„Die Katholische Kirche ist gespalten“: Aktuelle Analysen aus dem Vatikan und den USA

Hinweise von Christian Modehn am 21. 7. 2017

Heutige Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie bezieht sich als Nachdenken über Religionen und weltanschauliche Ideologien, also auch auf den „atheistischen Glauben“, immer auch, als ein Thema neben anderen !,  auf die faktisch bestehenden Religionen und beobachtet kritisch deren Entwicklung. Ein Hinweis zur Kirchenspaltung in der römischen Kirche.

Die neusten Studien zu der de facto bestehenden Spaltung der römischen Kirche heute kommen Weiterlesen ⇘

Neues zur Erbsünde: Muss der christliche Glaube Angst machen?

Einige weiter führende Thesen von Christian Modehn am 20.7. 2017

Meinen zuerst veröffentlichten Beitrag, in der empfehlenswerten Zeitschrift Publik Forum, Heft 11/2017, lesen Sie hier mit einem weiteren Thesenpapier, das aus einer Diskussion hervor gegangen ist. Dass selbst Mitglieder des Augustinerordens heute wenigstens leise, aber deutliche Kritik an Augustins Erbsündenlehre äußern, lesen Sie bitte am Ende dieses Beitrags!

Die Diskussion über Sinn und Unsinn der christlichen Erbsünden-Lehre geht weiter, das zeigen die vielen Weiterlesen ⇘

Mit Walter Benjamin denken

Am Freitag, den 14. Juli 2017, hatten wir wieder einen religionsphilosophischen Salon veranstaltet, diesmal über einige Aspekte im Denken Walter Benjamins. Äußerer Anlaß war der 125. Geburtstag Benjamins am 15. 7. Wir sagten uns: Ein solchermaßen inspirierender Philosoph sollte wenigstens Weiterlesen ⇘

Über den Begriff der Geschichte. Von Walter Benjamin.

Eine kleine „Verstehenshilfe“ zu einem manchmal schwierigen Text von Christian Modehn

Diese Hinweise waren eine Grundlage für ein Gespräch im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin am 14. 7. 2017

Der Text Benjamins gehört in das weite Umfeld der Geschichtsphilosophie:

Es ist eine ungeheure Herausforderung für die Philosophie, sich dem Ganzen der Weiterlesen ⇘

Ohne Erbsünde glauben!

Warum sich das Christentum von dieser verhängnisvollen Lehre befreien sollte.

Meine Perspektive orientiert sich auch an der Philosophie Immanuel Kants in dem Zusammenhang. Der französische Philosoph André Comte-Sponville fasste diese Position, die ich teile, in dem knappen Satz zusammen: “Nach Kant ist die Eigenliebe die Quelle alles Bösen” (in: Ermutigung zum unzeitgemäßen Leben, Rowohlt Verlag, 2001, S. 62). Indem das Böse in dieser Welt als Objektivierung von Eigenliebe(n) verstanden wird im Laufe der Geschichte, bleibt das Böse eben auch korrigierbar und letztlich auch einschränkbar und überwindbar! Eben indem man die einseitige Eigenliebe erkennt und mutig schrittweise überwindet. Und diese praktische Überwindung deuten Christen als Gnade, als Gabe des heiligen Geistes. Christen brauchen überhaupt nicht die Lehre von der furchtbaren unüberwindbaren (!) Erbsünde aus den Zeiten des Augustinus. Diese Lehre, auch als Dogma, ist mitgeschleppte Ideologie einer  Angst machenden Theologie.

Die Menschen mit ihren Fehlern sollten also nur an ihrem eigenen Egoismus arbeiten. Das wäre ein hübsches gemeinschaftliches Kirchenprojekt: Anstelle der Gottesdienste sonntags etwa psychologische Hilfen bieten zur Einübung in ein Leben jenseits des Egoismus! Das wäre vielleicht so etwas wie erlebte “Erlösung”, von der die orthoxoxen, dogmatischen Kirchen ständig plaudern und eine Messe nach der anderen feiern.

Diese neue Praxis aber ist schwerer zu realisieren als über die Last der Erbsünde zu jammern und tausend Bücher über die Mythen im Buch Genesis hin und her zu wälzen, wie es Eugen Drewermann tut und der dabei nur die veraltete Theologie/Ideologie in psychologischen Formulierungen wiederholt.

Für alle, die Kant in dem Punkt mißverstehen, weil sie mal schnell irgendwas vom “Hang zum Bösen” bei Kant aufgeschnappt haben: Der Hang zum Guten gehört für Kant NOTWENDIG zur Möglichkeit des menschlichen Wesens! Während der “Hang zum Bösen” nicht wesentlich ist für den Menschen. Das sollte man auch bei allen Leserbriefen beachten.

………..

Warum sich das Christentum von dieser verhängnisvollen Lehre befreien sollte. Von Christian Modehn. (Inzwischen fanden auch Gespräche und Dispute zum Thema “Abschied von der Erbsünde” statt: Dazu weitere Informationen.

Der Beitrag vom 11.7. 2017:

Ein Hinweis vorweg: Dieser Beitrag ist das, leider vom Zeitschriftenformat her bedingte viel zu kurze Plädoyer, an einem “Punkt”  theologisch “aufzuräumen”! Mit der Bereitschaft Weiterlesen ⇘

Jesuitisches Fragwürdiges: Wem gehorcht ein Jesuit, wenn er Papst ist?

Hinweise von Christian Modehn

Drei interessante Fragen wurden in unserem Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin diskutiert, die ich gern in eine etwas breitere Öffentlichkeit stelle. Die Fragen mögen – auf Weltebene – eher etwas marginal erscheinen, aber sie sind kirchenpolitisch (im Sinne einer römisch – katholischen Kirchenpolitik heute) durchaus relevant, auch religionskritisch natürlich. Denn eine selbstverständlich konfessionsunabhängige Religionskritik ist ja bekanntlich eine wichtige Dimension jeder Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie.

Also: Eine erste Frage: Was bedeutet es, wenn jetzt ein Jesuit, Pater Luis Ladaria Ferrer, Chef der obersten Glaubensbehörde im Vatikan wird, wo doch Jesuiten durch ihr zusätzliches viertes Gelübde sich zu besonderem Gehorsam Weiterlesen ⇘

Kardinal Meisner gestorben: Ein Kirchenfürst ist tot!

Einige wenige Hinweise von Christian Modehn am 5. Juli 2017

Zum Tod eines Kirchenfürsten passt sehr gut ein lateinisches Zitat: „De mortuis nil nisi bene“ (Über Verstorbene darf nur gut gesprochen werden).

Aber bei diesem verstorbenen Kardinal Joachim Meisner kann dieser Grundsatz nicht gelten, wenn denn auch nur im Ansatz historische Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit eine Geltung haben sollen in einer demokratischen Öffentlichkeit.

Meisner war – milde gesagt – ein Kirchenfürst, der Weiterlesen ⇘

Das CDU Wahlprogramm 2017 heißt „Germany first“

Ein Hinweis von Christian Modehn am 4.7.2017

Zwei Wörter sagen alles über das begrenzte, man möchte sagen „nationale“ Denken der beiden sich christlich nennenden Parteien in Deutschland: „Sicherheit und Wohlstand“. Diese werden im Wahlprogramm 2017 als große Weiterlesen ⇘

Der Glaube kommt vom Hören. Oder von der goldenen Gottesmutter? Beobachtungen in Spanien.

Philosophisch – theologische Eindrücke in Spaniens Kirchenwelt heute

Hinweise von Christian Modehn

Wer einige Barockkirchen in Spanien besucht und besichtigt, wird von der Fülle der Bilder, des Bunten, des Vergoldeten als Zierde der Heiligen, der Madonnen, der Kreuze und Himmelfahrten und Trinitäten förmlich erschlagen. Weiterlesen ⇘

Gegen die Erbsünde. Der Beitrag von Christian Modehn in PUBLIK FORUM

Ohne Erbsünde glauben! Warum sich das Christentum von dieser verhängnisvollen Lehre befreien sollte.

Von Christian Modehn Juni 2017, PUBLIK FORUM.

Papst Benedikt XVI. nahm seinen ganzen Mut zusammen, als er am 20. April 2007 die Lehre vom »Limbus puerorum« abschaffte. Diese Lehre, die ein heutiger Christ kaum kennt, geschweige denn nachvollziehen kann, reicht zurück bis in die Anfänge Weiterlesen ⇘

„Land ohne Glauben ?“ Christentum im Osten Deutschlands. Ein Film im Rahmen der ARD Themenwoche „Woran glaubst du?”

Der Film von Kai Voigtländer wurde gesendet im Ersten Programm am 12.6.2017 um 22.45 Uhr

Weiterführende Hinweise von Christian Modehn am 13. 6. 20171.

1. Wieder einmal wurden auch in diesem Film durch abstrakte Begriffe, unvermittelt, sich gegenüberstehende ideologische Gruppen im Osten Deutschlands beschworen: Die (wenigen) „Glaubenden“, die „Religiösen“, wurden als Kirchenmitglieder und gelegentliche Gottesdienstbesucher der Kirchengemeinden dargestellt. Und denen stehen, in dieser Sicht, unvermittelt die vielen „Nicht-Glaubenden“, auch Atheisten, gegenüber; als wären diese eine homogene Masse. Wiederum, wie üblich in einer gedankenlosen Sprache, wurde diese Masse  „konfessionslos“ genannt, also „bekenntnislos“. Als hätten diese Menschen nicht Weiterlesen ⇘

„Ohne Erbsünde glauben“. 10 Fragen und Antworten anlässlich einer theologischen Diskussion

Von Christian Modehn,  am 8. Juni 2017

1.Frage

Die Lehre von der Erbsünde ist, etwa in der katholischen Kirche, ein Dogma, also eine definierte Glaubenslehre. Kann man sich denn heute von einem Dogma mit dieser umfassenden Lehre befreien?

Ja, kann man und sollte man. Das kann nicht nur der einzelne, aufgeklärt denkende Glaubende, indem er dieses Dogma in dieser Form eben für sich beiseite lässt. Und das tun sehr viele. Die Befreiung von diesem Dogma kann aber prinzipiell auch das katholische Lehramt heute vollziehen. Wenn es denn so viel Vernunft walten lässt und erkennt: Dieses Dogma zur Erbsünde ist nicht Weiterlesen ⇘

Kunst im Kapitalismus: Sie “beschenkt” Milliardäre mit Transzendenzerfahrungen

Ein religionsphilosophisches Projekt: Ein Hinweis von Christian Modehn

Kapitalismus ist viel mehr als eine Wirtschaftsform. Kapitalismus ist die umfassende Welt, die alles bestimmende totale Lebensform, egal, ob diese Welt der einzelne nun bejaht oder nicht. Er muss darin (über)leben. Noch. Das ist eine Art von Terror: Kapitalismus macht auch alles Wahre zur Ware. Alle Werte zum Berechenbaren und Verfügbaren. Das ist bekannt und hinlänglich oft beschrieben und kritisiert worden. Leider haben alle diese Kritiken fast keine Wirkungen.

Auch Kunst, die heute so genannte groß gemachte Kunst der vom Kunst – Markt groß gemachten Künstler, ist Weiterlesen ⇘

Widerstand der Vernunft: Eine Philosophin sagt Nein zu Trump

Eine neue Publikation von Susan Neiman

Ein Hinweis von Christian Modehn

„PhilosophInnen schweigen zur Niederlage der Vernunft, die mit dem Beginn der Herrschaft von Donald Trump noch offenkundiger wird“. Dieser Vorwurf ist nicht mehr ganz berechtigt. Denn die US – amerikanische Philosophin Prof. Susan Neiman hat gerade jetzt, Anfang Juni 2017, ihr Manifest „Widerstand der Vernunft“ veröffentlicht. Darin zeigt sie, sehr deutlich auf tatsächliche Fakten bezogen (solche ein Wort „tatsächliche Fakten“ muss man jetzt bilden angesichts der von Herrschern gewünschten post-faktischen Fakten!): Die Vernunft, die philosophische, die es ebenso tatsächlich faktisch gibt gegen alle Einwürfe postmoderner Beliebigkeiten, vermag die Gefahren des permanenten politischen Geschwätzes Weiterlesen ⇘

Theologisch denken mit Marx. Über die lebendige Befreiungstheologie

Hinweise zu unserem religionsphilosophischen Salon am 26.5. 2017

Von Christian Modehn

Ein Vorwort: In unserem religionsphilosophischen Salon am 26.5. 2017 haben wir anlässlich des gleichzeitig stattfindenden Kirchentages in Berlin einige zentrale Aussagen des (jungen) Marx zur Religion diskutiert. Vor allem die bekannte Aussage von Marx: „Religion ist Opium des Volkes“. Uns leitet dabei die ganz normale philosophische Überzeugung, dass natürlich etliche philosophische Fragen und Provokationen von Marx auch heute unser Denken anregen und möglicherweise korrigieren können. So etwa die Frage: Wie ist auch theologische Denken und auch kirchliche Handeln von der nun einmal zweifelsfrei vorhandenen Situation der Klassengegensätze in den Staaten und Kulturen Europas z.B. bestimmt? Gibt es überhaupt noch ein Bewusstsein dafür, dass Theologie und kirchliches Handeln etwa in Europa und den USA nicht nur Weiterlesen ⇘