Für die Vielfalt, nicht nur im Glauben. Ein Interview mit Prof. Johan Goud, Den Haag

Für die Vielfalt, nicht nur im Glauben

Ein Interview mit dem Theologen und Pastor der Remonstranten-Kirche Prof. em. Johan Goud (Den Haag):

Die Fragen stellte Christian Modehn

Zwei Fragen beziehen sich unmittelbar auf die Theologie: Die Freiheit ist entscheidend für Remonstranten, auch die Selbstbestimmung des einzelnen, seinen Glauben zu leben auf seine je individuelle Art. Haben deswegen die Remonstranten de facto kein allgemein verbindliches Glaubensbekenntnis? Ebenso gilt die weitere Frage: Was hält Remonstranten zusammen bei der akzeptierten Glaubens-Pluralität? Und warum ist Pluralität der religiösen Überzeugungen ein Vorteil?

Aber zunächst zur aktuellen politischen Situation in den Niederlanden, dort sind Parlaments-Wahlen am 15. März 2017, mit der Prognose, dass die populistische und rechtslastige Partei PVV stark wird): Was können Christen in den Niederlanden, was können Remonstranten, jetzt tun gegen Wilders und die PVV?

Johan Goud:

Diese Frage betrifft auch den Populismus, der sich im Augenblick in der ganzen Welt regt und der in den Niederlanden verbunden ist mit dem Namen Pim Fortuyn, er wurde im Mai 2002 von einem fanatischen Umwelt-Aktivisten ermordet. Der Populismus in Holland ist auch verbunden mit Geert Wilders und seiner Partei “Für die Freiheit” (PVV). Der Italiener Berlusconi, der Engländer Farage (Brexit), die Französin Le Pen, der Amerikaner Trump: Sie vertreten alternative, national bestimmte Varianten. Ich finde, es ist ein außerordentlich kompliziertes Phänomen, an dem von verschiedenen Gesichtspunkten aus mehrere auseinanderlaufende Sachen zu beobachten sind.

Zu den Hauptursachen in einem allgemeineren Sinne rechne ich: Die Aushöhlung und Ächtung der kritischen Informationsbeschaffung durch die ‘sozialen Medien’; die Zerstückelung der Gesellschaft durch den Zerfall der alten Gemeinschaftsverbände, d.h. der Kirchen, Gewerkschaften, politischen Parteien; die extrem schnelle Verwandlung der Gesellschaft durch moderne Technologien, infolge derer sich sehr viele an die Seite gedrängt fühlen (und oft auch faktisch arbeitlos gemacht worden sind).

Ursachen in einem eher spezifischen Sinne sind meiner Einschätzung nach – immerhin im Falle der Niederlande – die Privatisierung öffentlicher Dienste (wie der Energiebetriebe, der Post, der Fürsorge bedürftiger Mitbürger), aber auch die langjährige, politisch allzu “korrekte” Unterbewertung der multikulturellen Problematik. Die Folge der letztgenannten Fehlentwicklung werden besonders von den Bewohnern der ärmeren Viertel unserer Großstädte tagtäglich gefühlt und wahrgenommen.

Dies alles hat jetzt zu einer giftigen Mischung geführt, einer Mischung aus einer sich ‘national’ nennenden Nostalgie und Sehnsucht nach der vertrauten Gemeinschaftlichkeit der 50-er Jahre (die den meisten heute tatsächlich aber vőllig fremd und unbekannt geworden ist); intolerantes Verhalten den ausländischen Arbeitnehmern, den Asylbewerbern, den Flüchtlingen und jedem Fremden gegenüber; Aversion generell gegenüber unzuverlässig angesehenen Politikern und Akademikern – der ganzen verabscheuten Elite – und schließlich ein besinnungsloses Verlangen nach dem geträumten ‘starken Mann’, der ‘reinen Tisch’ machen wird.

Soweit meine Analyse, die wenig Neues enthält. Es ist aber insgesamt eine sehr traurig stimmende Geschichte. Falls wir nicht achtgeben und die gemachten Fehler korrigieren und adäquate Maßnahmen ergreifen, laufen wir die große Gefahr, daß unsere reichen, demokratischen Gesellschaften durch diese massive Unzufriedenheit tiefgehend zerrüttet werden.

Ich komme jetzt in die Nähe deiner Frage zu den Remonstranten: Was kőnnten sie tun, um diese heillosen Entwicklungen abzuwenden? Es ist klar, daß die Remonstranten eine radikal un-populistische Tradition vertreten. Die Ideale von Freiheit und Toleranz werden in der kurzen Prinzipienerklärung der Remonstranten nachdrücklich erwähnt. Sie wandten sich gleich in den ersten Dezennien der niederländischen Republik, die 1581 gegründet wurde, gegen unfreiheitliche Tendenzen in Kirche und Staat (etwa der weltweit bekannte Staatsrechtler Hugo Grotius oder der Theologe und Gründer der remonstrantischen Kirche, Johannes Uytenbogaert). Zu Beginn des 20sten Jahrhunderts waren Remonstranten ganz deutlich anwesend in der religiős-pazifistischen Bewegung (etwa der Theologe G.J.Heering, u.a. mit seinem 1928 erschienenen Buch “Der Sündenfall des Christentums; Eine Studie zum Christentum, Staat und Krieg”) und 1987 änderten sie als erste Kirche weltweit ihre eigene Kirchenordnung, damit die kirchliche Trauung homosexueller und lesbischer Ehepaare mőglich würde.

Zu den Fragen 2 und 3 sagt Johan Goud:

Das Ideal der Freiheit verbunden mit der Überzeugung, daß der Glaube im individuellen Menschen anfängt und daß diese elementare Freiheit respektiert werden soll, hat die Remonstranten tatsächlich gegenüber allgemeingültigen Glaubensbekenntnissen äußerst zurückhaltend gestimmt, wie von dir in deiner Frage zwei zu recht hervorgehoben wird. Aus mehreren Gründen haben die Remonstranten trotzdem solche Bekenntnisse formuliert, nämlich in den Jahren 1620, 1940 und 2006. Die Intention dabei ist aber sicherlich niemals gewesen, daß ein formuliertes Bekenntnis allgemeinverbindlich werde und die Gläubigen in ihrem eigenen religiösen Leben förmlich bestimmen oder gar gängeln sollte. Im Gegenteil. Wer zur remonstrantischen Kirche gehören will, schreibt sein persőnliches Glaubensbekenntnis. Und im Vorwort der őffentlichen Glaubensbekenntnisse steht jedesmal, wie auch in 2006: ‘Im remonstrantischen Glaubensverstehen ist es selbstverständlich, daß kein einziges Glaubensbekenntnis eine unwidersprüchliche Autorität besitzt. Die Absicht eines Bekenntnisses kann keine andere sein, als daß es ‘mit Vorsicht und in Liebe den Weg des Glaubens weist und erleuchtet’.’

Diese Reserviertheit gegenüber allgemein verpflichtenden Bekenntnissen kommt auch zum Ausdruck in den ersten Sätzen des Bekenntnisses von 2006: Sie sprechen zuerst vom Menschen, also nicht, wie in klassischen Bekenntnissen üblich, von Gott:

Wir sind uns bewusst und erkennen,
dass wir unsere Ruhe nicht finden
in der Sicherheit dessen, wozu wir uns bekennen,
doch in Verwunderung über das, was uns zufällt und geschenkt wird;

dass wir unsere Bestimmung nicht finden in Teilnahmslosigkeit und Habgier,
sondern in Wachheit und Verbundenheit mit allem, was lebt;

dass unser Dasein nicht erfüllt wird in unserem Sein und Haben, sondern in etwas unendlich Grösserem als wir erfassen können.

Durch dieses Bewusstsein geleitet, glauben wir an Gottes Geist,
der alles, was Menschen trennt, übersteigt
und sie beseelt zu dem, was heilig ist und gut,
auf dass sie, singend und schweigend,
betend und handelnd,
Gott ehren und dienen.

Vor diesem Hintergrund ist deine Frage drei ganz verständlich. Denn was hält diese Kirche als Glaubensgemeinschaft zusammen, wenn sie so explizit die konfessionelle Selbstbestimmung des einzelnen hervorhebt und sich zurückhaltend oder sogar ablehnend verhält zur Neigung aller religiősen Institutionen, “gierig” zu werden (um es mit dem bekannten Wort des Sozialpsychologen Coser zu sagen), also Gläubigen an die Institution zu fesseln und zum Konformismus zu zwingen? Ein wichtiger Punkt ist, glaube ich, daß unsere Prinzipienerklärung und auch diese zurückhaltenden Glaubensbekenntnisse eine von den meisten Remonstranten akzeptierte Orientierung in Worte fassen. Remonstranten stimmen im allgemeinen überein in dem Wunsch: Im Geiste der Prinzipien von Freiheit und Toleranz eine Glaubensgemeinschaft zu bilden, die die Bibel historisch-kritisch liest und Gott ehren und dienen will.

Remonstranten sind aber auch davon überzeugt, daß Pluralität im Glauben erforderlich ist, daß Vielfalt, mit anderen Worten, keinen Verlust, sondern einen Gewinn darstellt. Denn unter der Bedingung der Pluralität werden die vielfältig geprägten Menschen sich persőnlicher und bewußter auf diese Glaubensgemeinschaft bezogen fühlen. Außerdem wird sie dazu führen, daß diese Gemeinschaft keine uneigentlichen Barrieren aufwirft und keine Mauern errichtet zwischen Gläubigen, Andersgläubigen und Nicht-Gläubigen. Denn die Grenzen zwischen diesen Kategorien und Gruppen durchqueren jeden einzelnen von uns selbst. Es wäre unehrlich und es würde zur Intoleranz führen, wenn diese innere Vielfalt negiert bliebe.

Dies bringt mich zurück zu deiner übergreifenden Frage nach unserem Verhalten gegenüber Geert Wilders und seinem niederländischen Populismus. Was kőnnten Christen, was kőnnten Remonstranten dagegen tun? Vieles, glaube ich – aber bitte keine schőnen und eindrucksvoll formulierten Appelle, die nur von den schon lange Überzeugten ernstgenommen werden. Ich beschränke mich zu zwei Beispiele eher noch kleiner Projekte, die zu tun wären.

An erster Stelle geht es um Selbstkritik. Der neue “Allgemeine Sekretär der Remonstranten”, Joost Rőselaers, hat über mehrere Medien die Niederländer, besonders die gebildeteren Kreise, aufgerufen, Schluß zu machen mit der globalen Verurteilung des populistischen Trends und stattdessen Selbstkritik zu üben. Rőselaers war bis vor kurzem Pastor in London, an der Holländischen Kirche, die inmitten des Bankenviertels steht. Brexit, Trump und all die anderen halten uns einen Spiegel vor, sagt Rőselaers. Wir müssen beispielsweise in der Europäischen Union wieder zu dem kommen, womit alles einmal begann: zu den Idealen von Frieden und Solidarität. Warum haben wir die Aushöhlung dieser Ideale durch das Handeln der “Finanzwelt” nicht korrigiert? “Früher erklärten die Kirchen dir, was gut und schlecht war. Das ist innerhalb von 50 Jahren verschwunden; nun müssen wir selbst suchen, was gut und böse ist. Ich will nicht zurück in die Zeiten, als die Kirchen noch so viel Macht hatten. Aber wir müssen wohl zurückkehren zu einer Lebensform, die uns gut untereinander verbindet” (Joost Rőselaers).

An zweiter Stelle müssen wir die heillose Zweiteilung von Hochgebildeten und eher weniger Gebildeten überwinden. Ich habe meine Facebook-Freunde aufgerufen, sich dafür einzusetzen und habe aus dem Kreise dieser digitalen Freunde viele positive Reaktionen erhalten, zum Beispiel vom Islamologen Michiel Leezenberg und vom bekannten Autor Abdelkader Benali. “Es wird über diese genannte Kluft zu recht viel geklagt und auch über den sehr ernstzunehmenden Mangel, bei vielen in unserer Gesellschaft, an richtigen Informationen und Argumenten, die Fehler korrigieren. Die Gemeinschaftsverbände von einst, in denen die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten einander begegneten, funktionieren nicht mehr. Was übrig bleibt sind die ‘social media’, die nur geben, was Menschen suchen. Diese ‘social media’ aber verbreiten auch vielen “Unsinn” (fakenews). Dies ist als eine der wichtigen Ursachen der Radikalisierung von rechts und links anzusehen. Also: Platziert mindestens einmal pro Woche einen Beitrag auf die Twitter-, Facebook- und andere Nachrichten-Sites, wo sich die heftigen, oft äußerst emotionalen und diskriminierenden Diskussionen abspielen. Reagiert da ruhig und entschieden, aber nicht moralisierend mit einem vernünftigen Beitrag. Ich habe da bis jetzt nur wenige Erfahrung gesammelt, zureichend aber, um zu wissen, dass diese kleine Initiative funktioniert und der Mühe wert ist”. (Johan Goud)

Ich sehe wohl, daß dies für viele eine nicht leichte Aufgabe ist, sich einzumischen in diese Art von Diskussionen, wo dir die populistischen Vorurteile um die Ohren fliegen. Aber ich denke, daß auf diesem konkreten und sehr dicht an den Problemen orientierten Niveau eine erste notwendige Antwort liegt auf deine Fragen. Nicht in der Sphäre von vollmundigen Erklärungen und Verurteilungen kommen wir weiter, sondern auf dem eher bescheidenen Niveau von Kommunikation und Argument.

copyright: Prof. Johan Goud

 

 

 

Von einem Gott, der „beinahe nicht besteht“. Zum theologischen Profil eines remonstrantischen Theologen

Ein Beitrag des holländischen Theologen Prof. Johan Goud, Den Haag.

Die Frage stellte Christian Modehn: Es gibt in der weiten Ökumene sehr viele und sehr unterschiedliche, immer mehr auch evangelikale und pflingstlerische Kirchen. Eine kleine protestantische Kirche in Holland nennt sich „Remonstranten“ als eine theologisch-liberale Glaubensgemeinschaft. Sie ist eine Ausnahme im weiten Feld der sich orthodox nennenden Kirchen. Wie würden Sie in Ihrer Sicht das besondere theologische Profil der Remonstranten kurz beschreiben?

Prof. Johan Goud:

Remonstranten lieben es, die Grenzen des christlichen und theologischen Sprachspiels auszuloten und Philosophen, Künstler, Schriftsteller, Andersgläubige und Nichtgläubige zu Rate zu ziehen. Das gilt auch für die Art und Weise, wie viele von uns Theologie betreiben und als Pastoren arbeiten. Ich selbst habe immer die Erfahrung gemacht, dass ich nach dem Verweilen an den Grenzen des Glaubens immer wieder zum christlichen Glauben zurückkehrte. Und das nicht deswegen, weil sich dort für mich das Zentrum befindet. Sondern mehr deswegen, weil die Erinnerung an den Glauben für mich einfach nicht abzulegen war und mich auch nicht losließ.

Diese Erfahrung liegt auf der Linie mit dem, was die „Grundsatzerklärung“ der Remonstranten über das Evangelium von Jesus Christus sagt: Dass es der Nährboden dieser Glaubensgemeinschaft ist – ohne dabei zu leugnen, dass dabei mehr nötig ist, um eine Pflanze (gemeint ist die Glaubensgemeinschaft) wachsen zu lassen. Übrigens sind (auf der Linie von Gilles Deleuze) auch verschiedene Typen von Wurzeln zu unterscheiden: vertikal wachsende Wurzeln die raubsüchtig und exklusiv sind, oder so genannte Rhizome, die sich unterirdisch verästeln und sich verbinden mit anderen Wurzeln.

Das ist nun im ganzen wahr und da zeigen sich notwendige Relativierungen. Und doch ist es von einer entscheidenden Bedeutung, dass das Evangelium in der Grundsatzerklärung der Remonstranten ausdrücklich genannt wird: „Die Remonstranten sind eine Glaubensgemeinschaft, verwurzelt im Evangelium und in Jesus Christus, und die getreu dem Grundsatz von Freiheit und Toleranz, Gott ehren und dienen will“.

In der Verwirklichung dieses theologischen Auftrags gehen remonstrantische Theologen sehr auseinander. Einige sind geneigt, den Grundsatz der Freiheit sehr zu fordern, vielleicht zu überfordern und in einer allgemein-religiösen Weise zu interpretieren. Andere betrachten Freisinnigkeit eher als die Bejahung von einer kritisch –konstruktiven Aufgabe innerhalb des ganzen der christlichen Tradition. In den Worten des remonstrantischen Theologiehistorikers Eginhard Meijering (Leiden; Ehrendoktorat in Heidelberg): „Freisinnig sein bedeutet: Dass du so orthodox sein kannst wie du selbst willst und nicht so, wie du es von einem kirchlichen Club oder von einer Vereinigung her sein müsste“. Freisinnigkeit ist so betrachtet (eine bei Belieben fragende, in Zweifel ziehende, entgrenzende oder gerade auch polarisierende) Variante von „Orthodoxie“, verstanden als Reflexion in Solidarität mit der christlichen Glaubenstradition.

Was mich selbst betrifft: Ich fühle mich eher zu Hause in der letzt genannten Gestalt von Freisinnigkeit und sehe sie als eine Einladung zur „Dekonstruktion“ der christlichen Tradition. Das heißt, dass ich die Fremdheit traditionell religiöser Sprache hervorhebe; dass ich diese merkwürdige Sprache unablässig in Beziehung bringe mit andersartigen (philosophischen und literarischen) Redensarten und auf der Suche bin nach einer – eventuell nicht oder kaum religiösen – Sprache vergleichbarer Intensität. Sprechen über Gott und Glaube stehen im Zeichen von dem, was andere „Religion ohne Religion“ oder „Gott nach Gott“ genannt haben. Ich selbst habe über Gott geschrieben, der „beinahe“ nicht besteht; dessen Bestehen etwas ist, das ständig neues Sprechen und neue Umschreibungen nötig hat. Diese Auffassung steht nahe zu dem, was etwa der amerikanische Religionsphilosoph John Caputo schreibt über Gottes „Insistenz“ (anstelle von Existenz). Er meint damit, Gottes Wirklichkeit sei nicht ein Sein, sondern ein Rufen und Drängen. Obwohl Caputo, was den Menschen betrifft, geneigt ist, länger als mir lieb ist an dem Begriff Verlangen festzuhalten. Glauben kennt, Gott sei Dank, auch seine Momente des Findens und der Übergabe.

Copyright: Prof. Johan Goud, Den Haag.

Buchmesse und Niederlande: Religion und Literatur in Holland. Ein Beitrag von Prof. Johan Goud

Die Buchmesse in Frankfurt am Main hat in diesem Jahr die Literatur in den Niederlanden und in Flandern gewissermaßen zum Schwerpunkt gewählt. Was Religionen und Kirchen betrifft, haben die Niederlande nicht gerade den Ruf, ausgesprochen kirchengebunden und gläubig zu sein. Statistisch gesehen gilt Holland als eines der am meisten säkularisierten Länder Europas, wenn man das denn statistisch überhaupt erfassen kann. Wer schaut schon die Seele der Menschen?  Die religiöse Frage hat sich aber in ihrer ganzen Vielfalt nur verlagert, etwa auch in die Literatur und die Poesie. Ein Beitrag der Zeitschrift PUBLIK-FORUM bietet eine gute Übersicht zur Pluralität des Religiösen in der heutigen niederländischen Literatur. Autor ist Prof. em. Johan Goud, Den Haag, Theologe, Philosoph und Pastor der Remonstranten-Kirche. Den Beitrag können Sie in PUBLIK-FORUM lesen, wenn Sie hier klicken.

Zu Publik-Forum: www.publik-forum.de

Eine humanistische christliche Kirche und ihr Initiator Jacobus Arminius

Eine humanistische christliche Kirche des freien Geistes: Der Reformator Arminius und die Remonstranten.

Veröffentlicht in leicht veränderter Form innerhalb der Reihe „Reformation am Rande“ in der Zeitschrift PUBLIK – FORUM am 15. April 2016. Wir veröffentlichen diesen Beitrag, weil er auf eine bislang einmalige Verbindung von Humanismus bzw. freiem Geist (d.h. auch Liberalität und Anti-Dogmatismus) UND biblisch inspriertem Glauben hinweist. Die Gestalt des Arminius und die Kirche der Remonstranten (die sich bescheiden „Bruderschaft“ nennt) verdient Beachtung auch in philosophischem Zusammenhang.

Von Christian Modehn

Die Reformation hat sich in den Niederlanden nur zögerlich durchgesetzt. Aber schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es unter den Calvinisten zu Spaltungen und Verfolgungen. Es ging dabei, modern formuliert, um die Gültigkeit eines humanistisch geprägten Glaubens in einer sich dogmatisch verhärtenden calvinistischen Kirche. Es waren vor allem Flüchtlinge, die zuerst den reformierten Glauben im Sinne Calvins in den Niederlanden verbreiteten. Die erste Synode fand 1574 statt, dabei formulierten sie auch ihr Glaubensbekenntnis mit der zentralen Lehre Calvins über die Prädestination (Vorherbestimmung): Gott hat in aller Ewigkeit verfügt, welcher Mensch erlöst und welcher verdammt ist. Aber nur Gott weiß, so Calvin, wer gerettet wird und wer nicht. »Die Theologen nach Calvin legten aber immer mehr Nachdruck auf die Verdammung bestimmter Menschen«, schreibt der Theologe Marius van Leeuwen. So entstand »ein strenges, Angst machendes Glaubenssystem«. Dem widersprach entschieden der holländische Theologe Jacobus Arminius: 1559 in der Provinz Utrecht geboren, studierte er unter anderem in Genf bei Calvins Nachfolger Theodor de Bèze. Danach wurde er in Amsterdam Pfarrer und 1603 Theologieprofessor in Leiden. Humanistisch geprägt, konnte er die pessimistische Lehre seiner Kirche nicht unterstützen: Sie gestehe dem Menschen keine Freiheit zu, sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Wenn Gott alles vorherbestimme, herrsche Defätismus und vielleicht sogar Unmoral, weil letztlich alles gute Handeln wertlos sei. Das Plädoyer von Arminius für die menschliche Freiheit fand schärfsten Widerstand. Leider konnte Arminius seine Theologie nicht umfassend darstellen, er starb schon 1609. Aber sein großer Freundeskreis verteidigte diesen von humanistischem Geist geprägten Glauben. 44 Theologen verfassten 1610 ihre grundlegende Schrift »Einspruch«, »Remonstratie«: Sie erzeugte so viele leidenschaftliche Debatten, dass ihre Anhänger Remonstranten genannt wurden. Die orthodoxen Calvinisten definierten sich als »Contra-Remonstranten«. Die Synode in Dordrecht 1618 sollte mehr Klarheit bringen, aber es kam zu keiner Versöhnung: Die Minderheit der Remonstranten musste Holland verlassen, unter anderem flohen viele auch nach Friedrichstadt bei Schleswig. Der Politiker Johan van Oldenbarneveld, der noch für Toleranz kämpfte, wurde 1619 enthauptet; der berühmte Rechtsphilosoph und Remonstrant Hugo Grotius wurde verhaftet, konnte aber nach drei Jahren fliehen. Erst zehn Jahre später beruhigte sich die Lage, und die »Ketzer«, die Remonstranten, konnten wenigstens ihre kleinen Kirchen aufbauen, meist versteckt hinter normalen Hausfassaden. Doch ihre Wirkungsgeschichte ist beachtlich: Seit dieser Zeit sind die Niederlande religiös pluralistisch und tolerant, es gab ja immer viele Katholiken im Süden des Landes. »Toleranz ist eine Forderung der Intelligenz und Einsicht. Wer intolerant ist, der ist unwissend«, sagt der remonstrantische Theologe Johan Goud. Die Remonstranten sind in den Niederlanden immer eine zahlenmäßig kleine Kirche geblieben, haben aber ihr eigenes Profil weiter gepflegt: Als »Freisinnige« förderten sie sehr früh die historisch-kritische Bibelforschung, sie deuten „Gottes Wort“ als ein Zeugnis, ein Buch, von Menschen (!) auf der Suche nach Gott. Sie halten Fragen und Disputieren für entscheidend, schätzen und fördern den je-eigenen, den individuellen Glauben über alles. Auch das 2006 neu geschriebene Glaubensbekenntnis versteht sich nur als ein Vorschlag, es gibt kein alle Mitglieder bindendes Credo. Im Geist der Menschenrechte waren die Remonstranten die erste Kirche, die Homosexualität als eine normale Variante der Sexualität verstanden und deswegen seit 1988 homosexuelle Partnerschaften und Ehen in ihren Kirche segnen. Im Geist der Offenheit ist selbstverständlich jeder, gleich welchen Glaubens, eingeladen, am Abendmahl teilzunehmen. Aufgrund ihrer Theologie sind Remonstranten gefragte Gesprächspartner für Agnostiker, Atheisten und unreligiöse Humanisten. Aufs Ganze gesehen, sind die Remonstranten eine stark rational und vom philosophischen Disput geprägte Kirche. Immer wird die Balance gesucht zwischen Humanismus und biblischer Tradition. In Amsterdam haben die Remonstranten einen eigenen Lehrsstuhl. Weil aber Frömmigkeit heute zunehmend als starke Emotion gewünscht und erfolgreich propagiert wird, sind ihre vierzig niederländischen Gemeinden (mit insgesamt 6000 Mitgliedern und Freunden, also Menschen, die noch gleichzeitig Mitglied ihrer Herkunftskirche bleiben wollen) eher überschaubare Orte für intellektuell Interessierte.

Als Mitglied im „Ökumenischen Weltrat der Kirchen“ in Genf, den die Remonstranten von Anfang an unterstützen, sind sie inmitten zahlreichster streng-orthodoxer, pfingstlerisch-bewegter, evangelikal-frommer usw. Kirchen eine gewisse Ausnahmeerscheinung des freien Geistes der Liberalität bzw. des Humanismus und der entschiedenen Abweisung von Dogmatismus und Homophobie. Inzwischen haben sich einige andere Kirchen mit viel Mühe durchgerungen, durchaus remonstrantische Positionen zu übernehmen, etwa im Blick auf die Akzeptanz homosexueller Lebensgemeinschaften bei Lutheranern und Reformierten.

 

Der Moskauer Patriarch Kyrill, Profil eines Putin-Theologen

Der Moskauer Patriarch Kyrill, Profil eines Putin-Theologen

Ein Hinweis von Christian Modehn

Am 12. Februar 2016 treffen sich Papst Franziskus und das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, in Havanna. Der Papst macht eine Zwischenlandung auf dem Weg nach Mexiko, der Patriarch hält sich zu  einer Art Freundschaftsbesuch bei den Brüdern Castro auf. Für Rom ist seit Jahren das sehr dringende Verlangen bekannt, doch endlich einmal eine Begegnung des Papstes mit dem Chef der russischen Orthodoxie zu arrangieren. Es soll der heftige Wunsch schon Papst Johannes Paul II. gewesen sein, einmal in Moskau den Patriarchen zu treffen. Nun klappt es also wenigstens in Cuba… so sehr ziert sich der Herr Patriarch, er hat verhindert, dass der alte Feind aus Rom doch bitte nicht in Moskau auftaucht… CUBA entspricht, so möchte man mit leichtem ironischen Ton bemerken, einmal mehr seinem selbstverständlich „allseits“ hoch geschätzten Ruf als „Land der Begegnung und Völkerfreundschaft“.

Falls es einige LeserInnen interessiert: Der Religionsphilosophische Salon Berlin hat sich seit etlichen Jahren mit der engsten Nähe des Putin-Regimes und des Moskauer Patriarchats befasst, vor allem wurde immer wieder auf die ausgezeichneten Beiträge der Philosophen Michael Ryklin in der stets empfehlenswerten Zeitschrift „LETTRE international“ hingewiesen, Prof. Ryklin lebt in Berlin und Moskau.

Wir möchten einen Beitrag noch mal zur Lektüre empfehlen, der 2012 bzw 2014 über Patrirach Kyrill und seine Freunde im Kreml veröffentlicht wurde: Klicken Sie zur Lektüre bitte hier und fragen Sie sich, wie wir im Religionsphilosophischen Salon Berlin, welche kritischen Themen denn mit einem solchen Putin-Patriarchen besprochen werden können und sollten.

Protestantische Verteidiger der Toleranz und des Humanismus –Werden sie im Reformationsjubliäum 2017 vergessen?

Protestantische Verteidiger der Toleranz und des Humanismus –Werden sie im Reformationsjubliäum 2017 vergessen?      Hinweise zur frühen Geschichte der Remonstranten und zur Gegenwart einer nicht dogmatischen protestantischen Kirche.

Von Christian Modehn

Wenn Historiker und Theologen heute wie früher über „Toleranzdiskurse in der frühen Neuzeit“ (so ein neues Buch hg. von Friedrich Vollhardt, erschienen 2015) sprechen und über Duldung und besser noch Akzeptanz religiöser Pluralität, „dann ist es auffällig, dass die großen Vordenker der Toleranz intensive Kontakte zu den Remonstranten in Holland gepflegt haben“, schreibt Professor Yves Bizeul (Rostock) in seinem Beitrag über den Philosophen Pierre Bayle. Dass sich nach all den Kriegen und Religionskämpfen die Toleranz-Idee immer mehr dann doch durchsetzte, hat verschiedene Gründe; ein entscheidender Grund ist, dass sich der „liberale Flügel des Protestantismus“ in Holland, also die Remonstranten, als starke intellektuelle christliche wie humanistische Kraft erweisen konnten. Yves Bizeul erwähnt den großen Hugo Grotius, „er stand den Remonstranten nahe“, Bizeul nennt weiter Spinozas Verbindungen zu Remonstranten, auch Locke „der lange Gespräche führte mit dem Remonstranten Philippe von Limborch; erwähnt wird auch, dass Pierre Bayle befreundet war mit dem Remonstranten Adrian de Paets.. (Vgl. in dem genannten Buch die Seiten 205 f.)

Es gab also schon der Mitte des 17. Jahrhunderts – in Holland – eine unter kritischen Intellektuellen angesehene (kleine) protestantische Kirche, die auch humanistische Ideale als die eigenen verstand. Über die Entwicklung einer theologisch – engen lutherischen Orthodoxie im 17. Jahrhundert und später ist viel geklagt worden. Es wäre wohl hilfreich zu erinnern, dass es einmal ein protestantisch-humanistisches Christentum der Toleranz gab und auch heute noch in der Remonstranten Kirche gibt. Dies wäre auch ein Thema der Reformationsfeierlichkeiten 2017:  Humanismus und Protestantismus! Wobei der Respekt vor dem Humanismus die Hochachtung für die Menschen der jeweiligen Zeit bedeutet. Die Menschen mit ihren jeweiligen „Lebensphilosophien“ gestalten dann auch zurecht die Kirche und das Verständnis der Lehre immer wieder neu. Starrheit, Dogmatismus, Fundamentalismus kann es dann nicht geben. Debatten der Dogmatiker, etwa auf Synoden,  haben immer etwas eher Unerfreuliches, Langweiliges, Verstaubtes, Erstarrtes. Die absolute Wahrheit ist eine offene Frage, Gott gerät niemals in die Verfügung der Menschen, auch nicht der Herren der Kirche. Christen als Humanisten, wie die Remonstranten, wissen, dass alle Menschen in erster Hinsicht Fragende und Suchende sind, deswegen kann es für die Remonstranten als christliche Humanisten kein festes und starres Lehrgebäude geben, keinen Glauben an Dogmen und eben auch tatsächlich kein offiziell für alle verbindliches, in Worte gefasstes Glaubensbekenntnis. So ist es bei den remonstranten. Vielmehr wird Mut gemacht, den eigenen, persönlichen Glauben bzw. Unglauben zu suchen und auszusagen und mit anderen weiter zu befragen. Eine christliche Kirche wie die Remonstranten als Gemeinschaft der Suchenden und Fragenden: Das verbindet sie mit allen, die ähnlich humanistisch denken, etwa auch in anderen Religionen. Unter islamischen Theologen in Europa gibt es auch dafür Ansätze. Es gibt also einerseits eine Ökumene der Dogmatiker in allen Religionen, und eine (leider im Augenblick zahlenmäßig nicht so ganz starke) Ökumene der spirituell Suchenden. Warum haben solche Themen in offiziellen (irgendwie immer „orthodoxen“, d.h. dogmatisch festgelegten) kirchlichen Kreisen keine Chancen, freimütig diskutiert zu werden? Es ist so einfach Dogmen und uralte nachzusprechen, ewig zu wiederholen…

Nebenbei: Es gibt gelegentlich gemeinsame Veranstaltung der „Jungen Mitglieder des Niederländischen Humanistischen Verbandes NL“ und der „Jungen Remonstranten“. Eine Mitarbeiterin des neuen theologischen Instituts der Remonstranten an der „Vrije Universiteit van Amsterdam“, Christa Anbeek, hat etliche Jahre an der (staatlich anerkannten) „Humanistischen Universität“ von Utrecht als Dozentin gearbeitet.

Copyright:  Christian Modehn, Forum der Remonstranten Berlin.

Orte der Lebenskunst: Über die Zukunft christlicher Gemeinden

Gemeinden als Orte der Lebenskunst

Zur Zeitschrift ADREM der Remonstranten

Von Christian Modehn

Die Remonstranten in den Niederlanden, diese freisinnige christliche Kirche, nennt ihre Monatszeitschrift ADREM. Dieser Titel klingt lateinisch: „Zur Sache“, heißt die Übersetzung. Es geht um die „Sache“ spirituellen Lebens im Heute … auf der Basis einer vernünftigen, kritischen, „modernen“ Theologie. Aber der Titel ADREM unterstreicht auch, dass eben REMonstranten selbst zeigen, wie sie in der Gesellschaft, die säkular ist, pluralistisch, der Globalisierung ausgesetzt usw., ihr Leben gestalten.

Das neueste Heft, 26. Jahrgang, erschienen im Juli 2015, ist im besten Sinne ein vielstimmiges Plädoyer für eine Dimension der Lebenskunst: die Einübung der Stille, die Überwindung von Stress und Hektik.

Die Philosophin Joke H. Hermsen plädiert für das „langsame Leben“, die Unterbrechung, die Pause, die Stille. Nur dann können wir das menschliche Maß wieder finden, uns befreien aus den monotonen Rhythmen, die vorgegeben werden von der offenbar allmächtigen „ökonomischen Uhrzeit“, also dem Diktat, nur noch effizient mit der Zeit umzugehen. Lebenszeit wird in dieser „ökonomischen Uhrzeit“ ausschließlich zur Arbeitszeit. Und freie Zeit funktional zur Vorbereitung auf die kommende Arbeitszeit.

Gemeinden, natürlich auch Remonstranten Gemeinden, sind unter den Bedingungen dann eben Orte der Einübung von Stille, auch Orte des Widerstands gegen die „ökonomische Uhrzeit“. Der Pastor der Utrechter Gemeinde Geertekerk, Florus Kruyne, berichtet in ADREM über seine Ausbildung und Praxis in der Achtsamkeits-Meditation, im englischen Sprachraum spricht man auch von „Mindfulness-Training“. Im Herbst wird er wieder „Aufmerksamkeits/Achtsamkeits-Übungen/Meditationen“ anbieten: “Ich sehe dies als eine geistliche Arbeit“, also als ein wichtiges spirituelles Tun eines Pfarrers.

Gemeinde als Ort der Lebenskunst: Dies scheint mir eine treffende „Definition“ von Remonstranten-Gemeinden zu sein. „School of life“ wäre ebenfalls ein passender Titel, aber der wird schon in England von einer philosophischen Bewegung verwendet. In jedem Fall gewinne ich als Leser von ADREM den Eindruck, dass eigentlich die Remonstranten Gemeinden ein neues inhaltliches Profil suchen bzw. schon entwickeln: Orte der Lebenskunst zu sein, in dem sich viele unterschiedliche spirituelle Menschen treffen und in den Austausch treten über das, was sie „am Leben hält“. Das können Erfahrungen mit biblischen Texten sein oder mit anderen literarischen, religiösen, philosophischen und künstlerischen Zeugnissen. Der Theologe und Philosoph, der kürzlich pensionierte Pastor Johan Goud aus Den Haag, zudem Professor in Utrecht, sagt in ADREM: „Die Remonstranten sollten sich bewusst bleiben über das Eigene (Auszeichenende), das sie im Ganzen der religiösen Landschaft haben und einbringen können: Sie sind eine Gemeinschaft mit offenen Augen für die Kultur, und das in Verbindung mit der christlichen Tradition. Dabei lesen sie sorgfältig die verschiedenen Bedeutungen von christlicher Tradition. Und sie schaffen Verbindungen und Beziehungen, wo es andere nicht tun und nicht tun dürfen. Wenn Remonstranten das qualitativ gut tun, können sie sich auch in der Zukunft gut unterscheiden vom Rest (also von den anderen Kirchen CM)“. In dem Interview hat Johan Goud Beispiele genannt für den eigenen Umgang der Remonstranten mit der Tradition: „Ich sprach einmal von dem Gott, der beinahe nicht besteht. Damit will ich zeigen, dass man eigentlich niemals abstrakt über Gott sprechen kann, abgehoben von dem, was wir Menschen hoffen, vermuten, singen, bitten, kurz über Gott zur Sprache bringen. Darum muss man die Bibel auch als Literatur lesen, wo dem =Bestehen= von Gott eine performative Form gegeben wird.“.

Zum Thema passend bietet ADREM im Juli Heft 2015 auch einen ermunternden Beitrag über SLOW FOOD, auch wenn sanfte Kritik an der weltweiten Bewegung des langsamen, besinnlichen und dadurch eher genussfreudigen Essens geübt wird: Gemeinden brauchen ja nicht Mitglieder der von Carlo Petrini gegründeten Bewegung sein: Es wäre vielleicht viel gewonnen, wenn etwa der slow lunch bei Gemeindeveranstaltungen eingeübt wird. Und alle Veranstaltungen etwas vom Geist des „slowly“ hätten: Hat man schon über slowly prayer, slowly preaching, nachgedacht?

Zu ADREM und den niederländischen Remonstranten klicken Sie bitte hier.

Zum Forum der Remonstranten klicken Sie bitte hier.

Zu einigen Büchern von Prof. Johan Goud, Prof. an der Universität Utrech (appointed on the chair for Philosophical Theology from the Perspective of Liberal Christianity, since 2009 he is Professor of ‚Theological Aesthetics: Religion in Literature and Art‘, at the Utrecht University, so die website der Uni. Klicken Sie bitte hier.

copyright: Christian Modehn

 

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