Die Nazis der „Stillen Hilfe“ zugunsten der Nazi – Verbrecher wurden von Bischöfen unterstützt…

Ein Hinweis von Christian Modehn am 8. Oktober 2026

1.
Am Sonntag, dem 11.Oktober 2026, erhält der Menschenrechtsanwalt und Autor Philippe Sands den „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“. Uns ist Philippe Sands wegen seines wichtigen Buches über die „Rattenlinie“ in guter Erinnerung, „Rattenlinie“ ist bekanntlich die von Nazi – Freunden, auch von Klerikern in Rom, organisierte Fluchtroute von Nazis nach 1945.

2.
Wir haben uns im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin – unseren Interessen an Kirchen und Religionen entsprechend – mit einer zum Thema „Hilfe für Nazis nach 1945“ passenden Gruppierung befasst: der „Stillen Hilfe“, die angesichts der „Rattenlinie“, in die der Vatikan auch heftig involviert war, nicht so stark im Focus der Aufklärung und Kritik steht. Wir haben uns mit der „Stillen Hilfe“ zuerst in einem Essay über den Roman von Sorj Chalandon „Verräterkind“ im März 2023 auseinandergesetzt: LINK.

3.
Für uns und viele andere Demokraten ist es sehr wichtig zu sehen und dies immer wieder auch zu sagen: Die Bundesrepublik Deutschland und Teile der beiden großen Kirchen waren von Anfang sehr von Nazis und Nazi – Ideologen und Nazi – Unterstützern durchdrungen.

4.
Damit diese Zusammenhänge : Nazis und BRD“ bzw. Nazis und Kirchen nach 1945 nicht vergessen wird, zitieren wir hier das 8. Kapitel unseres genannten Essays:
„Nach 1945 sammelten sich in der BRD Nazi-Freunde in einem Verein, um ihre geliebten Nazi-Verbrecher zu schützen und zu stützen. Sie nannten ihren Verein „Stille Hilfe“. Zu den „Betreuten“ der „Hilfe“ gehörte auch Klaus Barbie. In ihrem zweiten Rundbrief aus dem Jahr 1991 meinten die „Stillen Helfer“ , Barbie habe „im Kriege seinen Dienst für die deutschen Besatzungsaufgaben getan“.(Quelle: DER RECHTE RAND, Nr. 15 vom  Januar / Februar 1992, S. 3 ff.).
Die Gründung der „Stillen Hilfe“ fand 1949 in München statt, im Haus der Erzbischöflichen Ordinariates München mit Weihbischof Neuhäusler unter dem Titel »Komitee für kirchliche Gefangenenhilfe«, aus dem dann 1951 die „Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte e.V“ hervorging, gegründet von Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg. Bischof Neuhäuslers Rechtsberater und Geschäftsführer des Komitees, Rudolf Aschenauer, vertrat vor Gericht Kriegsverbrecher und war im rechtsextremen Milieu aktiv..
Präsidentin des Nazi-Vereins „Stille Hilfe“ war Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg (* 6. April 1900 in Darmstadt als Gräfin von Korff genannt Schmising-Kerssenbrock; † 24. Januar 1974 in Heiligenhaus)
Sie hatte am 30. April 1930 Wilhelm Prinz von Isenburg und Büdingen (1903–1956) geheiratet, der 1937 Professor für Sippen- und Familienforschung in München wurde und die Rassenideologien des NS Regimes vertrat. Sie selbst wurde von der Hitler Partei als „politisch zuverlässig“ eingestuft.
Auch hohe protestantische Geistliche (wie Bischof Theophil Wurm, 1888-1953) gehörten zur „Stillen Hilfe“, aber vor allem der hohe katholische Klerus ließ sich seine Hilfsbereitschaft für Nazis nicht nehmen: Im Jahr 1955 wurde der Kölner Weihbischof Wilhelm Cleven (1893-1983) ins Präsidium der „Stillen Hilfe“ berufen.
Der die Nazis fördernde Verein wurde als „gemeinnützig“ anerkannt: „Bis 1993 war der Verein, der in dieser Zeit 27 Mitglieder und ein paar Hundert Spender zählte, als gemeinnützig anerkannt. Der Verfassungsschutz stufte ihn als „harmlos“ ein. Nach außen sprach Gudrun Burwitz (die Tochter Heinrich Himmlers) nicht darüber: Sie helfe, wo sie könne, sagte sie 1998 der „Times“. Mehr gab sie nie preis, SPIEGEL am 29.6.2018 (Quelle: LINK).
Gudrun Burwitz trat schon 1951 der „Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte“ bei und galt als Prominente unter den „stillen HelferInnen“… Sie unterstützte etwa Klaus Barbie (den „Schlächter von Lyon“) und Martin Sommer (dem „Henker von Buchenwald“). Sie sicherte Anton Malloth, einem besonders grausamen Aufseher im KZ Theresienstadt, eine langfristige Unterkunft, finanzielle Unterstützung und Rechtsbeistand, sie verhalf ihm zu einem gemütlichen Leben in Italien und dann in einem Pflegeheim in Bayern … bis zu seinem Prozess und seiner Verurteilung.
5.
Wir ergänzen am 8. 10. 2026 den kurzen Hinweis um einige weitere Fakten, die von Historikern dringend weiter erforscht werden sollten, um die Präsenz der Nazis in der (frühen) Bundesrepublik freizulegen: Sozusagen, zynisch gesprochen, als erstes Kapitel der Präsenz der Rechtsextremen in Deutschland, dann folgt jetzt das zweite Kapitel : „Die Präsenz der Rechtsextremen in der (späten) Bundesrepublik Deutschland“… seit den Wahlen in Sachsen – Anhalt..

6.
Der Verein stille Hilfe“ gab sich in seiner Satzung als rein humanitäre Hilfsorganisation aus. Der Zweck war offiziell die „seelsorgerische, rechtliche und materielle Unterstützung“ von Kriegsgefangenen und Internierten.“
Der Verein „Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte e. V.“ wurde im Oktober 2024 offiziell als nicht mehr existent bezeichnet, d.h. das Registerblatt des Vereins wurde „geschlossen“, d.h als Verein gelöscht… 1990 hatte der Verein noch ca. 100 Mitglieder, 2006 sollen es 40 gewesen sein.

7.
Weihbischof Johannes Neuhäusler, 1888 – 1973, im Erzbistum München – Freising als Weihbischof seit 1947!)) spielte bei der Gründung des Nazi – Unterstützers Vereins „Stille Hilfe“ die entscheidende Rolle. Obwohl er unter der Nazi – Herrschaft gelitten hat, und in den KZs Sachsenhausen und Dachau interniert war, unterstützte er nach 1945 Nazi – Kriegsverbrecher und half beim Untertauchen dieser Leute. Neuhäusler heftige Kritik an den Nazi war auf die Vergehen der Nazis gegen die katholische Kirche fixiert. Dieses Ausblenden der öffentlichen Verteidigung der bedrohten und vernichteten Juden durch den Priester Johannes Neuhäusler gibt sehr zu denken:
Von einem expliziten Eintreten für die verfolgten Juden kann keine Rede sein. Neuhäusler wollte auch in seinen Büchern die katholische Kirche als „Widerstands. – Organisation“ eher glanzvoll, aber historisch falsch, erscheinen lassen.
Siehe den LINK: Von der NS Doku – München mit einem Foto.

8.
Niemand unter den katholischen Bischöfen der BRD widersprach, als Bischof Neuhäusler sein Engagement für die „stille Hilfe“ ausbaute. Sie dachten: dieser Bischof war doch ein Widerstandskämpfer (der aber nichts für den Schutz der Juden sagte…), der kann nicht irren…
Nebenbei: In dem „Gutachten“ zum sexuellen Missbrauch durch Priester im Erzbistum München und Freising (2022 veröffentlicht) wird Weihbischof Neuhäusler bewusste Untätigkeit in der Bestrafung eines Sexualstraftäters im Priesterstand nachgewiesen.

9.
Über Weihbischof Wilhelm Cleven (Erzdiözese Köln) wäre genauer zu forschen, er lebte von 1893 bis 1983, als Weihbischof in Köln seit 1950. Weihbischof Cleven wurde 1955 ins Präsidium der „Stillen Hilfe“ berufen. So konnte dieser Nazi Verein (e.V.) als bürgerlich – katholische Organisation auftreten, die „Stille Hilfe“ wird als gemeinnützig anerkannt, und vom Verfassungsschutz als harmlos eingestuft. Weihbischof Cleven half, als Bischof hoch geachtet, Gelder für diesen Club der Nazi – Freunde zu sammeln zugunsten der NS Kriegsverbrecher und SS Leute.

10.
Die Vorgesetzten dieser Weihbischöfe, also die Erzbischöfe in Deutschland, unternahmen nichts gegen die beiden Kleriker Neuhäusler und Cleven, diese Erzbischöfe ließen es zu, dass die beiden prominent die „stille Hilfe“ für Nazi – Kriegsverbrecher und SS Führer unterstützten. Die Bischöfe insgesamt betrachteten etwa die „Nürnberger Prozesse“ usw. als Ausdruck der Siegerjustiz.
Die braune Vergangenheit des Klerus in der BRD ist ein noch nicht umfassend bearbeitetes Thema, die braune Vergangenheit vieler Größer der Evangelischen Kirche ebenso…Es handelt sich um ein Tabu – Thema.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

Rechtsextreme und Identitäre in der katholischen Kirche Frankreichs heute

Wenn die „Identitären“ das Evangelium verfälschen und die Kirche beherrschen
Ein Hinweis am 16.9.2026 von Christian Modehn auf ein neues Buch.

Ein Vorwort:
Wir bieten hier ein Beispiel dafür, wie Rechtsextreme in Frankreich auch das Leben der katholischen Kirche bestimmen; mit ihrer Ideologie das kirchliche Leben vergiften und die Gläubigen beeinflussen, d.h. zu einer gesellschaftlichen und politischen Praxis verführen, die mit den Weisungen Jesu von Nazareth UND der humanen Vernunft nichts mehr zu tun hat. Und die Kirchenführung in Frankreich ist wie üblich hilflos. Und hat nichts Dringenderes zu tun, als die massenhaften Massenkundgebungen (anders kann man das Spektakel nicht bezeichnen) mit Papst Leo zu organisieren: Welch ein Wahn, dass der Papst allen Ernstes eine Messe, Eucharistie genannt, mit 600.000 Frommen auf der Place de la Concorde „feiern“ will. Nebenbei: Wenn alle diese 600.000 Leute sich dann die Kommunion (Hostie) in den Mund stecken wollen, werden Stunden des Austeilen vergehen. Und die Place de la Concorde? Absolut kein heiliger Ort, sondern ein Ort des Mordens und Abschlachtens, etwa in der Französischen Revolution… Von den Straßenschlachten dort zwischen Rechtsextremem und der Polizei 1934 ganz zu schweigen.. Ein sehe feiner Platz halt, voller Charme und göttlichen Friedens… Hat die katholische Kirche angesichts des auch in Frankreich drohenden Faschismus (Wahl 2027, Sieg des Rassemblement National…) nichts Dringenderes? Aber die in Frankreich stets schrumpfende Anzahl der Frommen sucht Halt bei Ihrem Führer, dem Papst. Die Huldigung für einen Führer ist also nicht zu überwinden…Und: Diese Vier-Tages-Reise des Papstes als Chef des „Heiligen also Stuhls“ und PAPA aller Katholiken kostet mindestens 25 Millionen Euro…

Ein weiterer Hinweis des Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin zu „Rechtsextreme Katholiken“ in Frankreich: LINK 

1.
Pünktlich zum Besuch Papst Leos in Lourdes, Paris und Metz (25. – 28. September 2026) erscheint ein Buch über den Zustand der katholischen Kirche in Frankreich. Der Essay von 155 Seiten erinnert manchmal an eine theologische Meditation voller Empörung über die rechtsextremen Tendenzen in der Kirche… Der Autor ist ein kenntnisreicher Insider, kein „Kritiker von außen“, kein „Religionssoziologe… sondern ein Priester, der die gefährliche Entwicklung in der französischen Kirche freilegt. De Sinety (Jahrgang 1968) ist ein Kleriker mit einer beachtlichen Karriere: Er war Sekretär des konservativen Kardinals Lustiger in Paris (2004), Pfarrer in sehr bürgerlichen, reichen Vierteln in Paris; jetzt hat er eine führende Stellung im Bistum Lille: Da kommt kein Verdacht einer linken häretischen Abweichung auf.

2.
Der Titel des Buches: „La Cause du Christ“, „Die Sache Christi“. Sicher ist „cause“ auch im juristischen Sinn als „Causa“ gemeint, es geht dem Autor letztlich um das Urteil, dass sich katholisch nennende Gruppen die Sache Christi verfälschen: Der Untertitel ist präzise: „L` évangile contra l` identité chrétienne“: „Das Evangelium gegen die `christliche Identität`“. Das Buch ist eine dringende Warnung vor den sich katholisch nennenden rechtsextremen Kreisen, die politisch auf der „christlichen Identität“ Frankreichs (und Europas) insistieren: Diese Kreise wollen ein strenges, intolerantes Europa bauen, das sich als christliches Bollwerk gegen den Islam versteht, ein christliches Bollwerk ohne Menschenrechte gegen alle Fremden, gegen alle, die sich gegen den Wahn eines abgeschotteten Abendland wehren. De Sinety betont: Da wird das Christentum missbraucht, da wird das Evangelium Jesu Christi verfälscht und zerstört. Auf entsprechende Tendenzen im us- amerikanischen Katholizismus weist de Sinety hin; wir stellen Frankreich in den Mittelpunkt.

3.
Das Evangelium ist für den Autor eine Botschaft der Gerechtigkeit, der Nächstenliebe, der Gastfreundschaft für Fremde, der universellen Liebe eines Gottes, der als „Vater“ aller Menschen geehrt wird. Es geht also nicht nur um humanistische Werte, diese sind Gebote Gottes, für Katholiken unverzichtbar für ein humanes Zusammenleben.

4.
Diese Feinde des Evangeliums, die sich als Freunde des abendländischen Christentums tarnen, gewinnen immer mehr Macht, urteilt de Sidney: Es gibt etwa die Gemeinden der mit Rom versöhnten Traditionalisten, wie das reaktionäre „Institut du bon Pasteur“ in Bordeaux, dort ist Abbé Matthieu Raffray für die rechtsextreme Sache heftig in den social Medien engagiert…
Es gibt die katholischen „Columbus- Ritter“ mit ihrer radikalen Forderung: Es muss wieder richtig männliche Männer geben, also die Kämpfer und Krieger so wie dann auch als Beschützer ihrer sorgenden Frauen zu Hause. „Virilität“ heißt die neue Tugend (S. 26 ff.). Zu den Columbus Rittern n Frankreich: https://www.chevaliers-de-colomb.fr/index.php/les-enjeux-de-la-masculinite/
Auch die berüchtigte rechtsextreme katholische „academia christiana“ erwähnt de Sinety, selbstverständlich ist von den vielen tausend Freunden der „alten Messe“ im Sinne der Traditionalisten die Rede: Und er weist darauf hin, dass diese alte Messe mit dem Priester im absoluten Zentrum, von den Gläubigen abgewandt zelebriert er die Messe; die Gläubigen werden zur schweigenden Masse der Ehrfürchtigen in einem für sie sprachlich unverständlichen „Mysterium“. Diese Messen sind Ausdruck der alten feudalen Ordnung, der (Un)Ordnung der Hierarchie. Dass de Sinety die neue Messe des Konzils als demokratische Form versteht, ist freilich sehr fragwürdig, gerade wenn man an den Ausschluss der Frauen vom Priesteramt denkt.

5.
Im Mittelpunkt der Ideologie, Glaube genannt, der Identitären steht: Christus ist ein Meister und Lehrer der Stärke und Macht. Christus ist ein Kämpfer für „die“ Wahrheit. Christus wurde in einem bestimmten Volk geboren, deswegen gilt: Gott liebt – nun – das christliche Volk Frankreich. Bezeichnenderweise interessiert in diesen Kreisen die Gestalt Jesu von Nazareth nicht, weder seine Gleichnis Reden noch seine Bergpredigt. Die Rede von Christus kommt – wie so oft- ohne einen Bezug zu Jesus von Nazareth aus.
Dieser Katholizismus der moralischen Strenge und politischen Macht findet immer mehr Anklang in den Kreisen, die man einst „normale, bürgerliche Gläubige“ nannte. Über die verbliebenen Mitglieder der französischen Kirche beschreibt der Autor: „Der französische Katholizismus ist jetzt soziologisch gesehen, was er niemals exklusiv sein dürfte: Bürgerlich, bourgeois, ´konsumorientiert…“
Linke, kritische Katholiken haben sich längst aus der Kirche verabschiedet. Auf Seite 64 heißt es: „En moins de vingt ans, tout a basculé“: „In weniger als 20 Jahren ist alles gekippt, befindet sich die französische Kirche also am Kipppunkt:“ Zahlreiche wissenschaftliche Umfrage zeigen bekanntlich seit Jahren: Nur noch eine Minderheit (30 %) der Franzosen nennt sich katholisch, eine verschwindende Minderheit (etwa 4 Prozent) nimmt noch an der Sonntagsmesse gelegentlich teil, die Zahl der Priester sinkt ständig, immer wieder werden neue Missbrauchsfälle im Klerus freigelegt … LINK

Angesichts des Niedergangs dieser Kirche „trösten“ auch die 20.000 Taufen von Erwachsenen und Jungendlichen im Jahr 2026 nicht.

6.
Militante rechtsextreme Kreise im französischen Katholizismus wollen diese am Boden liegende Kirche retten und als politisch machtvolle Organisation zugunsten des „christlichen Abendlandes“ aufbauen. Sie streben eine Kirche ohne Christus an, eine machtvolle Kirche, vom Evangelium entkernt. Diese Ideologie hat eine lange Tradition in Frankreich: Das Vorbild der heutigen katholischen Rechtsradikalen ist die „Action Francaise“ um 1920, sie war auch antisemitisch fixiert. Auf den Antisemitismus verzichtet jetzt die rechtsradikale Le Pen Nachfolge -Partei „Rassemblement National“ aus taktischen Gründen… Ein anderer Rechtsextremer und „Identitärer“ ist der Jude Eric Zemmour, er ist ein expliziter Feind des Islams und explizit auch ein Verteidiger der „Rückführung“, also des Rausschmeissens von störenden (muslimischen) Fremden…

7.
Benoist de Sinety, der wie gesagt, kein Religionssoziologe ist, bewertet die rechtsextremen Kreise Im französischen Katholizismus als Kräfte der Zerstörung. Diese Leute bauen Mauern aus Hass, Schlösser der Paranoia.

8.
Es ist paradox: Das Buch von Benoit de Sinety ist im Verlag Grasset in Paris erschienen. Dieser Verlag gehört dem rechtsextremen katholischen Medien- Mogul und Milliardär Vincent Bolloré, er ist ein Freund der Identitärer Politiker: LINK

De Sinety erwähnt in seinem Buch sehr vorsichtig sogar Bolloré (S. 94f.), nennt aber keine Fakten zu dessen Imperium, sondern beschränkt sich sehr schlicht (ängstlich?) darauf, an einige Lehren Jesu Christi zum Reichtum und zum Leben im Staat zu erinnern. Auch den anderen prominenten katholischen Milliardär Pierre Stérin erwähnt de Sinety: Da wird er schon etwas konkreter, wenn er daran erinnert, dass dieser Milliardär – Wohltäter leider keine Projekte unterstützt, die sich auf die Unterbringungen von Migranten, also Flüchtlingen, beziehen (S. 96).
Das Buch des Priesters de Sinety gegen die Identitäten Katholiken ist am 13. Mai 2026 erschienen: Offenbar konnte Bolloré den Druck dieses Buches und den Vertrieb nicht mehr stoppen, so landete es in den Buchhandlungen am 13. Mai. Einen Monat zuvor (am 14.4.2026) hat Bolloré den weithin geschätzten verantwortlichen Hauptlektor des Grasset – Verlages, Olivier Nora, fristlos entlassen: war es die Wut, weil Nora das Buch von de Sinety publizierte?

9.
So wertvoll auch die heftige Warnung de Sinetys vor der Umgestaltung der französischen Kirche durch die katholischen Rechtsradikalen und Identitätren in Frankreich ist: Die Argumente des Autors wirken manchmal merkwürdig schwach, etwa wenn er die bestehende Trennung von Kirchen und Staat in Frankreich, die laicité, nur als einen formalen Rahmen versteht, den die Kirche mit (ihrem) Inhalt füllen sollte: Dabei hat doch die laicité selbst ihre eigene humanistische Philosophie: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, letztlich auch die Menschenrechte als das Ideal der Republik. Mit den klassischen theologischen Argumenten des sehr frommen Autors de Sinety wird man die Rechtsradikalen und Identitären, selbst wenn sie sich katholisch geben, nicht von ihrem falschen Denken und falschen Handeln abbringen. Anders gesagt: Ohne philosophische Argumente wird man rechtsextremen Ideologien – auch katholisch rechtsextremen Ideologien – nicht begegnen können.

10.
Man muss freilich auch daran erinnern, dass auch schon 2016 der Journalist Jean-Claude Guillebaud in der Pariser Wochenzeitschrift „La Vie“ an jene Rechtsextreme erinnerte, die er «Les catholiques athées“, also die atheistischen Katholiken nannte, in Erinnerung an die genannte „Action franciase“ und ihres Gründers Charles Maurras. Auch ihm ging es um die Verteidigung der Institution Kirche als Garantie der konservativen Ordnung. Auch Mussolini war ein Anhänger dieser – vom Papst verbotenen, aber bis heute lebendigen – Ideologie. Der Schriftsteller Georges Bernannos hat der Action Francaise heftig widersprochen, in seinem Text “Scandale de la verité“, Skandal der Wahrheit, schieb er 1939 über diese „falschen Christen“, die katholischen Rechtsextremen: «Ils croiraient volontiers que le Christ est mort uniquement pour la sécurité des propriétaires, le prestige de tous les hauts fonctionnaires et la stabilité des gouvernements-: „Sie glauben ohne weiteres, dass Christus einzig für die Sicherheit der Eigentümer gestorben ist, für das Prestige der hohen Beamten und die Stabilität der Regierungen. (Der französische Text von Bernanos: LINK.  https://fr.wikisource.org/wiki/Scandale_de_la_v%C3%A9rit%C3%A9)

11. ERGÄNZUNG:

Der Essay von Benoit de Sinety „La Cause du Christ“ nennt nur wenige Gruppen, Gemeinschaften und Orden, die zu der sehr rechten, stets stärker werdenden Dimension im französischen Katholizismus gehören: Ich nenne ergänzend einige Beispiele dieser einflussreichen Kreise, sie werden unter Religionssoziologen als „intransigent“ bezeichnet, das heißt:. Sie sind „kompromisslos“, „unerbittlich“, „unnachgiebig“ hinsichtlich ihrer Treue zu ihren extrem konservativen Überzeugungen.
In einer Studie in dem Buch „Jean Paul II – la fin d` un règne“ (Edition Golias 2003) werden viele der neuen geistlichen Gemeinschaften genannt, etwa Emmanuel oder die Gemeinschaft „St. Jean“ und so weiter, alle snd seit Jahren nun bekannt auch als Orte sexuellen Missbrauchs und spirituellen Missbrauchs. Auf S. 184 wird auf die „Intransigenten Medien“ verwiesen, etwa auf „La Nef“, „L Homme nouveau“, „Familie chrétienne“, „France catholique“. oder auch auf die machtvolle Organisation „Associations familiales catholiques“ (AFC). Das Opus Dei hat auch in Frankreich einen eigenen Verlag, „Editions du Laurier“…. Diese reaktionären Kreise bestimmen weithin das Leben der katholischen Kirche in Frankreich. Aus diesen Kreisen werden die vielen tausend Papst – Bewunderer stammen anläßlich der Reise Papst Leos nach Lourdes, Paris und Metz…

Benoist de Sinety, „La Cause du Christ. `L Evangile contre l`identité chrétienne“. Paris 2026, Editions Grasset, 160 Seiten, 16 €.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

Spiritueller Missbrauch: Eine neue Dimension des Missbrauchs durch Priester, Ordensleute in Frankreich

Ein Hinweis von Christian Modehn am 12.9.2026

1.
In Frankreich haben am 7. September 2026 215 Opfer von ihrem „spirituellen Missbrauch“ Papst Leo einen Brief geschrieben: Sie  fordern den Papst auf, wirksame Mittel zur Überwindung dieser Form kleriker Herrschaft  zu veranlassen.

2.
Spiritueller Missbrauch ist eine Instrumentalisierung Gottes durch die Herrschaft von kirchlichen Vorgesetzten. Diese meinen, förmlich an der Stelle Gottes stehend, ihre Untergebenen seelisch belasten und quälen zu dürfen und zu Gehorsam und Unterwürfigkeit zwingen zu können. Das Motto dieser spirituellen HerscherInnen“: Wer den OberInnen folgt, folgt Jesus Christus. Totaler Gehorsam also. „Dieses Verhalten zerstört fundamental die Seele der betroffenen Menschen“, sagt die Psychologin und Spezialistin für diese „Fälle“ Isabelle Chartier – Siben der Tageszeitung La Croix. Der spirituelle Missbrauch darf angesichts der vielen tausend Fälle des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker nicht länger ignoriert werden, zumal der spirituelle Missbrauch oft auch in einem sexuellen Missbrauch führt, betonen die Betroffenen.

3.
Eine erstaunlich große Anzahl: 215 Laien, Priester und Nonnen, gehen in die Öffentlichkeit: Den Brief an den Papst haben alle unterschrieben, in die große Öffentlichkeit (der französischen Presse) gehen drei Opfer: Fabio Barber, Priester der „monastischen Familie von Bethlehem“, Gabriel Laguarigue de Survilliers, ehemaliger Mönch der „Gemeinschaft Saint Jean“ sowie die Theologin Benedicte Nolte de Brauwere aus der „Kommunität des Lammes“.
Die übrigen Unterzeichner des Briefes an den Papst haben nach wie vor Angst vor Repressalien seitens der Chefs ihrer Gemeinschaften, und meiden deswegen die große Öffentlichkeit, berichtet die Tageszeitung La Croix. Sie hat diesen Missbrauch am 7.9.2026 publiziert. Die Autorin des Berichtes in „La Croix“ schreibt: „Warum gerade jetzt an den Papst schreiben? Die Initiative der Unterzeichner erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Rom bereits im Jahr 2024 die Auseinandersetzung mit dem Thema „geistlicher Missbrauch“ in Angriff genommen hat. Seit zwei Jahren arbeitet eine kleine gemeinsame Arbeitsgruppe des `Dikasteriums für die Glaubenslehre` und des `Dikasteriums für Gesetzestexte` daran, spirituellen Missbrauch im kanonischen Recht anzuerkennen. Dabei soll insbesondere geklärt werden, ob ein spezifischer Straftatbestand geschaffen oder bestehende Straftatbestände präzisiert werden müssen, um diese Situationen besser zu erfassen.
Gerade weil diese Überlegungen im Gange sind, wollen sich die Unterzeichner Gehör verschaffen: Soe sagen:  „In diesen Studienkreisen sind die Opfer kaum vertreten. Man betrachtet sie weiterhin als Menschen, denen man Mitgefühl entgegenbringt, aber nicht als Experten, die in der Lage sind, über das, was sie erlebt haben, nachzudenken und es zu entschlüsseln“, bedauert Fabio Barbero. Der ehemalige Ordensbruder fordert „mehr Transparenz“ und vor allem, dass die Opfer wirklich in die Arbeit einbezogen werden, „nicht nur, um eine Statistenrolle zu spielen.“ 
…Doch der Weg scheint lang und heikel zu sein, wie aus einem Interview hervorgeht, das Kardinal Victor Manuel Fernandez, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, im Januar 2025 der spanischen katholischen Wochenzeitung „Alfa y Omega“ gewährte.(Übersetzt durch deepl.com)

4.
Wichtig ist auch die Veröffentlichung der Namen der der betroffenen Gemeinschaften, siehe die aus La Croix übernommene Liste in Fußnote 1.

Dabei ist auffällig, dass als `Täter – Organisationen` viele offiziell so genannte „neue geistliche Gemeinschaften“ vertreten sind. Diese haben durchaus befremdliche, mysteriös – fromme Titel. Aber man unterschätze nicht den Einfluß dieser Gruppen auf die französische Kirche: Diese Gemeinschaften leiten Pfarr – Gemeinden, betreuen Wallfahrsorte, haben Priesterseminare, bieten allerlei Besinnungstage für Laien an usw… Auch etliche französische Bischöfe gehören etwa zur sehr konservativen Gemeinschaft `Emmanuel`. Zum Beispiel Bischof Dominique Rey, der von Papst Franziskus wegen allzu reaktionären Regierens „seines“ Bistums als Bischof von Toulon abgesetzt wurde. Diese genannten Gruppen, in den bisher spiritueller Missbrauch bekannt wurde, sind meist sehr konservativen, sehr papsttreuen, sehr charismatisch: Sie wurden wurden – wen wundert es – von Papst Johannes Paul II. aufs höchste gelobt: Sie seine die wahren Missionare Europas, sie seien so zuverlässig katholisch usw…

Kardinal Joseph Ratzinger sagte 2005 ganz enthusiastisch (naiv): „Diese kirchlichen Bewegungen (die neuen geistlichen Gemeinschafte)  verheißen neue Möglichkeiten: Hier kommt ein Suchen nach der Mitte zum Vorschein, das die Diagnose vom Ende des Religiösen Lügen straft und Wege neuen Lebens aus dem Glauben anbahnt, in denen sich die unerschöpfliche Fruchtbarkeit des Glaubens erneut bewährt.“ (Quelle: Joseph Ratzinger, „Theologische Prinzipienlehre“, 2005, S. 394.

„Gezeigt hat sich“ hingegen, de facto, „die unerschöpfliche Fruchtbarkeit“ sexuellen und spirituellen Missbrauchs in den meisten dieser Gemeinschaften..

Seit etwa 10 Jahren sind viele Fälle heftigen sexuellen Missbrauchs in diesen so hoch gelobten Gemeinschaften öffentlich bekannt. Diese Freilegung dieser Verbrechen führte zu einer tiefen Krise der (Glaubwürdigkeit der) katholischen Kirche in Frankreich.  Zum Niedergang der katholischen Kirche in Frankreich: LINK https://religionsphilosophischer-salon.de/16606_wenn-der-klerus-die-glaeubigen-vertreibt-der-zusammenbruch-der-katholischen-kirche-in-frankreich-heute_aktuelles

5.
Und das alles wird öffentlich wenige Tage vor dem Besuch Papst Leos in Frankreich: Vom 25. bis 28. September 2026 wird er Lourdes, Paris und Metz besuchen: Die Anmeldungen zur Teilnahme an seinen vielen Messen und Gottesdiensten dort gehen in die vielen tausend. Auf der riesigen Place de la Concorde wird es eine Messe für die 500.000 bis 600.000 frommen Massen geben… 27 Millionen Euro wird die drei-tägige so genannte “Pilgerfahrt“ kosten.

Kann mit einer halben Million Teilnehmer die Eucharistie, die Erinnerung an das Abendmahl Jesu von Nazareth, gefeiert werden? Oder wird da die Eucharistie zur Demonstration der Macht und Herrschaft der katholischen Kirche in einem weltlichen („laique“) Staat? Als Kult eines „Führers“, des Papstes?
6.
Ob der Papst einige Opfer des spirituellen Missbrauchs in Frankreich trifft, ist offen.
Das aber steht fest: Die Freilegung des spirituellen, man sollte eher sagen seelischen Missbrauchs in diesen einst offiziell so vorbildlich gepriesenen Gemeinschaften ist eine Katastrophe nicht nur für die französische Kirche. Aber die frommen Massen, offenbar die dogmatisch stabilen „Hardliner“, lassen sich davon nicht beeindrucken. „Es menschelt halt bis zu Gott“, heißt ihre tröstende (?) Weisheit.

7.

Spiritueller, geistlicher Missbrauch ist nicht nur ein Problem der Kirche in Frankreich, im Bistum Münster wird  eine entsprechende Studie veröffentlicht: LINK: https://katholisch.de/artikel/70293-studie-zu-geistlichem-missbrauch-in-muenster-wird-vorgestellt

Fußnote 1: Die Betroffenen Gemeinschaften des spirituellen Missbrauchs, entnommen von la Croix am 7.9.2026:

Alliance des Cœurs unis, Bénédictines de Montmartre, Carmel de Simacourbe, Carmel du Reposoir, Carmel de Toulouse, Carmel,
Cisterciens de Sept-Fons,
Les Communautés de L’ Agneau, de l’Emmanuel, des Béatitudes, du Chemin Neuf, du Pain de vie, du Verbe de Vie,
consacrées du Regnum Christi (Laien der Legionäre Christi),
Communautés Saint-Jean, Communauté Saint-Martin,
Communion et libération, Compagnie de Jésus province de France (Jesuiten),
Famille de Marie Œuvre de Jésus Souverain Prêtre, Religieuses de l’Assomption,
Famille missionnaire de Notre-Dame, Famille monastique de Bethléem, Focolari, Fondacio, Foyers de Charité, Fraternité Eucharistein, Fraternité de Marie Reine Immaculée,
Fraternités monastiques de Jérusalem (St. Gervais, Paris), Fraternité Verbum Spei, Institut du Christ Roi Souverain Prêtre, Institut Notre-Dame de Vie,
Légionnaires du Christ,
Maria Stella Matutina,
Opus Dei,
Point Cœur, Sœurs Missionnaires de la Charité, Séminaire Saint-Luc d’Aix-en-Provence.

Quelle: https://www.la-croix.com/religion/abus-spirituels-d-anciens-membres-de-communautes-demandent-au-pape-des-reponses-fortes-20260907

Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de

 

 

 

Kontemplation – von Theodor W. Adorno wieder belebt und von einigen Theologen heute neu entdeckt

Ein Hinweis von Christian Modehn am 11.8.2026

1.
Kontemplation ist ein Begriff, der sich auf die religiöse Praxis im Sinne der mystischen Traditionen in den Kirchen bezieht. Kontemplation meint das Sich – Versenken der Frommen in die göttlichen Geheimnisse, die in der Bibel überliefert oder von der Kirchenführung gelehrt werden. Die Karmeliterorden nennen bis heute die Kontemplation als die wichtige Praxis ihrer Mitglieder, inspiriert von Theresa von Avila und Johannes vom Kreuz. Aber auch für die Schweigeorden der Trappisten und Kartäuser ist Kontemplation zentral. Für „normale“ (Laien)-Christen ist Kontemplation in dem Sinne eine ferne Welt…

2.
Kontemplation wird im 20. Jahrhundert, mit einem säkularen, weltlichen Inhalt, eine Art Leitidee der PhilosophieTheodor W. Adornos. Dieser Wandel des Begriffs Kontemplation und der mit ihm gemeinten Praxis ist ein weiteres Element für das Verstehen unserer Gegenwart, also auch für uns kein Nebenthema.

3.
Die Säkularisierung von Begriffen aus der metaphysischen und religiösen Tradition interessiert uns sehr. Der Philosoph Martin Seel machte auf „Adornos Philosophie der Kontemplation“ schon 2004 (Suhrkamp Verlag) aufmerksam. Seel betont: Kontemplation ist für Adorno alles andere als ein Nebenthema.
Als junger Philosoph hat Adorno die Kontemplation zurückgewiesen und allen Wert darauf gelegt, dass Philosophie niemals einer „selbstgenügsamen Kontemplation“ verfallen sollte. Er dachte dabei an eine Kontemplation, die sich – abgeschieden vom Geschehen der Welt – der Betrachtung des Ewigen, Himmlischen etc. hingibt.

4.
Später, so Martin Seel, entwickelte Adorno die Kontemplation als das normative Kriterium für sein Philosophieren überhaupt. „Die These unseres Beitrags lautet, das es sich hierbei um das für Adornos Denken zentrale Kriterium der Bewertung menschlicher Zustände handelt. Kontemplative Erfahrung stellt die normative Grundlage seines Philosophierens dar.“ (S. 13).
Mit seinem Plädoyer, kontemplativ zu denken und kontemplativ zu leben, meint Adorno eine entscheidende Haltung: Menschen und Dinge in ihrer individuellen Besonderheit wahrnehmen, Sinn entwickeln für das Unwiederholbare im Leben, und den Tendenzen widerstehen, Menschen und Dinge nach dem Kriterium der Zweckmäßigkeit anzusehen und entsprechend „technisch“ zu verwenden.

5.
Kontemplation ist also, ein Geltenlassen und Sein -Lassen der anderen, der Menschen und der Welt. Vorausgesetzt ist dabei auch der Abstand von den Zwängen des Alltags und seines Tuns, also die Möglichkeit, auf die Dinge und Menschen kritisch zu schauen, ihre Einmaligkeit wahrzunehmen, mit ihnen in Kommunikation zu treten ohne den Gedanken an Herrschaft: Menschen und Dinge also zu pflegen und zu behüten. Martin Seel schreibt: „Die Fähigkeit, andere und anderes in ihre Sonderheit sein zu lassen, bildet der Prüfstein, an dem Adorno den gesellschaftliche Zustand misst.“ (S. 25). Ein sehr aktuelles, dringendes Thema: Wir denken an die Abwehr der Flüchtlinge, die Mauern, die Europa umgeben; die Rechtlosigkeit von Queers nicht nur in christlichen Staaten Afrikas.

6.
Martin Seel betont: Man solle nun bloß nicht Adorno insgesamt so interpretieren, als lasse er nur noch kontemplatives Verhalten gegenüber den Menschen und den Dingen als einzige menschliche humane Praxis gelten. Als bräuchten der Mensch und die Gesellschaft nicht immer auch das technische Tun, die Gestaltung von Welt und Gesellschaft, also das, was die Kritische Theorie „instrumentelles Verhalten“ nennt: Aber: diese Welt der Technik und Verwaltung muss immer von dem genannten Kriterium der Kontemplation kritisiert und in ihrer Allmachts – Tendenz zurückgewiesen werden!

7.
Die von Adorno beschriebene Kontemplation ist also eine jedem Menschen innewohnende „korrektive Kraft“ , betont Martin Seel (S. 38).

8.
Darin können sich die klassische metaphysisch – religiöse Kontemplation und die säkulare Kontemplation Adornos treffen: Kontemplation ist eine dem Menschen immer gegebene Möglichkeit, aus seinem Egoismus, seiner Fixierung auf instrumentelles Handeln herauszutreten. Kontemplation ist also klassisch wie für Adorno eine aus dem engen Ego herausführende, eine transzendierende Bewegung.
Nur: Die Klassische Kontemplation in den Kirchen, zumal in den „beschaulichen Orden“, meint eher die soziale und politische Aktion zurückweisende Haltung der Versenkung: Bitte immer im Schweigen, so die Ordensregel – in eine göttlich gedachte Wirklichkeit. Aber diese Tradition wird jetzt langsam überwunden.

9.
Man denke an die Erfahrungen des us-amerikanischen Trappistenmönchs Thomas Merton (1915-1968) , bis heute ein vielfach geachteter spiritueller Autor: Er konnte sich von den strengen Klosterregeln etwas befreien und ein Einsiedler – Leben auf seinem Klostergelände führen, das ihm dann gerade politisches Engagement für die Friedensbewegung in den USA gegen den Vietnam – Krieg erlaubte.
Der Trappistenönch Merton schreibt: „Kontemplation ist der höchste Ausdruck des intellektuellen und spirituellen Lebens des Menschen … Es ist spirituelles Wunder. Es ist eine spontane Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Lebens, des Seins. Es ist eine lebendige Erkenntnis der Tatsache, dass das Leben und das Sein in uns von einer unsichtbaren, transzendenten und unendlich reichlich vorhandenen Quelle ausgehen. Kontemplation ist vor allem das Bewusstsein für die Realität dieser Quelle“ (in Thomas Merton: New Seeds of Contemplation, Quelle: https://www.thomasmertonnyc.org/about-merton/explore/2016/7/5/the-contemplative

10
In der Befreiungstheologie (teología de la liberacion) heute wird die Kontemplation als politische Kraft entdeckt: Sie zeigt den Christen und den Kirchen, in den Armen und Unterdrückten eine göttliche Präsenz wahr – zunehmen: Also den absolute Bedeutung eines jedes Menschen, auch des Armen, politisch zu fördern. „Die Kontemplation Christi im leidenden Ausgestoßenen und geknechteten Bruder ist ein Appell zu tätigem Einsatz. Dies bildet den geschichtlichen Inhalt der christlichen Kontemplation in der lateinamerikanischen Kirche“, schreibt der chilenische Theologe Segundo Galilea 1974, zit. siehe Fußnote 1:

11.
Wenn sich die christliche Kontemplation erneuert und auf die übliche Weltflucht verzichtet, kann sie in lernbereite Kommunikation mit der säkularen Kontemplation treten: Ihr geht es auch um die von instrumentellen Interessen befreite Anerkennung der Menschen als Menschen… Kontemplatives Leben ist in beiden Gestalten von Kontemplation immer ein Kampf für die Menschenwürde und die Menschenrechte…Vielleicht sollten Christen öfter mal Texte von Theodor W. Adorno lesen.

12.

Einen Aspekt der Kontemplation bringt Adorno nicht zur Sprache, die kontemplative Stille, das Schweigen in der Kontemplation. Dann wird das Denken zu sich selbst geführt, zur Reflexion, zur Erkenntnis, was Dasein, was Leben bestimmt. Diese Kontemplation in der Stille, im Zurückdrängen allen Lärms, ist kein Dauerzustand, sondern auch eine Art Stärkung von Geist und Seele… um in die Alltäglichkeit der Auseinandersetzungen und in die gesellschaftliche Praxis zurückzukehren…

Fußnote 1:
Zit in: Christian Modehn, „Kampf – Kontemplation -Theologie. Eine Skizze“. In dem Sammelband „Befreiende Theologie“, hg. von Karl Rahner, Christian Modehn, Hans Zwiefelhofer, Stuttgart 1977, S. 27.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Die Hoffnung stirbt zuletzt – welche Hoffnung stirbt?

Ein Hinweis von Christian Modehn am 7. August 2026

1.
Die Volksweisheit „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ sagt die Wahrheit: Stirbt die Hoffnung, dann stirbt die Seele, stirbt der Geist, stirbt der Körper, stirbt die Welt .. etwa beim nächsten Atomschlag oder der großen Klimakatastrophe oder der total unbeherrschbar gewordenen KI und deren Roboter. „Lasst alle Hoffnung fahren“, so die Inschrift auf dem „Tor der Hölle“ in Dantes „Göttliche Komödie“.

2.
Hoffnungslosigkeit und Höllenangst werden heute eher selten als Einheit gedacht, eher schon Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit und Nihilismus.

3.
Aber wir sind der Hoffnungslosigkeit nicht total ausgeliefert: Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigt sich: Wenn man sich etwa der französischen Sprache zuwendet: Im Französischen gibt es zwei Worte für Hoffnung: Espoir und espérance. Und das Hoffnungsvolle ist: Beide Worte meinen unterschiedliche Inhalte. Man lerne also auch in Deutschland, angesichts der genannten Volksweisheit, Hoffnung differenzierter zu verstehen.

4.
Zunächst zum französischen Wort espoir: Es bezieht sich auf eine Hoffnung, die der unmittelbaren Zukunft gilt: Ich hoffe, dass heute mein Zug wieder so pünktlich abfährt wie gestern. Ich hoffe, dass der Arzt morgen wieder arbeitet. Ich hoffe, es gibt keinen Streit, wenn morgen diese Gäste zu uns kommen….Espoir bezieht sich auf eine greifbare, auch planbare Zukunft. Niemand würde aber espoir verwenden, wenn er bei der Hochzeitsfeier sagt: Ich habe die Hoffnung, dass meine Ehe sehr viele Jahre glücklich sein möge.

5.
Espérance meint als Hoffnung die große Weite auch einer fernen Zukunft oder auch der unergründlichen Tiefe des Lebens: Religiöse Menschen haben die espérance, dass mit dem Tod nicht alles aus ist… Und die hoffentlich langdauerende Lebenserwartung wird „espérance de vie“ genannt. Wenn eine Mutter über ihr Kind sagt: Ich setze in mein Kind alle Hoffnung, dann verwendet sie espérance. Und wenn von den drei, nicht nur christlichen, sondern allgemein menschlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe die Rede ist, dann ist Hoffnung selbstverständlich espérance.

6.
Warum diese „Wort – Analyse“? Weil sie uns anregen kann, differenzierter zu denken: Wenn Hoffnung als letztes stirbt, wie die „Volksweisheit“ sagt, dann muss gefragt werden: Welche Hoffnung stirbt denn? Die Alltagshoffnung, als auf Französisch espoir? Oder die weite Hoffnung, die eine Lebensenergie ist, die espérance?

7.
Die Alltagshoffnung espoir kann durchaus sterben: Wenn unsere praktischen Vorhaben scheitern; wenn ein Streik uns die Hoffnung auf einen schönen Urlaub nimmt. Diese Alltagshoffnung hat aber oft nur einen kurzen Tod, dann lebt sie wieder auf. Zur „Auferstehung „der Hoffnung als espoir sorgt die wirkmächtige Lebensenergie, also die espérance als Hoffnung auf ein gutes Gelingen des ganzen Lebens, die Hoffnung, dass sich die Vernunft langfristig durchsetzt gegen allen Wahn, etwa des Rechtsextremismus und der Ignoranz gegenüber Klima – Katastrophen usw..

8.
Aber die espérance, diese Hoffnung, die in die tiefe Weite des ganzen Lebens führt, kann auch sie sterben? Also die Hoffnung, dass wir uns von einem erfreulichen, letztlich aber nicht ganz durchschaubaren Lebenssinn „getragen“ wissen können und durch ihn und in ihm leben? Die espérance – Hoffnung weist ins Metaphysische, in die Hoffnung, trotz aller Krisen und Katastrophen dieser Welt in einer kaum zu ergründenden, sicher dann (sprachlich etwas hilflos ) „göttlich“ zu nennenden Geborgenheit zu leben. Also gerade nicht „metaphysisch obdachlos“ zu sein, wie Jürgen Habermas einst sagte.

9.

Kann also auch diese espérance – Hoffnung sterben? Sie kann stillgelegt werden, wenn wir – sozusagen auf den Alltag und seine Oberflächlichkeiten – unter Hoffnung nur noch espoir verstehen und entsprechend begrenzt leben, uns also im Verfügbaren, Gewinnbringenden, Technischen total aufhalten und deswegen verlieren. Diese Zusammenhänge wurden von Philosophen und Psychologen tausendfach erörtert…

Die aktuelle Einsicht: Diese Hoffnung kann auch stillgelegt werden von den Verbrechern in der Politik, den Diktatoren und Kriegsherren, die offiziell von Demokraten noch freundlich – diplomatisch als „Präsidenten“ angesprochen werden, die aber – wie alle Demokraten wissen –  längst Verbrecher sind… Diese grundlegende espérance kann stillgelegt werden vom egoistischen Wahn der Multimilliardäre, dem Wahn derer, die den Klimawandel leugnen und die Menschheit ins Verderben schicken…Diese Leute sind die Meister des Nihilismus, dem Nihilismus glauben sie, folgen sie, ihn wollen sie durchsetzen.

Aber sie können diese Hoffnung ESPERANCE nicht endgültig auslöschen, denn sie ist etwas Ewiges im Menschen, wie Philosophen sagen! Sie ist eine Lebensenergie, als eine Gabe der Schöpfung oder gewagter gesagt, als Gabe einer schöpferischen Kraft „des Ewigen“ zu verstehen. Überall, wo Widerstand der Demokraten, der Humanisten geleistet wird, lebt diese espérance. Ohne metaphysische Einsichten, im Heute modern verstandne, kommt unser Leben nicht aus, auf Metaphysik kann Philosophieren noiemals verzichten.

10.
Wann stirbt die espérance – Hoffnung ? Wenn der Mensch stirbt!
Und wer den Tod als noch Überlebender betrachtet, als metaphysisch noch interessierter Mensch, der weiß in der Erfahrung der espérance: Ob mit dem Tod alles vorbei ist, ist philosophisch eine offene Frage. Die Engländer haben aber die treffende Weisheit: „Hope springs eternal.“ Das heißt: „Hoffnung währet ewig.“ Da sind wir schon wieder bei der Metaphysik.
Die LeserInnen wissen also: Wir im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin halten eine vernünftige moderne Metaphysik für möglich … und nötig. Dazu haben wir etliche Beiträge geschrieben, etwa zu Kants Vernunftreligion. LINK

11.
Ich hoffe nicht, dass sich nun kluge Romanisten melden und mich über die neueste Sprach – Praxis in Frankreich belehren und sagen: „Die Leute dort sind jetzt dermaßen mit espoir befasst, also mit der begrenzen Alltagshoffnung, dass espérance leider immer mehr in Vergessenheit gerät.“ Mag ja sein, etwa angesichts der Klima – Katastrophen in der Umgebung von Bordeaux, da war die espoir, das Hoffen auf ein besseres Morgen, wichtig.

Aber ganz ist die espérance dabei nicht untergegangen: „Es wird schon irgendwann wieder besser für uns“, sagt Menschen, die espérance schon erlebt und erfahren haben. Nur mit der espérance ist es überhaupt möglich, Lebensenergie zu bewahren und zu handeln, etwa jetzt Widerstand zu leisten gegen den Wahn derer, die die als Rechtsextreme weltweit, auch in Deutschland, die Demokratie zerstören wollen.

12.
Wir meinen also mutig, aber begründet: Kein Mensch kann die espérance auslöschen! Niemand wird, falls er leben will, auf die espérance verzichten, auch wenn ihr Licht zeitweise, heute, so schwach ist. Sie hat etwas Göttliches, ist etwas Göttliches, das wissen auch die Poeten und Künstler und Musiker und Engagierten in den humanistischen NGOs. Genauso wie die Philosophen und … alle Liebenden. Von dieser espérance sollten eigentlich auch die christlichen Kirchen sprechen, aber in nachvollziehbaren Worten, einfach und mit den Fragen der Menschen verbunden, also ohne das übliche, so bequeme dogmatisches BlaBla, das niemand mehr, zurecht, hören will.

 

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

 

„Alle haben die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Und sie tun es bereits!

Zum 13. August: Gedenktag der Errichtung der Berliner Mauer 1961.
Ein Hinweis von Christian Modehn

Das 1. Motto: „Es gibt auch eine soziale Theodizee, die danach fragt: Warum lassen Gesellschaften, die ihrem sozialen Selbstbild nach human und demokratisch sind, sinnloses Leid zu, obwohl sie über die Macht verfügen, solches Leid zu verhindern oder erheblich zu reduzieren.“ (Quelle: Siehe Fußnote 2)

Das 2. Motto: Wer heute, 2026, über den Bau der Berliner Mauer spricht, ohne zugleich ausführlich die Mauer – Bauer (gegen Flüchtlinge, Fremde, „Andere“ usw.) kritisch zu sprechen, ist aus der Zeit, der Gegenwart, gefallen. Das gilt auch für „Gedenkgottesdienste“ am 13.8.2026. (CM)

1.
“Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Sagte Walter Ulbricht, der Chef der DDR, am 15. Juni 1961. Zwei Monate später, am 13. August 1961, spaltete er mit dem Bau der Mauer die Stadt Berlin. West – Berlin wurde eine Art Insel, umgeben von Mauern und Stacheldraht. Die ganze DDR hatte nun mehr als bloß einen „eisernen Vorhang“.

2.
Die aktuelle Erkenntnis zum 13. August im Jahr 2026: Die DDR wollte 1961 ihre Bewohner an der Ausreise hindern, wollte niemanden rauslassen. Heute will Europa Flüchtlinge nicht mehr reinlassen, Europa ist zur Festung ausgebaut worden.

3.
„Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten“.
Die politischen Perspektiven der PolitikerInnen in Europa heute: Sie errichten seit 20 Jahren Mauern rings um Europa: Mauern aus Beton, Stacheldraht, Steinen, Frontex-Schnell – Booten. Mauern der immer rigideren Gesetzen zur Flüchtlings – Abwehr. Mauern des Hasses, lautstark und unverschämt propagiert von rechtsextremen faschistischen Politikern innerhalb der noch bestehenden Demokratien. Und: Ideologische Mauern der fundamentalistisch verirrten und verwirrten Frommen in den Kirchen, im Judentum, im Islam …die Liste weiterer Beispiele ist lang.

4.
Am 30. und 31. Juli 2026 erreichten 70.000 AfrikanerInnen und Afrikaner von Marokko aus die spanische Exklave CEUTA. Europas Politiker waren schon geübt, dieses Ereignis mit militärischen Begriffen zu deuten: Von Invasion war die Rede, von Ansturm, Überfall, Chaos. Diese „Horden“ der Eindringlinge wurden in Ceuta nicht elementar menschlich versorgt. Die Bevölkerung Ceutas und die ganze freie, Welt war glücklich, als die meisten schnell wieder nach Marokko zurückkehrten. Flüchtlinge aus dem Südsudan waren einige Wochen auf der Flucht: Im Süd -Sudan gibt’s eigentlich keine Überlebensbedingungen mehr, aber die demokratischen Staaten können nicht, wollen nicht, die herrschenden Verbrecher vertreiben.
Die mehrheitlich konservativen EU Politiker waren heilfroh, dass keinem Flüchtling von Ceuta Ende Juli 2026 die Flucht aufs spanische Festland gelang.
Nebenbei: Mit dem Bau der modernen Festungsanlage rund um Ceuta wurde schon 2005 begonnen. Jetzt wird mit vielen Millionen Euro weiter aufgerüstet, es wird ein besseres Frühwarnsystem installiert. Vor wem waren Frühwarnsysteme? Vor Flüchtlingen als Feinden, wie im Krieg!

5.
Es ist höchst merkwürdig: Soweit wir sehen, wird in den Medien kaum an die erste, ähnliche Flüchtlingsbewegung von Marokko aus nach Ceuta erinnert: Am 17. Mai 2021 ließ die Regierung Marokkos den Übertritt von etwa 12.000 Menschen in die spanische Exklave Ceuta zu. „Die marokkanischen Behörden ermutigten die Menschen eindeutig zum Gehen“, schreibt der Historiker Timothy Garton Ash (Fußnote 1).Der Grund für die „Großzügigkeit“ des marokkanischen Königs: „Seine Verärgerung über das Verhalten der spanischen Regierung gegenüber der Westsahara“, so Ash, (ebd. S. 285.)

6.
Die unerwartete Anwesenheit von mindestens 70.000 Menschen aus Afrika in der spanischen Exklave Ceuta am 30.und 31.Juli 2026 ist ein „historisches Datum“.

Die mehrheitlich rechts oder rechtsextrem orientierten Politikerinnen Europas nützen diese „Invasion der Fremden“ als Chance und entwickeln nun eine noch rigidere Flüchtlingspolitik. Sie vergessen wie üblich in ihrem Kampf gegen „die“ Flüchtlinge, dass Not, Armut und Ungerechtigkeit diese Menschen zur Flucht treiben. Dabei ist die Not für die meisten Menschen in Afrika mit-verursacht von der nach wie vor kolonialen Afrika (Wirtschafts -) Politik der EU. Anstelle einer gerechten (Wirtschafts-) Politik zugunsten der Armen werden in Europa Projekte entwickelt, abgewiesene Flüchtlinge in Lagern – etwa in Albanien oder Ruanda – unterzubringen. KZ-ähnliche Lager zur Abwehr afrikanischer Flüchtlinge finanziert die EU seit Jahren schon in Libyen. LINK
Die rechten und rechtsextremen PolitikerInnen der EU halten sich eher an die Herrscher – Cliquen Afrikas, man nennt sie in diesen Kreisen „Eliten“.
In Deutschland werden Abschiebungen von Flüchtlingen organisiert, Abschiebungen, die man,„Remigrationen“ nennen muss, durch den „christlich-sozialen“ Innenminister Alexander Dobrindt, Quelle: LINK.

Die zentrale Forderung der AfD, die „Remigration“ der Flüchtlinge, ist durch Minister Dobrindt (CSU) bereits Realität! Die AfD freut sich über diese Kollaboration.
Damit wir nicht von unverschämter Kritik belästigt werden: Wir sind nicht für eine totale Öffnung Europas „für alle“, aber wir bestehen auf den Standards, die in verschiedenen Menschenrechts – Erklärungen von europäischen Staaten und deren Bürgern eigentlich unterschrieben und eigentlich akzeptiert wurden, einst…

7.
Auch Kanzler Merz (CDU) hat den Brief der Neofaschistin und Ministerpräsidentin Italiens Meloni unterzeichnet: Darin wird die sozialistische Regierung Spaniens wird wegen der Ereignisse in Ceuta massiv angegriffen: Die letzte linke, in der Flüchtlingspolitik eigentlich etwas humane Regierung soll offenbar von Rechten und Rechtsextremen kaputt gemacht werden. Dabei folgte der spanische Ministerpräsident Sanchez einem gleichermaßen humanen wie auch wirtschaftlich sinnvollen Kurs: Bis jetzt irregulär in Spanien lebenden Lateinamerikanern wird eine Aufenthaltserlaubnis und einen Arbeitsstatus gegeben. Denn Migration ist für Europa keine Bedrohung, sondern eine zu fördernde Realität in unserer globalen Welt.

8.
Wir haben den fürs humane Leben wichtigen Begriff der Identität nicht vergessen. Die Identität eines Menschen bedeutet nicht die totale Abkapselung des Individuums, das Fixiertsein allein auf sich selbst. Das wäre der Abgrund des totalen Egoismus. Identität bedeutet für Menschen immer Verbundenheit mit anderen. Das Ich lebt nur dank der vielen Du, der vielen unterschiedlichen Wir in der Gesellschaft. Die Identität Europas ist nicht der abgeschlossene Nationalstaat, sondern das gleichberechtigte Miteinander der Verschiedenen, zu denen auch Flüchtlinge aus der Ferne, etwa aus Afrika gehören.
In einer globalen Welt können die EuropäerInnen, die vergleichsweise noch wie auf einer „Insel der Seligen“ leben, niemals wie abgekapselte Egoisten ein menschenwürdiges Leben führen. Sondern immer nur als Menschen, die das große Miteinander, das Wir, leben und lieben und die das Wir fördern, auch mit den „Anderen“ aus „anderen Kulturen“, den Flüchtlingen. Und die werden, gut respektiert und integriert, auch die Gesellschaft hier im wahrsten Sinne bereichern…

9.
„Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten und die meisten tun es bereits.“ Diese leider zutreffende These, ein „Wortspiel“ mit dem bekannten Zitat Ulbrichts kann nur von Menschen (und PolitikerInnen) korrigiert werden, die den Egoismus der Reichen als die zentrale Verfehlung der Europäer (und Nordamerikaner…) erkennen und anerkennen. Der Historiker Timothy Ash betont: „Wenn sich die Kluft zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden infolge von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und schlechter Regierungsführung weiter vergrößert, werden keine europäischen Verteidigungsanlagen mehr ausreichen. Immer mehr Menschen werden über diese Zäune klettern (das schreibt Ash 2022!)…Was wird Europa dann tun? Noch höhere Mauern bauen? Todesstreifen Anlagen? Menschen einfach ertrinken lassen?“
Die EU Politiker haben jedenfalls nach den „Ereignissen“ in Ceuta am 30.Juli 2026 fest versprochen: Die Grenzen noch viel sicherer, also unüberwindbar, zu machen. Die Festung Europa wird noch fester, fest versprochen.

10.
Ist die Errichtung einer Brandmauer durch die demokratischen Parteien in Deutschland gegen die AfD eine die Not wendende Mauer? Oder hat die AfD mit ihrer rechtsextremen Politik diese Brandmauer errichtet?
Das Problem ist: Sollen sich Demokraten gegen alle WählerInnen der AfD durch eine Mauer abgrenzen und gegen diese verteidigen, dürfen sie die AfD – WählerInnen isolieren und als „nicht zur Demokratie zugehörend“ betrachten? Oder sollte man sogar zwischen rechtsextremen AfD WählerInnen und bloß frustrierten AfD Wählern unterscheiden? Oder gilt die Ablehnung, die ein Brandmauer in diesem politischen Sinne meint, nur der nachgewiesen rechtsextremen Führung der AfD?
Immer wieder wird selbst noch im August 2026 – vor den Wahlen in Sachsen – Anhalt – ein Verbot der AfD gefordert: Wir meinen, diese ewigen Diskussionen kommen jetzt viel zu spät. Demokraten in Deutschland sind unfähig, antidemokratische Organisationen sehr früh, im Status des Entstehens, zu erkennen und zu verbieten. Und die Anhänger dieser Parteien zu überzeugen, dass es grundsätzlich keine Alternative zur Demokratie gibt, ohne dabei die Fehler der Demokraten zu verschweigen.

11.
Interessant ist, den Begriff Brandmauer als Fachbegriff der Architektur zu betrachten: Wikipedia schreibt: „Eine Brandwand oder Brandmauer (selten auch Brandschutzwand, früher auch Feuermauer und Brandgiebel) ist eine Wand, die durch ihre besondere Beschaffenheit das Übergreifen von Feuer und Rauch von einem Gebäude oder Gebäudeteil zu einem anderen verhindern soll.“ Längst hat der Rauch und das Feuer der AfD andere Gebäude, also andere Parteien, erreicht. Die AfD hat – mit anderen rechtsextremen Parteien und Organisationen – bereits das politische Klima vergiftet, die Schleusen von Hass und Gewalt geöffnet. In dieser Situation ist es gefährlich, in sogenannten Einzelfällen gelegentlich mit diesen Brandstiftern zu kooperieren. Wer einmal sagt: Die AfD ist nicht so schlimm, wird es auch bei weiteren politischen Entscheidungen sagen. Es gibt bereits eine Kooperationen etwa der CDU mit der AfD, etwa bei gemeinsamen Abstimmungen oder Absprachen, etwa in Kommunal- und Kreistagen..

12.
Wir haben vor einigen Jahren, 2021, unserer Erinnerung an den 13. August 1961, auch auf den Vatikan – Staat (auch den „Heiligen Stuhl“) mit seinen dicken, fetten und unzerstörbaren Mauern hingewiesen. Beton ist gar nichts dagegen. Diese Kirche hat sich seit Jahrhunderten schon an ihrem Stammsitz Vatikan, dem Ort aller päpstlichen Behörden, eingemauert. Obwohl Papst Leo XIV. sicher auch sagen kann: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“ Aber er bleibt bei den wie Beton wirkenden Dogmen (etwa zur Erbsünde) und hält an Beton – Traditionen fest (etwa das Zölibatsgesetz, das Nein zum Priestertum der Frauen usw.). Alle Offenheit und Freundlichkeit des Papstes wirkt eher wie gespielt, wenn nicht verlogen, solange er die Mauern seiner Kirche nicht abreisst, und das läge in seiner Allmacht… Aber das tut er nicht. Der Klerus will absolut nicht auf seine Vor-Macht niemals verzichten. Sie soll ja von Gott höchstpersönlich verfügt sein…LINK

13.
„Alle haben die Absicht, Mauern zu errichten und die meisten tun es bereits.“ Mit unserem Titel haben wir darauf hingewiesen: Die meisten europäischen PolitikerInnen und die ihnen folgenden BürgerInnen/WählerInnen aktualisieren in der „Flüchtlingspolitik“ auf paradoxe Weise das Statement des DDR Chefs Walter Ulbrichts: Auch heute wird jeder Politiker sagen: Er habe doch nicht die Absicht, Mauern um Europa herum zu errichten.

14.
Das Datum des Mauerfalls, 7. November 1989,  war in Europa offenbar nur ein kurzes Intermezzo der Freiheit und universellen Menschenrechte: „Der Mauerfall“ 1989 ist heute, 2026, nur noch ein poetisches, ein nostalgisches Wort in der realen Politik Europas und der USA, die überall Mauern errichtet…

Fußnote 1: Timothy Garten Ash, „Europa. Eine persönliche Geschichte“. DTV, 2023, S. 386.

Fußnote 2: Zit. aus dem sehr empfehlenswerten Buch „Hinter Mauern. Geschlossene Grenzen als Gefahr für die offene Gesellschft“ . Hg. Volker M. Heins und Frank Wolff, Suhrkamp, 2023, zit. S. 99.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

 

 

 

 

 

 

 

Islamisten und Rechtsradikale in Deutschland: Vereint im Hass auf Homosexuelle und Queers

Töten und Zerstören: Das ist die Praxis der Mörder des fundamentalistischen Islams, der Anhänger des IS.  Zum Attentat anläßlich des CSD Festivals am 25. Juli 2026 in Berlin.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 26. Juli 2026 um 21.00 Uhr

Nur einige Hinweise:

1.
Nach dem Mord und den Attacken durch den IS -Mörder am 25.7.2026 wird von Frau Klöckner CDU die Flagge des Reichstags auf Halbmast gesetzt. Frau Klöckner, Bundestagspräsidentin, hatte sich zuvor explizit geweigert, ein viel wichtigeres Symbol zu setzen: Sie weigerte sich, den Reichstag mit der Regenbogen – Flagge anläßlich des CSD zu schmücken. Das wäre ein starkes Signal gewesen: Die Demokratie in Deutschland ist aufseiten der Homosexuellen und Queers. Das wollte Frau Klöckner trotz zahlreicher Proteste nicht. Die Trauer – Flagge hat jetzt etwas Scheinheiliges.
Jetzt wird von höchsten CDU Politikern beteuert: Wie sehr doch die Vielfalt, das Bunte, wie sie sagen, geschützt werden muss. Ich würde mir wünschen, wenn Klöckner, Dobrindt, Merz usw. glaubhaft und ohne Floskeln sagen: Wir stehen ganz aufseiten der Queers, der Homosexuellen und ihr Leben in Vielfalt. Sie sind ein Symbol unserer demokratischen Freiheit und der Geltung der universell geltenden Menschenrechte.

2.
Was sagt der katholische Erzbischof von Berlin am 26.7. morgens zum Morden beim CSD Festival: „Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest, brutal zu zerstören. Wir sind mit unseren Gebeten bei allen Opfern und ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden und auch bei allen, denen der Hass die Freude genommen hat. Wir halten Fürbitte in unseren Sonntags-Gottesdiensten für alle Betroffenen und für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft. Der Hass darf nicht gewinnen.“
Das Wort Homosexuelle, Queers ,sucht man in diesem frommen bischöflichen Floskel – Erguss vergebens. Wie üblich und wie in frommen Worten auch total hilflos wird zum Beten aufgerufen. Ja betet mal, ihr Kirchenfürsten, wird Gott die kirchenamtliche Verfolgung und die bis heute im Katechismus fixierte Diskrimierung von Homosexuellen verzeihen?
Es geht ja auch nicht um „den Hass“, wie Bischof Koch meint, es geht um den sehr speziellen konkreten Hass auf Homosexuelle und Queers.
Die katholische Kirche war sich bekanntlich im Unterschied zur Evangelischen Kirche in Berlin zu fein, einen eigenen Wagen der katholischen Kirche bei der Demo am 25.5. 2026 in Berlin zu gestalten. Wahrscheinlich hätten auf dem Wagen dort viele schwule Priester und lesbische Nonnen gern der Menge segnend zugewinkt. Es ist blamabel, wie sich die katholische Kirche in Berlin gegenüber den Homosexuellen und Queers verhält. Aber: Vielleicht interessiert sich ja wirklich niemand mehr in Berlin für diese Institution…

3.
Am wichtigsten ist die Erkenntnis: Der Homo-Hass und der Hass auf Queers durch islamische und islamistische Kreise ist sehr verwandt mit dem bekannten Homo – Hass und dem Hass auf Queers durch die verschiedenen rechtsextremen, faschistischen Gruppen und Parteien in Deutschland jetzt.
Man beachte bitte: CSD Festivals in ostdeutschen kleinen und größeren Städten kommen ohne heftigen Polizei-Schutz schon seit Jahren gar nicht mehr aus. Wir haben um der Schnelligkeit wegen KI zum Thema befragt: Jede LeserIn wird weitere Beispiele dafür finden, dass normales Feiern und Demonstrieren durch Homosexuelle und Queers vor allem in ostdeutschen Städten und Städtchen gar nicht mehr möglich ist. Homosexuelle und Queers leben dort förmlich unter Polizeischutz, das ist die Tatsache. Aber weil die CDU/CSU sozusagen die AfD rechts überholen will (Stichwort Asylpolitik) wird sich daran nichts ändern.
Also hier nur einige Beispiele von KI unvollständig übermittelt:

4.
„Zahlreiche CSD-Veranstaltungen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen standen wegen rechtsextremer Mobilisierungen und Bedrohungen unter erhöhtem Polizeischutz, darunter vor allem in Cottbus, Bernau, Falkensee, Bad Belzig sowie in Magdeburg und Halle (Saale).

Brandenburg
Cottbus: Nach vorangegangenen Brandanschlägen und Angriffen fand der CSD hier unter starker polizeilicher Sicherung statt.
Bernau, Falkensee und Bad Belzig: Kleinere und größere CSD-Proteste in brandenburgischen Städten wurden aufgrund direkter Mobilisierungen und Gegenproteste aus dem rechtsextremen Spektrum massiv von der Polizei begleitet.
Bad Freienwalde und Eberswalde: Nach konkreten Angriffen auf queere Veranstaltungen und Feste für Vielfalt (wie in Bad Freienwalde) war die Polizeipräsenz bei den dortigen beziehungsweise nachfolgenden Pride-Aktionen deutlich erhöht.
Sachsen-Anhalt
Magdeburg: Der CSD verzeichnete zwar tausende Teilnehmende, musste jedoch zum Schutz der Menge großflächig von Einsatzkräften begleitet werden.
Halle (Saale): Auch hier begleitete die Polizei die Veranstaltung wegen angedrohter rechter Gegenproteste intensiv, die von Gruppen wie den „Jungen Nationalisten“ angemeldet worden waren.
Thüringen
Erfurt, Sonneberg und Nordhausen: Die dortigen CSD-Demonstrationen für Weltoffenheit und Vielfalt wurden von den Behörden angesichts eines zunehmend angespannten sicherheitspolitischen Klimas und rechten Gegenprotests mit verstärkten Schutzkonzepten versehen.

Zur Gewalt durch rechte und Rechtsextreme gegen Queers – nur in Berlin – siehe : LINK. Siehe auch den Maneo-Report: LINK

Ben Miller, Schwules Museum Berlin, Im Interview mit dem ND am 28.7.2026:

„Es gibt einen rasanten Anstieg von queerfeindlichen Übergriffen. Da geht es nicht nur um Parolen, sondern immer wieder auch um Gewalt. Und das aus jeder gesellschaftlichen Ecke. Es gibt keinen queeren oder trans Menschen, der nicht schon mal mit Bedrohungen auf der Straße oder im Netz konfrontiert war. Die Reaktion der Politik darauf ist, queere Infrastruktur kaputt zu sparen. Wenn man an Präventionsmaßnahmen, am Kampf gegen Homo- und Transphobie oder an den sozialen Strukturen der queeren Community spart, steigt die Wahrscheinlichkeit von Gewalt.

Welche Bedrohung stellt Islamismus für queere Communitys dar?
Gewalt gegen queere und trans Menschen hat ihren Ursprung in Homo- und Transphobie. Mir fehlt die Auseinandersetzung mit diesen Ideologien im aktuellen Mediendiskurs. Was die meisten dieser Angriffe gemeinsam haben, ist, dass sie von jungen Männern mit patriarchalischen Weltanschauungen ausgehen. Manchmal rechtfertigen sie ihre Taten mit religiösem Fanatismus, manchmal mit Antifeminismus, manchmal mit der Sorge um den Fortbestand des vermeintlichen Volkes. Wir wissen, dass laut Kriminalstatistik rechtsextreme Gewalt andere genannte Ursachen für Angriffe auf queere und trans Personen bei Weitem übertrifft. Die Bedrohung kommt nicht von außen, sondern aus dem Inneren »unserer« Gesellschaft.“

Siehe die ausführlichen Infos: LINK:

5.
Mit der gleichen Intensität, mit der nun (potentielle) IS – Mörder in Deutschland beobachtet und bestraft werden, sollten auch die rechtsextremen Feinde des demokratischen Lebens beobachtet und bestraft werden, also die Feinde der völligen Gleichberechtigung homosexuellen und queeren Lebens. Dass das geschieht, wünschen sich viele der noch verbliebenen Demokraten dringend. Sie zweifeln aber an der Kraft etwa der CDU/CSU über großspurige Worte der „tiefen Trauer“ hinaus tatsächlich wirksam die rechtsextremen Feinde homosexuellen und queren Lebens zu verfolgen und zu bestrafen. Bald werden die Demokraten in Deutschland erleben, was eine AfD Regierung etwa in Sachsen – Anhalt für Unheil anrichtet…

Copyright: Christian Modehn, religionsphilosophischer-Salon.de