Warum besucht Papst Leo XIV. am 28. März 2026 ausgerechnet das Fürstentum Monaco? Die 29. der „Unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 17.3.2026

Eine religionskritische Satire zu einer problematischen „apostolischen Reise“

Auf diese Frage sind mehrere richtige Antworten möglich, eine Antwort ist wahrscheinlich die besonders treffende. (Unsere Antwort am Ende des Beitrags)

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

1 …weil er sich mit Fürst Albert II. nach dessen Privataudienz im „Apostolischen Palast“ so blendend und herzlich versteht? (Der Fürst verfügt nach Schätzungen über ein Vermögen von 1 Milliarde US Dollar).

2 …weil der Papst gern drei Stunden im Helikopter sitzt, der ihn von „Heiligen Stuhl“ nach Monaco transportiert? Also: Ein päpstlicher Beitrag für einen hohen CO2 Ausstoß…

3 …weil er hofft, dort mit einer der vielen Superluxus-Yachten im Mittelmeer etwas herumkurven zu können und dabei als Dank allen Superluxus-Yachten seinen apostolischen Segen erteilt?

4 … weil er in Monaco ein Augustinerkloster gründen will oder nach Spuren seines absolut höchst geliebten „Vater“ Augustin dort sucht? Der erste Teil dieser Frage ist schon jetzt ausgeschlossen, weil der Augustinerorden in Europa fast nur noch alte Herren als Mitglieder zählt und an Kloster – Neugründungen gar nicht zu denken ist.

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

5 … weil der Papst sich freundschaftliche Beratungen und vor allem Hilfen finanzieller Art vom Fürsten und den Seinen verspricht – für den nicht gerade finanziell glänzend dastehenden Heiligen Stuhl?

6… weil er diesen Winzling von Staat Monaco liebt, denn dort ist noch wie einst die uralte katholische, päpstliche Moral staatliches Gesetz: Gegen Abtreibung, gegen gesetzlich mögliche Sterbehilfe…Darum muss doch sonst, weltweit, der Papst nur – erfolglos – kämpfen.

7… weil er zeigen will: Papst Franziskus unternahm seine erste Reise innerhalb Italiens nach Lampusa zu den Flüchtlingen.. Aber er als Leo und „Sohn des heiligen Augustinus“ macht genau das Gegenteil: Er besucht die Superreichen..

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

8… weil er die an dieser Reise Interessierten auffordert, die Papstpredigt in der Kathedrale von Monaco schon jetzt zu schreiben! Das ist doch bei allen üblichen Floskeln nicht schwer. Die päpstliche Predigt sollte also diese Worte enthalten: „Friede ist zentral“; „wir danken dem Fürsten und seiner Familie Grimaldi für ihre Treue zum katholischen Glauben“; „auch Superreiche gehen selbstverständlich ins Himmelreich ein, bei dem Thema irrte Jesus von Nazareth ein bißchen, als er lehrte: Reiche gehen NICHT ins Himmelreich ein“; „nicht nur Monaco, alle demokratischen Staaten sollen den katholischen Moralvorstellungen folgen“; Eheschließungen für Homosexuelle sind Monaco ausgeschlossen, Bravo sage ich als Stellvertreter Christi; Frankreich als Nachbar Monacos ist mit seinem „Laizismus“ kein gutes Vorbild für Katholiken; die Kirche hat nicht nur eine „Option für die Armen“, sondern muss immer auch ihre Liebe zu den Reichen und Superreichen zeigen, nur das zahlt sich wirklich für den Vatikan aus; ….Dies sind einige zu erwartende Floskeln der Papstansprache in Monaco…(Wir wären überrascht, wenn Leo XIV. den Mut hätte, genau das Gegenteil zu verkünden).

9… weil unter den Superreichen viele Depressionen und Sinnkrisen bestehen; der Bischof von Monaco nannte dies jetzt bereits die furchtbare „Armut“ der Bewohner Monacos; die seelische Krankheit dieser „Armen“ könne durch eine päpstliche Botschaft wenn nicht geheilt, so doch gemindert werden. Also: Bitte mehr Seelsorge für die Superreichen, die haben dies bitter nötig. Zum Teilen ihres Reichtums wird der Papst sie selbstverständlich nicht explizit oder gar prophetisch auffordern, das wäre doch ein bißchen undiplomatisch und zu unfreundlich gegenüber dem Milliardär – Fürsten…

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

10… weil er (mit einem Pass des lateinamerikanischen Staates Peru ausgestattet) die Superreichen von Monaco auffordern will, sich für die Theologie der vom Kapitalismus arm Gemachten, also die „Theologie der Befreiung“ in Lateinamerika einzusetzen. Denn in Peru ist bekanntlich die Theologie der Befreiung entstanden (Gustavo Gutiérrez als Initiator).

11… weil der Papst Einladungen der gegen die Mafia kämpfenden Priester und Staatsanwälte in Italien bisher nicht beachtet hat, ebenso die Einladung in Neapels Elendsviertel, deswegen fliegt er im Helikopter ins schöne Monaco… Dies kann doch eine (spirituell ???) reiche Vorbereitung sein für den dann folgenden Palmsonntag, am 29. März. Dann starten wieder die Floskeln in den Predigten…

12…weil er weiß: Kein anderer Papst hat jemals eine solche, dermaßen vööig überflüssig erscheinende Reise unternommen? (Fehlt bloß noch, dass der Papst diese seine Monaco – Exkursion als „apostolische Pilgerfahrt“ deklariert.)

13… weil er weiß, dass einige Journalisten den päpstlichen Hofstaat und seine Diplomatie immer noch beobachten bzw. aus beruflichen Gründen selbst die absurdesten Papst-Reisen beobachten müssen.Dabei hätten sie Wichtigeres zu tun. Und ein Papst wohl auch. An eine Reise in die Ukraine denkt Papst Leo offenbar nicht. Er betet ja, wie nett,  für die Ukraine. Betet er für den Sieg der Ukraine gegen die Russland?

PS: Wir halten die Antwort Nr. 5 für die „besonders treffende“.

Siehe auch unseren Hinweis vom 11.2.2026 zur Reise des Papstes ausgerechnet nach Monaco mit Informationen über das Fürstentum: LINK:

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-Salon.de

Aktualisiert am 26. März 2026 durch CM

Wenn die Philosophie schläft. Ein kritischer Hinweis des Philosophen Wolfram Eilenberger

Ein Beitrag von Christian Modehn am 18.3.2026

1.
Der Philosoph und Buchautor Wolfram Eilenberger hat in der „ZEIT“ vom 12.3.2026, Seite 49, eine kurze provozierende Analyse zum Zustand der Philosophie in Deutschland verfasst. Der sehr ausführliche Titel seines Beitrags: „Ist da jemand noch wach? Das Jahrhundert bebt, doch die zeitgenössische Philosophie scheint zu schlafen. Eine Ermunterung zur Geistesgegenwart“. Die Ausführungen Eilenbergers sind provozierend gemeint. Er ist wohl überzeugt, nur auf diese Weise, die PhilosophInnen (denn nur durch PhilosophInnen gibt es „die“ Philosophien) aus dem Schlaf aufwecken zu können. Philosophen schlafen in der Sicht Eilenbergers, weil sie sich zu wenig mit dringenden und drängenden Problemen und Katastrophen der Gegenwart befassen.

2.
Zum Mittelpunkt der Kritik an der mangelnden kritischen Präsenz der Philosophie in der heutigen Welt nennen wir nur einige zentrale Stichworte Eilenbergers:
Die „analytische Philosophie“ hat die klassischen Philosophien, also die „Liebe zur Weisheit“, wie der Name sagt, verdrängt; die „analytische Philosophie“ ist für Eilenberger „eine reine – nicht zuletzt gegenwartsgereinigte – Begriffswissenschaft. Man glänzt durch öffentliche Abwesenheit.“
Diese analytische Philosophie dominiert, sie ist hoch spezialisiert, extrem ausdifferenziert, es gibt bei ihr „kein geteiltes Fundament, nirgendwo“, so Eilenberger.

3.
Er kritisiert auch die „scheußliche Art“ der PhilosophInnen in ihrer traditionell arroganten Art zu schreiben, in dieser wohl sehr oft zutreffenden Erkenntnis schließt sich Eilenberger dem Urteil der us-amerikanischen Philosophin Christine Korsgaard an.

4.
Eilenberger kritisiert die Publikationsfluten zumal der analytischen PhilosophInnen; viele dieser hoch spezialisierten Publikationen werden „auch fünf Jahre nach ihrer Veröffentlichung kein einziges Mal zitiert.“ Dass die analytische Philosophie ein Versuch ist, an den Universitäten sozusagen wissenschaftlich mit den anderen Wissenschaften „mithalten“ zu können, erwähnt Eilenberger nicht.
Es ist bekanntlich eine lange Geschichte, dass die Philosophen sich mit ihrem Auftrag, die Liebe, die Freundschaft, zur Weisheit zu verbreiten, nur abfinden konnten, indem sie ins Mathematische, Begriffliche, Logische allein abdrifteten. Über Husserl wäre in dem Zusammenhang zu sprechen.

Unsere Mweinung: Das Eigene, Einmalige der Philosophie als „Liebe zur Weisheit“ könnte und sollte zu Kooperationen mit Literaturwissenschaften, Kunstwissenschaften, Theologien, Religionswissenschaften, Sozialwissenschaften, Biologie, Medizin führen. Philosophie wird es wohl nur in Kooperation mit diesen Wissensformen geben. Jürgen Habermas, der jetzt hoch gerühmte „große Philosoph“, war ja auch Soziologe und politisch, politologisch hoch gebildet, das machte die exzellente Qualität seines Denkens aus. Darauf weist Eilenberger nicht hin, aber gerade das wäre wichtig: Philosophie sollte bei diesen Kooperation niemals auf sich selbst verzichten, sie sollte sozusagen „tonangebend“ auch normativ bleiben!

5.
Der zentrale, uns sehr wichtig und treffend erscheinende Vorschlag Wolfram Eilenbergers: Die Philosophie sollte wieder ganz deutlich und stark „Liebe zur Weisheit“ werden. Eilenberger kann bei diesem seinen Plädoyer leider nicht auf ein Wort-Ungetüm verzichten und spricht also von, so wörtlich, „mündigkeitserhöhender Daseinstransformation“.
Nebenbei: Da wird also die aufklärerische Mündigkeit mit dem an Heidegger erinnernden „Dasein“ verbunden. Also arbeiten wir bitte an „mündigkeitserhöhender Daseinstransformation“. Das heißt: Denken wir, treffender gesagt, nach, was Philosophien jenseits der analytischen Begriffswissenschaft sein könnten und sein sollten. Vor allem doch wohl auch Orientierung im Leben, „Daseinstransformation“ ist da noch weitreichender, das Wort erinnert an Rilkes „Du musst dein Leben ändern“… Und das kann nur eine Philosophie, die sich als Liebe zur Weisheit versteht. Pure Logik oder Begriffsanalysen sind da nicht kompetent.

6.
Eilenberger deutet am Schluß seines provozierenden, aus dem „Schlaf der Vernunft“ (aus dem bekanntlich Ungeheuer hervorgehen, siehe Goya) heraus-weisenden Beitrags auf das in unserer Sicht Wichtige hin:
Es ist die „wache Sorge um das eigenen Selbst sowie das der Mitwesen“. Dieser Satz klingt ein bißchen nach dem Populärphilosophen Wilhelm Schmid. Eilenberger plädiert im Sinne der Philosophie für die meditative Lektüre der alten philosophischen „Gründungstexte“, auf die niemals verzichtet werden darf. Und auch das ist wichtig: Die knappe Andeutung wenigstens, dass es auf eine Öffnung „für außerweltliche Weisheitstraditionen ankomme.“ In dieser Rezeption asiatischer, afrikanischer und lateinamerikanischer Philosophien erhielte die neue Aufklärung – verbunden mit Weisheit – einen wichtigen Durchbruch. Aber wo wird in Deutschland asiatische oder afrikanische Philosophie gelehrt und entsprechend unters Volk gebracht? Philosophie in Deutschland ist doch sehr deutsch und manchmal europäisch bzw. us-amerikanisch….

7.
Die eigene philosophische Meinung für eine „wache Philosophen heute“ teilt uns leider Eilenberger nicht ausführlich mit, also wie Philosophie sich verhält zu dieser gegenwärtigen Welt der Kriege, der Gewaltherrscher, der Diktatoren, des total unbeherrschten, moderat gesagt „unklugen“ Präsidenten der USA, der reaktionären permanent nur ans Töten der Feinde denkenden Politiker in Israel, der Verirrungen der Religionen in Richtung Fundamentalismus, der Abwehr der rettenden Klimapolitik durch neoliberale Politiker etwa in der CDU, die Zunahme des Faschismus in ganz Europa usw. Erst wenn diese Themen sehr gut nachvollziehbar philosophisch gedacht und entsprechend publiziert werden, kann die Philosophie aus dem Schlafzustand befreit werden. Insofern ist dann Eilenbergeres Beitrag etwas „verschlafen“. 

8.
Die Frage ist natürlich, ob es nicht auch PhilosophInnen heute auch in Deutschland gibt, die diese in Nr. 7 genannten Themen nachvollziehbar bearbeiten und publizieren. Ich habe den Eindruck, diese gibt es. Eilenberger nennt leider keine Beispiele. Ich nenne nur: Lea Ypi oder Rahel Jaeggi oder Bettina Stangneth oder Eva von Redecker….

9.
Absolut wichtig für uns im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon ist:
Von Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie oder Metaphysik spricht Eilenberger nicht! dDes sind aber die klassischen Themen der Philosophien, die sich als Liebe zur Weisheit verstehen. Angesichts der viel besprochenen Säkularisierung in Europa und dem rasanten Niedergang der Kirchen in Europa ist doch Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phie (auch im Plural natürlich) dringend, auch dringend als Orientierung not – wendig.

Leider gibt es nicht in allen Städten religionsphilosophische Salons, also kleine Schulen der Liebe zur Weisheit. Das Interesse der etablierten Universitätsphilosophie an dem Projekt praktischer Philosophie ist überhaupt nicht dokumentiert, also wohl nicht vorhanden. PhilosophInnen bleiben in ihren Seminarbibliotheken hocken… Die schrumpfenden Kirchen könnten erkennen, dass sie noch hilfreich sein können, wenn sie mit ihrme immer noch reichlich vorhandenen ihrerseits freie Orte des philosophischen und theologischen Austauschs schaffen und wieder mehr offene, undogmatische geistige Präsenz zeigen, gerade in Gegenden, in denen sich der kritische Geist verabschiedet, wie in vielen Bundesländern im Osten Deutschlands. ….Abschied von den Kirchen wird dann das philosophische Thema einer philosophischen Zeitanalyse.

10.
Warum spricht Eilenberger, warum sprechen Uni – Philosophen, nicht von neuen philosophischen Studiengängen: Etwa den Beruf der philosophischen Praktiker, die in freien philosophischen Salons, in der Erwachsenenbildung, in den Schulen, in Galerien, in den Medien usw. diese Liebe zur Weisheit lehren und verbreiten?

11.
Der Beitrag von Wolfram Eilenberger in der „ZEIT“ ist nach unserem Eindruck  inspirierend und – wie gezeigt – weiter führend. Wirklich ins Weite führend wäre eine sehr breite Diskussion über Hegels Verständnis von Philosophie als „Erkenntnis, die ihre Zeit in Begriffen aussagt“. Also: Geschichtsphilosophie wäre doch wohl auch hilfreich. Anläßlich des 150. Geburtstages von Martin Heidegger könnte man die ins Weite führende Frage erörtern: Was gewinnt Philosophie, wenn sie sich intensiv mit Dichtung, Poesie und Kunst befasst?

Vielleicht haben Philosophie  eine Zwischenstellung: Zwischen Wissenschaften und Kunst und Religion? Und trotzdem gehört sie an die Universitäten… wegen ihrer „besonderen Bedeutung“ als Verteidigerin der universell geltenden Vernunft (Kant).

Copyright: Christian Modehn, religionsphilosophischer-salon.de

Mitschuldig am Krieg gegen die Ukraine: Die Russisch-orthodoxe Kirche

Ein Hinweis von Christian Modehn am 24.2.2026

1.
Wer ist schuld am Krieg des russischen All-Herrschers Putin gegen die Ukraine? Da sind viele Argumente zu nennen, auch die bewussten oder unbewussten politischen Fehler westlicher (auch deutscher) Politikerinnen, sie haben u.a. aus ökonomischen Interessen Putin unterstützt und Geschäfte gemacht.

2.
Eine Organisation, die ohne Zweifel und sehr deutlich mitschuldig ist an den Verbrechen des Krieges Putins gegen die Ukraine ist die Russisch-orthodoxe Kirche mit ihrem Patriarchen Kyrill I. von Moskau an der Spitze. Das wurde vielfach nachgewiesen, auch im Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin, auch von zahlreichen Religionswissenschaftlern und Politologen. Es ist der vor allem der oberste Führer dieser Kirche, der durch seine radikale Kriegs-Hetze für Putin die Glaubwüridgkeit dieser sich christlich nennenden Kirche beschädigt.

3.
Die Russisch-orthodoxe Kirche als mitschuldig am Krieg gegen die Ukraine zu nennen, ist unsere Pflicht, gerade am 22.4.2026, vier Jahre nach dem Kriegsbeginn Putins gegen die ganze Ukraine.

4.
Das zu betonen ist uns wichtig. Denn deutlich ist:
Diese Russisch – orthodoxe Kirche könnte grundsätzlich als einzige Groß-Organisation im Reich Putins ein starke Opposition sein und für das Ende dieses Angriffskriegs eintreten. Das macht sie aber nicht, von einzelnen Priestern dieser Kirche abgesehen, die sich kritisch äußern: Dann werden sie von ihrem Kirchen-Chef Kyrill bestraft oder müssen ins Ausland flüchten.

5.
Warum ist die Russisch-orthodoxe Kirche keine Opposition?
Diese Kirche ist zuerst russisch, das heißt gebunden an die Werte und Unwerte der russischen Nation und Kultur. Diese Kirche hat als obersten Wert also die Bindung an die Nation, und diese Bindung an die russische Nation wird seit Jahrhunderten von den russischen Herrschern definiert und durchgesetzt, von den Zaren, den Verbrechern des Stalinismus, von dem All-Herrscher und Kriegsherrn Vladimir Putin. Diese Kirche ist also eine Art kirchliche Folklore für die russische Nation. Ihre Liturgien werden von Popen (immer Männer natürlich) in der für die Allgemeinheit unverständlichen Sprache Kirchen-Slawisch zelebriert. Was man so Predigten nennen kennen kann: Die werden auf Russisch gehalten, haben aber nie einen kritischen Bezug zur politischen-sozialen Situation der Russen. Diese Kirche hat die Gläubigen nie gebildet, dass die Menschenrechte Teil des Glaubensbekenntnisses sind. Dass Demokratie die einzige politische Option der Christen ist…

6.
Diese Russische Kirche nennt sich ganz offiziell und ungeniert „orthodox“, das heißt rechtgläubig: Dabei könnte man ja denken bei dieser anspruchsvollen Selbstbezeichnung: Sie hält sich an die humanen, friedlichen Weisungen Jesu Christi hinsichtlich seines universellen Liebesgebotes. Aber der Titel „orthodox“ ist ein schöner Schein, wenn etwas Diakonie zugunsten der Armen geleistet wird, dann für Russen in Russland Wenn Missionsarbeit in Afrika gestartet wird, dann, um Putins Regime ideologisch zu stützen und zu „verschönern“. Patriarch Kyrill war einst Mitglied im kommunistischen KGB, wie sein Freund und Gönner Putin.

7.
Wir erleben in der Bindung der Russisch – orthodoxen Kirche an den Kriegsherrn Putin den totalen Niedergang jeglicher christlicher Werte. Diese Kirche ist also unorthodox, sie ist nicht christlich, wenn man an die Weisungen Jesu Christi denkt, diese Kirche ist eine hübsche vergoldete Fassade, eine staatlich gestützte nationalistische Propaganda-Maschine.
Dieses Abrutschen einer christlichen Kirche ins Nationalistische ist den West-Europäern bekannt, man denke an die „Deutschen Christen“ unter Hitler, an die total dem Faschisten Franco ergebene katholische Kirche Spaniens, an die Bindung französischer Katholiken – auch Bischöfe- an das Pétain – Regime usw. Wer viel weiter historisch ausholen will, denke an die Verquickung europäischer Kirchen mit den Kolonialreichen und dem Sklavenhandel. Mit anderen Worten: Diese sich christlich nennenden Kirchen sind stets in der großen Gefahr, ihr christliches Profil aufzugeben zugunsten des immer auch kriegerischen Nationalismus. Der ist für die Kirchenführer bequem und lukrativ, aber eine Katastrophe für die Menschen, die sich eigentlich noch als Gläubige und als Demokraten verstehen.

8.
Man glaube nur nicht, dass nun in der Russischen Föderation die kleine Minderheit der römischen Katholiken aktiv sich zur Opposition bekennt. LINK. Und man glaube auch nicht, dass die kleine Minderheit der evangelikalen Gruppen in der Russischen – Föderation oppositionelle Ambitionen hätte.

9.
Und man glaube auch nicht, dass der ökumenische Weltrat der Kirchen auch nur im entferntesten daran denkt, der Russisch-orthodoxe Kirche die Mitgliedschaft in diesem eigentlich ja doch wohl angesehenen ökumenischen Weltrat zu entziehen. Der Generalsekretär schwärmt seit Jahren vom Dialog mit dem Kriegstreiber KyrillI. Bewirkt hat er nichts, diese Kirche wurde aus dem Ökumenischen Weltrat nicht rausgeschmissen. Alle großen Organisation bestrafen Russland und seine Kriegstreiber, der Weltrat der Kirchen macht das nicht. Und nur wenige Christen in Europa scheint das stören. Dies ist auch eine Schande, die an diesem 24.2.2026 genannt werden muss.

10.
Wir haben am 8.2.2026 einen Beitrag publiziert mit dem Titel „Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist eine Putin-Sekte“, wir weisen noch einmal darauf hin. LINK

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-salon.de

Rechtsextrem und katholisch: Neues von den Traditionalisten

Reaktionär-katholische „Piusbrüder“ wollen nicht zur offiziellen katholischen Kirche gehören.
Ein theologisch-politischer Hinweis von Christian Modehn am 22.2.2026

Zur Einführung:
Der römische Katholizismus, die Papstkirche, ist faktisch alles andere als eine uniforme Einheit: Es gibt die wenigen progressiven Reformgruppen, sie sind ohne reformatorischen Einfluß auf die Institution. Und es gibt die vielen konservativen, dann die sehr konservativen und dann die reaktionären, politisch stets sehr rechten, katholischen Gemeinschaften mit vielen tausend Mitgliedern und Anhängern.
Einige Gruppen sind hingegen so reaktionär, dass sie außerhalb der offiziellen Papstkirche agieren, am bedeutendsten und umtriebigsten sind dabei die sogenannten Piusbrüder, auch Traditionalisten oder Integristen genannt. Sie sind eine Gründung des katholischen Erzbischofs Marcel Lefèbvre im Jahr 1970. Diese „Lefèbvre-Katholiken“ sind theologisch auf dem Niveau des 19. Jahrhunderts stehen gebliebenen, politisch sind sie gegen alles, was mit Menschenrechten zu tun hat. Diese in vielfacher Hinsicht reaktionären Katholiken ärgern mal wieder sehr den Papst und seine vatikanischen Behörden. Durch die politische Relevanz dieser Sonder-Kirche ist unser Thema alles andere als ein bloßer Hinweis auf „vatikanische Kircheninterna“…

1.
Die international verbreitete, ca. 150.000 Mitglieder zählende Kirche der katholischen Traditionalisten, auch „Piusbrüder“ genannt und treffend als reaktionär-katholisch bewertet, ärgert seit Beginn 2026 mal wieder sehr heftig die von ihr ungeliebte, wenn nicht verachtete offizielle römisch-katholische Papstkirche. Aber der Streit hat wohl jetzt ein (vorläufiges?) Ende gefunden: Am 18. 2. 2026 verkündete der Leiter der Piusbrüder, Davide Pagliarani, dass er, nach einem Dialog mit dem Vatikan, an dem Entschluss festhält: Es werden nun eigenmächtig Bischöfe für die Piusbrüder -Kirche geweiht, und zwar am 1.7.2026! LINK

Mit anderen Worten: Die reaktionär-Katholischen, die Piusbrüder, wollen ihren eigenen Weg außerhalb der offiziellen katholischen Papstkirche fortsetzen. Theologisch und politisch ist klar: Darüber können sich alle demokratisch gesinnten Menschen nur freuen: Denn es ist nun entschieden: Es wird also nicht noch eine weitere extrem konservative Gemeinschaft die Entwicklungen des offiziellen Papstkatholizismus mitprägen oder gar mitbestimmen können. Sehr konservative und sehr rechte Positionen gibt es ohnehin schon viel zu viele im offiziellen Katholizismus, unter Kardinälen (nur ein Beispiel: Robert Sarah, LINK), in „neuen geistlichen Gemeinschaften“ (nur ein Beispiel „Opus Dei“) oder unter einzelnen, etwa Millionären, nur ein Beispiel etwa in Frankreich Vincent Bolloré: LINK 

2.
Zur Erinnerung: Worum geht es, in aller Kürze, für theologische „Laien“ nachvollziehbar, bei den Auseinandersetzungen der Piusbrüder contra Papstkirche?

3.
Die Traditionalisten, die „Piusbrüder“, gegründet 1970 durch den damals noch offiziell katholischen, aber schon reaktionären Erzbischof Marcel Lefèbvre, können sich – trotz ihrer Ablehnung dieser angeblich modernen „Reform-Päpste“ und des 2. Vatikanischen Konzil – noch katholisch nennen. DENN: Sie verfügen über gültig geweihte Bischöfe. Der katholische Bischof Marcel Lefèbvre weihte vier seiner Getreuen 1988 zu Bischöfen, allerdings ohne Zustimmung des Papstes. Aber diese Weihen sind nach offiziellem katholischen Kirchenrecht GÜLTIG, so vertrackt ist das Kirchenrecht! Wegen seines eigenmächtigen Ungehorsams wurden Lefèbvre und die neu geweihten Bischöfe vom Papst sofort bestraft, nämlich exkommuniziert. Dadurch wurde die Piusbrüder – Kirche als „schismatische“, d.h. vom Papst und den Weisungen des 2. Vatikanischen Konzils „abgespaltene“ katholische Bewegung bewertet. Aber dadurch, dass sie über gültig geweihte Bischöfe verfügt, ist sie  immer noch vom Vatikan aus bewertet als katholisch einzuschätzen. Der Papst hat also keine Alleinverfügungs-Gewalt mehr über diejenigen, die sich katholisch nenne. Und das empört den Papst sehr!

Seit 1970 und besonders seit 1988 gibt es auch deswegen immer wieder Versöhnungsversuche zwischen den Päpsten und den Führern dieser reaktionär – katholischen Kirche. Wie viel Energie wurde für diese Frage im Vatikan in eigenen Kommissionen etc. aufgewendet! Hätten die vatikanischen Behörden in der Zeit Theologie studiert und endlich ernst genommen, dann hätten sie wenigstens das DiakonInnen Amt einführen können. Aber nein: Den Reaktionären und Konservativen gilt im Vatikan immer bevorzugte Aufmerksamkeit!

4.
Ein wichtiger theologischer Hinweis:
Nur gültig geweihte Bischöfe garantieren in dieser merkwürdigen Theorie des Katholizismus die engste Verbundenheit mit den ersten 12 Aposteln Jesu von Nazareth: Dieser Umstand wird in der katholischen Theologie „apostolische Nachfolge“ genannt: Nur Bischöfe können und dürfen Männer zu Priestern GÜLTIG weihen. Die absolute Aufwertung der Kleriker ist bekanntlich eine ebenso fixe Idee des Katholizismus: Nur geweihte Priester dürfen der Eucharistiefeier vorstehen. Und diese Messe, eine weitere fixe Idee des Katholizismus, wird als absoluter Höhepunkt katholischen Lebens allen Katholiken eingepaukt, selbst wenn diese Messen immer in derselben Form durchaus etwas „Langweiliges“ haben, selbst wenn die einst lateinischen Gebete etc. wortwörtlich aus dem Lateinischen in die jeweiligen Landessprachen übersetzt worden sind. Die immer geringere Teilnahme an diesen Messen im aufgeklärten Europa ist ja der beste Beleg für die fremde Welt, die befremdliche Sprache und die kaum nachvollziehbare Theologie dieser Messe…. selbst wenn die Priester heute dem „gläubigen Volk“ nicht mehr den Rücken zukehren. Das ist nur noch bei den Piusbrüdern oberstes Gebot!

5.
Nebenbei: Bekanntlich gilt ein Katholik dann als „praktizierend“, wenn er an der Eucharistiefeier, der Messe, an jedem Sonntag teilnimmt. Man könnte ja auch mit viel besseren Argumenten betonen, ein Katholik sei dann „praktizierend“, wenn er sich bemüht, gemäß den Weisungen Jesu in der Bergpredigt zu leben: Erst diese, auch politische kritische Praxis hätte etwas mit den Werten im Sinne Jesu von Nazareth zu tun.…

6.
Zu den „reaktionär-katholischen“ Piusbrüdern: Es ging bei den Versuchen der „Versöhnung“ im Hintergrund immer auch um die Frage, ob und wenn ja wie die Messe in der Liturgie und Theologie des 16. Jahrhunderts heute noch von den vielen Gemeinden der Piusbrüder gefeiert werden darf. Hatte doch das 2. Vatikanische Konzil (1962-1965), das so genannte Reformkonzil, die Messe in den jeweiligen Landessprachen als oberste Norm mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Aber die Reaktionär – Katholischen verstecken ihre wahre Ideologie/„Theologie“ nur hinter ihret leidenschaftlichen Zelebration der Messe in der Form des 16. Jahrhunderts. Und diese Messe des 16. bzs 19. Jahtrhunderts nennen sie die „ewige Messe“ in völliger theologischer Blindheit.

Viel wichtiger ist: Die Piusbrüder und ihre Anhänger sind explizit und öffentlich ganz ungeniert gegen die Demokratie, sie sind auch gegen die Religionsfreiheit, gegen die Moderne im allgemeinen, gegen die philosophische Aufklärung. Sie sind leidenschaftlichste Verfechter im Pro-Life-Kampf, zum Schutz des ungeborenen Lebens vom ersten Moment der Zeugung an. Dass die reaktionär Katholischen gegen die „Ehe für alle“ sind, ist bekannt, dass sie gegen jede Form des Feminismus kämpfen, ist ebenso klar. Die enge Bindung der Piusbrüder an die politisch rechtsextremen Parteien ist etwa für Frankreich evident. Aber Bindungen an die Rechtsextremen gibt es auch bei Katholiken, die noch zum offiziellen französischen Katholizismus gehören wollen, wie der katholischen Medien-Mogul Vincent Bolloré, LINK,

Wir haben dokumentiert, dass 2024 über 40 Prozent der so genannten praktizierenden französischen Katholiken für die rechtsextremen Partei Front Nation (Rassemblement Nation) LINK oder die Partei des reaktionären Eric Zemmour gestimmt haben LINK.

7.
Die demokratische Welt sollte also jetzt aufatmen: Diese theologisch wie politisch rechtsextreme katholische Gemeinschaft der Piusbrüder wird also auch 2026 nicht Teil der offiziellen Papstkirche.

Die Päpste und ihre  Beamten haben seit Jahren schon ohnehin viele einzelne oder Gruppen dieser reaktionär Katholischen wieder in ihre Papstkirche aufgenommen, die Liste ist sehr lang, nur ein paar Beispiele: Etwa die Benediktiner- Mönche von Le Barroux bei Avignon LINK. Oder: Das „Institut du Bon Pasteur“ in Bordeaux LINK , es umfasst etwas moderat gewordene Piusbrüder, sie erkennen den Papst an, können aber ihre reaktionäre Theologie etc. weiter vertreten. Von vielen weiteren reaktionären, offiziell sehr päpstlichen Orden und Gemeinschaften wie dem „Institut Christ König“ wäre zu reden, LINK,  oder von den reaktionären sehr finanzstarken Katholiken in den USA, nicht nur von Steve Bannon, wäre zu sprechen LINK , sondern vom reaktionär-katholischen Umfeld von Vizepräsident Vance und seiner Freunde im Klerus usw…
Schließlich wäre die päpstliche Alternative zu den Piusbrüdern zu nennen: Es ist die papsttreue, aber selbstverständlich äußerst konservative „Petrusbruderschaft“ LINK…

Dies nur als kleinen Eindruck, wie durchsetzt die offizielle Papstkirche von sehr konservativen Positionen ist. Dabei haben wir von vielen tausend theologisch – fundamentalistischen Neokatechumenalen oder den Legionären Christi mit dem „Regnum Christi“ oder dem internationalen Geheimclub „Opus Dei“ noch gar nicht gesprochen…Wer diese äußerst zahlreichen und einflußreichen sehr konservativen offiziell katholischen Kreise vor Augen hat und dann auch die vielen tausend Missbrauchs-Verbrechen durch Priester wahrnimmt oder etwa auch noch an die heftigen Klagen der Ordensfrauen denkt, die von Priestern in Afrika sexuell missbraucht werden und so weiter… der kommt zu dem Schluß: Eigentlich ist diese Papst-Kirche insgesamt mit ihrem Zölibatsgesetz, ihrer offensichtlichen Frauenfeindlichkeit, ihrer Ablehnung der „Ehe für alle“, ihrer Ablehnung der Geltung von umfassenden demokratischen Strukturen der Kirche … nur noch ein machtvolles Gerüst, das immer mehr wackelt. Es ist die fromme Folklore im Vatikan, in Assisi, Lourdes, Fatima, Medjugorje und so weiter, die noch den Eindruck hinterlässt: Der Katholizismus lebt noch in Europa…

8.
Noch mehr reaktionäre Katholiken innerhalb der Papstkirche wären jedenfalls für jeglichen kleine Hoffnung einer dringenden Kirchen – Reformation der Papstkirche  äußerst verderblich. Demokraten freuen sich also: Die Piusbrüder sollen doch ihre eigene Sache im eigenen Stil unabhängig weiter machen, sie bleiben eine Sekte, einflußreich zwar da und dort und mit vielen finanzstarken Gönnern ausgestattet.. Machen sie viel Blödsinn, kann man das theologisch öffentlich kritisieren; begehen ihre Mitglieder weiterhin Verbrechen im „pädophilen“ Bereich, wird sich der Staat hoffentlich kümmern und endlich für Aufklärung längst vergangener Taten sorgen…

9.
Aber auch das noch: Längst haben sich weitere reaktionärere Gruppen von diesen Reaktionären Piusbrüdern abgespalten: Denn der bekannte Leugner der Shoa, der Piusbruder Bischof Richard Williamson, musste 2009 aus diesem Club rausgeschmissen werden. Aber Bischof Williamson (ebenfalls gültig geweiht, durch Erzbischof Lefèbvre 1988) zog sich nicht zurück, Williamson gründete seine eigene reaktionäre Kirche, die „Union sacerdotale Marcel-Lefèbvre“ mit etwa 60 Priestern. LINK . Bischof Williamson redete viel wirres Zeug, auch viel Antisemitisches. Auch das ist  für den Papst noch eine Art Untat: Auch Williamson weihte sechs seiner Priester zu Bischöfen, sogar einen Polen, und gab seinen rechtsextremen, sich auch antisemitischen Gemeinschaft damit weiteren Bestand.

10. Papst Leo erkennt durchaus die politische Gefahr durch die Rechtsextremen: Er ist  ist ein aufmerksamer Beobachter der politischen Rechtsradikalen nicht nur in den USA, sondern auch in Spanien. Die Zeitung „El Pais“ berichtet am 23.2.2026: Der Papst warnte die spanischen Bischöfe vor der immer stärker werdenden rechtsradikalen Partei VOX in Spanien: Diese Partei „instrumentalisiere“ die Kirche für ihre rechtsextremen Zwecke, und: die Partei sei gefährlich, weil sie feindlich gegen Ausländer und Flüchtlinge eingestellt sei.
Tatsache ist: Gerade unter praktizierenden Katholiken ist der Anteil der Vox – Wähler und Vox-Anhänger sehr hoch, diese Katholiken stört die fremden-feindliche Politik der VOX nicht. Quelle: LINK:

Der „Religionsphilosophische Salon Berlin“ hat sich mehfach, schon seit vielen Jahren, mit rechtsextremen Katholiken vor allem in Frankreich auseinandergesetzt. Etwa im Jahr 2018:LINK

Sehr ausführliche und zuverlässige, wissenschaftliche Informationen zu diesem weiten Thema „Piusbrüder“ bietet die französische Ausgabe von wikipedia unter dem Titel:  Fraternité Saint Pie X und auch der Wikipedia Beitrag zum sexuellen Missbrauch durch Priester in diesem Club: Abus sexuels dans la fraternité Saint-Pie-X.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

Reliquien, alte Knochen, des heiligen Franziskus von Assisi werden jetzt in Assisi öffentlich ausgestellt

Die Verehrung des Toten im Katholizismus findet kein Ende
Ein Hinweis von Christian Modehn am 18.2.2026

1.
Nun werden also auch die Knochen des heiligen Franziskus von Assisi, gestorben vor 800 Jahren, öffentlich der Verehrung feilgeboten. Uraltes Gebein und sicher auch mittelalterlicher Staub können ab kommendem Wochenende in Assisi bestaunt, bewundert, verehrt werden. 350.000 Menschen haben sich bereits zur „Knochen-Show“ angemeldet, sie werden dann in der Basilika San Francesco zu Assisi angesichts der Reliquien ihre Bittgebete in den Himmel senden. (Siehe „Tagesspiegel“, 18.2.2026) Die offizielle päpstliche Mitteilung zur Knochenverehrung  des h. Franziskus von Assisi: LINK

2.
Keine Frage: Franziskus von Assisi ist eine der ganz großen Gestalten der christlichen Geschichte; seine Biografie zu studieren, ist immer inspirierend, zumal sein freundschaftliches Interesse für islamische Gläubige. Wichtig auch seine Kritik an einer viel zu reichen und viel zu mächtigen, gewaltigen Kirche der Päpste. Franziskus wollte arm sein, er lebte in seiner Person und mit der ersten radikalen Brüder-Gemeinschaft eine Kirche der Armen. Er musste sich dann aber dem päpstlichen Druck ergeben und integrierte sich als Ordensgründer offizieller Art ins päpstliche System…Nur die Waldenser hielten gegen die Päpste stand und wurden selbstverständlich verfolgt, aber ihre radikale Kirche lebt bis heute!
Franziskus jedenfalls hat auch als Poet einen Namen, man denke an seinen „Sonnengesang“.

3.
Dieser äußerst ungewöhnliche Mensch verdient also wirklich viel Beachtung. Aber nun, wieder, wie üblich im Katholizismus, werden Knochen und Staub-Reste, genannt Reliquien, den Neugierigen feilgeboten. Dieser Kult bringt kirchlichen und staatlichen Behörden viel Geld ein, man denke etwa auch an die Millionen Euro, die in San Giovanni Rotondo gespendet werden, am Grab, am offenen Sarg, des heiligen Scharlatans Padre Pio, des angeblich Stigmatisierten, der so gern seine angeblich blutigen Hände der verzückten Öffentlichkeit zeigte…LINK 

4.
Die katholische Kirche kann vom Folklorekult der Reliquien – Zurschaustellung genauso wenig lassen wie vom immer noch üblichen Ablass-UnWesen. Im Heiligen Jahr 2025 gab es den immer nich begehrten Ablass, im Jahr des Franziskus – Jubiläums 2026 wird es ihn ebenso wieder geben… Der etwas ramponierte Petersdom soll alsbald repariert werden, tatsächlich!

5.
Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) führt ausführlich ins kritische Nachdenken über den Katholizismus! Wir haben mehrfach auf die sehr richtige und nach wie vor gültige Katholizismus-Kritik Hegels hingewiesen. Einige Zitate aus einem unserem Hegel-Beiträge zum Thema bieten wir in Nr. 7.

6.
Unsere kritischen Hinweise sind natürlich innerhalb des Katholizismus wirkungslos, also eigentlich ziemlich sinnlos. Albert Camus tröstet mit seinem Wort: „Man muss sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen“…
Die Päpste und Prälaten machen also den alten blöden Zauber weiter, weil er immer noch Geld einspielt. Anstatt sich als Kirche und Kirchenführung, als Klerus, öffentlich intensiv zu fragen: Wie kann die Kirche im Sinne des Franz von Assisi heute arm werden, also sich kritisch aus den Klammern des Kapitalismus und Neoliberalismus auch in ihren eigenen Reihen befreien… da werden uralte Knochen feilgeboten, wie einfallslos und intellektuell erbärmlich ist das alles. Natürlich später werden, im Laufe des langen Franziskus – Jubeljahres, wie üblich viele sehr feierliche Messen gelesen und erbauliche Worte gesprochen, „wie immer“…

7..
Nun aber ein Auszug aus unserem Beitrag: Hegel und der Katholizismus:

Zentral ist für Hegel die Erkenntnis: Der Katholizismus ist für Hegel „stehen geblieben“. Er ist noch immer machtvoll vorhanden, aber er ist nicht „wirklich“, im emphatischen, im Hegelschen Sinn von Vernünftigsein! Der Katholizismus ist also durchaus „veraltet“, überholt, weil noch eingebunden in eine vom Geist und der Vernunft längst überwundene Erfahrung von Gott, Mensch und Freiheit.

Laien wurden im katholischen Mittelalters minderwertig betrachtet! Zentral für Hegels Katholizismus Kritik ist auch die Verehrung bzw. Anbetung der Hostie: Diese ist der verwandelte, trans-substituierte Jesus Christus, verwandelt in ein winziges Stückchen Brot. Und diese Hostie ist in eine goldene Monstranz gesetzt. Die Hostie als äußere und äußerliche also veräußerlichte Präsenz des Göttlichen hat für Hegel weit reichende Bedeutung: “Wenn aber einmal zugegeben ist, dass Gott in äußerlicher Gegenwart ist, so wird zugleich dieses Äußerliche zu einer unendlichen Mannigfaltigkeit…dass Christus da und dort, in diesem und jenen, erschienen ist…Allerorten werden also in höher begnadeten Erscheinungen, Bluteindrücken von Christus sich Vergegenwärtigungen des Himmlischen begeben…Die Kirche ist daher eine Welt voller Wunder… Das Göttliche erschient als ein vereinzeltes Dieses, also ein Ding, eine Reliquie etwa“. („Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte“, Meiner Verlag, Hamburg, 1968, Seite 823 f.).

Die Konsequenzen dieser veräußerlichten Frömmigkeit, die sich an wundersame Dinge, heilige Gegenstände, heilige Orte, heilige Personen, heilige Leichen, Reliquien usw. hält, sind für Hegel gravierend: Es gibt dann die entzückten, aber ungebildeten, dumm gehaltenen Laien, die sich an diese heiligen Dinge gewöhnen sollen. Und es sind die Kleriker, die diese veräußerlichte Form der Frömmigkeit fördern. Damals, im 19. Jahrhundert, begannen die umstrittenen Wallfahrten zum „Heiligen Rock“, der angeblichen Kleidung Jesu Christi.
Es wird also in der Sicht Hegels den Laien verwehrt, im eigenen Geist die unmittelbare Verbindung mit Gott zu leben. In seinen „Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie“ sagt Hegel in dem Zusammenhang die durchaus bis heute aktuellen Worte: „Die Menschen sind keine Laien“ (S. 297), „die Laien sind (im Katholizismus) aber dem Göttlichen fremd“ (S. 454) und vor allem: “Denkende Menschen als Laien behandeln ist das Härteste“ (S. 297). („Theorie Werkausgabe“, Band 20, Suhrkamp, 1970). Großartige, aktuell relevante Wirte, man denke an das Hin und Her, an die bescheidenen Erfolge und die vielen Frustrationen des „Synodalen Weges“. Diese Katholiken laufen in ihrer Forderung nach einer wenigstens etwas demokratischen Kirche gegen die allerdicksten Mauern seit Jahrzehnten…

In der katholischen Frömmigkeit erscheint für Hegel „das Verderben, der Aberglauben überhaupt“ in der Verehrung von heiligen Orten, von heiligen Knochen. „Das ist Wunderglaube der ungereimtesten und läppischsten Art. Denn das Göttliche wird auf eine ganz vereinzelte und endliche Weise für ganz endliche und besonders Zwecke da zu sein gemeint…“ (S. 873). Hegels richtige Reliquien – Kritik – Erich Fromms Erkenntnis zur „Nekrophilie“ vorausgreifend – findet förmlich Unterstützung durch Jesus Christus selbst: Der Philosoph zitiert die Frage des „Auferstandenen“: „Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten“? („Vorlesung über die Philosophie der Geschichte“, S. 471, bezogen auf Lukas Kap. 24).

Das Geistvolle, das Lebendige, ist einzig eben nur beim Geistigen, beim Vernünftigen, zu suchen und auch zu finden.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

Aschermittwoch und das Aschenkreuz: Auch die Mächtigen werden zu Asche. Ein Trost.

Ein Hinweis von Christian Modehn am 14.2.2026

1.
In vielen katholischen und auch in einigen lutherischen Kirchen wird am „Aschermittwoch“ das „Aschenkreuz“ den Gläubigen von einem Pfarrer auf die Stirn gezeichnet, und zwar sichtbar, es verschwindet schnell nicht von selbst. Die Asche soll eine Weile das Gesicht auszeichnen. Wer nach dem Empfang des Aschenkreuzes in die Öffentlichkeit geht, bleibt ein Gezeichneter: Einer, der seine Sterblichkeit für einen Moment wahrscheinlich akzeptiert hat. Beim Ritus sagt der Liturge, die Pfarrerin: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub’ zurückkehrst“ (Buch Genesis, 3,19, ein Spruch Gottes bei der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies). Dieser Spruch ist ziemlich bekannt, aber er unterscheidet leider nicht zwischen dem toten Körper, der Staub wird, und dem Geist, der teilhat am Ewigen!

2.

Mich freut an diesem Ritus, weil ich nun materiell, durch die Asche auf meinem Leib, an die eigene Sterblichkeit und das Ende meines Körpers erinnert werde. Mein Körper wird Asche. Der Körper eines Verstorbenen ist bekanntlich nur noch Materie. Der alles belebende Geist ist entschwunden. Wohin? Darüber kann man meditieren und philosophieren. Ein anderes Thema: Siehe Fußnote 1 mit Link zur Erläuterung dieses Thema.

3.
Mich freut und tröstet der Aschenkreuz – Ritus, weil auch die so genannten „Herren dieser Welt“, die sich heute allmächtig wie böse Götter durchsetzen zum Schaden der Menschheit, dass also auch der Körper dieser Herren eines Tages Asche sein wird. Das Aschenkreuz lassen sich diese politischen, ökonomischen, neoliberalen „Götter“ und „Halbgötter“ natürlich nicht in einem christlichen Gottesdienst auf ihre Stirn zeichnen. Dafür sind sie viel zu sehr Nihilisten, sie lieben die Zerstörung, dass wirklich alles Leben zu Asche wird, mindestens das Land ihres Feindes.
Aber auch der Körper dieser „Herren der Welt“ wird bald nichts als Asche sein. Das tröstet manche Menschen, die hilflos unter diesen bösen Göttern zu leiden haben. Aber es werden neue Herren dieser Welt nachfolgen. Wer wird sie verhindern?

4.
Das Bedenken des Aschenkreuzes führt also wie von selbst mitten in politische Überlegungen. Und diese sind inspiriert von der Weisheit der großen Propheten im „Alten Testament“: Bekanntlich beginnt mit „Aschermittwoch“ die Fastenzeit. Und bei dem Thema hat der Prophet Jesaja eine klare Weisung ( Jes. 58, 6-8): Jesaja schreibt „Das ist das Fasten, wie ich es liebe: Die Fesseln des Unrechts lösen, die Versklavten freilassen, jedes Joch zerbrechen, den Hungrigen das Brot austeilen, die obdachlosen Armen im Haus aufnehmen, die Nackten bekleiden…“

5.
Erst wenn beim Ritus des Aschenkreuzes auch diese politische Botschaft bewusst gesagt und erlebt wird, hat er seinen Sinn erreicht. Dies ist der „politische Aschermittwoch“ der Christen, die sich auf die Bibel beziehen. DIESER politische Aschermittwoch ist anders, radikaler als die daher geredeten Propaganda-Sprüche der verschiedenen Parteien bei ihrem „politischen Aschermittwoch“. Ob dieser christliche – politische Aschermittwoch etwas bewirkt, ist natürlich eine andere Frage.

6.
Es wird bekanntlich die Asche nicht irgendwie diffus über das Haupt der Gläubigen verstreut, nein: Es wird aus Asche ein Kreuz auf die Stirn gemalt. Das Kreuz aber ist das Symbol Jesu von Nazareth, des Gerechten, des radikalen Menschenfreundes, des Kritikers sinnloser religiöser Gesetze, des Weisheitslehrers :„Gott ist unser lieber Vater“…Die genannte Weisheit des Propheten Jesaja hat auch Jesus gelehrt. Aber auf das religiös damals vorgeschriebene Fasten legte er keinen Wert…

7.
Die Feier des Aschenkreuzes ist also auch eine politische Feier. Ein Moment, den rebellischen Geist der Hoffnung wieder zu beleben. Wer das Aschenkreuz empfängt, weiß: Der Geist bleibt lebendig, er lebt weiter… auch über den Ritus des Aschenkreuzes hinaus.

8.
Und auch das tröstet jene KatholikInnen, die gegen die Allmacht der klerikalen Hierarchen endlos kämpfen um die volle Gleichberechtigung auch der Frauen in der katholischen Kirche und gegen die Allmacht des Klerus: Auch die Päpste und Bischöfe lassen sich im feierlichen Ritus das Aschenkreuz auf ihre Stirn zeichnen. Das will sagen: Auch die Körper der Päpste und Prälaten werden zu Asche. Ein Trost für alle, die an die Gleichheit aller Gläubigen glauben, diese Gleichheit aber in der Kirche nicht erleben dürfen. Aber: Die nächsten Kleriker und Päpste kommen bestimmt, vielleicht wird dann alles besser. Hoffnung hat immer auch einen utopischen Charakter…

Siehe auch unseren viel beachteten Beitrag als „Unerhörte Frage“: Was heißt philosophisch fasten? LINK 

Fußnote 1: Die Auferstehung Jesu und der anderen Menschen Auferstehung vernünftig verstehen: LINK:

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

Papst Leo besucht am 28. März 2026 Monaco: Das sehr katholische Nest der Millionäre…

Was will der Papst ausgerechnet in Monaco? Etwa andere Millionäre bestaunen? Oder den letzten Staat erleben, in dem der Katholizismus Staatsreligion ist.  Warum eigentlich fährt der Papst nicht alsbald in die Ukraine?

Ein Hinweis von Christian Modehn am 11.2.2026. Siehe auch die 29. unserer „unerhörten Fragen“ vom März 2026: Warum fliegt Leo XIV. nach Monaco? LINK 

Zum Monaco-Besuch des Papstes, angekündigt offiziell vom Vatikan am 17.1.2026, und der päpstliche Monaco-Trip wird (am 27.2.2026 LINK). für Samstag 28. 3. 2026 als fester Termin mitgeteilt, es ist jedenfalls, wie üblich bei Päpsten, eine „apostolische Reise“, diesmal ins Nest der Milliardäre: LINK 

Zur Sache:
Es gibt für kritische Religionsphilosophen sehr viel dringendere Themen. Dennoch muss wieder einmal auf die Politik des Papstes Leo XIV. hingewiesen werden, der sich alle Mühe gibt, zwischen „konservativ“ und „in bißchen aufgeschlossen, progressiv“ hin und her zu schwanken. LINK.

Warum um Himmels willen besucht Papst Leo XIV. im März 2026 ausgerechnet das Fürstentum Monaco? Das Fürstenhaus selbst versinkt in einem Sumpf von Finanzskandalen, wie Le Monde 2025 berichtete. Was hat der Papst in diesem Luxus-Nest der Millionäre und Milliardäre zu suchen?

Wenn der Papst, wie er selbst öffentlich macht, so viel und so oft für den Frieden betet und permanent in politisch nachweislich erfolglosen Bittgebeten Gott um Beistand bestürmt und auch nette Friedens-Deklarationen zum Krieg Russlands gegen die Ukraine von sich gibt: Warum besucht er nicht alsbald die Ukraine persönlich, so lange es die Ukraine noch gibt angesichts der entsetzlichen Verbrechen Putins? Aber nein, da muss er die Milliardäre in Monaco beehren. Die wiederum noch mal Riesen – Profit machen, durch die vielen Touristen, die aus Folklore – Gründen den Papst nun auch mal in Monaco sehen und bewundern wollen.

Eine solche Reise („Pilgerfahrt“) in die Ukraine wäre eine tolle politische Tat … und viel mehr als nur ein Symbol. Der Papst könnte bis in die ukrainische Grenze in Polen fliegen und dann direkt mit dem Zug nach Lemberg und Kyiv fahren. Warum macht er das nicht? Unsere Antwort: Der Papst will den Patriarchen Kyrill I. von Moskau, den Putin – Theologen (- Ideologen), nicht verärgern. Denn für die römische Kirche sind Verständigungen mit den theologisch in allermeisten Fällen verkalkten orthodoxen Kirchenführern auch jetzt immer höchst wichtig…Da will Rom sich nichts verderben. Und auch die Katholiken in der Russischen Föderation dürfen nicht in Not geraten durch eine deutliche Solidarisierung mit der Ukraine. Es ist auch bei Leo die alte päpstliche Masche lebendig, man denke an Pius XII.: Zuerst die Kirche retten, dann an zweiter Stelle, etwas, die bedrohten (nicht-katholischen) Menschen.

Einige Details zur Reise des Papstes ins Nest der Millionäre Monaco:

1.
Die nächste apostolische Reise wird Papst Leo XIV. Ende März 2026 ins Fürstentum Monaco unternehmen, so berichtet das „Presseamt des Heiligen Stuhls. LINK

2.
Im Fürstentum Monaco wird sich der Papst bestimmt sehr wohl fühlen: Der absolute Monarch Papst Leo XIV. wird sich bestens verstehen mit einem anderen Monarchen, mit dem sehr konservativen, sehr katholischen Fürsten Albert II. und seiner Familie. Dies wird also ein Treffen zweier bedeutender Herrscher von Kleinst – Staaten: Zwei Quadratkilometer „groß“ ist das Fürstentum, nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat der Erde. Aber Monaco ist ein Steuerparadies mit 38.000 Einwohnern, von denen nur wenige gebürtige „Monegassen“ sind, viele Millionäre tummeln sich im engen Monaco und dem 4 km langen Küstenstreifen an der Cote d` Azur.

3.
Das weiß hoffentlich der Papst: Monaco ist ein bevorzugtes Land für Geldwäsche. „Im Juni 2025 wurde bekannt, dass die EU-Kommission plant, Monaco auf die Liste der „Hochrisiko-Drittländer“ zu setzen, Länder also, die die Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nicht erfüllen – allen Bemühungen Alberts zum Trotz um ein besseres, „sauberes“ Image für den Ministaat an der Côte d’Azur, ein erklärtes Paradies für Reiche.“ Quelle: LINK: https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/monaco-gate-enthuellungen-ueber-fuerst-alberts-geheime-finanzgeschaefte-109210948
Die Augsburger Allgemeine berichtet weiter: „Der einstige engste Mitarbeiter des Fürsten, Claude Palmero, sagte laut Le Monde außerdem aus, dass das Vermögen der Fürstenfamilie über mehrere Umwege in Unternehmen mit Sitz in Panama angelegt sei: „Jedes Mitglied hat seine eigene panamaische Firma.“ Weitere solcher Unternehmen auf den Namen von Albert sowie seinen Schwestern Caroline und Stéphanie befänden sich auf den britischen Jungferninseln.
Darüber hinaus gibt es den Verdacht eines „Systems der Berechnung fiktiver Leistungen“, um Geld zu veruntreuen. Claude Palmero (lange Jahre engste Finanzberater des Fürsten) zufolge habe der Albert II. „häufig Bedarf an Bargeld“, um verschiedene Probleme auf diskrete Weise zu lösen, etwa „den Aufkauf kompromittierender Fotos“. Auch berichteten Le Monde sowie das Investigativmagazin Mediapart bereits über die mögliche Überwachung von Ministern, Beratern des Fürsten wie auch von Journalisten und einem Richter, der inzwischen Klage eingereicht hat.“

4.
„2018 betrug das Bruttoinlandsprodukt Monacos 6,087 Milliarden Euro und pro Arbeitnehmer 108.112 Euro. Damit ist Monaco nach Katar das zweitreichste Land der Welt. Die Immobilienpreise sind sehr hoch. 2018 betrug der durchschnittliche Kaufpreis 53.000 Euro pro Quadratmeter, bei einigen Luxusobjekten 100.000 Euro pro Quadratmeter.“ (Wikipedia, Monaco, gelesen am 11.2.2026)

5.
Ob der Papst auch die sehr vielen sehr luxuriösen Luxusyachten dort segnet, ist noch offen. Segnungen von Objekten aller Art sind ja bekanntlich eine beliebte Beschäftigung des katholischen Klerus.
Ist ein Treffen des Papstes mit Milliardären ausgeschlossen? Will der Papst Stellung nehmen zur These des Franzosen Proudhon: „Eigentum ist Diebstahl“? Vielleicht kommt Mister Trump mit einer Luxusyacht angerauscht? Offene, aber utopische Fragen…

6.
Von diesen Spekulationen abgesehen: Der Papst kann sich als Stellvertreter Christi auf Erden beim Fürsten Albert II. so richtig wohlfühlen: Der Katholizismus ist noch immer Staatsreligion, allerdings mußte trotzdem doch Religionsfreiheit zugestanden werden, damit sich der internationale Tummelplatz für die Sehr-Reichen nicht blamiert. Der Erzbischof von Monaco hat höchstes Ansehen und wichtige Aufgaben. Schließlich muss er am Nationalfeiertag (19. November) das „Te Deum“ in der Kathedrale anstimmen und dem großen Gott danken für den soooo katholischen Fürsten. Der Erzbischof hat auch die schöne Pflicht, die Kinder der fürstlichen Familie zu taufen. Die Fürstenfamilie hat übrigens einen eigenen Hof- Kaplan zu ihren Diensten, Symbol der Erinnerung, etwa an französische Könige im „ancien régime“.…
Jedenfalls gibt es bei so viel katholischer Privilegierung natürlich auch einen „apostolischen Nuntius“ in Monaco und einen Monaco-Botschafter im Vatikan.
Aber so hundertprozentig folgte Albert II. doch nicht der katholischen Moral: Albert hatte eine Geliebte, Nicole Costa, mit ihr hat er einen unehelichen Sohn Alexandre, für beide sorgt der Fürst sehr fürstlich, etwa durch ein luxuriöses Appartement in London, Kostenpunkt 8,5 Millionen Euro…Des Fürsten wahre Gattin Charlene durfte davon nichts wissen:
Das alles ist nicht Klatsch und Tratsch aus Fürstenhäusern, sondern nur ein kritischer Hinweis, welche Implikationen die Reise des Papstes in dieses Nest der Superreichen hat.

7.

Weitere Beispiele, die zeigen, dass der katholische Staat Monaco doch nun wirklich nicht total der katholischen Lehre folgt …, wenn es nämlich ums Geld geht:

Durch das in Monaco sehr gern gesehene Geld-Spiel und die Casinos wurden 530,5 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, etwa in der Saison 2021-22 LINK: Monaco Hebdo: https://monaco-hebdo.com/actualites/societe/catholicisme-a-monaco/

Die Wochenzeitung „Monaco Hebdo“ berichtet am 12.9.2022 weiter: „Jede erwachsene Frau ist tatsächlich in Monaco autorisiert, sich zu prostituieren. Unter der Bedingung: Dass sie das auf diese Weise verdiente Geld nicht an Dritte weitergibt“ (so nennt man wohl die Zuhälter-Banden vornehm im Fürstenstaat) und :„unter der Bedingung, Kunden nicht in der Öffentlichkeit anzuwerben.“ Quelle: LINK:

Weder die Casinos werden nach dem Papstbesuch geschlossen noch die Prostitution aus dem soooo katholischen Fürstentum verschwinden.

Jedenfalls ist der Fürst so nett, sich an den Herrn Erzbischof von Monaco zu wenden, wenn es um die Anerkennung einer nicht – katholischen Glaubensgemeinschaft im katholischen Monaco geht. Denn so ökumenisch – tolerant ist man ja dort doch, schon der internationalen (atheistischen?) Besucher, Casino-Besucher und Prostituerten Kunden wegen.
Der Generalvikar des Erzbistums Monaco sagt in dem genannten Beitrag von „Monaco Hebdo“: „Wenn Vereinigungen mit religiöser Ausrichtung gegründet werden, informiert die Regierung das Erzbistum, das eine fachliche Stellungnahme abgibt, um die Entwicklung von sektiererischen Entgleisungen zu verhindern. Das ist jedoch nur sehr selten der Fall“.

Und wie finanziert sich die katholische Staatskirche in Monaco: Aufgrund der engsten Verbundenheit mit dem Fürsten zahlt der Staat, etwa für den Erhalt der Kirchengebäude. Kirchensteuern gibt es nicht. Die frommen und reichen Bürger und Freunde Monacos spenden aber gern. Die Spendefreudigkeit bei Kollekten, etwa in der Kathedrale, sei extrem hoch, berichten Augenzeugen.
Der Klerus wird vom Fürstentum bezahlt, viel besser als im bachharten Frankreich!!
„Caritas – Monaco“, die gibt es wirklich, diese Caritas hatte 2023 ein bescheidenes Budget von 224.000 Euro. Die offizielle Website: www.caritas-monaco.com.
Die Kirche der Millionäre und Milliardäre wird freundlicherweise 6.400 Euro für die Armen in Burkina-Faso spenden.

Nach dem Besuch im Luxus – Monaco kann der Papst dann wieder sehr leicht von der kirchlichen und päpstlichen Option für die Armen, etwa in Peru, schwadronieren…

8.
Jedenfalls nach außen ist das Fürstentum sehr katholisch, und der äußere schöne, korrekte, fromme Schein ist ja das Wichtigste im Katholizismus. Noch wichtiger für den Papst: Die zivile Ehe -Scheidung ist noch immer stigmatisiert, trotz gewisser Erleichterungen seit 1970. Bis 2009 war Abtreibung unter allen Bedingungen verboten. Trotz dieser „Liberalisierungen“ ist die Realisierung einer Abtreibung in Monaco selbst verboten, Frauen müssen ins Ausland ausweichen.

9.
Und vor allem wird sich Papst Leo XIV. so richtig freuen: In Monaco gilt die alte Hetero – Normativität, Ehe gibt es nur die zwischen Mann und Frau, die heute bei vernünftigen Menschen selbstverständliche „Ehe für alle“ ist ausgeschlossen. Damit steht Monaco im Kreis anderer „illustrer“ reaktionärer katholischer Staaten, etwa in Lateinamerika oderfundamentalistischer islamischer Staaten. Eine nette Gemeinschaft, in der sich die katholische Kirche bei diesem Thema befindet, aber das stört diese Kirche nicht…
Homosexuelle in Monaco können lediglich einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnen, aber nur vor einem Notar, nicht im Standesamt!

10.
Am allermeisten wird sich der Papst freuen, dass in Monaco aktive Sterbehilfe aufgrund der politisch endlich einmal vollumfänglich realisierten katholischen Moral absolut verboten ist.

11.
Warum also diese Reise des Papstes ins Nest der Superreichen? KI weiß darauf eine Antwort: Die beiden sehr kleinen Staaten wollen wohl ihre -hoffentlich seriöse – finanzielle Zusammenarbeit verstärken, Denn beide verwenden den Euro, ohne zur Eurozone zu gehören. Beide Kleinst-Staaten unterliegen den Bewertungen von „Moneyval“, was sie dazu führt, ihre Bankvorschriften an die gerechten Normen anzupassen…(„Moneyval“ ist der Expertenausschusses des Europarates mit dem Thema: Bewertung von Geldwäsche und Terrorismus – Finanzierung).

11.
In jedem Fall sieht man bei dieser Reise des Papstes wieder deutlich: Das ist diese „Doppelrolle“, die geistige Spaltung, in der er sich befindet: Er soll als angeblicher, aber hoch verehrter „Stellvertreter Christi“ eine eminente spirituelle und theologische Wegweisung für die Glaubenden haben. ABER:Der Papst ist zur gleichen Zeit immer auch Staatschef, dem es in dieser Rolle eben nicht um Glaubenslehren im engeren Sinne gehen kann, sondern um knallharte Auseinandersetzungen mit Finanzen, klerikaler politischer Macht in den Staaten und immer auch um Geld.
Wer auch nur etwas die Papstgeschichte der letzten 800 Jahre kennt, der weiß: Meist ging es all den Päpsten zuerst um Geld und politische Macht und öffentliches Ansehen.

Die bisherigen spirituellen Äußerungen des Christus-Nachfolgers Leo XIV. kann man nur kläglich und floskelhaft und wenig kreativ nennen: Alles dreht sich letztlich bei ihm ständig um Bittgebete, die bekanntlich den Charakter des Aberglaubens haben und vor allem auch um seinen sooo hoch geliebten „Vater“ Augustin aus dem 5. Jahrhundert. Aber dessen Theologie sollte wegen der verheerenden dogmatischen Erfindung der Erbsünden-Theologie nun wirklich ad acta gelegt werden.

Das wird selbst ein Augustiner als Papst in einigen Jahren erkennen, hoffen wir. Schließlich dürfen ja die vielen wissenschaftlichen, auch theologischen Forschungen zum Wahnsinn/Unsinn der Erbsünde nicht völlig umsonst gewesen sein. Irgendwann wird auch der Vatikan die theologische wissenschaftliche kritische Forschung respektieren…. Doch wer wird sich in den Jahren dann in Europa noch für Kirche etc. interessieren?

12.

Wollen Sie eine vorläufige Einschätzung zu dieser Pilgerfahrt des Papstes ins Nest der Millionäre, nach Monaco?:

Diese Reise, selbstverständlich wie üblich als „päpstliche Pilgerfahrt“ frisiert, ist überflüssig, falsch, unnötig, der falsche Ort, an dem sich ein Papst aufalten sollte, erholen kann sich Leo ja bekanntlich regelmäsißg bestens im Schloß Castel Gandolofo und seinen barocken Gärten… Mn sollte also also sagen: Diese Reise ist ein Skadal. Aber vielleicht bekehren sich ja die Millionäre und Milliardäre Moncaos nach dem Papstbesuch zum christlichen Glauben?  Im ganzen ist allein der Plan des Papstes, diesen winzigsten Luxus staat zu besuchen, eine Blamage für Papst Leo XIV. Wior schkagen als nächstes Reiseziel vor: Nicht nur die Jungferninseln, vor allem zunächst das hübsche Liechtentein, auch sehr, sehr katholisch…

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

Aktualisiert am 21. März 2026 durch CM