rückflug aus Afrika nach Rom auf eine Frage der Journalistin Verena Schälter, dass der Heilige Stuhl nicht einverstanden sei mit einer ritualisierten Segnung homosexueller Paare, die über das hinausgehe, „was Papst Franziskus erlaubt hat“.

Im Klartext: Segnungen ja, aber möglichst ohne viel würdevolle Feierlichkeit, möglichst in einer Seiten- Kapelle, und bitte nur schlichte Zeremonien, die auch nur entfernt an eine Hetero-Ehe-Schließung erinnern. Das heißt: Homosexuelle Paare werden als Katholiken und als Menschen zweiter Klasse behandelt. Lieber segnet der Klerus bekanntlich ja Autos, Yachten, Motorräder, Tiere, Handys, sogar Walrosse, wir haben seit Jahren diesen Blödsinn (aber er bringt der Kirche etwas Renommée beim Volk und viele Spenden…) dokumentiert. Zum Wahn des Klerus, alle möglichen Dinge zu segnen, bloß NICHT diese Menschen „zweiter Klasse“ in päpstlicher Sicht, also , die Homosexuellen, siehe unseren leicht satirischen Beitrag, den wir seit 2010 immer wieder mal aktualisiert haben: LINK:

Am 16.4.2026: Papst Leo in Algerien: „Über Augustinus nur die halbe Wahrheit“. LINK

Am 9. April 2026 hat die kluge ZEIT Autorin Elisabeth von Thadden einen wichtigen Vorschlag in DIE ZEIT, Seite 40, veröffentlicht: Papst Leo sollte überlegen, on nicht katholische Spitzenpolitiker und einflußreiche Milliardäre als Berater des Trump Regimes EXKOMMUNIZIERT werden sollten. Diese Leute denken und handeln absolut und ständig gegen die katholische Moral. Einst hatte ja auch im Jahr 2014 Papst Franziskus katholische Mafia – Bosse in Italien exkommuniziert. Natürlich war diese Verurteilung direkt nicht wirkungsvoll, aber ein wichtiges Symbol.

Am 28.3. 2026: Papst Leo besucht das Nest der Superreichen: Monaco. LINK. https://religionsphilosophischer-salon.de/21590_papst-leo-besucht-im-maerz-2026-monaco-das-nest-der-superreichen_befreiung

Weitere Belege für das theologisch konservative Denken Papüst leos unter: LINK

Copyright: Christian Modehn, religionsphilosophischer-salon.de