Die „neuen geistlichen Gemeinschaften“ in der katholischen Kirche und ihre verbrecherischen Gründer

Ein Hinweis von Christian Modehn am 4. Oktober 2026

Wer den aktuellen Zustand der katholischen Kirche verstehen will, sollte genau, das heißt SEHR kritisch, die vielen „neuen geistlichen Gemeinschaften“ im Katholizismus beobachten. Sie wollten Europa neu missionieren. Aber sie sind unglaubwürdig und scheitern, weil viele ihrer Gründer (und auch heutige Mitglieder) des sexuellen und spirituellen Missbrauchs überführt wurden. Auch diese einst hoch gelobten „Bewegungen“ sorgen dafür, dass die katholische Kirche unglaubwürdig wird. Dass sich Katholiken ihre eigene Spiritualität suchen.

1.
Es werden (Stand 30. September 2026) immer mehr „Fälle“ sexuellen und spirituellen Missbrauchs durch führende e Priester und Laien der „neuen geistlichen Bewegungen“ öffentlich bekannt, zunächst fast immer begleitet von Verschweigen und Verharmlosen durch die Kirchenführung im Vatikan und in den Bistümern weltweit.
In den ersten Jahren der Freilegung sexuellen Missbrauchs durch Priester, also in Deutschland seit 2010, waren es vor allem Diözesan – Priester oder Priester aus den „klassischen Ordensgemeinschaften“ (Jesuiten, Benediktiner, Franziskaner usw.), die als Täter bekannt und benannt wurden.
Seit etwa 15 Jahren sind immer wieder Fälle von sexuellem Missbrauch oder/und spirituellem Missbrauch in den zahlreichen so genannten „neuen geistlichen Gemeinschaften“ öffentlich bekannt, und diese Verbrechen werden von diesen Organisationen sowie sogar von der Kirchenzentrale im Vatikan – zwar mit viel Mühe – und oft sehr verspätet – eingestanden.
Diese nun freigelegten unglaublich genanten Fälle von sexuellen Missbrauch zeigen: Die Römisch – Katholische Kirche (um nur bei ihr zu bleiben) ist innerlich, d.h. wegen ihrer viel gerühmten sehr frommen, sehr geistlich sich nennenden Bewegungen zerrissen. Die Kirchenführung versucht nämlich zu überleben, indem sie im 21. Jahrhundert die alten Gebräuche, wie Reliquien -Verehrung, Propaganda zugunsten Erscheinungen der Jungfrau Maria in Lourdes, Fatima…, die Wallfahrten, Ablässe, den Papst – Jubel – Feiern der Massen belebt, so wird der schöne Schein erzeugt: Die Kirche lebt „wie immer“, undemokratisch in ihrer Struktur, klerikal beherrscht, aber jetzt doch auch ein bißchen „synodal“… Aber das hat keinen „Erfolg“: In Europa verlassen Katholiken zu vielen Tausend die Kirche, die Erwachsenentaufen bringen da keinen „Ausgleich“.
In diesem Hinweis geht es also um Verbrechen inmitten einer sich ungebrochen immer noch stolz wähnenden Papst – Kirche, die ihre Identität immer noch in der uralten Kostümierung der Päpste, Kardinal und Bischöfe sichtbar protzig erscheinen lässt.

2.
Bevor wir auf ein aktuelles Beispiel sexuellen Missbrauchs durch den argentinischen Ordensgründer Miguel Buela näher hinweisen, eine kurze allgemeine Erläuterung: Es geht um die, von Päpsten seit etwa 70 Jahren hoch gelobten und offiziell stark geförderten, „neuen geistlichen Gemeinschaften“. Dazu gehören s Ordensgemeinschaften für Priester, wie die „Legionäre Christi“ oder die „Diener Jesu und Mariens“ oder die „Communauté St. Jean“ sowie viele andere, eher regional begrenzte neu gegründete Gemeinschaften auch für Nonnen. Und dann gibt es zahlenmäßig sehr starke internationale Laien -Bewegungen, die sich neue geistliche Gemeinschaften“ nennen, wie die Neokatechumenalen“, die „Focolarini“, die Leute von „Communione e liberazione“ und so weiter und so weiter. Es sind „Bewegungen“, die weltweit einige Millionen Katholiken als Mitglieder und Sympathisanten haben.

3.
Um nur ein konkretes Beispiel in der Diözese Toulon – Fréjus (Departement VAR in Frankreich) zu nennen:
Diese neuen geistlichen Gemeinschaften dort haben – wie überall – den einen Zweck: Sie wollen die klassische dogmatische Lehre der katholischen Kirche als werbende Missionare verbreiten; sie wollen vor allem junge Männer als Priester, junge Frauen als Nonnen für ihre Gruppen gewinnen. Sie wollen Familien bilden, die zu 100 Prozent römisch – katholisch sind. Sie ersetzen – wie auch in Italien, Spanien, Österreich, natürlich auch in Deutschland, den überalterten Klerus, der zwar alt, aber dem theologischen Denken nach oft etwas modern geblieben ist. Hingegen haben die meisten der neuen geistlichen Bewegungen zwar noch junge Mitglieder, die aber in ihrem theologischen und politischen Denken alt erscheinen und theologisch sehr stramm traditionell gebunden sind.
Um also nur ein konkretes Beispiel von der Vielfalt dieser Gemeinschaften zu bieten: Ein Blick in die Diözese Toulon – Fréjus (Departement VAR in Frankreich): Laut offizieller Website der Diözese sind in diesem südfranzösischen Bistum diese „neuen geistlichen Gemeinschaften“ aktiv: LINK : Gelesen am 30.9.2026.

4.
Cancao Nova, https://frejustoulon.fr/diocese/communautes/cancao-nova/
Communauté de l Emmanuel https://frejustoulon.fr/diocese/communautes/emmanuel/
Communauté Saint-Martin
Communauté Shalom
Famille missionnaire de Notre-Dame
Franciscaines de Sainte-Marie des anges
Fraternité Eucharistein
Fraternité de Saint Joseph Gardien
Frères de Saint-Jean
Fraternité Missionnaire Marie Mère des Apôtres
Fraternité Missionnaire Jean-Paul II
Institut du Verbe Incarné
Institut Mère du Divin Amour
Les frères franciscains de l’Immaculée
Missionnaires de la Miséricorde Divine
Missionnaires de la Très-Sainte-Eucharistie
Moniales de Bethléem, de l’Assomption de la Vierge…
Petites Sœurs de la Consolation
Recado
Servants et Servantes de Jésus Sauveur
Servantes du Seigneur et de la Vierge de Matará

Das „Opus Dei“ ist vor allem in den benachbarten Diözesen tätig; die „Neokatechumenalen“ leiten in Toulon ein Priesterseminar, siehe LINK. https://frejustoulon.fr/diocese/le-seminaire-redemptoris-mater/

5.
Meines Wissens hat Papst Leo auf seiner „Pilgerfahrt“ in Frankreich Ende September 2026 die vielen influßreichen, aber höchst umstrittenen „neuen geistlichen Gemeinschaften“ NICHT erwähnt. Wohl aus diplomatischer Vorsicht, um das Bild der französischen Kirche nicht noch weiter zu belasten… Dabei bestimmen diese Kreise das Leben der Kirche in Frankreich heute, etliche französische Bischöfe waren und sind Mitglieder dieser neuen Bewegungen. Der inzwischen von Papst Franziskus abgesetzte Bischof Dominique Rey von Toulon – Fréjus gehört der charismatischen Emmanuel – Gemeinschaft an. Die katholische, um Objektivität bemühte Tageszeitung „La Croix“ (Paris) berichtet über die auch politisch rechtslastigen Aktivitäten des nun in Paris lebenden „pensionierten“ Bischofs Rey: „Seit März 2025 lebt Bischof Dominique Rey in der Pfarrei Notre-Dame-des-Champs im 6. Pariser Arrondissement, wo er kein offizielles Amt innehat. Gleichzeitig verfolgt der emeritierte Bischof zahlreiche Projekte: Er ist Mitautor eines Theaterstücks über die Vaterschaft, das im Dezember 2025 aufgeführt wurde sowie eines Buches, das im November 2025 erschien („Mes choix, mes combats, ce que je crois“) ….Bischof Rey ist beteiligt an der Gründung des konservativen Thinktanks „The French Riviera Institute“; er hat die geistliche Schirmherrschaft über das „Institut für Apologetik Saint-Irénée“, das gemeinsam vom traditionalistischen Priester und Influencer Matthieu Raffray und dem katholischen Unternehmer Olivier Bonnassies ins Leben gerufen wurde…“
LINK

6.
Zum aktuellem „Fall“ des heftigen sexuellen Missbrauchs (im Plural zu verstehen) durch den argentinischen Ordensgründer Pater Miguel Buela: Der „Fall“ ist deswegen wichtig, weil der damalige Chef der obersten Glaubensbehörde, Kardinal Joseph Ratzinger und auch Ratzinger als Papst Benedikt XVI. darin als wichtiger Akteur zugunsten des Paters Miguel Buela und seiner Gemeinschaft „verwickelt“ ist!

7.
Der argentinischen Priester Miguel Buela gründete im Jahr 1984 in San Rafael, Provinz Mendoiza, seinen Priester – Orden mit dem ins Mystische (?) weisenden Titel: „Institut des Fleisch gewordenen Wortes“ (I.V.E. die offizielle Abkürzung), heute etwa 450 Mitglieder weltweit, auch im Erzbistum Berlin und in Neumarkt, Oberpflalz, vertreten. 1988 gründete Buela auch noch einen Nonnenorden mit dem Titel „Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau von Matara“, mit etwa 1.110 Mitglieder weltweit. LINK
„Wikipedia Spanien“ berichtet über die ersten Jahre des Ordens in Argentinien: „Der Orden geriet in Konflikt mit den Bischöfen der Region San Rafael und ließ sich in anderen Diözesen Argentiniens ohne die Erlaubnis der lokalen Kirchen – Behörden nieder. Infolgedessen war keiner der Bischöfe der Ansicht, dass die Gruppe die kirchenrechtlichen Bedingungen erfüllte, um ein regulärer Orden zu werden. …Der Heilige Stuhl hingegen unterdrückte den Orden nicht und genehmigte die Ordinationen von Seminaristen des Ordens; mehrere Jahre lang hatten sich die argentinischen Bischöfe geweigert, Mitglieder des Ordens zu ordinieren (wegen der geringen „Qualität“ dieser Kandidaten und des Ordensgründers, CM). Miguel Buela war im Jahr 1994 wegen vielfacher Vorwürfe, auch des Missbrauchs, gezwungen, als Vorgesetzter zurückzutreten und die Diözese San Rafael in Argentinien zu verlassen…Der Orden durfte sich aber in Italien in der Diözese Velletri -Segni bei Rom niederlassen.

8.
Jetzt wird die Hilfe Kardinal Ratzingers für den umstrittenen Pater Miguel Buena wichtig: Im Jahr 2001 fand sich aber Kardinal Ratzinger bereit, diesen unter argentinischen Bischöfen höchst umstrittenen Orden und seinen Gründer in seinem eigenen Bistum Velletri-Segni in Italien anzusiedeln. Dazu muss man wissen: Kurienkardinäle sind immer auch dem Titel nach „Bischöfe“ eines bestimmten Ortsbistums, so ist eben Kardinal Ratzinger auch – nominell – Bischof von Velletri-Segni, Italien. Das „Institut vom Fleisch gewordenen Wort“ (IVE) hat gejubelt und so wörtlich der „Vorsehung gedankt“, als „ihr Titularbischof“ dann auch noch Papst wurde. Die internationale Kulturzeitschrift „Courrier International“ gab ihrem Beitrag über den Orden den Titel: „Die Soldaten des Fleisch gewordenen Wortes : Wie im Mittelalter“. Quelle ist die„Courrier International“ speziell die Ausgabe „Hors Serie“, mit dem Titel „Pourquoi les Religion se font la guerre“, herausgegeben im März 2007, dort S. 62. Dort heißt es: „Dieser offizielle, römisch – katholische Orden ist ausdrücklich mit dem argentinischen Nationalismus eng verbunden. Er will „die reinen und natürlichen Werte Argentiniens“ gegen die Atheisten verteidigen. Dieser Orden will die Gesellschaft bestimmen in Fragen der Politik, der Moral, der Erziehung“, das berichtet die argentinische Soziologin Prof. Veronica Gimenez Beliveau in einem Artikel für „Courrier International“.

9.
Im Jahr 2001 konnte also der Orden – dank der Hilfe Kardinal Ratzingers – seine Leitungsstrukturen von Argentinien nach Segni in Italien verlegen. Die Zentrale der Gemeinschaft befand sich auf der Piazza San Pietro. Und der höchst umstrittenen Pater Buela konnte von dort aus als Generaloberober wirken… , im Jahr 2010 wurde er allerdings vom Vatikan von seinen Aufgaben entbunden. Und darauf nehmen nun die aktuellen Verurteilungen Pater Buelas durch den Vatikan im September 2026 Bezug:

10.
Die Katholische Nachrichten Agentur (KNA) berichtet am 29.9. 2026: „Über einen ungewöhnlichen juristischen Vorgang hat am Dienstag der Vatikan informiert. Demnach haben zwei kirchliche Sondergerichte den verstorbenen argentinischen Priester und Ordensgründer Carlos Miguel Buela (1941–2023) postum für schuldig befunden, Vergewaltigungen begangen zu haben. Die Mitteilung erfolgte durch die vatikanische Ordensbehörde und wurde unterzeichnet von der verantwortlichen Präfektin Simona Brambilla, sie ist eine italienische Ordensfrau! In der Mitteilung heißt es, dass die Schuldsprüche (gegen Pater Buela) der zuständigen kirchlichen Spezial-Gerichte den Oberen der beiden Ordensgemeinschaften bereits am 14. September bei einem Treffen in Rom mitgeteilt wurden. Die Gerichte hätten „die moralische Gewissheit erlangt, dass Pater Buela an gewalttätigen Sexualstraftaten gegen mehrere Personen“ schuldig gewesen sei. Das kirchliche Strafrecht spricht hier von „Verstößen gegen das Sechste Gebot“. Miguel Buela, der Ordensgründer als Verbrecher, ist 2023 gestorben, insofern kann jetzt nur den Opfern etwas Gerechtigkeit zuteil werden…
Nebenbei: Wir finden es sehr bedenklich, dass KNA (publiziert von katholisch.de) in diesem aktuellen Bericht nicht die Hilfe und Unterstützung erwähnt, die Kardinal Ratzinger für den „Umzug“ (bzw. die Flucht?) des Priesters Miguel Buenas von Argentinien nach Italien leistete. ..

11.
Es war also Kardinal Ratzinger als Chef der Glaubensbehörde, der dem schon in bischöflichen Kreisen Argentiniens bekannten Missbrauchstäter Pater Buela in der Nähe Roms Asyl bot und ihn dann auch weiter „wirken“ ließ.
2010 wurde Miguel Buena wegen weiterer sexueller Übergriffe als Chef des Ordens abgesetzt: KNA schreibt in dem genannten Bericht: „Da seine mutmaßlichen Opfer Erwachsene waren, kam es jedoch zunächst nicht zu einem Strafverfahren. Buela wurde 2010 in ein französisches und 2016 in ein spanisches Kloster zwangsversetzt. Offenbar übertrat er dennoch weiterhin die gegen ihn verhängten Auflagen eines Lebens in Abgeschiedenheit und verübte sexuelle Übergriffe. Ein von dem spanischen Kurienkardinal Santos Abril y Castelló geleitetes Sonder-Tribunal sprach ihn 2021 wegen sexueller Übergriffe unter Zwang oder Gewalteinwirkung schuldig. Das Urteil wurde jedoch nicht rechtskräftig, weil Buela Berufung einlegte. Im Lauf dieses Gerichtsverfahrens starb er am 23. April 2023. Da er nicht rechtskräftig verurteilt war, verteidigten führende Mitglieder des von ihm gegründeten Männerordens auch nach seinem Tod weiterhin sein Andenken. Dem soll nun offenbar der postum verkündete Schuldspruch entgegenwirken.“ (KNA).

12.
„Wikipedia (Englisch)“ bietet wichtige Informationen, gelesen am 2.10. 2026:
„Buela starb am 23. April 2023 in Genua, Italien. Im September 2026 bestätigte die päpstliche Kongregation („Ministerium“) für die Ordensleute das Urteil, dass Buela während seiner Amtszeit mehrere Handlungen des sexuellen Missbrauchs und des Missbrauchs von Autorität begangen habe.
ABER: Das „Institut des fleischgewordenen Wortes“ spricht weiterhin lobenswert von Buela auf verschiedenen Websites, die vom Institut und seinen Provinzen betrieben werden; offizielle Biografien loben sein Leben und seine Schriften und erwähnen nicht die Vorwürfe des Missbrauchs und der kirchenamtlichen Verurteilung. Im Jahr 2022 erklärte die Website von IVE America, dass Buela 2010 „in den Ruhestand ging“ und das Dekret der Entfernung nicht erwähnte. Das Institut verkauft weiterhin Buelas Schriften, hat nach seinem Tod Gedenkvideos veröffentlicht, organisiert Pilgerfahrten zu seinem Grab und betrachtet ihn als `zu Unrecht vomHeiligen Stuhl verfolgt`. Im Januar 2025 ernannte das päpstliche „Minsterium“ für Ordensleute päpstliche Delegierte mit vollen Herrschaftsbefugnissen über die männlichen und weiblichen Zweige des Orden „Institut vom Fleisch gewordenen Wort“ (IVE) und erkannte „schwere Defizite“ in den Instituten…. LINK

13.
Noch einmal: Miguel Buelas neue geistliche Gemeinschaften, Orden, gehören zu den Kreisen, die vom Vatikan, den Päpsten des 20. und 21.Jahrhunderts und sehr vielen Bischöfen hoch gelobt, gerühmt und zur Nachahmung empfohlen wurden und werden.
Hier eine kurze und unvollständige Liste weiterer bedeutender, weltweit verbreiteter „neuer geistlicher Gemeinschaften“:

A:
Der Orden „Legionäre Christi“ und ihr Gründer, der notorische, auch pädo-sexuelle Verbrecher Pater Marcial Maciel: Er ist eine der übelsten Gestalten der jüngsten Kirchengeschichte.
Sein Orden („Legionäre Christi“) und seine ebenso weltweite Laiengemeinschaft „Regnum Christi“ bestehen nach der lange verzögerten Freilegung der verbrecherischen Taten Mariel selbstverständlich nach wie vor weiter…obwohl viele Legionärs-Priester inzwischen ebenfalls des sexuellen Missbrauchs überführt wurden. Alles nicht so schlimm, ist das Motto im Vatikan ? Dieser Orden hat sehr viel Geld und vor allem sehr viele junge Priester, da ist es dem Papst wohl wichtig, dass er mit diesen Leuten den aussterbenden Klerus in den Bistümern ersetzen kann… Auch das ist ein Skandal: Papst Johannes Paul II. War ein enger Freund Pater Maciels, der Legionär – Christi – Gründer, der pädosexuelle Verbrecher, wurde ganz offiziell im Vatikan als „Vorbild der Jugend“ (sic) gepriesen. Christian Modehn hat diese Fakten in vielen Beiträgen dokumentiert. LINK.

B:
Das „Engelwerk“ ist eine ins Esoterisch – Obskure – Spinöse abgedriftete katholische Sekte eines totalen Engel-Kultes, etwa 400 Engel hat die Engelwerk – Gründerin Gabriele Bitterlich visionär gesehen und ihren Leuten zur Verehrung empfohlen. LINK Das wurde dann selbst dem Vatikan zu viel: 1984 wollte Papst Johannes Paul II. die Zahl der 400 zu verehrenden Engel reduzieren, das Engelwerk reagierte darauf nicht. 1992 verfügte Kardinal Ratzinger dann ein strenges Dekret, das bestimmte Praktiken, etwa „Engelsweihen“ verbot… Allerdings wurde dann das Engelwerk 2008 offiziell doch als kirchliche Vereinigung anerkannt. Das Engelwerk kann sich also, nach einigen „Korrekturen“, in der katholischen Kirche frei werbend weiter bewegen: In der Geschichte dieser Gemeinschaft kam es auch zu Mord und zu Serien sexuellen Missbrauchs.
Such das noch: Papst Johannes Paul II. erlaubte in seiner Begeisterung für irgendwelche neue geistlichen Gemeinschaften dieser katholischen Sekte sogar die Wiederbelebung eines bereits ausgestorbenen portugiesischen Ordens (des „Kreuzordens“, exakt: „Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz“, ursprünglich 1132 in Coimbra gegründet). Dieser Orden ist heute mit dem Engelwerk eng verbunden und zählt über 100 Mitglieder weltweit, eine Niederlassung auch in Schondorf am Ammersee. Auch der bekannte reaktionäre Bischof Athanasius Schneider (Kasachthan) gehört zu diesem Engelwerk – Kreuzorden: Wer sich für Details zu Schneider interessiert: LINK

C:
Die Gemeinschaft „Das Werk“ , gegründet von „Mutter“ Julia Verhaghe aus Flandern. Nachdem „Das Werk“ im Jahr 2014 aufgrund des Verdachtes sexueller Übergriffe in die Schlagzeilen geraten war, ordnete der Vatikan eine Visitation an, 2017 wurden Ergebnissen vorgelegt: „Das Werk“ muss sich also erneuern.… Prominente und kompetente Kritikerin ist die Theologin Doris Reisinger, ehemals Nonne in „Das Werk“. (Siehe ihr Buch „Nicht mehr ich…“, Knaur – Verlag. Und auch: „Nur die Wahrheit rettet“, Piper Verlag, 2021.

D:
Die Bischöfe und der Vatikan haben sehr lange Zeit gebraucht, ehe es zum Verbot der einflußreichen korrupten „neuen geistlichen Gemeinschaft“ in Peru mit den verbrecherischen Initiatoren und Führungsgestalten kam: “Sodalicio“ ist der Name dieses katholischen „Vereins“.
Anfang 2025 ordnete Papst Franziskus die Auflösung dieser auch politisch reaktionär – extremistischen Gemeinschaft an.
1971 in Peru von Fernando Figari gegründet, missbrauchten er und andere führende Mitglieder systematisch Jugendliche, junge Männer und Minderjährige, die für die Gemeinschaft angeworben wurden. Nach der Freilegung der Verbrechen gab diese Organisation selbst offiziell mindestens 83 Missbrauchsopfer zu. Die Untaten waren körperliche Gewalt als Sadismus, Demütigungen, Züchtigungen, so sollte der individuelle Wille der Mitglieder und Kandidaten gebrochen werden. Ein Beispiel nur für die Untaten: LINK zu BBC:
Die Sodalicio – Mitglieder wurden zu absolutem Gehorsam gezwungen und spirituell manipuliert. Es gab auch die übliche finanzielle Korruption. Diese Clique konnte mit dem Segen der Päpste und einiger peruanischer Bischöfe die progressive Präsenz der Kirche im Süden Perus viele Jahre lang offenkundig zerstören.
Diese verbrecherische Clique ist eine Schande für die Kirche, für die Päpste, für die Erzbischöfe in Peru: Der einflussreichste Kardinal Cipriani in Lima gehörte dem Opus Dei an, er war auch ein heftiger expliziter Feind der Befreiungstheologie und … , wen wundert es, ein Freund und Unterstützer des Sodalicio – Vereins. Da werden einmal mehr Verbindungen unter reaktionären katholischen Gruppen sichtbar. (LINK

2025 wurde endlich dieser inzwischen international agierende, sich katholisch nennende Club („neue geistliche Gemeinschaft“) vom Vatikan aufgelöst: LINK

Papst Leo XIV. soll sich – schon als Bischof Prevost von Chiclayo, Peru – gegen diesen Sodalicio Verein gewandt haben! Details zu erfahren, wäre interessant… Siehe auch: LINK

E:
Die internationale, auch im rechten politischen Bereich politisch aktive geistliche Bewegung, in Italien gegründet, nennt sich „Comunione e liberazione“: Sie ist in ca.90 Ländern vertreten….Auch hier gibt es Fälle des sexuellen Missbrauchs. Zum Beispiel: Ende 2023 müsste die Führung von Comunione e Liberazione öffentlich zugestehen: Der langjährige Chef in den USA, Christopher Bacich, hatte über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg (von 1997 bis 2018) Minderjährige und junge Erwachsene sexuell und psychologisch missbraucht hat.LINK:

F:
Die in Frankreich gegründete Gemeinschaft „Emmanuel“: Eine internationale Bewegung, auch in Deutschland aktiv, insgesamt ca. 12.000 Mitglieder. Sie ist charismatisch geprägt, d.h. sie verehrt den heiligen Geist, zum Teil auch in Zungenreden (ein angeblich vom heiligen Geist bewirktes frei gesprochenes frommes Trallala in spontan erfundenen Worten). Der bekannte Schauspieler Michel Lonsdale war mit Emmanuel eng verbunden, etwa durch seine Teilnahme an den glossolalischen charismatischen Gebets – Nächten in der Kirche Trinité in Paris, dargestellt im Dokumentarfilm für die ARD „Unter dem Himmel von Paris“, 1999, von Christian Modehn.
In Frankreich gibt es schwere Vorwürfe gegen Mitglieder von Emmanuel, so wurde der bekannte Priester Benoit Moulay 2023 wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen. Die Opfer reichten im Jahr 2024 Klage ein und sie zeigten, dass Moulay jahrelang trotz vorliegender Warnungen und Meldungen von der Hierarchie geschützt und versetzt worden war. Auch der Emmanuel – Priester Bernard Peyrous wurde wegen Vergewaltigung angeklagt: Die betroffene Frau Claudine Blanchard veröffentlichte die ihr zugefügten Untaten als Buch (im Mai 2026) „Un canapé rouge. De l’emprise à la liberté“,(„Ein rotes Sofa, von der Gefangenschaft in die Freiheit“) in dem sie die Untaten des Priesters im Zeitraum von 2003 bis 2013 dokumentiert, und vor allem: Die systematische Vertuschung dieser Untaten durch die Gemeinschaft Emmanuel….. Jetzt will die Leitung von „Emmanuel“ für die Freilegung aller Untaten im Verein sorgen!

G:

Die „Gemeinschaft vom heiligen Johannes“, (französisch: „Communauté Saint-Jean“): Diese international agierende Gemeinschaft ist eine wahre Skandal – Geschichte: 2023 wurde eine 800 Seiten umfassende Studie veröffentlicht, sie weist nach: Der Gründer, der Dominikanerpater Marie – Dominique Philippe, hatte über viele Jahre ein System geistlichen Missbrauchs, der Abhängigkeit, unter seinen Mitgliedern installiert. Unter dem Vorwand der geistlichen Begleitung missbrauchte er zahlreiche Frauen, seit der Gründung dieser Gemeinschaft im Jahr 1975 wurden 167 Menschen Opfer von Übergriffen. Auch 72 Brüder (Priester) der Gemeinschaft wurden als Täter identifiziert, das sind 8 Prozent aller Brüder, die jemals dieser Gemeinschaft angehörten. Wie bei den Legionären Christi und ihrem verbrecherischen Gründer, Pater Marcial Mariel, distanzierte sich die Gemeinschaft St. Jean von seinem frommen Gründer, dem Dominikaner Pater Philippe, einem Freund von Papst Johannes Paul II. Und nun will diese schwer belastete Gemeinschaft, plötzlich erneuert, weitermachen… in den Pfarr- Gemeinden etwa, die sie leiten… Die französischen Bischöfe sind auf diesen Club angewiesen, sie haben ja sonst fast keinen jungen zölibatären (?) Klerus mehr zur „Verfügung“…

H:
Die Neokatechumenalen: Diese nach eigenen Angaben etwa 1,5 Millionen zählende ,in aller Welt agierende und missionierende Gemeinschaft hat sich völlig dem Neu – Evangelisieren verschrieben. Im Mittelpunkt steht das Monate dauernde Einpauken der Katechismus-Wahrheiten in Gruppen, dies wird explizit als Ausdruck von Theologie verstanden! Diese Gemeinschaft hat weltweit sogar etwa 120 eigene Priesterseminare errichtet, alle heißen „Redemptoris Mater“, sie erzeugen sehr konservative Priester, die die alten Priester in Europa ersetzen, sehr zum Unwillen vieler Gläubiger in den nun von Neokatechumenalen geleiteten Gemeinden. Christian Modehn hatte vor vielen Jahren schon begonnen, die Neokatechumenalen kritisch zu beobachten. LINK.

Neueste Kritik von ehemaligen Mitgliedern, publiziert am 18.7.2026: LINK.

I
:

Das Opus Dei. Über dieses „Werk Gottes“ gibt es viele auch kritische Studien, in deutscher Sprache zumal von Peter Hertel. Nur etwa eintausend von ca.80.000 Opus – Dei Mitglieder sind Priester, die meisten sind also Laien, aber alle sehr verschwiegen, wie es sich für einen Geheimclub gehört. Dieses „Werk Gottes“ arbeitet verdeckt, hat auch sehr viele unerkannt bleibende Sympathisanten, selbst wenn sie formell nicht Mitglieder sind, wie einst wohl Kardinal Meisner (Köln) oder wahrscheinlich auch einst Kardinal Hengsbach (Essen) oder jetzt wohl Kardinal Woelki in Köln, aber ….alles ist geheim. Eine etwas mildere Form von Stasi in der katholischen Kirche also? Papst Johannes Paul II. war der heftigste Förderer und Liebhaber dieses Werkes Gottes, er setzte diese Leute ein … vor allem auch im Kampf gegen die „linke“ Befreiungstheologie…
Papst Franziskus hatte es zu Beginn seiner Regierung gewagt, zwei Opus Dei Bischöfe abzusetzen: LINK https://religionsphilosophischer-salon.de/5780_zwei-opus-dei-bischoefe-von-papst-franziskus-abgesetzt_religionskritik

K:
Die Fokolar – Bewegung und ihre Gründerin Chiara Lubich:
Heftig kritisiert wird der Personenkult um die Gründerin dieser internationalen Bewegung, also um Chiara Lubich. Viele Mitglieder klagen über die spirituelle Abhängigkeit, die diese nach außen so nette Dame , die Gründer – Gestalt, ausübte. Über den sexuellen und spirituellen Missbrauch in der Focolar – Gemeinschaft: LINK

13.
Wir beenden hier die immer noch weiter auszudehnende Liste der Dokumentation der korrupten Führer der neuen geistlichen Gemeinschaften und etlicher korrupter Mitglieder dieser geistlichen Gemeinschaften.
Wir haben nicht von der Gemeinschaft „Totus Tuus“ gesprochen;
nicht von der Ordensgemeinschaft „Diener Jesu und Mariens“ mit ihrem Zentrum in Blindenmark, Österreich;
Wir haben nicht von den „Franziskanern der Immakulata“ (Unbefleckten Empfängnis Mariens), gegründet 1970, gesprochen, LINK https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskaner_der_Immakulata.
Wir haben nicht nicht von den Missionaren “Idendes“, päpstlich anerkannt 2009, gesprochen;
wir haben nicht von der „Petrusbruderschaft“ gesprochen, vom Papst eingerichtet (1988) als traditionalistische Priestergemeinschaft, die aber Papst und Konzil anerkennen will;
wir haben nicht gesprochen von den „Franciscan Friars of the Renewal (CFR)“, den „neuen Kapuzinern …
Wir haben nicht von der mächtigen „Christ- Königs – Priestergemeinschaft“ gesprochen… LINK
Und haben dabei die alten geistlichen Bewegungen vergessen, wie etwa die „Schönstatt -Bewegung“, gegründet, zu Ehren der „dreimal wunderbaren Mutter“ Maria (der rechtsradikale Präsident Chile, José Antonio Kast ist Mitglied der Schönstatt – Bewegung…),
wir haben nicht gesprochen von der Bewegung der angeblich stigmatisierten Marthe Robin und ihrer „Foyers de Charité“,
nicht von den Charismatikern, die sich „Chemin neuf“ nennen, nicht von der “Integrierten Gemeinde“ (Kardinal Ratzinger liebte diese Leute so…) und so weiter….

14.

Was haben wir hier kurz dokumentiert? Die genannten Verbrechen sind systemisch für die katholische Kirche! 

Die Fülle des sexuellen und spirituellen Missbrauchs durch Gründer der sich – ziemlich arrogant – neue GEISTLICHE Gemeinschaften nennenden Bewegungen sowie auch des Missbrauchs durch sehr zahlreiche Mitglieder dieser Organisationen zeigt eindeutig: Diese Gemeinschaften sind Ausdruck eines systemischen, d.h. zum klerikalen System der katholischen Kirche gehörenden, Schadens. Diese Verbrechen und Verbrecher sind und waren nur möglch durch ein übliches klerikales Schweige – Kartell. Deswegen hat Papst Leo XIV. Unrecht: Er sagte am 28.9.2026 auf dem Rückflug seiner „apostlischen Reise“ von Frankreich nach Rom: Diese Verbrechen wäre nicht systemisch bedingt, sondern eben, wie üblich, Einzelfälle einzelner Menschen. Natürlich sind immer einzelne Menschen die Handelnden. Aber es gibt nachweislich systemische Voraussetzungen, die diese Verbrechen erleichtern, wenn nicht gar fördern. Man denke daran: Viele Katholiken, Laien, halten heute noch Priester, Bischöfe usw. für Hochwürden, für Exzellenzen, Eminenzen und nennen diese „Hirten“ auch noch so… Und der Papst als „Nachfolger des armen Fischers Petrus“ gilt sogar als „heiliger Vater“, dessen Reich der „heilige Stuhl“ (Vatikan) ist. In dieser stets uneindeutigen Melange von politisch auftretendem absoluten, undemokratisch regierenden Monarchen und spirtuellem Leiter der Kirche… Nebenbei: Eigentlich ist „heiliger Vater“ ein blasphemischer Titel, über den sich niemand noch aufregt, weil einzig doch Gott heilig genachht werden darf… aber: so viele Hunderttausend jubeln ihrem „Führer“ (Papst) zu, vielleicht sogar noch verständlich (aber nicht entschuldbar) als Ausdruck der Hilflosigkeit und Verwirrung in diesen verrückten Zeiten heute…Aber so lange diese klerikale Allmacht nicht überwunden ist, also vom Vatikan selbst ausgelöscht wird, solange wird es immer wieder klerikale Verbrecher in neuen oder alten geistlichen Gemeinschaften und Ordensgemeinschaften geben, und im Weltklerus sowieso… 

15.

Eine kurze theologische Beurteilung: Diese von Päpsten und zahllosen Bischöfen hoch gelobten Gemeinschaften mit inzwischen weltweit viele Millionen – Mitgliedern haben den Katholizismus auf seinem mühevollen Weg in die Moderne letztlich stark behindert, wenn nicht verdorben: Sie haben die katholische Kirche als eine konservative, der traditionellen Frömmigkeit verpflichtete, männlich – klerikale Organisation zementiert. Diese Kreise entwickeln kaum wahrnehmbar eine Theologie, die der heutigen Weltsituation gerecht wird: Klima- Katastrophe, Geschlechtergerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, usw…).
Diese Kreise sind auf die alte, angeblich immer richtige „ewige“ Lehre verpflichtet: Nur die Wiederholung und das Einpauken der alten Dogmatik könne ihrer Meinung nach die Mission der Kirche bedeuten. Es ist also eine totale Ideologisierung der Kirche, die da betrieben wird.
Aber diese oft auch sehr finanzstarken, politisch sehr rechten Gruppen sind von der Kirchenführung immer noch sehr erwünscht, weil sie – so vermutet wohl der Vatikan – das Überleben der autoritären Klerus- Kirche garantieren. Aber durch diese „neuen geistlichen Gemeinschaften“ wird die katholische Kirche heute zum Getto..

Christian Modehn hat schon 2009 in seiner Studie über Papst Benedikt XVI., in dem Buch „Rolle rückwärts mit Benedikt“ (Publik -Forum Edition, 2009, S. 143 ff) auf den eingangs genannten Miguel Buela und seine Verbindung mit Kardinal Ratzinger aufmerksam gemacht:

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

 

 

 

 

Sexueller Missbrauch durch Kleriker – Hinweise zur Geschichte einer verdrängten und verleugneten katholischen Tradition.

Von Christian Modehn am 22.7.2023

1.
Die sexuelle Missbrauch durch katholische Kleriker ist kein neues Ereignis des 21. Jahrhunderts. Es wird Zeit, einige historische Tatsachen öffentlich zu machen. Und zu zeigen, dass der Schutz der angeklagten Kleriker schon damals vorrangiges Ziel der Hierarchie war. Und das ist mehr als ein „nur-historisches Thema“.

2.

Die Kirchenführung und die Theologen hatten – spätestens seit Einführung des Zölibatsgesetzes im 12. Jahrhundert – das abstrakte Ideal eines keuschen, und deswegen (!) heiligen Klerus vor Augen.
Von pädosexuellen Klerikern sind bis ins 20. Jahrhundert nur wenige Dokumente überliefert. In seiner Studie über die Geschichte der Sexualität des Klerus spricht der Spezialist, der Historiker Georg Denzler, nur undifferenziert von „Homosexualität im Klerus“. Das Thema der so genannten „Pädophilie“ bzw. „Pädosexualität“ unter Priestern und Ordensleuten wird nicht eigens erwähnt. Dabei ist klar, dass das Wort „Pädophilie“ erst Ende des 19. Jahrhunderts verwendet wird. Aber es liegt nahe, dass „Pädophilie“ auch „mit-gemeint“ ist, wenn etwa Konzilien von „Sodomie“ im Klerus sprechen, wie etwa das III. Laterankonzil schon im Jahr 1179. Dort wurde in Kanon 11 bestimmt: Wenn ein Kleriker der „Unzucht wider die Natur verfallen ist, dann soll er aus dem Klerus ausgestoßen und in ein Kloster verbannt werden, um dort Buße zu tun“. (Quelle: Das Buch „Kreuzfeuer“. München 1991, darin der Beitrag von Prof. Denzler, S.106.).
Man erinnere sich: Eine andere milde Strafe fiel auch Papst Benedikt XVI.nicht ein, als er den bekannten pädosexuellen Verbrecher, den Ordensgründer der „Legionäre Christi“, Pater Marcial Mariel, aller seiner hohen Funktionen enthob, aber ihn NICHT den Gerichten übergab, sondern… in ein Kloster zur Buße schickte, aus dem sich der Verbrecher nach Florida (USA) flüchtete…LINK

Da war selbst Papst Pius V. (1572) schon weiter, als er verlangte, dass „sodomitische Priester von der weltlichen Obrigkeit verurteilt werden sollen…“

Frühes Mittelalter: Der heilige Petrus Damiani.

3.

Zunächst muss der heilige Petrus Damiani (geboren 1006 in Ravenna – gestorben 1072 in Faenza, Italien) vor allem wegen seines Buches „Liber Gomorrhianus“ („Das Gomorrah Buch“) aus dem Jahr 1050 erwähnt werden.
Petrus Damiani war Mitglied eines Eremitenordens innerhalb der benediktinischen Tradition, er war Theologe, später auch Bischof von Ostia und dann auch führender Kardinal. In dieser Funktion setzte er sich leidenschaftlich für eine strenge Kirchenreform vor allem für eine „moralische Reinigung“ des Klerus ein. Er zog sich aber im Jahr 1061 aus der Kirchenpolitik in ein Kloster zurück, frustriert angesichts der fortbestehenden „amoralischen Zustände“ im Klerus. „Vielleicht war damals das `Laster` (gemeint ist Homosexualität im allgemeinen) unter dem Klerus so weit verbreitet, dass ein energisches Durchgreifen, wie Petrus Damiani es für notwendig hielt, zu einer spürbaren Dezimierung des Klerus geführt hätte“, so Prof. Denzler, S . 105.

4.

Im Titel seines Buches nimmt Petrus Damiani Bezug auf den alttestamentlichen Mythos von Sodom und Gomorra, in diesem Buch verurteilt Petrus Damiani offenbar auch pädosexuelle Praktiken durch Priester, selbst wenn er diesen Begriff nicht verwendet. Petrus Damiani spricht im 8. Kapitel seines Buches vom Umgang des Beichtvaters mit seinen „spirituellen Söhnen“, die vom Priester selbst missbraucht wurden. So Pierre J. Prayer, in seinem Buch, erschienen in Waterloo, Ontario, 182, S. 14. LINK
Im katholischen „Dom-Radio“ (Köln) schreibt Anselm Verbeek am 23.2.2022: „Gegenüber Papst Leo IX. prangerte Petrus Damini,`das höchst unflätige Leben im Klerus` an. Er empörte sich über `Unzucht und Missbrauch von Minderjährigen unter dem Deckmantel der Religion`.“

5.

Die Hinweise des Petrus Damiani zu sexuellem Missbrauch an „Spirituellen Söhnen“ dienten nicht der Aufklärung in der damaligen klerikal bestimmten Gesellschaft. Sie sind dem Autor Petrus Damiani wichtig, weil er jegliche praktizierte Sexualität, mehr noch: jegliche Akzeptanz von Leiblichkeit im Klerus aufs schärfste verurteilt. Wäre Petrus Damiani ein objektiver (und damit kirchenkritischer) „Aufklärer“ gewesen über die Vertuschungen der Pädokriminaliät im Klerus, dann wäre er gewiss nicht 1828 zum katholischen Kirchenlehrer feierlich ernannt worden und zu einem Heiligen, den übrigens Kardinal Ratzinger sehr lobte. Petrus Damiani gilt heute als der radikale Feind jeglicher Sexualität außerhalb der Ehe.

6.

Aber der Heilige empfiehlt dann die in Klerikerkreisen übliche Geheimhaltung des Missbrauchs: In einem Schreiben an Papst Nikolaus II. behauptet Petrus Damiani: „Würde die Unzucht bei den Priestern geheim betrieben, so sei es zu ertragen, aber die öffentlichen Konkubinen, ihre schwangeren Leiber, die schreienden Kinder, das sei das Ärgernis der Kirche“, berichtet wikipedia.

7.

Es ist ein Beleg für die Oberflächlichkeit katholischer Theologie und katholischer Geschichtsforschung, wenn in dem durchaus repräsentativen umfangreichen Band „Reformer der Kirche“ (Mainz 1970) ein Beitrag des katholischen Theologen und Historikers Jean Leclercq über Petrus Damiani erscheint. Und darin mit keinem Wort dessen Buch „Liber Gomorrhianus“ erwähnt wird (S. 540 f.). Hingegen wird berichtet: Er sei „ein Fürsprecher der freiwilligen Geißelung“ gewesen (S. 541) und habe diese Form des frommen Masochismus auch selbst praktiziert.
Nebenbei: Wen wundert es dann noch, dass dieser strenge Masochist heute in der katholischen Kirche offiziell als „Patron und Helfer gegen Kopfschmerzen“ verehrt werden darf, so der Wikipedia Beitrag (Deutsch) über Petrus Damiani.

Missbrauch im Orden der Schulpriester, auch „Piaristen“ genannt, im 17. Jahrhundert.

8.

Der sexuelle Missbrauch durch Priester hat eine lange Tradition auch im 17. Jahrhundert. Sie wird deutlich greifbar in der umfassenden historischen Forschung von Karen Liebreich, sie studierte die Frühgeschichte des Ordens der „Piaristen“, der „Schulpriester“, gegründet vom heiligen Joseph Calasanz, 1617 von Papst Paul V. offiziell in Rom als Orden bestätigt. Calasanz lebte von 1557 – 1648.

Die Historikerin Karen Liebreich hat im Jahr 2004 ihre Studie „Fallen Order“ in New York, publiziert. Sie hatte Zugang zu entsprechenden Archiven in Rom, Florenz usw… Der Orden der Schulpriester hatte sich zu Beginn vor allem für den Unterricht armer Kinder (Jungen) in eigenen Ordensschulen engagiert. Und unter den Lehrern, den Ordenspriestern, sammelten sich bald – bei dieser „Spezialisierung“ auf den Unterricht von Knaben – tatsächlich Pädophile. „Bekannte pädophile Priester wurden von einer Ordens – Schule der Piaristen in die andere versetzt und so wurde Ihnen Zugang zu Kindern ermöglicht. „Der Ordensgründer Calasanz wusste doch, was geschieht, wenn Männer und Jungen miteinander allein gelassen werden, seine Schriften und seine Regeln für die Schule zeigen das“, schreibt Karen Liebreich auf S. 269. Aber die pädophilen Priester im Orden vernetzten sich, versuchten erfolgreich, Einfluss und Macht im ganzen Orden zu gewinnen: „Der Ordensgründer Joseph Calasanz wusste, was da an Missbrauch geschah, ebenso wie die Kardinäle, die Bischöfe und letztlich auch der Papst“ (ebd.). „Aber der Skandal der pädophilen Schulpriester wurde ignoriert, um den Ruf eines wichtigen Klerikers mit einflußreichen familiären Beziehungen zu schützen“. Und der Ordenspriester Stefano degli Angeli Cherubini (geb. 1600) wurde sogar noch mit vollem Wissen des Papstes sogar im Jahr 1643 oberster Chef des Ordens.

9.

Der Ordensgründer Calasanz deckte den pädophilen Verbrecher nun auch als seinen Vorgesetzten im Orden. „Kindesmissbrauch durch Ordenspriester wurde von Calasanz ignoriert und „zugedeckt“, und in jedem Fall „war immer seine erste Priorität der gute Rufe des Ordens und die Reputation der betroffenen Mitbürger“ (S. 257). „Erst als die Tatsachen auch in der Öffentlichkeit bekannt wurden, wurde der Orden der Schulpriester als Orden verboten, eine noch nie dagewesene Aktion der Kirche“ (ebd.). Das geschah 1646, immerhin hatte Papst Innozenz X. den Mut, einen von pädophilen Klerikern durchsetzten Orden zu verbieten. Aber 10 Jahre später konnte der Orden natürlich mit päpstlicher Erlaubnis (durch Alexander VII.) seine Aktivstem wieder aufnehmen… er hat seitdem eine nach außen hin erfolgreiche Geschichte mit vielen prominenten Schülern…
Roland Machatschke (Wien), Journalist und Mitarbeiter der Wiener Piaristen, hat einen ausführlichen Vortrag über die frühe Geschichte des Piaristen-Ordens veröffentlicht: LINK

10.

In dem umfassenden Lexikon  „Reformer der Kirche“ (hg. von Peter Manns, Mainz 1970), wird in dem Beitrag über den heiligen Joseph Calasanz, Seite 904-907) mit keinem Wort der sexuelle Missbrauch etwa durch Pater Cherubini erwähnt. Er wird nur als ein „Ehrgeiziger“ beschrieben, der „reiche Gönner hatte“ (S. 906). Als Ordensgeneral (1643) wurde Cherubini entlassen, aber die Autorin Hilde Firtel nennt als Grund nur „Unterschlagungen“, nicht sexuellen Missbrauch. Der Herausgeber Peter Manns, Mainz, war Professor für Kirchengeschichte in Mainz… er galt als „katholischer Luther-Spezialist“…

11.

Zu einer Auflösung eines korrupten Ordens waren die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus nicht bereit oder nicht in der Lage, als es darum ging, wegen der pädosexuellen Verbrechen Pater Marcial Maciels von den „Legionären Christi“ diesen Orden zu verbieten und aufzulösen, ein Vorschlag, der vielfach von Opfern Pater Maciels vorgebracht wurde… Aber der Einfluß des Ordensgründers unter den Kardinälen, seine öffentlich bekannte Freundschaft mit Papst Johannes Paul II., sein bekannter finanzieller Reichtum, seine vielen einsatzbereiten jungen Priester usw. verhinderten wohl die Auflösung dieses von vielen für korrupt gehaltenen Ordens…Verschiedene Studien zu den „Legionären Christi“:
LINK

Missbrauch im „Merzedarier-Orden“ im Spanien des 17. Jahrhunderts

12.
Über einen pädosexuellen Ordenspriester im Spanien des 17. Jahrhunderts liegt eine kleine historische Studie vor, sie hat Prof. Raphael Carrasco verfasst unter dem Titel „Sodomiten und Inquisitoren im Spanien des 16. und 17. Jahrhunderts“. Die Studie ist erschienen in dem Sammelband „Die sexuelle Gewalt in der Geschichte“, hg. von dem Historiker Alain Corbin, Wagenbach Verlag, 1992, dort S. 45-58. Die französische Ausgabe erschien 1989. Das Buch ist auf Deutsch nur noch antiquarisch verfügbar…Raphael Carrasco (Montpellier) geht der Frage nach: Wie konnte sich ein hoher Kleriker, des sexuellen Missbrauchs angeklagt, im Spanien des 17.Jahrhunderts aus der Affäre ziehen, nur weil er ein Kleriker war und „der gute Rufe der Kirche bewahrt werden musste“.

13.

Prof. Raphael Carrasco stellt in seinem Aufsatz den sexuellen Missbrauch eines Mönchs zunächst in den größeren Zusammenhang der Homosexualität (damals Sodomie genannt) im „Inquisitionsbezirk Valencia“ im 16. und 17. Jahrhundert. Schon 1497 hatten die „Katholischen Könige“ dort für Sodomiten die Strafe des Feuertodes festgelegt. In einem grundlegenden Text der katholischen Könige heißt es: „Es handelt sich um die Bestrafung des abscheulichen Delikts, das schon der namentlichen Erwähnung unwürdig ist, das Delikt zerstört die natürliche Ordnung, es wird durch Gottes Urteil gestraft, etwa durch Pestilenzen und andere Plagen“ (S. 46).
Im Gericht von Valencia war mit „19 Prozent der wegen Sodomie Angeklagten die Gruppe der Kleriker (die nicht weniger als 1 % der Bevölkerung repräsentierte), mit Abstand der höchste Anteil…Von 1575 bis 1590 wurden in Valencia vier Kleriker verbrannt, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden schwere Strafen gegen Kleriker, Galeere und Zwangsarbeit, verhängt“ (S. 54).

14.

Auch damals setzte sich der Schutz der Kleriker als oberstes Prinzip im Umgang mit sexueller Gewalt durch Priester durch: „Das Tribunal handelte allerdings mit äußerster Vorsicht, denn die verschiedenen Orden zeigten sich in der Verteidigung ihres guten Rufes ganz besonders aktiv“ (S. 54). Damals wie heute: Die Orden behaupten, sie müssen zuerst und vor allem ihre Mitglieder schützen … und nicht die Opfer…

15.

Raphael Carrasco konzentriert sich dann in seinem Aufsatz auf den Fall des Paters Joan Nolasco Risón aus dem Orden der „Merzedarier“ (dieser Orden besteht noch heute mit der Ordensabkürzung O.de.M.).
Pater Joan Nolasco Risón war Novizenmeister, also offiziell zuständig für die die Förderung der Spiritualität der jungen Männer, die damals im Alter von 16 Jahren in die Orden als Kandidaten und mögliche Mtglieder eintraten. „Der Novizenmeister hatte in seinem Konvent unaufhörlich und erfolgreich sexuellen Druck auf die jungen Leute ausgeübt, die ihm anvertraut waren“.
Pater Nolasco Risón hatte in seinem Kloster durch seine offensichtlichen „Aktivitäten“ eine Spaltung bewirkt: Es gab seine Komplizen, „die er anderswo auf günstigen Posten unterbrachte und die bis dahin seltsame Vorrechte genossen, und auf der anderen Seite die Reinen, die Schamhaften, Empörten sowie alle, die verfolgt und tyrannisiert wurden, weil sie dem Werben des Meisters widerstanden hatten“ (S. 55).
Es gab etwa einen kritischen Ordensbruder, Pater Jeronimo Ramirez, der dem sexuellen Missbrauch des Paters Nolasco Rison Einhalt gebieten wollte. Und was passierte? Der ganze Orden wollte den „guten Ruf“ bewahren, man beeinflusste den kritischen Pater Jeronimo Ramirez und versuchte, ihn zu überzeugen, doch bitte den prominenten Mitbruder im Orden nicht zu denunzieren. Aber die sexuell missbrauchten Novizen rebellierten. Und was tat der Beschuldigte? Pater Risón „versuchte die Novizen mit einer heftigen Rede voller unterschwelliger Drohungen einzuschüchtern“. (S. 55). Aber die Einschüchterungen nützen nichts. Die Inquisition hatte die Novizen zu Zeugenaussagen vorgeladen. „Diese Zeugenaussagen sind heute eine ganz außergewöhnliche Quelle für das Leben in den Novizinnen der Klöster am Ende des 17. Jahrhunderts.“ (S. 55).

16.

Die kirchliche Inquisitionsbehörde gab aber 1687 dem staatlichen Gericht die Zustimmung, Pater Risón (damals 54 Jahre alt) zu verhaften, allerdings „unter größter Geheimhaltung“, betont der Autor des Aufsatzes Raphael Carrasco (S.55). Wie zu erwarten: „Der Prozess gegen Pater Nolasco Rison versandte im Ermittlungsverfahren. Der Oberste Rat (der Inquisition) dachte, die zwangsläufig skandalöse Arznei, also die Bestrafung des Paters – sei schlimmer als die Krankheit (der sexuelle Missbrauch von Kindern“, S. 55. Der Verbrecher wurde also frei gesprochen, er u.a. war danach ein beliebter Prediger, im Jahr 1700 ist er verstorben.
In einem Lexikon Beitrag der „Königlichen Akademie der Geschichte“ in Madrid (verfasst von Manuel Alvar Lopez) ist von den Verfehlungen des Priesters Rison keine Rede.

Missbrauch durch einen Jesuiten im Frankreich des 18. Jahrhunderts

17.
Es geht um den Missbrauch durch den Jesuitenpater Jean-Baptiste Girard (1680-1733). Er wurde 1731 angeklagt, das Mädchen Marie-Cathérine Cadière im Beichtstuhl zum Sex verführt zu haben mit späterer Anstiftung zur Abtreibung. Der Skandal war damals in Frankreich sehr oft besprochen worden. “Die Aussagen anderer Beichtkinder Girards stützten die Anklage, doch wurde der Angeklagte am 10. Oktober 1731 in Toulon freigesprochen. Er musste allerdings in seine Geburtsstadt Dole zurückkehren, wo er bereits zwei Jahre später starb“ (Quelle: Wikipedia Beitrag, deutsch, über Jean-Baptiste Girard).

18.

Der philosophisch gebildete Schriftsteller Jean-Baptiste d` Argens ( 1703-1771) hatte über dieses Ereignis einen dicht am Ereignis orientierten Roman geschrieben, er wurde 1748 veröffentlicht unter dem Titel „ Thérèse Philosophe. Memoiren zu Ehren der Geschichte von Pater Dirrag und Mademoiselle Eradice“. Noch wird darüber debattiert, ob d` Argens tatsächlich der Autor des Romans ist. Der Marquis de Sade war von d` Argens als Autor überzeugt. Der Romanautor hatte den Jesuitenpater dann Dirrag genannt, die Leser wussten, wer gemeint ist.

19.

Der Historiker und Spezialist für die Literatur im Frankreich des 18. Jahrhunderts Robert Darnton hat diesen Roman als pornographischen Text gewürdigt. (Quelle: „Denkende Wollust“, Frankfurt am Main 1996, S. 7 – 44). Interessant ist der Hinweis Darntons: Die großen (staatlichen) Bibliotheken damals verwahrten diesen und andere „Porno“-Romane unter der Rubrik „l` Enfer“, „Die Hölle“, unter Schloss und Riegel.
Die „Porno“-Romane (hinsichtlich der Darstellungen sicher weit entfernt von entsprechenden Texten des 20. und 21. Jahrhunderts) waren im 18.Jahrhundert in Frankreich weit verbreitet und es gab viele entsprechende Publikationen, sie zeigten die sexuelle Freiheit einer bestimmten (hohen) Gesellschaftsschicht. Und sie waren in der Darstellung der Freiheiten, die sich einzelne Männer nahmen, auch ein versteckter Impuls an die Leser, sich auch die Freiheiten, vielleicht auch politische Freiheiten zu nehmen.

20.

Im Roman „Thérèse Philosophe“ verführt und missbraucht der Jesuitenpater und geistliche Betreuer Dirrag (Pater Girard) das fromme Mädchen durch seine spirituellen Geschichten, die auf Wahn beruhen: Etwa, dass die sexuelle Hingabe des Mädchen zu einer Erhebung der Seele führe oder dass Wunderwerkzeuge des heiligen Franziskus bei der Penetration zur Anwendung kommen. Interessant ist, dass damals schon der sexuelle Missbrauch durch Priester mit der Erfindung „heilsamer“ religiöser Zusammenhänge begründet wurde, auch Pater Marcial Maciel argumentierte so, als er Jungen und Jugendliche missbrauchte…

21.

Es gab zu Zeiten des ancien régimes (aber auch schon vorher) die „prisons ecclésiastiques„, also die kirchlichen und kircheneigenen Gefängnisse, die in Klöstern untergebracht waren oder auch in Priesterseminaren. Es ist meines Wissens bisher nicht untersucht worden, ob in diesen „Klostergefängnissen“ auch Priester eingesperrt wurden, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig machten. Vieles deutet darauf hin, dass auch Kleriker von ihren Oberen eingesperrt wurden, die sich der „libertinage“ schuldig gemacht hatten…

Diese „Kirchlichen Gefängnisse“ in Klöstern sind ein Thema, das bisher in Deutschland wenig Beachtung fand. In Frankreich hat etwa der Historiker Bernard Plongeron in seiner Studie“La vie quotidienne du clergé francais au 18. Siecle“ (Hachette, Paris 1974, S. 65 f.) auf dieses Thema hingewiesen; eine größere Studie ist „À propos de la prison ecclésiastique sous l’Ancien Régime“ von Jean-Pierre Gutton, erschienen in „Presses universitaires François-Rabelais“ (1995).

Kurze Zusammenfassung

22.

Diese Beispiele sind nur Fragmente aus einer langen Geschichte des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch katholische Kleriker. Es sind eben nur Fragmente, weil die Hierarchie entsprechende Dokumente meist umfassend vernichtete und Spuren verwischte, „um den guten Ruf der Kirche zu schützen“, wie es im Laufe der langen Missbrauchsgeschichte immer heißt. Und der Zölibat des Klerus bot Pädophilen einen Schutzraum, in dem sie sich, zur Ehelosigkeit verpflichtet, als sexuelle Einzelgänger förmlich ausleben und austoben konnten … und können.

Leider ist eine wichtige Studie vergriffen: Hertha Busemann: „Der Jesuit (Girard) und seine Beichttochter. Die Faszination eines Sittenskandals in drei Jahrhunderten“. BIS, Bibliotheks- u. Informationssystem d. Univ. Oldenburg. Mit e. Vorw. von Ernst Hinrichs. Oldenburg 1987.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Ratzingers Herrschaft – eine Katastrophe.

Über das neue Buch „Nur die Wahrheit rettet“.
Hinweise auf das Buch und weiterführende Erkenntnisse von Christian Modehn.

1.
Wer das Buch über das „System Ratzinger“ (der Untertitel) gelesen hat, muss sich notwendigerweise fragen: Was ist nach der Lektüre, „summa summarum“, die Wahrheit über die langdauernde Kirchen-Herrschaft Joseph Ratzingers? Diese Wahrheit ist in wenigen Worten zu sagen: „Ratzinger ist der totale Kleriker“. Zu Beginn seiner steilen Karriere war er kurze Zeit „Seelsorger“, dann Theologieprofessor, daraufhin Erzbischof in München, dann Kardinal als Chef der Glaubenskongregation in Rom (1982 – 2005) und engster Berater Papst Johannes Paul II. Dann wurde Ratzinger erwartungsgemäß Papst unter dem Namen Benedikt XVI. (2005 -2013). Seit seinem Rücktritt nennt er sich immer noch Papst, er hat den sonderbaren Titel „Papa emeritus“ mit eigenem großen Freundes/Unterstützer-Kreis. Und auch dieses noch: Er ist als unmittelbarer Nachbar im Vatikan aufmerksamer Beobachter von Papst Franziskus. Er zog sich also als „emeritus“ nicht in seine bayerische Heimat zurück, er blieb im Vatikan. Vielleicht überlebt er Papst Franziskus? Falls Franziskus auch zurücktritt, will er ebenfalls im Vatikan bleiben und mit einem neuen Pontifex maximus hätten wir dann eine Art Trinität: Drei Päpste auf einmal. Göttlicher geht’s dann wahrlich nicht mehr…

2.
Welche Wahrheit muss angesichts dieses Buches „Nur die Wahrheit rettet“ und über das Buch hinaus gesagt werden … zu diesem „totalen Kleriker“ Ratzinger? Allerdings unter dem normativen Anspruch einer Theologie, die die Qualität des kritischen Prüfens sich bewahrt hat! Ich denke: Die einfache und deswegen für manche frommen Leute wohl schockierende Wahrheit über Ratzinger ist: Dieser Kleriker hat den Niedergang der katholischen Kirche befördert. Andere kritisch denkende Theologen (kann denn Theologie heute anders als vernünftig – kritisch sein?) würden treffender sagen: Dieser Kleriker Ratzinger war und ist eine Katastrophe für die römische Kirche.

3.
Diese Wahrheit stellt sich ein, wenn man das Buch liest mit dem Titel „Nur die Wahrheit rettet“ mit dem Untertitel “Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“. Verfasst haben es Doris Reisinger (Theologin) und Christoph Röhl (Autor und Regisseurs eines umfassenden Films über Ratzinger).
Aber welche Wahrheit stellt sich ein, die größer ist als Ratzingers Ideologie, welche Wahrheit über Ratzinger rettet und befreit? Naheliegend müsste man fordern: Dieser EX- Papst Joseph Ratzinger sollte sich entschuldigen, öffentlich, nicht nur bei den Opfern des tausendfachen sexuellen Missbrauchs durch Priester, sondern bei allen, die er mit seiner rigiden Herrschaft beleidigt, ausgegrenzt und krank gemacht hat. Vor allem: Denen er mit seiner Herrschaft den Glauben und das Grundvertrauen (in Gott) genommen hat. Es ist diese bedrückende Erkenntnis: Glaubensverlust wegen der Institution Kirche, die hier zur Debatte steht. Das Problem ist nur: Ratzinger selbst ist Ausdruck und Vollstrecker (Schreibtischtäter) des klerikalen Systems. Kann sich ein System entschuldigen? Nein. Es kann nur überwunden werden. Zur Überwindung kann nur jeder und jede einzelne beitragen…

4.
Dabei bietet das Buch von Doris Reisinger und Christoph Röhl nur eine Haupt-Perspektive, sozusagen einen entscheidenden Ausschnitt, aus dem unseligen Wirken dieses Klerikers, den man in Frankreich in gebildeten Kreisen treffend den „Panzerkardinal“ genannt hat.
Die Autoren zeigen ausführlich und gut dokumentiert: Ratzinger hat die Opfer sexuellen Missbrauchs viele Jahrzehnte ignoriert, er hat die Täter entschuldigt und „gedeckt“. Er hatte seinen Klüngel um sich gebildet, vor allem um seinen Freund, den hochumstrittenen Kardinal Tarcisio Bertone aus dem Salesianer-Orden. Bertone bewohnt bekanntlich als armer Ordensmann eine nach seinen Angaben „300 bis 400 Quadratmeter“ große Wohnung…(Das Buch „Avaricia“ von Emiliano Fittipaldi hat das alles gut dokumentiert)
Im Mittelpunkt des Buches von Reisinger und Röhl stehen die Ungeheuerlichkeiten des Gründers der Legionäre Christi, des in diesem Orden so bezeichneten „Generaldirektors“ Marcial Maciel, allein schon dieser Titel „Generaldirektor“ für einen Ordenschef zeigt die heftige ökonomische Interessiertheit dieser Herren.
Ratzinger hat Marcial Maciel, nachdem endlich seine Verbrechen öffentlich gemacht wurden, nur moralisch als Sünder getadelt. Im klerikalen Denken Ratzingers entstand gar nicht die Frage: Sollte er Maciel, den sexuellen Missbraucher seit Jahrzehnten, der staatlichen Justiz für seine Untaten übergeben? Nein, das wollte Ratzinger dann doch nicht. Der bloß moralisch getadelte Verbrecher bewahrte sich unverschämt wie immer und vom Vatikan weiterhin unkontrolliert seine übliche Reiselust, zuerst nach Florida, bevor er mit Frau und Kind Weltreisen antrat. In Florida ist er 2008 verstorben. Die Legionäre haben nach seinem Tod einfach die Fotos Maciels aus all ihren Häusern und Zimmern entfernt. Erwähnt wird der Name ihres einst als heiligmäßig verehrter „Vaters“ auf der website des Ordens seitdem nicht mehr. Die Legionäre treten jetzt also wie ein Orden ohne Gründer auf. Diese Verlogenheit im Umgang mit Maciel erinnert an die „Säuberung“ nach dem Tode Stalins. Der sowjetische Diktator verschwand als Bild und Foto in der Öffentlichkeit… aber sein Geist blieb. So auch bei dem Herren Generaldirektor Pater Maciel. Alte Freunde gibt es bei ihm auch, die dann schwadronieren: „Maciel hat doch nur gute Früchte hervorgebracht“, sagen sie, die von ihm auch finanziell Begünstigten! Sie glauben, der Orden der „Legionäre Christi“ müsse wegen der vielen jungen Priester unbedingt erhalten bleiben. Und wegen des Geldes, das der Orden seit jeher über alles liebt (natürlich verbunden mit der Liebe zu Millionären weltweit)

5.
Die Autoren breiten darüber hinaus reiches Material zum Umgang des sexuellen Missbrauchs in anderen so genannten neuen geistlichen Gemeinschaften, sie wurden gepflegt und gefördert während der Ratzinger – Herrschaft in enger Verbindung mit dem polnischen Papst. Die neuen geistlichen Gemeinschaften erschienen Ratinger wie Wojtyla als große Retter der „Kirchenkrise“. Diese neuen Gemeinschafen, insgesamt mit einigen Millionen Mitgliedern und Sympathisanten, sind insgesamt theologisch konservativ bis reaktionär, sie bilden Sonderwelten in der Kirche, werden aber von der Klerus – Herrschaft geschützt. Warum wohl? Weil die kinderreichen Familien dieser auch von Laien geprägten Gemeinschaften viele gehorsame Priester zur Verfügung stellen und das klerikale System fortzusetzen helfen. Das ist meine Ergänzung zu dem Buch „Nur die Wahrheit macht frei“.

6.
Vieles, was das Buch mit großem Fleiß dokumentiert, ist bekannt. Ich selbst habe seit 2007 als einer der ersten in Deutschland über die Legionäre Christi ausführlich auf meiner website religionsphilosophischer-salon.de und in zahlreichen Ra­dio­sen­dungen kritisch berichtet oder auch über das „Neokatechumenat“. Davon „zehren“ auch die beiden Autoren. Aber sie sind so vornehm und „verschwiegen“, dass sie darauf nicht hinweisen. Das nur am Rande.

7.
Das Buch ist eigentlich ständig aktualisierbar: Eine dritte Auflage sollte detailliert zeigen, dass die im Vatikan so hoch gepriesenen Gründer der neuen geistlichen Gemeinschaften in den letzten Monaten (2020/2021) als Täter sexueller Gewalt und spiritueller Bevormundung bzw. Herrschaft überführt wurden: Die Liste könnte beginnen mit dem Gründer der Ordensgemeinschaft St. Jean (Johannes-Brüder), könnte weiter gehen zu Jean Vanier, dem Gründer der weltweiten Arche-Gemeinschaften, weiter zu Père Pierre-Marie Delfieux, dem Gründer der Mönchsgemeinschaft „Jérusalem“ in Paris, über ihn hat eine ehemalige Nonne das Buch geschrieben „Quand l église détruit“… dann müsste man weiter forschen über den Gründer der sehr einflussreichen und sehr reaktionären internationalen Gemeinschaft „Sodalicium“ aus Peru, dann weiter gehen zu Chiara Lubich und ihrer Focolarini, dann zum Gründer der Gemeinschaft „Béatitudes“, weiter zu den Oberen der neu gegründeten „Franziskaner der Immakulata“ oder zu dem reaktionären Orden „Institut des inkarnierten Wortes IVG. Da wurden heftige massive Missbräuche des Ordensgründers gegenüber Mitgliedern dokumentiert. Ratzinger ist der große Förderer dieses Ordens aus Argentinien. Die Rede müsste sein von Pater Kenntenich, dem Gründer Schönstatt-Bewegung und so weiter und so weiter. Man sehe sich auch besonders gut an, welche Gruppen und Grüppchen reaktionären Einschlags sich im Bistum Toulon – Fréjus sammeln, Chef ist dort Bischof Dominique Rey, er ist führendes Mitglied der großen katholisch – charismatischen Bewegung „Emmanuel“. Diese Gemeinschaft praktiziert in Frankreich auch die „Konversions-Therapie“ von Homosexuellen. Einer der „Emmanuel – Priester“, Pater Bernard Peyrous, wurde wegen „sexueller Übergriffe“ an Frauen suspendiert, aber er darf weiter pastoral wirken…Zu sprechen wäre von der neuen Ordensgemeinschaft der „Soeurs de Bethléem“ und deren Machtmissbrauch innerhalb des Ordens. Mit anderen Worten: Die hoch gelobten „neuen geistlichen Gemeinschaften“ sollten unter strenger Beobachtung stehen…Sie sind einziger Sumpf!
Von diesen Gemeinschaften ist dem neuen Buch von Reisinger und Röhl nicht die Rede, es handelt sich hier um meine Recherchen.

8.
Für mich wäre es besonders wichtig, welche Beziehungen der vatikanische Behörden Chef Ratzinger zu Kardinal Groer in Wien hatte. Groer, als Benediktinermönch vom Stift Göttweig, wurde 1986 von Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof ernannt, Groer musste dann nach lang andauernden heftigen Protesten 1995 wegen ganz offensichtlichen sexuellen Missbrauchs zurücktreten.
9.
Noch interessanter ist die sehr große Sympathie, die Freundschaft und Fürsorglichkeit Ratzingers für den nicht minder höchst umstrittenen Bischof von St. Pölten in Österreich, den Theologieprofessor Kurt Krenn.Er wurde zunächst 1987, ein Jahr nach Groer, zum Weihbischof von Wien ernannt. Weil er dort nach vielen Protesten unhaltbar wurde, beglückte der Vatikan die Katholiken im Bistum St. Pölten mit Krenn als Bischof (1991 – 2004). Er war u.a Mitarbeiter der von vielen als Vulgär-Blatt beurteilten „Kronen-Zeitung“, kein Wunder, er war ein Freund von FPÖ Chef Jörg Haider. In Krenns Bistums waren ebenfalls die „neuen geistlichen Gemeinschaften“ höchst willkommen, etwa die „Diener Jesu und Mariens“ in Blindenmarkt, ebenso die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ oder die „Gemeinschaft vom heiligen Josef“. In seinem Priesterseminar wurden gern zu zehn tausenden (ARD: https://web.archive.org/web/20140129075019/http://www.tagesschau.de/ausland/krenn100.html) kinderpornographische Fotos betrachtet. Das Magazin PROFIL in Wien schrieb u.a.: „In der Kinderpornoaffäre, über die „Profil“ ebenfalls berichtete, hält die Staatsanwaltschaft die Indizien für so erdrückend, dass es zu mehreren Anklagen gegen Seminaristen kommen wird. Gefunden wurden zum Beispiel Fotos, auf denen ein fünf- bis sechsjähriges Mädchen beim Oralverkehr mit erwachsenen Männer gezeigt wird ….usw.“ Der Priesterkandidat Piotr Zarlinski wurde deswegen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Krenn nannte diese Porno – Praxis, so wörtlich, „Bubendummheiten“. Kurz danach ist Krenn als Bischof zurückgetreten.
Die ganzen Affären um Bischof Krenn bezeichnete der international geschätzte Theologe Prof. Paul M. Zulehner als „pastoralen Supergau“.
Aber wie regiert Joseph Ratzinger wenige Wochen, nachdem er zum Papst gewählt wurde: Er bemitleidet aufs innigste den armen Freund Krenn, rückt sein Leiden in die Nähe zu Jesu Leiden….
(Nach seinem Rücktritt als leitender Bischof lebte Krenn schwerkrank, Folgen seines Alkoholismus, in einem katholischen Pflegeheim).
Am 18.6. 2005, also wenige Wochen nach seiner Papstwahl, hatte Krenns alter Freund und Gönner, Joseph Ratzinger, nichts Eiligeres zu tun, als ihm einen salbungsvollen Brief zu schreiben. Dieses Dokument muss allen, die unter dem Regime von Bischof Kurt Krenn gelitten haben, wie eine Ohrfeige erscheinen. Der Brief offenbart auch die wahre spirituelle und ideologisierte Theologie Joseph Ratzingers als Papst:
Hier nur einige Zitate aus dem handschriftlich unterzeichneten Brief an Bischof Krenn:
„Lieber Mitbruder! Wie ich höre, leidest du an Leib und Seele. So liegt es mir am Herzen, Dir ein Zeichen meiner Nähe zukommen zu lassen. Seit langem bete ich jeden Tag für dich! …. Unser Herr hat uns letztlich nicht durch seine Worte und Taten, sondern durch seine Leiden erlöst. Wenn der Herr dich nun gleichsam mit auf den Ölberg nimmt, dann sollst du wissen, dass du gerade so ganz tief von seiner Liebe umfangen bist und im Annehmen deiner Leiden ergänzen helfen darfst, was an den Leiden Christi noch fehlt (Kol 1, 24) Ich bete sehr darum, dass dir in allen Mühsalen diese wunderbare Gewißheit aufgeht……. Von Herzen sende ich dir meinen apostolischen Segen. In alter Verbundenheit! Dein Papst Benedikt XVI.
(Dieser bemerkenswerte Brief ist (noch) nachzulesen : https://www.derstandard.at/story/2481036/papst-schickt-krenn-per-brief-troestende-worte)

Ich habe dieses Dokument (Bischof Krenn als leidender Jesus) schon 2011 publiziert in dem Aufsatz unter dem Titel „Benedikt XVI. ist politisch rechtslastig“, erschienen in dem Sammelband „Rolle rückwärts mit Benedikt“ (Hg. Norbert Sommer und Thomas Seiterich, PUBLIK FORUM Edition, 2009). Nebenbei: Ich frage mich manchmal, wie es möglich ist, dass schon vorliegende kritische Studien wie diese von den Autoren neuer Bücher zum Thema Ratzinger einfach so ignoriert bzw.im Druck nicht erwähnt werden können.

10.
Ich empfinde es angemessen, wenn in dem umfangreichen Buch „Nur die Wahrheit rettet“, für das zwei Autoren zeichnen, genauer angegeben wird, wer denn welches Kapitel verfasst hat.

11.
Ist Ratzinger ist also alles anderes als ein „Mozart der Theologie“, wie Kardinal Meisner (2007 in Berlin) einmal in seiner üblichen Ratzinger – Ergebenheit schwärmte.
Ratzingers Bücher sind keine kritisch reflektierte Theologie auf dem Stand des 20. Jahrhunderts, sie nicht mehr als fromme persönliche Meditationen. Wenn Ratzinger wissenschaftlich argumentierte, dann als Historiker, als Kenner und Liebhaber des Werkes des Kirchenvaters Augustinus. Er selbst nennt sich wohl „Augustinist“. Und dies ist der Schlüssel zum Verstehen seiner Spiritualität und Theologie: Es ist nicht nur die über Augustin gegebene Liebe zu Platon, es ist das völlig pessimistische Menschenbild des späten Augustin, das in dem Wahn seiner Erbsündenlehre gipfelt. Sie wurde schon von hoch gebildeten Theologen seiner Zeit zurückgewiesen, wie von Bischof Julian von Eclanum. Aber Augustin verfolgte seine Kritiker und setzte sich mit Gewalt durch mit seiner verkorksten Erbsündenlehre, die er nur erfand, um den Status der Kleriker zu sichern: Denn sie allein konnten in der Taufe die Menschen von der tödlichen Erbsünde befreien… .
Diese Haltung des Rechthaber Wahns ist typisch für den alten Augustin wie für Ratzinger. Man lese bitte in dem Zusammenhang die Augustinus Studien des Philosophiehistorikers Kurt Flasch!

12.
Ratzinger hat ungebrochen seine augustinistische Theologie durchgeboxt. Auch insofern ist er eine Katastrophe für die Kirche, wie das Buch von Reisinger und Röhl zeigt: Eine Katastrophe ist Ratzingers Unfähigkeit, dem sexuellen Missbrauch durch Priester wirksam auch mit staatlich – juristischen Konsequenzen Einhalt zu gebieten und die Opfer zu hören und zu respektieren. Oder, um nur ein weiteres Beispiel seiner Verblendung zu nennen: Er will unbedingt die oft neofaschistischen Kreise französischer Traditionalisten (Lefèbvre – Leute) wieder mit der römischen Kirche zu vereinen usw…
Der Augustinist Ratzinger liebt halt das Alte und Veraltete und Versteinert – Tote, das Lateinische … und die Erhabenheit des Klerus über alles.
Ratzinger ist eine gefährliche Figur von vorgestern.

Doris Reisinger und Christoph Röhl, „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“. Piper – Verlag, München, 2. Auflage 2021, 348 Seiten,22 €.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Die neuen geistlichen Gemeinschaften in der katholischen Kirche. Und ihre psychisch kranken Gründer.

Ein Hinweis von Christian Modehn zum Pfingstfest 2020

Es nimmt kein Ende: Der sexuelle Missbrauch vielfältigster Art begangen und verheimlicht von den Gründern der so viel gerühmten neuen charismatischen Gemeinschaften in Frankreich ist grenzenlos. Der Ruf dieser angeblich vom heiligen Geist gesteuerten Gemeinschaften ist dahin. Hoffentlich. Aber die vielen enttäuschten verbliebenen Getreuen glauben immer noch, wie üblich, an „Einzelfälle“. Die katholische Wochenzeitung LA VIE (Paris) nennt Mitte Mai 2020 wieder nur einige prominente Namen prominenter charismatischer Gemeinschaften.
Ich zitiere wörtlich: „Thierry de Roucy (Gemeinschaft „Points-Cœur“), Ephraïm et Philippe Madre (Gemeinschaft „Béatitudes“), Thomas et Marie-Dominique Philippe (Gemeinschaft „Frères de Saint Jean“), et leurs « enfants spirituels », Jean Vanier (internationale Behinderten-Gemeinschaft „Arche“)… et maintenant Georges Finet (Gemeinschaft „Foyers de Charité“)“. Vergessen wurde Père Pierre-Marie, Gründer und Chef von „Saint Gervais“ in Paris mit seiner seiner „Mönchs (Nonnen) Gemeinschaft „Jerusalem“ usw. usw. Diese Gemeinschaften sind auch im deutschsprachigen Raum vertreten!

1.
Warum sollte sich eine breitere, kulturell und religiös interessierte Öffentlichkeit ausgerechnet für „neue geistliche Gemeinschaften“ in der römisch-katholischen Kirche interessieren? Weil diese so genannten „neuen geistlichen Gemeinschaften“ im Unterschied zu den klassischen Orden (Benediktiner, Franziskaner, Jesuiten etc.) auch heute noch viele junge Leute als Mitglieder haben, also den real existierenden Katholizismus stärken. Weil sie auch oft als Ordensgemeinschaften organisiert sind, immer aber, um einen progressiven Anschein zu erwecken, auch Laien in ihrer klerikal bestimmten Gemeinschaft haben, wie das Opus Dei, die Legionäre Christi, die Neokatechumenalen usw.
Und diese streng reglementierten Organisationen sind nicht nur wegen ihrer beträchtlichen Anzahl weltweit der ganze große Stolz der Führer dieser Kirche. Sie gelten auch als die Hoffnung überhaupt für die Kirchenführer, Papst, Bischöfe etc. Denn diese wissen unausgesprochen: Mit dem Katholizismus in bisheriger Gestalt geht es eigentlich zu Ende. Die alte klerikale Struktur des Katholizismus sollen die sich „neu“ nennenden geistlichen Gemeinschaften retten. Denn sie zeigen in ihren Aktivitäten, die theologisch überhaupt nicht neu sind, weil sie de facto aber das alte klerikale System fortschreiben: Dass diese alte und eigentlich starre Kirche noch lebt im Sinne des puren offiziellen Vorhandenseins. Die Bischöfe sind stolz, dass diese „treuen“ Katholiken sich noch für dieses ihrige System der dogmatischen Kirche vorbehaltlos engagieren.

2.
Und diese „neuen geistlichen Gemeinschaften“ der katholischen Kirche sind eigentlich ein großes Problem, manche sagen wertend eine Schande.
Ich nenne nur einige wenige Beispiele:
Die Johannes – Brüder, eine international verbreitete Priestergemeinschaft, auch in Deutschland und Österreich tätig, kam angesichts des Verhaltens ihres Gründers, des Dominikanerpaters Marie Dominique Philippe, in solche Turbulenzen, dass sie eine Art „Neugründung“ ihrer Gemeinschaft forderte. Pater Philippe hatte u.a seinen Bruder, ebenfalls einen Dominikanermönch, also Pater Thomas Philippe, hinsichtlich dessen sexuellen Missbrauchs Jahre gedeckt, wenn nicht unterstützt.
Pater Thomas Philippe OP war als Täter des sexuellen Missbrauchs auch dem Gründer der berühmten ARCHE – Gemeinschaften, JeanVanier, als solcher gut bekannt. Der so heilig wirkende, milde und sanfte und hoch verehrte Buch-Autor Jean Vanier aber schwieg zum Missbrauch seines Freundes Pater Philippe, weil er selbst, Vanier, seinen eigenen Missbrauch pflegte, diesmal, zur Abwechslung möchte man fast sagen, mit etlichen Damen aus seiner berühmten katholischen Gemeinschaft für geistig Behinderte und dabei allerhand sexuelle Abhängigkeiten praktizierte, die wiederum sein Freund Pater Thomas Philippe deckte. Die französische Presse hat darüber ausführlich berichtet!

Die charismatische Gemeinschaft „Pain de Vie“, Brot des Lebens, auch in Deutschland, auch in Berlin vertreten, wurde schon 2015 wegen allerhand korrupter Vorkommnisse es Gründerehepaares von den französischen Bischöfen aufgelöst.

In dem international verbreiteten charismatisch –reaktionären Orden aus Argentinien, von Papst Benedikt XVI. stark gefördert, mit dem Namen „Institut des fleischgewordenen Wortes“ /Abkürzung: IVG/, auch im Bistum Berlin tätig, sind seit 2020 viele „Fälle“ von sexuellem Missbrauch bekannt geworden. Auch durch den Gründer Carlos Miguel Buela.

Diese Liste ließe sich fortsetzen. Die neuen geistlichen Gemeinschaften sind, wenn man nur mal ehrlich wäre, eine Katastrophe für den freien Glauben der Katholiken. Man denke auch an die theologisch äußerst begrenzte Gemeinschaft Neokatechumenat und deren spirituelle und finanzielle Herrschaft über die Mitglieder….

3.
Diese offiziell so viel geliebten, und klerikal hofierten neuen geistlichen Gemeinschaften geraten also in die wirksame kirchenunabhängige Kritik. Die Erkenntnis der wenigen Journalisten, die ihre Recherche noch diesen einflussreichen Gemeinschaften widmen, betonen: Diese Gemeinschaften sind eigentlich, wertend, theologisch betrachtet, eine öffentliche Schande: Denn etliche ihrer Gründer, schon zu Lebzeiten von Päpsten wie Heilige verehrte Gestalten, sind des sexuellen Missbrauchs, des geistlichen Missbrauchs, der Übergriffigkeit in jeder Hinsicht, der finanziellen Manipulation, der moralischen Verworfenheit überführt: Man denke an den Gründer des Ordens Legionäre Christi, Pater Maciel: Er hatte sich mehrere Liebhaberinnen „zugelegt“, er missbrauchte seine Novizen und Seminaristen wie auch die eigenen unehelichen Kinder, übernahm gern Millionenbeträge der steinreichen Gattinnen usw.

4.
Das heißt: Die neuen „Helden“ des Katholizismus aus diesen neuen geistlichen Gemeinschaften sind eigentlich sehr traurige, sehr abstoßende Gestalten, wenn nicht Verbrecher, wie der Gründer des Ordens der Legionäre Christi, Pater Marcial Maciel. Dieser von einem Verbrecher begründete Orden besteht übrigens nach wie vor… sicher auch, weil er viel Geld und viele Beziehungen in der Hierarchie hat…

5.
Der religionsphilosophische Salon Berlin musste sich förmlich notgedrungen im Rahmen der philosophisch und theologisch immer notwendigen AKTUELLEN Kritik der Religionen befassen, also auch der Kirchen, also auch der römisch katholischen Kirche.
Bekannt und weit verbreitet sind ja die gründlichen Hinweise des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“ zum Orden der Legionäre Christi, zu den Neokatechumenalen oder zu diversen reaktionären neuen Ordensgemeinschaften.

6.
Aus aktuellem Anlass: Auf eine andere neue geistliche Gemeinschaft, international verbreitet, aber vorwiegend in Lateinamerika tätig, muss nun hingewiesen werden: „Sodalicium“ („Kameradschaft) ist der Name.
Denn da ist nun einmal Sensationelles passiert: Der peruanische Kardinal Pedro Barreto Jimeno fordert jetzt, dass die in Peru und in vielen lateinamerikanischen Ländern sehr starke Gemeinschaft SODALICIUM aufgelöst, aufgehoben und damit verboten wird. Diese 1971 in Peru gegründete Priester – und Laiengemeinschaft ist nicht nur theologisch reaktionär, etwa in der Verachtung der Glaubenswelten der indigenen Völker in Peru auch kulturell gefährlich. Der Gründer dieser Gemeinschaft, der Laie Luis Figari, wurde der häufigen sexuellen und spirituellen und körperlichen Gewalt gegen seine eigenen Mitglieder überführt. Figari leitete lange Jahre diese Gemeinschaft, 2015 wurde er sogar von seinem eigenen Nachfolger als untragbar empfunden. Und – wie üblich – wurde ihm angesichts der Verbrechen an Kindern in Zukunft ein Leben des Gebets nahe gelegt. Wie üblich damals in der Kirche, wurde der Täter nicht den Justiz-Behörden übergeben. Das wurde später selbst dem Vatikan zu viel, er setzte einen vom Papst bestimmten Leiter dieses Clubs ein. 2017 hat sogar die peruanische Justiz eine Untersuchung eingeleitet „wegen sexuellen, physischen und psychischen Missbrauchs“.

7.
Kardinal Barreto SJ (Huancayo, Peru) spricht Klartext: „Der Gründer des Sodaliciums ist ein perverse Person und eine solche Person kann nicht die Heiligkeit des Lebens vermitteln“, bekanntlich ein zentrales Ziel der Kirche. Darum fordert Kardinal Barreto: Dieses Sodalicium, diese Ordens – und Laiengemeinschaft soll aufgelöst werden. Und Barreto betont: Darin ist er sich mit Papst Franziskus einig. Mit dem neuen Erzbischof von Lima, Carlos Castillo Mattasoglio, habe der Papst dieses Thema im Vatikan besprochen.
Man muss wissen: Dieser katholisch reaktionöre „Club“ Sodalicium hatte lange Jahre bezeichnenderweise die Unterstützung des expliziten Opus – Dei Kardinals von Lima, Cipriani, gehabt, der als reaktionärer Kirchenfürst einer der heftigsten und förmlich unerträglichen Feinde der Befreiungstheologie und der Basisgemeinden war. Man darf sagen: Auch seinetwegen ist der Gründer der Befreiungstheologie, der peruanische Welt-Priester Gustavo Gutierrez, in den Dominikaner Orden eingetreten, um sich dadurch vor den Attacken Ciprianis zu schützen. Dieser Cipriani wurde, wie zu erwarten, vom polnischen Papst und Opus Dei Freund, Johannes Paul II. zum Erzbischof von Lima ernannt. Ciprinai durfte trotz heftigster Kritik an seiner Theologie bis zur altersbedingten Pensionierung in Perus Kirche herrschen.

8.
Wird nun wird also in Peru „aufgeräumt“? Wird die einflussreiche Organisation Sodalicium aufgelöst? Das wäre ein Wunder!
Denn die Macht dieser Gemeinschaft ist groß. Kann sie sich doch rühmen, dass kein geringerer als der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Bergoglio, heute Papst Franziskus, sie im Jahr 2004 in Argentinien zugelassen habe. Warum wohl? Weil diese Gemeinschaft noch junge Priester hat! Und nichts ist wertvoller im klerikal verfassten Katholizismus: Als Priester zur Verfügung stellen zu können. Die Qualität dieser geistlichen Herren ist dann erst mal egal. Siehe: https://sodalitium.org/the-sodalitium-in-argentina/

9.
Wer noch weitere Informationen wünscht über das Sodalicium und seinen perversen Ordensgründer, der kann hier noch Hinweise finden. Schon im Jahr 2015 hat Pedro Salinas, ein ehemaliges Mitglied der Gemeinschaft Sodalicium sein Buch veröffentlicht: „Mitad Monjes, Mitad Soldados“ (Halb Mönche, halb Soldaten). Darin spricht er als Insider ausführlich von der unmenschlichen Herrschaft im Orden, er berichtet vom sexuellen Missbrauch durch den Gründer Luis Fernando Figari usw. Salinas, Pedro, 2015. „Mitad Monjes, Mitad Soldados“, 324 Seiten. ISBN 978-612-319-028-6.

10.
Der Sozialwissenschaftler und Theologe in Mainz, Veit Strassner, hat in der Herder Korrespondenz http://www.con-spiration.de/texte/2007/strassner.html 2007 u.a. geschrieben: „Das Sodalitium hatte 1971 der peruanische Laientheologe Luis Fernando Figari als Reaktion auf die entstehende Befreiungstheologie gegründet; es wurde 1997 von Johannes Paul II. als Gesellschaft Apostolischen Lebens für Laien und Priester approbiert. Es wird oft als peruanische Parallele zum Opus Dei gesehen und spricht vor allem Katholiken der Mittel- und Oberschicht an. Das mittlerweile in neun Ländern vertretene Sodalitium ist in Peru besonders stark. Es unterhält die kirchliche Nachrichtenagentur ACI Prensa, durch die es versucht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen; es trägt so zur weiteren Polarisierung bei. So versäumt es ACI Prensa beispielsweise selten, von der „Teología Marxista de la Liberación“ zu sprechen, wenn von der Befreiungstheologie die Rede ist.“
Das Sodalicium hat gemeinsam mit dem Opus Dei die religiöse und kulturelle Arbeit im Süd-Anden-Raum zerstört, also den Versuch, die Religiosität und Menschenwürde der dort lebenden Indigenas zu respektieren und zu fördern. Veit Strassner schreibt: „Im Jahr 2006 nahm die Entwicklung eine dramatische Wende: In den Prälaturen Juli und Ayaviri wurden Bischöfe des Opus Dei beziehungsweise des Sodalitium eingesetzt. Beide sind davon überzeugt, dass sich die Kirche in dieser Region in den vergangenen Jahrzehnten zu sehr um soziale Belange gekümmert und darüber die Evangelisierung vernachlässigt habe. Der Inkulturation kritisch gegenüberstehend, bezeichnen sie die indigene Bevölkerung der Südanden mit ihren ihr eigenen, traditionellen Frömmigkeitsformen als „heidnisch“, „götzendienerisch“ und „sündig“ und deshalb einer neuen, wahrhaftigen Evangelisierung bedürftig…

11.
Vor knapp einem Jahr hat die in Peru lebende Journalistin Hildegard Willer geschrieben: „Spätestens seit 2015 wusste jeder in Peru, was hinter der Fassade der einflussreichen katholischen Gruppierung vor sich ging: Gehirnwäsche, psychologische und physische Gewalt, sexuelle Übergriffe bis zu Vergewaltigungen.
Die Journalisten Pedro Salinas und Paola Ugaz hatten in jahrelangen Recherchen Zeugenaussagen ehemaliger Sodalicio – Mitglieder zusammengetragen und veröffentlicht.
Als die beiden Journalisten deshalb vor einem Jahr im Fernsehen sahen, wie der Erzbischof von Piura, Mitglied des Sodalicio der ersten Stunde, neben einem lächelnden Papst Franziskus posierte, als ob nichts geschehen sei, griffen sie zu ihren „Waffen“: Paola Ugaz zur Kurznachricht Twitter und Pedro Salinas zum Meinungsartikel. Dort verglich Salinas Bischof Eguren mit dem wegen seiner Nähe zum Kinderschänder Pater Karadima umstrittenen chilenischen Bischof Juan Barros, der im Juni 2018 schließlich zurücktrat.
Neben der Vertuschung der Straftaten des Sodalicio steht Eguren auch im Verdacht, am Handel mit Ländereien in Piura beteiligt zu sein. Dementsprechende Anschuldigungen waren in zwei voneinander unabhängigen Publikationen gemacht worden“. (Zit. von der bewährten und gründlichen Informationsstelle PERU in Freiburg im Breisgau: http://www.infostelle-peru.de/web/missbrauchs-aufklaerer-wegen-verleumdung-verurteilt/. Hildegard Willer scheibt weiter: Bischof Reinhold Nann von Caraveli, Peru, betont: „Ich weiß nicht, warum der Vatikan so lange braucht, um das Sodalicio aufzulösen“. Bisher läuft ein parlamentarisches Untersuchungsverfahren, sowie ein Strafverfahren gegen das Sodalicio in Peru“.

Zum Rücktritt des Soldalicio – Bischofs von Piura, Peru, im April 2024:     LINK

12.
Über Luis Figari informiert das spanische WIKIPEDIA kritisch, das us- amerikanische WIKIPEDIA ausführlich. Google bietet zu Luis Figari 2,6 Millionen Einträge.

13.
Eine zusammenfassende Würdigung: Etliche dieser so genannten neuen geistlichen Gemeinschaften im Katholizismus wurden von seelisch Kranken, Exzentrikern, Egomanen, Geldgierigsten etc. gegründet. Sie haben ihre ahnungslosen naiv-gläubigen Mitglieder an diese Mentalität gewöhnt und an ihre Organisation gebunden.

Eine lebendige Kirche, also eine, die den Menschen dient und alle Starrheit überwindet, kann von diesen Kreisen mit ihren kranken Gründern nicht aufgebaut werden.
Manche kritischen Beobachter sagen: „Diese arroganten, aber theologisch meist ungebildeten Leute in diesen neuen geistlichen Gemeinschaften vertreiben durch ihre Aktvitäten noch die letzten progressiven Katholiken. Aber vielleicht ist das so gewollt für eine Kirche auf dem Weg zu einer Sekte“. Das ist wohl so. Man sehe sich nur die Entwicklung Kirchenstatistiken der letzten Jahrzehnte in Europa und Lateinamerika an.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

„Verteidiger des Glaubens“: Warum der Film von Christoph Röhl über Papst Benedikt XVI. erschüttert, ins Denken führt … und befreit.

Dies ist ein am 8.11.2019 leicht gekürzter Beitrag vom 1.11.2019
Von Christian Modehn. Siehe auch von Christian Modehns die Besprechung des neuen Buhes von Christoph Röhl und Doris Reisinger vom März 2021 LINK
Als „Vorwort“: Über die politische und theologische „Rechtslastigkeit“ Ratzingers bzw. Benedikt XVI. habe ich 2009 einen gut dokumentierten Beitrag verfasst: Für das Buch „Rolle rückwärts mit Benedikt“ (hg. von Norbert Sommer und Thomas Seiterich, PUBLIK FORUM VERLAG). Dieser Beitrag ist nach wie vor aktuell und gültig. Klicken Sie hier.

1.
In dem Film von Christoph Röhl über wesentliche Aspekte des Pontifikats Papst Benedikt des Sechszehnten werden ausführlich die Verbrechen des Gründers der Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“, des Mexikaners Pater Marcial Maciel, dokumentiert. Während einer Diskussion nach der Preview des Films im „Filmtheater am Friedrichshain“ (am 30.10. 2019 um 19.00 Uhr) stellte der für diese Veranstaltung verantwortliche (!) Direktor der Katholischen Akademie Berlin, Joachim Hake, die treffende Frage: „Haben Sie, Herr Röhl, die Legionäre Christi und die Untaten des Ordensgründers Pater Marcial Maciel nicht noch viel zu harmlos dargestellt?“
Darauf antwortete der Regisseur Christoph Röhl: „Sie haben recht! Was ich in dem Film zeige von Marcial Maciel und den Legionären Christi, ist nur die Spitze eines Eisberges. Es gäbe sehr viel mehr noch zu sagen“.
Wohl wahr! Leider kann ein Film von nur 90 Minuten Länge nicht „alles“ über diese internationale Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi sagen, die zudem noch unterstützt wird von einer breiten internationalen Laiengemeinschaft, dem „Regnum Christi“, mit ca. 60.000 Mitgliedern. Dieses „Reich Christi“ ist übrigens auch in Berlin (Steglitz-Zehlendorf) vertreten und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die Priester der Legionäre Christi in der Hauptstadt niederlassen…
Warum wird nur „die Spitze eines Eisberges“ im Fall der Legionäre Christi deutlich in dem nun einmal zeitlich begrenzten Film? Weil nicht gezeigt werden kann, dass auch heute noch Legionäre Christi des sexuellen Missbrauchs überführt werden. Weil nicht gezeigt werden kann, welche enormen finanziellen Reichtümer der Orden heute (woher auch immer!) noch hat. Der Orden stinkt förmlich vor Geld, das habe ich in meinen Beiträgen auf dieser website schon nachgewiesen. Deswegen ist der Orden im Vatikan immer noch so beliebt! Papst Benedikt XVI. hätte den Orden doch auch nach der Freilegung der Verbrechen Maciels verbieten können. Dies tat er aber nicht! Aus guten Gründen: Denn der Orden war bestens vernetzt in der Hierarchie, im Vatikan usw. Nebenbei: Schon einmal hat ein Papst einen Orden wegen pädophiler Untaten innerhalb dieser Gemeinschaft für längere Zeit aufgelöst, d.h. verboten, darüber habe ich 2013 auf dieser website berichtet. Es handelt sich um den Orden der Piaristen bzw. Schulpriester, das Verbot des Ordens wurde 1647 ausgesprochen…Etliche Jahre danach war der Piaristen Orden wieder zugelassen…
Es kann in dem Film von Christoph Röhl leider auch nicht gezeigt werden, welchen Einfluss der Legionärs-Orden und das „Regnum Christi“ in Mexiko heute noch hat oder Spanien und vielen lateinamerikanischen Ländern, mit der Unterstützung vieler Bischöfe!
Es ist das klerikale System, das diesen merkwürdigen und verlogenen Orden „Legionäre Christi“ noch weiter bestehen lässt, trotz aller Verbrechen ihres Gründers Marcial Maciel. Bekanntlich haben die „Legionäre“ nach dem scharfen, aber juristisch harmlosen Urteil Papst Benedikt XVI. alle Bilder ihres bis dahin so hoch verehrten Gründers Maciel aus ihren Häusern entfernt. Ich habe das damals verglichen mit dem Abhängen der Stalin –Bilder in kommunistischen Häusern nach der Entstalinisierung…. Warum also sind die „Legionäre Christi““ immer noch in konservativen Kreisen so beliebt, Halten Exerzitien, Jugendlager, predigen, betteln um Spenden (auch dies tun Millionäre), halten Vorträge und machen Ra­dio­sen­dungen in katholischen Radios? Weil dieser Orden viele gehorsame, konservative Priester bis heute zur Verfügung stellt. Nichts ist wichtiger in dem klerikalen System des Vatikans, als Priester zu „haben“. Es ist bezeichnend für die Theologie der Legionäre Christi, dass an deren römischer Universität „Regina Angelorum“ oft bestens besuchte Kurse für Exorzisten stattfinden und internationale Tagungen über den Teufel.
2.
Wahrscheinlich wird nur ein Spiel-Dokumentar-Film dem ganzen Wahngebilde dieses Ordens gerecht werden: Man müsste in Mexiko drehen, wo Maciel schon als 18 jähriger Theologiestudent Knaben um sich scharte…Und in Spanien müsste man drehen, im Vatikan, man hätte hübsche Szenen, wie die jungen Legionäre Christi mit vollen Körben Weihnachtsgeschenke, teuren spanischen Wein und besten Schweine-Schinken, den „armen“ Kardinälen in deren Wohnungen schleppen und Geldbriefchen dabei haben… Ganz abgesehen von eher pornografischen Szenen des Umgangs des Hochwürdigen Paters Maciel mit Knaben oder seine plötzliche Gier nach dem anderen Geschlecht, um diese reichen Damen zu beschwatzen, doch ihm bitte viel Geld zu schenken… um mit ihnen auch Kinder zu haben, und um ein totales (krankhaftes ?) Doppelleben zu führen: Wäre das nicht der nächste Film für Christoph Röhl? Und man müsste nicht auch über das „theologische“ Hauptwerk Pater Maciels sprechen mit dem schauderhaften Titel „Christus ist mein Leben“, auf die Biografie dieses auch von Papst Benedikt XVI. Verbrecher genannten Paters bezogen ist dieser Titel eine Unverschämtheit. Ein Witz! Das Buch erschien auf Deutsch noch im Jahr 2005, als Übersetzung aus dem Spanischen 2003. Auf Seite 205 betont Pater Maciel: „Das Ordensleben ist eine Antwort auf die Berufung, stärker und besser zu lieben als in dieser Wel, mit einer reineren, vollendeteren und schöneren Liebe“. Pater Maciel also als Vorbild der „schönen Liebe“. So sah ihn auch sein enger Freund, der polnische Papst Johannes Paul II., er lobte Maciel auf dem Peters-Platz öffentlich als „Vorbild der Jugend“. Zu dem Zeitpunkt lagen die ersten Missbrauchs Beschwerden zu Maciel bereits dem Vatikan vor. Was für ein Wahn bestimmt diese Kreise! Wie krank ist das alles…
3.
Wer aus den etablierten klerikalen Kreisen den Film „Verteidiger des Glaubens“ jetzt so heftig verurteilt, allen voran Herr Gänswein, sieht nicht, mit welcher entschiedenen Bravour Kardinal Ratzinger/Benedikt XVI. alles Reaktionäre und Verlogene in der katholischen Kirche unterstützt(e), bloß weil man sich nach außen hin fromm und „orthodox“ gab. Viele Theologen in Frankreich sprachen mir gegenüber immer nur vom „Panzerkardinal“ Ratzinger. Wie viele hoch begabte Theologen af der ganzen Welt hat er mundtot gemacht und persönlich geschädigt. Lang ist die Liste! Ratzinger ist die „Eminenz“ und seine „Heiligkeit“, die niemals lachte. Er fühlte sich nur wohl in reaktionären Gruppen, die seinen Kindheitstraum erfüllten, den Traum von einer treuen, gehorsamen, ergebenen, unkritischen Kirche in barocker Pracht…
4.
Nochmal im Klartext: Ratzinger bzw. Benedikt XVI. haben den Katholizismus intellektuell noch einmal um Jahrzehnte zurückgeworfen, Ratzingers/ Benedikt XVI. Bücher sind frei von zustimmender Auseinandersetzung mit der Aufklärung und der Moderne. Dies gilt trotz vieler Schriften, die nur in konservativen Kreisen gelobt wurden. Ratzinger ist und bleibt ein „Augustinist“, d.h. ein von Angst und Abwehr der menschlichen Autonomie und Freiheit geprägter Theologe. Bezeichnenderweise lag ihm alles daran, die offizielle römische Kirche mit der reaktionäre Abspaltung der Traditionalisten zu versöhnen, dafür tat er alles, etwa im Falle des Benediktiner Klosters Le Barroux, Avignon, einem bekannten Nest der Rechtsextremen (Le Pen)…Wie gern hielt er sich dort auf und feierte dort die Messe im alten Stil…Linke Theologen wurden von Ratzinger/Benedikt stets verurteilt…und verfolgt, wie die meisten Befreiungstheologen.
5.
Und jetzt? Lebt der pensionierte Papst Benedikt XVI. wirklich schweigsam und zurückgezogen? Die Bilder im Film von seinem Abflug aus dem Vatikan Richtung Castel Gandolfo (2013) suggerieren das ja. Aber Nein! Der EXPapst beobachtet alles im Vatikan selbst und nicht in Castel Gandolfo genau, vor allem dank der Informationen seines Getreuen, des Privatsekretärs Erzbischofs Gänswein. Ihn hat Papst Franziskus ebenfalls zu einem seiner Sekretäre ernannt, offenbar um eine versöhnliche Geste gegenüber Benedikt XVI. zu leisten? Aber dieser pensionierte EX-Papst ist kein zurückgezogener, nur dem stillen Gebet verpflichteter EX-Papst: Er sammelt seine Leute, seine Kardinäle, Brandmüller, Sarah, Müller usw. und empfängt treu ergebene Pilger und Theologen. Er hat seinen „Schülerkreis“, mit dem er sich regelmäßig trifft…(Ob Prof. Beinert nun noch dazu gehören darf?) Und der Ex-Papst schreibt Bücher und Aufsätze und polemisiert weiter, und macht seinem Nachbarn im Vatikan, Papst Franziskus, auf seine angeblich stille Weise das Leben schwer. Ist Benedikt XVI. eine Art Gegenpapst? Vielleicht, das wagt nur niemand zu sagen. Und vielleicht muss der ja ebenfalls alte Papst Franziskus alles daran setzen, um seinen Vorgänger zu überleben… Was wären zwei pensionierte greise Päpste im Vatikan?
Diese jetzige Doppelung der Päpste zeigt einmal mehr, dass die römisch-katholische Kirche längst nicht nur zerrissen, sondern gespalten ist. Wäre das Auseinanderbrechen dieser Kirche wirklich nur „Unheil“, wie etliche Theologen sagen. Ich meine nicht. Es wäre eine Befreiung! Aber dies ist ein anderes, leider viel zu selten diskutiertes Thema.
6.
Was ist die Erkenntnis, die sich förmlich aufdrängt, wenn man den Film „Verteidiger des Glaubens“ gesehen hat: Dieser Verteidiger Benedikt/Ratzinger hat den Katholizismus in eine enge Burg der Selbstverteidigung, des Gettos, eingeschlossen. Wer darin ist, kommt kaum nicht mehr in die lebendige Weite! „Mitarbeiter der Wahrheit“ war ja Ratzingers Wahlspruch als Kardinal in München. Gemeint ist die EINE und EINZIGE Wahrheit, die selbstredend nur er, der Theologe Ratzinger, kennt und verteidigt und einmauert. In diesen wehrhaften Mauern des Vatikans lässt es sich nur für greise Ideologen leben.
Zusammenfassend: Der Verteidiger des Glaubens, Joseph Ratzinger, hat den Katholizismus – wie schon viele andere Päpste vor ihm- ruiniert und den Geist des 2. Vatikanischen Konzils getötet. Man sieht die Resultate seiner Allmacht: In Europa und Amerika findet sich kaum noch ein kritischer nachdenklicher Mensch (unter 60 Jahren), der diesen Katholizismus als ideologisches, klerikales Institut im Ernst noch unterstützt.
7.
Die römische Kirche ist de facto dabei in Europa zu verschwinden, d.h.irrelevant zu werden. Der „Exodus“ junger und nachdenklicher Katholiken aus der Kirche ist enorm. Ist das so schlimm? Eher nicht! Ein Teilnehmer an der genannten Preview im Kino „Filmtheater am Friedrichshain“, ein katholischer Pfarrer und Kunstkenner aus Neukölln, sagte sehr richtig und sehr treffend etwa diese Worte: „Nicht diese Kirche als Kirche ist wichtig, sondern allein der eigene, der persönliche Glaube, also die eigene Gottverbundenheit des einzelnen, seine Sehnsucht, den Spuren Jesu von Nazareth auf eigene Weise zu folgen“. Wie recht dieser katholische Pfarrer aus Berlin-Neukölln hat! Solches hört man in Berlin vom katholischen Klerus selten. Dies ist die Grundlage jeder modernen liberalen protestantischen Theologie. Die der Vatikan verteufelt.
8. Das Wesentliche:
Die Freiheit des spirituellen Lebens heute ist woanders! Nicht in Rom, nicht im Vatikan.
Auch der barmherzige, Freiheit stiftende Gott der Bibel ist längst „woanders“, wenn man das so sagen darf. Und der arme Jesus von Nazareth ist sowieso immer schon „woanders“, außerhalb der verblendeten klerikalen Macht. Der Vatikan war wohl noch nie eine Heimat für Jesus von Nazareth. Wie sollte das sein im Zentrum der Macht, der Rechthaberei, der „Pharisäer“….
9. Dass Christoph Röhl den Zuschauern dafür die Augen öffnet: Dafür gebührt ihm großer Dank!
Christoph Röhl hat ein Meisterwerk geschaffen, hoffentlich findet es internationale Verbreitung, vor allem eine italienische und polnische Fassung.
Christoph Röhls Film wird einmal Geschichte machen, hoffe ich. Er steht in der guten und wahren Tradition der Aufklärung. Voltaire würde sich freuen.

P.S.
Es gibt bekanntlich die Google- Rubrik „Fotos zu Personen“: Darin können anonym Fotos eingefügt werden. Auf diese Einfügung hat der Betroffene keinen Einfluss.
So auch „Fotos zu Christoph Röhl“. Ein Foto fällt auf: Es zeigt den ausnahmsweise weltlich gekleideten Erzbischof Georg Gänswein, fröhlich lächelnd, und an seiner Seite: David Berger, einst in Berlin schwuler Aktivist, als solcher damals erklärter Kirchenfeind. Dann aber reumütig in den Schoß von „Mutter Kirche“ zurückgekehrt und dann gleich für einige Monate auch Mitarbeiter der AFD-Stiftung (zusammen mit dem Dominikanerpater Wolfgang Ockenfels). David Berger polemisiert auf seiner Website philosophia-perennis.com in einer reaktionären politischen und theologischen Position.
Das genannte Foto Gänswein-Berger wurde offenbar in der Metro in Rom aufgenommen. Dieses Foto wurde von mir aufgerufen am 1.11. 2019 um 19.05). Der Untertitel zu dem genannten Foto ist: „Gänswein: Benedikt-Film von Röhl ist eine miserable Mache, ein…“
Inzwischen (12.11.2019) wird, wie zu erwarten, der Film von Christoph Röhl von sehr konservativen katholischen Kreisen nicht nur kritisiert, sondern attackiert, etwa in kath.net nachzulesen.
Siehe:
https://www.google.com/search?sa=N&q=Christoph+R%C3%B6hl&tbm=isch&source=univ&client=firefox-b-ab&ved=2ahUKEwjVz77czsnlAhURjqQKHWbpB-c4ChCwBHoECAgQAQ&biw=1920&bih=1014#imgrc=mz6eKvLjn7BpRM:

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

Das Buch „Sodom“ von Frédéric Martel

Macht, Doppelmoral, Homosexualität im Vatikan heute
Eine Buchhinweis von Christian Modehn

1.
(Homo)sexuelle Orientierungen und „Praktiken“ bestimmter Berufsgruppen heute ausführlich und öffentlich „freizulegen“, passt eigentlich nicht in die demokratische Kultur. Solche Untersuchungen lieben absolute Herrscher in Diktaturen, etwa der arabischen und asiatischen Welt, um besser Homosexuelle als angeblich „Perverse“ zu „greifen“, zu quälen, auszugrenzen, zu töten.
Trotzdem ist es sehr berechtigt, dass der französische Journalist und Soziologe Frédéric Martel eine umfangreiche, gründliche Studie vorlegt zu dem Thema: „Das homosexuelle meist versteckte Leben und mühevolle Lieben der Kardinäle, Bischöfe, Prälaten, Priester, Theologen im Vatikan und in anderen Zentren der katholischen Kirche“. Der Titel des Buches heißt provokativ „SODOM“. Auf Deutsch ist diese äußerst umfangreiche, international weit verbreitete und weit geachtete Studie als Übersetzung aus dem Französischen erschienen im S. Fischer Verlag im September 2019.
2.
Frédéric Martel ist in Frankreich als Autor soziologischer Studien bekannt geworden. Sein neues Buch ist eine Art „Meisterwerk“ der geduldigen, Jahre langen Recherchen nicht nur im Vatikan, sondern in vielen Ländern. Dieses Buch ist ein Beispiel der groß angelegten Forschung mit einem Team von 80 Mitarbeitern. Ein Konsortium von 15 Anwälten begleitet – sicherheitshalber – diese umfassende und sicher einmalige Arbeit, die einen Höhepunkt darstellt in der Kritik am römischen Katholizismus heute. Wer als Mitglied der katholischen Kirche(nleitung) dieses Buch gelesen hat, hat die Wahl: Entweder die römische Kirche sofort von Grund auf erneuern (eine neue Reformation) mit der Abschaffung des Pflichtzölibates oder diese Kirche resigniert … zu verlassen. Und den eigenen Weg zu gehen.
3.
Martel kennt die katholische Kirche seit seiner Kindheit, er nennt sich heute „katholischer Atheist“ oder „Atheist mit katholischer Bildung“ (S. 656), ohne dabei militant antireligiös zu sein. Er bemüht sich, seine eigene Meinung zum Thema zurückzuhalten, auch wenn er seine persönliche Betroffenheit „ich selbst bin schwul“ schon auf der Umschlagseite des Buches unter seinem Foto mitteilt. Er schildert ausführlich sein Arbeiten, nennt alle Gesprächspartner in 30 Ländern: U.a.: 41 Kardinäle, 52 Bischöfe, 45 päpstliche Nuntien, über 200 Priester usw… Die verdrängte Homosexualität äußert sich sehr oft in heftigen Feindseligkeiten gegen offen lebende Homosexuelle. Darum gilt die Grundregel: Die heftigsten Schwulenfeinde sind selbst homosexuell…Das gilt vorzüglich und besonders in katholischen, vatikanischen Kreisen, zeigt Frédéric Martel in seiner Recherche.
Martel respektiert deren Wunsch, wenn sie sich gelegentlich nur anonym oder unter Decknamen äußern wollen. Aber manchmal ist die Wut über die Scheinheiligkeit hochrangiger Kardinäle beim Autor zu spüren, etwa wenn er auf den extrem verlogenen homosexuellen Kardinal Lopez Trujillo aus Kolumbien zu sprechen kommt: Dieser Kardinal war ja bekanntlich einer der schlimmsten Feinde der Befreiungstheologie, ein Feind des heiligen Erzbischof Romero, El Salvador. Lopez Trujillo war auch angesehener Mitarbeiter eines von dem deutschen Hilfswerk ADVENIAT begründeten Arbeitskreises „Kirche und Befreiung“; er war später der militante Propagandist gegen den Kondomgebrauch zum Schutze vor AIDS; er war der heftigste Feind gegen die Gleichberechtigung der Frauen. Zudem war er eng verbunden mit den kolumbianischen Drogenkartellen und ihren Paramilitärs (S. 358). UND vor allem dies ist unserem „Fall“ wichtig: Er war einer der ständigsten Kunden von Strichern schon in Medellin, später auch in Rom, als er dort Chef des „Päpstlichen Rates für Familien“ (sic!) war: Auf seinen vielen Reisen war er stets auf der Suche nach Strichern. Fast möchte man hier den bekannten Aphorismus von Stanislaw Jerzy Lec aus seinem Buch „Unfrisierte Gedanken“ zitieren: „Er war stets von Sodom nach Gomorrah gezogen“. Martel schreibt in seinem Buch: „Lopez Trujillo bezahlte die Stricher, aber dafür mussten sie Prügel einstecken. Aus reinem Sadismus schlug er sie nach dem Geschlechtsverkehr, versichert Martels kolumbianischer Gewährsmann Alvaro Leon“ (S. 365). Martel schreibt weiter: „Wenn in diesem Buch jemand erbärmlich ist, dann er, Lopez Trujillo“ (ebd.). Und auch an anderer Stelle kann sich Martel seines Zorns nicht mehr enthalten: „…Diese Weihwasserschwuchtel, diese Diva des sterbenden Katholizismus. Dieser Teufelsdoktor und Antichrist: Seine Eminenz Alfonso Lopez Trujillo“ (S. 370). Nebenbei: Im Vatikan schlagen heute noch nachdenkliche Priester die Hände über den Kopf zusammen, wenn sie allein den Namen dieses großen Günstlings des polnischen Papstes hören. Wie viel theologischen Unsinn hat dieser korrupte „Sexkardinal“ angerichtet, wie Leid unter den wirklich gläubigen Katholiken verursacht. Wie viele vernünftige Katholiken haben seinetwegen die Kirche verlassen…
Das Paradoxe ist: Diese hohen Kleriker des Vatikans und die Kardinäle und Nuntien sind als Bürger des Vatikans von der italienischen Justiz nicht zu belangen, sie besitzen Immunität, wenn sie etwa mit minderjährigen Strichern in Rom erwischt werden oder in Crusing-Gebieten der römischen Parks auffällig werden. Auch darauf weist Martel hin, und man begreift einmal mehr, warum die Existenz des Zwergstaates Vatikan-Stadt doch noch einen weiteren Sinn hat…Es ist die Immunität seiner höchsten Bewohner, davon hat schon der korrupte US amerikanische Kardinal Paul Marcinkus – auch er Mitglied der versteckten und verklemmten Gay-Priester-Gemeinde profitiert.
Zurück zu Kardinal Lopez Trujillo, et machte als im Vatikan selbstverständlich bekannter, aber nie so benannter Schwuler eine Riesenkarriere. Er wurde von Papst Johannes Paul II. gefördert, weil er ebenfalls ein strammer Anti-Sozialist und Anti-Kommunist war und … über viel Geld verfügte, das im „Kalten Krieg“ nach Polen zur Gewerkschaft Solidarnosc floss.
4.
Frédéric Martel bietet andere extreme Beispiele: Er erinnert an den Gründer der Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“, den Mexikaner Marcial Maciel. Zusammenfassend nennt Martel diesen Ordensgründer und Ordenschef „die teuflischste Gestalt, die die katholischen Kirche in den letzten 50 Jahren hervorgebracht hat und groß werden ließ“ (S.291). Nebenbei, damit wir uns richtig verstehen: Martel und auch der Autor dieses Textes haben überhaupt gar nichts gegen gelebte Homosexualität. Beide haben nur sehr viel dagegen, wenn ganze Netzwerke homosexueller Kleriker ihre hohe Position ausnutzen, um verlogen die Gläubigen zu betrügen: Man denke daran, der Ordenschef Pater Maciel schrieb ein Buch mit dem hübschen Titel „Christus ist mein Leben“, während er sich Strichjungen und Seminaristen hingab, sie in sein Bett schleppte und auch erstaunlich sogar sich mit älteren Frauen sexuell „abgab“, dies freilich nur. um Kinder zu zeugen, die er auch missbrauchte und in vorgetäuschter Liebe finanzieller Nutznießer der betrogenen, selbstverständlich sehr reichen Ehefrauen zu sein. Die Millionen Dollar flossen da nur so.
Eine Geschichte, wie ein Krimi, der leider noch nicht gedreht wurde. Ich habe auf meiner website schon vor 10 Jahren begonnen, kritische Beitrag zu den Legionären und ihrem „Generaldirektor“ Marcial Maciel zu publizieren. Dort kann man sich ausführlich informieren. Das sexuelle total gewordene Treiben und die maßlose, betrügerische Gier nach sehr viel Geld des Marcial Maciel fand erst unter Papst Benedikt XVI. ein gewisses Ende. Als Kardinal in Rom wusste er wie alle Kardinäle und der Papst von dem Treiben dieses Priesters, der den Zölibat gelobt und Keuschheit versprochen hatte. Er hatte dieses Gelübde total „abgelegt“. Papst Benedikt nannte ihn dann einen Verbrecher. Aber der Papst hat Maciel nicht den staatlichen Behören in Rom übergeben, sondern wie unter klerikalen Brüdern damals üblich, sehr freundlich zu einem zurückgezogenen Leben in Buße aufgefordert. Daran dachte der Legionärsgründer Pater Maciel überhaupt nicht: Er setzte sich, schon krank, ins schöne Florida ab, wurde dann 2006 in seiner Heimat Cortija de la Paz versteckt und verschämt von den Seinen bestattet. Wenn alles nach Plan gelaufen wäre und kein Papst ihn in letzter Minute ausgegrenzt hätte, sollte dort eine Art Wallfahrtsort zum heiligen Pater Marcial Maciel entstehen.
Und dies kann man als Skandal bezeichnen, den leider Martel nicht erwähnt: Der Orden der Legionäre Christi (mehr als 1000 Mitglieder) und die von Maciel gegründete weltweite Laiengemeinschaft Regnum Christi (etwa 70.000 Mitglieder) bestehen nach wie vor weiter: In diesen Kreisen der verklemmten Maciel – Freunde erwähnt man offiziell den verbrecherischen Ordensgründer klugerweise nicht mehr, seine Fotos sind von den Wänden verschwunden, wie in einer Art Entstalinisierung, man tut so, als hätte es ihn nie gegeben. Und alles geht seinen üblichen Gang des Vergessens. Warum? Weil beide Gemeinschaften extrem konservativ sind, weil sie enorm viel Geld haben, weil sie immer junge Priester stellen in einer Kirche, die in Europa fast nur noch ältere und greise Priester kennt. Hauptsache also, der Klerus in der alten zölibatären Form bleibt stark. Das ist ja wohl auch auch die Devise von Papst Franziskus.
5.
Es ist nicht Aufgabe dieser knappen Buchempfehlung, alle Details vorweg zu beschreiben. Die Studie enthält vier Kapitel, das erste bezieht sich auf die schwulen Umtriebe am Hofe von Papst Franziskus, die weiteren widmen sich den entsprechenden Geschehnissen am Hofe Papst Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI., wobei unter und mit diesem Papst die heftigsten Anti-Homo-Attacken verbreitet wurden… und Joseph Ratzinger in dieser Homo – Hinsicht sich persönlich in einer gewissen „Grauzone“ bewegt..
Es werden von Frédéric Martel auch einige wenige vernünftige, angstfreie katholische Theologen genannt, etwa der einstige Generalprior des Dominikaner-Ordens, der Engländer Timothy Radcliffe, wobei natürlich den kenntnisreichen Kritikern deutlich ist, dass auch die homosexuellen Netzwerke in den einzelnen Orden hätten freigelegt werden können. Wobei der Dominikaner – Orden für eine deutliche Liberalität in dieser Hinsicht – Gott sei Dank sagen manche – bekannt ist. Wie sehr sich junge homosexuelle Männer gerade in den rigiden (christlichen) Regimen Afrikas förmlich als Mitglieder in die katholischen Klöster und Orden in den großen Städten Afrikas als flüchten, deutet Martel nur an, viele von ihnen hoffen dann nicht ohne Grund, in „priesterlosen“ Gemeinden Europas tätig zu werden…
Zentral bleibt die Erkenntnis, dass eine ganz überwiegende Mehrheit des Klerus homosexuell ist, vor allem im Vatikan. Der Vatikan als Sodom, dies ist die zentrale Aussage der bestens belegten Studie.
Der Vorwurf heißt: Diese schwulen Kirchenführer tun nichts, um im Sinne der Botschaft für die Gleichberechtigung und für den umfassenden Respekt homosexueller Menschen einzutreten. Sie sind selbst derart verdorben und verklemmt, dass ihnen dieser Dienst zugunsten der universalen Menschenrechte gar nicht in den Sinn kommt. Sie leiden unter dem Eingezwängtsein durch das offizielle Zölibatsgesetz, sie wenden alle ihre Energie nur darauf, wie sie ihre Homosexualität bloß nicht nach außen zeigen. Und wie sie in den Abendstunden und Nachts eine andere Identität sich zulegen, um in Rom und anderswo auf die Suche nach Sexkontakten zu gehen.
All das wird von Martel ausführlich dokumentiert. Nicht um die Neugier zu befriedigen, sondern um zu zeigen, zu welchen Irrwegen und zu welchem ja durchaus auch seelischem Leiden das völlig sinnlose und total falsche Zölibatsgesetz führt!
Eine ähnliche Studie würde im Falle der doch immer noch aktiven heterosexuellen Priester zu ähnlichen Ergebnissen der Verlogenheit kommen. Man müsste dann nur deutlich von Alimenten sprechen, die die Bischöfe zu zahlen haben oder von Vergewaltigungen von katholischen Nonnen, etwa in Afrika und Indien, durch katholische Priester. Oder von der Tatsache, dass in Afrika und Lateinamerika auf dem Land, in den Dörfern, die heterosexuellen Priester selbstverständlich mit einer Frau zusammenleben. Alles andere würden die Menschen dort gar nicht verstehen.
6.
Ich habe den Eindruck: Frédéric Martel befindet sich mit seinem wichtigen Buch in interessanter, möglicherweise „guter Gesellschaft“: Papst Franziskus hat schon ein Jahr nach seiner Wahl zum Papst am 22. Dez. 2014 die Kurienkardinäle aufs Allerschärfste sehr allgemein kritisiert; noch einmal am 20.Okt 2017 und im Oktober 2018 „Der Papst gibt den konservativen Gegnern seines Pontifikats zu verstehen, dass er über ihr Doppelleben Bescheid weiß“ (S. 98).
Nebenbei: Sehr spannend lesen sich Kapitel, in denen Martel von seinen Recherchen im die Strichermilieu rund um den Bahnhof „Roma Termini“ berichtet und dabei von der klerikale Kundschaft (S. 163 ff) spricht. Auch über den Zusammenhang von sexueller Gier und materieller Gier unter den Kardinälen und Prälaten schreibt Martel ausführlich. Denn, so der Autor, Luxus – Stricher sind teuer, viele Kardinäle zahlen dann gern im Gebrauch allgemeiner Konten des Vatikans und seiner Behörden, so der Autor.
Dabei nennt der Autor durchaus seltene Beispiele einer menschlich gestalteten Homosexualität unter den Klerikern, aber es sind eben wenige, die so viele Nerven haben, mit ihrem Freund zusammenzuleben. Oft übersieht der Vatikan sogar dieses „Fehlverhalten“, solange kein Betroffener davon öffentlich spricht.
7.
Diese Studie von Frédéric Martel zeigt eindringlich: Das Modell der katholischen Kirche als Zölibats-Klerus-Kirche ist am Ende, diese Kirche ist faktisch noch vorhanden, zum Teil mit Milliarden Euro Summen ausgestattet, aber moralisch und spirituell ist sie ausgelaugt. Die Lösung wäre: Abschaffung des Pflichtzölibats und selbstverständliche Akzeptanz von heterosexuellen wie homosexuellen Priestern. Diese homosexuellen Priester können dann selbstverständlich in einer Partnerschaft oder Ehe leben.
8.
Dies ist die „bleibende Erkenntnis“ dieses Buches: Es sollte ein Ende damit gemacht werden, dass diese sexuell gierigen, sexuell frustrierten, einsamen und wegen ihrer zu bezahlenden Stricher auch Geld-gierigen Prälaten, Kardinäle und Nuntien den Katholiken und der Welt vorschreiben, wie sie, die anderen, zu leben haben. Dieser arrogante Wahn der sexuell Frustrierten sollte sofort ein Ende haben. Hätte denn sonst dieses Buch von Frédéric Martel ein greifbares Ergebnis? Das ist doch die Erkenntnis, die nach der Lektüre dieses wichtigen Buches bleibt. Aber: Welcher Leser glaubt ernsthaft daran, dass sich das klerikale verlogene Zölibatssystem auflöst? Dass es, wie 1989 in dem ähnlich verfassten Regime des „Ostens“, zu einer Wende kommt? Daran glaubt meines Wissens kein Katholik. Die Mauern des Vatikans sind bekanntermaßen wirklich mehrere Meter dick. Die kann niemand stürzen. Der Geist der Tradition ist ebenso kaum zu kippen, weil zu viele Kleriker davon profitieren…
9.
Kardinal Walter Kasper, den der Frédéric Martel besonders schätzt wird in dem Buch zitiert: „Die Leute scheinen auch ohne Gott glücklich zu sei. Das ist die große Frage, die ihn beschäftigt. Wie wir Gottes Weg wieder finden sollen?, fragt der Kardinal Kasper. Er habe das Gefühl, es sei vorbei (mit der Kirche und ihrer alten Gotteslehre, muss man ergänzen). Die Schlacht sei verloren“ (S 161).
10.
Das Buch hat einen einzigen Nachteil: Es enthält kein Namensregister.

Frédéric Martel, Sodom. Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 671 Seiten, 26 Euro.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Be

Geistliche Gemeinschaften: Wie geistlich sind sie wirklich?

Der folgende Text ist die noch ungekürzte Fassung einer Ra­dio­sen­dung des Deutschlandfunks. Wir bieten das Manuskript (in der für Hörfunkproduktionen üblichen Form) zum privaten Gebrauch. Das Thema berührt auch religionsphilosophisch Interessierte wegen der Beziehungen zu aktuellen Themen der Religionskritik. C.M. Siehe auch den Kommentar am Ende des Beitrags.

DEUTSCHLANDFUNK – Köln
Redaktion Religion und Gesellschaft
Tel.: 0221 / 345 1580
Redaktion: Hartmut Kriege
STUDIOZEIT
Aus Religion und Gesellschaft
Die hochgelobten „Geistlichen Gemeinschaften“ werden mehr und mehr zur Belastung der Katholischen Kirche
Von Christian Modehn

Sendung : 23. Februar 2011
Uhrzeit : 20.10 – 20.30 Uhr Weiterlesen ⇘